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8. Schellenb-rg'Ich« B-chdnickerei, „lagblatt < H<ms° ff«nsprecher-Sammel.3!r 59631 Drahlanschrifl Tagblatt Wiesbaden. Doftlcheckkonw - Frankfurt a. M Nr. 1405.

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Nr. 261

Dienstag, 5. November 1940

88. Jahrgang

Das große deutsche Sozialwerk

Reichsorgamsationsleiter Dr. Ley über die Aufgaben nach dem Kriege

Füll«

au

Die Engländer diesen amerikanischen

Grotzangriff trotz Schlechtwetter

In 11% Stunden 1500 Bomben auf London

Berlin. 5. Non. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Webrmacht gibt bekannt:

Trotz der auch weiterbi« besonders ungünstigen Wettert«n« griff die Luftwaffe bei Tag «nd Nacht England. Schottland und als Hauptziel London an. In der Zeit von 19 bis 6.30 llbr warfen Kampfflugzeuge in rollendem Angriff auf die britische Hauptstadt ins­gesamt über 1500 Bomben aller Kaliber.

Am 4. 11. und in der Nackt aum 5. 11. unternahmen Kamvffliegerverbände ausserdem aablreicke Angriffe anf kriegswichtige Ziele, wie Flugplätze. Industrie- und Ber- kehrsanlagea sowie Munitionsanstalten und Barackenlager. Dabei wurden n. a. in Wattisbam und Ford erneut Hallen getroffen und eine grobe Anzahl von Flugzeugen am Bode» zerstört.

Rach nächtlichen Angriffe« auf Coventro und Liver­pool konnten mehrere starke Explosionen und Brände be­obachtet werden. I« Hillington, Edinburgh- Leith und anderen Orte« Schottlands erhielten Judustrie- Anlageu schwere Treffer, die heftige Explosionen hervorriesen.

Das B er Mine» britischer Safe« «ahm seiae« Fort­gang.

Der EegnerunternahmkeinerleiEinflSge in das Reichsgebiet.

Ein britisches Flugzeug, das sich der Kanalküste näherte, wurde abgeschossen, ein eigenes Flugzeug wird vermibt.

Verstärkung der englischen Truppen auf Kreta

Die im Evirus kämpfenden griechischen Einheiten bleiben ohne Silke — Es gebt den Engländern nur um de» Raub von Flotte»- und Luftstutzpunkte»

Dieser Ermunteiunasseldaug wird auch sonst mit allem Nachdruck fortgefübrt. So erklärte beispielsweise der Unter* staatssekretär im englischen Luftfabrtministerium. Bal­four. daß der Luftkieg in den ersten Phasen der Schlacht um Erobbrilannien vom Empire gewonnen worden sei. Reuters Luiifabrtkorrespondenl schreibt gleichzeitig. Groß­britannien Labe die Luftüberlegenheit über die Nordsee gewonnen. Herr Beoin. der englische Arbeitsminister. ver­sichert. „nur noch wertere sechs Monate intensiver Produk­tion und wir werden Deutschland überflügelt haben und das Nazi-Regime wird mit Hitler au nichts zerrinnen". Der südafrikanische Premierminister S m u t s schließt sich diesen Reden an und erzählt, daß Großbritanniens Macht zur See und seine Kriegsstarke schnell wachs«. Es ist also immer dl« alte Seiet.

as. Berlin. 5. Nov. In den Bereinigten Staaten fallt beute die Entscheidung darüber, wer die nächsten vier Jahre hindurch das Amt des Präsidenten bekleiden wird. Der Wahlkampf ist überaus lebhaft gewesen und ganz allgemein nimmt man an. daß es eine Rekordwabl geben wird. Die Wahlbeteiligung dürfte außerordentlich groß sein. Die Meinungen über dieAussichten d er b ei de n K a ndi- baten sind weniger einheitlich. In beiden Lagern rechnet man mit dem Sieg des eigenen Kandidaten. Das Gallup- Institut. das über alle die amerikanische Öffentlichkeit be­wegenden Fragen Privatabstimmungen durchführt. sagt auf

Grund seiner Feststellungen voraus, daß Roosevelt 266 Wahl- Männerstimmen sicher seien. Willkie 225. Zu nicht ganz so günstigen Ergebnissen kommen andere Betrachter der Lage, die dem ieBigen Präsidenten in dieser Wahl nur 22-1 als absolut sicher zubilligen, die dann allerdings auch für Will­kie nur 205 absolut sichere Stimmen herausrechnen, die Zahl derjenigen Staaten, deren Stimmabgabe also unklar ist. als größer betrachten, als es das Gallup-Institut tut. Eine schwedische Zeitung schließt ihre Betrachtungen zur amerikani­schen Präsidentschafiswahl mit den Worten: „Roosevelt kann seines Sieges sicher sein, wenn er hier und dort Glück hat. Willkie dagegen muß auf der ganzen Linie Glück haben, wenn er siegen will."

Rom. 5. Nov. (Funkmeldung.) Nach einer Londoner Mitteilung sollen britische Truppen auf Kreta gelandet sein, jedoch, sei es nicht möglich, die Starke dieser Truppen oder den Zeitpunkt ihrer Landung anzugeben. .Zu dieser Meldung verweist die Agencia Stefan! auf den ita­lienischen Webrmackibericht vom 2. November, nach dem am Vortage italienische Bombenflugzeuge englischen Streit­kräften während der Landung auf der.Insel be- trachtliche Verluste beibrachten. Die italienischen Zeitungen haben auch berichtet., daß sich schon lange cor dem italienischen Ultimatum britische Streitkräfte auf Kreta befanden und — wie die Etefani-Meldung aus­drücklich weiter betont — daß gerade diese Anwesenbeit einen der Gründe der italienischen Aktionen i« Griechenland bariteCte. Die weitere Verstärkung der englischen Kontin­gente auf der Insel Kreta während der letzten Tags — wodurch den im Evirus im Kampf stehenden griechischen Truppen keine fühlbare Hilfe gebracht wurde und auch die «erbaltnifie im östlichen Mittelmeer nicht verschoben wer­

den. stelle den Beweis dar. daß Großbritannien aus flotten- und luftfahrtstrategische» Gründen auf griechischem Territorium steht.

Der italienische Bormarsch

Rom. 5, Nov. Die Agenzia Stefani meldet von bet albanisch-griechischen Front:

Die italienischen Truvven haben auf allen Fronten ihren Dormarsch fortgesetzt.

Die faschistische Luftwaffe bat ihre Aktionen gegen bie feinblichen Linien fortgesetzt unb gegnerische Wider­st anbsvositionen zertrümmert. Batterien und Crabenstellungen. Truvven- unb Troßwagenamammlungen sind von Bomben verschiedenen Kalibers getroffen, worden. Zahlreiche Flugzeuge haben im Tiefangriff mit Bomben und Maschinengewehrfeuer Truppen- und Wagen­konzentrationen bei verschiedenen Dörfern des Feindes angegriffen.

haben noch bis zuletzt versucht, in _______ _________________ Wahlkampf ei na »greifen. Sie haben alle möglichen Friedensgerüchte gestartet. Gerückte, nach denen die Achsenmächte zu einem Frieden bereit jein sollen. Es braucht kaum weiter betont zu wer­den. daß es sich hier um ein englisches Manöver handelt, das zugleich auch dem Ziele dient, die Stimmung in England zu heben, also in den sog. Ermunterungsfeldzug bineingehört.

Ein Sieg für das Wohlergehen der Nation

Berlin, 4. Nov. Reichsorganisationsleiter Dr. Robert Lev sprach am Montagnachmittaa auf dem Betriebs- avvell eines Berliner Werkes der AEG. über das in Vorbereitung befindliche Deutsche Sozialwerk, das eine umfassende Neuordnung des gesamten deutschen Arbeitslebens bringen wird.

Dr. Ley gab in seiner Rede einen Überblick über bie Einzelheiten dieser weitvorausschauenden. ihrer Verwirk­lichung unmittelbar nach bent Kriege entgegen­sehenden Pläne des Führers zur Sicherung einer geordneten Zukunft aller schaffenden Deutschen. Die Voraussetzungen da­für. so betonte er eingangs, erkämpfe srch das deutsche Volk im gegenwärtigen Kriege, der endgültig die Lebens­bedingungen sichern solle, deren das rassisch hochwertige deutsche Volkstum, der einzelne wie die Gemeinschaft im ganzen, zur vollen Entfaltung bedürfe.

„Den Sieg" fo'rief Dr. Ley unter begeisterter Zu­stimmung der Massen aus, „kann uns niemand mehr nehmen! Fast in ganz Europa, vom Nordkap bis hinunter zum Atlantischen Ozean und zum Mittelmeer, stehen Deutsch­land und Italien als bie maßgebenden Faktoren dieses Erd­teils. Wir sind bie stärkste Militärmacht ber Erde über­haupt!"

Dr. Ley wies barauf hin. daß der Führer neben der an sich schon gigantischen Aufgabe der Führung der deutschen Kriegsoperationen jede freie Stunde zur genauesten Über- vrüsung von Plänen benutzt, deren schnellste Durchiühr-ing die aufopfernde Mitarbeit der Front wie der Heimat an­erkennen und lohnen werde.

Im Vordergrund dabei stehe das Werk einer umfassenden Altersversorgung aller Schaffenden, das bereits fertiggestellt sei. Alle werktätigen Schaffenden ickne Unter­schied. die Arbeiter wie die Angestellten. Bauern. Beamte und Bandwerker, werden, so sagte Dr. Ley. in der Sicherung eines ebensabends einzig unb allein danach gewertet werden, was sie als Staatsbürger für ihr Volk ge­leistet haben und noch zu tun bereit find. Der altgewordene Mensch soll nicht länger seiner Familie zur Last fallen son­dern nach einem von Pflicht und Hingabe erfüllten Leben seinen berechtigten Anspruch auf Versorgung im Alter ge­wahrt sehen.

Im engsten Zusammenhang mit dieser vordringlichsten Tagesaufgabe steht bie Schaffung eines alle Arbeitsiragen vollauf neu regelnden sozialen Eesetzgebungs- werkes von geradezu revolutionärem Aus­maße. Auf diesem Gebiet sind alle früheren Bemühungen nichts anderes als kümmerliches Flickwerk gewesen. Das Spzialwerk umfaßt zunächst EiMlmaßnahmen für die G e - sundheitsführung. Die Gesunderhaltung des schaffen­den Menschen steht danach unter dem maßgebenden Eestchts- vunkt des Vorbeugens mit Hilfe laufender Unter­suchungen durch Betriebsärzte und unter Schaffung von Ee- sundheitsstationen. die auch im Mittelpunkt der fündigen Eemeinschaftshäuser der Partei stehen sollen. Was in dieser Beziehung heute geschaffen lei. stelle nur einen Beginn dar. selbstverständlich gehören zu diesem Aufgabenbereich weiter alle Maßnahmen für gesunde Arbeitsbedingungen und ähnliches.

, Ein anderes großes Werk, dessen erster Entwurf schon fertiggestellt sei. sei das Erholungswerk,für bjn schaifenben Deutschen, das auszunutzen in gewißen Zeitabständen für jeden geradezu eine Pflicht fein werde. Hinzu kommen ein umfassendes Freizeit- und Wochen­endwerk sowie ein Berufserziehungswerk, das die entscheidenden Fragen der beruflichen Fortbildung nach großzügigsten Gesichtspunkten regelt. ,

Mit zu den revolutionärsten Magnahmen der entsvrechen- den Reichsverordnungen werde eine Reichslohnord­nung gehören, die die nach Gefahr. Schwere. Verantwortung und Deutung zu messende Arbeitskraft bewertet. In weitest­gehendem Maße solle nach Kriegsende auch die Freizügig­keit des schaffenden Menschen in der Bestimmung über sich selbst und seine Arbeitskrait wiederhergestellt wer­den. wobei allerdings eine Regelung gefunden werden muhe, die zugleich auch bie nötigen Kräfte für die unübersehoire —He Der in Zukunft innerhalb und außerhalb des Reiches meisternden Probleme stcherstelle.

Klein- unb Kleinitwohnungen. die die Entwicklung der Familie nur hemmen, werden tm zukünftigen Wohnung s-

Zermürbungskrieg auf See

Von Konteradmiral Gabore

Der Seekrieg zwischen ungleich starken Gegnern pflegt selten zu den Höhepunkten entscheidender Schlachten zu führen. Selbst wo die Waffen annähernd gleich waren, wie in den napoleonischen Kriegen, unterbrachen nur wenige groß« Kampftage das Einerlei des Kleinkriegs und der Blockade. Dasselbe wiederholte sich im Weltkriege und jetzt wieder. An die Stelle der Schlachtentscheidung tritt die unaufhör­liche Zermürbung unseres Gegners, die systematische Vernichtung seiner Handelslchiffahrt und Zufuhren, die stetig« Verminderung seiner Kampfkraft im Kleinkrieg.

Der finnische Admiral von Schoultz. im Weltkriege Ber« bindungsoffizier der russischen Marine bei der britischen Flotte, gab kürzlich sein Urteil dahin ab. daß etwa die Hälft« der britischen Sandelstonnage als Total- Verlust anzusehen sei Das deckt sich mit unserer eigenen Schätzung von 6 Mill. BRT. versenkten Schiffsraumes, ziemlich genau die Hälfte der britisch-eigenen, und etwa 30 v. H. der gesargten für England durch Zugriff oder Charterung ur­sprünglich verfügbaren Tonnage. Der Schitfahrtsminister Croß bat zwar behauptet, es kämen immer noch monatlich 5 Mill, Eewichtstonnen Zufuhren herein — statt normal 6 Millionen —, und damit sei auszukommen. Aber rote, fügte er hinzu, wird es werden, wenn die Verluste anhalten? Das Haden ste seitdem entschieden getan, und der monatliche Abgang wird mit über Vi Mill. BRT. nicht zu hoch anzusetzen sein. Die englische Regierung sieht man fieberhaft bemüht, das Loch durch Aufkäufe veralteter und unwirtschaftlicher Fahrzeuge in Amerika zu stopfen, aber das stnd Tropfen auf den Heiken Stein, und der Reu-Schiffbau kann ebensowenig die Lücken füllen. Besonders nickt in England selber, wo nach neutralen Schätzungen 30 v. £>. der Schwerindustrie durch Bomben außer Gefecht «setzt ist. besonders in den großen Werfthallen Liverpool, Glasgow. Newcastle u. a., unb wo ber Schrei nach Stahl alles übertönt.

Auf biefent Wege, der auch die Verknappung bet Lebensmittel in England in stch schließt und zu der amtlichen Feststellung führte, das Deutschland vielfach bester mit Rohstoffreserven versorgt sei als England, geht alio die Zermürbung ihren Weg. Was von Schissen unseren Unterseebooten und Hilfskreuzern entgeht, findet die Heimat­häfen durch Brand- und Sprengbomben zerstört oder des­organisiert vor. die Bahnverbindungen verletzt, die Zielbahn- höie vielfach in Trümmern, die Werkstätten großenteils zer­schlagen. Mit Recht fragf die englische Öffentlichkeit, genau wie im Weltkriege, wo eigentlich di« englische Flotte bleibt, auf deren sicheren Schutz die ganze kriegstolle Politik der Regierung unb bas Vertrauen ber Ration begründet war. Aber auch hier wirkt das Gesetz der Zermürbung.

Als Deutschland im Avril in überlegenem Stil die Be­setzung Dänemarks und Norwegens durchführte und damit dem Gegner in der bekannten Weise zuoorkam, ergab stch für diesen ein Zwang, seine Seestreitkräfte einzusetzen, während er sie bis dahin zurückhaltend schonte. Er hatte bis zum 1. März schon nicht unbedeutende Verluste erlitten: ein Schlachtschiff und ein FluWeugträger versenkt, ebenso ein großer Hilfs­kreuzer. acht Zerstörer. 20 Voroostenboote und Minensucher, mehrere Unterseeboote. Schwer beschädigt waren drei Schlacht­schiffe. zwei schwere Kreuzer, viele leichte Kriegsfahrzeuge, und nach unbestätigten Meldungen war noch ein Schlachtschiff und ein schwerer Kreuzer gesunken. Jetzt nahmen die Verlust«

bauvrogramm keinen Platz mehr haben.. Mindest­anforderungen für eine Familie find unter geordneten Um­ständen eine große Wohnküche, drei Schlasräum«. ein Balkon und eine Duschanlage.

Darüber hinaus wird die Deutsche Arbeitsfront inner­halb des ersten Jahrzehnts nach Kriegsfchluß für 6V« Mil­liarden Reichsmark zusätzliche Sozialleistungen in Form von Erholungsheimen. Hotels. Seebädern, einer KdF. - Flo11e von Schiffen usw. durchführen.

„Jedem einzelnen von euch", so schloß Dr. Ley. soll es nach dem Willen des Führers nach Abschluß dieses Krieges in einem vorbildlich aufgebauten Deutschland bester gehen. Euere tätige und opferbereite Mitarbeit am Siege soll nicht umsonst gewesen sein."

Der Betriebsavoell schloß mit einem begeisterten Be­kenntnis zum Führer, der stck wie aus den Darlegungen Dr. Leys hervorging, jeder Einzelheit des kommenden bei­spiellosen Sozialwerkes mit väterlicher Sorge zuwendet und besten oberstes Ziel es ist. nach stegreichem Frieden das Wohl­ergehen der deutschen Nation für alle Zukunft zu stchern.

USA. erwartet eine Retordwahl

(Eigener Drabtberickt unserer Berliner SLrif Heilung.)