Dienstag. 31. Dezember 1948
Wiesbadener Tagblatt
Zweites Blatt Nr. 307
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D(W der UWwuuuj- im- allgemeinen und einem- Keim im besonderen
Der. Mensch unserer Tage, eingesvannt in die Tages- arbert. die. wird sie sinnvoll erfüllt, nie Selbstzweck sein rann sondern immer der Persönlichkeit des Schaffenden gerecht werden muh. sucht in seiner Wohnung mehr als einen Ort des Aufenthaltes und der Ruhe. Er lehnt sich
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bin zu einem Heim, einem Plätzchen, das ihm allein gehört, das er nach lernen Wünschen gestalten kann, das ihn bin- führt zu seinem persönlichen Ich und ihm seine Wünsche erfüllen Hilst. Nicht immer wird es möglich sein, alle Liebhabereien zur Wirklichkeit werden zu lassen, aber die Zeit, in der der ..schlechte Geschmack" in der Wohnung triumphierte, Ut vorbei. Es ist heute jedem, auch mit bescheidenen Mitteln, die Möglichkeit gegeben, seine Wohnung nach persönlichem Geschmack einzurichten. Es gab eine Zeit, da gähnte in vielen Behausungen eine öde Leere, in anderen wieder sand eine Fülle von Stillosigkeiten Platz: Kitsch in Reinkultur galt als schön, wenn er. nur teuer war. Das Äußerliche, das manchen Menschen in Charakter und Wesensart anhaftete, dominierte auch in vielen Fällen in der Wohnung. Glücklich konnte ihr Besitzer nicht lein. Die Nachkriegszeit brachte uns in den ..modernen Möbeln" das Extrem der „Makartzeit". Kahl und nüchtern wirkten die
Konstruktionen.einer entarteten Raumgestaltung. Auch diese Zeit ist überwunden. Wir haben zurückgefunden zur schönen und persönlichen Wohngestaltung. Nicht was modern ift. ist immer schön. Schön allein kann nur das sein, was uns im Innern unseres Herzens erbebt, was uns glücklich macht.
Den Raum als Spiegelbild der Persönlichkeit lernten wir in der Wohnung des Mitgliedes unseres Deutschen Theaters. Frank Falkner-Aloisi. kennen. Einige Motive aus diesem Künstlerheim zeigen wir unseren Lesern im Bilde. Wir kennen den Künstler, der seit einem Jahrzehnt an unserer Reichsbübne wirkt, als eine Persönlichkeit von starker Charakterisierungsfähigkeit. Wir wissen, daß das Gestalten von Bübnenfiguren in den meisten Fällen ein tief fundiertes Wissen voraussetzt, das der Künstler aus einer reichhaltig ausgestatteten Bibliothek schöpft, in der der Wissenschaftler und wahre Bücherfreund kaum eine Lücke finden wird. Aber nicht nur die Literatur allein schafft die Atmosphäre, der der Künstler zum schöpferischen
Werken bedarf. Aus der Sehnsucht der Weite der Arbeit sind alle die Dinge im Raum zusammengetragen worden, die dem künstlerisch empfindenden und schaffenden Menschen lene Impulse vermitteln, die sich in der Lühnengestaltung
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schliMich auswirken: jene bolzgeschnitzten Engel aus dem 15. Jahrhundert, die die Wände zieren, jener Männerkovf eines van Dock, jenes schmiedeeiserne Tor. das den Durchgang freigibt zu einem Meisterstück aus der Zeit des rheinischen Barocks, einem reichgeschnitzten Schrank mit einem Verschluß, dessen Schmiedekunstarbeit — praktisch wie formschön — seinen Schöpfer als wahren Meister erscheinen lassen, jene Totenmaske des großen Korsen, die neben einer umfassenden napoleonischen Literatur, u. a. einer Original-Tabatidre. eines schlichten ..Sekretärs" aus dem Louvre, erkennen lallen, in welch umfangreichem Maße der Künstler gerade auf diesem Gebiet Studien getrieben bat.
Dieses Heim ist ein idealer Zusluchtsort zur Persönlichkeit des Künstlers. Gerade das Zeitlose der Umgebung bringt ihm die Konzentration für seine Arbeit, Die Ursprünglichkeit der Gegenstände, die den Raum füllen, bedingt das geschlossene Bild einer vorbildlichen Wohnkultur, die uns in die Jahrhunderte zurückversetzt und doch gegenwartsnah wirkt. Die Liebe zum künstlerischen Schassen vergangener Epochen zeichnet den Gestalter eines Heimes aus. das Eleganz mit Behaglichkeit verbindet. Wohin das Auge blickt, erfreut es sich an Gegenständen, deren Schöpfer wohl kaum ahnen konnten, welche Freude ihre stil- und formvollendete Arbeit bei den Menschen späterer Zeiten auslösen würde. Alle diese Dinge, woblgealiedert im Raum, schaffen eine Atmosphäre, die einmal den Künstler bei seiner Arbeit beflügelt und zum andern beim Beschauer jene Beglückung auslöst, die wir beim Anblick von Gegenständen wahren Kunstschaffens empfinden.
Text: W. PempeL Bilder: V. Hosp ach.
Val pare
ist „Bal pare*
das
Paul Hartmann, Jlse Werner Hannes Stelzer, Käthe Haack
Jugendliche nicht zugelassen
Beginn Wo. 3, 5.15, 7.30 Uhr
Beginn Neujahr 1 Uhr
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zum JahresroeJiscl
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das Lustspiel der großen Besetzung: Rudi Godden, Job. Heesters die falschen Vagabunden Rudolf Platte, Rudolf Carl die richtigen Vagabunden
2 Paare, die ununterbrochen Lachsalven auslösen Ferner: Mady Rahl, Carola Höhn, Carsta Lock
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