1
S'jajtpreif'; Für 2 Wochen 94 Stoi.. für einen Monat RM 2.— dnldilteMidi Ttaalobn. die Pos, bezogen RM -.35 zuzüglich 36 Rp! Bestellgeld Ltmelnummern m gtof ^le Beklnderung der Lieferung rechtterng, keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugsvreü^
Druck und »erlag: u. Schellend«,'Ich, Buchdruckerei, „Zagblatt ■£) au»" 8rtrntet«6er.6ammel.9it 59631 Drahtanlchrrst. Tagblatt Wiesbaden. Postscheckkonto Frankfnn a M Nr 1405.
Wöchentlich
mit einer täglichen
6 Ausgaben
Unterhaltungsbeilage
Erscheinungszeit:
Werktäglich nachmittag».
De'chüftszett > 8 Uhr morgen» bts 1 Uhr abends außer Sonn- u. Feiertag« Berliner Büro Berlin-Wilnrersdork
Snzetgenpreisei 8m Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grund, preis 7 Stof., bet 8b Millimeter breiten Spalte im Teiltest 60 Stof., wirst laut Preisliste Sir. 9 Nachlässe nach Preisliste Sh: 9 - Schluß der Anzeigen - Annahme 9'zs Uhr vormittags
Nr. 81
Samstag /Sonntag. 5-/6. April 1941
89. Jahrgang
März-Bilanz unsrer Luftwaffe
Dreiundzwanzig Großeinsätze in 15 Nächten - 200000 BRT. versenkt
Pausenlose Aktionen
aus
von
Be-
Benghasi genommen
Werft- orts-
La Linea meldet, schwer beschädigt in dem Hafen von Gibraltar ein. Außerdem trafen dort zwei volniiche Zerstörer ein. In der Nacht zum Donnerstag liefen ein Kreuzer und zwei Unterseeboote mit Kurs auf Mittelmeer aus. Andere Kriegsschiffe sind in den letzten 24 Stunden in den Atlantik ausgelaufen. 28 Handelsschiffe liegen zur Zeit in Gibraltar in Erwartung der Aufstellung von Eeleitzügen.
die Zufahrtsstraßen Deutschland von den
„Wir haben schon Kriegszustand"
Angriff auf Bristol
Bombardierung der lebenswichtigen Hafinftadt wie „Göteborgs Morgenvosten" in einem Eigenbericht
Der Sieg im Norden
Von Fritz Günther
Erneuter schwerer
Londoner Berichte melde« neue wuchtige
daß m Jugoslawien jeder Manu, der ein Gewehr tragen kau», fahrt für den Eintritt in das Heer gemuttert wird, ohne Rücksicht daraus, ob er wrlitärisch ausgebildet wurde oder nicht.
^^.Eine maßgebliche politische Persönlichkeit in Skovlie. der Schlüsselstellung zum Vardartal habe erklärt: „Wir haben schon letzt Kriegszustand, glauben Sie nicht, daß wir warten werden, bis die Deutschen angreisen. Wir müssen an sau g e tt, weil in diesem Krieg der Angreifer im Borterl tit“
Eventuelle Hilfeleistung der USA.
Berlin, 4. Avril. Aus Washington will der britische Rundfunk die Nack^icht erbalten haben, daß Präsident Roo s e v e l t am Donnerstag eine Unterredung mit dem I u g o s l a w: s ch en E e s a n d t e n gehabt habe, über eine eventuelle Hilfeleistung der USA. an Jugoslawien.
Ernste Besorgnisse in Ungarn
New Bork. 5. Avril. (Funkmeldung.) Wie die Agentur United Preß aus Bristol meldet, konzentrierten große Verbände deutscher Bomber ihren Angriff am Freitagabend und am Samstagmorgen in der zweiten aufeinanderfolgenden Nacht aus diesen lebenswichtigen Hafen und das westliche Industriegebiet. Sie zer- ftörten Industrieanlagen und Gebäude mit einer Flut von Brand- und Ervlokivbomben. Wie in der vorigen Nacht, griff die deutsche Luftwaffe, so beißt es in dem Bericht, satt dauernd in Wellen an. Die Angreifer überflogen die Westküste von England bei hellem Mondschein, warfen zuerst Leuchtbomben ab und daun Hunderte von Brand- und Sprengbomben. Während des Angriffes war eia fortwährendes und betäubendes Abwehrfeuer zu hören und am Simmel waren die Explosionen von Granaten aller Kaliber zu sehen.
Auch der Londoner Rachrichtendien st gibt, allerdings in der üblichen verwaschenen Form. zu. daß die Angriffe der letzten Nacht in der Hauptsache gegen Wctt- eugland gerichtet gewesen seien. Außer „bettimmten Schäden- sei hier durch den Abwurf von Brandbomben eine Reibe von Bränden verursacht worden. Aus anderen Teilen des Landes leien nur vereinzelte Vorfälle gemeldet worden. Einzelne Bombenabwürfe in Ostengland hätten wenige Schäden angerichtet. Um Mitternacht herum habe es auch in London Luftalarm gegeben.
Beschädigter Flugzeugträger in Gibraltar
Stockholm. 5. Avril. (Funkmeldung.) Das britische Flugzeugmutterschiff ..A r g u s“ und ein britischer Zerstörer liefen.
auf Ue Schiffswerften und Hafenanlagen von Glasgow. Wichtige industrielle Einrichtungen dieses Zentrums der bri- tlschen Schiffsbauindustrie wurden zerstört. Zahlreiche Lagerhallen mir Brennstoffvorräten brannten nieder. In der gleichen Nacht waren starke Kräfte noch einmal auf Birkenhead angesetzt. Ein zweiter starker Verband zerstörte zur selben Zeit in der mittelenglischen Hafenstadt Hüll Roh- ttonvorrate und Anlagen der Lebensmittelindustrie.
Der Großangriff auf Glasgow wurde in der Nacht zum 15. März wiederholt. Fünf Stunden hindurch fielen ungezählte Spreng- und Brandbomben auf die Einrichtungen der dortigen Schiffsbauindustrie. Docks und Öllager. Zur gleichen Zeit griffen starke Teilkräfte in Sheffield mit durchschlagender Wirkung Stahlwerke und Anlagen der Wafieniabrlkation an. Ebenso wurden kriegswichtige Ziele . m London, Plymouth und Southampton bombardiert. Nicht weniger als zwanzig Häfen an allen Küsten der britischen Insel wurden außerdem in dieser Nacht mit Bomben belegt.
In den beiden folgenden Nächten richtete sich das Schwergewicht der deutschen Angriffe gegen London und B r i >t o l - A v e n m o u t h. In der Nacht zum 19. März war H u l l zum zweiten Male innerhalb weniger Tage den wuchtigen Angriffen mehrerer hundert deutscher Bombenflugzeuge ausgesetzt. In der Nacht zum 20. März schließlich erhielt er« neut die b r i 11 sch e Hauptstadt sehr schwere Schläge. Etwa 500 000 Kilogramm Sprengstoff und über 100 000 Brandbomben richteten themseautwärts bis zum Zentrum Londons gewaltige Zerstörungen in den Hafenanlagen beider- seits des Flusses an. In der folgenden Nacht konzentrierte sich die Angriffswucht der deutschen Luftwaffe auf Plymouth, dessen Werfteinrichtungen und militärischen Anlagen durch zahlreiche Gronbrande in erheblichem Umfange vernichtet
In der Nacht zum 22. Marz wurden erneut rund 200000 Kilogramm Sprengstoff und etwa 40000 Brandbomben auf Plymouth abgeworfen. Vom 8. bis zum 22. März war diebnlilche Insel somit für die Dauer von zwei Wochen Nacht für Nacht den Großangriffen der deutschen Luftwaffe ausgesetzt.
Schwache Gegenschläge der RAF.
. .Die Wi rkung der britischen Luftwaffe gegen deutsche Städte ist — hiermit verglichen — geradezu verschwindend gering gewesen. In 17 Nächten konnte die
lFortsetzung auf Seite 3)
Jugoslawien zum Krieg bereit
Eine Proklamation König Peters
Belgrad, 5. Avril. (Funkmeldung.) Durch Proklamation des jugoslawische« Königs Peter ist die gesamte Wehrmacht Jugoslawiens ab 1. April in den Zustand äußerster Bereitschaft versetzt worden. Eine Veröffentlichung dieser Maßnahme war de» jugoslawischen Zeitungen bisher der Regierung untersagt worden.
2n diesen Tagen erinnern wir uns mit besonderem Stolz auf unsere Wehrmacht und ihre geniale Führung an eines der kühnsten Unternehmen in der Kriegsgeschichte aller Zeiten: den Norwegen-Feldzug 194 0. Damals, vor einem Jahr, standen wir, ebenso wie heute, vor der Gewißheit kommender Ereignisse, die für den von den englischen Plutokraten entfesselten Krieg eine schicksalshafte Wendung bedeuten. Im Westen lagen sich die beiden Fronten in den aus Eisen und Beton gebauten und für unüberwindlich geltenden Festungswällen gegenüber. England und Frankreich wagten nicht den kämpfersichen Einsatz und für uns war die Zeit zum Sprung an die Gurgel des heimtückischen Gegners noch nichj-gekommen. Da sich in absehbarer Zeit keine Gelegenheit für die Westmächte bot, kriegerische Lorbeeren zu pflücken, suchte man in London und Paris nach neuen Kriegsschauplätzen, um mit dem Mittel der Kriegsauswei- tung das immer noch hartnäckig verfolgte Ziel einer Einkreisung zu erreichen, zum mindesten aber zu versuchen, Deutschland in die Zange zu nehmen. Im Südosten sollten die Valkanstaaten aufgehetzt und mit Garantie-Versprechungen willig gemacht werden, um als Aufmarschgelände für einen Vorstoß der Westmächte im Südosten zu dienen und gleichzeitig Deutschland von der rumänischen und russischen Ölzufuhr abzuschneiden. Der sagenhaften Armee Weygandts, die in Syrien aufmarschiert war, war dabei eine besondere Aufgabe zugedacht. Im Norden aber wollte man ganz Skandinavien, zum mindesten aber Norwegen und Dänemark in einen Absprunghafen für die Bombenflugzeuge der RAF. verwandeln und gleichzeitig die Zufahrtsstraßen der Nordsee lahmlegen, um damit Deutschland von den schwedischen Erzlagern abzuschneiden. Dieser Plan schien den Strategen der Westmächte um so erfolgversprechender als die Neutralität der norwegischen Regierung nur auf sehr schwachen Füßen stand und die Behandlung des englischen Überfalles auf den unbewaffneten deutschen Dampfer „Altmark" in den norwegischen Hoheitsgewässern kaum einen Zweifel darüber ließ, nach welcher Seite die Sympathien Norwegens ausschlagen würden. (Eine Besetzung Norwegens durch Truppen der Westmächte, die, als Finnland-Hilfe getarnt, fett längerem bereit standen, wurde ganz offen erörtert und auch der Zeitpunkt stand bereits fest.
Da wurde die Welt am Morgen des 9. April vor die überraschende Tatsache gestellt, daß deutsche Truppen zum Schutze der Neutralität dieser Länder in Dänemark einmarschiert waren und deutsche Streitkräfte zur See und in der Luft die norwegische Küste in ihrer ganzen Ausdehnung von Oslo bis nach Narvik erreicht und besetzt hatten. Diese Nachricht war von so elementarer Wirkung, daß sie von dem damals noch als britischen Premierminister amtierenden Mister Chamberlein zunächst gar nicht geglaubt und als eine Verwechslung hingestellt wurde. Wußte er doch seine Truppentransporte mit dem Ziele Norwegen bereits unter»
New Bork. 5. Avril. (Funkmeldung.) Sn einem — richt über die Laae in Jugoslawien meldet der Vertreter der amerikanische« Agentur „Associated Breß" soeben ans Belgrad,
™.. 8«hn, 4. Avril. Die deutsche Luftwaffe steigerte im Marz ihre Angrinstatigkeit gegen Großbritannien an allen Fronten. Von den ersten Tagen des Monats an führten Kamvigefchwader wuchtige Aktionen gegen zahlreiche kriegswichtige Ziele in Südengland, den Midlands und Schottland durch. Bei Tage waren Flugzeuge der bewaffneten Aufklärung über den britischen Inseln und ihrem Seegebiet unermüduch am Feind.
-rn suufzehn Rächten aber wurden nicht weniger als 23 Gro ßziele mit starken Teilkräfte « mit» lungsooa bombardiert. Das bedeutet, daß in jeder dieser Rächte viele hundert deutscher Kampfflugzeuge über England und Schottland waren, daß mehrere Millionen Kilogramm Sprengstoff Wd übet eine Million Brandbomben auf kriegswichtige Ziele m allen Teilen der britischen Insel geworfen wurden.
, Bereits in der Nacht vom 3. zum 4. März erfolgte ein erster größerer Angriff auf die Hafen- und Dockanlagen von Catdlff, der in der darauffolgenden Nacht in seiner Wirkung durch zablreiche schwere Bombentreffer auf die gleichen Ziele.x durch Eroßbrände und Explosionen noch gesteigert wurde. In der Nacht vom 8. zum 9. März wurden die Docks von London von starken Kampffliegerverbänden so wuchtig angegriffen, daß tn den Hafeneinrichtungen nördlich und südlich der Themse zahlreiche Etoßfeuer ausbrachen. In der Nacht vom 9. zum 10. März wurde der Angriff auf kriegswichtige Anlagen der britischen Hauptstadt nrif'-efrento stuikeii'KiVNim^ieberkE: 'S« -der- W 1 Nacht fielen sieben Stunden hindurch Bomben auf die und Hafenanlagen des britischen Kriegshafens P____
m o u t B. und in der Nacht zum 12. März war Southampton das Angriffsziel von Teilkräfttn der deutschen Luftwaffe.
Pausenlos wurden ihre Aktionen fortgesetzt: In der Nacht vom 12. zum 13. März waren L i o e r p o o l u n d Birkenhead an der Mündung des Mersey Angriffsziele für die deutschen Kampfgeschwader. Im Zeitraüm von sechs Stunden wurden hier in den Docks, den Hafeneinrichtungen und den riesigey Lebensmittelspeicheril beiderseits der Flußufer Zerstörungen angerichtet, deren Wirkungen nur mit der Vernichtung von Coventry verglichen werden können. In der folgenden Nacht hämmerten mehr als acht Stunden hindurch die Spreng- und Brandbombe« starker Fliegerverbände
„Sehr schwierig, die Deutschen aufzuhalten, wenn sie einmal beim Siegen sind."
Berlin, 5. April. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Benghasi ist am 4. April von deutschen und italienischen Truppen genommen worden.
Ungeheuere Bestürzung in London
New York, 5. Avril. (Funkmeldung.) Der Londoner Vertreter von „New Bork Sun" berichtet, daß die Räumung von Benghasi unter der britischen Bevölkerung eine ungeheure Bestürzung ausgelöst habe. Man erkenne nun. daß Dchitichland, wchnnb die Äufmerlsamkeit der Welt aus den Balkan konzentriert war. eifrig Maßnahmen getroffen habe, um ö*e Lage in Nordafrika wieder herzu- stellen. Außerdem beklage man in englischen Kreisen bitter, daß die britischen Truppen die seinerzeit errungenen Vorteile nicht ausgenutzt hätten. Die deutsche« Vlitzfeldzüge in Polen. Norwegen. Holland. Belgien und
Frankreich und die „siegreichen" britischen Rückzüge von Andalsnes und Dünkirchen sind anscheinend in der Bevölkerung noch so lebendig, daß man nach dem Bericht der USÄ.- Zeitung in London bereits resigniert feststellt, „es lei sehr schwierig, die Deutschen aufzuhalten, wenn sie einmal beim Siegen feien."
Associated Preß zufolge haben sich sogar die Londoner Militärkreise zu dem Geständnis durchgerungen, daß man die Räumung von Benghasi als einen „bedauerlichen Rückschlag" bezeichnen müsse, wobei sie allerdings tröstend hinzufugen, daß der Verlust „nicht tragisch" sei. Ein Militärsachverständiger kommt zu dem scharfsinnigen Schluß, daß die Deutschen „vermutlich auf Schiffen" nach Nordafrika gelangt seien. In dieser Feststellung soll offenbar ein leiser Vorwurf gegen die ..meerbeherrschende" britische Flotte zum Ausdruck kommen, da wohl kaum angenommen werden kann, daß die deutschen Panzer mit eigener Kraft übers Meer geschwommen ober geflogen sind.
Budapest. 4J3IpnI. „Magyarsag" schreibt zur Lage in Jugoslawien: „Wir blicken mit großer Spannung auf die Sudgrenze des Landes und warten auf Nachrichten aus Belgrad. denn wir wollen wisien.'ob ein Land, das mit uns ein Freundschaftsabkommen geschloßen bat. zum Frieden beitragen. oder ob es sich von England in den Krieg h.l nernzi eben lassen wird. Unsere Haltung ist durch die Tatsache, daß Ungarn als erstes Land dem Dreimächtepakt beigetreten ist. vorgeschrieben. Wir haben einsehen gelernt, daß der Anschluß an die Achsenvolitik die Aufhebung des Trianon-Vertrages bedeutet. Unsere Lebensinteresien verbinden uns mit der Achse. Unser Vertrauen in die Zu» funft Europas, das unter der Führung der Achsenmächte steht, ist vollkommen.
Erste Ministerratssitzung des Kabinetts Bardosiy
Budapest, 4. April. Das Kabinett Bardossy ist am freitagmittag, nachdem es den Amtseid geleistet satte, zu seiner ersten Ministerratssitzung zusammengetreten.
