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Wiesbadener Tagblatt

Nr. 50

89. Iahrgs ng

Freitag, 28. Februar 1941

Der Geleitzug-Tod im Atlantik

Fernkampfflugzeuge versenkten neun britische Schisse mit 58000 BRT

Nämlich eine

ien.

>o berichten schwe-

sills an dem eigenen Volk und iahen, dem strafenden Arm der

Gekaufte Subjekte arbeiten für Churchill

erkehr Wischen Großbritannien und den USA. i.Bekanntlich", so fügt der Nachrichtendienst bin-u.

Weitere Frachter schwer beschädigt

Berlin, 27. Febr. Das OKW. gibt bekannt: Deutsche Fernkampfflugzeuge griffen am 26. Februar 50 0 Kilo­meter westlich Irland einen gesicherten britischen Ge- leitzug an. Sie versenkten durch schneidig geführten Angriff nenn Schiffe mit insgesamt 58 000 BRT.. außer­dem wurden drei Schiffe so schwer beschädigt, daß mit ihrem Lerlnft zu rechnen ist. Bier weitere Schiffe erhielten schwere Treffer.

Stockholm, 27. Febr.Nya Dagligt eine sensationelle Uniied-Preß-Meldung danach aqh der amerikanische national, bekannt, daß we, erhobenen Snfii

Sepigspreife; Für 2 ®od)en 94 Stof., füt einen Monm «RTL 2. etnfd>Hekhd> Tmaiobn Durch Bi. Poi. b^en RM 43S Wügtid) 36 W^mmnSn io s8rf

Die Behmderung der Lieferung rechllerngi keinen Anspruch amRü-i^diung de» Bezugspreis

Fünf Clipper-Flugzeuge für England

Die Blutokraten-S-uotlin« bereiten ihre Flucht vor

sich in der Gefolgschaft Churchills an ganz (Europa verkündigt babei Eerechlrgkeu zu entzieh«!._______

Der Großangriff auf Malta

Eine der bedeutendsten Aktionen in diesem Raum.

Rom, 28. Febr. (Funkmeldung.) Der im italienischen Wctirmachtbericht vom Donnerstag gemeldete M assen - augriff der deutschen Bomberverbände gegen die Flug» viä,e oon Malta wird vom SoböerdrelchterstaUee der ^Ageucia Stefani** al» eine der bedeutendsten bisher in diesem Sektor duächgeiührten Aktionen bezeichnet. Rach einer durch 6* ungünstigen Witteruugsverhältnisie bedingten geringen Tätigkeit der letzten Tage wurde der Angriff aus Malta durchgesührt. Bei dem am Mittwoch- nachmrttag erfolgten Großangriff seien eine große An­zahl Bomben von den deutschen Fliegern auf ver­schiedene Ziele abgeworfen worden. Aber trotz außerordent­lich deftiger Bodenabwehr hätten die, von deutschen und italienischen Jagdfliegern begleiteten, deutschen Bombe ihren Auftrag voll und ganz erfüllt. Die feindlichen Jäger haben sich zum Kampf gestellt und in kürzester Zeit seien vier Surrrcane von den deutschen und zwei weitere englische Jäger von den italienischen Jägern abgelchosken worden. Die deutschen Bomberformationen hätten darauf, wiederum bealeitei von deutschen und italienischen Jagd- maschinen, den Rückklug zu ihren Stützpunkten angetreten.

Allehanda" bringt j aus Washington.: der amerikanische" nationale Verteidigungsrat bekannt, daß wegen der gegen eine Anzahl seiner Mitglieder erhobenen Anklage eine große Untersuchung eingeleitet werde. Die angeschuldigten Mitglieder des amerikanischen Verteidigungsrates werden bezichtigt, von bei britischen Einkaufskommission in den . Vereinigten Staaten hohe Geldsummen zu beziehen. So wurde behauptet, daß sie auf den Lohnkonten der britischen Einkaufskommission mit Monatslöhnen von 2000 Dollar aufgefuhrt seren.

Intrigen der Roosevelt-Diplomatie

Sonder-Gesandte des USA.-Präsidenten betreiben die Gefchäste England».

denn auch ganz andere Pläne zu verfolge ülttion gegen bie Sieutralen. S dische Korrespondenten aus der englischen Hauptstadt, man lege sich dort die Frage vor, ob es nicht zweckmäßig sei, wenn Churchill im Unterhaus eine Erklärung abgebe, daß Eng­lands Sympathie für diejenigen Länder groß sei,die sich einem deutschen Angriff widersetze n.News Chronicle" macht bas besonders deutlich, wenn er meint, eine solche Erklärung soll in be­stimmten Ländern gewisse Gefühle" auslösen. Churchill plant also.offenbar, sich wieder einmal an die noch vorhandenen wenigen Neutralen zu wenden, um sie doch noch für die englische Sache einzuspannen. Auch das kennzeichnet die große Verlegenheit, in der sich England besindet. Es dürfte aber heute wohl nur noch sehr wenige Kreise geben, die englischen Versprechungen und Zusicherungen er­liegen.Immer stärker wird", so stellt hierzu gerade in ihrem neuesten Heft die dem Auswärtigen Amt nahestehende ZeitschriftBerlin Rom Tokio" fest,das Bewußtsein der Unwandelbarkeit des deutsch-italie­nischen Endsieges in der Welt, der sich in scharfen Konturen vom Hintergrund der englischen Jllufionsmache

Amsterdam. 28. Febr. (Funkmeldung.) Wie der Londoner Nachrichtendienst mitteilt. Und heute britische Piloten in New Bork eingetroffen, um fünf Clivver-Flug- boot« nach England zu fliegen. Diese Flugboote sollen, wie gemeldet wird, dem ,.k ü n f tj g e n ,t i a n s a 11 a n 11 schen üIugDL-Z.' , 7-

dienen.Bekanntlich". Io fugt ... - ----------------

hätte der Luftfahrtminifter Sinclair vor kurzem tm Parlament bie Einrichtung eines solchen Flugdienstes ver-

svrochen."

Noch deutlicher als selbst gelegentliche Eingeständnisse verrät diese Meldung, wie die Londoner Kriegsverbrecher ihre Lage beurteilen. Der kluge Mann bautoot Lord Sinclair hat dem Drängen der Katastrcwhenpolitiker ein ge- neigtes Ohr geschenkt und versucht, ihnen die Möglichkeit zu geben, wenn das selbst beraufbesckworene Unglück eines Tages über London bereinbricht. schnellstens über den großen Teich zu verschwinden.

Fraglich bleibt., ob fünf Flugzeuge ausreichen, all«, bie

as. Der neue, große Schlag deutscher Fern­bomber im Atlantik westlich Irlands, dem ein englischer Geleitzug zum Opfer fiel, zeigt den Engländern wiederum, daß sie einem für sie katastrophalen Frühling ent­gegengehen. Auf allen Gebieten des Krieges sind die Ein­heiten unserer Luftwaffe, Jäger, Bomber und Stulas, ge­meinsam mit den Seeftreitlräften in unerhörtem A n - grifssgeift tätig und zeigen den Engländern, was ihrer harrt, wenn sich dieser deutsche Einsatz noch verstärkt. Um so fataler für bie Briten ist es, daß bie amerikanische Bundesschiffahrtbehörbe erklärte, sie könne den Engländern keine weiteren Handelsschiffe abtreten. Für die nächsten neun Monate wurden' vielmehr alle amerika­nischen Dampfer für die Versorgung der USA. benötigt. Ja, die Amerikaner gebrauchen, um ihren für ihr 'JiüjtuitgsorOflianun gewachsenen eigenen Bedaif zu Wem? sogar darüber hinaus noch 80 Dampser ztrZe" 10 0'00' BRT. Unter solchen Umständen hält es der frühere bri­tische Minister für die Koordination der Verteidigung, Admiral Lord C h a t f i e I b, für gut, seine frühere War­nung vor beträchtlichen englischen Tonnageverlusten ein- bringlich zu wiederholen. Chatfield erklärte seinen Zu­hörern, dag man mit einem beträchtlichen Ansteigen der Ver­luste rechnen||e. Diese Verluste würden sogar wahrschein­lich alarmierend wirken, aber gerade deshalb müsse bas britische Publikumsein Vertrauen in die Flotte behalten". Warum es der britischen Flotte weiter vertrauen soll, vermag der Lord allerdings nicht zu sagen.

Ein recht seltsames Mittel, um trotz allem England den Sieg zu sichern, schlug der Konservative Davidson vor. Er erklärte nämlich, die Bewohner des britischen Empire sollten dadurch zum Siege beitragen, daß sie zur gleichen Stunde ihre Gedanken aus einen bestimmten Punkt konzentrierten. Für diese Methode batte allerdings die Londoner Regierung nichts übrig, sie ließ den Vorschlag der politischen Ge­sundbeterei fallen mit der Begründung, daß es um 21 Uhr Londoner Zeit 6 Uhr in Australien und Mitterna'cht in Indien sei. 3n britischen Regierungskreisen scheint man

abhebt. Es ist nur verständlich, daß unter diesen Umständen die Bereitschaft zur Mitwirkung an der Neuregelung der europäischen und außereuropäischen Probleme und an der Neuordnung in diesen Räumen immer größer wird. So kann der Südosten heute im allgemeinen als ein mehr oder weniger geschloßener Anhänger der Politik der Neuordnung betrachtet werden. Auch andere Länder werden in zunehmendem Maße von der Tatsache überzeugt werden, daß die in vergangener Zeit mit England geknüpf­ten Haltetaue für eine Allianz-Politik längst gekappt sind, und daß die Interessen dieser Völker bester geführt sind, wenn ihre Staatsmänner den neu geschaffenen, realen Gegeben­heiten in Europa Rechnung tragen, anstatt durch die Ereig- niste längst überholter Konzeptionen oder Kombinationen nachzutrauern. Die Macht der in dem Dreierpakt verbün­deten Mächte Deutschland, Italien und Japan und der ihnen angeschlostenen Staaten und die Vernunft ihrer kühl ab­wägenden Politik kann und wird auch weiterhin in zu­nehmendem Maße diejenigen zur Einsicht bringen, bie aus Angst ober Unverständnis glaubten, ihre Sympathie Eng­land schenken zu müssen."

Kennzeichnend für die USA.-Diplomatie ist auch der öaü Leahy. Nach dem Zusammenbruch Frankreichs über» legre sich Roosevelt sehr lange, ob er die Regierung in Vichy anerkennen solle. Er entschied sich füt eine Z wische n- lo ) u n g und schickte seinen Vertrauten, Admiral Leahy. als oonbergeianbten nach dem unbesetzten Frankreich. Der Admiral, der ein persönlicher Bekannter des Mai) ch aHs P 61ain: ist, entfaltet eine bemerkens­werte Aktivität und es vergeht kein Tag, an dem et ntw einem ober mehreren. Ministern seine Aufwartung macht. Ber^Petain' geht er ein unb aus. Es gibt zweifellos lebt viele (tragen, bie Frankreich mit dem Botschafter Ameri­kas zu regeln bat. In erster Linie ist die Versorgung Plt»^°re2t51?,iU?In «in Problem, zu dessen Lösung die USA. sehr viel beitragen konnten. Jenseits des Ozeans lagern rieiige Vorräte, während das unbesetzte Frankreich hungert. Waihington verschanzt sich jedoch hinter die Ab­lage Londons, das seine Blockadeaus Gründen der allge­meinen Kriegführung" nicht lockern könne. England ist heute völlig abhängig von Amerika und es würde Roosevelt be­stimmt nicht schwer fallen, die Einfuhrerlaubnis durchzu­letzen. Aber darum geht es ihm ja gar nicht. Die Nächsten­liebe und die Humanität sind nur Aushängeschilder, hin­ter denen sich die gegen Deutschland gerichteten Vernich- tungckabsichten zu tarnen suchen. Auch die Beschlag- nahme französischer Schiffe. die demobilisierte iranzosische Soldaten unb Lebensmittel an Bord hatten, sind für Woihmgton kein Grund zu einem Verrnitt- lungsfdjritt. Leahy hat lediglich den Auftrag die voll tische Reaktion m Frankreich zu stärken unb ar1 ci -u *«? 0 lmß England doch noch liegen könne, neuen Zf'trieb.zu geben. Die französische Presse des besetzten Gebietes spricht das ganz often aus und erklärt, Leahy be­absichtige dre.deutsch-französische Zusammen- arbeit zu hintertreiben.

Stuf dem Balkan arbeitet Major Donovan in gleicher ?liisslon. 2n Belgrad besuchte er den Prinzregenten Paul, m eofta batte er eine Aussprache mit König Boris, in A n k a r a traf er den turfneben Staatspräsidenten nicht an. verhandelte aber bqntr mit dem Ministerpräsidenten. Auf seinem weiteren Reiseprogramm stehen Kairo, Madrid und tz.ikla.bon Budapest und Bukarest hat der Sonder- Gefandte nicht besucht. Schon daraus läßt sich ahnen, was in den Sendschreiben Roosevelts steht, die Donovan den Staatschefs in den besuchten Ländern übergab. England bat tm Suborten ousgefotelt unb Roosevelt bat sich bereit ge­funden, die Sntrtgen roeiter3mT»innen, die die diplomatischen Vertreter Englands eingefädelt haben Die von Deutichland geschaffenen Tatsachen sind jedoch stärker als amerikanische Versprechungen, oon denen niemand weiß wie sie reafif- »rt werden sollen.

Auch in Ostakien ist die diplomatische Aktivität

Snutaeapreile: (tm Uhlltmetet Höh« Bet 22 Sh atmetet Bretten Spalte tm Anzeigenteil fflninB- preis 7 Rot der 85 Millimeter Bretten Spalte tm Tertteil 60 Spf.. tonst laut Preisliste Nr. s Nachiäye nid) Preisliste Nr. 9 Schlutz Bet Anzeigen-Annahme 9*/i Uhr vormittags

Handwerksleistung

Von Willi Pemvel

Wenn wir vom Schaffen des deutschen Handwerk» sprechen, so denken wir in den meisten Fällen an eine kul­turelle Leistung individueller Art. an eine Leistung also, bie sich nach Form unb Gestaltung herausbebt aus bet inbuitriellen Masfenerzeugung. Mit fortschreitender Jnduskrialisierung wurden viele Stimmen laut, die da bereits glaubten, den Zeitpunkt ootausieben zu können, zu dem ein Großteil des handwerklichen Schaffens lediglich noch finanziell besser ge­stellten Auftraggebern zur Erfüllung zwar kulturell wert­voller. aber immerhin doch ausgefallener Wünsche dienen könne. Man trieb bewußt oder unbewußt einen Keil zwi­schen Handwerk und Industrie, schuf hier Sorge unb weckte dort Hoffnungen. In beiden Fällen unbegründet, denn beide Zweige des deutschen Wirtschaftslchaffens Handwerk und Industrie haben ihre bestimmt abgegrenzten Arbeits­gebiete. beide brauchen sich nicht ins Gehege zu kommen und werden es auch nicht, denn die zukünftigen Friedensvlanun- gen, die sich bereits abzuzeichnen beginnen, werden diesen beiden wichtigen Sektoren des deutschen Wirtschaftslebens Aufgaben stellen, zu deren Lösung alle Kräfte angespannt werden müssen. Deutsche Handwerksarbeit hat als Qualitätsleiitung in der ganzen Welt einen guten Klang, zu­mal auch gerade in den letzten Jahren unter Einschaltung der weltumspannenden Organisation der R e i ch s m e s s e Leipzig die Ervortbemübungen des deutschen Handwerks­schaffens nicht vergeblich waren. Der Krieg bat diese Ent­wicklung unterbrochen, im ganzen gesehen aber auch den individuellen Zug der handwerklichen Arbeit hinter den Erfordernissen einer kriegsorientierten Leistung zurücktreten lassen. Daß diese, in die Struktur des einzelnen Betriebes mehr oder weniger einschneidende Umstellung fo reibungslos vollzogen werden konnte, stellt der handwerklichen Organi­sation unb bet Bereitschaft bet Männer im deutschen Hand­werk bas beste Zeugnis aus.

Der Außenstehende kann es nur schwer ermessen, welcher organisatorischen Vorarbeit es beburfte, um bie Handwerks- leistung für die Kriegswirtschaft zu mobilisieren. Es liegt ia in der kulturellen Vewklichtung zur Eigengestaltung begründet, daß sich nur wenige Gesellen und Lehrlinge je­weils um den Meister und Führer des Betriebes scharen. Damit mußte wenigstens organisatorisch gesehen mit der Einspannung des Handwerks in die Kriegswirtschaft ge­brochen werden. Die Landeslieferungsgenoffen­schaf t e n waren die Voraussetzung für die Arbeits­gemeinschaften, die nun einmal zur Erfüllung der

(Fortsetzung auf Seite 2)

Kz. Roosevelt begnügt sich nicht damit, England feine Rüstungsindustrie zur Verfügung zu stellen. Er beginnt auch auf diplomatischem Gebiet bie Geschäfte Eng­lands zu betreiben und lucht den moralischen Kredit, den Churchill längst vertan bat. durch den Einsatz seiner Auto­rität zu beben. Welche Formen diese geistige Ein­mischung annimmt, zeigt eine Meldung desDaily Tele­graph". wonach W i 11 k i e. der Beauftragte des amerikani­schen Präsidenten, in einer Aussprache mit d e Valera darauf binwies, daß bie irischen Katholiken in den Ver­einigten Staaten de Valeras Haltung gegenüber England nicht billigten, sondern eine Zusammenarbeit mit London gegen Deutschland wünschten. Sie hielten es auch für unangebracht, in diesem Augenblick auf die Vereinigung Nordirlands mit dem Freistaat zu bestehen. Willkie habe, -o jagt das englische Blatt, den Eindruck gehabt, daß de Valero seine Einstellung gegenüber England revidieren und logar der Bewilligung von Stütztvunkten näher treten werde. In einem Dementi wendet sich Valero gegen die letzte Be­hauptung unb läßt keinen Zweifel barübet. daß Irland entschlossen ist, seine unbedingte Neutralität auchweiterhindurchzu halten. Andererseits schwieg de Valera zu den vomDaily Telegraph" angeführten Äuße­rungen Willkies. Ein Beweis dafür, daß Roosevelt versucht, bie neutralen Staaten in die britische Kriegsfront hinein,uvressen.

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