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Unterhaltnngäbeilage Berliner Büro Berlin-Wilmersdorf

Nr. 80

Freitag. 4. April 1941

89. Jahrgang

Engländer räumen Benghasi

Churchills strategischer Plan für den Winter 40/41 endgültig gescheitert

Süd-Benghasien erreicht

Berlin, 4. Avril. (Funkmeldung.) Sn Nordafrika haben die deutschen und italienischen Truppenteile, die Agedabia eingenommen hatten, am 3. 4. 1941 Gheminrs in Siid- benghakien erreicht.

Am Donnerstagabend wurde Reuter zufolge in Kairo amtlich bekanntgegeben, daß B e n g h a k i, der vauvthaken des östlichen Libyens, von de» britischen Truppen geräumt ist.

Kz. Wie das Oberkommando der Wehrmacht am Donnerstag durch Sondermeldung bekanntgab, besetzten dre deutschen und italienischen Truppen Agedabia und erreich­ten Fueiina. Die lebhafte Kampfbewegung in Libyen bat in den letzten Märztagen mit der Einnahme von Ä g h e i l a begonnen. Die nächste (Etappe war das etwa 50 Kilometer nordöstlich von Agheila gelegene Marsa el Brega, das am Mittwoch eingenommen wurde. Agedabia liegt fast in der Mitte zwischen Marsa el Brega und Benghasie. Marsa el Brega ist 300, Agedabianurnochetwa!40Kilo- meter von Benghasi entfernt, der wichtigsten Stadt und dem größten öafen des östlichen Libyens, der sogenannten Eyrenaica. Agedabia ist eine Stadt, die etwa fünf gute Wegstunden von der Küste entfernt ist. An der Küste selbst hegt, ungefähr in gleicher Höhe mit Agedabia Zue11na. Die Bewegungen vollziehen sich also ungemein rasch: es werden ja auch fast nur motorisierte Truvven eingesetzt. Erfolge, die — ohne sie zu überschätzen — die Feststellung erlauben, baß die Offensive Waoells in Rordafrika ihr Ende erreicht bat. Was das be­deutet wird uns klar, wenn wir uns der Siegeshymnen er­innern, die die englische Presse auf Wavell, den ,,Napoleon der Wüste", sang. Aus der Einnahme von Agedabia und der rückläufigen Bewegung der englischen Truvven ergibt sich, das der große Winterplan Englands, der die Ausschaltung Italiens aus dem Kriege zum Ziel hatte, endgültig gescheitert ist. Neben der nordafrikanischen Offensive sollten das Vorgehen der-griechischen Truppen in Albanien, die Angriffe der britischen Flotte und die Zer­setzung der inneritalienischen Front zum Zusammenbruch unseres Bundesgenossen führen. In London hoffte man dann im Frühjahr die gesamten Kräfte des Empire gegen Deutsch­land konzentrieren zu können. Hoffnungen, die sich als Illusionen erwiesen haben. Auch hier rächt sich wieder einmal, baß die Engländer den Emigranten mehr Glauben schenkten, als den Worten Mussolinis. Jetzt müssen sie er­kennen. baß sie die moralische W i d e r st a n d s k r a f t des faschistischen Italiens unterschätzt haben. 1914 war es noch möglich, allein durch die Sperrung der Kohlen­zufuhr Rom gefügig zu machen. Die Zeiten sind vorbei und die „Botschaft an das italienische Volk", die Churchill nach den ersten Fortschritten Wavells durch den Äther funken lieh, wurde auch von dem einfachsten Italiener als persön­liche Beleidigung empfunden. Das militärische und propagandistische Vorgehen der Engländer führte nur dazu, daß Italien sich innerlich noch fester zufammenschloh in der Bereitschaft, jedes Unglück und jeden Rückschlag zu überwin­den und den Endsieg zu erzwingen. Die Kundgebungen, die bas italienische Volk gerabe in bieten Tagen, ba ber java­nische Außenminister in Rom weilte, seinem Duce entgegen­brachte, sinb ber beste Beweis bafür. baß Volk unb Führung eins sind in dem Willen, den Welttyrannen England zu vernichten.

Richt nur vrovagandistisch. sondern auch militärisch erwies sich der große britische Äktionsvlan für den Winter 1940/41 als eine Fehlfvekulation. Die konzentrierten Kräfte des (Empires reichten nicht aus. um den italienischen Widerstand zu brechen. Die Offensive Wavells beanspruchte gewaltige Truppenmassen und Material, vor allem wurden durch sie zahlreiche Schiffe der entscheidenden Verbindungs­linie zwischen Amerika und dem Mutterland entzogen. Die entstandenen Tonnage-Verluste sind nicht mehr zu ersetzen. Die taktischen Erfolge in Rordafrika dagegen bleiben nutzlos, da ne an einem strategisch unwichtigen Ort er­rungen wurden. Nicht Benghasi war das Ziel Englands, sondern Tripolis, nicht die Vernichtung der 10. italienischen Armee, sondern der gesamten faschistischen Wehrmacht. Da dies nicht erreicht werden konnte, blieb der ganze Plan er­gebnislos. Gewaltige Anstrengungen sind vertan, ohne daß dadurch die zu erwartende deutsche General- offensive gegen England gehemmt, oder auch nur be­einträchtigt wurde. (Es ist Churchill nicht gelungen, einen Einfluß auf die Kriegsgestaltung in (Europa zu gewinnen unb er vermochte es tn keinem Augenblick, bas Gesetz bes

militärischen Handelns in bet Eesamtknegführung an sich zu reißen.

An Metern negativen (Ergebnis änbern auch die briti­schen Erfolge in Ostafrika nichts. Dort kämpfen die Italiener ohne iebe Verbinbung mit bem Mutierlanb. Es gebt für sie nicht baium, einzelne Orte zu halten ober Lanb- striche zu behaupten, sonbern einzig batum. mit ben vor­handenen Truppen und dem begrenzten Material den Wider­stand möglichst lange burchzuhalten. Von diesem Gesichts­punkt aus müssen wir auch die im gestrigen italienischen Wehrmachtbericht bekanntgegebene Räumung von As­mara betrachten. Die tapfer kämpfenden italienischen Ein­heiten ziehen sich in bas Hochgebirge Abessiniens zurück, das dem Gegner die Entfaltung seiner motortfierten Kräfte nicht gestattet. Hier werden die Engländer auf einen erbitterten Widerstand stoben, den Re bereits in ber Schlacht um Keren zur Genüge tennengelernt haben. In zehn Tagen gebuchten Re bie bärtigen italienischen Linien zu burchbrechen. Es bauerte sechs Wochen bis Meies Ziel erreicht war. (Enttoeibenb ist. daß es den Briten trotz ihrer gewaltigen Übermacht noch nicht gelang, bie innere Kampf­kraft ber Italiener zu beeinträchtigen. Das geht aus ben geringen Eefangenenziffern hervor. Die Versuche, noch vor dem Beginn der Regenzeit, die Ende April einsetzt, bie Ent- scheibung zu erzwingen, haben wenig AusRcht auf Erfolg.

Durch bie Vinbung von 300000 Mann feindlicher Truvven, Engländer, Südafrikaner. Australier und Inder, hat ber Herzog von Aosta ben einzig möglichen und strategisch ins Gewicht fallenden Vorteil errungen.

Auch die britischen Lügen über bie italienischen Kriegsschiffoerluste vermögen über bas Mittelineer-Fiasko nicht hinwegzutäuschen. Sie Ritb vor allem, wie Agenzia Stefani erklärt, bazu bestimmt. Italien in ben Äugen ber Amerikaner herabzusetzen unb bas amerikanische Volk bavon zu überzeugen, baß Englanb bie italienische Kriegsmarine käst restlos Bombiert habe. Die weiteren Kamvfhanblungen werben bei Welt zeigen, baß bie italienische Marine ein Faktor ist mit bem bie (Englänber auch sürberhin zu rechnen haben. Hinzu kommen bie Luststreitkräfte bei Achsenmächte, bie jede Bewegung ber schweren englischen Einheiten im Mittelmeei zu einem Wagnis machen, übiig bleibt allein bie Feststellung, baß (Englanb in btesein Wintei ungeheuie Anstiengungen gemacht hat. um einen bei Achsenvaitnei niebeizuweifen, um alle Klüfte auf bie Abwehi bet beutschen Henetaloffensive konzentiieren zu können. Das Gegenteil ist eiieicht. Die Enetgien bes (Empiies sinb ge­hn n b e n. Die beutsche Wehrmacht bagegen ist im Besitz ber Initiative, ungeheurer Reserven unb wird England die Schlacht ba anbieten, wo sie bas Weltreich löblich treffen muß.

Englische Truppen tn Griechenland

150 000 bis 200 000 Mann an der griechisch-jugoslawischen Grenze aufmarschiert

Berlin, 3 April. Nach Meldungen des amerikanischen Senders Boston sind motoriRerte Streitkräfte und mehrere Jnsanterie-Dioifioneu der englischen Nil-Armee in Griechenland gelandet und von Saloniki bis zur griechisch - j u g of l a w i s ch e n Grenze vorgerückt. Die Stärke bet englischen Truppen in Mazedonien wird nach der gleichen Quelle auf 75 000 Mann beziffert.

Diese Angaben werde» durch die amerikanische Nach­richtenagentur United Preß dahin ergänzt, dah die an der griechisch-jugoslawischen Grenze aufmarschierte englische Armee im Laufe der letzten Wochen die Stärke von 15 0 0 0 0 bis 200 000 Mann erreicht habe.

Der USA.-Sender Wayne veröffentlicht eine Meldung aus diplomatischen Kreisen Athens, dah starke Kon­tingente australischer und neuseeländischer Truppen in Kairo als Ersatz für britische Dioifionen eingetroffen find. Die britische» Truppen, darunter eine Panzerdivision, find dieser

amerikanischen Meldung zufolge nach Saloniki und anderen „Schlüsselstellungen" Griechenlands abtransportiert worden.

Nach einer Mitteilung der „New Port Sunday Times" find Formationen schwerer englischer Panzer an der jugoslawischen Grenze aufgetaucht.

Generalmobilmachung tut Gange

Bukarest, 4. April. (Funkmelbung.) Die aus Jugo­slawien im rumänischen Banat eingetroffenen deutschen Flüchtlinge berichten übereinstimmenb, baß in Jugoslawien ber zivile Eisenbahnverkehr vollkommen eingestellt ist unb nur noch Militärzüge verkehren. Praktisch wirb bie Eeneralmobilmachung durchge- führt, wenn fie auch nicht verkünbet würbe.

Im Süden Jugoslawiens sollen griechische und englische Offiziere eingetrosfen sein und bei den militärischen Sorbe- reitungsmaßnahmen Mitwirken.

Deutsche Höfe und Siedlungen brennen

Borbereitungen zur Überschwemmung deutscher Dörfer in der Südwest-Batschka

Berlin, 4. Avril. (Funkmeldung.) Sn den Grenzbergen südlich vom Loibl-Pab wurden — wie der »Völkische Beobachter" aus Klagenfurt» meldet — auf sugoflawischer Seite in der Nacht zum 2. Avril im Save-Tal mehrere Volks­deutsche Siedlungen von serbischen Freischärlern nieder- gebrannt. Der Feuerschein der Brände ist weithin sicht­bar und konnte von der deutschen Grenze aus wahrgenom­men werden.

Auch aus dem ungarisch-jugoslawischen Erenzort Jllocska wird berichtet, daß auf jugoslawischem Gebiet der Brand z^e r st ö r t e r Gehöfte beobachtet werde» konnte. Da die Jugoslawen den dortige» Grenzstreifen militärisch vollkom­men beietzt habe», gelang es nur zwei Volksdeutschen, nach dem ungarischen Gebiet zu flüchten.

Volksdeutsche, die über die deutsche Grenze flohen, be­richten, daß der Donandamm bei Avatin an meh­reren Stellen mit Sprengladungen versehen wor­den ist. Da die Dona» zur Zeit Hochwasser trägt, ist die Ab­sicht der Jugoslawen offenstchtlich, die deutschen Dörfer der Südwest-Batschka zu überschwemmen.

In Konzenlationslager gesperrt

Rom, 3. Avril. Wie Stefani aus Bukarest meldet, ver­sichern Reisende, die in der vergangenen Nacht aus Belgrad eingetroffen sind, daß die jugoslawische Mobil­machung im Laufe des gestrigen Tages weiter fortge»

Witten fei. Auf Grund genauer Anweisungen der Zentral­behörden seien die Einberufungen nach völkifchen ß> e • sich t s öu n 11 e n auf geteilt worden. Die Deutsch- It a nt nt t g e n seien in ein Konzentrationslager gesverrt worden, die Ungarn habe man den Ärdeits- und Pionier- komvanlen zugeteilt, die in aller Eile längs der bulgarisch- rumanttchen Grenze Schützengräben und Luftschutz­raume ausheben. Über die Verwendung der jugoslawischen mungSfeiflntSt58bne(ann?aritoet Untl rumänischer Abstam-

40 über die rumänische Grenze geflüchtete deutsche Bauern sagten aus, auf lugoslawischer Seite aller Lebens- mutel beraubt worden zu sein, und daß man ihnen i m LalleeinerFluchtmitdemTodegedroht habe. 3« Mazedonien wurden Konzentrationslager für Deutsche eingerichtet. Nördlich der Drau ging man an Die Errichtung von Panzerhindernissen.

über 1000 Flüchtlinge in Rumänien

Sm Auffanglager Temeschburg find bis Mittwoch abend über 10 0 0 volksdeutsche Flüchtlinge ans Sugoilawien etngetroffen. Trotz der verschärften jugoslawi­schen Grenzsperre, durch die der Übertritt der Flüchtlinge sich immer schwieriger gestaltet, hält der Flüchtlingsstrom un­unterbrochen an.

Bewaffnung der Tschetnik

Wieder einmal ein „siegreicher" Rückzug

(Eigener Drabtbericht unserer Berliner Schriftleitung)

as. Berlin, 4. Avril. (Eigener Drabtbericht.) General Wavell ist zu einem sehr bemerkenswerten Eingeständnis gezwungen: die Engländer haben angeRdjts des entschlossenen Vorgehens der Italiener und der Deutschen, d. h. des deut­schen Äfrikakorvs, Benghasi geräumt. Um diese neue englische Niederlage richtig würdigen zu können, muß man noch einmal daran erinnern, wie die Engländer die Ein­nahme dieses Ortes, die am 6. Februar erfolgte, feierten. Damals hieß es. daß die Einnahme Benghafis eine groß­artige Leistung der britischen Truppe sei. eines der glänzendsten Kavitel der britischen Geschichte und daß ein außerordentlich wichtiger Stützpunkt in die Hände der Eng­länder gefallen sei. Ja, man sprach sogar von einem Wende­punkt des Krieges. Zugleich tröstete man die eng­lische Öffentlichkeit über die mancherlei Ernährungsschwierig- keiten, die durch die Schiffsverluste entstanden, mit dem Schlagwort, daß man entweder Butter oder Benghasi haben könne, daß aber jeder Engländer natürlich auf

die Butter verzichten und Benghasi vorziehen rverde. Jetzt nun haben bie Engländer weder Butter noch Benghasi. Gerade ber heutige OKW.-Bericht zeigt ja erneut daß unsere U-Boote und unsere Luftwaffe weiterhin an ber arbeit find unb daß englische Eeleitzüge auch i m N o r b a 11 a n t i l vor ben Zugriffen bei deutschen U-Boote nicht sicher find. Heute, ba man Benghasi räumen mußte, beschönigt man bieten Riickzua natürlich bamit. baß bietet Ort „von militätifchem Eesschtsvunkt unwichtig fei. ta. baß er nicht einmal als Hafen benutzt wurde unb man fuat hinzu, daß man bem Ferns beträchtliche Verluste iuge= rügt habe, eine Darstellung bie sich, wie sich aus den Mittei­lungen bes OKW.-Berichts ergibt, frei erfunden ist. Das aber .ist die alte englische Methode. Niederlagen als Siege hinzustellen, eine Methode, in der bie Engländer einige Er­fahrung, haben. Der britische Trivolis-Traurn ist endgültig gusgetiaumt. Ein neuer ..siegreicher Riickzua" der Briten hat begonnen.

... 3)te frei rot lli gen serbischen T s ch e t n i k -V er­fand e wurden — rote an der mgoslawischen Grenze be­kannt wird — überall mit Warfen und Munition Allein in der. Gemeinde Bottschar wurden 400 Gewehre und mehrere tausend Schuß Munition an Die Tetschnik ausgegeben die deutschen Mitglieder der Ortsvollzer dafür entwaffnet.

„Wir wollen in deutschem Blut baden"

Graz, 3. Avril. Eine Frau,, die auf der Flucht über die gMomen ist schilderte die Demonstrationen vor dem klerikalen Vereinshaus in Frrebau, bei denen der Primar- aM Dr. hrovat und. der Klerikale Skolibar Hetzreden hielten. Bei bem anschließenden Umzug würbe vor ben Säu­fern ber Deuttchen geritten: ,.E r s ch la gt b i e D e u t s ch e n. mi? ?oIIe-n »ns im Blute ber Deutschen hab en unb b l e H an b e waschen" Das Vorgehen gegen Kultur- ffnalHAeif Reichsdeutsche wirb planmäßig vom

Zu^-schen K^b in Pettau geleitet Der frühere Abgeordnete Petova,r. Eutsbentzer in Jvankovcen. bat öffentlich fol- genbes geäußert: „Wir gehen alle freiwillig, wenn es gegen

Deutschen gehl, benn wir sinb nur für Englanb und wer- denmttEnglanbgegenDeutschlanbkämvfen."