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MesbaLener Tagblck

Erscheinungszeir

Verlag

89. Jahrgang

Nr. 19

Donnerstag, 23. Januar 1941

Trübe britische Perspektiven

Unterganges waren.

6 Ausgaben

NnterhalUmgsbeilage

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Unser Bott und Empire durchwandert ein düsteres, mörderisches Tal

lautem versaß.

Es ist gerade kein Beweis für die britische Seeherrschaft, daß England, wie gestern berichtet wurde, den P a s s a gi e r» verkehr mit $Tm erika ein st eilen muhte. Selbst dieDaily Mail" kann dem Optimismus des Ministers nickt folgen und neigt schon mehr zu der Cbl"'chillschen Schwarzmalerei", wenn es feststellt, daß die Stukas eine grohe Gefahr für die britische Vorherrschaft im Mrttel- meer bedeuteten. Verzweifelt schreit es nach einer neuen Taktik. Bis dabin aber müsse sich England auf weitere Angriffe und vielleicht auch auf weitere Verluste ge>

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iaht macken. Wie das argentinische BlattNoticias Graficas" in seinem Leitartikel feststellt., beurteilt man in USA. die Lage genau so, wie sie Churchill schilderte. Der USA.-Kriegsminister, so sagt das Blatt, habe aus seiner Besorgnis kein Hehl gemacht und befürchtete, daß die bri­tische Seemacht bereits in diesem Jahr ver­nichtet werde. Die Lage sei bedeutend ernster als 1917 und man dürfe vor der Möglichkeit eines U n t e r g a n g e s Englands nicht die Augen verschtiehen. Bel. den bellen und dunklen Tönen, die aus London zu uns heruberklmgen, kommen die dunklen der Wahrheit am nächsten. Optimistische ^ckwätzereien. wie die eines Lord Chatfield. werden in England kaum noch Gläubige finden, in der Welt schon gar nicht mehr.

schlechte st en hygienischen Bedingungen die übelste Behandlung erfuhren. Von Freetown schaffte man sie dann nach Gibraltar, von wo aus sie Caiablanca erreichen konnten. Die Leidensfahrt war aber dann noch nicht be­endet: denn als der DampferChantilly" nach Frankreich weiterfahren wollte, wurde er erneut von englischen Kriegs­fahrzeugen aufgebracht. Die unglücklichen Passagiere mußten wieder nach Gibraltar zurück und dort das Eintreffen des DampfersSan Francisco" abwarten, um endlich nach Frankreich zu gelangen. Die Passagiere berichteten mit. be­sonderer Entrüstung davon, wie uir SchiffKban+tHn von englischen Torpedobooten abgestoppt wurde und sich selbst oersenien wollte: in diesem Augenblick eröffneten die Eng­länder unter Mißachtung des Völkerrechts das Feuer auf die Wehrlosen. Zwei Tote und zwei Schwerverletzte waren die Opfer britischerHumanität . Unter den Schwerverletzten befindet sich auch der Kapitän des Schiffes. Der Dampfer brachte über Gibraltar auch die Offiziere und Besatzungen von vier französischen Fischdampfern nach Frankreich, die vor Neufundland von den Engländern beim friedlichen Fischfang aufgebracht und beschlagnahmt wurden.

Humanttüt nach dem Muster der Cossak

Maschincngewehrseuer ans Wehrlose. Französische Seeleute nach dreimonatiger Leidensfahrt in Marseille eingetrofsen

E-nf. 22. Jan. Aus Vichy wird gemeldet' Nack drei­monatiger Leidensfahrt sind am Dienstag in Marseille an Boro des französischen DampfersSan Francisco" 35 fran­zösische aus Liverpool helmkehrende Zivilpersonen und etwa 3 00 demobilisierte Offiziere und. M a - t r o s e n der bei den Antillen stationierten französischen Seestreitkräfte eingetroffen. Die französischen Passagiere wurden auf dieser Fahrt von den Engländern in mens ch e n- un würdig st er Art unter Bruck allen Völkerrechts be­handelt Bei der Aufbringung des französischen Dampfers C b a n t i l l y", auf dem der Heimtransport begann, wurden die französischen Passagiere von englischen.Zer­störern mit Maschinengewehren beschoss en. wobei es zwei Tote und mehrere Verletzte unter ihnen gab.

Die Seimgekehrten erzählten über ihre Leidensfahrt folgende Einzelheiten: Der Seimkehrertransvort wurde zum ersten Male von den Engländern aufgebalten, als er von den französischen Antillen nach Kuba unterwegs war. Die Engländer beförderten die Püllagiere nach Freetown tn Afrika, wo sie unter der tropischen Hitze und unter den

sche Journalisten Zeugen seines _______ Sind doch im bisherigen Kriegsoerlauf elf britische Kreuzer durch unsere Luftwaffe auf Grund ge­schickt worden, eine Tatsache, die durch die Berichte des deut­schen Oberkommandos erhärtet wird und deshalb, keine wet­tere Beweisführung nötig bat. Die Briten, so führte Chat- field in seiner Erklärung weiter aus, brauchten sich wegen der Stuka-Angriffe im Mittelmeer nicht zu beunruhigen. Unsere Schiffe", sagte er wörtlichhaben noch die Herr­schaft auf dem Meere und werden sie meiner Ansicht nach aus grundsätzlichen Ursachen immer behalten." Mister Coat- field wird nachseiner Ansicht" ebenioweni« gefragt werden, wie nach den...grundsätzlichen Ursachen'. die er näher zu er-

Amerika: Farmer ohne Farm

Don Dr. Peter Aldag

In Amerika für viele der Inbegriff von Reichtum und Wohlleben, von Überfluß und satter Behaglichkeit herrschen insbesondere hinsichtlich der lanöwirtichanlichen Bevölkerung Zustände, die jedem Deutschen unvorstellbar sind. Bauern, durch wirtschaftliche Not von ihren Hofen ver­trieben, brotlos gewordene Landarbeiter mit ihren Fa­milien bilden das große Seer jener hunderttau- sende heimatloser Flüchtlinge, die die Land­straßen bevölkern, vreisgegeben dem Elend, der Verzweiflung. Wir sprechen hier nicht von jenen, die als Saiwnarbetter auch früher herumvagabundierten. Wir sprechen von lenen, die durch behördliche Zwangsmaßnahmen von Haus und Hof vertrieben, keinen sehnlicheren Wunsch haben, als irgend­wo ein Stückchen Erde wieder zu erlangen. Aber fast überall befindet sich das brauchbare Land längst im Besitz riesiger Konzerne oder Einzelunternehmer, die es lediglich unter dem Gesichtswinkel des Profitmachens ausheuten.

Diese zwangsläufige Abwanderung aus der Landwirt­schaft hat solche Formen angenommen, daß fie sich heute ge- rabezn als nationales Problem darstellt.

In der Zeit von 1930 bis 1939 verloren über eineinhalb Millionen Bauern ihren Hof. weil Re nicht imstande waren, ihre Steuer- und H yv otb ek e n -V ervf li chtun- gen äit erfüllen eine Zahl, die mehr als einem Viertel aller amerikanischen Bauernhöfe entspricht.

Amtlich schätzt man die Zahl dieser heimatlosen Wan­derer auf etwa eine halbe Million, und nach einem Bericht des Landwirtschaftsmintsteriums erhöbt sich diese Ziffer jährlich um etwa 40 000 Menschen, die durch die Ungunst der Verhältnisse hinausgetrieben werden.

Zahlreich sind die Ursachen, die zu dieser Abwanderung führten. Ausbeutung des Bodens durch mehr als hundert Jahre lange Anpflanzung ein und derselben Frucht, durch ununterbrochene Verwendung als Weiden machten das Land so unfruchtbar, daß viele Bauern nicht mehr ihr Aus­kommen finden konnten. Ruinöse Preise, der Verlust

Die Erfolge der deutschen Stukas im Mittelmeer.,, das wird mit jedem Tage deutlicher, haben die britische Öffent­lichkeit sckDckartig getroffen. Die Regierungsklique gibt sich deshalb verzweifelte Mühe, dem Eingreifen der Stukas eine grundsätzliche Bedeutung abzuwrecken. 3m Interesse ihrer Flotte, die von den breiten Massen noch immer als Grundlage der britischen Macht angesehen wird, mochte,sie die Chancen, die dem Flugzeug gegenüber den schweren, Ein­heiten gegeben sind, ableugnen. Ein Vernich. denwir la bereits von den Kämpfen um Narvik her zur Genüge, ken­nen. So erklärte der britische Minister Lord Chatfield zur Versenkung derSouthampton":Der Kreuzer, iw wir im Mittelmeer verloren haben, ist die erste große Schuis- einheit, die innerhalb von 18 Monaten infolge eines L u fl­au g r i f f e s versenkt wurde." Er hätte sagen müssen die Southampton" ist das erste, durch Stuka-Bomben versenkte Kriegsschiff, dessen Vernichtung wir nicht bestreiten können, weil amerikanische Journalisten Zeugen «eines

Innere Desorganisation Englands

((Eigener Drabtdericht unserer Berliner Schriftleitung.)

also nichts als ein Jllulionstrost. Herr Churchill, der im übrigen eine Umorganisierung seiner Regierung ab« lehnte, möchte den Eindruck erwecken, als ob England trotz der Mängel in der Kriegswirtschaft. über die immer wieder geklagt wird, keinesfalls schlecht dasteht und sich auf eine neue Offensive vorbereitet.

E» möchte mit diesem Jllustonstrost auch wohl die Un­ruhe bekämpfen, die in England durch die Zusammenkunft des Führers mit dem Duce entstanden ist, und die noch immer anhält, weil man eben neue Schläge der Achsenmächte erwartet und befürchtet. Man gibt zu. daß man voll­kommen im Dunkeln tappt, da die Deutschen es gut verstehen, ihre militärischen Geheimnisse zu tarnen. So kann man nur kummervoll immer wieder feststellen, daß die Achsenmächte enger denn je zusammenarbeiten. Auch Jovans neuestes Bekenntnis zum Dreimächtepakt hat naturgemäß alles andere als Freude in London ausgelöst. Man muß immer wieder feststellen, daß man außer den USA. keinen Freund hat. Dummerweise muß man auch gerade jetzt eingestehen, daß in den Verhandlungen mit Mos­kau nicht der mindeste Fortschritt erzielt werden konnte. Eden selbst hat sich zwar gehütet, dieses Eingeständnis zu machen, er hat seinen Unterstaatssekretär Butler int Par­lament vorgeschickt, der auf eine Anfrage nach den Verhand­lungen mit den Sowjets erklärte:Rußland ist auf die ver­schiedenen Vorschläge von englischer Seite im letzten Jahre nicht eingegangen. Die Lage ist jetzt die, daß die Initia­tive nunmehr der sowjetischen Regierung zu kommt." Damit ist der amtliche Schlußstrich gezogen und die Hoffnungen auf eine englisch-russische Annäherung, die bei der Berufung Edens in dos Außenamt erneut auf­lebten, sind begraben.

Unter solchen Umständen versucht man. sich mit weniger einflußreichen Freunden zu begnügen. Da ist einmal der auf neu aufpolierte Ex - Negus. von dem Reuter nun berich­tet, daß erirgendwo im Sudan" dem Exerzieren der neuen freien Armee von Äfyovien" beigewohnt habe, einer Armee, die von englischen Offizieren ausgebil­det wird. Ja. Reuter weiß sogar noch zu melden, daß der E;-Negus von den, Fortschritten seiner Truppen sehr be­friedigt gewesen sei. Der Ex-Negus genügt aber den Eng­ländern allein noch nicht. Deshalb wird noch ein anderer lebender Leichnam an das Licht gezerrt, nämlich Herr Be- nesch. Anläßlich der Eröffnung eines tschechischen Institutes in London bat der König von England an den kleinen Gernegroß telegraphiert und auch Herr Eden konnte bei die­ser Gelegenheit natürlich nickt fehlen. Englands Außenmi­nister betonte dabei, Hitlers Macht sei am Ende ihrer Ent- wicklungsmogliMeit angelangt, während die Kraft der Bri­ten ständig wackle. Das verzapft Herr Eden ausgerechnet in einem Augenblick, in dem die Kritik an Englands Kriegs­wirtschaft nickt abreißt und Herr OurA ,

eingreifen muß, um mit einem Jllusionstrost diese Kritik an der mangelnden englischen Produktion etwas zu dämpfen.

Deutschlandbesuch des ungarischen Honvedministers

Berlin, 22. Jan. Am 23. Januar trifft der ungarische Honvedminister, Vitez Bartha, auf Einladung des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht, Eeneralfeldmarschall Keitel, zu einem Besuch in Deutschland ein. Er wird sich bis zum 25. 1. in Berlin aufhalten.

as. Berlin, 23. Jan. Churchill hat sich gestern ver­anlaßt gesehen, im Unterhaus in die Debatte etnjugreiien, die sich um das Problem der Organisierung der Kriegs­wirtschaft dreht. Der englische Ministerpräsident, hatte offen­bar das Gesühl. daß es gut und zweckmäßig sei,, die Kritik, die an den Maßnahmen und Plänen des Arbeitsministers geübt wird, und die unter Umständen der ganzen.Regie­rung gefährlich werden könnte, zu dämpfen. Tatsächlich ist es ja in England bis heute noch nicht gelungen, das Problem des Einsatzes der Arbeitskräfte an der richtigen Stelle ein für die Kriegführung überaus wichtiges Problem zu lösen. Der Notwendigkeit einer totalen Lenkung auf diesem Gebiet steht man in England ziemlich fassungs­los gegenüber, da für eine solche Lenkung weder eine ge­nügende Erfahrung vorhanden, noch die Grundvoraussetzung gegeben ist, nämlich der soziale Friede zwilchen Unter­nehmern und Werktätigen. Churchill bat zu diesem ganzen Problem nichts neues zu sagen vermocht. Im weseritlicken hat er sich mit der Feststellung begnügt, da» sich England zum ersten Male in einerperiodischen Knapvhe i t an Menschenkraft" befinde. Daß es trotzdem noch immer zahlreiche Arbeitslose in England gibt, davon sprach Herr Churchill nicht. Zur Begründung dieser Knappheit an Menschenkraft verwies der Ministerpräsident darauf, da» in England jetzt einschließlich der Heimwehr vier Millionen Mann in Uniform steckten. Er gebraucht vorsichtshalber nicht den Ausdruck, daß diese vier Millionen, nun anck Soldaten seien, was ihn dann freilich nicht abbielt. wieder einmal von einer englischenJnvaslonsarmee zu faseln, die zu drei Viertel oder vier Fünftel.fertig trai­niert" sei. Dabei haben bekanntlich auch engliicke Sachver­ständige wiederholt festgestellt, daß England auch nicht, die mindeste Aussicht hat. je auf dem Festland wieder Fun zu fassen. Das Gerede von der engliscken Jnvastonsarmee ist

Churchills Geständnis

Stockholm, 22. Jan. Nicht nur in der Stimmung des Volkes, auch in der Debatte der llnterhausabgeordneten kommt die Unzufriedenheit über die Nackenschläge, die England von der deutschen Luftwaffe und Flotte einstecken muh, immer starker zum Ausdruck. Um die gesunkene Stim­mung wieder zu heben, sah Churchill sich darum veranlaßt, vor dem Unterhaus seine Ideen zu entwickeln, die er, wie Churchill sagt,mit viel Überlegung und einiger Erfahrung in bezug auf die Maschinerie zur Fortsetzung des Krieges" formte. Bei allen Versuchen aber durch Reform- und Organi- fationspläne den Engländern neuen Mut zu machen, kommt Churchill selbst zu dem bitteren Schluß: Es liegt mir fern, ein rosiges Bild von der Gegenwart und der Zukunft z u m a l e n. Ich glaube nicht, daß wir Veranlassung haben, andere als die düstersten Töne und Farben an­zuwenden. Unser Volk und mit ihm das ganze Empire durch­wandert ein düsteres und mörderisches Tal."

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Kz. Die britische Propaganda arbeitet unter dem pein­lichen Zwang zur Zwiespältigkeit, die in der der- geitigen Lage Englands .begründet liegt. Einmal rnutz ste den Amerikanern die Schwierigkeiten des Jnselreiches in dm düstersten Farben zeichnen und das gerade in dem Augenblick, in dem der Sonderbevollmächtigte Roosevelts. Willkie, an Bord eines Clivverflugzeuges nack Washington zuruckkehrt. Er sollte sich bekanntlich im Auftrage des amerikanischen Präsidenten, der sich anscheinend in dem Wust der englischen Lügen'selb» nickt mehr zurechtsand, an Ort und (stelle über die Widerstandskraft Englands, unterrichten .Churchill, der Willkie einen persönlichen Brief an. Roosevelt mitgab. legt größten Wert darauf, daß die Amerikaner mit ihrer Hilfe sofort und in größtem Umfang ein- setzeil. Er schlägt deshalb die finstersten Tone an. steht stÄ aber gleichzeitig gezwungen, für den inneren Gebrauch und zur Aufrichtungderniedergeschlagenen Stim­mung, eine neue Jllustonskamvagne zu starten.

England raubt das Kongo-Gold

Schamlose Bereicherung an dem Befitz der ehemaligen Verbündeten

Stockholm, 23. Jan. (Funkmeldung.) Reuter verbreitet eine Mitteilung des englischen Außenamtes über den Ab­schluß eines sogenannten Kauf- und Finanzver- trages mit Belaisch-Kongo. Neben dem mehr als vagen Versprechen, bestimmte Warenmengen zu übernehmen und an Belgisch-Kongo Kredite zu geben, enthält der zwischen E d e n und der in London ausgehaltenen belgischenRegie­rung" abgeschlosseneVertrag" die überaus interessante Klausel, daß die Gesamtheit der Gold- und Devisenbestände Belgisch-Kongos an die Bank von England abgetreten werden. Die englischen Bestände an Gold und Devisen zur Fortführung des Krieges werden also, so heißt es in dem Reuter-Bericht schamhaft, auf diese Weise eine Vermehrung erfahren mit anderen Worten: die eng­lischen Plutokraten rauben nunmehr auch das Gold Belgisch- Kongos und ihre seinerzeit nach London geflüchteten bel­gischen Handlanger leisten ihnen dabei Hilfestellung.