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Seite 6 Nr. 54

Wiesbadener Tagbiatt

Mittwoch, 5. Mär, 1941

Xus Gau und Provinz

x Koblenz, 5. einjähriges Kind

NS.-GemeinschaftKraft durch Freude"

eines im Felde stehenden wnuers oeuum Arbeitsleistung ein zehmahriges na ihres einjährigen Kindes. Als

Gewaltverbrecher Mager viermal zum Tode verurtellt Rasche Sühne kür vier Mordversuche.

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Verstockt bis ans Ende.

In der Verhandlung vor dem Sondergericht bezeichnete ein Sachverständiger Mager als aufgeweckten Jungen mit seltener Aktivität. Er besitzt gewisse Anlagemangel^ au^bem Gebiet des Eemütslebt Taten ist er voll verantwortlich.

et schafft neue

bann bet Redner feine (Erinnerungi ,

bcn er nach Ausbruch bet unheilbaren Krankheit wiederholt sah. Auch Nietzsches Mutter hat eine schwere Leibenskrone getragen Lebhafter Beifall bezeugte bem Redner, wie stark bet Eindruck wat, den seine vielseitig anregenden Ausführungen bei den Zu­hörern erzielt hatte.

kehrte ein -.....

ger nicht zurück. (Ein lies besten Nähe er sich unuorf.-..BK unb ritz ben Neugierigen in Stucke. Wahrend sein Schwager lebensgefährliche Verletzungen davontrug. mutbe Die Statt schwer verletzt. Dieser Tote und bte beiden Schwerverletzten wären nicht zu beklagen gewesen, wenn.man umsichtiger ge­handelt und die Polizeibehörden benachrichtigt batte, die um die Beseitigung von Svrengkörvern sofort bemüht stnd.

Perl (Mosel), 5. März. Von einem Spaziergang in hiesiger Anstreichermeliter samt Frau und Schwa- bt zuruck. (Ein liegengebliebener Svrengkorver, tn stichtigerweise begab.. explodierte

Stunden schlief. Dann siahl er am Bahnhof ein Fahrrad, des er in dem Vorort Nied für 8 RM. verkaufte. 4lit dtt Babu kubr er daun nach Wiesbaden zu seiner Taute, tn tat« Wohnung er verhaftet wurde. Bei seiner Festnahme gab er fünf Schüste auf bte Beamten ab und warf infolge Ladehemmung die Waffen fort, nachdem "keM einenSchub in den Oberrschenkel bekommen batte. Einer seiner Saune traf in den Lauf des Revolvers eines.Beamten, durch einen anderen Schub wurde ein Beamter leicht verletzt.

-- Darmstadt, 5. März. Dor bem Sonbergericht hatten sich bet AiShrige Karl Huhn wegen rSuberischer Erpressung, Amts, amnahung, Betrugs, einfacher unb schwerer UrkunbenfSlsLung unb unbefugten Tragens bes Parteiabzeichens unb bet tn ben 40er Jahren stehende Pius Stürmer aus Frankfurt - M. zu ver- antworten. Huhn hatte u. a. bei einer Judin versucht. Selb zu erschwinbeln. Einem Arzt hatte et Schinken unb Speck ver- sprachen, bas ffielb genommen, aber nichts geliefert Einem Mädchen gegenüber legte er sich einen falschen Namen zn, spiegelte ihm alles Mögliche vor, fuhr mit ihm nach Frankfiut unb wollte es dort für seine Absichten ausnutzen. Im Obenwalb gab er sich als Kriminalbeamter aus, erschien mit bem Parteiabzeichen, um bei Einwohnern in Unter-Mossau einProtokoll wegen Abhorens ausländischer Senber aufzunehmen unb (Selb zu erpressen. Das Gericht verurteilte ben trotz feinet Jugend völlig verlogenen und verkommenen Gewohnheitsverbrecher zu zwölf Jahren Zuchthaus unb fünf Jahren Ehrverlust bei gleichzeitiger Sicherungsver- Wahrung. Der Mitangeklagte Stürmer, bet ben Huhn bei Straf­taten an 3uben unterstützte, erhielt ein Jahr btei Monate Gefängnis.

= Heesfeld, 5. März. Den ganzen Hühnerbeftanb eingebsitzt hat anscheinend durch einen gemeinen Racheakt ein Gastwirt tm Kreisort Sorga. Als man morgens das Fiebervieh aus bem Stall lasten wollte, lag bet größte Teil bet 21 Hühner tot ba Sie wiesen keinerlei Bitzwunben ober Würgemale auf, machten dagegen ben Einbruch als seien sie mit einem Knüppel einfach totgefchlagen. Die polizeilichen Ermittlungen sinb im Gange.

Sinqabend der Wandergruppen .

Jeden Freitag pünktlich 20.30 fthüöer GaststätteOranienburg . Albrechtstratze, Ecke Oranienstrahe.

Rinqnnete 11 Ib und Va

5 Mär». In Senheim a. d. Mosel kam ein es Kind' aus tragische Weile zu Tode, Die Frau Felde stehenden Winzers beauftragte wahrend wich­tiger Arbeitsleistung ein zehnjähriges Mädchen mit her Wartung ihres einjährigen Kindes. Als das Mädchen e ne Trevve herabfuhr, stürzte der Wagen, um und das Kleine erlitt eine schwere Schädelverletzung, die zum Tode führte.

X Limburg. 5. März. Ein hiesiger 49jähriger Mann, bet abends von Diez nach Limburg ging unb dabei ben SBeg ab kürzen wollte, benutzte verbotenerweise den BahnkStper wistlich bes Bahnhofs Limburg. Dabei würbe er von einem W« ersaht unb ihm eine Hand unb ein Sein abgefahren. Der Mann war sofort tot.

X Montabaur, 5. März, Landwirt Adam Müll e t bet älteste Einwohner ber Stadt Montabaur, feierte [einen 90. Geburtstag.

Pater hab ich die Statur u[m. Frau Aja und die Mutter des Freiherrn vom Stein waren zu ihren Zeiten die bedeutendsten Frauen und haben auf ihre Söhne durch Ahnenerbe unb geistige Einwirkung gestaltend gewirkt. An einer Reihe von Beispielen in bet ber Rebner seine autzerorbentliche Belesenheit und Kennt­nis der einschlägigen Literatur bekundete, wies er nach, wie ge­nialen Dichtern mütterliches Erbgut den ewigen Lorbeer flocht, wie dagegen Musiker unb Maler auf eine geniale o ä t e rl i $ e Ahnenreihe zurückblicken (Tizian, Holbein, Strauß, Bach). Im ge­nialen Menschen scheint sich bte Lebenskraft einer. Sippe in po. tendierter Form zu gestalten unb auch zugleich ZU erschöpfen. Daher bie eigenartige Erscheinung, batz bie Geschwister bet Genialen (bet Stuber Bismarcks, Goethes Schwester Cornelia) entoebet butfr aus mittelmäßige Menschen ober sogar pathologisch sind. Die Na­tur hat ben genialen Menschen mit aerabezu mythischer Schöpfer­kraft ausgestattet, aber für ben Ruhm durch Jahrtausende muh er Opfer an menschlichem Glück bringen. Ein tiefer Sinn lag m der Darstellung Homers mit erloschenem Augenlicht, blind weil ihm die innere allumfassende Schau verliehen war. Verzichten muhten unb müssen viele Genialen auf bas Glück der Familie, unb so erklärt es sich, daß ihr Geschlecht oft mit ihnen erlischt. Das Los ber Mutter des genialen Menschen ist in ben meisten Fallen ein Martyrium. Der Wirkungskreis bet Mutter ist Dtbnung unb Tradition, ber geniale Sohn kennt keines von beiden, lonbern ' stöbe. In geradezu ergreifender Weife schilderte ien an F t i e d r i ch N i e tz f ch e, Krankheit wiederholt sah.

Wirtschaftsteil

Reichsmesse Leipzig

ReiLtzvrgamsatiousleiter Dr. Lev zu Besuch

Reichsorsanisationsleitsr Dr.. Lev traf am Dieustzig zum Besuch ber ..Reichsmesse Leipzig tm Frubiahr 1941 em.. (Er sprach im Rahmen bes von Oberbürgermeister Miniftervrasi- bent a. D F r e y b e r g für die zur Mess« in Lewzig weilen, ben in- und ausländischen Pressevertreter gegebenen Emvmn- ges im Ratbaus zu ben ausländischen Tasten. Dr Lev kenn- zeichnet« Sinn unb Ziel ber Heimchen «o«alvolitik uizd umrih nt feinen Darlegunaen das Wesen unb den jluTbau ber deutschen Gemeinschaft. Oberbmgerrneliter Frenbepg lmnkte dem Reichsorganifationsleiter der NSDAP, für letne. Rede, die auf Me ausländischen Journalisten einen '^k^ Eindruck gemacht habe und bat Dr. Lev, sein tätiges Interesse auch fernerhin der Reichsmesieftadt Leipzig zu erhalten.

Der rumänische Wirtschaktsminister in Leipzig

Der Königlich Rumänische Wiitschaftsminister Eeneral V o t o v e a n u. bei aus Anlatz.der Beteiligung Rumäniens an bei Reichsmessestadt mit einer ^??ekt,vausftellung tn Leipzig weilt, sprach sich auheisi beniedigt uber ble Melle uL über feinen Aufenthalt in der Reichsmessestabt aus. & fei nickt bas erstemal. das Rumänien in Leiozia ausstelle. Bereits im 17. Jahrhundert habe ein regel Warenaustausch beider Länder ftattgefunben und damals schon fei Rumänien mit Pelzen und landwirtschaftlichen Artikeln unter grvtzen Schwierigkeiten nach Leipzig gekommen, um im Austausch Leber. Stoffe und handwerkliche Arbeiten zu gewinnen. Di«

L°L,Ä dustriellen Erzeugnisse bes Laibes zeige.

baut und vergrosert werben. Namentlich sollen die ^.ttaeret und die Lanbesvrodukte noch stärker betont^ und bie Keramik neu in bie Ausstellung ausgenommen werden.

5 % Schatzanweisungen des Bezitksverdanbes des Regierungs­bezirks Wiesbaden vom Iahte 1933. Für bieiemgen Stucke dieser Schatzanweisungen, für bie 1936 von ben Inhabern bte Umschul- bung rechtswirksam abgelehnt morben ist, werben Kapital zu­züglich Zinsen vom 1. 11. 1935 bis 30. 3. 1941 am 30. Marz 1941 Mig. Die Einlösung erfolgt für je IM RM Nennwert 124,58 RM, wenn ber Zinsschein Nr. 6 mit zurückgegeben wirb, 121,53 RM ohne Zinsschein Rr. 6. Die Einlösung erfolgt ab 10. 3. 1941 durch bie Nassauische Landesbank, Wiesbaden.

Spiegel der Wirtschaft. Die Februar-Zuteilung ber D e u t schen Bausparkasse (DBS.), e. G. tn. b. H., tn Darmstadt, ergab aus eigenen Mitteln für zweitstellige Hypotheken wertere 1249 000 RM auf 192 Bausparkonten. Die D o l k s f üt f o r g e Lebensversicherungs-Aktiengesellschaft bet DAF. zahlte End« 1940 7,2 Millionen Versicherte. Der Reinzuwachs betrug 1940 runb 306 Mill RM gegen 303 Mill. RM in 1939 unb Mill. RM tm letzten Friebensjahr. Der Hamburger Versicherungsbestand erreicht runb 2,2 Mrd. RM. bie Iahresbeitragseinnahme hat 110 Mill. RM überschritten, bas Vermögen ist auf 592 Mill. RM (1939 : 498) gestiegen. Die Tochtergesellschaften entwickeln sich gleich günstig. Di- Gruppe Volksfursotge verzeichnet einen Änitagszuggng von 453 Mill RM, eine Beitragseinnahme von über 124 Mill. RM, eine um 14,3 % gestiegene Versichertenzahl mit 7L Millionen unb Bat Enbe 1940 einen Bestand von 2,49 Mtb. RM erreicht unb inzwischen bie 2)4-Milliarb-n-RM-«renze überschritten.

Berliner Börse vom 5. März. Die Kursgestaltung war bei ber Eröffnung ber Börse nicht einheitliche bie Gewinne über­wogen eboch namentlich in ihrem Umfang bte Kurseinbußen.

iens und ist gefühlsarm. Für seine ..e t _______ntwortlich. Als der Sachverständige

Mager am Vortage der Verhandlung untersuchen wollt«, äuherte der Angeklagte: ..Der Kopf geht auch ab ohne Unter, suchung! In der Urteilsbegründung wurde betont, das der Angeklagte keine Reue zeige unb mit voller Überlegung ge­handelt habe. Er fei der Typ des Eew altver­brech e r s. Der Angeklagte nahm das Urteil tn voll­kommener Ruhe bin.

Durch schwach« Haltung fielen lediglich Brauereiaktien auf, während andererseits Elektro- und Berforgungsroerte und einzeln» Epezialpapiere etwas mehr Interesse fanden. Deutsche Atlanten stiegen um 3%. Reichsaltbesttzanleihe fliegen auf 158,90.

Frankfurter Börse vorn 5. März. Bei großer Geschäftsruhe wurde die Tendenz wieder still. Don Aktien zogen Holzmann und Licht unb Kraft 2% an, dagegen waren nach Pause Eßltnger Maschinen 2% % schwächer. Von Renten sind 3*4 %iße Reichs­schätze jetzt ausverkauft, man erwartet die Auflegung einer neuen Serie. Steuergutscheine I 106 nach 106«. 3m Freiverkehr wurden Katz u. Klump 2%% fester genannt. Am Kassamarkt gewannen Ada-Ada 2 %. Tagesgeld V/t %.

Kotierungen vom 4. März. Berlin: Farben 202%, Bet. einigte Stahl 151%, Reichsaltbesitz 158%, Eemeindeumschuldung 101,30, 4% Reichsbahnanleihe von 1940 101; Franks u r t: VDM. 239%, Scheideanstalt 300, JE. Farben 202%, Demag 207, Zellstoff Aschaffenburg 161, RWE. 155, Deutsche Linoleum 180%, Westdeutsche Kaufhof 143%, Reichsbankanteile 132%, Braubank 177, Eifenbahnrentenbank 103%. Am Rentenmarkt: Reichsaltbesitz bis 159, Eteuergutfcheine I 106%. 3m Fteioerkehr: Elf. Bad. Wolle 142-143, Bad Salzschlirf 73.

Sport und Spiel

Erfolgreiche Zürnet

Der Turnetbunb Wiesbaden hat am vergangenen Sonntag in Worms an den dort durchgeführten Bereichsgerate- Wettlämpfen erfolgreich teilgenommen. Alle dorthin entsandten Turner kehrten als Sieger beim. 3m Achtkampf der Mittelstufe wurden: Adolf Bund fünfter, Paul Völker sechster unb Karl Gunbalach neunter. 3m Siebenkampf: Sanrgang 18961900: Karl Härtst dritter. 3m Sechskampf: Jahrgang 1891-1895: Peter Ackerknecht sechster. Im Fünfkampf: Jahrgang 1883 bis 1890: Wilh. Dittmann sechster.

Sie Jahreshauptversammlung der T u r n - gemeinde S ch i e r fl e i n, die am vergangenen Sonntag statt- fand, brachte den Bericht des Vereinsführers Lohn über das verflossene Vereinsjahr, aus dem zu ersehen war, daß trotz ber Kriegszeit in ber Turngemeinde ein gesundes turnerisches Leben herrscht unb bah auch bie wirtschaftliche Lage befriebigenb ist. Da ber seitherige Dereinsfiihrer K. Lohn, ber bie Turngemeinbe seit 1935 leitete, sein Amt zur Verfügung stellte, schlug die Versamm­lung den Turner W. B a ck einstimmig als neuen Veremsfuhrer vor. Turner Back erklärte sich bereit, die Führung des Vereins zu übernehmen. Für 60jährige treue Mitgliedschaft konnte das Ehrenmitglied Hch. Link durch Überreichung einer Heinen ffiabe bedacht werden. Für 50jährige Mitgliedschaft konnten die Turner Eg Steinheimer und Hch. Weilbach geehrt werden. Sie wurden durch Überreichung der Urkunde zu Ehrenmitgliedern er­nannt. Ferner wurden geehrt: Für 40jährige Mitgliedschaft: Karl Andree , Joh. Embs, Wilh. Lehr, Oswald Schreiner, Karl Stroh und Wilh. Thiele. Für 25jährige Mitgliedschaft: Adolf Ambrosius, Alfred Kaiser, Jean Rosiel unb Karl Weber Der ver. ftorbenen Mitglieder Julius Wehnert, Wilhelm Helfttch, Abolf Schröder unb Wilhelm Schleim.

Deutsche Tischtennis-Mei st er würben in Bresben Trude Pritzi (Wien) im Frauen-Einzel, Rank (Berlin) im Männer-Einzel, Pritzi/Grahl (Wien) im Frauen-, Kaspar Wunsch (Wien) im Männer- und PritziWunsch (Wien) im Gemischten Doppel.

Musik- und Vortragsabende

* Bon den Genialen, ihren Müttern und Nachkommen, über dieses fesselnde Thema fprach in der N a s s a u i s ch e n Familiengeschichtlichen Bereinigung W i es - haben am Dienstagabend Pfarrer Fink vor einer zahlreichen Zuhörerschaft.Warum die Intelligenten und Gelehrten fo fru^ aussterben" suchte ber Ingolstadter Professor Freiherr von Jckitabt vor etwa 170 Jahren in seinem letzten (von 33) Werke zu klaren, denn er selbst war auch kinderlos unb glaubte durch Adoption wenigstens den Namen vor bem Erlöschen zu bewahren. Das schlug ihm zwar auch fehl, benn die Familie des Adoptivsohnes erwies sich nicht als lebensfähig, aber beachtenswert waren bte Erklärungen, die er für bas Aussterben so vieler Gelehrten­familien gab. Die Stabt ifl bas Stab ber Sippe; bteje Erkenntnis setzt sich auch heute in ber Sippenforschung immer mehr burch. Die wenigsten Bewohner ber Stadt werden ihren ältesten Ahn in diesem Steinmeer nachweisen können, sondern bet ben meisten wurzeln schon die Großeltern im Bauerndorf, das auch heute noch bas Kräftereservoir lebensstarker Familien ist. wie ber Rebner an kleinen Statistiken aus bem Eppsteiner Kirchenbuch nachweisen konnte. Was aber für bie Intelligenz mit einer starken Einschränkung gilt, trifft im Hinblick auf bte Lebensfähigkeit der Genialen unb beren Sippe nach unseren Beobachtungen fast restlos zu. Das Genieproblem stellt sich dar als eine geistige^ Hochleistung unmittelbarer schöpferischer Kraft. Dabei ist bie Wissenschaft ein­mütig ber Auffassung, daß bie körperlichen unb mehr handwerk­lichen Eigenschaften vom Vater, bie geistigen Anlagen von ber Mutter unb beren Ahnreihe vererbt werben, was schon Goethe in überzeugenber Weis« in feinen Ahnenversen barlegte:Vom

= Frankfurt <u M» S März. Das S-vder- gericht Frankfurt verurteilt« am Dienstag den ISiäbrigen Lothar Mager aus Heidelberg als Gewaltverbrecher wegen Mordoerfuchs tn inet Fäll«», davon tn drei Fallest tn Tateinheit mit Verbrechen gegen ß 1 des Gesetzes zur Gewähr­leistung des Rechtsfriedens, in ernem ^all auch als Bolksschädling und in einem Fall des versuchten schweren Raubes viermal rum Tode und dauerndem Ehrverlust.

Der Angeklagte hatte die Verbrechen in der vergangenen Woche, wie gemeldet, tn Heidelberg, Frankfurt unb t es - baden begangen. Die Arbeit der Strasverfolgungsbe- hörden wurde von allen tn Betracht kommenden Stellen weitgehend unterstützt. Daher konnte schon siechsten Tage nach der Ergreifung des Verbrechers seine Aburtei­lung durch das Sondergericht erfolgen.

Auf der schiefen Ebene.

Mager ist ein schmächtiger, blasser Bursche . dei: stotiche Gleichgültigkeit zur Schau tragt und ohne eine Gefühls­regung zu offenbaren ruhig und gelassen den Sergang der Singe schildert. Er hat eine gute Schulbildung genossen, wuchs aber, als sein Vater vor mehreren Jabren ttarb. der gutmütigen Mutter über den Kopf. SAteblich lieben die Peiftunaen in der Schule nach, der Untern®! wurde ge schwänzt und Mager wegen Unregelmähigketten vom Schul- besuch ausgeschlossen. Der Bursche geltet dann tn fcöleajte Gesellschaft, bestahl die Mutter und Verwandte.

Bei feiner Verhaftung batte Mager v t e r P t st o l e n und etwa 300 Schutz Muntttou, neben einem f4arf3efÄhffe- nen Dolch im Besitz. Als er kürzlich eine Reise nach Wien ausführte, nahm er drei Revolver mit. Dort wurde er unter dem Verdacht des Fabrraddiebstahls verhaftet. .Er log das Jugendgericht in icken an, dab er nur Hehler sei und wurde zu 10 Tagen Arrest verurteilt. Nach.Wten batte er sich be­geben. weil er in Heidelberg wegen einer Straftatangezeigt ÖnL Ts. Ä

Für einen Teil der Strafe bekam er Bewabrungsfrist. Das Gericht bezeichnete ibn als einen durch und durch unehr- lkchen skrupellosen Menschen, bei dem Geld- und Eenutzgier die Triebfedern gewesen seien.. Als " Ende No­vember aus der Haft entlassen wurde, geriet er abermals tn leichtsinnige Gesellschaft, machte in Bars Zechen von 20 bis

Geschäft daß ihm etwa 1000 RM. eintrug! Mager las aus­schließlich Schundliteratur und äußerte gelegentlich, dab er zu der Waffe greife, wenn er angegriffen werde.

Der Gewaltverbrecher.

Am 25. Februar d. I. wurde Maser vom Gericht in Heidelb-rg mitgeteilt, daß die Bewährungsfrist widerrufen unb er in H^ft genommen sei. Ein 64jäbrige.r Justtzober- wachtmeister nahm den Angeklagten fest. $etm ®e^atne «Serirfitsocbdubcs f Ä i c 61 Mager octn B e am x c n in5bie Schläfe. Die Kugel durchschlug den Kopf: es wurden beide Jochbogen zertrümmert. Glücklicherweise besteht für fuhr mit 10 RM in der Tasche nach Frankfurt. Hier vertibte er alsbald den R aub mor dv er su ch an dem Juwelier Pfaff in der Biebergasse. Mager gab swelSchufseab. von benen der eine den Juwelier tn dte Imke Schulter rrar. Maaer flüchtete auf die Hilferufe bes überfallenen und be- sab^sich in eine Wirtschaft im Westend. Dort fiel er einem Polizeibeamten wegen feines unruhigen Wesens auf. Der Beamte nahm ihn mit zu dem nahegelegenen Polizeirevier In der Dunkelheit zog Mager den Revolver und f 6 o 6 zweimal auf den Beamten, den er leicht verletzte. Der Ver-

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