Wiesbadner Tagblatt
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Nr. 284
Montag, 2. Dezember 1940
88. Jahrgang
„Brennender Scheiterhaufen"
Zwei neue Grotzangriffe unserer Bomber auf London und Southampton
Bsr
Der OKW.-Bericht von heute
(Funkmeldung.) Das Obcrkoulmando
gibt bekannt:
In der NaW zum 1. Dezember nnternab« Wie deutsche matte ein« Großangriff auf ein« lebsusmichttgen
Flammen.
2n der gleichen Nackt and am Tage überflogen schwere und leiüte Kampfflugzeuge London und warfen dort Bomben.
2m übrige« besckrankte kiS die Tätigkeit der. Luftwaffe am Tage auf Aufklärung, sowie auf, Jagdvorstoße. du zu mehreren erfolgreichen Lnftkämpfen führten.
In der Nacht zum 2. Dezember wurden die,Angriffe auf Southampton und andere S.tadte fortgesetzt. während britische Flugzeuge auch in otefet Wgmt wieder nickt in Tätigkeit traten. Erst in der Morgendämmerung warfen einige Flugzeuge, von der Nordsee kommend. im Küstengebiet ans Wohnviertel einer Stad» Bomben, die mehrere Zivilpersonen verletzten.
Jagdflieger schotten gestern über Südenaland elf feindliche Flugzeug« ab. zwei eigene Flagzeuge gingen verloren.
Die britische Luftwaffe trat in dieser Nacht nicht « (St» scheinung.
In den LuMämvfen des gestrigen Tages wurden sechs feindliche Flugzeuge ahgeichossen. Bier eigene Flug- zeuge werd« vermeßt.
Diele Kompanie hatte ihren 6 letzten Wochen mehrmals verlegt. 3> Winterquartier bezogen werden Schi Regentage, die ein ungefähres Bild Hier im Winter ausfteht. iße nächste Stadt. Keine (Eilenhahi hin. Einsam und abgelegen Hi
Luftwaffe ein« ---- -
Hasen an der Kanalküste,
„ZerfförerfloMlle Nsrv^k"
Berlin, 30 Nov. Auf Befehl des Führers hat eine neu in Dienst gestellt. Zerstörerflottille der Kriegsmarine den Namen „Zerstörerflottille ütoreit* erhalt«.
Winterquartter in Frankreich
Wie leben unsere Soldaten?
Bon Kriegsberichter Herbert Dörr
Angriff auf Southampton fortgesetzt
Bomben schwersten Kalibers auf die Hafenstadt — Schwere und leichte Kampfflugzeuge auch wieder über London Jagdflieger schossen über Südeng land elf feindliche Flugzeuge ab
PK. Langsam senkt sich die Straße ins Tal hinab, sich die wenigen Hauser eine, Dorfes um den schlanke türm kuscheln. Goldene Herbstlonne leuchtet über der
Berlin. 2. Dez. der Wehrmacht gibt
In der Nackt znm Sonntag griffen, wie bereits gemeldet, starke Kamvttliegerverbände in rollenden Anflügen die Hafenstadt Southampton mit Bomben schwersten Kalibers an. Über 60 grobe und zahlreicke Heine Brande, die sich im Laufe der Nackt ju einem groben Flamm e n- m e e 7 zusammenschlotten, konnten beobachtet werde». Ctn »rohes Kraftwerk wurde getroffen, am Test-Kai und «n anderen Hafenteilen standen ausgedehnte Lagerhallen tn
Neutrale Augenzeugenberichte
„Der totale d«tsche Lombenkri« gegen England bat erst jetzt begonnen'
Ein furchtbares Wochenende
Berlin, 1. Dez. Nach beim Oberkommando der Wehrmacht vorliegenden Meldungen belegten in der Nacht vom 2 8. zum 3 0. November starke deutsche Kampsverbände in rollendem Angriff London mit Bomben schwersten Kalibers. Die Wirkung war nach Beobachtungen der Flugzeugbesatzungen beträchtlich.
In der 9ia»t zum 1. Dezember haben starke Kampf - verbände in rollenden Angriffen die Hafenstadt Southampton mit Bombe» schwersten Kalibers belegt. Während der Nacht konnten Flugzeugbesatznngen über 60 grobe und zahlreiche kleinere Brände beobachten. die sich scklieblich zu einem einzigen Feuermeer zusammenschlossen. Ein Großkraftwerk scheint pernicktet zu fein. Die groben Borrats- und Lagerhalle» im Hafen brennen lichterloh.
Während der Nacht konnte der Feuerschein von der fran= Esche» Kanalküste aus beobachtet roerhen. Die Brände habe» gegen Morgen noch zngenomme». Eine grobe ichwarzgelbe Rauchwolke wälzte stch über den Kanal, die am Tage sogar von Cherbourg aus sichtbar ist.
Da der Hafen von Southampton infolge der Zerstörung in den Londoner Dock- und Hasenanlagen als Ausweich - Hafen für London benutzt wird, kommt diesem Ausritt auf Southampton besondere Bedeutung zu.
land Hat erst jetzt ernstlich begonnen. Astes, was feit Besinn der Massenangritte gegen London am 7. September sich ereignet hat, ist ein Kinderspiel gegenüber dem. was eine englische Brovinzstadt nach der anher« während der letzten Tage erlebe» mutz.
Coventry Habe den ersten Stob aufnehme» muffen, was jedoch da»» a» anderer Stelle passtert fei, bringe eine Vernichtung mit sich, die ebenso weitgehend sei, wie fit Coventry noch nicht erlebte. Die Schäden in Bristol und Southampton Feien ebenso grob wie die Zerstörungen in Coventry. Southampton. das früher schon einmal ange- gritte» worden sei. habe seinen schwersten Angriff jedoch am vergangenen Samstag {rieht. Neben alten Brände», die zu lösche» ee mehr oder minder schnell gelungen sei, seien diesmal zahlreiche äuberft ernsthafte Großbrände entstanden. Roch em Sonntag habe es an zahlreichen Stellen frisch gebrannt und her Rauch habe wie em dichter Nebel über dem sangen tiefer gelegenen Teil der Stadt gelegen. Innerhalb eines einzigen Stadtbezirkes sei ein Gebiet von ungefähr 1 200 Meter Länge und 600 Meter Breite völlig abgebrannt. Das sei aber nur ein Gebiet unter einer ganzen Reihe anderer. Die Zahl der Derer sei sehr beträcht'ich. Der Angriff habe unmittelbar nach Einbruch der Dunkelhei. mit dem Abwurf von Fallschirmfackeln begonnen, die die ganze Stadt hell erleuchtet hätten. Dann fei ein Platzregen von Brand- und Sprengbomben aefolgt. der die Straßen mit Steinmassen angesüllt und die Ruinen in Flammen gefetzt hätte.
Das fei Fe weiter gegangen. Stunde auf Stunde, und alle zentralen Teile der Stadt feien ohne Unterschied „verpfeffert" worden, bis gable Stadtviertel nur noch ein einziges Flammenmeer gewesen seien. Der schwedische Korrespondent schreibt, es fei beklemmend gewesen, in Straßen auf und ab zu gehen, wo jedes -aus nur noch als verbranntes Skelett stehe und wo die zusammengestürzten Neste von dem. was einst Kontore, Geschäfte oder Lagerhäuser waren, als glutheiße schwelende Matte in de» Kellern lägen.
Ein weiterer Eigenbericht von ..Svendska ®a<’bI'>M" behandelt die schweren Schäden, die der vernichtende Arm der deutsche» Luttwatte Bristol zugefügt hat. Der Korre- soondent ichreibt. daß Bristol bereits vor fünf Tagen ben schweren Angriff über sich habe ergeben latten muffen. Trotzdem hätten die Brandherde unter den Steinmatten immer noch geraucht. Die Gebäude, die beschädigt feien, feien meistens völlig vernichtet. 3m Eefchäftsviertel von Bristol r-i In <vt+ niie all-i vom Erdboden verfckw linde». Innerhalb eines Gebietes von mehreren Quadratkilometer habe das Feuer so gewütet, daß es kein einziges Gebäude **»**■* fk-hch. hn<s WTh^lt MNffe. ^n***C'
svondent meßet, daß er ein Gebiet von mehreren Kilometer Länge und 800 Meter Breite durchwandert habe, das einstmals das Geschäftszentrum, von Bristol gewesen fei.
-i«r habe ein einziges glühendes Inferno geherrscht. Die- $1*6 fei fo unfaßbar und phantastisch gewesen, baß ttck selbst die dickste» Eisenträger verbogen Hätten und aus eine Art und Welfe, wie man Re kau« zuvor Hätte sehen Annen. Die Matten znfammen- gestürzten Mauerwerks batten in Bristol so ungeheure Forme» angenommen, daß es »och immer nickt, d. h. nach fünf Zagen, gelungen fei aufzuranme». Biele her S+rc'-tn f#i#n noch noklkammen unpassierbar. Außer hfek-rn
U-Boot „Triad" verloren
Eingeständnis der britische» Admiralität
amtliche Berlautbc-rung Heraus, daß das britische ll-Boot .T r i a b“ als verloren angesehen werde» mutte.
Das große U-Boot „Trieb“ gehört zu de» modernste« englische» U-Booten. Es hat eine Wasserverdrängung von 1080 Tonnen und ist bestückt mit einem 10,2 Zentimeter-Geschütz und sechs Torvedorohren.
türm kuscheln. Goldene Herbstlonne leuchtet üL_ ....
bergen, in denen ein emsiges ßeletreiben herrscht. Eine große Herde braunschwarzer Kühe überauert die Straße, sodaß wir eine Weile unser Fahrzeug anhalten müssen. Ein junges Mädchen schreitet mit dem Stnditrumpf hinterher, treibt jetzt mit lautem Rusen die Tiere zur Eile an.
Weiter geht di« Fahrt in- Dorf hinein. Ein Schild weist uns den Weg nach der Schreibstube einer Panzewäger- komvanie. die seit drei Wochen in diesem Dorf ihr Winterquartier bezogen hat. Unter der Türe begrübt uns der Boid? mit einem trxudestrablenden Gesicht. Als ich ihn frage, ob «s ihm hier gefaßt, meint er: „Vor drei Wochen als die Kompanie ins Tors einriickte, hätte ich glatt mein zu Ihnen gesagt. Aber heute? — Bitte kommen Sie. ich will Ihne» untere Quartiere »eigen, dann werden Sie alles verstehen!"
Diese Kompanie hatte ihren Standort während der letzten Wochen mehrmals verlegt. Setzt aber soll hier das
Ion kommen ab und zu
Bristol — ein glühendes Inferno
Barlin, 2. Tw. (Funkmeldung.) Die umfangreichen Berichte neutraler Augenzeugen, die trotz der britischen Zensur in immer größerer Zahl ins Ausland durchdringen, vermitteln ein ungeheuer eindrucksvolle^ Bild von der gewaltige» Wirkung dxr verheerenden Großangriffe, denen die wichtigsten Industriezentren und Hafenstädte Englands in den letzten Tagen ausgesetzt waren.
Unter großen Überschriften rote z. B. „Ein Flammenmeer in Southampto n . bringen die schwedischen Blätter vom Montagmorgen Einzelheiten über den d«tschen Großangriff auf die wichtige siidenalifche Hafenstadt in der Nacht vom Samstag zum Sonntag. „Svendska Dag- blgbet" verzeichnet die schwere» Schäden, die die harten Schläge der deutsche» Luitwatte Southampton und Bristol rugefügt haben unb schreibt dazu, in einem Londoner Eigenbericht u. a.:
Der totale deutsche Bombenkrieg gegen Eug-
der Deutschen in der Samstagnaiht. der in weite Gebiete Londons Vernichtung getragen habe, und hebt hervor, daß London anschließend auch am Samstagvormittag von deutschen Flugzeugen angegriffen worden fei.
Ist schon in dielen Meldungen deutlich der Zensur- terror Churchills zu spüren, der jede Angabe von Einzelheiten verbietet. so meldet meuter noch verstockter und bleibt bei seinen tägliche» lächerlichen Angaben von „Schäden an Gebäuden".
Immerhin muß aber auch die Londoner Nachrichtenagentur trotz der üblichen Lagatellisterungsverfuche »uneben, daß es sich um „einen der heftigsten Angriffe gehandelt" habe, den London feit langem erfuhr. „Zahlreiche Brände" feien verursacht worden.
Wie der englische Rundfunk meldet, wurde in London ein amtliche» Kommuniaud ausgegeben, da» Einzelheiten über die letzten nächtlichen deutschen Luftangriffe mit« teilt. Dem Kommuniaub zufolge hätten fick die deutschen Angritte in der Nacht auf Sonntag vorwiegend auf Southampton erstreckt. Diese Anaritte feie» außerordentlich heftig gewesen, und die Deutschen hätten eine ganz beträchtliche Anzahl Maschinen dabei eingesetzt gehabt. Lor allem das Zentrum der Stadt habe besonders heftig gelitten.
Es scheine jedoch, als sei die Zahl der Opfer bei diesem Nachtangriff „nicht so hoch, wie ursprünglich angenommen". Man habe sämtliche Luftschutzorganisationen Southampton» voll zum Schutz der Bevölkerung einsetzen müssen: jedoch leie» ihre Arbeiten durch die Heftigkeit des feindlichen Luftangritts wesentlich erschwert worden.
Trotz der strengen Zenfurvorfckrifte» latten New Bork er Berichte aus Lonbon die Wucht erkennen, mit der die deutsche Luftwaffe ihre Angriffe auf die Rüstungsund Wirtschaftszentrep der britischen Hauptstadt in der Nackt zum Samstag durchführte.
So meldet United Preß, daß in den Abendstunden des Freitags deutsche -Bomber „in una»fhörlickem Strom" über London eintrafen und Hunderte von Brand- nnd Ervlosivbombe» abwarfen. Bald nack dem abendlich»» Luttalarm, der früher als sonst ertönte, io heißt es in der Meldung, durchbrachen Angreifer aus alle» Richtungen kommend dem SoerrfeuergürteL Hunderte von Brandbombe» fielen auf einen „Distrikt" und liefen wütende Brände hervor. _
International News Service meldet: Die Zahl der Angreifer nahm ständig zu. Die Wellen folgte» in Abständen von etwa zwei Minuten tue ganze Nackt hindurch. Auch von der Themsemundung werden heftige Angriffe berichtet. „ , . ,
„Noa Daaliaht Allehanda" meldet. London habe wi-der eine seiner „richtigen" Bombennächte erlebt. Allein ein einziges deutsches Flugzeug habe Hunderte von Brandbomben abgeworfen. Nack einer Meldung der „Stockholms Tidningen" schätzt man die Zahl der angretfenben F'"izeuge auf 300. Man befürchtet nach den Mitteilungen der „Dagens Nübeler". daß sehr viele Tote und Verwundete zu beklagen find. . , .
Die finnische Zeitung „Hufvudstadsbladet überschreibt einen Bericht ihres Londoner Mitarbeiters „Em brennender Scheiterhaufen euer durck Lon - don". „Helsingin Sanomai“ spricht von einem Blitzangriff
Der Tonnlagsbericht des OKW.
Berlin, 1. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Ein in überseeische» Gewässern operierender Hilfskreuzer meldet als Gesamtergebnis seiner bisherigen Handelkriegfübrung die Versenkung von 79 000 BRT. feindlichen Handelsschiffsranm. Diese Ziffer umfaßt noch nickt die Erfolge der Mineutätigkeit des Hilfskreuzers.
In der Nacht zum 30. November unternahm die Luftwaffe einen neuen Großangriff auf London. Welle auf Welle überflog die Stabt und warf Bombe» idirocren und schwerste» Kalibers u. a. auch auf Babdington, Kensington unb Batterien. Gewaltige Brande erleuchtete» die Stadt unb wirse» ben angreifenden Flugzeugen bas Ziel. Auch andere kriegswichtige Ziele wie Liverpool, Birmingham und Plymouth wurde» mit Erfolg an- gegritt«. Am Tage beschränkte ßch die Tätigkeit der deutsche» Flugzeuge auf bewaffnete Aufklärung. Sie stellte fest, da« m Plymouth immer »och starke Brände, besonders in ben Tankanlcg«. wüten. London wurde im Verlauf dieser Flüge erneut mit Bombe» belegt. A» der Kanalküste kam es zu mehrere» Luftkämpfen.
Bei einem der wiederholten Berkuche des, Feindes, die d«tichen Nachschubwege zur See $u stören, griffen englische Schnellboote vor der Schelde einen beutf*en Danwttr an, Dir geleitenden Borpostenboote bekämpften die feindlichen Fahrzeuge und brachte» zwei Schnellboot« s» sckstoere Treffer bei, dao mit ihrem Verlust zu rechnen i". Ei" drittes Boot wurde schwer beschädigt. Der sckwimmfahia gebliebene deutsche Dampfer konnte eingeschleppt werden.
iild davon abgeben, wie es von diesem Torf liegt die nächste Statt. Keine Eisenbahn unb kein Omnibus führt dorthin. Einsam und abgelegen liegt diese Einheit, völlig auf sich selbst angewiesen. Jeden Tag fährt wohl ein Kradmelder
