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Wiesbadener Tagblatt

«. 6*eUenberui*e SuftBradtnt. .Äaabiatt...» . ,,-r ... , Erscheinungszeit:

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Wöchentlich

6 Ausgaben

mit einer täglichen

Unterhaltungsbeilage

Nr. 290

Montag, 9. Dezember 1940

88. Jahrgang

Anzeigenpreise: Ein MMmeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Ernnd- preis 7 Rvr. der 85 Millimeter breiten Spalls im Tertteil 60 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 9, Nachlasse nach Preisliste Nr. 9. - Schluß der Anzeigen »Annahme O'/a Uhr vormittags.

Werwigllch nachmittags.

Eeschäftszell: 8 Uhr morgens bis 1 Uhr abends außer Sonn- u. Feiertag« Berliner Büro; Berlin-Wilmersdorf

8. 6*dlenbttg'|<ee Sai6»rx<terd,Sagblatt =

.....HO^ltttt Wiesbaden. Postschecklonlo Frankfurt a. M' Nr. <405.

° ^°°mverung der Lieferung rechtferttgt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises.

Das britische Tonnage-Defizit

Drei Millionen BRT. jährlich, trotz zu gering angesetzter Schiffsverluste

also die

bitebenes .Variete-Theater mit einer ..Festvorstellung" wieder etonnet, bann, ist auch das nichts weiter, als Chur- chlllscher Jllusionsschwindel. Den Überlebenden von Coventry fretltch wäre mit einer richtigen Fürsorge wohl besser gedient als mit dieserFestvorstellung" zwischen Trümmern.

Carnavon Castle"mitSchlagseitein Montevideo

»Herrschaft Englands aus dem Atlantit nicht mehr unbeschränkt"

lroduktionsstätten aber ousammenstelluna über die allein -------, -^geworfenen vBombenmengen ein Haies Bild. Wenn danach jebe englische Bombe, die auf das Netchsgemet abgeworfen wurde, fünszehnfach vergolten wurde, io wem man nun auch wohl in England, das deutsche War- nnb Mahnungen nicht zu überhören find. Die Ziffer Ma Mtoiun Kilogramm -vrengbomben im November auf England macht es aber auch sehr verständlich. Sah man in England olotzltch den Luftkrieg verdammenswert findet Wenn man angesichts biejes. Bombenregens jetzt die Welt glauben machen mochte, bas eigentlich alles gar nicht io schlimm sei, und wenn man. um dennormalen Gang des Lebens in Coventry zu demonstrieren, dort jetzt ein unversehrt ge-

Auf Birmingham insgesamt 825000 Kilogramm, oavon bei drei Großangriffen 762 000 Kilogramm

Aus .Southampton insgesamt 567000 Kilogramm, davon bei drei Grogangriffen 500 000 Kilogramm

. Aus Coventry insgesamt 552 000 Kilogramm, davon bei einem Grogangriff 503 000 Kilogramm.

Aus 2t»etpoql insgesamt 376 000 Kilogramm, davon bet einem Großangriff 356 000 Kilogramm.

A't dem Sunt 1940 werfen britische Äamofnufljeuge ihre Bomben auf Wohnviertel deut- wer Städte, auf Krankenhäuser, Kochen und soziale An- italteu des Reichsgebietes und der von Deutschland besetzten Veorete.

Eindringlicher Warnungen ilch.dte Methoden dieser »n enter Linie gegen die Zivilbevölkerung gerichteten britischen Luftkriegführung nicht ^<168 Suftroaffc hat. daher die mehrfach an- gekundigten Bergeltungsangrifse gegen die britische jmel »m Serbn dieses Jahres mifgenommen. Im Gegensatz Zeitlichen Methode, richtet sich die deutsche Vergeltung »ur «egen militärische und kriegswich­tige Ziele m Großbritannien.

, - .Von zustand>ger Stelle erhalten wir nunmehr die am t- tichen Unterlagen über die während des Monats w ber abaeroorfenen Bombenmengen. Hiernach wur­den durch die RAF. wahrend dieser Zeit 430 000 Kilo- ßramnt -prengbomben auf das Reichsgebiet abae- worsen, durch die deutsche Luftwaffe aber 6 7 4 7 00OKi l o- Lenm.m «vr eng bomb en, also etwa 15mti soviel, auf ^^ntonnten. So vergilt die deutsche Luftwaffe die Kamvf- ^etho^i. die von den. Engländern seit dem Juni 1940, also SJJpnate ooc Beginn der deutschen Vergeltungsflüge, an- sewanor wrro.

- n, Von n der deutschen Gesamtabwurfmenge entfallen o 05a 000 Kilogramm, wie schon bekanntgegeben, auf die töeri*10 0 n,8-V * f eM1 Laute des November, während zu- l°>l-ch mr gleichen Zeit 1 692 000 Kilogramm bei fon- tigen Unternehmungen gegen kriegswichtige Ziele in Eng­land rum Abwurf kamen.

eifJÄ! y 0 nxL°n ?u.^den insgesamt geworfen 3187 000 ?,S.8w,n' davon bei 13 Grohangriffen 2 664 000 Kilo- stumm.

Vaturlicl) sucht man in England wieder nach einem rJalk8J?ubUin 'N dem Ersten Seelord der Admtralttat, Sir Dudley Po u n d. gesunden zu haben, gegen & P nzt9es- Kesseltre.lben IN .der englischen Preise ein- geietzt hat Er wird autgetorderi, einem Lungeren Fach- tL-Jkrs. machen^der geschickter und weniger konven- ttonell den Krieg zur See fuhrt. Damit wur " '

*pli tr kde s Pf.e r b e w e chs e ls mitten im

und anderen Kriegsschiffen einigermaßen schwer werben durste. Das Interessante an diesen Angriffen auf die Admi­ralität tsi das von Winston Churchill in keiner eng- ltschen Zeitung gewrochen wird, während es bisher bock stets hieb, das Churchill persönlich bie Richtlinien ber britischen Martneoolitt.k feitle».. Sollte etwa Herr Churchill selbst sie Angriffs auf Sir Dudley Pound veranlaßt haben, um die Äunnerksarnkett. von sich, dem eigentlichen Verantwortlichen, abzulenken? Wir sehen tn diesen Debatten, die übrigens in einem bemerkenswerten Gegensatz zu der amtlichen englischen Beichwlcht'.gungsvolltlk stehen, nur einen neuen Beweis für bie starke SB ir tu ng der deutschen Blockade. Wenn man babei m England letzt häufiger an die für Groß­britannien überaus kritischen Tage des Jahres 1917 erinnert, fo wird, man auch lenseits des Kanals nicht übersehen kön­nen, das sich England heute in einer unvergleichlich schlech­teren ~age.. Deutschland aber tn einer unvergleichlich günsti­geren Position befindet, gibt doch schon ganz abgesehen von anderen Dingen der Besitz der festländischen Kanalküste und ber tranzosiickien Atlantikhäfen den deutschen ll-Boot- des'Angrisse?" eine wesentlich größere Sicherheit

... Zu den Erfolgen der deutschen U-Boote und der deutschen Uberwasseritrelikrafle gesellen sich nun aber auch noch die Enolge der deutschen Luftwaffe. Auch sie weiß, wie ber gestrige OKW.-Bericht erneut zeigte, bie englische Schiffahrt immer mteber zu treffen. Uber die Wucht ihrer Angriffe auf die englischen Probuktionsstätten aber gibt dte amtliche deutsche Zusammenstellung über die allein tm Monat November abgeworfenenBombenmengen ein

Die italienische Flotte

Von Kapitän zur See Professor von Waldeyer-Hartz

Von feiten ber italienischen Marine ist wiederholt und unzweideutig erklärt worden, daß man sich nicht inet einer den Mittelmeerverhältnissen angepaßtenKüstenmarine" be­gnügen wolle; das Ziel sei vielmehr, eineozeanische" Flotte Zu schaffen. Italien hat damit seine Ansprüche angeineldet, auf allen Meeren gehört zu werden. Diese Forderung ergibt sich einmal aus dem Kolonialbesitz Italiens, das mit" Italic» nisch-Somaliland einen breiten Äüstenstreifen am Indischen Weltmeer beherrscht, dann aber auch aus dem Umfang und der Bedeutung des Überseehandels unter italienischer Flagge Die Handelsschiffstomiage Italiens umfaßte im Jahre 1890 817 000 Brutto-Remster-Tonnen. Heute ist sie auf über drei Millionen Brutto-Register-Tonnen gestiegen; also auch hier ein beträchtlicher Fortschritt.

Die Planung einerozeanischen" Flotte im Gegensatz zu einerKüstenflotte" oder einerNebenmeerflotte" bedingt schiffbauliche und Ausbildungsmaßnahmen von erheblichem Umfange. Die italienische Marine hat die entsprechenden Folgerungen gezogen. 5m einzelnen ist hierzu folgendes zu lagen: Für den Bau neuer Schlachtschiffe ist eine Wasserverdrängung von 35 000 Tonnen festgelegt worden. Damit ist die Gewähr gegeben, daß Schiffe entstehen, die nach ieder Hinsicht vollwertig sind und den Kampf mit keinem Gegner zu scheuen brauchen. In Übereinstimmung mit den bet uns gültigen Anschauungen hat auch die italienische Manne ihre neuen Kampfriesen mit 38-Zentimeter-Ge- ichutzen als Hauptarmieruag bestückt.

Bei den Kreuzern weift die italienische Flotte in Gleichschaltung zu den Flotten ber anderen Großseemächte Fahrzeuge des schweren und leichten Typs auf. Derschwere

U roe sP fers e w e ch sc l s .mitten im Strom fort­gesetzt Bekanntlich m m auch ent unlängst der Oberkomman- ^,er,cnbe &et englischen veimatslotte. Sir Charles Sorbes, öur* Admiral. John Tovey ersetzt worden. Während Forbes aber fein neues Kommando erst im Frühjahr antritt. W sr fein altes Kommando bereits an den neuen Mann S Wulfen, dem bte...engltiche. Presie nachrühmt, baß er serabeäu. ein Soezialisi für Zentorer fei. Bon ihm hofft man, das er zu einer aktiven Kriegführung über» sehen wirb,, was ihm allerdings angesichts des von der eng- lifchen Presse gar. nickt geleugneten Mangels an Zerstörern und anderen Kriegsschiffen einigermaßen schwer werben

Fünfzehnsache Vergeltung

D,e deutiche Luftwaffe warf im November 6 747 000 Kilogramm Svrenqbomben über England ab. während die RAF 430 000 Kilogramm auf das Reichsgebiet mederfallen ließ 0 e

Grohangrifs auf London

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.)

as. Berlin. 9. Dez. Die englische Hauptftadt ist. wie der heutige OKW.-Bericht meldet, in der Nacht zum M o n t a h das Angriffsziel deutscher Bomber gewesen. Es handelt sich dabei um einen anßerordentkich schweren Angriff, einer der schwersten, den London er­lebt bat, obwohl doch diese Stadt wirklich Angriffe aller Art kennengelernt hat, und obwohl doch allein auf London im Monat November 3187 000 Kilo Bomben abgeworfen wur­den. Die ersten vorliegenden Nachrichten lassen erkennen, daß auch dieser Angriff wieder große Verwüstungen anrrchtete./ Er vernichtete zugleich Hoffnungen, denen sich die Engländerim. den letzten Tagen bingegeben batten. Als nämlich jetzt vorübergehend die An- griffstatigkert der deutschen Luftwaffe etwas nachließ, zerbrack üch der Lnftfahrtkorresvondent des Reuterbiiros den Kopf darüber, warum wohl die deutsche Angriffs­tat,gkeit geringer geworden ker. In einer Darstellung, in der man noch erklärte, daß Sonntag ein außerordentlich stiller Tag gewesen fei. hieß es dann, daß nach Ansicht zahl­reicher Beurteiler Deutschland eben zi eidlich er­schöpft sei, daß es aber doch möglicherweise wieder zu »gendmnem überraschenden Großangriff Kraft sammele. Wahrscheiultch aber fei. ,jo meinte der Reuterkorrespondent, daß die deutsche Luftwaffe durch die Erfolge der englischen »lieger stark gelitten habe. Nun brachen alle diese Schwindel- melduugen durch einen. Großangriff der deutschen Luftwaffe wie ein Kartenhaus zniammen.

USA-Wersten fallen aus

(Eigener Drabibericht unserer Berliner Schriftleitung) p-A??.Berlin, 9 Dez. Die geradezu katastrophalen SnrnolJ «SA1 ben Engländern immer größere

Sorgen. Man schätzt letzt bie Hohe ber britischen Schiffsoer- luite auf ,oier Millionen Brutto-Register- ° u t m I ah r e. eine Ziffer, bie zweifellos noch zu öetrug doch schon vor einiger Zeit der durchschnittliche Wochenverlust etwa 100 000 BRT. Nun fraqt man sich, mie man bieien Verlust ersetzen soll. Die Hoffnungen auf amerikanische Werften hat man erheblich zurückgeschraubt, trf,n^UI ^enntms.nehmen.mutzte, daß sie arnerikani- L?en Werften mit Aufträgen derart überlastet sind, baß Ausführung neuer Bauten vorerst 8.ar nicht denken können. Die Produktionsfähigkeit der schätzen die englischen Sachver- auf etwa eine Million Tonnen irn Jahr, so baß stch schon, bei dieser Berechnung, und immer vorausgesetzt, daß bte englilche. Probuktionsfahigkeit nicht noch weiter absinkt, ein D e f i z 11 von drei Millionen Tonnen er- geoen wurde.

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Bombenabwurf menge bei broßangnffen b'ov.eo

Stockholm, 8. Dez. In allen Häfen der atlantischen Küste Europas unb Amerikas hat das Seegefecht, das im Süd­atlantik zwilchen einem deutschen Kriegsschiff und einem bri­tischen Hilfskreuzer stattfand. allergrößten Eindruck gemacht. In Schiffahrtskreisen wird darauf hingewiesen, daß die vorläufige Ausschaltung dieses großen modernen Hilfs­kreuzers die Handelsschiffahrt auf dem Atlantik noch un- licherer machen werde, als dies heute schon der Fall sei. Die deutsche Seekriegsführung habe bewiesen, daß die Hernchaft Englands auf dem Atlantik längst nicht mehr so unbeschränkt ist wie noch im letzten Kriege und daß dadurch die Hoffnungen auf eine Verstärkung der amerikanischen Zu­fuhr sehr bald einer grundlegenden Revision unterzogen wer­den müßten.

Die Ankunft des englischen HilfskreuzersCarnavon Castle" im Jnnenhafen von Montevideo hatte große Mengen Schaulustiger angelockt. Das Schiff hatte deutlich Schlagseite nach backbord, auch wurden zwei glatte, große Einschläge steuerbord mittschiffs etwas über der

aMerHnie und verschiedene Einschläge am Schornstein beob- großeres otud der Verschanzung des Prome­nadendecks ist mittschiffs steuerbord herausgerisien. Ein starker, schon von weitem flchtbarer Einschlag ist auf der Kom­mandobrücke an der Steuerbordseite sichtbar. Auf Backbord, etwa über der Wa||erlinie, ist eine Platte gehoben, antaeu neiib durch eine innen krepierte Granate. Zahlreiche Ambu­lanzen erwarteten die Verwundeten, als deren Zahl neben sieben Toten bis fetzt 20 bekannt ist.

... Ww in Riö be Janeiro hervorgehoben wird, handelt es lid) SeibernCarnuvon Castle" um das gleiche englische Schiff, das vor einigen Tagen in unmittelbarer Nähe der ÄhAÄn fU^e®elt A^fer »3tape" angehalten und geholt hat. In ber brasilia­nischen Öffentlichkeit hat bte Nachricht von der prompten -U kl g C J t UltflSüftiOH bC5 bcuttocit Silf 5^011^615 großen Umdruck gemacht Die Zeitungen bringen Nachrichten ÄISS!*be*

Bombenabwiirfmenge bei Großangriffen der Luftwaffe tm November 1940

Weltbild (M.)

Auf Bristol insgesamt 178 000 Kilogramm, davon bei einem Großangriff 160 000 Kilogramm. 0

Auf Plymouth insgesamt 117000 Kilogramm, davon bet einem Eronangriff 110 000 Kilogramm

Auf lonstige Landziele in England wurden 604 000 Kilo- ckramm Bomben geworfen. Einzelschiffsziele und britisch- (5c- l£|t3U0e routben mit 246 000 Kilogramni rduoDläne mit $ombe!tÄÄ'tmm ,Dn'ti0e 3ith mit 36 000 Kilogramm bob^' Eoo'l 'n » sk/o « nnEt in diese. Angaben ist die Eng^land^uiedergehen.d^"udbomben, die allnächtlich in

Großbritannien hat durch feine eigenen Maßnahmen die

U11850 e8n fler deutschen Luftwaffe berausqeforb-rt L^. nai zur Kenntnis nehmen müssen, daß GroßbeiEländ -chlage nicht nur abwehren, sondern um c?» «i »rt«* »erst-rkt zurÜckzugeben verhehl.°D?e$$uatitunfl6' cptarfK t*r 6eutr*ett -uftwasie sprechen eine eindeutige