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Wiesbadener Tagblatt

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Nr. 35

Dienstag, 11. Februar 1941

89. Jahrgang

Weitgespanntes Blockadenetz

Die Aktionen unserer Fernbomber erregen grotzes Aussehen in USA.

Einbruch in die angelsächsische Front

In London Hal man den Eindruck, daß beides weiter

die L m die

20 Luftangriffe in vier Tagen auf Malta

Stockholm. 10. Febr. Amtlich wird einer Reutermeldung zufolge bekanntgegebe». daß Malta bis jetzt 20 Luft­angriffe iu vier Tagen hatte. Der Angriff in der Nacht zum Sonntag habe am längsten von allen Angriffen gedauert, die Malta bisher erlebt habe.

Sonntagnachmittag icnb in Luxemburg

Ein Bollwerk der Grenzlandtreue

Feierliche Übernahme der Landesgruvve Luxemburg der Auslandsorganifation in die NSDAP, des Gaues Mofelland

Luxemburg, 10. Febr. Aus Anlatz der feierlichen Über­nahme der Auslandsorganisation Luremburg in die NSDAP, des Gaues Moselland veranstaltete die Partei am Sonntag eine Großkundgebung. in der die Gauleiter Bohle und Simon in bedeutsamen Ansprachen den Deutsch- Luxemburgern den Weg in die Zukunft aus- »etgten.

Wie so oft im Reich und im übrigen Ausland, so führte Gauletter B o h l e u. a. aus, seien es auch in Luremburg die

Der englische Flottenüberfall auf Genua

Ohne jede militärische Bedeutung. — »Nicht ein einziger Soldat verletzt."

>tukas.gegen Malta schwere Verluste --------- „hurchill tft daber nrcht gerade kleinlich, ge- mah seinem Motto, dab man. wenn man lugt, auch gründlich schwindeln muh. So erklärt er, von 150 Stutas seinen nicht weniger als 90 vernichtet worden. Nun, die Welt kennt die famosen englischen Verlustberechnungen. die ms gigantische steigen, wenn es sich um gegnerische Flug­zeuge bandelt und die auf ein Minimum zusammenschrumvien, wenn es um eigene Flugzeuge oder um torvedierte englische Schiffe geht. Die Verluste, die bei den Angriffen auf Malta eintraten, sind in den amtlichen deutschen Berichten klar angegeben und diese Angaben sind ebenso zuverlässig und un­antastbar, wie alle ähnlichen Verlustangaben, die die OKW.- Berichte bisher enthielten. Der Zweck aller dieser Liiaen- manöver ist leicht «t durchschauen. Man möchte der Welt englische Siege vortauschen und man möchte zugleich durch derartige Lügenmeldungen die Stimmung in England be« leben.

nottut. denn auch die Debatten des amerikani­schen R evr ä se n t a n t e n h a u s e s über das England- mlfegesetz haben erkennen lassem datz gewisse Kreise mit der Niederlage Englands rechnen. Deshalb wurden verschiedene Änderungsanträge eingebracht, die die Hilfeleistung in der einen oder anderen Form beschränken wollen. Was davon schließlich vom Senat gebilligt werden wird, der jetzt di- Vorlage berät, bleibt abzuwarten. In unterrichteten ameri- mnlschen Kreisen rechnet man damit, datz die Debatte im Senat etwa drei bis vier Wochen dauern wird, wobei an der endgültigen Annahme des Gesetzes nicht zu zweifeln ist.

Rom, 11. Febr. (Funkmeldung.) Der Beschienung der Hafenstadt Genua durch ein starkes britisches Geschwader macht die römische Presse darauf aufmerksam, datz es n<6 hierbei nur um einen neuen Akt eines militärischen An­griffes auf eine offene, ungeschützte Stadt handle.

Die Beschießung von Genua ist von der in Gibraltar stationierten westlichen englischen Mittelmeerflotte durchgekührt worden. Unter dem Schutz einer dickten Nebelbildung konnte ncn das englische Geschwader Genua nähern. Der heftigen Beichiegung von Genua sind allein Zivilversonen zum Opfer gefallen. Militärische An­lagen stnd — wie der rtaltenU(6e Heeresbericht feststellt — nicht getroffen worden. .

Dagegen hat die Zivilbevölkerung Genuas nach den bisher vorliegenden amtlichen Ermittlungen 72 Tote und 226 Verletzte als Opfer dieses unerhörten englischen An­griffes auf eine offene Stadt zu beklagen. Bereits mehr- tad) ist im Laufe der letzten Zelt Genua von englischen Ge­schwadern beschossen worden, ohne dah es jedoch den Eng­ländern gelang, ernsthaftere Beschädigungen an militärischen Objekten zu verursachen.

Die britische Flottenaktion gegen Genua sollte offenbar

In zwei Tagen 36 Flugzeuge abgeschossen

Nom, 11. Febr. (Funkmeldung.) Stefani veröffentlicht eine Überstcht über die unermüdlichen und wirksamen Leistungen der italienischen Luftwaffe. Aus ihrer Zu- sammenstellung ergibt sich, dah die italienischen Flieger und die Flak tn den letzten zwei Tagen die genau kontrollierte Zahl von 36 feindlichen Flugzeugen abgeschossen haben, worin nickt die Zahl der wahrscheinlich abg-kckossenen und der beschädigten feindlichen Maschinen enthalten ist. Darüber hinaus meldete der italienische Webrmachtsbericht vom Montag einen Bombentreffer auf einen englischen Kreuzer. Im, Gegensatz dazu bat die italienische Luftwaffe in der gleichen Seit nur vier Maschinen verloren.

Churchill in seiner Rundfunkrede instandietzen. der ameri- Mchep Öffentlichkeit die Zerstörung dieses nord- itattenlschen Hafens ankündlgen zu können. Dieser Ver­such ist als gescheitert anzusehen.

ett9.JifäKn Flotte ist es lediglich gelungen, eine größere Anzahl unschuldiger Zivilpersonen zu töten und zu verwunden. (Eine militärische Bedeutung kann dieser Aktion keiner Weise beigemessen werden. Auf der Rückfahrt ist das englische Geichwader von Verbanden der italienischen Luftwaffe angegriffen worden, wobei ein Kreuzer von einer Bombe getroffen wurde.

Auch der Zweck der En^änder, die Genueser Bevölke­rung durw das wahnsinnige Feuer eluzuschüchtern. ist. öte ote italienischen Zeitungen heroorheben vollkommen fehlgeichlagen. Die Stadtbewohner, gaben ein hervor­ragendes Beispiel von Ruhe und Disziplin. Ebenso wie bei den früheren Angriffen zeichneten Re sich durch Standhaftig­keit und Ovterbereiischaft aus. Besonders muh darauf bin» gewiesen werden, datz nicht ein einziger Soldat oder auch trat ein Arbeiter aui ferner Werksteüc verwundet mm. -*• ■* ~

Friedenskonferenz zwischen Französtfch-Jndochina

Tokio. 10 Bebt. (Ostafiendienst des DRV.) Der diploma­tische Erfolg Sewans tn der Vermittlungsfrage zwischen Franzoslick-Jndochina und Thailand und die Friedenskonferenz in Tokio haben die englisch-amerikanischen Plane schwer, getrmfen. io schreibt ..Tokio Nitschi-Nitschi" auf Grund zahlreicher Informationen aus China und aus der Süd­see. Deshalb beabncktigten die Bereinigten Staaten, deren diplomatische Vertreter im Fernen Olten fieberhaft tätig seien, etne Einkreisungsfront gegen Japan vorzubereiten, tn dre England. Tlchungking und Niederländiich-Jndien einbe- zogen werden sollen, um Japans Vordringen aufzusangen. Die Vereinigten Staaten betrachteten es als vordringlichste Auf­gabe, Tschungking weitgehend zu unterstützen. Der bisherige USA.-BoUckafter in Tschungking. Johnson, habe nach langen Behandlungen mit Tschianakaischek einen Aktions­olan nach Washington gesandt, mit dessen Durchführung der neue Botschafter Clarence Gantz, der bisher in Australien tätig war. beauftragt werden solle.

Der Aktionsvlan. der bereits zum Teil ausgeführt werde, wird von ..Tokio Nitschi-Ritschi" wie folgt geschildert: 1) Un-

Zermürbung Englands

die der Wett ein. seines Sieges gewisses England Vortäuschen mochte, knallen nun die Meldungen hinein von dem A n - o.1,1 f f deutscher Fernbomber auf einen eng - 11 i m e n G e l eit z u g 500 Kilometer westlich Portugals, wie überhaupt die Meldungen über die großen Erfolge unserer Fernbomber. Dreie Nachrichten haben überall grbtztes Auf- fehen erregt. Auch die amerikanische Presse berichtet darüber ausführlich und steht darin einen neuen Beweis für die grose Reichweite der deutschen Luftwaffe. Entfernungen. so meinen amerikanische Blätter, spielten für b>c deulicke Luftwaffe offenbar keine Rolle. Nicht nut weit — eine Ortsangabe, die ja schon häufiger M OKW.-Berlcht austauchte — sondern nunmehr auch weit südwärts westlich der portugiesischen Küste, weih die deutsche Luftwaffe die. Zufuhren, für England zu packen und zu ver­nichten. Damit stehen die Fernkampfflugzeuge an der Seite unserer kampferprobten ll-Boote erfolgreich im Dienste der deutschen, Gegenblockade. Kriegsmarine und Luftwaffe er­gänzen einander in den Kampfhandlungen dieser Winterzeit. die von unserem Gegner als eine Paule bezeichnet wird, in der aber, wie Rudolf Hetz in seiner letzten Rede unterstrich, mit allen Kampfmitteln kraftvoll die Zermürbung Eng­lands w e l t e r g e t r i e b e n wird.

, .. Datz diese, deutsche Gegenblockade für die Engländer sehr spürbar ist. zeigen auch die Meldungen, nach denen man in der englischen Baumwoll- und Wollindustrie von Lancsbire grobe Einschränkungen plant. Begründet wird das allerdings damit, da« man auf, diese Weise weitere Kräfte für die Rüstungsindustrie freibekomme, doch muh mach gleichzeitig eragekehen, datz der Mangel an Rohbaumwolle und Wolle derartige Mahnabmen eräioinat. Es zeigt sich auch hier, wie wirkmm die deutschen Maßnahmen zur Abschließung der Insel England von der Außenwelt stnd. Ter Plan einer Einschränkung der englischen Baumwoll- Jndustrle. der übrigens tn England selbst auf starke Kritik ftpet. ist um so bemerkenswerter, als es noch bis vor kurzem hieß., datz gerade diese Industrie für den Export weiter arbeiten müsse, auf den man unter keinen Umständen ver- >zickten könne, da man nur auf diese Weise die nötigen Devisen erhalte.

und Thailand ein diplomatischer Erfolg Japans

terstützung Tschungkinas mit Geld. Kriegsmaterial und Be­ratern (der bisherige . Chef des Astengeschwaders. Admiral Ramel. als militärischer und Dr. Curric als wirtschaft­licher Berater)' 2) Einkreisungsfront USA. — England — Riederlandtsch-Jndien — Tschungking gegen Japan. um die Plane Tokios zu verhindern, da man nach dem Anfangserfolg Japans in Franzostsch-Jndochlna und in Thailand für die eige­nen wirtschaftlichen und militärischen Positionen fürchte, dies besonders iin.Hinblick auf die Philippinen. Niederländisch- AÄ^n und Singapur: 3) neben der Konzentration diploma­tischer Kräfte.tn Tschungking. Hongkong. Bangkok. Singapur und in Batavia werde eine Sonderkonferenz aller USA.- Wehrmachta11ach4st m Fernen Osten unter Leitung des Chefs des llSA.-Astengeschwaders. Admiral Hart, vorbereitet: 4. die bereits teilweise vollzogene oder vorbereitete Evakuierung der.amerikanischen Bürger aus China, nachdem die Banken und Grotzsirmen schon geschlossen oder stark verkleinert wurden,

Das Blatt schließt aus diesen größtenteils bestätigten In­formationen. datz Jovan wach und gerüstet sein müsse.

Churchill hat sich nun in seiner gestern von uns schon ftttj charakterisierten Rede weiter darüber beklagt, datz die Neutralen nicht tnebr an den Sieg Englands g la u ben wollen. Er halt es. wie er stch ausdrückt, für erstaunlich, daß „einige neutrale Länder so borniert stnd". an dem englischen Sieg zu zweifeln. Das ist den Engländern äußerst fatal und so starten he denn, um einer solch richtigen Erkenntnis der Lgge in den neutralen Ländern entgegen» ^arbeiten, immer wieder die törichsten Lügen. Mit diesen Lügen, wie etwa dem Schwindel über Unruhen in Italien, dem Versuch, die schwere Niederlage der RAF. über dem Kanal in einen Sieg umzufälschen, den Märchenerzählungen über das wirksame englische Fernfeuer auf die französische Äanalffifte uSro. haben wir uns bereits in den letzten Tagen befatzt. Jetzt nun kommt Herr Churchill und fügt diesem übergroßen Bündel englischer Lugen eine neue hinzu Er mochte die Welt glauben macken, datz Deutschland bei dem Einsatz seiner Stu'kas gegen Malta schwere Verluste erlitten habe. Churchill ist habet nicht gerade kleinlich ge-

Arbetter der ya.wt in den industriellen Gebieten gewesen, die stch mit vorbildlichem Kampfgeist zur Bewegung bekann­ten, und an. führender Stelle am Aufbau mitarbeiteten. Diese .Parteigenossen hatten stch dem Führer verschworen. Die reichsdeutschen Arbeiter tn der Eisen- und Stahlindustrie batten damit das Beispiel für alle Volksgenosten gegeben und den E rund st o ck für die Schaffung einer mabrbaft nationalsozialistischen Volksgemeinschaft gebildet Der Gau..Moselland so schloß Gauleiter Bohle, besitze an den al? bewahrten Parteigenossen der Landesgruvve einen Mit- ?r bettei ft ab, der alle Voraussetzungen für die voll­kommene^ Eingliederung Luxemburgs in das Reich mitbringe

Gauleiter Eustav S t m o n wies in seiner Ansprache auf bte durch taioend Sabre, schwankenden Srenzoerhältnisse hin. bte lefet durch eme. 3 e i t.,t a u i e n b i ä b r i g e r Ercnz- la n dt r e u e beseitigt wurden. So gewiß es fei datz der Gau Moselland ein starkes Bollwerk der Gremlandtreue darstellen wolle, io gewiß fet es. daß das Erobdeutsche Reick seine Eremen nie m a 1 s schutzlos lassen werde

unter stürmischem Beifall be- kannt. daß der Fuhr« die Errichtung eines luremburg i« !chk n< ^ 5,^ t t b ea t e i s mit 1400 Plätzen angeordnet babe. das.der kulturelle Mtttelvunkt für die deutsche Be­völkerung «ein werde.

1° betonte.Gauleiter Simon abschließend wird, die v e r k e b r s m a ß i g e Erschließung dieses Gebietes zeimm daß der Gau Moselland ein Ganzes tft und Luxemburg stch dann einfügt. So sehen wir auf allen Gebieten eine gemeinsame Ausgabe und ein gemeinsames 3tel. dem die Mitglieder der AO. und die Männer und Akauen der volksdeutschen Bewegung in der Zukunft nun zu dienen öttoen.

^uhem SeifaU aufgenommenen Ausftib- rungen brachte Landesletter Dr. Diehl dos Stegbeil auf ben Führer aus.

Kampf um die Seeherrschaft

Von Kapitän zur See Professor von Waldeyer-Hartz

Wenn man uns tm Auslande gern als das Volk der Dichter und Denker gepriesen hat, so lag darin ganz gewiß eine Anerkennung. Nährt sich doch die Welt nicht zum geringften Teil vom Geistigen. Andererseits lag in der Be­zeichnung aber auch ein Tadel versteckt. Über Gebühr neigt der deutsche Mensch zum Theoretisieren; so stark, datz er schon oft die Umsetzung selbst klar gewonnener Erkenntnisse ins praktische Leben vergessen und somit verabsäumt hat.

Eine preutzische Denkschrift vom Jahre 1811 führte aus: „Englands Existenz kann nur zur See bekämpft und durch Flotten gefährdet werden, und wenn Napoleon diese nicht zu schaffen und zu führen vermag, so sind alle seine Kriege auf dem Kontinent nur Fechterstreiche. Die Engländer durch Sperren vom Kontinent auszuschlietzen, ohne Flotten zu haben, ist so unmöglich, als den Vögeln zu verbieten, bei uns Nester zu bauen.“

Klarer und deutlicher hätte auch ein Tirpitz die Be­dingungen eines Kampfes nicht umschreiben können, der das seegewaltige (Englaitb den machtpolitischen Wünschen und Erfordernissen eines kontinentalen Gegners gefügig machen soll. Trotzdem, zog Preutzen irgendwelche Folgerungen aus seinen eigenen Darlegungen? Praktisch nicht die geringsten! Dabei fehlte cs nicht an Stimmen, die die Gedanken der Denkschrift publizistisch nur noch ver­tieften. Prinz Adalbert setzte stch für die Seemachtfrage auf das lebhafteste ein, der Kronprinz Friedrich WiraettmTMi Vetter, folgte ihm darin. Gneisenau und der Kriegsminister v. Rauch waren werbend tätig. Und ein General v. Engel- brechten erklärte, Handel und Schiffahrt seien die Haupt- quellen des Rattonalreichtums, beide konnten aber nur unter