Seite 6 Nr. 283
Wiesbadener TagblatL
Samstag/Sonntag, 30. November/1. Dezember 1948
November-Ausklang
Solchen Monat mu6 man loben, keiner kann wie dieser toben, keiner so verdrießlich sein.
und io obne Sonnenschein.
Keiner sö in Wolken maulen, keiner so im Sturmwind kraulen, und wie naß er alles macht, la. es ist 'ne wabre Pracht!
Sebt das schöne Schlackerwetter und die armen welken Blätter, wie sie tanzen in dem Wind und so ganz verloren sind.
Wie der Wind sie jagt und zwirbelt und sie durcheinanderwirbelt.
und sie hetzt obn' Unterlaß, ja. das ist Novembersvaß.
Günther Derendorf. Wiesbaden. 8% Jabre.
Das interessiert die Landwirtschaft:
Vorbereitung für den Arbeitseinsatz
Schon jetzt beginnen die Vorbereitungen für den Arbeitseinsatz der Landwirtschaft für 1941. Der Reichsarbeits- mininer bat die Arbeitsämter angewiesen, den Bedarf der landwirtschaftlichen Betriebe durch Einholung von Vermittlungsaufträgen festzuftellen. Bei dieser Bedarfsermittlung soll geklärt werden, wieviel Wanderarbeiter, Geftnde- kräfte und verheiratete Landarbeiter für den Einsatz in Dauerstellen im nächsten Jahr benötigt werden und wieviel ausländische Kräfte in den Betrieben überwintern.
Erneuertmgsarbeiteu an landwirtschaftlichen Maschinen
Die Kriegsverhältnisse bedingen in verstärktem Matze den Einsatz von Maschinen und Geräten in der Landwirtschaft. In einer Anordnung des Verwaltungsamtes des Reichsbauernführers wird hierzu erklärt, das vergangene Jahr habe gezeigt, welche betrieblichen Erleichterungen durch den Einsatz von Maschinen, die vielfach auch gemeinschaftlich und genossenschaftlich zur Anwendung kamen, erreicht werden. Bis zum Beginn des nächsten Wirtschaftsjahres mutz für eine rechtzeitige und fachmännische Instandsetzung unbedingt gesorgt werden. Um den Werkstätten rechtzeitig einen Überblick über den zu erwartenden Arbeitsanfall und damit die Möglichkeit der fristgerechten Bewältigung der Arbeit zu geben, müssen sämtliche Aufträge für die Instandsetzung von Maschinen und Geräten bei den zuständigen Werkstätten bis zum 15. Januar 1941 in Auftrag gegeben werden. Die Anlieferung für die Instandsetzung hat nach entsvrechendem Abruf durch die Werkstättenleitung zu erfolgen. Für Aufträge, die nach dem 15. Januar 1941 bei den Werkstätten einlaufen, kann eine Gewähr für fach- und sristgemätzt Instandsetzung nicht übernommen werden.
Am 3. Dezember find wichtige Erhebungen fällig
Zur Beantwortung der Frage, ob und inwieweit eine Ausdehnung oder Einschränkung der landwirtschaftlichen
Erzeugnisse notwendig und erforderlich ist, haben,auf dem Gebiete der Fleischversorgung die alliährlich stattiindenden Viehzählungen eine besondere Bedeutung erlangt. Sie geben der Staats- und Wirtschaftsführung den erforderlichen Einblick, ob und in welchem Umfange eine Verschiebung im Viehbestand mit Rücksicht auf die Fleischversorgung notwendig ist. Am 3. Dezember 1940 wird wiederum eine allgemeine Viehzählung durchgefuhrt, bei der der Bestand an Groß- und an Kleinvieh festgestellt werden, soll. Im Hinblick hierauf hat jeder einzelne Viehhalter diesem Zählungswerk besonderes Verständnis und besondere Aufmerksamkeit entgegenzubringen. Selbst wenn unter den derzeitigen Kriegsverhältnissen die genaueste Ausfüllung des Fragebogens dem einzelnen zuweilen , gewisse Schwierigkeiten bereitet. Diese sorgfältige Ausfüllung . liegt nicht allein im Interesse des einzelnen, sondern darüber hinaus im Interesse des gesamten Volkes.
— Sternenschau vom 1. bis 10. Dezember. Die beiden abends im Osten in die Höhe strebenden hellen Sterne nahe beieinander sind di« Riesenplaneten 2uplter und S a t u r in großer Konjunktion im Sternbild Widder tn 620 bzw. 1250 Millionen Kilometer Entfernung. ..Der frühmorgens drei Stunden vor der Sonne im Sudosten sich erhebende hellste Stern des Himmels ist Wandelstern Venus im Sternbild Waage als Morgenstern tn 200 Millionen Kilometer Abstand!
— Verkebrsunfall. Auf der Kreuzung Vismarckring und Bleichstraße kam es am Freitag gegen 10. Ubr M einem Zusammenstoß zwischen einem Omnibus und einem Lastkraftwagen. Der Lastkraftwagen war infolge Bremsens in'1. Rutschen gekommen und gegen den Omnibus gestoßen. An dem Omnibus entstand leichter und dem Lastkraftwagen erheblicher Sachschaden. Personen wurden nicht verletzt.
— Hohes Alter. Am 1. Dezember begebt Frau Henriette Deberti. Wwe., Adlerstratze 24. ihren 82 Geburtstag in voller Rüstigkeit. — Am 2. Dezember begeht Herr Becht. Wsllritztal. Distrikt Eeisheck. seinen 75. Geburtstag tn körperlicher und geistiger Frische.
— Wiesbadener Viehhofmarktbericht vom 28. November. Auftrieb: Ochsen: a) 44,5-46.5, b) 41—42,5. c) 34: Bullen: a) 44-44,5, b) 38,5—40.5, c) 35,5' Kühe: a) 42—44 5 b) 37 bis 40,5, c) 26—34,5, d) 15—25. Direkt dem Schlochthof zugeführt: Schafe: a) 43—45,5, b) 40—41,5, c) 36. Marktver- lauf: Kälber: aa) 68—74, a) 59, b) 59, c) 48—50, d) 20—40. Für 50 kg Lebendgewicht in RM: Schweine: a) 58, b) 1. 58, b) 2. 57, c) 55. d) 52. e) 50. g) 1. 58; Hammel: b) 1. 51, c) 44, d) 25. Schafe: b) 40.
W.-Schierstein: Frau Wilhelmine Schmitt, Saar- stratze 6, wird am 1. Dez. 80 Jahre alt.
W.-Erbenbeim: Dem Obergefreiten in einem Jnf.-Regt. Karl Leukel wurde das Eiserne Kreuz n. Kl. verlieben. — Für treue Dienste erhielt der Stadtinsvektor Richard Breitenbach das silberne Treudienst-Ebrenzeichen Schon einige Jabre im Ruhestand lebend, bat er seit Krteasbeglnn seine Tätigkeit bei der Stadtverwaltung wieder auf- genommen.
erzielt mit dieser dramatischen Steigerung des Geschehens die stärksten Eindrücke. In außerordentlicher Lebensnahe weiß er im Bild (Kamera Fritzarno Wagner) die Stimmung aufgewühlter, gefahrdrohender Unruhe sestzuhalten; gerade jene Szenen indes, da der Deutsche in eiserner Beherrschung dem polnischen Banden- fühier gegenüoersteht und den letzten Einsatz wagt, da das tapfere Mädchen ein verzweifeltes Doppelspiel beginnt, das , ihm, schlimmer als alles andere, gar das Sterttauen des Geliebten zu rauben droht, reißen den Zuschauer einfach wie im Fieber mit. Er verspürt noch einmal die ganze chaotische Wirrnis jener verzweifelten Tage, aber auch mannhaften Geist, der bitterste Röte bezwang. Der Film wird derart ein bedeutendes Zeitdokument, ein Schicksalsdrama von geschichtlichen Ausmaßen, und zugleich ein Schauspiel, erfüllt von packender Leidenschaft; von einem Könner gestaltet, verdient er zu vollem Recht die ihm verliehenen ehrenden Prädikate als staatspolitisch wertvoll und jugendwert.
Für die Qualität der Wiedergabe sprechen schon die großen Namen der Hauptdarsteller. Stark verinnerlicht und mit eindringlicher Seelendeutung gibt Brigitte H o r n e y die Anna, überzeugend besonders in der Wandlungsfähigkeit des die Feinde täuschenden Doppelspiels. Imponierend verkörpert Willy Birgel den Deutschen Keith, nicht der unbekümmert strahlende Held, sondern ein Ringer und Kämpfer, durchgeistigt, aus dem Charakter heraus fich durchsetzend, die Rot überwindend, und ganz Persönlichkeit. Joan Petrovich ist der große Gegenspieler als der die Banditen dirigierende, von Frauenklugheit übertölpelte „wilde Jan". Trefflich auch die Episoden, voran rührend und menschlich-echt Nikolas Kolin als der treuherzige, fein Leben opfernde alte Knecht Andreas, Hedwig Mangel als polnische Wirtin, Fritz Eugens als ein frischer und kerniger deutscher Junge. Ebenso gut besetzt die weiteren Chargen, selbst die kleinsten in den kraftvoll bewältigten Massenszenen, und als musikalischer Rahmen die stimmungentsprechende kompositionelle Untermalung durch Lothar Brüh ne. HeinrichLeis.
Blick in neue Bücher
„Nordsee-Patrouill e." Als wir gegen England fuhren . . . Bon Joses Gräser. (Franckh'sche Berlagshandlung, Stuttgart.) Vorpostenboote — es ist heute so, wie es 1914/18 war — tragen im Kampfe gegen England durch den Willenseinsatz auch des letzten Mannes der Besatzung ein gerüttelt Maß an Lasten und Verantwortung: In der Heimat, die ihrer aufopfernden Pflichterfüllung den Schutz vor feindlichen Überfällen verdankt, bei den Soldaten, die an anderen Fronten eingesetzt
„Feinde"
Ein Tourjanskq-Film der Bavaria von volksdeutscher Rot in Polen (Erstaufführung im Thalia-Theater).
Immer wilder tobte im Spätsommer 1939 der polnische Terror gegen die Volksdeutschen. Bewaffnete Banden überfielen die Häuser und Besitztümer deutscher Ansiedler, sengten und mordeten unter offene! Duldung der polnischen Regierung, die in fanatischem Haß und Größenwahn durch das englische, Earantieoer- sprechen lebe Herausforderung sich erlauben zu dürfen meinte. Unzählige sahen sich um ihre Habe gebracht und hatten Gluck, wenn sie auf gefahrvoller Flucht wenigstens das nackte Leben retteten, viele wurden verschleppt und gemartert, 60 000 fielen entmenschter Mordgier zum Opfer. Mitten in diese brodelnde Zelt, in diese wildbewegten Tage unmittelbar vor dem Kriege verletzt der Tourjansky-Film der Bavaria e t n b e". Er schilbert bte unsäglichen Leiden der von Haus und Hof Vertriebenen, denen räuberisches Mordgesindel den Rückweg in die alte Stammes« Heimat abschneiden will, und stellt vor diesem Hintergrund ein Einzelschicksal heraus, in zähem Ringen und opferbereiten Einsatz gewissermaßen Gleichnis für vieltausend andere. Da ist in einem deutschen Sägewerk im Waldgebiet nahe der Grenze der energische Inspektor Keith, der von polnischen Quertreibern bestgehaßte Mann. Unbekümmert um die gewitterschwüle Atmosphäre trifft er seine Entscheidungen, als Provokateure Unruhe zu stiften beginnen. Schon bricht bewaftneter Aufruhr los, benachbarte Höfe brennen, Kunde kommt von ersten Bluttaten. Ein Zug von ein paar hundert Flüchtlingen bewegt sich gegen die Reichsgrenze, viele Frauen und kleine Kinder sind dabei. Sie hoffen, durch den Wald zu entkommen, aber ein Sumpfgebiet versperrt ihnen den Weg. Die Straßen sind von Banden besetzt, die Polen werden bald auch den Wald durchstöbern, nur wenige Stunden bleiben zur Rettung. Bon Keith erwarten die Ratlosen Hilfe und Führung. Er macht den Erkundungsgang zu einem als besonders deutschfeindlich bekannten Grenzwirtshaus, trifft dort das junge Mädchen, mit dem er kurz vorher eine neckische Zufallsbegegnung hatte. Sie gefiel ihm gut, und Anna verliebte sich in den tatkräftigen Mann, sie will helfen, verspricht, ihn einen geheimen Pfad durch den Sumpf zu führen, doch er lehnt eine Rettung ab, bte hilflose Bolksbeutsche in ihrer Not zurückliebe. Inzwischen gerät er selbst mitten in ben Kreis ber ihn nicht erkennenden polnischen Banditen, und es beginnt mit Verstellung, List und höchster Nervenspannung ein atemraubendes Spiel um Leben und Tod. Tourjansky (der mit Burri und Luethy das Drehbuch schrieb)
sind vor der Jugend, die hier ein Vorbild männlicher Haltung und' Entschlossenheit erkennen möge, soll dieses Buch Zeugnis ab» legen vom Geist unserer Blauen Jungen.
Bon Hölle zu Hölle." Erlebnis einer französischen Kriegsgefangenschaft. Von Carl Kirchhoff. (C. Bettelsmann Verlag. Gütersloh.) Was hier K. als PE. 29, als Zuchthäusler und Minenarbeiter erzählt, ist wohl das Grauenhafteste, was sich im Weltkriege die Grande Nation an sadistischer Rachsucht gegenüber einem wehrlosen Deutschen geleistet hat. Und das ist das Erhebende dieses unheimlichen, abenteuerreichen, spannung-
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Das festliche Iah r.“ Ein Leseboten vom Königswuster- Häuser Landboten. (Gerhard Stalling, Verlagsbuchhandlung, Oldenburg i. O./Berlin.) Ein Eefchenkbuchlein von jener gesam- melten Klarheit, wie man es sich so anmutig, so lehrreich und herzerquickend nur immer wünschen mag. Die Fülle des Jahres und bie Flucht ber Jahreszeiten ist darin und Glück und Trost der in Gedichten, Betrachtungen und Geschichten aufllingenbcn Kraft eines unverdorbenen, naturhaften Menschentums. Gemüt-
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volle Weisheit wird mitgeteilt und zwar so, als spräche em lebenskluger, gütiger Freund zu uns. Viele Illustrationen und Vignetten schmücken den kleinen Band. Die in ihm vereinten Prosastücke und Verse wurden den „Monatsbildern des Königs- wusterhäuser Landboten" entnommen, die der Deutschlandsendcr seit 1933 sendet. Die Zusammenstellung und Bearbeitung besorgten die Verfasser dieser „Monatsbilder", Günter Eich und Martin Raschle.
Martin Rockenbach: „Süll vergnügt." (Industrie- verlag, AG., Esten.) Das Buch enthält Kostbarkeiten aus dem unausschöpfbaren Schatz der deutschen Literatur des 17., 18. und
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19. Jahrhunderts, und zwar nur mit Sorgfalt ausgewählte, halb vergestene Kostbarkeiten. Auch wer in der deutschen Literatur ganz gut bewandert zu sein glaubt, wird staunen vor der Fülle humoriger Kleinkunst, die ihm bisher überhaupt entgangen ist. Und wer sich genauer in bas Buch vertieft, der wird überdies an der luftigen Komposition seine Helle Freude haben, wenn er beobachtet, wie ein Beitrag den andern im witzigen, launigen und behaglichen Einfall unterstützt und weiterführt
Wolf Sluyterman von Langeweyde: „Die Herzen siegen." (Nordland-Berlag, Berlin.) Einzelschicksale deutscher Frontsoldaten und ihrer Familien im Weltkrieg bilden den Kern dieses Buches und zeigen in ihrer Gesamtheit bie Auswirkungen
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bieies oiertähriaen Ringens in allen seinen Phasen auf ben beuttoen Menschen, bas deutsche Volk. Eigenste Fronterlebniffe verboten ihm jede Phrase. Klar, sachlich und wirklichkeitsnah — o erleben wir in packender Schilderung den Kampf an der Front, m Schützengraben und in der Heimat. Aus allem heraus wurde edoch ein neuer deutscher Mensch geboren, ein Mensch, der die eelischen Voraussetzungen zu einer bisher unbekannten Lebenshaltung im Herzen trug. Dr. H. Reichert.
Wer hätte das gedacht?
Ein Gramm fialh .frißt” 16 Gramm Seife! UJüröe man das UDafdiiaaffer nicht enthärten, fo gingen dem deutschen Oolhsoermögen nach amtlicher Schätzung 80—100 Millionen Kilogramm Seife im fahr völlig nutzlos verloren! Diese Zahlen beweisen, wie wichtig es ist, den Seifen- und IDäfchefeinö Kalk mit fienho zu vernichten, fjenko ist ja so ergiebig! Oft genügen schon 1—2 fianöooll fjenho — 30 Minuten vor Bereitung der LDafchtauge im
fieflel verrührt —. um das Master weich zu machen und den Seifenfeind kalk zu vernichten. Ober wir müssen um so mehr fienho nehmen, je härter das Master ist. Das nebenstehende Beispiel zeigt Ihnen, wieviel Seife in einem LDafch- keffel normaler Größe bei weichem, mittelhartem, hartem und sehr hartem Masset verschwendet wird, wenn man das Master nicht mit sjenko enthärtet
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