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Bergführer macht sein Gluck
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(Nachdruck verboten)
16. Fortsetzung
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er fortgeeilt.
Der Oberingenieur sah dem Manne nach, der mit unglaublicher Gewandtheit sich in den Felsen bewegte. „Lin
Halter gegangen.
Was nur die Gertraud heute morgen, als er mit dem Halter wegging, gehabt hatte? Erst hatte sie ihm zum Abschied kaum die Hand gedrückt, aber dann, al, sie schon ein Stück weit fort waren, war sie ihnen nachgelaufen, hatte sie - -• *- M, der dicht
! nicht sehen
Auch Toni dachte an den vergangenen Tag. „Wie ein Kalb am Strick hab ich den Kerl runterziehen müssen". hatte der Bergführer, der mit Martens und Halter zur Schwarzen- steinhütte aufgestiegen war, dem Toni auf der Berliner Hütte berichtet. „Einmal ist ein gacher Wind aufaekommen, da hat es ihn gleich auf das Eis hinaesetzt. Der andere Herr, der ja gut gestiegen ist, hat genau so lachen müssen wie ich. Da hättest du den Langen hören sollen, wa» der uns alles gesagt hat! Bis ich fuchsteufelswild worden bin. „Nimm dich in acht. Freunder!', hab ich ihm gesagt, „mir da herinnen in die Berg lasten uns Net grab gar zu viel gefallen und außerdem kann ich doch nix dafür, wenn dich der Wind verwacht!"
Am Wend war Gertraud in ihrem hübschen Dirndkleid mit den beiden Herrn im Speisesaal der Berliner Hütte gesessen und für Toni nicht zu sprechen gewesen, trotzdem sie doch wissen mutzte, daß er noch ein paar Worte mit ihr reden wollte.
Da war Toni in die Führerstube hinunterqegangen und hatte unten mit den Kameraden gesungen und Harfe gespielt. Gegen zehn llbr nachts war dann Gertraud mit dem Herrn, den er heute fuhrt«, unter der Türe gestanden und hatte ihn gebeten, den Herrn Halter am nächsten Tag zum Schwarzsee hinaufzuführen. Das Angebot war dem Toni sonderbar vorgekommen. „Zum Schwarzsee braucht doch keiner einen Führer", hatte er kopfschüttelnd gesagt, „da lauft ja jedes kleine Kind nauf." Auch die anderen Bergführer hatten alle gelacht Über das Angebot, das dem Hochreiter gemacht wurde. Aber der Herr hatte darauf bestanden, und die Augen Gertrauds hatten Toni gebeten. Sie hatte ihm dann auch gesagt, daß sie noch ein paar Tage auf der Berliner Hütte ausruhen wolle. Da war denn Toni mit dem Oberingenieur
ihn zurückgsrufen, ihn hinter einen Felsen gezoge mit Latschen bewachsen war, so daß Halter sie ... konnte. Dann hatte sie ihm die Arme um den Hals geworfen, hatte ihn immer wieder geküßt und war plötzlich, ohne ein Wort zu sagen, davonoerannt.
„Ich mutz da hinüber, in die Steilwand!" Toni wandte sich an Halter. „Ist das ein fades Mannsbild!" dachte er. „Den ganzen Tag hat er heut kaum ein paar Wort geredet und oben vom Schwarzsee hab ich ihn stundenlang nicht weggebracht. „Ich bin fron, wenn ich ihn wieder los habe!"
„Wo mutzt du hin?" fragt Halter nervös.
„In die Steilwände, da hinüber", entgegnete Toni ungeduldig. „Geh nur weiter, es kann dir ja nichts geschehen, ich hol dich leicht ein!" Ehe ihn Halter hindern konnte, war
Wiesbadener Tagblatt
mutiger Mensch", sagte er zu sich selbst. „Was kann da nur gewesen sein? Warum mutz ich einen Brief abgeben und warum mutz ich ihn festhalten bis zum Wend, so daß die beiden in Mayrhofen noch den Zug erreichen können? Gertraud, dieser Mann sieht nicht aus. als ob er mit sich spielen Itetze, wie du mit so manchem anderen Manne schon gespielt hast!"
Einige Steinchen kollerten Halter tfot die Füße. Er sah auf. Toni stand schon wieder vor ihm, ein Bild urwüchsiger Manneskraft und stolzen Selbstbewußtseins. In den Händen hielt er einige große Sterne Edelweiß.
„Hab's für die Fräulein Gertraud dort oben geschwind geholt!" gestand er stockend.
Halter atmete schwer. Dann ritz er sich zusammen. „Toni", sagte er gepreßt, „ich weiß nicht, was da los ist. aber ich bi« von Herrn Mariens und von der Tochter meines Chefs gebeten worden, dir heute abend diesen Brief auszuhändigen."
Toni sah dem Manne einen Augenblick ohne Verständnis in die Augen. „Einen Brief?" fragte er. Dann flog eine fahle Blässe über sein Gesicht. Halter wandte sich ab. Er konnte nicht sehen, wie die harten Hände, die schon so manches Menschenleben dem Tode entrissen hatten, jetzt zitterten, als st« den schmalen Umschlag öffneten. Dann wandte sich Halter aber doch um, es war so unheimlich still hinter ihm.
„Toni!" rief er entsetzt.
Hochreiter hatte nicht einen Tropfen Blut im Gesicht, erschreckend glühten seine Augen, in den Händen hielt er einige Banknoten und ein Schreiben, das er aber noch nicht entfaltet hatte. Umständlich steckte er die Banknoten und das Schreiben wieder zurück in den Umschlag. Jetzt zitterten seine Hände nicht mehr, eine beängstigende Ruhe lag über dem Manne. ,,Bringe der Fräulein Gertraud das Geld und den Brief zurück", sagte er langsam. „Und sag ihr, daß ich die Abrechnung mit ihr selber machen werde, wie es bei uns Bergführern der Brauch ist. Die Fräulein Gertraud habe ich geführt. Mit dir und dem anderen habe ich nichts zu schaffen!"
Er kehrte Halter den Rücken und war in wenigen Minuten zwischen den Felsen verschwunden. Halter aber bückte sich und hob etwas Weiches, Weißes vom Boden auf, das harte Nagelschuhe unbarmherzig zertreten hatten. „Armes Edelweiß!" sagte er ernst. „Ich werde dich mit nach der großen Stadt nehmen, als Andenken an Toni Hochreiter." Der Fern-V-Zug eilte in gleichmäßigem Tempo durch das Thüringer Land. Martens saß mit Gertraud allein in einem Abteil der zweiten Klasse und beobachtete scharf die schweigende Frau. „Sie scheinen mit Ihren Gedanken noch immer in dem schönen Tirol zu weilen, gnädiges Fräulein", sagte er zuvorkommend mit seiner unangenehm näselnden Stimme.
Gertraud schrak zusammen. Etwas wie Hatz war in ihren Augen, sie hielt den Blick des Mannes, der ihr unsicher ausweichen wollte, zwingend fest. „Gewiß", sagte sie dann, und in ihrer Stimme war eiskalter Hohn. „Ich denke noch immer an die Berge und an die Tage in Tirol."
„So gut hat es Ihnen dort gefallen?"
Gertraud gab keine Antwort. Sie sah durch die breiten Fenster des Zuges hinaus auf den herrlichen Wald, dessen Boden weiches Moos deckte. Klare Bächlein grüßten hinauf nach der eisernen Raupe, die so rasch herangebraust kam und ebenso rasch auch wieder verschwunden war. Gertrauds Blicke suchten das Firmament. Es war ihr, als müßten dort oben graue Felsen ihr starres Haupt heben.
____________Dritte» Blatt Rr, 283
Vor em paar Tagen um diese Zeit war sie mit Toni über den Gletscher geirrt, eingemauert in dunkle Nebel, aus denen jedes Entrinnen unmöglich schien. Sie hörte wieder seine weiche Stimme, in der tiefer Ernst war: „Willst du mein Weib werden, Gertraud?" Jetzt hatte er schon lange ihren Brief in den Händen! Sie fieberte darauf, zu erfahren, welche Antwort er dem Oberingenreur Halter gegeben hatte Dann mutzte sie leicht lächeln. Sie dachte an Tonis Kleidung, an die Bartstoppeln und an seine schmutzigen Stiefel. Schon in Innsbruck, in der Halle des Hotels, war er eine unmögliche Erscheinung gewesen. Aber dort unten waren doch die Hochberge sehr nahe, und bte Menschen, die aus den Bergen kamen, waren in Art und Aussehen alle
/“X Zuckerkrankheit
VTn Seif 10 Jahren leide ich an Zuckerkrankheit; 1 |-|Vr\ B Nachdem ich Ihren Karlssprudel regelmäßig x getrunken habe, zeigte die ärztlidie Unter-
-1? suchung co. */« Prozent. Ich trinke dieses Wasser weiter. HANS BUSCH, Buchdruckereibesitzer, Arnsberg (Westfalen), Jägerstraße. 30. September 1936. 20 greife Flaschen Biskirdiener Heilquelle Karlssprudel RM 12.60, 25 grolje Haschen RM 14.-. Niederlage; p. WIRTH K.-G., Wiesbaden Güterbahnhof West Ruf 200 54
nicht auf die großen Hotels eingestellt. Deshalb war Toni in Innsbruck auch nicht weiter aufgefallen. Aber in Berlin! Gertraud wollte nicht weiter denken.
Und doch war in ihr ein Gefühl tiefer Beschämung, seit ihrer Flucht von der Berliner Hütte. Es war nur durch die überstürzte Abreise zurückgedrängt worden. Gleich einer Verfolgten war Gertraud, in Begleitung des stöhnenden Martens, das Zemtal heiuntergeeilt und ohne Aufenthalt nach dem Norden weitergefahren. Jetzt stand wieder der Schatten des großen Mannes neben ihr, vor dessen ehrlicher Liebe sie feige geflohen war. Sie dachte an ihren Brief. Nicht viel hatte sie ihm geschrieben, hatte ihm nur mitgeteilt, daß sie ihm ihr Versprechen unter einem ihr selbst unerklärlichen Zwange gegeben hatte. Auf der Berliner Hütte war ihr der Brief sehr herzlich und liebenswürdig erschienen, ja, ein mitleidiger Ton war in dem Schreiben, denn sie wußte, daß sie dem Manne sehr weh damit tat. Aber jetzt in der Bahn erschien ihr dieser Brief plötzlich als eine farblose Ausflucht.
Sie dachte an den Traum auf der Falkenhütte, als sie Tonis Augen so drohend vor sich gesehen und den harten Griff seiner Hände gefühlt hatte. Ein leises Frösteln überkam sie trotz der Hitze.
.Lsrieren Sie denn?"
Martens wollte ihr zuvorkommend die Reisedecke über die Füße legen, da wehrte sie fast heftig ab. „Ich friere nicht, sorgen Sie sich nicht um mich!"
„Ich sorge mich aber trotzdem um Sie, gnädiges Fräulein!" Der sonst so gewandte Martens setzte ein paarmal zum Sprechen an. „Sie wissen doch, daß Ihr Herr Vater in seinem großen Betrieb sehr zu kämpfen hat, daß meine Fabrik weit leistungsfähigere Wagen baut!"
(Fortsetzung folgt.)
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W er- grauten Melodien von dem de$V/eihno*t$Me6e ,en, dann ist »ZA Umschau zu halten, womä „an dieses Mal Freud« bereiten kann. Dann w.rd man auch sehen, daß es genug _ Schenken gibt... vie nützliche Dinge für Klein und Gro(\ou<h das Feldpost- pBdcdten des Soldaten, jo, dann kann man feststellen: ÜlLtlahttwxtfctr.
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