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Donnerstag, 21. November 1940

Wiesbadener Tagvlatt

Nr. 275 Seite 5

Momentaufnahmen:

Die Pünktlichkeit

M vergeblich den Kopf darüber, was Ordnungsliebe. Gewissenhaftigkeit, Zuver- nnA0tkliE,y«bJxie bte lobenswerten Eigenschaften alle sonst 1/LT^seil- dem Punkt zu tun haben. Der

^"^^uberhauvt nichts nach der Definition, die uns einst Li^^etrnche Unterrrmt übermittelte: er ist eine gedachte man JV6 überhaupt nichts denken kann. Da mf;+®r^Kun?'x.bte von Sexta zu Serta vererbt wurde, t”® Et anschaulicher.^ wonach der Punkt ein Winkel sei. bte ?retbe?f Schenkel ausgerissen habe. Dabei gibt 1Is Treff-. Schnitt-. Richtung--, Zeit- ?vntte aber was der Punkt mit der Recht- IrrAimoh« .das mag. jeder mit sich ausmachen. ÄrJ » imrx5 bat den berühmten Punkt gesucht und verpflichtete sich, von ihm aus die Welt angellos zu machen, aber von der Pünktlichkeit redete er nicht« und nach allem was.wir von ihm willen, war es damit auch in seiner Lebensrubrung schwach bestellt. Eine besondere Bedeutung muh der Punkt im Umgang mit Frauen haben wenn wir auch Mephistos Worten, daß „ihr ewig Weh und Uch aus einem Punkte zu kurieren" sei. nicht allzu viel he>!,nesLen'». Uad) Punkten regelt sich vieles irn Leben: der BoxSr wird danach besiegt und wir beziehen mit ihrer Hilfe die Kleider, und wenn man viele derartige Punkte hat, dann Sentit man Pünktlichkeit. Ob die nun Ludwig LVIll von Frankreich meinte, als er davon sprach, da» sie die HofUchkeit der Könige sei. scheint wieder etwas „unsicher. Es gibt offenbar verschiedene Begriffe von der Pünktlichkeit. Was man im gewöhnlichen Leben dar­unter versteht, verrat und charakterisiert der Berliner Volks- witi so:

Die Pünktlichkeit ist eine Zier, doch später kommt man ohne ihr.

Es gibt nämlich zwei Arten von Pünktlichkeit, einmal mir von anderen verlangen und die. welche wir nicht haben. Beide ,^alle werden nach der doppelten Buch­führung behandelt: für unseren Nächsten stehen sie immer

Sache des ganzen Volkes

Aufruf des Gauleiters zur Schulsammlung des VDA.

Volkstumsarbeit ist nicht mehr die Arbeit eines kleinen Kreises, sondern Sache des ganzen deutschen Volkes.

Diesen Volkstumskampf an allen Grenzen zu unter­stützen. ist selbstverständliche Pflicht jedes Dolk««enollen.

Ich rufe daher die Bevölkerung des Gaues Hessen- Nassau auf. dem VDA. in seiner Schulsammlung durch Geldspenden die Mittel zur Verfügung zu stellen, die zu einer solchen Unterstützung notwendig sind.

(gez.) Sprenger. Gauleiter und Reichsstattbalter.

unter Soll, unser eigenes Verhalten buchen wir stets unter vaben. auch wenn es nicht stimmt, denn dann war entweder der Omnibus unpünktlich oder die Uhr ging verkehrt. Beim Militär gibt es eine besondere Art der Pünktlichkeit, die gebt immer eine Viertelstunde vor. wie die akademische eine Viertelstunde nach. Wenn man aber diese auf die bürger­lichen Verhältnisse überträgt, klavot es noch lange nicht immer, und man bat seinen Ärger. Dann wirkt sich die Pünktlichkeit negativ aus. Wird da z. B. mit der Ausgabe der Lebensmittelkarten pünktlich um 3 Ubr begonnen, dann ist es unpünktlich, schon um 2^ Ubr zu kommen und sich darüber aufzuregen, daß man unnötig warten muß. Kommt man ebensolange vor Abgang des Zuges auf dem Äabnbofe an. dann ist man auch unpünktlich, aber man rechnet sich das eher als ein Verdienst an. Schlimmer wirkt sich natürlich die mangelnde Pünktlichkeit im entgegengesetzten Falle aus, denn weder der Eisenbahnbeamte noch die Verwaltung haben VeEndnis für die Beteuerung unserer Pünktlichkeit und die Tücke des Omnibusses, der Elektrischen oder der falsch gehenden Uhr. Der Zug ist fort, die Ausgabestelle ist geschlossen und wir haben Zeit, wenn uns der Arger nicht die ruhige Überlegung raubt, darüber nachzudenken, was eigentlich der Punkt mit der Rechtzeitigkeit zu tun hat. —n.

- — Auszeichnung. Fliegeringenieur Wilhelm Goertz und Fllegeringenieur Hans D i r r. beide im Stabe eines Luftgaukommandos an der Westfront, wurden in Aner­kennung ihrer besonderen Verdienste um die Einsatzbereit­schaft der fliegerischen Verbände gegen Frankreich und Eng­land mit dem Kriegsverdienstkreuz n. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. — Obergefreiter Herbert Schrodt. Bis- —.marckring 19. erhielt das Eiserne Kreuz H. Klasse.

— Sternschau vom 21. bis 30. November. Die abends rm Sternbild Widder im Osten stehenden und im Laufe der Nacht ihren stillen Kreis am Simmel ziehenden beiden sehr bellen Sterne nahe beieinander sind die Wandelsterne Jupiter und Saturn in großer Konjunktion, die 610 und 1240 Millionen km von uns entfernt leuchten. Der frühmorgens 3 Stunden vor der Sonne im Osten im Stern­bild Jungfrau aufgehende bellst^ Stern des Himmels ist Planet Venus als Abendstern in 190 Millionen km Ab­stand von der Erde.

— Die Kameradschaft ehem. 87er Erotz-Wiesbaden im NC.-Relchskriegerbund hielt ihren Monatsavvell in der „Wartburg ‘ ab. Kameradschaftsführer Meyer gab wich- tige Anordnungen bekannt. Nach Erledigung weiterer ge- schartlicher Angelegenheiten hielt Oberleutnant Lämmer Zeinen Vortra» der bei den alten Soldaten und deren An­gehörigen großes Interesse fand und dem Redner dankbaren Beifall einbrachte. Bei den Klängen der Sauskavelle blieb man dann noch einige Stunden gemütlich beisammen.

„ — -Seize richtig!- Um allen Volksgenollen im richtigen Verbrauch/des Brennstoffes im kommenden Winter, beratend zur Seite zu stehen, bat die Deutsche Arbeitsfront. Kreis- heimitattenamt, Fachgruppe Haus- und Erundstückswesen, eine Beratungsstelle eingerichtet. Durch Fachleute wird hier den Volksgenollen gezeigt, wie sie mit den zur Verfügung stehenden Koblenmengen vorteilhaft und aus­kömmlich zu wirtschaften haben. Es gibt auf diesem Gebiet heute so viele Fragen zu klären, die insbesondere jeder Hausfrau grobe Sorgen bereiten. Die Volksgenossen wer­den auf diese Beratungsstunde hingewiesen und aufgefor- -dert. regen Gebrauch davon zu machen. Die Peratung erfolgt jeweils Dienstags von 16 bis 17 Ubr auf Zimmer 23 der DAA.-Kreiswaltung. Luiienstraße 41.

— 4. Deutsche Reichslotterie. Die Ziehung der 2. Klalle findet am ^J./23. November statt.

- Unfälle. In der Kirchgalle kam eine Frau zu Fall und zog sich einen Schenkelbruch zu. der ibre Überführung ins Krankenhaus notwendig machte. — In der oberen Webergalle rutschte ein junger Bursche aus und erlitt beim Sturz einen Armbruch. .Er mußte in ärztliche Behandlung gebracht werden.

— Vom Motorradfahrer umgerannt wurde Ecke Bismarck­ring und Dotzheimer Straße am Mittwochabend ein zehn Jahre alter aus Biebrich stammender Schüler, so daß er Knie- und Gesichtsverletzungen daoontrug. Das Kind wurde ins Städtische Krankenhaus gebracht. Hierzu wird uns berichtet: Gegen 18.50 Uhr überschritt eine Fußgängerin mit zwei Kindern die Fahrbahn, übersah das Herankommen eines

Motorrades und lief mit den Kindern gegen dasselbe. Die beiden Kinder wurden verletzt. Eines war zu einem Arzt, wahreA das andere durch die Sanitätswache nach den städti­schen Krankenanstalten und von dort nach Anlegung eines Verbandes in die Wohnung gebracht wurde. Die Frau blieb unverletzt. Der Unfall ist darauf zurückzumbren. daß sie heim Überschreiten der Fahrbahn die nötige Vorsicht außer acht gelassen hatte. An dem Motorrad entstand leichter Sach­schaden. Der Fahrer wurde nicht verletzt.

— Goldene Hochzeit. Die Ebeleute Ernst Heinze und rrrau «rrreda. geb. Neumann. Nettelbeckstraße 12, begehen am 22. 11. ibre goldene Hochzeit. Wir gratulieren herzlich!

, — Hobes Alter. Herr Adolf Stamm, Röderstraße 26, feiert am 22. November seinen 85. Geburtstag in guter Gesundheit.

— Ern frohes Wochenende bereitet die NS.-Eemeinschaft „Kraft durch Freude" den Wiesbadenern im Paulinen- schloßchen mit einem festlich-heiteren Abend, der von Karl P eu k e r t angesagt wird und eine abwechslungsreiche Vor­tragsfolge verspricht.

■— Gemme- und Obstmarktbericht vom 19. November. Marktoerkäus: Eemuseanfuhr und -angebol seh?mäßig. Nachfrage und Verkauf gut. Eroßmarktvreise (Kleinmarktvreise in Klammern): Weißkohl C1/ kg) 4 bis 7). Wirsing 5.5 (8). Rosenkohl 20 (28). Römischkohl 6 (9). Rote Ruben 4,5 (7). Gelbe Rüben 4 (6). Erdkohlrabi 3.5, (5), Spinal 9,5 (14). Wiegsalat 35 (49). Feldsalat 44 (60). Trerb-Tomaten 18 (25). Lauch 12,5 (16). Sellerie 14.5 20—22) Kartoffeln, (50 kg) 355, (5 kg 42). Kohlrabi (Stuck) 6.5 (9),. Endiviensalat 8 (11). Blumenkohl ausländ. §teJses..12„ S uck) 670 (70—75). Rettich 8 (11). Radies (Gebund) 7 (10) Pfg.

Wiesbadener Vororte

W.-Erbeiibelm: Mit dem Kriegsverdienstkreuz 2. Klalle Mit.Schwertern wurde der Gefreite Adolf Safer. Boelke- strahe, ausgezeichnet. — Für Tapferkeit vor dem Feinde wurde dem Gefreiten Adolf Daus. Richthofenstrabe, das Jnfanteriesturmabzeichen.. verliehen. — Die umfangreiche Cart5f^leinte O bier völlig beendet, ebenso das Einmieten der Dickwurz.,-Zum größten Teil dürfte auch die Serbstaus- iaat getätigt sein. So ist man jetzt eifrig bei der Zucker- rubenernte. die ebenfalls einen recht guten Ertrag liefert. Wasen um Wagen rollt dauernd zur Bahn zur Beförderung in die Zuckerfabriken Als eine weitere svätherbstliche Arbeit ist noch das Ausbellern mangelhaft gepflegter und das Entfernen angekreuzter sowie das Neuanpflanzen von Obst­baumen zu nennen.

Em Wunschkonzert für das Kriegs- WSW. veranstaltet die Ortsgruppe der NSDAP, am »onntag. 8. Dezember, in der „Rose". Das reichhaltige Programm, welches eine Wehrmacht-Kapelle und den

Jlus Gau und Provinz

Knecht und Pferd im Rhein ertrunken

— Remagen, 21. Nov. Ein Knecht des hiesigen Anna-Klosters wollte ein Pferd in das seichte Wasser eines sogenannten Rhein- abschlages führen, um es dort zu säübern. Dabei ist das Tier von dem Abschlag das abfallende Ufer heruntergerutscht. Der Knecht verschwand sofort in den Fluten, das Pferd tauchte wieder auf und versuchte, auf das steile Ufer heraufzukommech was ihm aber nicht gelang, so daß es ertrank. Die Leiche des Knechtes ist bisher noch nicht aufgefunden worden.

x Breckenheim, 21. Nov. Auf seiner Arbeitsstelle an der Neichsautobahn verunglückte ein hiesieger Einwohner. Er wurde von einem Lastkraftwagen erfaßt und zu Boden geschleudert. Dabei brach der Unglücklicke beide Beine. Er mußte sofort in ein Krank°N- haus verbracht werden.

in Rüdesheim o. Rh., 21. Nov. Dem aus Rüdssheim a. Rh. stammenden Rektor der Universität München, Prof. Philipp B r o e m f e r, der im Alter von 54 Jahren gestorben ist, widmete der „Völkische Beobachter" einen warmen Nachruf. Es heißt darin, daß Professor Broemsers Forschungen vor allem den Eesetzmäßig- -reiten des Blutkreislaufs gegolten Haden.

X Bad Ems, 21. Nov. In der hiefigen Mästerei der NSV. werden gegenwärtig 61 Schweine für das EHW. gehalten. Die Tiere gedeihen vorzüglich.

X Weilburg a. d. Lahn, 21. Nov. Auf der Grube „Aller- heiligen" wurden zwei Bergleute verschüttet. Während der eine sofort geborgen werden konnte, wurde der andere, Bergmann Ernst Demmer, Kubach, erst nach Stunden als Leiche geborgen Der Verunglückte stand im 35. Lebensjahre und war verheiratet

e

auch ihr hilft Niveo

die Haut wirksam zu schützen. Mit Nivea gepflegte Haut bleibt glatt, weich und geschmeidig.

(NIVEAU

X Diez a. d. Lahn, 21. Nov. Auf dem hiesigen Bahnhof wurde in früher Morgenstunde August D i e h l m a n n, Freiendiez, tot­gefahren.

— Mainz, 21. Nov. Eine hiesige Einwohnerin hatte den Namen einer ihr nicht gehörenden Straßenbahn-Wochenkarte aus­radiert und mit ihrem eigenen Namen versehen. Bei einer Stratzenbahnfahrt wurde der Betrug festgestellt und die Mainzerin zur Anzeige gebracht. Bis zur Verhandlung vor Gericht wurde sie erneut mit einer „radierten" Karte erwischt. Zum dritten Male wurde sie ausgerechnet an dem Tage, an dem sie sich vor dem Gericht wegen des ersten Falles zu verantworten hatte, als Betrügerin entlarvt. Wiederum hatte sie die Dreistigkeit besessen, mit einer radierten Wochenkarte die Straßenbahn zu benutzen Ob es bei der ersten Strafe von achtTagen Gefängnis bleibt, wird die neue Verhandlung lehren. — Eine hiesige Einwohnerin hatte sich wegen Diebstahls vor dem Einzelrichter zu verantworten Für ein von ihr in Pflege genommenes Kleinkind „besorgte" sie sich einen Kinderwagen, das heißt sie stahl ihn samt allem Zn- behör im Hausflur einer Kinderärztin. Alsdann erklärte sie den Angehörigen des Pflegekindes, daß sie der Kinderwagen 5 Pf. weniger als 47 RM gekostet habe. Sie erhielt auch den Betrag, kaufte für 10 RM Windeln, gab 7 RM den Geldgebern und behielt die restlichen drei Zehnmarscheine für sich. Sie bekam als rückfällige Diebin sechs Monate Gefängnis.

— Allmendfeld, 21. Nov. Ein Siedler erlitt dadurch einen schweren Verlust, daß ein Iltis oder Marder nachts in den Hühnerstall eindrang und fast den gesamten Hühnerbestand ver­nichtete. Von 40 Hühnern fielen dem Räuber 38 zum Opfer

Mannergesangverein. sowie A. Schlicht als Mitwirkende an kündigt, bietet eine Reihe schöner Märsche. Soldatenlieder Musikstücke und Männerchöre auf dem Wunschzettel zur Auswahl und verspricht einen genußreichen Nachmittag.

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ATIKAH 5pf

Die Spannergilde

Ein Notzuchtsoerbrecher als Volksschädling zweimal zum Tode oerurteilt

In ein seltsames Milieu leuchtete eine zweitägige Verhand­lung vor dem Sondergericht gegen den 36jährigen, aus Hanau gebürtigen Hans D e r s ch.

Der Angeklagte war strebsam und fleißig und glücklich ver­heiratet. Aber er führte ein Doppelleben und zählte zu einer Gruppe von Personen, die die Kriminalwrache als „Spanner" bezeichnet: Leute, die in den Anlagen wahrend der Dunkelheit ^Pärchen beobachten. Es scheint zwei Kategorien solcher Spanner zu geben: Solche, die sich auf die Beobachtung beschränken und andere, die zu einer verbrecherischen Aktivität übergehen. Zur letzteren Gruppe ist der Angeklagte zu rechnen. Der Angeklagte hieß „Boxerhans" und war wegen seiner Stärke gefürchtet. Es kamen Fälle zur Sprache, die zeigten, daß er den Begleiter eines Mädchens kurzerhand niederschlug und einem Polizeibeamten übel miispielte. Der Angeklagte wollte seit 1935 sich nicht mehr als Spanner betätigt haben: damals schwebte ein Strafverfahren 'gegen ihn. Drei der im Ermittlungsverfahren geladenen Zeugen hatten beschworen, ihn nicht zu kennen. Auf Grund ihrer damaligen Angaben wurde das Verfahren gegen Derfch eingestellt. Die Zeugen waren nicht bei der Wahrheit geblieben, weitste die Rache des Angeklagten fürchteten. Vor wenigen Tagen hat das gleiche Sondergericht, das jetzt gegen Derfch verhandelte, auch jene drei meineidigen Spanner abgeurteilt. Sie erhielten Zuchthausstrafen. Gegen alle drei wurde außerdem auf dauernde Eidesunfähigkeit erkannt. Bereits im Jahre 1931 war Dersch wegen Amts­anmaßung, Freiheitsberaubung und Beleidigung zu einer Geld­strafe verurteilt worden, weil er gegen ein Mädchen vorgegangen war. Im Mai dieses Jahres liefen bei der Polizei Anzeigen

uiet Notzuchtsverbrechen ein. Der Täter war den Opfern mit Namen nicht bekannt. Die Polizei erinnerte sich des ähnlich ge- leflenen Vorganges aus dem Jahre 1931 und stellte Dersch den Mädchen gegenüber, die ihn als Täter erkannten. Dersch leugnete und wollte das Opfer eines Doppelgängers sein. Die Gilde der etwa 60 Spanner betrieb ihre Beobachtungstätigkeit in den ver­schiedenen Parkanlagen. Der Angeklagte verfolgte Mädchen, die sich von ihrem Begleiter getrennt hatten, bis vor das Haus, in dem sic wohnten, spielte sich dann als Polizeibeamter oder Park- wachtcr auf und schüchterte die Mädchen ein. Aus Angst gingen die Mädchen mit Dersch dann mit, der sie in eine abgelegene Gegend führte. Dort drückte er seinen Opfern die Kehle zu — eines der Mädchen verfiel dabei in Bewußtlosigkeit — und ver­ging sich an ihnen.

Der Angeklagte bestritt in der Verhandlung, jemals eine Frau gewürgt oder geschlagen zu haben, aber die Zeuginnew er- i0 *J_n Jen ihn wieder. Der Angeklagte ist von einem Sach­verständigen aus seinen Geisteszustand untersucht worden. Er ist in vollem Umfange zurechnungsfähig und hat als gefährlich zu gelten. Das Sondergericht verurteilte den Angeklagten Dersch wegen zweier besonders schwerer Fälle der Notzucht als Voiks- schadling und Gewaltverbrecher zweimal zum Tode und dauerndem E h r v e r l u st. Von" der Anklage des Notzucht- veyuchs wurde der Angeklagte freigesprochen. Der Angeklagte habe keinen Doppelgänger gehabt, wohl aber ein Doppelleben geführt. Bei Tage war er der ehrsame Handwerksmeister und niemand in seiner Familie hatte eine Ahnung, daß er nachts sich in den Anlagen herumtrieb. Er gab in zwei Fällen -zu, als Spanner gewalttätig gewesen zu sein und hat in seinem Schluß­wort noch einen dritten Fall zugegeben. Aber es seien noch wertere Fälle, in denen er Gewalt anwendete. Vier andere Spanner hätten dies zugegeben.

,./b- h- nur wirklich gute Cigaretten, die Zug für Zug ihr kost- liches Aroma entfallen. Sie vermeiden dann ganz von.selbst das hasttg-nervöse Rauchen, das unbekömmlich ist.

Ein Museum der lippischeu Ziegelei. In der Stadt Lage vlant man die Errichtung eines Denkmals für den lippischen „Ziegelbacker und eines viele Erinnerungen an sein uraltes Handwerk ausnehmenden Museums. Im 17. Jahrhundert entstanden in Lippe die ersten Ziegeleibetriebe. Daneben ent­wickelte sich in diesem Lande an vielen Orten das eigenartige Gewerbe der wandernden Ziegelbäcker", die in jedem Früh- lahr ihr Bündel schnürten, um den Sommer über in fremden Betrieben tätig zu sein. Vor einem halben Jahrhundert zogen alliahrlich etwa 12 000 Ziegler aus Lippe oft weit über M Reichsgrenzen hinaus, bis nach Schweden, Ungarn und südrunland, um im Herbst dann mit ihrem Verdienst zu ihren damtlien in die Heimat zurückzukehren. Geschickte For­mer unter diesen deutschen Wanderarbeitern brachten es in zehnstündiger Arbeitszeit bis auf etwa dreitausend Ziegeln von Normaliormat. Mittelpunkt dieses Gewerbes war von leher die Stadt Lage an der Bahnlinie Detmold-Herford und dem Fluschen Werre. Es gab dort eine eigene Ziegler- borse. durch die Angebot und Nachfrage befriedigt wurden Besonders geschätzt waren die Livvischen Handwerker als Lehr­meister tn aller Welt. So mancher stolze Bau in Nord- oder Osteuropa ich ihrer Kunstfertigkeit oder der ihrer Schüler zu verdanken. ' 0

Die stark fettlösende Wirkung, die ini besitzt, macht es zum zeitgemäßen Reinigungehelfer für schmutzige ßerufekleihung. <Ee reinigt gründlich und macht die Verwendung von Seife und Waschpulver überflüssig! fiausfrau, begreife: inj spart Seife!