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Nr. 81

Samstag /Sonntag. 5-/6. April 1941

89. Jahrgang

März-Bilanz unsrer Luftwaffe

Dreiundzwanzig Großeinsätze in 15 Nächten - 200000 BRT. versenkt

Pausenlose Aktionen

aus

von

Be-

Benghasi genommen

Werft- orts-

La Linea meldet, schwer beschädigt in dem Hafen von Gibraltar ein. Außerdem trafen dort zwei volniiche Zerstörer ein. In der Nacht zum Donnerstag liefen ein Kreuzer und zwei Unterseeboote mit Kurs auf Mittelmeer aus. Andere Kriegsschiffe sind in den letzten 24 Stunden in den Atlantik ausgelaufen. 28 Handelsschiffe liegen zur Zeit in Gibraltar in Erwartung der Aufstellung von Eeleitzügen.

die Zufahrtsstraßen Deutschland von den

„Wir haben schon Kriegszustand"

Angriff auf Bristol

Bombardierung der lebenswichtigen Hafinftadt wie „Göteborgs Morgenvosten" in einem Eigenbericht

Der Sieg im Norden

Von Fritz Günther

Erneuter schwerer

Londoner Berichte melde« neue wuchtige

daß m Jugoslawien jeder Manu, der ein Gewehr tragen kau», fahrt für den Eintritt in das Heer gemuttert wird, ohne Rücksicht daraus, ob er wrlitärisch ausgebildet wurde oder nicht.

^^.Eine maßgebliche politische Persönlichkeit in Skovlie. der Schlüsselstellung zum Vardartal habe erklärt: „Wir haben schon letzt Kriegszustand, glauben Sie nicht, daß wir warten werden, bis die Deutschen angreisen. Wir müssen an sau g e tt, weil in diesem Krieg der Angreifer im Borterl tit“

Eventuelle Hilfeleistung der USA.

Berlin, 4. Avril. Aus Washington will der britische Rundfunk die Nack^icht erbalten haben, daß Präsident Roo s e v e l t am Donnerstag eine Unterredung mit dem I u g o s l a w: s ch en E e s a n d t e n gehabt habe, über eine eventuelle Hilfeleistung der USA. an Jugoslawien.

Ernste Besorgnisse in Ungarn

New Bork. 5. Avril. (Funkmeldung.) Wie die Agentur United Preß aus Bristol meldet, konzentrierten große Verbände deutscher Bomber ihren Angriff am Freitagabend und am Samstagmorgen in der zweiten aufeinanderfolgenden Nacht aus diesen lebens­wichtigen Hafen und das westliche Industriegebiet. Sie zer- ftörten Industrieanlagen und Gebäude mit einer Flut von Brand- und Ervlokivbomben. Wie in der vorigen Nacht, griff die deutsche Luftwaffe, so beißt es in dem Bericht, satt dauernd in Wellen an. Die Angreifer überflogen die Westküste von England bei hellem Mondschein, warfen zuerst Leuchtbomben ab und daun Hunderte von Brand- und Sprengbomben. Während des Angriffes war eia fortwährendes und betäubendes Abwehrfeuer zu hören und am Simmel waren die Explosionen von Granaten aller Kaliber zu sehen.

Auch der Londoner Rachrichtendien st gibt, allerdings in der üblichen verwaschenen Form. zu. daß die Angriffe der letzten Nacht in der Hauptsache gegen Wctt- eugland gerichtet gewesen seien. Außer „bettimmten Schäden- sei hier durch den Abwurf von Brandbomben eine Reibe von Bränden verursacht worden. Aus an­deren Teilen des Landes leien nur vereinzelte Vorfälle ge­meldet worden. Einzelne Bombenabwürfe in Ostengland hätten wenige Schäden angerichtet. Um Mitternacht herum habe es auch in London Luftalarm gegeben.

Beschädigter Flugzeugträger in Gibraltar

Stockholm. 5. Avril. (Funkmeldung.) Das britische Flug­zeugmutterschiff ..A r g u s“ und ein britischer Zerstörer liefen.

auf Ue Schiffswerften und Hafenanlagen von Glasgow. Wichtige industrielle Einrichtungen dieses Zentrums der bri- tlschen Schiffsbauindustrie wurden zerstört. Zahlreiche Lager­hallen mir Brennstoffvorräten brannten nieder. In der glei­chen Nacht waren starke Kräfte noch einmal auf Birken­head angesetzt. Ein zweiter starker Verband zerstörte zur selben Zeit in der mittelenglischen Hafenstadt Hüll Roh- ttonvorrate und Anlagen der Lebensmittelindustrie.

Der Großangriff auf Glasgow wurde in der Nacht zum 15. März wiederholt. Fünf Stunden hindurch fielen un­gezählte Spreng- und Brandbomben auf die Einrichtungen der dortigen Schiffsbauindustrie. Docks und Öllager. Zur gleichen Zeit griffen starke Teilkräfte in Sheffield mit durchschlagender Wirkung Stahlwerke und Anlagen der Wafieniabrlkation an. Ebenso wurden kriegswichtige Ziele . m London, Plymouth und Southampton bom­bardiert. Nicht weniger als zwanzig Häfen an allen Küsten der britischen Insel wurden außerdem in dieser Nacht mit Bomben belegt.

In den beiden folgenden Nächten richtete sich das Schwer­gewicht der deutschen Angriffe gegen London und B r i >t o l - A v e n m o u t h. In der Nacht zum 19. März war H u l l zum zweiten Male innerhalb weniger Tage den wuch­tigen Angriffen mehrerer hundert deutscher Bombenflugzeuge ausgesetzt. In der Nacht zum 20. März schließlich erhielt er« neut die b r i 11 sch e Hauptstadt sehr schwere Schläge. Etwa 500 000 Kilogramm Sprengstoff und über 100 000 Brandbomben richteten themseautwärts bis zum Zentrum Londons gewaltige Zerstörungen in den Hafenanlagen beider- seits des Flusses an. In der folgenden Nacht konzentrierte sich die Angriffswucht der deutschen Luftwaffe auf Plymouth, dessen Werfteinrichtungen und militärischen Anlagen durch zahlreiche Gronbrande in erheblichem Umfange vernichtet

In der Nacht zum 22. Marz wurden erneut rund 200000 Kilogramm Sprengstoff und etwa 40000 Brand­bomben auf Plymouth abgeworfen. Vom 8. bis zum 22. März war diebnlilche Insel somit für die Dauer von zwei Wochen Nacht für Nacht den Großangriffen der deutschen Luftwaffe ausgesetzt.

Schwache Gegenschläge der RAF.

. .Die Wi rkung der britischen Luftwaffe gegen deutsche Städte ist — hiermit verglichen — geradezu ver­schwindend gering gewesen. In 17 Nächten konnte die

lFortsetzung auf Seite 3)

Jugoslawien zum Krieg bereit

Eine Proklamation König Peters

Belgrad, 5. Avril. (Funkmeldung.) Durch Proklama­tion des jugoslawische« Königs Peter ist die gesamte Wehr­macht Jugoslawiens ab 1. April in den Zustand äußerster Bereitschaft versetzt worden. Eine Veröffentlichung dieser Maßnahme war de» jugoslawischen Zeitungen bisher der Regierung untersagt worden.

2n diesen Tagen erinnern wir uns mit besonderem Stolz auf unsere Wehrmacht und ihre geniale Führung an eines der kühnsten Unternehmen in der Kriegsgeschichte aller Zeiten: den Norwegen-Feldzug 194 0. Damals, vor einem Jahr, standen wir, ebenso wie heute, vor der Gewiß­heit kommender Ereignisse, die für den von den englischen Plutokraten entfesselten Krieg eine schicksalshafte Wendung bedeuten. Im Westen lagen sich die beiden Fronten in den aus Eisen und Beton gebauten und für unüberwindlich geltenden Festungswällen gegenüber. England und Frank­reich wagten nicht den kämpfersichen Einsatz und für uns war die Zeit zum Sprung an die Gurgel des heimtückischen Geg­ners noch nichj-gekommen. Da sich in absehbarer Zeit keine Gelegenheit für die Westmächte bot, kriegerische Lorbeeren zu pflücken, suchte man in London und Paris nach neuen Kriegsschauplätzen, um mit dem Mittel der Kriegsauswei- tung das immer noch hartnäckig verfolgte Ziel einer Ein­kreisung zu erreichen, zum mindesten aber zu versuchen, Deutschland in die Zange zu nehmen. Im Südosten sollten die Valkanstaaten aufgehetzt und mit Garantie-Ver­sprechungen willig gemacht werden, um als Aufmarsch­gelände für einen Vorstoß der Westmächte im Südosten zu dienen und gleichzeitig Deutschland von der rumänischen und russischen Ölzufuhr abzuschneiden. Der sagenhaften Armee Weygandts, die in Syrien aufmarschiert war, war dabei eine besondere Aufgabe zugedacht. Im Norden aber wollte man ganz Skandinavien, zum mindesten aber Norwegen und Dänemark in einen Absprunghafen für die Bombenflugzeuge der RAF. verwandeln und gleichzeitig die Zufahrtsstraßen der Nordsee lahmlegen, um damit Deutschland von den schwedischen Erzlagern abzuschneiden. Dieser Plan schien den Strategen der Westmächte um so erfolgversprechender als die Neutralität der norwegischen Regierung nur auf sehr schwachen Füßen stand und die Behandlung des englischen Überfalles auf den unbewaffneten deutschen Dampfer „Alt­mark" in den norwegischen Hoheitsgewässern kaum einen Zweifel darüber ließ, nach welcher Seite die Sympathien Norwegens ausschlagen würden. (Eine Besetzung Norwegens durch Truppen der Westmächte, die, als Finnland-Hilfe ge­tarnt, fett längerem bereit standen, wurde ganz offen er­örtert und auch der Zeitpunkt stand bereits fest.

Da wurde die Welt am Morgen des 9. April vor die überraschende Tatsache gestellt, daß deutsche Truppen zum Schutze der Neutralität dieser Länder in Dänemark ein­marschiert waren und deutsche Streitkräfte zur See und in der Luft die norwegische Küste in ihrer ganzen Ausdehnung von Oslo bis nach Narvik erreicht und besetzt hatten. Diese Nachricht war von so elementarer Wirkung, daß sie von dem damals noch als britischen Premierminister amtierenden Mister Chamberlein zunächst gar nicht geglaubt und als eine Verwechslung hingestellt wurde. Wußte er doch seine Truppentransporte mit dem Ziele Norwegen bereits unter»

New Bork. 5. Avril. (Funkmeldung.) Sn einem — richt über die Laae in Jugoslawien meldet der Vertreter der amerikanische« Agentur „Associated Breß" soeben ans Belgrad,

™.. 8«hn, 4. Avril. Die deutsche Luftwaffe steigerte im Marz ihre Angrinstatigkeit gegen Großbritannien an allen Fronten. Von den ersten Tagen des Monats an führten Kamvigefchwader wuchtige Aktionen gegen zahlreiche kriegswichtige Ziele in Südengland, den Midlands und Schottland durch. Bei Tage waren Flugzeuge der bewaffneten Aufklärung über den britischen Inseln und ihrem Seegebiet unermüduch am Feind.

-rn suufzehn Rächten aber wurden nicht weniger als 23 Gro ßziele mit starken Teilkräfte « mit» lungsooa bombardiert. Das bedeutet, daß in jeder dieser Rächte viele hundert deutscher Kampfflug­zeuge über England und Schottland waren, daß mehrere Millionen Kilogramm Sprengstoff Wd übet eine Million Brandbomben auf kriegswichtige Ziele m allen Teilen der britischen Insel geworfen wurden.

, Bereits in der Nacht vom 3. zum 4. März erfolgte ein erster größerer Angriff auf die Hafen- und Dockanlagen von Catdlff, der in der darauffolgenden Nacht in seiner Wir­kung durch zablreiche schwere Bombentreffer auf die gleichen Ziele.x durch Eroßbrände und Explosionen noch gesteigert wurde. In der Nacht vom 8. zum 9. März wurden die Docks von London von starken Kampffliegerverbänden so wuch­tig angegriffen, daß tn den Hafeneinrichtungen nördlich und südlich der Themse zahlreiche Etoßfeuer ausbrachen. In der Nacht vom 9. zum 10. März wurde der Angriff auf kriegs­wichtige Anlagen der britischen Hauptstadt nrif'-efrento stuikeii'KiVNim^ieberkE: 'S« -der- W 1 Nacht fielen sieben Stunden hindurch Bomben auf die und Hafenanlagen des britischen Kriegshafens P____

m o u t B. und in der Nacht zum 12. März war Southamp­ton das Angriffsziel von Teilkräfttn der deutschen Luft­waffe.

Pausenlos wurden ihre Aktionen fortgesetzt: In der Nacht vom 12. zum 13. März waren L i o e r p o o l u n d Birken­head an der Mündung des Mersey Angriffsziele für die deutschen Kampfgeschwader. Im Zeitraüm von sechs Stun­den wurden hier in den Docks, den Hafeneinrichtungen und den riesigey Lebensmittelspeicheril beiderseits der Flußufer Zerstörungen angerichtet, deren Wirkungen nur mit der Ver­nichtung von Coventry verglichen werden können. In der folgenden Nacht hämmerten mehr als acht Stunden hin­durch die Spreng- und Brandbombe« starker Fliegerverbände

„Sehr schwierig, die Deutschen aufzuhalten, wenn sie einmal beim Siegen sind."

Berlin, 5. April. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Benghasi ist am 4. April von deutschen und italienischen Truppen genommen worden.

Ungeheuere Bestürzung in London

New York, 5. Avril. (Funkmeldung.) Der Londoner Vertreter von „New Bork Sun" berichtet, daß die Räu­mung von Benghasi unter der britischen Bevölkerung eine ungeheure Bestürzung ausgelöst habe. Man erkenne nun. daß Dchitichland, wchnnb die Äufmerlsamkeit der Welt aus den Balkan konzentriert war. eifrig Maßnahmen ge­troffen habe, um ö*e Lage in Nordafrika wieder herzu- stellen. Außerdem beklage man in englischen Kreisen bitter, daß die britischen Truppen die seinerzeit errungenen Vorteile nicht ausgenutzt hätten. Die deutsche« Vlitzfeldzüge in Polen. Norwegen. Holland. Belgien und

Frankreich und die „siegreichen" britischen Rückzüge von Andalsnes und Dünkirchen sind anscheinend in der Bevölke­rung noch so lebendig, daß man nach dem Bericht der USÄ.- Zeitung in London bereits resigniert feststellt, „es lei sehr schwierig, die Deutschen aufzuhalten, wenn sie einmal beim Siegen feien."

Associated Preß zufolge haben sich sogar die Londoner Militärkreise zu dem Geständnis durchgerungen, daß man die Räumung von Benghasi als einen „bedauerlichen Rück­schlag" bezeichnen müsse, wobei sie allerdings tröstend hinzu­fugen, daß der Verlust „nicht tragisch" sei. Ein Militärsach­verständiger kommt zu dem scharfsinnigen Schluß, daß die Deutschen „vermutlich auf Schiffen" nach Nordafrika ge­langt seien. In dieser Feststellung soll offenbar ein leiser Vorwurf gegen die ..meerbeherrschende" britische Flotte zum Ausdruck kommen, da wohl kaum angenommen werden kann, daß die deutschen Panzer mit eigener Kraft übers Meer geschwommen ober geflogen sind.

Budapest. 4J3IpnI. „Magyarsag" schreibt zur Lage in Jugoslawien: „Wir blicken mit großer Spannung auf die Sudgrenze des Landes und warten auf Nachrichten aus Bel­grad. denn wir wollen wisien.'ob ein Land, das mit uns ein Freundschaftsabkommen geschloßen bat. zum Frieden bei­tragen. oder ob es sich von England in den Krieg h.l nernzi eben lassen wird. Unsere Haltung ist durch die Tatsache, daß Ungarn als erstes Land dem Dreimächte­pakt beigetreten ist. vorgeschrieben. Wir haben einsehen ge­lernt, daß der Anschluß an die Achsenvolitik die Aufhebung des Trianon-Vertrages bedeutet. Unsere Lebensinteresien verbinden uns mit der Achse. Unser Vertrauen in die Zu» funft Europas, das unter der Führung der Achsenmächte steht, ist vollkommen.

Erste Ministerratssitzung des Kabinetts Bardosiy

Budapest, 4. April. Das Kabinett Bardossy ist am freitagmittag, nachdem es den Amtseid geleistet satte, zu seiner ersten Ministerratssitzung zusammengetreten.