Wiesbadener Tagblatt
Samstag/Sonntag, 23-/24. November 1940
den „diplomatischen mutz feststellen, datz die
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Zu der scharfen Bedrängung, der sich England, von dem mit den wahren Verhältnissen vertraute Beurteiler bereits der Überzeugung Ausdruck geben, datz es kaum noch diesen Winter überleben kann, jetzt in militärischer Hinsicht ausge- > diplo -
Lösung finden, während man hier noch immer schmerzstillende Mittelchen von amtlichen Stellen austeilt" Das Blatt wird vermutlich vergeblich auf eine amtliche englische Antwort warten. Die amtlichen englischen Stellen begnügen sich damit, durch Aufrufe berufene und unberufene Erfinder anzufpornen.
Bergettungsangrisse bei Tag und Nacht
London, Birmingham. Coventry und andere kriegswichtige Ziel« erneut bombardiert — Wieder RAF.-ttberfälle auf Wohnviertel m Westdeutschland
Seite 2 Nr. 277
Das Elend der englischen Obdachlosen
„Daily Herald" rechnet ab mit den Blutokratenmethoden der Churchillregierung
Die Neuordnung des deutschen Schulwesens
Reichsminister Rust verkündet in Bosen die Einführung des Ausleseprinzips an den Volksschulen
Der italienische Wehnnachtbericht von gestern
Rom. 22. Nov. (Funkmeldung.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Freitag hat folgende« Wortlaut:
Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt:
Unsere aus zwei Divisionen bestehenden Be- deckungstruppen. die bei Beginn der Feindseligkeiten in Defeusivstellung an der qriechisch-albaaischen Grenze bei Kortscha in Stellung loaren, haben stch nach elf Tagen Kampf aus eine Linie westlich der Stadt zurück-
Wrnter überleben kann, letzt tn mllrtarischer Hmsu setzt sieht kommt nunmehr noch die fast blitzartige matische Offensive, mit der die Neuoi Europas eingeleitet wird. Datz diese Neuordnung ohne England erfolgt und erfolgen mutz, haben inzwischen auch die bisherigen Bundesgenossen Englands erkannt. Die Achsenmächte setzten die Grundprinzipien für diese Neuordnung fest und legten die Fundamente für den Neuaufbau Europas, das damit ein völlig neues Gesicht erhält. Der Dreimächtepakt, den Deutschland, Italien und
lüfte Volksschüler zum Abiturium hinführen sollte, in vier- klassige (grundsätzlich mit Internat verbundene) Anstalten umzuwandeln, zahlenmätzig zu vermehren und dadurch den Mangel an Nachwuchs für die wiffenschaft- lichen Berufe zu beheben.
Der aus den achtklassigen grundständigen Oberschulen b-r- vorgegangene Nachwuchs ist ia bekanntlich für die Bedürfnisie des grotzdeutschen Aufbauwerkes zahlenmäßig zu gering. Die im Altteich entwickelten Mittelschulen, die schulgeldvslichtige Wahlschulen sind, würden, wie der Minister andeutete, im snige der Reform in den eilten vier Klassen mit den Hauvt- smulen verschmolzen werden. Es besteht dann durchaus die Möglichkeit, die 5. und 6. Klane als Wahlschule auf die Hauvt- schule oufzuietzen. so wie ja auch in einigen Teilen der Ostmark an die Hauptschule noch freiwillige Klasien angehängt werden. _______
Japan am 27. Sept, schloffen, gab in seiner Präambel allen aufbauwilligen Völkern Gelegenheit, durch Beitritt an der revolutionären Entwicklung teilzuhaben und einen Platz in der neuen Ordnung zu finden. Die bereits erfolgten und noch folgenden Beitritte zu diesem Pakt aber find ein weiterer Beweis für die völlige Isolierung Englands, das, von Europa verdrängt und von den Achsenmächten belagert, heute nur noch ohnmächtiger Zuschauer bleibt, wenn die Völker, die den Weltfrieden wünschen, befreit vom Druck des Vampirs ihre Angelegenheiten selber ordnen.
Tödliche deutsche U-Bootsgefahr
Bericht eines amerikanischen Beobachters über Englands Lage
New Bork. 22. Nov. In der Wochenzeitschrift llnHeh a6*”8“ ^r'Etet ein hochgeftellter Kriegs- peobachter. der aus. London zurückgekehrt ift und dort m einer geheimen Mission weilte, daß. falls England keine besseren Kampfmittel gegen die deutschen U-Boote findet die englische Flotte nach sechs Monaten vor einer ähnlichen Krise stehen wird wie im Jahre 1917 Die Beitfefirifi niof baß 1917 die deutschen U-Boote ernstlich die Seeoer» blndun^n und die Versorgung Englands bedrohten
-aus, ?teier Äußerung neutraler Quelle gebt klar hervor, wie sehr man nn Auslande beute» die früher Iraan zwei s Si^berrschaft Eroßbritanmens allgemein
as. Berlin, 23. Nov. Kennzeichnend für die auherordent- lich starken Wirkungen der deutschen Vergeltungsangriffe auf Eooentry und Birmingham ist eine Äußerung des englischen Ministers für Flugzeugproduktion. Lord Beaverbrook. Der Minister erklärte nämlich in einer Konferenz mit Vertretern der Flugzeug- und Automobil-Industrie, wenn noch einige Luftangriffe ähnlich denen von Coventry und Birmingham erfolgen sollten, könnedie britischeFlugzeug - und Automobil- Industrie einpack en. Er verlangte eine schleunige Dezentralisierung der Betriebe, selbst um den Preis einer neuerlichen Schwächung der Produktion der Flugzeug- Industrie. Damit sind die Folgen der deutschen Vernich- tungsschläge wesentlich bester und ehrlicher gekennzeichnet, als mit den amtlichen Meldungen, in denen bisher noch nicht einmal der Name Birmingham genannt wurde.
Angesichts dieser schweren Schläge wird nun in England — i.jer die Luftabwehr sehr stark kritisiert. Der
Der uruguayische Senat
«ege» Errichtung militärischer Stützpunkte
Montevideo, 22. Nov. Im Lanke einer Ftiirmii*»« d^ Sennv^h^o>^sM^ffben andauernden Sitzung gab Abschluß der Interpellation des Äußen- S üüvunkt? kitt ? der Angelegenheit der militärischen x eine Erklärung ab. tn der es beißt Mniaen werbt biLn®-rxatI Dertrageoder Konventionen 3 ? dte Bildung von Luft- oder Flottenftütz-
vunkten, rm Lande autortReren, oder die Minderung der hÄtah,rat sJS* ft.aate- bedeuten könnten Ferner eruate der Senat sein „tiefes Mißfallen" ou« or1 «Dnm Außenminister im Lause der Debatte Auffassung, die dieser konstitutionellen Organl» b1e °ni*tnhpr°-Hnre4f«. Beweggründe beimißt, essen Entsprachen, ehrlichen böberen Inter-
wttreniU "lCnen' "'ElEe die Uriache der Interpellationen
gezogen, die evakuiert worden ist. Unser« Ber- *uste ftn& bedeutend; ebenso bedeutend und vielleicht noch schwerer find ine des -veindes, Auf der neuen Linie wer- den unsere Beritarkungen konz-ntr, :rt. Trotz der außerordent. ltch schlechten Witterungsverliältniffr bat unsere Luftwaffe mit den Truppen zusammrngewirkt. indem sie einige feindliche Ziele bombardierte.
„.. 2" No rdafr i k a habe« unsere Luftverbände die Etieubahnlinte und Vie feindlichen Stellungen von Maria Matrnk bombardiert. Aus weiteren Feststellungen geht her-
daß wahrend des Kampfes vom 19. ungefähr zehn feindliche Panzerwagen, darunter vier mittleren Tops, vernichtet, und etwa 29 Lastwagen beschädigt worden find. Die dem Jyctnbc zugesugteu Verluste find beträchtlich.
. Feindliche Einflüge haben bei Sollum, Bardia. Tobruk und Bengbast ttattgefunden. Sehr leichter Sachschaden.
Feindliche Flugzeuge haben die Zone Mich von Sidi Baran» und untere Stellungen in Uadi und Maktila be- schoffen, wobei weder Opser noch Schaden verursacht wurden.
Ägäischen Meer haben feindliche Flugzeuge wahllos Bomben auf Leros abaeworken. von denen die Mebrzabl »ns Waffer hei und weder Opfer noch Sachschaden verursacht wurde.
, .Sn Ostafrika haben unsere Flugzeuge den Flug- PM »an Noseires bombardtert.. wob* ein Brand vernr- ^^„wurde. Im Verlauf des im Wehrmachtbericht vom Donnerstag gemeldeten Angriffes unserer Lnftwasfe auf
Daken von Aden wurden ein Dampfer und die An- lagen des »rlugbafens getroffen.
haben «stab bombardiert, wo es k°'"aDvfer gab. redoch das Eingeborenendorf schwer üeschadigt w"kbe. ,Jn Manaua. Deeamercvs, Asmara weder Verluste
Sargeisa ein Toter und fünf Verwundete, in acht Verwundete unter den Italienern und Eingeborenen.
Genau so vergeblich sucht man in England nach einer wirksamen Abwehrmethode gegen den „d' * Blitzkrieg" der Achse. Man mutz ft,, Front gegen England immer stärker wird, datz der Dreimächtepakt immer mehr an Anziehungskraft gewinnt, wäh-
methoden. an die sich das englische Volk im allgemeinen langst gewohnt hat Plutokratisches Denken ist so tief in «KA?b°>alier.ten England verwurzelt, daß die maßgebenden blc diesen Krieg ja nur zu dem Zweck der Aufrechterhaltung ihrer Geldsackherrschaft vom Zaune gebrochen fe- wie der „Daily Herold" es hier mit erfreulicher l^!i^E "Usft.richt — auch unter Bombenhagel davon nicht oskornmen. Fürsorge für das eigene Volk und überhaupt soziales Empfinden ist ihnen fremd. 1
f«t. — 3”* 3* IS Prtlsrtfte ZIt. 9 gültig Drutfu. Verlag: c. Sch-ilettbrrg'sch«
Buchdruckerri! Wiesbadener Tagblatt. Wiesbaden 5
Die heutige Ausgabe umfaßt 18 Seiten
„Daily Telegraph" bezeichnet die Erfolge der britischen Flak als völlig unzulänglich. Der „Daily Expreß" widmet seinen Leitartikel dem gleichen Thema und fragt, wie es denn eigentlich um das schon vor einiger Zeit von der Regierung in Aussicht gestellte sichere Abwehrmittel gegen die Nachtbomber stehe. „Von Zeit zu Zeit", so heißt es in diesem Artikel, „spricht eine britische Autorität davon, daß wir die deutschen Nachtbomber besiegen. Dann steigen die Hoffnungen. Aber plötzlich beginnt der Blitzkrieg wieder, deutsche Flugzeuge schwirren über unsere Städte und kommen zu ihren Stützpunkten zurück. Die Nazis befasten sich auch mit dem Problem der Nachtbomber, und zwar mit der bei ihnen üblichen Gründlichkeit. Paßt auf, sie werden die
renb England isoliert ist. In dieser Not ist man nun darauf verfallen, die abgedankten Größen, die in London Zuflucht gesucht haben, zu einer Konferenz zusammenzutrommeln. Wenigstens wissen amerikanische Blätter zu berichten, datz beabsichtigt sei, eine Konferenz aller Exil-Regierungen in London zu veranstalten. Diese Konferenz soll sich dann mit Plänen für die politische Neuordnung Europas befasten. Etwas kläglicheres kann man sich kaum vorstellen. So bemerkt denn auch mit Recht der „Popolo d'Jtalia" ironisch, es sei Churchill gelungen, eine wahrhaft imponierende Versammlung maßgebendster Persönlichkeiten um sich zu vereinen, Leute vom Range eines Benesch, König Hakon. Zogu. des Exnegus und andere mehr, fürwahr mächtige Verbündete, die nur den einen Fehler hätten, daß es sich um Herrscher ohne Land und Generale ohne Soldaten handelt, was Churchill nicht hindern wird, auf der beabsichtigten Konferenz den „Lebensraum" festzulegen für diejenigen, die nicht mehr am Leben sind. Ein solches Programm sei wahrhaft erheiternd.
Dünkirchen die Trümmer seiner Festlands-Divisionen nur mit knapper Not vor der völligen Vernichtung retten konnte, begann der Niedergang des Empire. England wurde aus Europa verdrängt und wird den Kontinent trotz aller ruhmredigen Offensiv-Ankündigungen niemals wieder betreten. Bon der von deutschen Truppen besetzten Kanalküste aus, deren Front sich nach Osten und Norden bis zum Eismeer verlängert und im Westen durch di« Blockade der deutschen Seestreitkräfte im Atlantik zu einem eisernen Ring schließt, der kaum noch einige Schlupflöcher offen läßt, aber roirb die Insel jetzt belagert. Belagert unb unerrnüblich angegriffen bei Tag und bei Nacht mit allen Mitteln, die moderne Waffentechnik, Einsatzfreudigkeit deutschen Soldatentums und die Opferbereitschaft ‘ eines ganzen Volkes schufen. Was die deutsche Luftwaffe mit ihren täglichen Vergeltungsangriffen auf kriegswichtige Ziele, die deutsche Kriegsmarine mit kühnen Vorstößen gegen den Feind und die Vernichtung von Geleitzügen bisher leistete, verdient in diesem Zusammenhang besondere Anerkennung. Die Erfolge der Operationen lasten sich, soweit die Versenkung von feindlichem oder dem Feinde nutzbaren Schiffsraum' in Frage steht, zahlenmäßig berechnen. Soweit sie die Vernichtung kriegswichtiger Ziele in England betreffen, besteht, trotz aller Ableuanungsversuche und schärfster Zensurmaßnahmen der schen Behörden, heute kein Zweifel mehr über das istrophale Ausmaß der Schäden, di« für die englische Rüstungsindustrie und die Versorgungslage bereits entstanden find.
Lord Beaverbrook sieht schwarz
(Eigener DrahtberiLt unserer Berliner Sckriitleitung.)
London, 22. Nov. „Daily Herald" kritisiert die „mangelnde Aktivität" der britischen Regierung in der Fürsorge für bie Opfer b e s Luftkrieges. Das Blatt ichreibt: „Der Staat hat sehr wenig getan, dagegen sind alle Arten von Sammlungen von offizieller Seite angeregt worden. Die herausbombardierten Londoner Einwohner und die Opfer des Angriffes auf Coventry find unsere eigenen Landsleute. keine durchErdbebenver- armten Türken ober burch Überschwemmungen verarmter Chinesen. Sie sinb Verletzte in der Front unseres eigenen Krieges, den unsere eigene Regierung selbst er» närtltot.
Welche Entschuldigungen kann die Regierung Vorbringen dafür, daß diese Frontopfer in einer verzweifelten Situation Gegenstand privater Wohltätigkeit werden? Hilfe für sie ist einzig unb allein Sache des britischen Staates. Es ist eine Schaube und eine Erbärmlichkeit, baß die Regierung private Wohltätigkeit in biefem Falle zuläßt und da» John Bull mit bem Hut in der Hand Geld bei wohltätigen Damen erbetteln muß."
Das Blatt kritisiert damit nur die typischen Plutokraten
Der OKW.-Bericht von heute
Berlin. 23. Nov. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
In der Nacht vom tu. .um 22. 11. setzte die Luftwaffe ihre Bergeltungsangriffe gegen London fort und griff wieder Birmingham und Coventry sowie Bristol und Southampton an. Am Tage nahmen die Angriff« auf London. Wrighton und andere kriegswichtige Ziele ihren Fortgang. In Mitteleagland bombardierten Kampfflugzeuge mehrere Flugplatz« und setzten Hallen und Unterkünfte in Brand.
An der Siidostkütte Englands sowie bei Lincoln wurden Verkebrsanlagen umfangreich mit Bomben belegt. Bei An griffe n auf Geleitzüge erhielten zwei Frachter schwere Beschädigungen durch Bombentreffer.
In der Nacht vom 22. zum 23. November griffen britische Flugzeuge in Westfrankreich und Westdeutschland vor allem wieder Wohnviertel an. Entstandene Dachstuhlbrände konnten durch das Eingreifen des Sicherheits- und Hilfsdienstes rasch gelöscht werden. Sieben Zivilpersonen find getötet, etwa D verletzt worden.
Ein feindliches Flugzeug wurde durch Flakartillerie ab- geschoffen. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.
Selbstmord des früheres Kommandanten der rumänischen Staatsjugend Siderovici
Bukarest, 23. Nov. (Funkmeldung.) Der frühere Kommandant der rumänischen Staatsjugenb in der Zeit des Carol-Regimes. („Landeswacht"), General Siderovici, hat sich am Freitag erschossen. Uber Siderovici war vor einiger Zeit Hausarrest verhängt worden und die vom Gene- ral Antonescu eingesetzte Untersuchungskommission beschäftigte sich sowohl mit seiner politischen Haltung wie auch dem leiner Eeldgebarung. Siderovici soll sich an den Eingängen der „Landeswacht bereichert haben, über 8 Millionen Ley konnte er keine Rechenschaft ablegen.
Posen. 22. Nov. Zum Abschluß seiner Besichtiaungsreise durch den Reichsgau Wartheland, in deren Verlaut schon am Donnerstag eine große Kundgebung in Litzmannstadt itattfanb. wrach Reichsminister Ruft am Freitag in der Schillerlchule in Posen zu ber deutschen Erzieherschaft des Warrhelandes.
Im Rahmen seiner Rede, in der ber Reichsminister bie Erziehungsgrunbsätze des Nationalsozialismus aus den Kernfähen des Führers heraus entwickelte unb dabei immer mieber auf die konkreten befonbers schwierigen Fragen ber Erziehung der deutschen Jugend im Warthegau einging, verkündete Reichsminister Ruft eine wichtige, auch für das ganze Reich bedeutsame Neuordnung im deutschen Schulwesen. Auf Grund deiner Entscheidung des Führers soll die am alten Österreich zuerst entwickelte unb in ber Ostmark beibehaltene Form der Hauptschule im ganzen Reich, unb zwarzu allererst in den neuen Reichsgauen, eingefuhrt werden. Wie der Minister seinen Zuhörern erläuterte, soll die Hauptschule nach den er st en vier Polksswul- jähren den besonders begabten Teil der Dolksschüler — bis zu einem Drittel ber Gesamtzahl pflichtmäßig für di« nächsten vier Jahre, also bis zum Ende der allgemeinen edraU pflicht zusammenfaisen und zu einem über das Volks- f chu l z i e l h i n a u s g e h e n d e n Bildungsziel fördern. Die Enticheidung des Führers beseitigt die finanziellen Hinderniffe. die bisher noch immer der Verwirklichung jener Forderung des Parteivrogramms entgegenftanden. daß der Begabtennachwuchs unseres Volkes ohne jegliche Rücksicht auf die wirtschaftliche Leiitungskrast der Eltern gefördert werden muffe.
Mit ber Einführung der Hauvtfchule ergibt sich fernerhin He Möglichkeit, die bisher sechsklafsige Auibaufchule. bie länd-
Das Wort vorn „Pulverisieren" unb „Ausradieren" ganzer Städte haben die Engländer im Zusammenhang mit bem nächtlichen Abwurf britischer Bomben auf bie Wohnstätten einer frieblichen Zivilbevölkerung, auf Kirchen und Lazarette zuerst ausgesprochen. Waren es bei ihnen auch im wesentlichen nur große Worte und hohle Phrasen, so haben wir ihnen als Vergeltung für die verbrecherische Absicht und den unzulänglichen Versuch mit schwerster Münze heimgezahlt. Auf das Beispiel Londons, das ihnen anscheinend noch nicht genügte, folgte deshalb Coventry. Wenn die „Times" darauf schrieb, datz die Deutschen infolge ihrer großen Verluste keine Vomber-Formattonen mehr einsetzen könnten, so hat ihnen die Vernichtung Birminghams am folgenden Tage schon bewiesen, daß wir, wie der Führer sagte, „noch und noch" Flugzeuge unb Munition haben, um England so oder so auf die Knie zu zwingen. Im Übrigen kann nunmehr auch die britische Propaganda trotz aller Verdrehungskunststücke die tatsächlichen Verluste nicht mehr verheimlichen. Sie mutz die Niederlagen in der Luft eingestehen und sie muß auch durch den Mund des Ersten Lords der britischen Admiralität zugeben kaffen, daß sich die britische Flotte, das bisher stärkste Verteidi- aungsinstrument Englands, infolge der unerbittlichen See- rriegführung Deutschlands in einer ungeheuer schwie- rigenLage befindet. Wenn solche Äußerungen wohl auch nur getan werden, um das betrogene britische Volk zum weiteren Ausharren, zu neuen Opfern zu veranlassen und die Hilfeleistungen der Dominien anzustacheln, so steht doch heute schon fest, daß England nicht mehr in der Lage ist, aus eigener Kraft und aus eigener Produktion ein Kriegs- Botential aufrechtzuerhalten, das ihm die Verteidigung seiner nsel auf die Dauer ermöglicht. Verzweiflungsvoll sieht es sich deshalb nach Hilfe um, die es, vom Kontinent jetzt restlos verdrängt, nurmehr von Übersee erwartet. Solche Hilfe aber muß es teuer bezahlen, mit Geld für Warenlieferungen unb mit bei Abtretung von Stützpunkten für alte amerikanische Zerstörer, die bereits zum Verschrotten reif waren. Was das Geld betrifft, so werden die britischen Auslandsguthaben infolge der stedroffel.ten Produktion von Exportgütern, die wegen der Schiffsraumnot und den Gefahren der deutschen Gegenblockade nicht geliefert werden können, immer geringer. Sind doch die britischen Dollar- Guthaben in Amerika bereits auf ein Viertel des Vorkriegsstandes abgesunken. Kein Wunder also, wenn man auch in Amerika letzt beginnt, die Lage Englands etwas skeptischer zu beurteilen und dort nicht mehr so recht an einen englischen Sieg glauben will.
