Wiesbadener TagblatL
Samstag/Sonntag, 7./8. Dezember 1948
Seite 4 Rr. 289
Wiesbadener Aacheichtm
Wilhelmstraße 30
Zum 8. Dezember 1940
aus dem Spezialgeschäft der DAME
Neue Lebensmittelkarten
Wie das Städtische Ernährungsamt im Anzeigenteil unserer heutigen Ausgabe bekanntgibt. werden ab 10. Dezember 1940 die Lebensmittelkarten für die 18. Zuteilungs- veriode (16. Dezember 1940 bis 12. Januar 1941) aus- gegeben. Es werden die gleichen Lebensmittelkarten wie bei der letzten Kartenausgabe verteilt (mit Ausnahme der Konservenkarten). Ferner werden den Verbrauchern zwei Merkblätter ausgebändigt, und zwar eine Merkblatt für die Kleintierhalter und ein Merkblatt über die Altmatcrial-Schulsammlung. Die Bezugsberechtigten werden an die genaue Einhaltung der Abholungszeit erinnert. Nachzügler müssen eine Gebühr von 1.— RM entrichten.
Die Pflicht ist größer als die Welt
Ei« Soldat zum Ovfersountag
Es iit nicht das erstemal und nicht das letzte, wenn öu am Sonntag wieder um eine Gabe für das Kriegs- WvW. gebeten wirst. Du wirst vielleicht gleichförmig wie immer deinen bestimmten Betrag zeichnen. Wie das letztemal . . . gedankenlos . . . selbstverständlich, als wenn man etwas Gewohntes tut. Und doch. Du solltest es nicht vergessen. dir immer wieder die Frage vorlegen: warum gebe ich eigentlich? Warum? Dieses grobe Warum, das du dir hier in der Heimat stellst. das haben sich die Männer im grauen und blauen Rock drauben an allen Fronten oft vorgelegt, und ihre Antwort war stets die Tat. war ihr Einsatz.
Das schreibt sich leicht und klingt auch gut. Aber weißt du denn, wie das aussieht, wenn eine Komvanie zum Sturmangriff antritt? Weißt du denn daheim, was das beißt, wenn man in die Kugeln des Feindes gebt? . . . Du kannst es nicht wissen, nur ahnen. Es fiel jenen nicht immer leicht, dieses Vorgeben und das Befolgen des Kommandos: .....Auf. marsch marsch!" Aber man tat es,
man stürmte, man ging ran unter Nichtachtung seiner selbst: man meldete sich auch freiwillig. Als da der Hauptmann bei einem ersten Sväbtruvvunternebmen in Polen seinen Gefreiten ö.. der sich freiwillig gemeldet batte, fragte: ..Sie
nicht für uns. Doch es sind unter uns in der Gemeinschaft des Volkes Menschen, die unserer Betreuung bedürfen, sie gehören zu uns. sie sind Menschen unseres Blutes, unserer Sprache. Ihnen gehört unsere Liebe gerade in den Tagen, da das «rest der Liebe und der Freude sich bereitet. Ihnen gelte euer Ovfer. Ihnen, den Frauen und Müttern und Kindern von Männern, die draußen auf dem Posten stehen, oft Tausende von Kilometer weit der Heimat entfernt. Kann es nicht als ein Beispiel angesprochen werden, daß allein eine Armee im Westen durch Sach- und Geldspende an einem Tage eine halbe Million Reichsmark für das Kriegs-WHW. durch Soldatenspenden aufbringen konnte. Auch das ist eine Antwort auf die große Frage: Warum. Gerade den Ärmsten der Nation gegenüber gilt das Wort, das in anderem Zusammenhänge schon einmal gesagt wurde: die Pflicht ist gröber als die Welt. Wir haben die Pflicht, dielen Menschen zu helfen. Ihnen gelte unser Opfer, ihnen gelte unsere Svende.
Wenn dann in den nächsten Tagen wieder ein Spender der Volksgemeinschaft an deiner Tür steht Und dich um etwas bittet, empfinde es als ein Glück, geben zu können. Sei froh, dab du eine Tür hast, die du öffnen kannst. Gib aus Dank für die Männer, die an der Küste und hoch über England dafür sorgen, daß du daheim schaffen kannst. Auch du hast jemand an der Front, der dir nahesteht. Darum vergiß bei allem nie: alle noch so großen materiellen Opfer können nie das aufwiegen, was
— Die Verforsungslage. Die Fleischversorgung in Hessen- Nassau steht weiterhin im Zeichen starker Austriebe aus dem eigenen Gebiet, obwohl im allgemeinen Hessen-Nassau Zuschußgebiet ist. Auch der Schweineaustrieb deckte den Bedarf. Am Mehlmarkt herrscht weiter lebhafte Nachfrage, Die Versorgung mit Nährmitteln ist wie bisher stchergestellt. Der Bedarf an Vollmilch wurde wieder gedeckt, obwohl er durch die Ausgabe von Vollmilchkarten an Personen über 70 Jahre gestiegen ift und wohl auch noch weiter steigen wird. Ebenso war die Versorgung mit Milcherzeugnissen. Ölen und Fetten ausreichend. Es ist zu hoffen, dab in Zukunft sich der Kauf von Quark auf den ganzen Versorgungsabschnitt verteilt. Nur dann ist eine laufende Versorgung mit »rischer Ware gesichert, da ja in den Molkereien der Quark auch lausend her- gestellt wird. Die Lage auf dem Kartoffelmarkt ist weiterhin ruhig. Gemüse ist immer noch in allen jahreszeitlichen Arten ausreichend vorhanden.
__— Veranstaltung des Deutschen Automobil - Clubs (DDAC.). Ortsgruvve Wiesbaden. Einer schon Tradition gewordenen Eevilogenbeit nachkommend, batte die Ortsgruvve Wiesbaden des DDAC. auch dieses Jahr am Nikolaustag eine Veranstaltung für ihre Mitglieder an- gesetzt. eine Aufführung im Residenztbeater. der sich ein
Treue, Opferwilligkeit, Verschwiegenheit sind Tugenden, die ein großes Volk nötig braucht
ADÖLF HITLER
IVas die Dame siet) wünscht.
Vornehme Kleider. Kostüme. Mäntel
Feine Wäsche . Modische Kleinigkeiten
Am 4. Opfersonntag zeige auch Du Deine Opferbereitschaft. - Die Waffe der Heimat ist das Opfer! Der kommende Sonntag soll ein neuer Ehrentag der Nation werden
auch dabei H.? Sie haben doch zwei Kinder und eine junge Frau?" Da sagte dieser einfache Soldat, der später mit dem Tode bezahlte: „Jawohl. Herr Hauptmann, denn die Pflicht ist gröber als die Welt!"
Das ist es. was sie auszeichnet, die Unbekannten an allen Fronten. Dab sie diese Frage: Warum? Für wen? Wozu? jeder Tüt sich beantwortet haben und danach bandeln. Es ist nicht immer io heroisch und gar nickt so leickt. wie sich das oft anhört, wenn man einen von vorne erzählen hört, aber sie 'haben an der Front manchen sterben sehen, gute Kameraden darunter, die noch im letzten Lächeln eine Antwort gaben auf das grobe Warum! Was du auch nun, der Gefahr entrückt, in der beschützten Heimat geben magst für dieses Werk der Liebe, für das ein Heer von namenlosen Helfern bereitsteht, freiwillig Ovfer an Zeit und Kraft zu bringen, es ist — ob aus dem Vollen geschöpft oder als wirkliches Opfer dargebracht — doch nur wenig im Vergleich zu den Leistungen derjenigen, die über das größte materielle Opfer hinaus sich selbst zu geben bereit waren und es in jeder Stunde sind. Die jetzt einsatzbereit dort draußen im zweiten Kriegswinter auf Wacht stehen, wissen um die Leistungen und das Wollen, um den guten Geist und die ständige Ovferbereitschaft der Heimat. Die ganze Front glaubt an sie.
Meint ihr denn, wir könnten so sieben, unsere Flieger könnten so angreifen, immer und immer wieder den Tod nicht achtend und die Gefahr, unsere Mariner würden so rangeben an die Sommies, wenn nicht ein großes Band, geschmiedet durch die Idee des Führers alle verbinden würde: uns da vorn an der Front und euch daheim in der Heimat, die teilweise auch in das Gebiet der Front gerückt wurde? Wir wissen das — wir da draußen. Uns macht euer Ovfersinn stark, aber wir brauchen eure Ovfersummen
Aus Auust und Leben
* Die Weihnachtsausstcllung Wiesbadener Künstler findet auch in diesem Jahre statt. Die Ausstellungsräume befinden sich im Hause Ecke Wilhelmstraße,Luisenstraße. Beteiligt an der Ausstellung sind alle Künstler aus Wiesbaden und Umgebung.
* 500 000 Besucher im Haus der Deutschen Kunst. Seit dec Ende Juli erfolgten Eröffnung der „Großen Deutschen Kunst- ausftellung 1940“ haben bis zum 5. Dezember mehr als eine halbe Million Volksgenoffen die Schau besucht. Heute schon kann gesagt werden, daß die Besucherzahl der Ausstellung, die voraussichtlich noch bis Mitte Februar 1941 geöffnet bleibt, diejenige der Vorjahresausstellung erheblich übersteigen wird.
* Feftaufführung des Bismarck-Films. Nachdem am Freitagmittag die festliche Uraufführung des historischen Films „Bismarck“ im Ufa-Palast am Zoo rauschenden Beifall vor ausverkauftem Hauie erhalten hatte, fand um 17 Uhr eine Festoorstellung vor geladenen Gästen statt. Ihr wohnte Reichsminister Dr. Goebbels bei. In feiner Loge hatten Platz genommen die Hauptgestalter dieses Films, Paul Harrmann und Christian Kayßler sowie Wolfgang Liebeneiner, der die Regieleitung hatte. Unter den zahlreichen erschienenen Vertretern des Staates bemerkte man die Reichsminister Dr. Lammers, Dr. Ohnejorge, Dr. Gärtner und Kerrl, Staatsminister Meißner, ferner zahlreiche hohe Offiziere des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe. Bei den verschiedenen Szenen brach immer wieder das vollbesetzte Haus spontan in Beifall aus. Besonderer Dank galt der meisterlichen Darstellung Bismarcks durch Paul Hartmann und des Königs Wilhelm I. durch Christian Kayßler.
* Leo Tolstois Stimme. Am 20. November dieses Jahres, an dem sich der Todestag cLeo Tolstois zum 30. Male jährte, bot sich den Rundfunkhörern der Sowjetunion Gelegenheit, die Stimme dieses ruffifchen Dichters zu hören. Sie wurde von einem Tonfilmband wiedergegeben, das unter Benutzung alter Phono- graphenwalzen hergestellr worden ist, die Leo Tolstoi einst selbst besprochen hat. Ter Phonograph mit den dazugehörigen Walzen ist ein Geschenk des amerikanilchen Erfinders Edison art' Leo Tolstoi, über das dieser sich sehr gefreut hat. Etwa 30 von Tolstoi besprochene Walzen werden im Tolstoi-Museum von I a ß n a j a P o l j a n a aufbewahrt. Die Walzen benutzte Tolstoi nicht nur zum Diktat von Briefen, vor dem Phonographen äußerte er vielmehr auch seine „Gedanken über die Gegenwart", ferner diktierte er die Übersetzung der Erzählung Victor Hugos „Der Bürgerkrieg“, eine für Knaben bestimmte „Erzählung von dem Mann ohne Füße" u. a. m. Die zuletzt genannte Erzählung ist niemals
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abgeschrieben worden und wird erst jetzt zum ersten Male veröffentlicht werden.
nickt nur am Wochenende. Es wird nochmals klargeftellt., daß der Jugendarrest ein Zuckt- Niirt e l unb feine 641 qt e. 9teben bet ißeibänciunü methpn06 Tonnen ,Erziebungsmaßregeln angeordnet
^°u. Welter wird gesetzlich testgelegt. daß die Aus- he8i un0 unter Bewilligung einer Probezeit
i°,i.,„orurtei!ung zu Jugendarrest zulässig ist. Bei Verur- Wockenendkarzer treten, falls die Freizeit des n v das Wochenende fällt, die entsprechenden Zeiträume der «rrerzert an die Stelle des Wochenendes.
* 12 000 Jahre alte „Benns“ gefunden. Ein Fund von großer wissenschaftlicher Bedeutung wurde dieser Tage in Ehiozza bi Scanbiano gemacht. Bei Ausgrabungen unter Leitung bes namhaften Geologen Marchese Lurgi b e Buci würbe eine uralte prähistorische Statuette aus Kalkstein ans Licht geförbert. Der Direktor bet Paläontologischen Abteilung des Museums Chierici in Reggio, Mario D e g a n i, glaubt, daß die Statuette aus der Endperiode der mittleren Steinzeit stammt, etwa um 12 000 v. Chr. Er hält sie für eines der schönsten bisher bekanntgeworbenen Beispiele prähistorischer Skulptur, da sie mit großem Sinn für plastische Wirkungen gemeißelt ist. , oel sscrurtei Die kostbare Statuette, die in der Höhle eines alten Ziegelofens | teiluna zu 9 gefunden wurde, hat in den Kreisen der italienischen Paläonto- I Jugendlickwn logen größtes Interesse erregt. | Zeiträun
esckickt
xrfföM'hrwNahrmert.'
* Mondamin gibt es ans die mit einem X versehene« Abschnitte der Reichs- brotkartesiirKinder bis za «Jahre»
— »tlllgelegte Wohnungsbauten werden weitergeführt. llm Schaden zu vermeiden. die aus einem überwintern still- gelegter Wobnungsbauten in unfertigem Zustand entstehen können, .bat der Generalbevollmächtigte für die Bauwitt- watt die Gebietsbeauftragten ermächtigt, auf Antrag des Bauherrn die Wetierkuhrung ftillgelegter Wobnungsbauten "—----- ------ st. daß sonst volks-
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lßen--Jöorausjetzung ist. daß" sonst 'volks- wirtschaftlick nickt, vertretbare Schäden zu erwarten sind und., dao obne Beeinträchtigung der kriegswichtigen Bauten genügend Arbetiskrafte zur Verfügung stehen.
geselliges Beisammensein im Taunus-Hotel anfckloß. In geschlossener Vorstellung ergötzte sich ein vollbesetztes Haus an der beschwingten Aufführung der Sckwank-Operett« „Frauen haben das gern" von Walter Kollo (die Erstaufführung des Stückes wurde von uns eingehend besprochen. Die Schriftleitung.) und Heiterkeit. Schmunzeln und dröhnende Lachsalven emittierten die amüsanten Pointen und Schlager. Der Ortsgruppenführer Paul Pirath begrüßte .eingangs die erschienenen Mitglieder und Gäste, zu denen auch eine Anzahl Verwundeter aus hiesigen Reserve- Lazaretten gehörte, und gab seiner Freude über die gute Beteiligung Ausdruck. Er begrüßte die Vertreter der Wehrmacht. der Partei und ihrer Organisationen, der Stadt und Behörden lytb dankte besonders Gauführer Stempel aus Frankfurt für sein Erscheinen. Er Bat. trotz der Kriegszeiten nicht in der Mitgliederwerbung zu erlahmen und teilte mit. daß es ihm persönlich gelungen sei. in der letztest Zeit 30 neue Mitglieder zuzuführen. Mit einer launigen Erklärung des Unterschiedes von Stimmung und Humor schloß et seine kurze Ansprache und leitete damit zum Beginn der Theater-Aufführung über.
die Soldaten im Einsatz an allen Fronten bisher geleistet haben und noch leisten werden.
Nichts ift das Leben ohne die Tat!
Bei allem aber, was wir auch tun. wollen wir bekennen und durch, die Taj beweisen, daß uns nichts stolzer macht, als das Bewußtsein. Deutsche und Kämpfer Adolf Hitlers sein zu dürfen. Gert Sachs.
— Rückkehr aus dem Landjahr. Die in Schlesien unter» gebrachten landjahrpslicktigen Mädchen aus Wiesbaden kehren nach Ablauf ihrer Landjahrdienstzeit am Sonntag, den 8. Dezember d. I. zurück. Die Ankunft erfolgt um 15.51 Uhr Sauvtbabnhof Wiesbaden. Am Montag, dem 9. Dezember 1940, 15 Uhr. wird für die Zurückkehrenden, wie auch für die Landjahrxflichtigen 1941, im alten Saal der Stadthalle Paulinenschlößcken eine S-eier durchgeführt. Die Eltern sind hierzu eingeladen. Eintritt ist frei.
— Wichtig für Dienstverpflichtete. Bei einer zeitlich begrenzten Verpflichtung aus einem Beschäftigungsverhältnis im öffentlichen Dienst wird eine zusätzliche Versorgung nach den für die bisherige Beschäftigung maßgebenden Grundsätzen aufrechterhalten. Bei einer zeitlich begrenzten Verpflichtung für den öffentlichen Dienst tritt keine zusätzliche Versorgung bei dem neuen Dienstberechtigten ein, wenn der Dienstverpflichtete nicht schon vorher in einem Beschäftigtenverhältnis im öffentlichen Dienst mit zusätzlicher Versorgung gestanden bat. Bei einet zeitlich unbegrenzten Verpflichtung für den öffentlichen Dienst richte^ sich die zusätzliche Versorgung nach der für den neuen Dienst- berechtigten bestehenden Dienstordnung. Der Dienstverpflichtete hat aber die Möglichkeit, eine zufätzlicke Versorgung aus der bisherigen Beschäftigung aufrechtzuerbalten.
)ean Sibelius
Am 8. Dez. d, 3. wird der größte Meister der finnischen Tonkunst Jean Sibelius, geboren in Hä- meenlinna i. I. 1865, fein 75. Lebensjahr vollenden. In den neunziger fahren des vorigen
Jahrhunderts wat er in Helsinki tätig, u. a. als Lehrer im damaligen Mu- iitinftitut. das jetzt den Namen „Sibelius-Akademie" ttägt. zog aber dann aufs Land um und hat beinahe vier Jahrzehnte in seinem Landhaus namens Amola in Jär- venvää gewohnt.
(Weltbild. K.)
Sfcfifcan-Schreibband
Fabrikat GUN- NEk.-V Zu b».
