Wiesbadener Tagblatt
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88. Jahrgang
Donnerstag, 17. Oktober 1940
Nr. 245
Eden nach Ägypten entsandt
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Wachsende Angst der Plutokraten um den Eckpfeiler des britischen Empire
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Die Schnelligkeit der deutschen Bomber
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Unterhaltungsbeilage
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8. Schellenderg'Iche Bnchdnulerei, „Tagblatt Fernlprecher-SammeUNr 59631 Drahtanschrift' Tagblatt Wiesbaden. Bostscheckkonto - Frantsntt a. M Nr. 7405.
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Umbildung des spanischen Kabinetts
Serrano Tuner zum Außenminister ernannt — Neubesetzung des Innen- und des Handels- und Industrie-Ministeriums
Madrid. 17. Okt. (Funkmeldung.) Der spanisch« Staatsanzeiger verösfentlicht ein Dekret, wonach ■ der bisherige Außenminister Oberst Beigbedr aus der Regierung ansscheidet und der bisherige Innenminister Serrano Snner zum Außenminister ernannt wird. Der bisberige llnterstaatssekretär des Innenministeriums. L o r e n t e. wird mit der Führung aller Geschäfte des Innenministeriums beauftragt und direkt dem Regierungschef unterstellt. Ferner scheidet der bisberige Industrie- und Handelsminifter Alarcon de la L a st r a aus' der Regierung, und der Gauleiter der Falauge von Katalonien und Mitglied des Politischen Ausschusses, Demetrio Carceller. welcher Serrano Suner auf seiner Deutschlaudreise begleitete, ist zum neuen Minister für Handel und Industrie bestellt worden.
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Wieder einmal beim Lügen ertappt
Britisch« Admiralität gesteht, was Re gestern geleugne^hat^^Kreuzer »Liverpool- durch feindliches Torpedoflugzeug
wörtlich: ..Der italienische Wehrmachtbericht behauptet, daß etttet unserer Flugzeugträger und einer unserer schweren Kreuzer bei diesen Angriffen Beschädigungen erlitten bat. <sn Wirklichkeit erlitt keines unserer «chiffe Verlust« oder Beschädigungen." .
Das ist ein klarer und eindeutiger Widerspruch! In dem ersten amtlichen englischen Bericht unterschlägt man einiach die Beschädigung dieses Kreuzers, um Re dann einen Tag spater rugeben zu müllen. Das ist nur eine Kostprobe der ..Glaubwürdigkeit" der amtlichen Berichte der britischen Admiralität, deren Wert hiermit wiederum klar erwiesen ist. Hier treten offen die wahren Hintergründe der Jllnsionspolittk Churchills hervor, die den klar erkennbaren Zweck verfolgt, dem englischen Volk die wirkliche verzweifelte Situation zu verbergen und seine „Kriegsbegellterung" immer aufs neue aufzuputschen. um es für die verbrecherische Politik der britischen Kriegshetzer bester einspannen »u können.
gegen Deutschland bilden könnte, Spekulationen, die sehr deutlich erkennen lasten, in welcher Richtung sich die englischen Wünsche bewegen. Zugleich verzeichnet man in großer Aufmachung bte Meldung von der Reise des englischen Washington-Botschafters Lord L o t b i a n nach London und fügt hinzu, daraus könne man entnehmen, daß die Spannung im Fernen Osten nachgelassen bade. Man mochte sich also offenbar den Anschein geben, als ob man wenigstensim Fernen Osten einen kleinen Erfolg errungen hat, wovon nicht jm mindesten die Rede sein kann.
Schwarze Piloten für die RAF.
Der englische Kolonialminister Lord Lloyd hat den englischen Rundfunkhörern wieder einmal erklärt, dag England keineswegs vereinsamt sei. sondern daß die Kolonien alles täten, um dem Mutterlande ,zu helfen. Mit welchen Mitteln diese Hilfe erzwungen wird, darüber ließ stch der Lord vorsichtshalber nicht aus. Interessant war nur sein Versuch, nach dem Lob, das er allen Kolonien erteilte, den englischen Kolonien rn der „westlichen Hemisphäre" klarzumachen, warum sie das Mutterland an die Vereinigten Staaten auslieferte. Zum Thema der Ver - Pachtung der Stützpunkt« in Westindien sagte nämlich der englische Kolonialminister: „Es ist eine besondere Ehre, die diese Kolonien und Neufundland zuteil wird, da« sie auf diese Weise zu der Verteidigung des britischen Empire und der anderen großen Demokratien beitragen können." Das also ist die Lesart, mit der das amtliche England den Ausverkauf des Empire und die Anhängigkeit von den USA. zu verschleiern trachtet. Bemerkenswert war weiterhin, daß Lord Lloyd ankündigte, es würden nunmehr auch K o l o - nialtruvven in die Königlich-britische Luftwaffe aufgenommen werden. Das zeigt uns, daß man bereits auf Hilfskräfte zurückgreifen muß. deren militärische Qualitäten der sieggewohnten deutschen Luftwaffe bestimmt kein Problem aufgeben werden.
Anzeigenpreis«: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spatte NN Anzeigenteil Grund, preis 7 «pf.. der 85 Millimeter breiten Spalt« tm TevtteU 60 Rps.. !°nst laut Pren-Illte Nr. 9, ^Nachlässe nach Pr-lsüft- Nr. 9. - Schluß d«r Anzeigen. Annahme «>/, Uhr vormittags.
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Kreuzer ist nunmehr int Hafen angelangt. ----------
waren nicht schwer, und die nächsten Angehörigen werden sobald als möglich benachrichtigt."
Nach diesem amtlichen Kommuniaus der vrttiichen Admiralität muß also angenommen werden, daß-------
Dienstag die Admiralität die Beschädigung dieses Kreuzers gemeldet batte. Weit gefehlt! In dem amtlichen Bericht der britischen Admiralität vom Dienstag heißt es nämlich
noch 88t Flak erreichbar
die amerikanische Nachrichtenagentur „A s s o c i a t e d P r e ß" aus London, dre deutschen Angriffe in der Rächt vom Mittwoch batten beträchtliche Zerstörungen angerichtet. Ein dem Luftschutz dienendes öffentliches Gebäude sei durch eine schwere Bombenexplollon völlig dem Erdboden gleichgemacht worden. Der Verlust vieler Menschenleben werde befurchtet. Auch ein berühmter Londoner Platz sei von Bomben getroffen worden, und die Straßen seien angefüllt nut dem Schutt der umliegenden Gebäude. „Allociated Preß" berichtet ferner über weitere Zerstörungen an großen offentlichen Gebäuden und anderen bekannten Baulichkeiten. die allerdings infolge der strengen britischen Zenlurmaßnahmen nicht näher bezeichnet werden. Auch nach Tagesanbruch, so schließt der Bericht, hätten die deutschen Angriffe obne Pause angehalten.
„New Bork Times" bringt einen ausführlichen Kommentar zu dem Angriff auf London am Dienstag: „Fraglos seien in dieser mondhellen Nacht militärische Ziele getroffen worden. Deutschland sende jetzt Bomber herüber, die s o schnell seien, daß die Engländer sie weder mit Kampfmaschinen noch mit der Flak erreichen könnten.
In einer Eigenmeldung der Stockholmer Zeitung „Nya Daglight Allebanda" über die Angriffe in der Rächt zum Mittwoch beißt es: „Die deutschen Flugangrisie von heute nacht waren k ü r z e r als in den vergangenen Rächten, aber dafür b edeutend intenjive r. Größere Formationen deutscher. Dombermaschrnen führten Angriffe auf das Londoner Zentrum und besten nächste Umgebung aus. Die Aktivität der Luftabwehr war so kräftig, wie nie zuvor Den Salven der Sverrbatterien folgten derart starke, rollende Angriffe, die so kräftig waren, daß man unmöglich die explodierenden Bomben von ihnen unterscheiden konnte. Große Mengen Brand- und Ekvlofivbomben wurden abgeworfen. Die Leuchtbomben erhellten große Teile der Stadt. Mehrere große Feuersbrünste entstanden."
„Göteborgs Handels- und Schiffahrtszeitung" berichtet ebemalls Einzelbetten von den letzten Nachtangriffen der deutschen Luftwaffe aut London. Die deutschen Flugzeuge seien, io heißt es. unmittelbar nach Eintritt der Dunkelheit in Eruvven non oier, fünf und sechs Maschinen erschienen, Zunächst seien Leuchtbomben abgeworfen worden, und an diese reihten sich bann die Sprengbomben. Es seien gewaltige rreuersbrünfte entstanden, zum Teil auch m den Randgebieten der etabt. Das Blatt fügt hinzu, baß auch am Tage Angriffe erfolgt seien, unb zwar mitten in der lebhaftesten Teriehrszeit.
Stockholm, 17. Okt. (Funkmelbung.) „Nach Anbrechen der Dunkelheit am Mittwochabend wurden", ko berichtet der englische Nachrichtendienst, „die deutschen Luftangriffe auf England wieder aufgenommen." Bomben seien in Südwest- und Nordwest-England gefallen. Einzelheiten über angerichtete Schäden liegen zur Zeit noch nicht vor. Die weg«» der wahllosen nächtlichen Bombenangriffe auf nicht- militärische Ziele der Royal Air Force verstärkte deutsche Vergeltungsaktion kennt keine Pauke. Ununterbrochen Tag und Nacht brause» die de»tsche» Bomberstaffel» über Loiido» dahin, pausenlos prastelt ein Hagel von Bomben aller Kaliber auf die britische Hauptstadt und au? die kriegswichtigen Ziele in Süd- und Mittel-England. Immer größeren Umfang nehmen die Zerttörnnge» und Verheerungen an, die die britischen Kriegsverbrecher durch ihre PahuRnnsvolitik ko leichtsinnig berausforderte».
Trotz der außerordentlich kraß gehandhabten britischen Zensur lallen die Berichte der ausländischen Prellevertreter in London aufschlußreiche Einblicke in das von Stund« zu Stunde größer werdende Chaos in London zu. So berichtet
Die Vorbereitungen Grazianis
as. Berlin, 17. Okt. (Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) Di« Tag für Tag unb Rächt für Nacht sich immer wieberholenben unb in ihrer Wucht llch immer noch iteigernben deutschen Vergeltungsangriffe zeigen den Englänbem, baß Re belogen würben, als Herr Duff Cooper unb Herr Churchill bavon sprachen, baß es sich um einen Blitzkrieg in der Luft handele, einen Blitzkrieg, schmerzlich zwar, aber von sehr begrenzter Dauer, überstehe man ihn, so habe Deutschland keine Chancen mehr. Run da stch zeigt, daß diese Parole falsch war, daß niemand die Wucht des deutschen Angriffs zu brechen vermag, und daß es nicht genügt, nur einige Tage unb Rächte auszubarren. gibt man in Lonbon die Losung aus, durchzubalten. 3e stärker und entschlossener man ausharre, um so sicherer werde England und das Empire gerettet werden. Diese Parole ist nicht weniger verlogen als die vom Blitzkrieg. Es ist ja auch gar nicht io, daß dieser Krieg etwa nur gegen London und die Produktionsstätten des Mutterlandes geführt wird. Er wird an vielen Fronten militärisch und politisch durchgekämpft. Die Engländer selbst haben ja wioberholt auf bie große Bedeutung des Krieges in Ägypten hmgewiesen. Wenn Lonbon. so sagt bazu bas ,,Eiornale b'Jtalia', für bie Engländer England bedeutet, so ist Ägypten für Tie das Empire. Die Schlacht um Ägypten sei also eine Schlacht um das Herz des Empires. Hier aber gehen die Operationen weiter, auch wenn größere Schlachten in den letzten Tagen nicht itattgefunden haben. Die methodische und stillschweigende Offen» siv-Tätigkeit des Marschalls Graziani hat gegenwärtig zwei Aufgaben zu bewältigen, nämlich einmal neue Stützpunkte unb Ausfallstraßen für bie kommende zweite Offensive zu schaffen und zugleich bas weite ägyptische Gebiet von englischen Truppen zu säubern, bas sich bis zu bei vorgeschobenen italienischen Front erstreckt, bie in ben letzten Tagen 30 Kilometer weiter ostwärts vorgetragen werben konnte. Italienische Blätter stellen bazu im einzelnen noch fest, baß ber italienische Vormarsch stch über eine SB ü ft e von 1600 Kilometer Ausbehnung abwickekn mülle, in ber aus bem Nichts Stützpunkte unb Lagerplätze geschaffen unb Straßen angelegt werben müßten. Viel sei in bieser Hinsicht schon geleistet, und glücklicherweise sei man auf zahlreiche Quellen gestoßen, die jetzt rasch zu Brunnen ausgebaut würden. Ebenso wichtig sei die Säuberung des Hinterlandes von vereinzelten feinblichen Panzerkräften, bie anfangs eine Gefahr darstellten. Jetzt aber könne man jagen, baß bte in ber Wüste konzentrierten britischen Streitkräfte, bie ben italienischen Truppen in bie Flanke unb ben Rücken fallen sollten, sich ausgeblutet haben. Zahlreiche bei in Ägypten vom britischen Oberkommandierenben mit großem Kostenaufwanb gebauten unb mit so hohen Erwartungen eingesetzten Svezialwüstentanks seien den Italienern in bie Stäube gefallen. Welche Sorge Ägypten ben (Englänbem bedeutet, das kommt nicht nur immer roieber in ben englischen Zeitungen zum Ausbruck. das zeigt vielmehr auch sehr klar die Meldung, daß Eden nach Ägypten entsandt wurde, wo er bereits mit dem englischen Oberkommandieren- den, General W a v e l l, eine Unterredung hatte.
Daily Herald: „Wir stehen allein"
Richt minder schlecht wie auf ben militärischen Kampfgebieten ist bie politische Lage für bie Englänber. Zuweilen dämmert eine solche Erkenntnis auch in London aus. der Jllusionslack platzt an einigen Stellen bereits ab unb die Wahrheit kommt zum Vorschein. So muß ber „Daily Expreß" zugeben, baß zwar iebermann in England seine eigene Anschauung darüber habe, wo neu« Kriegsfronten entstehen könnten, „aber Hitler ist der. der jetzt entscheiden wird." ' Viele Engländer forderten, daß man die Offensive ergreife, daß man den Deutschen endlich einmal zeige, was Krieg ist. Aber diese Leute übersähen die tatsächliche Lage. überiäBfH die zahlenmäßige Überlegenheit der Achsenmächte. Der Artikel trägt die kennzeichnende Überschrift „W ir stehen aller n“.
Balkaufront gesucht
Diese Erkenntnis ist vorerst freilich in England noch nicht Allgemeingut, die Prelle setzt vielmehr, um das Durch- balten zu ermöglichen, ben Jllusionsfelbzug fort wobei Re sich auch in mancherlei Spekulationen barüber ergeht, ob tun nicht vielleicht hoch noch auf bem Balkan eine Front
Als vor drei Slonate» England auf japanische Vorstellungen bie Burmastratz« sperrte, da war die Lage noch anders, und die Sache hatte ihren Sinn. Denn damals laßen die Ilwaner noch nicht in Französisch-Inbochina. Heute zeigt ein Blick auf die Karte, daß Japans Anwesenheit an bei Grenze zwischen Tongking. der nörblichen Provinz Jndockinas. unb ber chinesischen Provinz Sünnan bzw. ber britischen Kolonie Birma (englische Schreibweise Burma) bie vielberedete Buimasfraße zu einer im wesentlichen theoretischen Angelegenheit macht. Bis »um Juli verdiente sie in der Tat den Beinamen „Kanonenstraße", ben sie im Verlauf des chinesisch-japanischen Konfliktes bekommen hatte. Denn sie stellte nach der Blockierung bet Küsten Chinas durch die japanische Flotte, die schließlich auch die Zufahrtsmögttch- keiten über das englische Hongkong durch die Kontrolle des Perlflusses abrtegefte. einen bei letzten Nachschubwege über See für Tschiangkaischek dar. Die andere Möglichkeit war die Bahn in Französisch-Jnbochina von dem • Hafen öaiphon über Hanoi an die chinesische Grenze bei Laokay und weiter nach Jünnan. Die aber hatte schon längere Zett nicht mehr gut funktioniert, und nach Frankreichs Niederlage gestand die französische Kolonialregierung den Japanern bereits die Kontrolle über bie Bahn zur Verhinderung von Materialtransvorten für die Tschungkingregie-
Stockholm, . 17. Ott. (Funkmeldung.) _ Über ben Zusammenstoß italienischer See- unb Luftstreitkrafte mit britischen Seestreitkräften im Mittelmeer veröffentlicht bas amtliche britische Rachrichtenbüro Reuter am Mittwoch folgendes zweites Kommuniaus ber britischen Admiralität:
„Der Obe r kommandier ende im Mittelmeer meldet nunmehr. daß einer unserer Kreuzer, die. „Liverpool. während tes Angriffes durch feindliche Torpe.do- " gzeuge beschädigt wurde, als.. er na® seinem rattonsstützvunkt im Mittelmeer zuruckkehrte. Steter ' ’ * afen angelangt. . Die Verluste
Burma und Singapore
Von Wilhelm Ackermann
In den beiden restlichen westlichen Demokratten. in England und ben Vereinigten Staaten, ist man einigermaßen enttäuscht, daß die von Churchill in seiner letzten Unterhausrebe angekündigte Wiedereröffnung der Burma- ■ft r a 6 e von den amtlichen japanischen Stellen eher mit Achselzucken als mit Entrüstung ausgenommen wurde. Tagelang hatten die angelsächsischen Zeitungen diesen englischen Entschluß lebhaft zustimmend angekündigt als die erste unb beste Antwort auf ben Berliner Dreimächtepakt. Der englische Botschafter in Washington verzichtete seinetwegen sogar auf eine beabsichtigte Reise, weil ei sich von ihm eine entscheidende Zuspitzung ber fernöstlichen Lage versprach. Der Präsident Roosevelt kam aus ungeheuer wichtigen Besprechungen mit seinen Armee- und Mattnesachverstänbigen gar nicht mehr heraus. Der ganze Leerlauf politisch- biplomatischer Konferenzen summte wie em Bienenschwarm auf dem Sochzeitsflug. Und nun wollen sich die Javaner über ben Fall nicht einmal auf regen. Sie willen warum, denn als Realpolittker haben sie erst einmal die tatsächliche Lage geprüft, ehe sie sich unnötige Enttüstungs- unkosten machten. Womit freilich nicht gesagt ift daß sie die minder freundliche Gesinnung, die hinter der Lburchillschen Erttärung sicht, nicht gebührend auf dem demokratischen Schuldkonto vermertt hätten. Aber ko find sie nun einmal, die Demokraten: an rechtzeitigen Taten, die Zweck und Ziel und Wirkung haben. laffen Re es fehlen: dafür leisten sie sich in ben ungeeignetsten Augenblicken leere unb törichte Gesten, bie allenfalls bestehende Spannungen stimmungsmäßig verstärken. Und kommen Rch bann als Mordskerl« vor.
