Wiesbadener Tagblaü
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89. Jahrgang
Nr. 27
Samstag/Sonniag. 1./2. Februar 1941
Neuer Abschnitt des Krieges
Die ganze Welt steht unter dem Eindruck der deutschen Siegeszuversicht
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verpflichten!
räßer waren. Eine tilcTer •entoirr.itrtß
der nunmehr beginnt, fürchtet, wohl, daß der Sieg Deutschland
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6 Ausgaben Unterhaltungsbeilage
Die Wirkung der Führer-Rede
((Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.)
Hterttägitd) nad)mittags.
®erdjäftssett: 8 Uhl morgens ins > Uhr abenos anher Sonn- u> Feiertag, Berlmet Büro BerNn-Wiimersdort
Sofia: Glauben an Deutschlands Sieg in diesem Jahre
. ...Eine historische und grobe Rede Hitlers", lauten übereinstimmend die Balkenüberschriften der bulgarischen lüiot- genblatter, di- die Rede des Fiibrers in groben Auszügen und in bervorraqender Aufmachung veröffentlichen.
(Fortsetzung auf Seite 2)
Luftangriffe auf das winterliche London
Trotz »rosem Aufgebot funktioniert der Bnmdkchntz »och nicht. - Berichte schwedischer Blätter.
Durchbruch zum Sozialismus
Bon Heinrich Karl Kunz
Die Geschichte will den Sieg der Achse
Da» Echo der Führer-Rede in der italienischen Presse
ständig wachsende Kriegsmacht Deutschlands, dem im FrA- iahr bevorstehenden Großeinsatz der deutschen Ü-Bootwaffe und die Gewiß-fett des deulicben Endneges.
Belgrad: Die intelligenteste, je erlebte Führung
Dl« Rede des Führers am 8. Jahrestag der Machtergreifung wird von den jugoslawischen Zeitungen ..Politika" und „Breme" auf den beiden ersten Seiten in größter Aufmachung mit dem Bilde Adolf Hitlers veröffentlicht. Der Berliner Bertreter der „Breme meldet seinem Blatt, die Auslandsoressevertreier seien von der Rede wie von ihrem Widerball bei der im Sportpalast anwesenden Volksmenge äußerst stark beeindruckt gewesen. Die große Rede Adolf Hitlers sei von dem tiefen Glauben durchdrungen gewesen daß das Jabr 1941 Deutschland den Sieg bringen werde. Die deutschen Waffen befänden sich beute in den Händen kriegserprobter Soldaten während eine solche intelligente Führung bestehe, wie ite bisher noch nie in der Geschichte vorhanden war.
Eindruck bei Willkie zu hinterlassen Das Blatt berichtet weiter, daß 12 City-Firmen verklagt worden seien, weil sie verabsäumt hatten, die neuerdings voraeichrie- bene Brandwache in ihren Geschäitslokalen auszustcl en. Brandbomben baden den schwedischen Blättern zufolge Brände m zahlreichen Gebäuden hervorgerufen. Außer in der Nacht mußte sowohl am Mittwoch wie auch am Donnerstag zu btt britischen Hauptstadt Fliegeralarm gegeben werden.
Unzetgettprett«: Em SRttlune« Höhe Bet M SMlimet<t breiten Span« tm Sbyetgentetl ©runb- preis 7 Rvi., der 85 Millimeter Bretten Spalte tm Teiltet! 60 Sirrt., rtmfl taut PretsiMe Nr. 9 Nachläge nach Preisliste Nr. S. Schiust der Anzeigen.Annahme 9*/a Uhr oormittags
Die besten U-Baote der Weit
Großadmiral Roeder dankt den am U-Bootsbau Schaffenden.
Berlin. 31 Jan Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine. Großadmiral Dr, h. c. Roeder, bat in einem Erlaß ollen am vaterkeebootsban Schaffend n feinen Dank und feine Anerkennung für ihre hervorragenden Stiftungen ausgesprochen. In diesem Erlaß wird darauf bingewiesen. imß die den Unterseekootsbau b-treuenden DienMellen der Kriegsmarine gemeinfem mit den beteiligten Werften und Rmtnngsfirmen in rorbildlicher 3uiammcnaibcft und in beispiellos kurzer Seit die betten Unterseeboote der Welt geschossen beben, die von den Soldaten der Uatersee- bootswoffe an entscheidender Stelle rum Siea geführt werden.
syegspreih: Für i Wochen 94 SRpL. tot einen Monat RM. i-, eimchltestitch Traglohn. Lurch die Poft bezogen RM 2.35 zuzüglich 36 Rvi Bestellgeld Einzelnummern 10 Roi. Die Behinderung der Lieferung rechiiertigt keinen Anspruch aut Rückzahlung des Bezugsprenes.
Hitlers nichts neues habe entnehmen können. Ja, ein überkluger amerikanischer Senator erklärte sogar, es sei zwecklos auf das zu hören, was Hitler sage. Das haben andere Leute früher schon in ähnlicher Form zu verstehen gegeben, die dann später bitter bereut haben, daß sie nicht rechtzeitig auf das hörten, was der Führer verkündete.
Sollte man sich aber etwa in England der Hoffnung hingegeben haben, Deutschland und Italien doch noch voneinander trennen zu können, so wird die Rede des Führers und das Echo, das sie in Italien weckte, den Engländern klargemacht haben, wie maßlos töricht solche Hoffnungen sind. Wenn aber etwa die englischen Prestige-Erfolge in Nordafrika Londoner Gehirne vernebelt haben sollten, so wird man auch die Worte nicht überhört haben, daß diese Rechnung eine Gesamtrechnung sei, die am ®nbt des Krieges Punkt für Punkt, Quadratkilometer für Quadratkilometer beglichen werden wird. In Italien ist der Führer verstanden worden. Man hat seine Rede so empfunden, als ob sie an das italienische Volk gerichtet worden wäre. $u der Siegesgewißheit, die, wie wir schon sagten, als das überragende Merkmal der Führerrede überall in der Welt festgestellt wird, sagt das „Giornale d'Jtalia", die materiellen und moralischen Kräfte Deutschlands und Italiens gegenüber dem gemeinsamen Feind werden heute und in den kommenden Monaten sich im Vergleich zu 1940 verstärken und vergrößer n." .
Die Führer.Rede beherrscht auch das Bild der römischen Abendblätter völlig.
„Ein wesentlicher Punkt dieser historisch wie politisch so bedeutsamen Fübrer-Rede muß", so betont ..Giornale d'Jtalia", „sofort festgehalten werden, nämlich die Siege sgewißbeit, die den Geist und die Waffen der Achsenmächte beseelt. Diese unerschütterliche ^iegesgewißbett wirb bestimmt von zwei grundsätzlichen Faktoren, dem unaufhaltsamen Lauf der Geschichte sowie der materiellen und moralischen Stärke der Achsenmächte. Die Geschichte will den Sieg der Achsenmächte, weil sie den Triumph ihrer gesunden Kräfte und ihren Aufstieg will. Jede geschichtliche Epoche wurde von den leistungsfähigsten Völkern bestimmt. Während das überlebte England für die Aufrechterhaltung seines imperialen Systems und Weltregimes kämpft, wobei fein demokratischer Stillstand auch feinen geistigen Stillstand zur Folge hatte, befinden sich die Achsenmächte im Kriege, um ihre auf den sozialen Aufschwung der Völker bedachten Regime zu verteidigen und den sehnlichen Wunsch größter Volksmasien auf Erneuerung zu verwirklichen."
Das halbamtliche Blatt schließt mit der Feststellung: „Die Worte des Führers über die deutsch-italienische Waffenbrüderschaft sind vom ganzen italienischen Volk freudig als die Bekräftigung des gemeinsamen Krieges aufgenommen worden, der in diesem Jahre den gemeinsamen Endsieg bringen wird."
Madrid: Der Kurs der Weltgeschichte geändert
Die spanische Zeitung „Alcazar" weist in ihrem Leit- artitel auf die Bedeutung bin, welche der 30. Januar für Deutschland und die Welt habe. Im Jahre 1933 habe Hitler die Macht übernommen, und vier Jahre später habe er vor dem Reichstag seinen großen Rechenschaftsbericht über die Rettung des Reiches und die vom Nattonalsozialismus geleistete Auibauarbett ablegen können. Mittlerweile seien weitere vier Jahre vergangen, und die Menschheit habe seit den letzten acht Jahren mit Erstaunen geseben. wie Hitler radikal den Kurs der Weltgeschichte geändert bade. Die acht Sabre, welche Hitler an der Macht fei, zeichneten sich durch eine erstaunliche Fruchtbarkeit aus.
Moskau: Vor dem enttoeibenbrn Schlag gegen England
Die Rede des Führers, die auch in Moskau mit Spannung erwartet worden war. wird in der hiesigen Presie stark beachtet und in allen Zettungen in einem ausführlichen Auszug wiederfiegeben. Am stärksten ist in der hiesigen Wiedergabe der Fubrer-Rede die Versicherung ber- ausgestellt. daß Deutschland, wenn die Stunde dafür kommt, zu dem entscheidenden Schlag gegen England ausholen wird. Auch die Absätze der Fübrer-Rede. die der England'itfe der Vereinigten Staaten und dem deutsck- ttalieni scheu Verhältnis galten, werden in den hiesigen Blattern hervorgehobeu. insbesondere der Satz, daß t e d e s S ch i f f, das vor die deutschen Torpedorohre kommt, tor - v ediert werden wird. Die Wiedergabe in den biefiaen Zeitungen schließt mit dem Hinweis des Führers auf bte
Jede Zeit hat ihr Gesetz. Das unsere ist der Sozialismus. Vor 200 Jahren galt ein anderes. Wenn Friedrich der Große damals den preußischen Adel mit Vorrechten und Gütern ausstattete, tat er das mit gutem Grund. Die alten Geschlechter waren Fundament und Pfeiler seines Staates. Sie stellten ihm die Beamten und Offiziere. Die Armee rekrutierte sich aus geworbenen, oft gepressten Söldnern, viele Ausländer darunter, die zuerst einmal die Kom- idosprache lernen mußten. Preußen war für sie kaum ein .^lichtender Begriff. Ihr Kampfwert wurde ausschließlich durch das Ossisterkorvs, durch sinn Beispiel, seine Opfer« und Einsatzbereitschaft bestimmt. In den langjährigen Kriegen des großen Königs wurde der preußische Adel stark zur Ader gelassen. Der grauköpfige Vater kämpfte neben dem Sohn, der eben erst das Knabenalter hinter sich gebracht hatte. EanzeFamllien starben aus. Ein Adel, vor dem wir uns verneigen. And die Idee des Staates gebot, das Leben seiner tragenden Schicht ficherzustellen, damit sie ihre Ausgabe, Preußens junge Generation zu zeugen und zu
Drei Tage«alarme am Freitag
Rew Bork. 31. Jan Wie. Asioeiated Preß" meldet wurde $iettOn der dritte Tagesalarm am späten Rach- mittag gegeben.
Mannesiumfabrik in Coventry zerstört
.... ^ew Aork, 31. San. Wie New Bork World Telegram cus amerikanischen Milttarkreisen erfahren haben will ist her dem g.roßen deutschen Luftangriff auf Coventry ein- d«r beiden Magnesiumfabriken, die Eroß- brttannren befaß, zerstört worden. So erfährt man jetzt KCf*^*tunn ^ner Werkanlage dis für die britische Kriegsindustrie von größter Bedeutung war.
«tocklwlm. 31. Jan. Nach einer kurzen Pause nahm dre deutsche Luftwaffe wieder die Luftangriffe gegen das winterliche London auf. Der Angriff auf die britische Hauptstadt in der Nacht zum Donnerstag schlug, wie die Londoner Eigenberichte der großen schwedischen Blätter besagen, dem Zentrum des britischen Empire wieder schwere Wunden.
.Der Londoner Korrespondent von ..Stockbolms-Tidningen" berichtet: Nachdem die neuntägige Rübe die Nerven der Bewohner der britischen Hauptstadt aeivannt batte, brach der Krieg am Mittwoch abend minder über London 6"*e*n Z»m ersten Male trat in der Nacht zum Donnerstag Londons n e u e r. ir e u e r s ch u tz in Tätigieit. Ais die -rriuetD,ci en das Ze chen ..Brandgefahr" gaben, sah man Menschen von »aus w Haus springen. Andere tarnen aus den Schutzräumen mit Vumven. Schaufeln, ia teilweise sogar nur mit Stöcken tn der Sand. Männer. Frauen und Kinder gehörten zu diesem Amzug. Aber trotz allem funktionierte der Londoner Brandschutz immer noch nicht.
Wieder hörte man. fo meldet „Sagens Nybeter" aus Lonton. das bekannte Dröhnen der Bombenerolosionen das Heulen der Bomben unp das Feuern der Flak. Die Luft- abwebr mußte das heftigste treuer auf die angreifenden Deutschen eröffnen. Die Einwohner glaubten, die britische Mak habe den Befehl erhalten, einen möalichp laute«
as. Berlin, 1. Febr. Die Kommentare, die die Auslands- preffe auch weiterhin der Führerrede widmet, laffen klar erkennen, daß unsere Siegeszuversicht die Welt auf das stärkste beeindruckt. Nicht, daß man etwa an dem ttefen Eedankengehalt der Rede vorbeiginge, nicht, daß man etwa die Ausführungen zur gegenwärtigen Kriegslage vernachlässigte, aber fast überall wird die nicht zu erschütternde Siegeszuversicht, die den Führer erfüllt und die von ihm auf das ganze deutsche Volk ausstrahlt, besonders stark hervoraeboben. Daß unserem Gegner England unter solchen Umständen noch weniger wohl ist. als es schon bislang der Fall war, ist nicht zu verwundern. Er hat das Wort, daß im Frühjahr der U-Boot-Krieg beginnt, nicht überhött. Man rechnet in der britischen Admiralität bei solchen Worten die bisherigen Schiffsverluste zusammen, von denen man ja nur einen kleinen Teil zugab und macht einen Überschlag, was der verstärkte Einsatz deutscher U-Boofe, die gerade jetzt Großadmiral R a e d e r in seinem Donk an alle am Bau dieser Boote Schaffenden als die besten U-BootederWelt bezeichnete, für England zu bedeuten hat. . Man denkt in London weiterhin voll Schrecken an den verstärkten Einsatz deutscher. Flieger. Man denkt um so mehr daran, als die englische Hauptstadt nack einigen ruhigen Nächten mit ihren militärischen Anlagen wieder das Ziel deutscher Angriffe war. Die Berichte der ausländischen Korrespondenten stellen dazu fest, dax tz r neu geschaffene Londoner Feuerschutz, auf den man so große Hoffnungen setzte, nicht funktioniert habe. Es ist also einigermaßen verständlich, daß man in London den neuen Abschnitt des Krieges, der nunmehr beginnt, fürchtet, fühlt man doch innerlich sehr wohl, daß der Sieg Deutschland gewiß ist.
Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Ausführungen Adolf Hitlers versucht man auch setzt weder in England noch in den USA. Man erklärt, und das gilt für London wie für Washington, daß man über die Absichten des Führers genügend orientiert sei und daß man der Rede
Vor dem Ausbruch des Weltkrieges hatten sich die Grünblauen des Staates tiefgreifend gewandelt. Er ruhte auf den Schultern seiner Bürger, die wieder, wie in der germanttöen Frühzeit, seine Waffenträger waren. Eine eindeutige Konsequenz war jedoch aus bfdfer*entwi®üflg nicht gezogen worden. Die Offiziersstellen in den sogenannten vornehmen Regimentern blieben dem Adel Vorbehalten. In den übrigen gab es, schon weil der Adel nicht ausgereicht hätte, auch bürgerliche Offiziere. Kinder wohlhabendes: Eltern, die ihre «ohne mit einem ausreichenden Monatsscheck zu unterstützen vermochten. Von dem Leutnantsgehalt konnte, die gesellschaftlichen Verpflichtungen noch nicht einmal berücksichtigt, niemand leben. Eine durch Tradition und Besitz bestimmte Fiibrerauslese, die zu der Wehrpflicht, mehr noch zu der allgemeinen Wehrbereitschaft in Mißklang stand. Eine Tatsache, die 1914 meist nicht so empfunden wurde, wie wir sie heute rückschauend erkennen.
Der Krieg hebt Halbheiten und Unzulänglichkeiten mit faltenloser Klarheit ins Bewußtsein. In den Materialschlachten von 1914 bis 1918 erwies sich, daß Stand und Besitz nicht die Maße sind, an denen der Wert eines Menschen und feine Bedeutung für die Gesamtheit abgesteckt werden können. Gleich zäh und gleich tapfer hielten sie in den Widerstandsnestern nebeneinander aus* der Kumpel aus dem Ruhr- gebiet, der ostpreußische Sauer der Angestellte, der Direktor, oder der Träger eines alten Namens. Nickt voneinander zu unterscheiden, alle in demselben Feldgrau, alte Soldaten. Im Schlamm Flanderns, in den Trichterfeldern der Somme und vor Verdun, wurde die G e m e i n s ch a s t geboren. Der frontfremde Marxismus, in die Erschöpfung unseres ausge- bluteten Volkes eingebrochen, wollte eine Klasse durch eine andere ersetzen. Er griff, ebenso wie die Demokratie, an dem Wesentlichen vorbei und reichte an die Probleme, in denen die Halbheiten der wilhelminischen Epoche wurzelten, nicht heran. Er konnte es nicht, weil er abseits von dem Schicksal der Nation stand. Die Gemeinschaft aber wartete in den Herzen derer, die die Stunde ihres Werdens miteinander teilten, bis der Führer sie aufrief. Richt die Klasse, oder der bevorrechtete Stand — nein die Gemeinschaft des gesamten Volkes ist die Lösung. Sie trägt den Staat, sie verteidigt ihn. ©Taube und Treue bestimmen den Wert des einzelnen, die L e i ft u n g das MaßfeinerPflichten. So stehen, da un'ere Generation den Krieg das zweitemal auf sich nehmen mußte der Arbeitersohn und der Adlige als Offiziere an der Front Ebenbürtig in ihrer Leistung, in ihrer Hingabe an Volk und
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