Seite r Nr. 284
Wiesbadener Sagblatt
Montag, 2. Dezember 1940
„Frauen haben das gern!"
Schwank-Operett« von Walter Kollo
Frauen haben das (angeblich) gern, wenn ibr Zukünftiger bereits ein Borleben hat. Max Stieglitz, ein sonst fleißiger Man», hat dies keinesfalls; er trägt unter Röllchen, eisernen Krawatte», und altväterlichen Bekleidungsstücken eine Art goldener Keuschheitsgürtel. Und doch, die Firma bräuchte ihn — als Schwiegersohn. Weil die Frauen das so gerne haben — muh man ihm eben ein Borleben „fabrizieren" mit Hilfe eines erlogenen Liebesverhältnisses mit einer Filmdiva wird der unmanierlich und unappetitliche Tintenklemer eine Art Gent; Mäxchen Stieglitz mausert sich zum Auerhahn. Ahnungsvoll singt er (em gegebener Fall für den Spezialisten für Singspiele Kurt Strehlen!) den prachtvoll melodiösen Schlager „Wenn das bloß nicht schief geht", der musikalisch durch das ganze Stück geht, schwelgt in dem ebenso schmalzigen Schlager „Ein Kuh von dir" vor der ihn mittlerweile mit Haut und Haaren als Braut verfallenen Ilse und triumphiert mit dem zukünftigen Schwiegervater in dem schmissigen, witzigen Duett „Das klappt", das Strehlen und Will» M o o g zum darstellerischen Höhepunkt führte und zeigte, wieviel komisch-ulkige Begabung in beiden steckt. Bis dahin war übrigens in der Schwankoperette das Wort Operette groh geschrieben; aber nun macht Kollo, seine Pappenheimer kennend, aus dem Ganzen einen Ulk, und wechselt in einen ausgewachsenen Schwank hinüber. Die Filmdiva erscheint in Person wie eine rächende Göttin ftcharmant, vorbildlich angezogen und temperamentvoll Marlis B i e» e k), sie bestraft nach Echwankschema ihren eifersüchtigen Bräutigam und bringt die am Lüge gebaute Verlobung mit Ilse (frisch und spiellustig Trude Ritter) und die sensationslüsterne begeisterte Verehrung ihrer Mutter Regine (wie immer eine ausgezeichnete Leistung Dora T i l l m a n ns) in höchste Gefahr —, der Auerhahn will sich gerade wieder in ein kleines Stieglitzchen zurückverwandeln — da kommt mit einem Operettenfinale Verzeihung für Max, da» ganze Ensemble singt den Schluß des Ulkes und den Anfang der Ehe Max-Else ein.
Walter Sofia, der selbst den rabiaten, eifersüchtigen Bräutigam der Filmdiva kräftig in den allgemeinen Tumult mischte, hatte das Stück flüssig inszeniert, die Spiellust aller Teilnehmer richtig eingesetzt und so eine leichbeschwingte, einheitliche
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allerdings nur bis zur Hälfte, wahrend der obere Teil «M gestrichen ist. Auch hier finden wir. wieder einige febr imone Malereien, die dem ganzen Raum einen ------
Major Wick vermißt
Den 56. Gegner aus dem letzten Feindflug abgeschosse«
Berlin, 1. Dez. Major Wick, der Kommodore des bekannte» Richthofen-Eefchwaders und Träger des Ritterkreuzes mit Eichenlaub, ist am 28. November von einem Feindflug, ans dem er seinen 56. Gegner abschoß, nicht zurück- gekehrt und wird seitdem vermißt.
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„V1„ .............._.i sehr gemütlichen Ton
«eben. Das schönste an diesem Gemeinschaltsraum ist atz r. da» hier die ganze Kompanie am Abend oder eben nach dem Dienst gemütlich zusammensitzen kann. Em Radioapparat ist vorhanden, auch liegt eine aro»e Anzahl von Zeitschriften und Zeitungen auf. In diesem Raum wird gemeinsam das Mittagessen eingenommen.
ite Kompanie ausgeknobelt 6c i, so daß das Becken weggk tz zum Wäsche waschen vorh«
as. Berlin. 2. Dez. Die amerikanische Presse berichtet in großer Aufmachung über die lebten deutschen Großangriffe. vor allem über die auf London. und. Southampton. Ihre Korrespondenten stellen übereinstimmend fest, daß gewaltige Schäden angerichtet wurden. Man gibt ja in England den amerikanischen Korrespondenten bekanntlich die Möglichkeit, sich in ihren Schilderungen, der Wahrheit zu nähern und die trostlose Lag« Englands einigermaßen richtig zu schildern, um so . den Amerikanern klarzu- macken. daß sie mehr noch als bisher helfen muffen. Die Neigung hierzu ist in den USA. aber bislang nicht sehr groß. Die Kapitalisten sind nicht, oder zumindest noch nicht bereit, ihre Gelder den Engländern zu leiben, und die amerikanische Arbeiterschaft wieder wendet sich gegen die Forderung gewisser Kreise, im Interesse einer befckleunig- ten Rüstung und einer befchleunigten Lieferung an. England die Arbettseit zu verlängern. Man warnt auch bereits davor, die Herstellung von Verbrauchsgütern zugunsten der Rüstungen zu beschränken. Bis zu einem gewisien Grade mag auch die Kritik, die in England selbst an der Regierung Churchill geübt wird, in Amerika die Haltung mitbestimmen. Das gilt vor allem für kritische Aussprüche, wie die. daß die englische Regierung es noch immer nicht verstanden habe, alle Kräfte für den Krieg zu mobilisieren, eine Kritik, die. das darf man natürlich nickt verkennen, die englische Regierung zu äußerster Kraftanstrengung anlvornen soll Die letzte Un«i6ausbebattc hat iebenfalls gezeigt, baß die Zahl derer, bie an der Regierung Kritik üben, gar nicht klein ist. So heißt es denn auck in einem Stimmungsbild des Londoner Korrespondenten,der „Baseler Nationalzeitung.: „An der Regierung Churchill wird nun fast dieselbe. Kritik aeübt. wie feinerjeit an der Regierung Chamberlain. 2m Unterhaus und tn den führenden Blattern wird, ihr vorge- worfen. daß noch immer nicht die ganze Kraft der Nation mobilisiert fei. Noch immer, so qgen bte Kritiker fuhrt Eng- land den Krieg Mit der linken Hanb„ Das Blatt
Wir stehen vor einem Gebäude, das äußerlich betrachtet eine gam gewöhnliche Scheuer fein könnte. Dann aber öffnet sich die Tür und wir fehen einen Schlafraum, bei dem einer Kaserne in keiner Weise nachsteht. Über bet Zementfußvlatte liegt ein Holzboden, der etwa fünf Zentimeter stark ist..und somit eine gute Isolation gegen Kälte bietet. Die Wände sind mit Holz verschalt und mit heller Farbe gestrichen Der Komvaniemaler hat hier seine Kunst angewandt und einige Bilder in frischen Skizzen gezeichnet. Die Betten sind ebenfalls aus Holz und sehr stabil gebaut, natürlich zweistzckig, wie Soldaten dies gewöhnt sind. Gute Matrazen und K«n- volster bieten eine entsprechende Unterlage. Außerdem bat jeder Soldat seinen eigenen Kasten, der io geräumig tltbaö er alle Sachen unterbringen kann. Am Ausgang der Stube ist ein Eewehrständer. alles ist also wie in einer Kaserne. Natürlich wurde auch für Heizung gesamt. Ein profeer »ferner Ofen wurde ausgestellt, der so viel Wär., ganze Haus gut durchgeheizt werden kann.
Major Wick gehört zu den Besten und Mutigsten unserer Luftwaffe, ein würdiges Borbild in dem harten, unermüdlichen Einsatz gegen den englischen Feind, der dem deutschen Bolk das Leben nicht gönnt. ..... ,
Steil war sein Anstieg in der militärischen Laufbahn. 1938, am 1. September, zum Leutnant ernannt, rückte er innerhalb von zwei Jahren auf bis zum Major und Kommodore des ruhmreichen Geschwaders, das die Überlieferung des erfolgreichsten deutschen Jagdfliegers aus dem Weltkrieg so würdig vertritt. Am 1. S e p t e m b e r 1.9 4 0, nach seinem 2 0. Lustsieg, überreichte ihm der Reichsmarschall selbst bas Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz. Wenige Wochen später, am 6. Oktober, verlieh ihm ber Führer als viertem Offizier ber deutschen Wehrmacht das E i ch e n l a u b zum Ritterkreuz. „In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes tm Kampf für die Zukunft unseres Volkes«, hieß es in dem Telegramm des Führers. Und aus der Hand des Führers selbst empfing er auch diese hohe Auszeichnung, die die Brust unserer Tapfersten schmückt.
Das deutsche Volk aber kann die aufgeben, daß es 1 ' '
fernem vermißten Fliegerhelden erhält.
Anschließend an diese Schlafkammer fischen wir ein Bad und noch eine Türe weiter den Waschraum. Man muß staunen, was die Männer in der kurzen Zeit hier alles geleistet baden. 3m Bad befindet sich ein großer Heizofen, der das warme Wasser spendet. Jeder kann zu einer bestimmten Zeit in ber Woche baden. Im Waschraum sind an den Wänden große Tische aufgestellt. Durch eine besondere Vorrichtung, em Patent, das die Kompanie ausgeknobelt bat. lagt sich eine Platte hochheven. so daß das Becken weggenommen werden kann und so Platz zum Wäsche waschen vorhanden ,st. Jeder Mann hat seinen eigenen Platz, für deren oa überleit er stets Sorge trägt.
In einem anderen Haus sehen wir die Küche. Die Zeit, wo es jeden Tag Eintopfgerichte gab. ist langst vorüber Jetzt bietet der Speisezettel eine so lebhafte Abwechslung, da» es bei Muttern nicht bester sein kann. Die Bauern sind froh, Senn sie von ihren Erzeugnissen etwas an bte Soldaten ver- ufen können, wodurch sie sich den langen We.a m die Stadt ersparen. Die Küche ist ebenfalls in einer früheren Scheuer eingerichtet worden. Aus Backsteinen und Eisenplaiten wurde kunstgerecht ein großer Herd gebaut, so, daß zu gleicher Zeit fünf Töpfe aufgestellt werden können. Ein wunderbarer Kühlschrank steht in ber Ecke. Ein riesiger Holzkasten mit sechs Türen schützt die leicht verberblichen Vorräte und in einer besonderen Kammer werden Mehl, Kartoffeln usw. auf
verweist weiter auf die Kritik an der. britischen Zensur und an den einander widersprechenden Mlnisterreben. Alles das ist ja auck in ber letzten Unterhausdebatte zum Ausdruck gekommen. Man muß sich aber davor buten, solche Kritik falsch auszulegen. Sie kann nickt als Zeichen,der Erschlaffung gewertet werden, sondern soll die Regierung zu größeren Leistungen veranlaßen. Diese tut ihrerseits alles, um bte Stimmung nicht absacken zu lasten. So. m erben dem englischen Publikum immer wieder Meldungen über angebliche Erfolge der britischen Luftwaffe vorgesetzt, auch bleibt man nach wie vor bemüht, die Lage tm Mittelmeer als reckt gut für England hinzustellen.
3m übrigen aber arbeitet England gerade im Nahen Orient mit den gemeinsten Mitteln, um. eine ungünstige Wendung zu verhindern, ober dock wenigstens zu verzögern. So ist es jetzt, nachdem erst eben in Ägypten d«r Ministerpräsident und der Kriegsminister englischen Elftanschlägen »um Opfer fielen. Männer, dl« von dem Kriegseintritt Ägyptens an der Seite Englands nichts wrsten wollten. der neuernannte fyriscke Oberkommissar Cbiavve. em treuer Gefolgsmann des Marschalls P4taain. em Opfer englischer Kugeln geworden. London wollte eben auf dem Posten eines syrischen Präfekten nickt einen Mann sehen, der dort für die Rübe und Ordnung sorgt, ihm wäre ein „freier Franzose" vom Schlage des Landesverräters de Gaulle lieber gewesen. Deshalb der englische Angriff auf die Ber- k e h r s m a s ch i n e. die Chiavve nach Syrien bringen sollte. Da das Flugzeug langsamer war. als die englischen Kriegsmaschinen und ba es außerdem noch unbemaimet war. wurde es eine leichte Beute der Engländer. Daß es den Engländern auf einen Rechtsruck und einen Mord mehr oder weniger nicht ankommt, wußte die Welt ohnehin. Sie. sieht darin aber nur einen Beweis dafür, wie schlecht es mit England steht, das beute zu derartigen Kamvfmetboden greifen muß.
„Strleg mit der linken Hand"
(Eigener Drabtberickt unserer Berliner Sckriftleitung.)
bewahrt.
Man muß schon sagen, daß hier ganze Arbeit geleistet worden ist. „Aber das schönste Stück kommt noch. sagt ber Hauptwachtmeister zu mir und zeigt mit der Hand vielsageiw auf ein Haus, bas bireit an der Hauptstraße liegt, ßtpent'id) ist Haus zuviel gesagt. Es sieht mehr aus nach einem. Geräteschuppen, aber nur äußerlich. Wie wir nämlich eintreten, stehen wir in einem Gemeinschaftsraum. an dem wirklich alles dran ist. Es fällt schwer in wenigen Zeilen alles das zmn Ausdruck zu bringen, was hier jeder., einzelne Mann dazu beigetragen hat. um diesen Raum schon auszugestalten. Dw Decke ist einzigartig. D,e schweren Balken sind mit dunklem Holz verschalt und bje Flachen zwischendrin weiß gekalkt. Geschnitzte und ausgesagte Lampen find an de» Wanden um» «n der Decke angebracht.. Die Wände sind ebenfalls verschalt, " “ bis zur Hälfte, wahrend der obere.Teil,weiß
zur Feldpost, ber auch bie Dinge füx bie Kameraden mit: bringt, die im Dorf nicht zu kaufen sind.
„ , „Ich habe", so erzählt der Spieß, „gerade in. der Zeit Urlaub gehabt, als die Quartiere unserer Kompanie verlegt wurden. Ich kam von der Heimat zurück, als die Mannschaften zwei Tage in diesem Dorf waren. Dort in dieser Scheuer wmb ich einen Zug beim Skatlviel. Die Manner saßen auf Kisten und Kasten, die Fahrzeuge standen dazwischen aber trotzdem ging es ganz lustig zu. — An diesem Abend beschloß ich, dem Kompaniechef einen Vorschlag zu unterbreiten, ber dann sofort verwirklicht wurde."
Es wäre nicht richtig, hätten bie Manmckasten beim Bau ihres Winterauartiers nicht auch an ihre Fahrzeuge und Kanonen gebacht. Denn auch sie können bte dauernd.wechselnde Witterung nicht ertragen. Aus einem grosen treten Platz an ber Strage gelegen und aemifiermasen eine Saulude tm Dors darstellend, wurden im offenen Viereck große Smupveit aufgestellt und mjt Ziegeln abgedeckt. Der Boden vor diesem Schuppen wurde mit Schotter bestreut,, sodaß selbst beim ftärfften Regen die Fahrzeuge nicht tm Schlamm stecken bleiben.
Mit einer großen Befriedigung haben wir das Winter- guartier dieser Panzeriägerkomvanie gesehen. Natürlich haben bie Männer eine große Erfahrung im Quartierbau hinter sich. Sie lagen int letzten Winter am Westwall unb haben sich dort in den langen Monaten sehr häuslich eingerichtet. Nur so ist es auch möglich gewesen, das sie sich hier so rasch einleben konnten.
Das war nun eine einzige Kompanie, die wir besucht haben. Wir haben gerade sie ausgesucht, weil es in den einsam gelegenen Dörfern am schwierigsten ist. erne ordentliche Unterbringung durchzuführen. Aber daß der Soldat sich tn allen Situationen zu helfen weis, zeiate uns dieser Besuch. Genau so wie die Panzenager ihr Winteraartier so schon ausgebaut haben, so haben es alle anderen Soldaten auch getan. „Wenn die Bauern deutsch sprechen würden dann könnte man fast annehmen, wir seien in ber Heimat! Der Wachtmeister, der mir das Jagt, er hat einen Löwenanteil beim Bau der Quartiere, lacht sehr zufrieden. „Unsere Quartiere sind in Ordnung. Wir werden letzt wieder unseren regelmäßigen Dienst durchführen können. Es kann letzt noch mehr kommen, wir sind aus alles vorbereitet. Mit diesem Satz bringt er das zum Ausdruck, was für uns Soldaten in Frankreich am Wichtigsten ist. nämlich, daß wir unsere Ausbildung nicht unterbrechen und lomit leberzeit zu neuen Aufgaben bereit sind.
Britische Piloten beschwindeln ihren König
Flugzeugführer erzählt de« King Vas Märchen von den bombardierten Berliner Bahnhöfen
Berlin, 80. Nov. Reuter erbringt nunmehr den Beweis dafür, daß die P h a n t a s i e m e l d u n g e n über den soge- • ■ '-----'-"[ten Angriff auf Berlin nt<bt nur
nannten letzten grohangelegten Angriff aus Berlin nicht v dem britischen Luftfahrtministerium entsprungen sind ft dem auch auf Falschmeldungen britischer Piloten zurückgehen, denen es nichts ausmacht, selbst den eigenen König zu beschwindeln.
Hiernach hat der englische König emem «omben- geschwader der RAF. einen nächtlichen Besuch abgestattet, wobei ihm ein Pilot folgendes erzählte:
„Wir haben etwas Glück gehabt. 3m richtigen Augen- blick gab es eine Lücke in den Wolken und ich könnte unser Ziel, einen Berliner Bahnhof, sehr deutlich erkennen, als wir unsere Bomben abwarfen."
Reuter berichtet ferner, dieser Pilot fei gerade vom Flug über Berlin zuruckgekehrt und vom König durch Hanbebruck beglückwünscht worden. , . . —
Es zeugt nicht gerade von der Klugheit britischer Propa-
ganda, wenn derartige Märchen erneut verbreitet werden, nachdem die in Berlin ansässigen Militärattaches fremder Mächte sowie ausländische Korrespondenten inzwischen bestätigt haben, daß sie sich auf einer Besichtigungsfahrt zu den angeblich durch die RAF. bombardierten Berliner Bahnhöfen von der völligen Haltlosigkeit all dieser Behauptungen durch Augenschein überzeugen konnten.
Die „N e w A o r k T i m « s" erteilt diesen Propaaanda- methoden neuerdings eine Abfuhr, indem sie ihren Kölner Korrespondenten die Lügenhaftigkeit der angeblichen Erfolge britischer Luftangriffe bei der Bombardierung von Köln sowie der Industriestädte des Westens ausdrücklich bestätigen lägt. Dieser amerikanische Korrespondent unternahm einen Flug über die Hauptindustriestädte des Westens. Dabei kam er zu dem Ergebnis, daß keine Anzeichen von Schäden tn großen Industrieanlagen festzustellen waren. Die Rheinbrücken und die Brücken über bie Kanäle seien intakt. Die rheinischen Jnduftriewerke seien nicht durch Bomben beschädigt.
Im Deutschen Theater Wiesbaden:
„Aschenbrödel"
Weihnachtsmärchen nach Grimm von C. A. Goerner
ö leiüil Oie VöniDHüpim
„u,„ ... Füßchen noch in jeden 66ub mirein.
ob bas auch noch der Fall ist. wenn ihr zwanzig unb mehr 3ab’i ^äblt9 Macht euch nichts braus, es gibt Prinzen^ bie MfthAr Damen interessieren.bieauf ganz
leben. Jedenfalls gab es im Theater eine nch.'.ge uoern- nacktsüb-rrascki'ng. aus Blumen kamen bubicke Mädchen ber- wi unb tamtm bie Gnomen tanzten, die Tiere tanzten, so- Sar die Kaff etäsien und b-.e Kichtövfe tanzren. cs war. als ob^ine ganz- Svieit ück ntel lebendig geworden wäre, und die hübschen Damen um unserem Ballett ichwangen ihre
Das war einmal eine rechte WeibnaLtsbescherung, die gestern der gute Onkel Paul Bre 11 f o p f für die Kinder unter einem richtigen, brennenden ^bnachtsbaum aüfge= baut hatte, das betet natürlich nur furbte kleinen Buven und Madel, die so brav sind wie bie goldige kleine Rosa, bte bei all ihrer Herzlichkeit unb Güte am xamjii
Asche sitzen muß. und noch -banke schon ^aiur agt. Wenn man aber so artig ist. wie das Aschenbrödel, bgs alle Ar^it seihst die ekligste, im vause ausnibrt, bann mtrb manJroter einmal eine gute Hausfrau und bekommt eines schonen Tages auch ein A^eihnachisgeickenk H?b sm ar einen
Prinzen, ganz in Goto und Seide sekle.dej mm gestern der Onkel Helmut W i e b e r m a n n. bet so schon aussah. daß er wirklich seinen Namen Wund^do.d oerdtenfe. Zurr11 wird der Prinz euch Mädeln wirklich wie ein Marchenorinz vorkommen und auch so nett unb wunderhold fein wie tbt es im Theater gesehen habt Warlits nur.ab^ob er «bni Sabre später in eueren Augen immer noch ein Wetbnachtsgefchen. ist Aber dafür seid ihr vorläufig noch viel su Hetn. unb ba könnt ihr wirklich froh hin-öutet.euch ledenfalls davor. daß ihr nicht, weil ihr em hübsches Lärvchen bäht, dumme, eingebildete unb herzlose Puten roerbet wre beiden Stie,- ^western mit den geschwollenen Namen. Kunigu„de unb Terafine Wenn ihr >o nett bleibt, wie tbr -letzt noch unberufen sei. dann werdet ihr spater rede Probe b-KLeAns bestehen, und wepn -sIH. die,Hrnft>ffelpub^war^.D^. läufig gehen ia eure ob das auch noc
schlanken Beine so schön im Takt. daß. man batte glauben können sie hätten im Rücken ein Uhrwerk, das nur ausgezogen zu werden braucht.
Tante Charlotte Schütze war ein gar zu liebes Aschenbrödel. immer folgsam, selbst wenn die schreckliche Stiefmutter Martba B r u n s. die hier den gräßlichen Namen Slbylle fuhrt, sie bis aufs Blut mit ihren narrischen Befehlen peinigte. Daß Charlotte Schütze eine rein schauspielerische Leistung restlos bewältigte, zeigte sie von einet neuen Seite. Die beiden Stiefschwestern Doris Voß unb Barbara Sorand sahen recht fürstlich aus mit ihren langen Schlevom und steifen spanischen Kragen, aber ihre Hoffart mußte Pern etleiben, als sie in den engen Stieleichen herumhumpelt«, und zum Steinerweichen stöhnten. Das tat übrigens auch der schone Prinz Helmut Wiedermann. aber bei dem war bas was ganz anderes, da es nickt von gepreßten Füßen sondern vom gepreßten Herzen kam. Und bann der springlebendige Ova Heinrich Sckorn als König Kakadu! Wie er es nur fertig brachte, daß seine Nase von, Zeit zu Zeit wie ein Rubin aufleuchtete! Es mar sm ar öfters vom Sekt die Rede bei den Hoffesten. aber gesehen haben wir ibn nickt. Er gackerte wie eine Henne, die Eier legt — auch tn diesem Punkte wurden mir enttäuscht — und bazmilchen hat er so schon Wiesbadenerisch gebabbelt, daß entern das Herz aufging. Adele Sinbemer mar als Fee Walburgis sm ar gar nicht so wie man sich bie Seen vorstellt, sonbern recht brummig, aber sie bat es offenbar gut gemeint, well sie bas Aicken- bröbel bem Prjnzen in die Arme spielte Guido L eh rm ann al« Baron mit einem Namen, den tein Mensch behalten kann, war auf uralte, langobttge Ahnen stolz. Hans Joachim Saagei als geschniegelter Hofmarsckall tormemud. Sein» Laube als ewig hüpfender Stallmeister Wiedehopf unb Herta Eenzmer als lustiger Kobolb Sofas, nein, mte komisch die alle waren! Sedi Dähler batte,eine ganze Reibe von Tänzen ersonnen, an denen sich bte Ktnber inckt sattsehen konnten. Bei ihnen trat auch neben sämtlichen Damen des Balletts der Tänzer Tankred Friederichs mit einer aus federleichten Sprüngen bestehenden Einlage hervor. Die musikalische Leitung batte Emmeran von Le r ch e n - feld. ber der hübschen musikalischen Begleitung bas Intime einer kleinen Kammermusik verlieh.
Dr. Wolfram Waldschmidt.
Parade der deutschen Lehrtruppen
Bor König Michael und General Antonescu
Bukarest, 1. Dez. Wie der „llniversul" berichtet, findet am Montag aus Anlaß des Beitritts Rumäniens zum Dreierpakt eine Militärparade der deutschen Truppen des Heeres und der Luftwaffe vor König Michael und Staatsführer General Antonescu in Bukarest statt. Der Vorbeimarsch wird von einem Bataillon des rumänischen Heeres eröffnet werden. Die deutschen Truppen werden vom General der Kavallerie Hansen und Generalleutnant der Flieger Speidl geführt.
Hauptfchriftleiter: Fritz G üuther; Stellvertreter: Heinrich Lar! Kan$, verantwort» lick für den politischen Teil: Heiuricb Kari Kunz; für Kunst, Unterhaltung, Um« aebuny und Sport: Dr. Heinrich Reichert; für Stadtnachrichten, Vororte und wirt« schaftsteil: Willi Pempel; für den Anzeigenteil: (Otto Ka i ser; sämtlich in Wiesbaden. Gefamtleitung: Dr. nhn. bahn. Gustav Sch» llenberg und Dtto Kaiser. — Zur Atzit iß Preisliste Nr.y gültig vruk^u. Verlag:L. Schellenberg'sche
Buchdruikerei; Wiesbadener Tagblatt. Wiesbaden
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Die heutige Ausgabe umfaßt 8 Seiten
Im Residenz-Theater:
