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Samstag/Sonntag, 2. 3. November 1940

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verhielt die maurische Heermacht, indes er blaß x* karr schon auf dem Totenbette la».

Die Freunde aber warteten des Toten, liehen von etnem, erfahrenen Arzt die Leiche einbalsamieren, dah sie unverändert erhalten bliebe als sichtbares Zeichen wie einst mit den Zugen des Lebenden, unvergänglicke Erinnerung vieler ruhmreicher Waffentaten. Wie ein Heiligtum der Nation ruhte sie in der Burg, während die Mauren die Täler vor der Stadt mit ihren bunten Burnussen durchwogten und dann bis auf vorgeschobene Kundschafter sich zurück­zogen ins offene Feld, wo ihr König Bucar sich ein vrunk- haftes Zeltlager richtete. Er wollte die »rohe Schlacht er­warten. aber wagte nicht sie stürmend zu beginnen, meinte, der Hunger in der Stadt werde zur Übergabe oder zum letzten, verzweifelten Angriff treiben.

Und die Zeit forderte eine Entscheidung, die Svanier sammelten aufs neue ihre Heermacht, sie wußten. es galt nur eines noch. Sieg oder Untergang. Ein überrumpelnder Ausfall sollte die Feinde zersprengen, aber er war ein fast hoffnungsloses Unternehmen gegen das woblgerültete und vielfach überlegene Araberheer. Einer allein hätte das Wagnis dank der Zauberkraft seines Wesens sieghaft be­stehen können, das war der Eid. doch er lag tot: da fanden die Freunde und Erben des Helden zu notgeborenem, in heiherregter Nacht beschlossenem Plan, und es dünkte ihnen, der Geist Rodrigos wäre um sie und wolle mit dem aus ihren Köpfen reisenden Gedanken sich voll unzerstörter Lebenskraft ihnen künden.

Wie dann der Sturm der Svanier in der Morgenfrühe über das Feld brauste, da ritt dem Heer voran wieder der

eine vierinonatiae Schutzhaft genommen wurde. In der Derhand- hino vor dem Amtsgericht versicherte der Angeklagte, dah ihm Sabotage gegen die gesetzlichen Verordnungen völlig fern gelegen hätte. Lediglich sein Arger darüber, dah der Wagen sein Grund» stück zerfahre, habe ihn zu seinem Tun veranlaßt. Nach eingehender Klarlegung der Sachlage wurden fünf Monate Gefäng­nis unter Anrechnung der Vorhaft beantragt. Das Gericht kam zu einem milderen Urteil, indem es eine fortgesetzte Handlung annahm und auf einen Monat Gefängnis erkannte, der durch di« Untersuchungshaft als verbüßt gilt.

Fachschule für Kriegsversehrte

— Frankfurt a. M., 2. Nov. Vor etwa einem Jahre wurde hier eine Fachschule sür Kriegsversehrte ins Leben gerufen und Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs hat alle hiesigen Fach- und Berufsschulen mit ihren Einrichtungen und Lehrkräften zur Schulung der Kriegsversehrten k o st e n l o s zur Verfügung gesiellt. Die Arbeit dieser Versehrtenschule hat sich segensreich aus­gewirkt. Vor allem werden alle am rechten Arm Amputierten zur Erlernung des Linksschreibens dem Schreibunterricht zugetetlt. Auch für Auffrischung der allgemeinen Kenntnisse wird gesorgt. Man versucht, wenn " nötig, eine Einschulung in einen anderen Zweig des gelernten Berufes. So wurden Schriftsetzer, die infolge von Beinoerletzungen ihren Beruf nicht mehr ausüben können, da das Stehen ihnen Beschwerde macht, mit Erfolg zu Korrek­toren umgeschult, Weihbinder konnten als Schildermaler sofort in Arbeitsstellen vermittelt werden, Verkäufer wurden in andere kaufmännische Berufe umgeschult. Der Kriegsverletzte bekommt durch diese Umschulung vor allem wieder Vertrauen zu sich selbst.

Keine Selbstjustiz üben!

— Marburg, 2. Nov. Ein Einwohner aus einem Ort der Hersfelder Gegend war unwillig darüber, dah der Milchlieferungs- wagen mit Anhänger immer vor seinem Grundstück, besonders bei nassem Wetter, unangnehme Spuren hinterlieh. Als seine Ein­wände kein Gehör bei dem Fahrer des Wagens fanden, griff er, anstatt sich an die zuständige Stelle zu wenden, zur Selbsthilfe. Unter dem Schutz der Dunkelheit beschädigte er an drei ver­schiedenen Abenden mit einem spitzen Gegenstand den Summt» reisen des Anhängers. Die Folge war. dah der Mann, weil er den Versoraungsbetrieb gestört und sich zugleich gegen die Bestim­mungen über Ersparung der Gummireifen vergangen hatte, in

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Starker als der Tod

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Einst als btthfe Schwärme der Mauren immer wieder uoer bas Mittelmeer vorstießen. weite Teile Südsvaniens urtter „tote Herrschaft zwangen, da erstand dem dedrängten .vyrenaenreich tn Rodrigo. Diegos Sohn, der Held und ftLgrelche Heerführer aus kastilischem Edelgeschlecht. Cam- veador. den stolzen Vorkämpfer, nannten ihn die Svanier Aematz altem ritterlichem Brauch, nachdem der Feldherr mr » als Kühnster. Stärkster und Tüchtigster seiner Warfenmacht den gegnerischen Anführer vor der Front der Heere zum Zweikampf herzusordern pflegte: und die braun» »auitaen Sohne Noidasnkas achteten ibn nicht minder, der unter ihnen der Cid hieß, der grobe und gefürchtete Herr, am dessen Fahnen der Sie» unentreißoar gekettet schien. -„-Seit Jahren schon herrschte er als. Fürst von eigener, kranvoll erkämpfter Machtvollkommenheit in dem eroberten Valencia. Wie das Schicksal der Schlachten stürmisch auf unb nieder wogte, die gewaltigen Heerhaufen der Araber die spanischen Verteidiger warfen, dort, wo der Eid befeh- Wä rannten sie vergebens an, wurden mit wuchtigen Schlagen zersprengt, um fluchtend das blutige Feld ihrer Niederlage zu raumen. Wie ein Zauber war es um Rodrigo, den, Meister des Kampfes, sein Anblick allein schien den Kampfern unvergleichlichen Mut und Angriffs- 9?1.!* 3u verleihen, tnbes er die Reihen der Feinde er« futterte und sie mit abergläubischem Schrecken erfüllte. Er stand, mitten im dichtesten Getümmel der Schlacht, hoch

Targerissen tn der Hand die Fahne, und wie das sch-achtengluck ihm treu blieb, schien er unerreichbar und unverletzbar von maurischen Speeren. Pfeilen und Krumm- schwertem.

Wieder brannte heiß die südliche Sonne auf weihe Hauser, auf gelbe, staububerflockte und von dunklem Busch- grun gesprenkelte Ebenen, da schlug der Maurenkönig Bucar vor den Toren Valencias die Streitmacht des Cid. der den Befehl aber das Heer seinem alten Freund und Kamvf genossen Alvaro Fanez übertragen hatte. Ver- wrengte Flüchtlinge brachten die schlimme Kunde an Rodrigo,, der. tn der Stadt krank la» und die Botschaft ver­nahm wie ein sein eigenes Schicksal zerbrechendes, niemals wiedergutzumachendes Unglück. Vielleicht emvfand er. daß es allein der Glaube der Unbesiegbarkeit war. der ihm Kraft gab gegen die wimmelnde Waffe zahllos überlegenen Fein­des. daß nur bieier Glaube ihn zu immer neuen, strahlen­den Erfolgen geführt, daß er wirklich wie Zauber um ihn gewesen und nun zerbrochen sei. Vielleicht würden die Afrikaner in Nutzung ihres Triumphes am nächsten Tage Won die Stadt berennen. und der Cid. selbst von Krankheit geichwacht, unfähig, sich auf dem Pferd zu halten, hatte kein Heer, das er,ihnen entgegenstellen konnte.

Mit zerschmetternder Niederlage mochte ein Leben sieg­reichen Kampfes enden, der Cid ertrug nicht diese Not hoff« nungsloser Verzweiflung, und während die Nacht versöh­nend über die blutige Wo'statt den Mantel des Friedens breitete, bas ttefbunfle Firmament mit vielen silbernen »lernen durchstickte, tat ber kranke Feldherr in der Burg den letzten Atemzug. In wartender Angst und Sorge seiner Freunde und Miikämvfer kam der Morgen die Mauren indes wagten nickt den entsckeidungbringenden Sturm, nock bannte sie ber Gebanke von sieghafter Füh­rung bes Cid: denn ibn hatten sie nickt im Kamvffeld gesehen, darum bedeutete ihnen der Gewinn, so vollkommen er auck gewesen, dock nur einen halben Sieg. Nur zögernd tasteten ihre Plänkler vor. Furcht vor Rodrigo

Cid im blitzenden Panzer, und sein Erscheinen verstörte und lähmte die mauriicken Kämpfer. Sie batten von seinem Tod vernommen, zweifelten noch, nun fühlten sie seine unsterbliche Gegenwart. Übet sie hinweg klirrten die Hufe, flammten die Schwerter, in aufgelöster Verwirrung schwankten die Reihen. Rechts und links nebem dem toten Feldherrn ritten Freunde, hielten die Leiche im Sattel aufreckt, ichwangeu über ihr die im Sonnenglanz flackernden öeer- fahnen. An der Spitze des Heerbanns drangen sie in das Getümmel, und von wildem Sckrecken erfaßt, wandten die Mauren sich zur Fluckt. riffen die ihnen Folgenden mit. in haltlosem Gewirr fnäuelte sick der Sckwarm. eine hilflose Beute der Stürmenden. Sckon war bas königlicke Lager erreicht, immer höher schwoll ber alles überflutenbe Strubel einer vernichtenden Niederlage. Die Waffen wegwerfend, sinnlos gehetzt, verstreuten sich die Araber weithin übers Feld, ohne Halt dem Meer zustrebend unb ben rettung- bnnaenben Schiffen.

Sieghaft in vielen Kämpfen, errang ber tote Cid ben größten unb ftrablenbften Sie», rettete bie Stabt, für bie et lebend gekämpft, und mit den Spaniern ging fein leben­diger Glaube., in der Stunde höckster Not die Entscheidung zu erzwingen. Siegfahnen wehten hell über dem Toten im Sattel seines Pferdes, als wollten sie Gleichnis geben von Heldengeist, der stärker ist als der Tod.

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= Neustadt a. d. W., 2. Nov. In Haßloch hatte sich ein SOfähriger Einwohner am Finger verletzt, die Wunde jedoch nicht beachtet. Kurze Zeit danach stellte sich Blutvergiftung ein, an deren Folgen der Mann im Krankenhaus gestorben ist.

= Niedermendig, 2. Nov. In der Nacht zum 28. Oktober wurde auf der Landstraße zwischen Niedermendig und Bell ein Mann aus Bendorf von mehreren Männern überfallen und zu Boden geworfen. Die herrschende Dunkelheit ausnutzend, raubten die Täter die Geldbörse mit 22 RM Inhalt und ent­kamen zunächst unerkannt. Den sofort einsetzenden Bemühungen der Gendarmerie gelang es jetzt, die drei Täter zu ermitteln und fest zunehmen.

— Adenau, 2. Nov. Beim Versuch, die Scheune eines Nach­barn in Brand zu stecken, konnte die Polizei im Nachbarort B r e i t s ch e i d einen etwa 40 Jahre alten Mann festnehmen, der mit seinem Nachbarn seit längerer Zeit in einem heftigen Streit lebte. Glücklicherweise wurde die schändliche Tat der Mannes von Frauen beobachtet, die Hilfe herbeiholen konnten, als schon die Flammen an dem Gebäude emporzüngelten. Es gelang jedoch, Den angelegten Brand im Keime zu ersticken. Der Brand ft ifter wurde in das Attitsgerichtsgefänanis ein« geliesert.