Seite 2 Nr. 209
Wiesbadener Tagblatt
Donnerstag, 5. September 1940
2talien seinerseits in Ostafrika die Offensive cr- gnNen. dort seine Position verstärkt und England zurück- geitblagen.
Musterkatalog britischer „Erfolge"
Natürlich^ sieben dem auch englische „Erfolge" gegen- **Dct. Es sind das Erfolge, die nur normalerweise der gesunde Menschenverstand nicht begreift. Wir erleben es immer wieder, daß die englische Propaganda von einem Ertrem ins andere, von der Lobe in die Tiefe fällt, um dann allerdings wenige Tage später in noch größeren Höhen zu schweben, tag konnte man au* Beispiel einmal lesen: „Jetzt fallen die Würfel des Krieges. Wenn es den Deutschen nickt gelingt, nach Paris zu kommen — und das wird ihnen nicht gelingen — dann haben sie den Krieg verloren. Sollten s,c aber doch nach Paris kommen, dann wird England den Krieg gewinnen." lStürmisckc Heiterkeit.)
Solcherart bat England seit dem 3. September zabl- reiche ..Siege" erfochten. Der glorreichste Sieg — in unseren Augen allerdings der sckmäblichste Mißerfolg — (Erneute brausende Heiterkeit) war die Flucht aus Dünkirchen. Aber was tut man nickt in der Not!
Wir brauchen nur die britischen Kriegsberichte zu lesen, um zu wissen, was es mit den ..Erfolgen" auf sich bat.
Da beißt es z. B. „Man sagt uns. daß . . .“ oder ..Man erfahrt aus wohlunterrichteten Kreisen . . ." oder ..Man hort von woblinformierten Stellen . . .“ oder „Man kann von Sachverständigen vernehmen . . .“ . (Immer wieder unterbricht stürmische Heiterkeit den Führer.) Ja einmal bien es: ..Man glaubt. Grund zu haben, glauben tu dürfen, da« . . . (Erneutes stürmisches Gelächter.) So kann natürlich icbe Niederlage zum Erfolg werden!
Wir rückten gerade in Polen ein. als die englischen Brovagaildihen erklärten, daß sie „aus wohlunterrichteten Kretsen" wüßten, daß die Deutschen bereits eine ganze An- Ubl schwerster Niederlagen erlitten hätten, und daß die Bolen int siegreichen Vorgeben gegen Berlin seien. Wenige -laae später versicherteil ..wohlinformierte Kreise", daß sich jetit das Schicksal im Osten endgültig gewendet hätte.
Dann kamen ebenso wohlunterrichtete ..Sackverstän- difle". die bemerkten, daß. selbst wenn Deutschlaud einen Erfolg errungen haben sollte, was gar nicht der Fall sei. dieser Erfolg in Wirklichkeit doch nur ein Mißerfolg wäre, natürlich von einer höheren strategischen Warte aus gesehen. Und als wir schon vor Warschau standen, da wußte man bann wieder, „daß man das Reckt hätte, an- nchmen zu dürfen, daß nunmehr im Westen der Angriff der Alliierten seinen ersten großen, und zwar durck- schlagenden Erfolg erzielt hätte“. Und so ging das nun weiter, bis es endlich kein Polen mehr gab.
Dann faßte man: ..Von uns ist ein großer Alpdruck genommen. Dieses Polen im Osten war immer untere schwache Seite. Wir können uns nun endlich auf den Kriegsickauplaß koiizentrieren. auf dem wir den Deutichen überlegen sind, und das werden sie auch in kurzer Zeit erfahren."
Dann war längere Zeit Ruhe. Diese Ruhe war natürlich auch nur ein ungeheurer andauernder Erfolg der britischen Wehrmacht und ein ebenso konstanter Mißerfolg Deutschlands. Was haben in diesen Monaten die Engländer nicht alles gearbeitet, und was haben wir nickt alles verschlafen? (Stürmische Heiterkeit.) Was haben die englischen Politiker in dieser Zeit nicht alles gesehen und richtig erkannt und vor allen Dingen immer int richtigen 3»itnvnft erfaßt? Und was haben wir demgegenüber nicht alles verpaßt? (Erneute brausende Heiterkeit.)
Bis dann Norwegen kam. Als die Operationen begannen. da freute sich die englische Kriegsberickterstattung über den „ungeheuren Fehler", den wtr Deutsche gemacht hätten. „Endlich haben die Deutschen einen Fehler gemacht. und das werden sie jetzt büßen . so schrieb man. und man freute sich in England, daß man endlich Gelegenheit bekomme, sich mit den Deutschen messen zu können.
Sie haben gelogen und gelogen--
Dabei hätten sie sich doch icbe Stunde m i t den Deutschen messen können, denn wir ftnb ja im Westen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt gelegen Aber sie taten so. als ob he uns dort überhaupt nicht hätten sehen können, und nun gab ihnen tn Norwegen zum ersten Male das gütige Schicksal die Gelegenheit, dank unserer und besonders meiner Dummheit, sich endlich mit uns kriegerisch auseinandersetzen zu können, und die Auseinandersetzung kam ia auch.
Es ist nun wirklich eine Ironie des Schicksals, daß der vielleicht für die Engländer damals schlimmste Schlag ihrer eigenen Propaganda zu verdanke« war!
Als wir nämlick die Norweger schon längst über Hamar und Lillehammer bitzausgeschlagen batten, marschierte .ejne britische Brigade biederfromm und ahnungslos des »leicken $Bcqc5 gegen Hnmar. (Si-e bdit-c nud) ruckrvaris Verbindung, denn biete Verbrühung hatten unsere Stukas und Kampfbomber zerschlagen. So horte« «e nur auf den britischen Rundfunk. Und im britischen Rundfunk vernahm der Brigadekommandeur, daß wir noch weit, weit vor Lillehammer bzw. von ihm aus fleteben weitf hinter Lillehammer seien, und daß wir ?ine ichwere Nlederlage er litten hätten. Und io marschierte der britische Vrigade- kominandeur an der Spitze feiner -Beigabe tn Ctllebamiper ein und legt sich dort tn Ruhe zu Bett. * S(lte Kiste, gefüllt mit Dokumenten, auf denen stand Strenn geheim! Und nicht dem Feind in die öande fallen laheii (Brausende Heiterkeit, erfüllt den SvortMla« ) Und hier wurde er nun noch in der gleichen Nackt mitsamt 'einer kostbaren Sunbeslabe von unteren Truppen Egebobem (Erneute schallende Heiterkeit der Zebntausende.) Das fötnnit bubci tdcthi fitf) ißUKXttb tilif ben.. JvTtßflSWttwt etltatter Mister Churchill verläßt! (Wieder stürmische Heiterkeit und jubelnde Zustimmung.)
So war es überall: Sie haben gelogen und gelogem Sie sind in das Meer geworfen worben, unb es war „Ein ganz großer Sieg.
Daß es ihnen gelang, ein paar letzte Trümmer aus Andalsnes »her Narnfos. zu retten, erklärten he der Welt als den gewaltigsten Erfolg der neueren britilchen Kriegs- gesckickte. Damit können wir uns dann natürlich Nickt messen! (Tobende Seiterkeltssturme^ Aber dem Neben Tatsachen gegenüber: Wenige Wochen später gab es. militärisch gesehen, kein Norwegen mehr, und die brttlfcken Sireitkräfte mutzten auch dieses Land raumen Dann kam die Stunde der Auseinanderfetzung im West en., und mir lind auch hier nickt zu spät gekommen. ^Cwrabe m diesem Feldzug bat die alliierte Koalition wirklich nichts anderes als nur Niederlagen einstecken müssen.
Die Tatsachen — die geschichtlichen Taffacken legen Zeugnis dafür ab — trotzdem.endete auch dieser. Feldzug mit einem großen britischen Sieg — nämlich mit der herrlichen, ruhmvollen Waffentat von Dünkirchen.
Die Spuren dieser Waffentat habe ick mit meinen eigenen Augen gesehen — es kah ziemlich unordentlich aus! (Abermals durchbrauft ein ungeheurer öeitel« keil-sturm den Sportpalast.)
Run ist Frankreich ebenfalls zerbrochen. Uick was hat man iefii für eine Erklärung? Als Norwegen endgültig von den Alliierten gesäubert war. da batte man erklärt:
Gewaltigste soziale Volksabstimmung
Rechenschaftsbericht über das Kriegswinterhilfswerk 1939/40
Die Ansprache Dr. Goebbels
Reichsminister Dr. Goebbels sprach zu Beginn, der Rede, mit der er den Rechenschaftsbericht für das erste Knegs- winterbilfswerk 1939/40 ablegte. von der großen und festen Gemeinschaft, die Front und Heimat bei der gegenwärtigen gigantischen Auseinandersetzung bilden. Heimat und Front wetteiferten in dem edlen Bestreben, die Schwierigkeiten und Sorgen dieses Krieges gerecht zu teilen unb jedem bas aufzuerlegen. was er tragen könne, aber auch tragen müsse.
Als int September vorigen Jahres beschlossen worden sei. das Winterbilfswerk auch im Kriege durchzufübren, habe.es Kritiker gegeben, die das für unpopulär und unpsychologiich hielten. Gebe man aber einem Volke, das Großes wolle und leuchtende Ziele vor sich sehe, einen Sinn seines nationalen Opfers, bann beschäme cs seine Führung immer wieder aufs neue durch seinen Opfermut unb durch seine Hing a b e- freudigkeit. und cs sei dann von einer Eebebereitschasf ohnegleichen.
115 Millionen mehr als im Vorjahr
„Wenn man in Betracht zieht, daß die beiden großen sozialen Hilfswerkc des vergangenen Kriegsiahres, das Kriegswinterhilfswerk und das Kriegshilfswerk für das Deutiche Rote Kreuz, auf absoluter Freiwilligkeit aufgebaut Ruh. dann kann man in ihnen soz i ale Volksabstimmungen erblicken, die alle .durch Lugen Sande gebrachten parlamentarischen Wahlen in den west
en Demokratien im Wert und in ihrer Wirkungskraft weit in den Schatten stellen." ,...
Das Kelamtau Kommen des ersten Kriegswmterhilfs- werkes habe nicht, wie in der vorläufigen Rechenschaftslegung vom 17. April 1940 erklärt, nur 602. sondern tn der Sck 1 u tz- abrechnung 6 81 Millionen Reichsmark betragen — gegen 566 Millionen int vorangegangenen Jahre. Es fet also
eine Steigerung von 115 Millionen fcitjuftcncn. Dementsprechend hätten fick auch dir Leistungen auf 642 Millionen Reichsmark erhöbt.
Besonders hob Dr. Goebbels hervor, daß gerade einzelne Gaue, die erst im Zeichen des Nationalsozialismus neu zum Äeick hinzugetreten seien, stck tn ihrer Gebe- freubigteit selbst übertroffen hatten. Der Gau Salzburg, also einer der Gaue, von denen die Engländer der Welt weis« machen wollten, sie sehnten stck nach der sogenannten österreichischen Unabbängigfeit auruä. itebe habet mit weitem Abstand an der Spitze aller deutschen. Gteue. und dichtauf folgten andere ehemals österreichische Gaue und der Gau Sudeten land.
In England seien in den letzten Wochen zwei Millionen Reichsmark ausgegeben worden, um die Kinder d?r Plutokraten. ihre kostbaren Rennpferde und Sunde nach Kanada in Sicherheit zu bringen; in Deuttckland habe die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt 15 Millionen für die Einrichtung von Kriegs kindergarten und zur Betreuung von Kindern aller Kreise bereit- gestellt.
Der Beitrag der freiwilligen Helfer
Wenn man rechnen wollte, so führte Dr. Goebbels weiter aus. daß die ehrenamtlichen NSV- unb WHW.-Helter statt ehrenamtlicher Tätigkeit für ihre Mitarbeit von täglich etwa drei Stunden auch nur eine Reichsmark Entschädigung erhielten. so wären bas 365 Millionen Reichsmark im Jahr, daß beißt gerabe so viel, wie bas.Sesanttautkommen des ersten nationalsozialistischen Winterhilfswerkes betragen habe. Seit 1933, also in den letzten stehen Jahren wurden auf biete Weise allein 2'/-> Milliarden. Reichsmark auf Mitarbeitereiitschäbigungen entfallen fein.
Das sei sozusagen die zusätzliche Svende für das WSW., die die Millionenschar seiner Helfer abgesehen von ihre» eigenen Geldovfern noch zusteuere.
Das Ergebnis des ersten Kriegsjahres: 1026,5 Millionen
Dr. Goebbels verkündete bann, daß das cnenbenauf; '' kommen bei fünf Ha u s i amm lu n ge n unb zwei Straßensammlungen des Kriegshilfswerkes. für das Deutsche Rote Kreuz insgesamt 2 21.5 M1111onen R e ichs- m a r k betragen habe. Das deutsche Volk habe, seine Fahrung auch hier wieher einmal tief beschämt, denn bei der Gründung dieses Kriegshilfswerkes habe man mit einem Ergebnis von etwa 60 Millionen Reichsmark gerechnet. _ ~ ,
Die freiwilligen sozialen Gesamtleistungen des wahres 1939/40 betrügen also 681 Millionen für das Kriegswinterhilfswerk, 221.5 Millionen für das Silfswcrk für das Deutsche Rote Kreuz und 124 Millionen Mitgliedsheitrage für die RSB., so daß das deutsche Volk als freiwillige soziale Gesamtleistung im ersten Kriegsja11 10 2 6,5 Millionen ausgebracht habe. Was diese Zahl bedeute, werde einem klar, wenn man sich vergegenwärtige, daß das reiche Deutschland von 1914 in vier Wettknegsrahren an Geldspende« für das Rote Kreuz nur insgesamt eine halbe Milliarde aufgebracht habe.
Die Verwendung der Riesensummen
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1933 7,7 Prozent betragen habe, sei inzwischen auf b Prozent im Sabre 19 39 herabsedruckt worben — bas bebeute, daß von 1934 bis 1939 bnrch freiwillige Spenden des deutschen Volkes rund 235 00.) Säuglinge „in Deutschland dem Leben erhalten geblichen feien. Weiter hätten von 1933 bis 1939 in NSV.-Heimrn rund 40 0 0 0 0 M utter mit rund 29 000 Säuglingen Müttererholung gefunden. Ende 1939 seien über 25 000 besoldete und fast 3000 ehrenamtliche weibliche Fachkräfte im Hiliswerk „Mutter und Kind" tätig gewesen, darunter rund 1600 Volksvilcß.ennnen, rund 500 Sugenbleitervvieii und rund 7600 Kinbcrflartnciin- nen. Von 1933 bis 1939 seien allein über zwei M t.lltoncn Kinder durch die NSV zur Erholung auts Land verschickt worben, unb von 1934 bis 1939 seien über 800 000 kurbedürftige Kinder in NSV.-Seime
Dr. Goebbels gab dann eine Antwort auf bie (trage, was denn mit diesen Riesensummen geschehe, da Deutschland doch keine Arbeitslosen mehr habe, die der Betreuung durch bas Winterhilfswerk bedürftig wären. Von Anfang an habe man große soziale Einrichtungen geplant, um nicht nur die bestehende akute Not zu befeittaen. sondern um vor allem kommende Not rechtzeitig zu verhindern.
So seien aus den Mitteln des Winterhil'swcrkcs kur das Hilfswerk „Mutter und Kind" im Jahre 1935/36 lieben Millionen, im Jahre 1939/40 343 Millionen insgetemt von 1935 bis 1940 aber 660 Millionen Reichsmark zur Verfügung gestellt worden, die großzügige Einrichtungen von Hilfsstellen für Mutter unb Kind, von Kindergarten unb Kindertagesstätten ermöglicht hätten. Die Säuglingssterblichkeit, die im alten Reichsgebiet von im -bahre 1933 7,7 Prozent betragen habe, fei inzwischen auf 6 Pro-
gelommen. , „„ s.
Diesen Zahlen des Aurbaues stellte Dr. Goebbels den englischen „Sozialismus" entgegen, der stck in erschütternden Zuständen, in Elend. Rot. Hunger und Krankheiten doku- mentictc
„Unter Volk will Opfer bringen", so fuhr Dr. Gibbels fort, „es wi11 Anteil nehmen andieser ges chrHt- lichen Zeit. Es will nicht abseits stehen, wenn die großen Schicksalsfragen der Nation entschieden werden. Und nun
nabt wieder ein Winter, wieder wird er erhöhte Anforderungen an uns alle stellen, und sie sollen und muhen auch alle erfüllt werden.
Soziale Volksgemeinschaft das höchste Glück
Wiederum ruft deshalb der Führer zum zweiten Kriegs- winterliilfswerk auf. Wer wollte sich diesem Ruf versagen? Was gilt in dieser Zeit noch Eeldbesttz. wo wir um untere nationale Existenz kämpfen? Verlören wir ,« diesem Krieg unsere Freiheit, uns könnte auch kein Geld mehr retten! Nickt im Eeldbesttz liegt das Glück eines Volkes. Dm soziale Bolksgemein schäft ist das hoch fte Gluck. Erringen wir durch sie den Sieg — uni wie konnte es anders fein — so wird unser Volk teine Zukunft tn Freiheit stck selbst gestalten können.
Denn dann erst, wenn wir bie nötigen Hilfsmittel besitzen, wenn mir nicht mehr gezwungen stnd, wie bisher, von der öanb in den Mund zu leben, dann erst sind wir tn der Lage, der Welt am deutschen Volk zu zeigen, was wahrer Sozialismus ist.
Unser Gemeintoaftsaebanle haltert auf der sozialen Gerechtigkeit. Die Gemeinschaft macht uns stark und unbesiegbar. Sie ist bas Geheimnis unseres Erfolges.
Der Krieg als der große Gleichmacher habe dabei in uns das Bedürfnis noch bestärkt, jeder an feinem Platz noch viel mehr für unter Volk zu tun. als fönst: „Es ist nun unter fester Wille: Es soll in Deutschland keinen mehr geben, der nicht zu spüren bekommt, was er an seinem Volk und an feinem Vaterlande besitzt. Dafür wollen wir. opfern, so viel wir nur können. Der höchste Lohn dieses Opfers ist dann die sozia le Gemeinschaft unseres Volkes, die stck in diesem Kriege so herrlich bewährt bat und weiter bewahren wird, und die uns unüberwindlich macht, wenn wir ne rem unb unverfälscht «halten. Das ist her Inhalt der Lehre, bie der Führer uns gab.“ • ,
Die Opfer haben sich gelohnt
Acht Jahre bat der Führer nun die Nation geführt. Welch einen Weg haben wir seitdem als Volk vom 30. Januar 1933 bis zum heutigen Tage durchschritten. Gewiß, wir mußten alle auch Opfer brin-ren, aber ist iemand da. der behaupten wollte, daß fick die Opfer nicht gelohnt hätten? Und ist iemand da. der statt in dieser Zeit der Opfer, aber auch der Erfolge und der jtcl icitcn Gegenwart lieber ttt einer satteren undbegueme- ren Zeit hätte leben wollen? Nein, die ganze Nation dankt dem Führer, daß er uns diese Zeit brachte, daß wir in ihr leben und an ihr mitwirken dürfen.
Und so wollen wir uns auch heute wieder voreinander und vor unserem Führer geloben, daß wir entschlossen stnd, ihm zu helfen, diese Zeit zu gestalten. Er soll rufen — und das Volk ist da! _
Unsere Soldaten kämpfen für das Reich und feine Zukunft. wir aber wollen für sie und ihre Heimat gehen mit vollen Händen, damit die Gemeinschaft unseres Volkes fester geschmiedet und eiserner gehärtet werde, auf daß dieses Volk lebe, auf daß Deutschland groß und stark werde und der stolzeste Sieg unseren Kampf kröne!
Das geloben wir und das wolle» wir halten!
Das haben wir ja gewollt. Wir wollten die Deutschen ia nur hier berauflocken. Das ist ein Sieg, em einzigartiger Sieg für uns." Nachdem Frankreich enbgultifl meder- geschmettert war. sagte man: „Jetzt kann sich England zum ersten Male mit seiner ganzen Kraft konzentrieren. Wir find nickt mehr gezwungen unsere Truppen zu vergeuden und zu verzetteln. Jetzt haben wir die stra
tegische Lage erreicht, die wir ununterbrochen gewünscht und erhofft hatten. Der 33 al la ft Frankreick ist jetzt von uns abgefallen. Dieter hat uns nur kostbares britisches Blut gekostet, und wir find in der Lage, den Deutfcken ganz anders entgegenzutreten." (Stürrnifcke Heiterkeit unb brautender Beifall begleiten diele sarkastischen Darlegungen bes Führers.)
„Was auch kommen mag, England wird nrederdrechen"
Man bat sich gleich bei Kriegsbeginn mit bestimmten Prophezeiungen über die Dauer des Krieges befaßt.
Man faate: Der Krieg dauert drei Jahre. Britannien richtet sich auf drei Jahre ein“, das mutzte man auch ickon tun. denn die Leute, die schwerreiche Besitzer von Kricgs- fabrikationsaktien find, diese Leute stnd klug genug, um zu wissen, datz sich diese Neuanschaffungen gar nicht in einem halben oder einem Jahre verzinsen und amortisieren können. Das mutz allo schon einige Zeit langer bauern, aber ick wat ebenso vorsichtig und habe damals dem Reichsmarschall gleich getagt: ..Göring, bereiten wir alles .not „auf fünf Jahre!“ nickt weil ick glaubte, datz der Kries fünf Jahre dauert.
Aber was auch kommen mag, England wird niederbrechen! So oder so!
(Stürmischer minutenlanger Beifall durchbraust den Sport« valast.)
Ich kenne leinen anderen Termin als diesen allein!
«Erneuter tosender Beifall.) Natürlich werde ich alles klug, vorsichtig und gewiitenbaft vorbereiten, das werden Sie verstehen. (Abermals antwortet dem Führet cm Jubelsturm der Begeisterung.)
Und wenn man in England heilte sehr
neugierig ist und fragt: „Ja, watum kommt er denn nicht?" Beruhigt euch, er kommh!
(Die Massen erbeben sich in unbeschreiblicher Begeisterung und jubeln dem Führer minutenlang zu.) Man mutz nickt immer fo neugierig sein! (Erneute brautenbe Heiterkeit.)
Diese Wett wird frei werden! Es mutz ein für allemal mit dem Unfug aufgeräumt werden, datz es einer Nation möglich sein kann, je nach Belieben einen Kontinent zu blockieren.
Es muh in Zukunft unmöglich gemacht werden» dah es einem Piratenstaat von Zeit zu Zeit immer wieder je nach Wunsch und
tzauptschriftleiter: Fritz G ü n 1 he r; Stellvertreter: Heinrich Lari Kunz, verantwort« lich für den politischen Teil: Heinrich Karl Kunz: für Kunst, Untcrhaltung,Uulgebung und Sport: Dr. Heinrichs e ich erl; für Stadtnachrichten, Vororte und wirtschaftsteil. Willi pempel (verreist);Stellvertreter:Dr. HeinrichReichert;fürdenAnzeigenteil: 3ultu$ Gtt; sämtlich in Wiesbaden. Gesamtleitung: Dr. phü. habil. Gustav Schellenberg und Dtto Ka iser. — Zur Zeit ist Preisliste Nr. 9 gültig. Druck und Verlag: £." Schellenberg'sche Buchdruckerei; Wiesbadener Tagblatt, Wiesbaden
Die heutige Ausgabe umfaßt 10 Seiten
