Freitag, 15. November 1940
Wiesbadener Tagblatt
Rr. 270 Seite 5
Wiesbadenei»Vororte
Neues aus aller Welt
Wirtschaftsteil
Immer gleich gut!*)
ATIKAH 5?f
Nus Gau und Provinz.
Streik in einem amerikanischen Stahlwerk. Wie aus Pennsylvanien gemeldet wird, sind dort 4000 Mann der Belegschaft der Crucible-Stahlwerke wegen Lohnforderungen in den Streik getreten. Das stillgelegte Stahlwerk hat riesige Rüstungsaufträge der Bereinigten Staaten.
Mainz, 15. Nov. Das Sondergericht Darmstadt verurteilte ™ ' " utflies aus Pfedder s h e i m wegen Verordnung zum Schutze der Wehrkraft des igen die Verordnung über den Umgang
Inhalt batte eine in einem Eafsbetrieb beschäftigte Jugendliche gestoblen. Das Jugendgericht hielt die Angeklagte, schon ihres herausfordernden Benehmens wegen, der begangenen Diebstähle für überführt, sah zwar von einer Besinnung noch einmal ab. erkannte jedoch auf sofort einsetzende Erziehungsmaßnahmen. — In Gemeinschaft mit einem noch strafunmündigen Jungen war ein 18jähriger Bursche in ein Lager eingebrochen, batte nach Übersteigen eines Eartenzaunes aus ein;: Bretterbütte auch hier verschiedene Gegenstände entwertet. Dann hatten sich die beiden mit dem gestohlenen Material einen Unterschlupf auf fteiem Feld gebaut, über den der Angeklagte -tzt im Gefängnis sechs Wochen nachdenken kann. Se Strafe wäre erheblich „höher ausgefallen, wenn nicht der medizi- niiche Sachverständige den Angeklagten als einen geistig
W.-Biebrich: In dem Seitenbau eines Sauses erkrankten eine Ehefrau und ihr drei Jahre altes Töchterchen unter Bergntungserscheinungen. Mutter und Kind wurden in das Krankenhaus eingeliefert, befinden sich aber wieder völlig außer Lebensgefahr. ,3n dem durch eine Giebelwand verbundenen anderen Seitenbau war eine Wohnung vorschriftsmäßig vergast worden doch waren auf noch nicht festgestellte Weise Gase in die Wohnung des anderen Hauses gedrungen.
W.-Schierstein: In der Wilhelmstraße riß beim Ein- b.legen in die Saarstrage am Donnerstag gegen 9.40 llhr von einer Zugmaschine der Anhänger (Langholzfahrzeug) los. geriet auf die Eebbahn und rannte mit der Anhängevor- nchtung in eine Schaufensterscheibe, die in Trümmer ging. Sonstiger Schaden entstand nicht. Personen wurden nicht verletzt.
. As.-Dotzheim: Nur noch wenige Tage sind es bis zum großen Wunschkonzert im ..Turnerheim". Die vielen hundert Wunsche der Dotzheimer Betriebe. Behörden und der Volksgenossen ergaben in erster Linie eine ansehnliche Geldspende Mr das Kriegswinterhilfswerk. Am meisten freuen sich aber
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Schauer st raße
, Sines der ältesten Häuser auf dem Atzelberg ist das letzte Haus auf der nordöstlichen Seite der 1935 angelegten AHiwerstraße. Als es in den siebziger Jahren des vorigen Jabrbunderts erbaut wurde, sagten sich hier oben noch die fuchse Gute nacht.„ Kurz darauf entstand auch gegenüber ein einstöckiges huttenartiges Gebäude, das sich heute so seiner, Umgebung angevaßt bat. daß es dem Beschauer kaum noch in die Augen fällt. Das hochgiebelige zweistöckige dagegen., von dessen Dachfenster aus man eine herrsche Aussicht über grobe Teile der Stadt hinweg zu Rhein Uo ,cWtus haben muß. wurde von seinem ersten Besitzer ySur schonen Aussicht" genannt. Wo beute die Gabels- bergerstrabe sich hinzieht. befand sich das Rietberberg- Easthaus. Sonntags war in der Gartenwirtschaft ein leb- Z?ltes Treiben. Uber die Platter Straße her. die heutige 4tothltraße hinab. strömten die Spaziergänger: durch das „Queticheloch. letzt Querfeldstrabe, stiegen die Bewohner des Wellritzviertel hinauf. Die Schaverftrahe mit ihren schmucken Landhäusern smejgt in, nordwestlicher Richtung Mn bei 1927 angelegten Rothstratze ab. Sie folgt in ihrem Verlause etnem alten Feldweg. Bis vor sechs Jahren lau- tete die Anschrift der Bewohner hier oben im Distrikt Überried: ..Atzelberg. Und diese postalische Bezeichnung duttte. auch heute noch nicht verschwunden sein. *
Die Schaverstraße bat ihren Namen nach dem am N-.2uli 1841 zu Alsleben a. d. Saale geborenen Bildhauer Fritz Schaper, der mit 32 Jahren sein Hauptwerk, das Eoetbedenkmal in Berlin, schuf: es wurde 1879 enthüllt. Drei Jahre darauf entstand ein LessiNgdenkmal für Hamburg. 1889. ein Kruvvdenkmal für Essen. 1890 ein Luther- denkmal für. Erfurt und 1893 das Denkmal des Marschalls Vorwärts für Kaub. Neben Büsten stammt auch das Marmorstandbild des Groben Kurfürsten aus der Sieges» allee in Berlin vpn Fritz Schaper, der am 29. November ' 1919 das Zeitliche segnete.
Und nun nächstens zur Scharnhorst st raße.-'
wird sich das Jugendgericht mit den Lausbuben beschäftigen. — Den SO .Geburtstag begehen konnte Frau Margarete Schmitt, geb. Bach.
Zurückgebliebenen bezeichnet hätte, bei dem § 51. Abf. 2 Anwendung zu finden bat.
„ — Unglücklich gefallen. Ecke Bahnhof- und Albrecht- nrage stürzte am Donnerstagabend ein 48 Jahre alter Laborant beim Aussteigen aus dem Omnibus so unglücklich, daß er den rechten Unterschenkel und den linken Mittelfuß brach.Das Sanitätsauto brachte den Verunglückten ins Städtische Krankenhaus.
— Unfälle, In der Marktstraße kam ein Radfahrer in Hobe der Neugasse so schwer zu Fall, daß er sich einen Handgelenkbruch zuzog und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. — In einem Hause der Emser Straß« verlor eine Frau, die auf einer Leiter arbeitete, das Gleichgewicht und stürzte zu Boden. Mit inneren Verletzungen mußte Re ins Krankenhaus gebracht werden.
Bewiesene Einsatzbereitschaft mildette die Strafe
=_ Frankfurt a. M., 15. Nov. Ein bijähriger Frankfurter Eeichäftsmann hatte sich vor mehreren Jahren ins Ausland begeben und war dort ansässig geworden. Als der Krieg ausbrach, weilte er in einem Hotel, in dem sich auch ein Berliner Anwalt befand. Beide wurden damals zusammen mit noch andern Personen verhaftet und kamen in ein französisches Konzentrationslager nahe den Pyrenäen, wo sie «el zu leiden hatten. Der Geschäftsmann zeichnete sich durch große Kameradschaftlichkeit aus und als bei der Verhaftung das Leben des Anwalts gefährdet war. wurde ihm der Geschäftsmann zum Retter. Nach dem Waffenstillstand mit Frankreich hielt sich der Geschäftsmann in Paris auf, wo er verhaftet wurde, da gegen ihn noch ein Steckbrief lief. Als er sich jetzt vor der Straftammer Frankfurt wegen eines vor Jahren von ihm begangenen Betrugs zu verantworten hatte, war der Berliner Anwalt zu seiner Verteidigung herbeigeeilt, um seinem Lebensretter zu helfen. Der Angeklagte hatte seinerzeit bei dem Verkauf eines Unternehmens die Schulden um die Hälfte niedriger angegeben, als sie tatsächlich waren, und hierdurch einen Interessenten um 1500 RM geschädigt. Der Angeklagte kam mit vier Monaten Gefängnis davon, die durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Das Gericht berücksichtigte mildernd, daß der Angeklagte durch die Knegsverhaltnisie sehr gelitten hat, und daß er sich durch persönlichen Einsatz bemühte, wieder gut zu machen, was er verschuldete.
m Winkel a. Rh., 15. Nov. Die Arbeiterschutzhütte des Wcin- händlers Loh. Kneipp in der Lage „Plankner" ist vor einigen Wochen böse zugeilchtet wurden, als Täter wurden drei hiesige junge Burschen und ein Schüler von außerhalb ermittelt. Run
— Die Versorgungslage. Die Nachfrage nach Mehl ist letzt durch das Backgewerbe etwas gesteigert. An Nährmitteln.sind vor allem reichlich solche aus Gerste vorhanden. Nach wie vor ist es erwünscht, wenn Kaffee-Ersatz lose jetzt mehr als Paketware verbraucht wird. Die Zufuhren von Rmdern sind. sehr, gut in Fluß gekommen. Auch der Schweineauftrieb zeigt eine steigende Tendenz. In der Versorgung mit Obst bat sich keine Änderung ergeben. Die eingelageiten Vorräte müssen in erster Linie Krankenhäusern und Kindern vorbebalten bleiben. Ein Einfuhren von Gemüse decken den Bedarf. Die Hausfrauen sollten jedoch nicht Erzeugnisse verlangen, deren Ernte jetzt erst beginnt, wie z. B. Schwarzwurzeln und Rosenkohl. Der Vedarf an Trinkvollmilch. Dien und Fetten war weithin gedeckt. Am Kartoffelmarkt geht die Einkellerung ihrem , Ende entgegen. Nachfrage und Angebot lassen nach.
— Punkte sparen! Das ist heute das Bestreben jeder Frau, einmal, um mit den Punkten der Kleiderkarte aus- ^uivmiiien. bann aber auch, um unserer Textilwirtschaft iebe überflüssige.Belastung zu ersparen. Die neue Reichskleiber- Jatie mit ihren 150 Punkten bietet viel Spielraum, um trotz der Kriegszeit eine abwechslungsreiche Bekleidung anzufertigen und manch wertvollen Hinweis hierzu gab eine Modenschau, die im Hotel „Metrovol" viele Frauen ttlsammengeführt batte. In charmanter Weise plauderte Erna Moni en über die Mode des Winters 1940741 und ihre, fachlichen Ratschläge, die sie in verschwenderischer Fülle erteilte, werden vielen der Anwesenden neue Wege gewiesen haben, die dazu führen, bei aller Sparsamkeit im Materialverbrauch gut und zweckmäßig angezogen zu sein. Die Vorfubrdamen zeigten denn auch eine ganze Reibe von ge- schmackooll angefertigten.. Kleidern. Kostümen. Pullovern, Westen. Blusen und Mänteln, darunter auch Svarkleider. Verwandlungskleider und solche aus zweierlei Stoff Es sind keine unerfüllbaren Wunschträume. die es »u sehen gab. sondern alle gezeigten Modelle zeigen eine praktische Lösung an Hand der verfügbaren Punktzahlen. Damit verfolgt die Schau die unter Förderung des deutschen Mode-Institutes und des Werberates der deutschen Wirtschqft durchgefübrt wird, einen volkswirtschaftlichen Zweck. p.
. — Kleine Stadtbegebenheiten. Auf einem Hause in
bei Moritzstraße sollte eine schiefstebende Fahnenstange entfernt werden Doch batte man dabei nicht mit der Tücke des Obiekts gerechnet. Die. Fahnenstange macht« sich nämlich gewissermaßen selbständig und verbartte in schwebender Stellung am Dach. Später konnte sie dann endgültig besei- l-tzt werden... Der Vorfall batte eine. Menschenmenge angelockt. di« eifrig Ratschlage erteilte.
— Approbation. Nach bestandenem tierärztlichen Staatsexamen bat der cand. med. vet. Willi Schneider aus Wiesbaden von der tierärztlichen Hochschule in Berlin die Approbation als praktischer Tierarzt für das Gebiet des Erondeutschen Reiche»- erlangt.
— Wiesbadener Eerichtssaal. Aus einem undicht gewordenen WC. - Abflußrobr berabgetrovtte Flüssigkeit war in einem Hauie der Innenstadt in die Einmachgläser des darunter wobnenden Mieters gelangt. Diese ..Einmischung" führte nicht, nur dazu, daß das Eingemachte, sondern daß auch die Stimmung zwilchen den beiden Mietern ungenieß- bar wurde und sich schließlich in einer drastischen Keilerei entlud.- Zwei streitbare Jungfrauen batten- sich dieserbalb "vr dem Emzelrichter zu verantwotten. der die eine wegen geiabrlicher Körperverletzung in eine Geldstrafe von 40 RM naöm. die andere mangels ausreichenden Beweises frei» sprach. — Verschiedene Wäschestücke und eine Handtasche mit
Hoch immer schwere Erdflöße in Rumänien
Bukarest, 15. Nov. Die rumänische Hauptstadt leidet noch immer unter schwachen Erdstößen. Am Dienstag wurden drei Stöße registriert und Mittwoch um 18.57 llhr wurde erneut ein Erdbeben der Stärke 3 verspürt, durch das ein Haus, das bei dem großen Erdbeben schwer beschädigt worden war, einstürzte. Bei den Ruinen des Carlton-Hochhauses werden die Bergungs- und Aufräumungsarbeiten ununterbrochen fortgesetzt. Sie werden jedoch durch bas unter dem Schutthaufen brennende Feuer stark behindert. Bisher wurden 98 Leichen aus dem Schutt geborgen. Das Bürgermeisteramt hat den Zustand dou 3200 Häusern zu untersuchen, die durch das Erdbeben stärker gelitten haben. Bis jetzt wurde ungeordnet, daß 36 Häuser, darunter auch einige sehr große Gebäude, gänzlich abgetragen und weitere 31 Häuser teilweise niedergerissen werden müssen. Unter den Häusern, die abgetragen werden müssen, befinden sich auch das Nationaltheater und die Staatsoper. Das große Konzert- und Ausstellungsaebäude Atheneum hat schwer gelitten und bedarf großer Wiederherstellungsarbeiten. Die große Orgel des Konzerthauses ist eingestürzt.
Bukarest, 15. Nov. (Funkmeldung.) Am 14. November 16.38 llhr wurde in Bukarest, wie die Sternwarte mitteilt, ein neues Erdbeben der Stärke 3 verspürt. Weiterer Sachschaden ist jedoch, soweit bis jetzt bekannt, nicht entstanden. Wie erst jetzt bekannt wird, ist die Landstraße von Kronstadt nach SBu3au im Gebirge an einer Stelle durch bas Erdbeben auf einer Länge von 200 Meter gespalten worden, so baß bet Verkehr völlig unterbrochen ist. Mehrett Hügel gerieten ins Gleiten, während Felsblöcke das Bett des Flusses Buzau versperrt haben.
Schweres Eisenbahnunglück bei Brüssel
21 Tote, 50 Schwerverletzte
Brüssel, 1K Nov. In den frühen Morgenstunden des Donnerstag ereignete sich in Belgien ein schweres Eisenbahnunglück. Um 7.35 llhr fuhr ein aus Richtung Tirlernont kommender belgischer Personenzug im Bahnhof Dieghem bei Brüssel auf einen dort haltenden Zug auf. Der Aufprall war so heftig, daß mehrere Wagen des einlaufenden Personenzuges völlig zertrümmert würden. Nach den bisherigen Meldungen wurden 21 Reisende (sämtlich Belgier) ge- tätet, 30 s ch w e r und 50 leicht verletzt.
Kaffeesorgen
Während wir Deutschen uns im Zeichen der Kriegswirtschaft diebisch freuen, wenn wir unsere Kaffeebohnen abholen können, brüten in Rio d e 3 a n c i t,o sorgenvolle Plantagenbesitzer, Großhändler und Expotteure über Plänen, wohin sie mit ihrem Kaffeeüberfluß sollen. Nicht genug damit, daß praktisch ganz Äa.ffeea6ne§mer ausfällt, nicht genug damit, daß selbst dre Vereinigten Staaten ihre Auiträge in begrenztem Rahmen halten, nein, jetzt „droht" sogar eine Rekordernte, durch die die ganze Kafseepolitik über den Haufen geworfen werden durste.
Das Spiel mit dem Kaffee ist ein Musterbeispiel, wie wenig der sogenannte-„freie Handel" und die „freie Produktion" in der Lage sind, mit den einfachsten Grundfragen einer vernünftigen Wittichaft fertig zu werden. Brasilien ist das größte Kaffeeland der Welt. Hier allein baut man soviel der würzigen Bohnen an, daß man damft alle Kasfeetrinker aus der ganzen Erde allein versorgen könnte. Die Hälfte der gesamten Ausfuhr Brasiliens besteht aus Kaffee. Nun aber find außerdem noch eine ganze An- zahl anderer Kaffeeländer im Wettbewerb, so daß nach jeder Ernte die gleiche Frage austaucht, nämlich die: Wohin mit dem Kaffee?
Daß alljährlich verschiedene Millionen Sack (zu je 60 Kilo- arainm) ins Meer geschüttet oder verbrannt werden müssen, damit hat man fich sonderbarer Weise schon abgefunden. Wenn nun aber plötzlich anstelle der erwarteten 21 Millionen Sack sage und schreibe 28 Millionen Sack geerntet werden, dann bekommen die Plantagenbesitzer graue Haare, denn sie bleiben auf dem Erzeugnis ihres Fleißes rettungslos sitzen. Zur Zeit beratschlagt man, ob es nicht möglich fein könnte, einen neuen Werkstoff aus den Kaffeebohnen herzustellen. Aber bis es mit den Vorarbeiten so wett ist, sind die Vorräte längst verdorben.
Gewiß ist der Ausfall des Expottes nach Europa ein schwerer Schlag, denn Brasilien liefert den europäischen Staaten zusammen eben so viel wie den USA., nämlich rund 9 Millionen Sack. Aber daß Brasilien und die übrigen Kaffeeproduzenten keinen vernünftigen Ausweg aus der Kalamität finden können, will uns, die wir den Segen einer gelenkten Wirtschaft und der dazu gehörigen Marktordnung kennen, nicht einleuchten.
^Größte Sorgfalt bei der Mischung sowie modernste Fabrikationsmethoden haben es zur Tatsache gemacht, daß die A t i t a h in ihrer Qualität und Gleichmäßigkeit seit Jahren nicht den lei{## ften Schwankungen unterworfen ist.
Berliner Börse vom 15. November. Die zu beobachtende stärkere Widerstandsfähigkeit setzte sich in Form einer leichten Aus- wättsbewegung der Kurse sott. Vereinigte Stahl und Rheinstahl je % sowie Klöckner % % ermäßigt. Andererseits gewannen Buderus %, Mannesmann % und Hoesch % %. Deutsche Erdöl IM % niedriger, während Salzdetfurth 1 % gewannen. Farben um % % und Goldschmidt um % % höher. AEG. gewannen J4, ffieffürel '/2, Siemens 2%, Lahmeyer 2y. und Siemens-Vorzüge 3 %. EW. Schlesien und Dessauer Gas stiegen je yt %, Elektrische Lieferungen ermäßigten fich um % und Beknla um 1J4 %. Reichs- altbefitz 154K. Steuergutscheine I weiter 10754.
Frankfurter Börse vorn 15. November. Die Stimmung war im Grunde freundlich und die Kurse zogen nach Beendigung einiger weiterer Realisationen meist weiter an. Doch gingen die Veränderungen selten über 1 % hinaus. Gefragt waren vor allem Elektrowette, wo Siemens 4, Lahmeyer 4% % anzogen. Stärker befestigt ferner BMW. 2%, Holzmann 1%, Südd. Zucker, Rheinmetall und Waldhof je 1 %, während Adler und Goldschmidt je 1%, Conti-Gummi 2, Demag 1)4 und DDM. 1 % hergaben. Steuergutscheine I etwas leichter, 107%. In Pfandbriefen scheint sich das Angebot zu verstärken: gefragt blieben zur Zeit unkündbare Serien. Tagesgeld 1% %.
Notierungen vom 14. November. Berlin: Reichsaltbesitz 154%, Steuergutscheine I 10754, Vereinigte Stahlwerke 140% bis 141%, JE. Farben 197—197%, Gemeindeumschuldung 100; Frankfurt: Klöckner 160, Mannesmann 148%, JE. Farben 197, AEG. 175/4, Lahmeyer 174%, späte Schuldbuchforderungen 102%, im Freiverkehr: Dingler zirka 132, Rastatter Waggon 120, Kupferberg alte 148, junge 142.
doch alle Volksgenossen auf bas mit den schönsten Militärmarschen. Männerchoren. Soli für Tenor. Bariton. Baß und Sopran, mit Tänzen und vielem mehr ausgestattete Konzert, das auch unsere Soldaten in ihren Bann ziehen wird. Als Ansager stellte fich Joe Eibinger zur Verfügung und außer den übrigen bekannten Kräften wirken auch Soldaten der Luftwaffe mit. darunter der Tenor F ö r st e r l i n g vom Opernhaus Köln. Der Kartenvorverkauf hat durch die Zellen- und Blockleiter der NSDAP, eingesetzt.
W.-Sonnenberg: Am Donnerstag gegen 11.45 llhr wurde aur der Kreuzung Rathausstraße und Kreuzberg ein fünf» lahriges Kind von einem Omnibus angefahren und leicht am Kopf verletzt. Den Fahrer trifft keine Schuld, da da« Kind unvermutet über die Fahrbahn lief.
W.-Rambach: Am Sonntag hält der Kleintterzuchtverein trotz Einberufung vieler seiner Mitglieder zum Heeresdienst seilte diesjährige Kaninchen- und Geflügelausstellung im Gasthaus „Zum Rebstock" ab. Zur Schau gelangen etwa 150 Tiere der anerkannten Rassen, stark vertreten sind. Angora und Wiener weiß. Nebenbei findet eine Wolle-, Pelz- und Produktenschau statt. — Für 25jährige Dienstzeit bei der Regierung in Wiesbaden wurde dem Regierungssekretär Wilh. Beltz das Treudienstehrenzeichen in Silber verliehen.
die 35jährige Maria 51 Vergehens gegen die Veror deutschen Volkes und gegen . ___________„___________ö
mit Kriegsgefangenen zu zwei Jahren Gefängnis. Die bisher unbestrafte Angeklagte unterhielt mit einem französischen Kriegsgefangenen, der mit ihr in derselben Konservenfabrik arbeitete, ein Liebesverhältnis. Im Jahre 1922 hatte die Angeklagte b e r e it s als 18jähriges Mädchen ein Verhältnis U einem französischen Besatzungsangehörigen, das nicht ohne Folgen blieb. — Ein 57jähriger Beamter, Vorsitzender einer Mainzer Beamtensparkasse, stand wegen Unterschlagung im Amte, Urkundenfälschung und Eenossenschaftsuntreue vor Gericht. Er wurde wegen dieser Straftaten zu 3)4 Jahren Gefängnis und 45 000 RM Geldstrafe ersatzweise 90 Tage Gefängnis, verurteilt. Der Angeklagte, feit 1927 Vorstandsmitglied der Sparkasse, dem Vorgesetzte und Arbeitskameraden das größte Vertrauen entgegenbrachten, galt als tüchtiger Beamter und guter Arbeitskamerad, der bescheiden und hilfsbereit war. Die Verschwendungssucht feiner Frau brachte ihn zu den genannten Straftaten. Er war z u schwach, um energisch gegen feine leichtfertige Frau aufzutreten, die trotz aller Ermahnungen wahllos immer wieder Waren einkaufte und ihrem Manne die Rechnungen zufchicken ließ. Aus Angst, in den Ruf eines verschuldeten Beamten zu kommen, zahlte er die fälligen Rechnungen mit fremden Geldern. Die der Sparkasse entnommenen Summen quittierte et mit den Namen (von Mitgliedern und machte sich so der schweren Urkundenfälschung schuldig. Der begangene grobe Vettrauensbruch, die Höhe der veruntreuten Summe (40 000 RM) erforderten eine
• hohe abschreckende Freiheitsstrafe.
