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Wiesbadener Tagblatt

Druck und Ber.aoi - .

Druck und Berlag:

| N^chlLNe n°ch P«isMt° Nr. 9. - Schluß bet Anzeigen.Annahme 9-/, Uh- vormittags. |

88. Jahrgang

Mittwoch, 7. August 1940

Nr. 184

Führer in den Krupp-Werken

Glückwünsche und Auszeichnungen für Krupp von Bohlen und Halbach

as. Berlin,. 7. Am

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6 Ausgaben

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Erfolglose Generale

Von Walter Aßmus.

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as. Berlin, 7. Aug. Der Bericht des OKW nach dem t.tb fünf Millionen Tonnen Schiffsraum dem englischen Gegner durch die kühnen Unternehmungen der deutschen Kriegsmarine und der Luftwaffe tm Handels­krieg bis Ende Juli verloren gegangen find, zeigt erneut die Verwundbarkeit der englischen Insel, Als Ende Dezember vorigen Jahres die erste Million überschritten war. erklärten Churchill und Genossen, da« zur Be­unruhigung nicht der mindeste Anlaß vorliege. daß man sich der U-Voot-Pest. wie man sich in London auszudrucken beliebte, schon Herr werden würde Der Erfolg dieser eng­lischen Erwartungen war, daß bis Ende Ma» 2 300 000 Ton­nen versenkt waren. In zunehmendem Mabe unterstützte die Luftwaffe die Kriegsmarine durch Angriffe auf Geleit- züge und einzeln fahrende Sandeisschilfe. Die Kriegsmarine

zum Beispiel zu, datz die deutschen Luftangriffe aus England dort schon wichtige Industrien produktionsunsähig gemacht haben.

Mehr Hoffnung aber setzen die Engländer nach wie vor auf den General Hunger! Er soll Deutschland be­zwingen. er soll damit das erreichen, was den englischen Generalen versagt bleibt. Seine Silfstruvpen sind der Kar­toffelkäfer. der uns angeblich schwer zu schaffen macht, und die Raupen. die. so sagen die englischen Leitungen, unseren ganzen Kohl aufsressen. Man sieht aber doch wohl, ein daß auf solchen Unsinn selbst in England nur noch wenige Leute bereinfallen. Desbalb taucht in der letzten Zeit immer häufi­ger die Lesart auf. daß die von Deutschland besetzten Gebiete, dieunterdrückten Völker", wie die englische Presie sagt, vor

Verwundbarkeit der britischen Insel

(Eigener Drabtbericht unserer Berliner Schriftleitung)

30000 BRT. in Übersee versenkt

Bomben auf britische Flugplätze und Me Flugzeugwerke von Bickers-Armstronq Auch Anlagen der Rüstungsindustrie in Swansea bombardiert

Berlin, 7. Aug (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: .....

Ein deutsches Kriegsschiff bat 30 000 BRT. feindlichen Sandelsfchiffsraum in überseeischen Ge­wässern versenkt.,

Unsere Kamvfflimzeune griffen . F lu g v l ätze bei Tynemouth und St. Äthan, sowie d,e Flugzeugwerke von Bickers-Armstrong in Chester und Anlagen der Rüstungsindustrie in S w a n f e a mit Bomben an.

Britische Flugzeuge, die in der Nacht zum 7. August tn Holland und Westdeutschland ;n geringer Zahl ern- slogen, warfen an verschiedenen Stellen Bomben, ohne nennenswerten Schaden anzurichten.

wiederum beschränkte sich keineswegs auf Operationen in den englischen Küstengewäsiern oder in der Nordsee, vielmehr sind auch in Ubersee die feindlichen Schiffe nicht sicher, was sowohl die Meldung von der seinerzeit erfolgten Minen­legung vor der südafrikanischen Küste, wie zuletzt auch die Nachricht über das Gefecht eines deutschen Hilfskreuzers gegen den englischen Hilfskreuzer ..Alcantar a, der daraufhin schwer beschädigt denHafen vonRio aufsuchen mußte, besagte. Bis­lang ist es noch nicht an der Zeit, über alle diese kühnen Unternehmungen zu berichten. Wir mußten uns zunächst noch mit den einfachen Erfolgsmeldungen begnügen und stellen mit Genugtuung fest, daß heute die Fünfmillionengrenze bereits überschritt en ist. Wer Bergleichsziffern aus dem Weltkrieg hinzuzuziehen wünscht, der sei darauf ver­wiesen. daß damals der erfolgreichste Monat des Iah 1917 insgesamt 840 000 Tonnen Schiffsverluste für die 6i._ länder brachte. Diese Ziffer ist im Juli 1940 also sehr er-

Dr. Krupp von Bohlen und Halbach

Weltbild (K.)

für soziale Zwecke verwendet wurden, dem Werke zur inneren Stärkung überlassen blieben. So .hat sich verr. Krupp, von Bohlen und Halbach als der Betriebssichrer bewahrt, wie er im neuen Reich als Muster gäacht ist Die Anerkennung blieb auch,nicht aus. Als die Kruvvwerke am 1. Mai 1940 durch die Verleihung der Auszeichnung ..Nationalsozialistischer Musterbetrieb" geehrt wurden, da war es zugleich auch eine Ehrung des vom nationalsozialistischen Geist erfüllten obersten Betriebsführers.

Neutrale Stimme« über die Wirkung der

Berlin 7 Aua. (Funkmeldung.) Die täglichen Angriffe der deutschen Luftwaffe auf wichtige .Industriezentren des britischen Jnselrerches haben offensichtlich dazu beigetrageu, die englische Rüstungswirtschaft emps»ndl»ch zu stören. Natürlich wolle« das d,e Herren des britischen Rüstungsministeriums nicht wahr haben; sie lancieren daher entsprechende Zweckmeldungen tn die englische Presie, d e daraus mit PaVhas verkündet, dah die deutsche« Luftangriff« so gut wiekeinen Schade«" angerichtet habe«.

So schreibt zum Beispiel die ,Su«dy Times am 3. August:Was die Deutschen auch plane« und unternehme« sollten, wir lasien uns nicht davon abhalte«. Energie f«.r den kommenden Winter aufzuspelcher«. D,e Räder unserer Industrie rolle« so schnell, wie nie Mvor u«d die britische Industrie-Arbeit geht trotz der denrsche« Lost- 0It32cibe,IRni) die Berichterstatter ausländischer Zeitungen anderer Ansicht.United States News" gibt

Duff Coover bat dieser Tage, als er feinem Arger darüber Ausdruck verlieh, daß deutsche Flieger den Text der Fübrerrede über England abwarfen, besonders darüber ge­schimpft. daß in dieser Rede eine ganze Reihe von deutschen Generalen genannt wurde. Er meinte dazu, daß er diese Generale nicht kenne. Das spricht nicht gegen die Generale, sondern gegen Duff Cooper, der einmal em Buch über den Marschall Fach schrieb, und der auch in lener. Zeit stehen blieb. Wenn er dann binzufügte. er habe auch keine Neigung, diele Generale kennenzulernen, dann glauben wir ihm das allerdings gerne. Es Und das die verdienten Generale die die Engländer und Franzosen vor sich hertneben. obwohl diese Generale im Weltkrieg erst Hauptleute waren, wahrend die englischen Generale auch damals schon sehr Hobe Stellungen bekleideten. Nun. der Mann, von dem dieses Wort stammt, dessen er sich vermutlich höchst ungern erinnert, der englische Oberkommandierende Jronside. ist inzwischen ja kalt­gestellt worden. Die Engländer setzen jetzt ihre Hoffnunar- auf seinen Nachfolger, den General Sir Allan Brook der immerbin insofern einen neuen Kurs einschlug, als er einen großen Teil der unter Jronsrde auf englischen Straßen errichteten Sperren wieder beseitigte, »veil er elnsah. daß biete Sperren zwar den Verkehr stark behinderten, aber nie- mals deutsche Truppen aufzuhalten tn der Lage waren.

Wem soll die britische Öffentlichkeit nun mehr Glauben schenken, ihrer Regierung oder den befreundete« Ameri­kanern? Uns jedenfalls fällt auf, dah die Arbeitslosig­keit trotz derrollenden Räder" in Entzland anstatt ab­stetig zummmt, dah der englische Export rott Import zurück­geht, und dah England in steigendem Mähe und nach Kräfte« "" ist, Kriegsmaterial in phantastischem und daher ««- srbarem Umfange ans dem Ausland zu beziehen, »ere« Worten, die deutsche Luftwaffe, die im Gegen­satz zu der englischen ihre Angriffe nicht gegen die unschuldige Zivilbevölkerung sondern einzig und allem gegen militärische Ziele richtet und sie auch zu treffen weih, ist aus dem beste« Wege, die Produktionskraft der euglische« Rüstungsindustrie allmählich aber sicher lahmzulege«.

Wichtige Industrien lahmgelegt

deutsche« Bombenangriffe auf Euglaud

he blich überschritten worden. England ist in diesen Krieg mit einer Handelsschiffstonnage von 17.8 Millionen BRT. hineingegangen gegen 19 Millionen bei Ausbruch des Weltkrieges. Es hat anfangs feine Verluste durch den Raub fremder Schiffe, so auch der norwegischen und zuletzt eines Teiles der französischen Flotte $u ersetzen versucht. Auch diese Möglichkeit besteht' heute für England nicht mehr, es muß vielmehr mit wachsenden Verlusten rechnen.

Kein Wunder also, daß die englischen Einfuhr« ziffern erheblich zurückaegangen sind. Man gibt sich zwar den Anschein, als ob die Versorgung vollkommen gesichert sei. Der Staatssekretär int englischen Ernährungs- Ministerium erklärte beispielsweise,er flöhe, vorläufig ferne weitere Verschärfung der Nahrungsmittelrationierung vor­nehmen zu muffen. Dazu paßt aber schlecht die Verordnung, die alle Verschwendung von Nahrungsmittel, und dazu gehört auch das Verderbenlassen, unter Strafe stellt. Aber auch für die britische Ausfuhr macht sich die deutsche Blockade schmerzlich fühlbar. Aus der mit so großem Tamtam ange- kündigten englischen Ervori-Offensive wurde jedenfalls nichts. Der Schiffsraummangel und die Verluste der europäischen Absatzmärkte treffen aber auch die englischen Dominions und Kolonien schwer, wo teilweise große Lager entstanden sind, deren Vernichtung aus dem Zwange der Verhält­nisse heraus teilweise schon in die Wege geleitet wurde. In Britisch-Westaftika mußten gewaltige Mengen von Kakao vernichtet werden, in Ägypten weiß man mit großen Baum­wollmengen nichts anzufangen, während gleichzeitig die Zwiebelernte verdirbt, ^zn Kanada sucht man krampf­haft nach Soeicherungsmöglichkeiten für Weizen und aus Australien kommen Hilferufe wegen gestapelter Mengen Wolle. Weizen und F i u ch t k on s e r v e n. überall fehlt es eben an Schiffsraum. Wie außerordentlich stark das ganze englische Wirtschaftsleben bereits erschüttert ist und wie sehr die Regierung unfähig ist. hier Wandel zu schaffen, zeigt auch die Tatsache, daß die Zahl, bei auf soziale Unterstützungen angewiesenen Arbeitslosen tn England Mitte Juli um 60 000 größer war als tm Vormonat. Insgesamt wur­den 827 266 Arbeitslose gezählt. Man begründet diese hohen Arbeitslosemahlen mit dem Verlust der kontinen­talen Märkte für England und mit dem Hinweis darauf, daß man in England selbst starke Verbrauchseinschränkungen vorgenommen habe. Auch das ist ein interessantes Eingeständ­nis. da man bisher io zu tun beliebte, als ob England vom Kriege eigentlich kaum etwas spürt.

Zum 70. Geburtstag

Essen, 7. Aug. (Funkmeldung.) Der Führer stattete Mittwochvormittag Dr. Krupp von Bohlen und Halbach auf der Villa Hügel in Essen einen Besuch ab, um dem Führer der größten deutschen Waffenschmiede persönlich seine Glückwünsche zum 7 0. Geburts­tag auszufvrechen. Dabei überreichte der Führer Dr. Krupp von Bohle« und Halbach in Würdigung seiner Verdienste um Volk und Reich das goldene Ehrenzeichen der NSDAP.

Reichsminister Funk überbrachte dem Jubilar die Grüße und Wünsche der Reichsregierung und überreichte tm Auftrage des Führers Dr. Krupp von Bohlen und Halbach in Anerkennung seiner Verdienste um die deutsche Wirtschaft den Adlerschild des Reiches mit der Widmung: Dem Deutschen Wirtschaftsführer"

Reichsminister Dr. Todt überbrachte, tm Auftrage des Führers dem Jubilar das ihm in Würdigung seiner Ver­dienste um die Rüstung der deutschen Wehrmacht als. erstem Deutschen vom Führer verliehene Kriegsverdtenst- kreuz Erster Klasse. _

Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß. ließ Dr. Krupp von Bohlen und Halbach durch Reicksleiter Bormann eine Büste des Führers überreichen. . , , ,

Der Leiter derReichswirtschaffskammer. Albert Vt e tzs ch. übermittelte dem Jubilar die Gruße und Wunsche der deut­schen Wirtschaft.

Reichsvressechef Dr. Dietrich, dessen Vaterstadt ..Ellen ist. svrach Dr. Krupp von Bohlen und Halbach die Glückwünsche der deutschen Presse aus.

Anschließend besichtigte der Führer eine Reihe von Werk­stätten der Kruppsche« Fabrik. u6eratt. wo man ben Führer erkannte, wurde er von der Kruppschen Arbeiterschaft u«d der Bevölkerung der Stadt Este« stürmisch begrubt.

Sodann verließ der Führer wieder die Stadt Esten.

*

Unter den deutschen Wirtschaftsführern steht Dr. Krupp von Bohlen und Halbach, der am 7. August fein 70. Lebensjahr vollendet, an hervorragende^ weithin sicht­barer Stelle. Seit Jahrzehnten leitet er die Friedrich Krupp A.-G. in Essen, das bedeutendste Unternchmen der deutschen Montanindustrie. Doch erst als reifer Mann hat Herr, von Bohlen und Halbach, wie er ursprünglich hieß, den diplo­matischen Beruf mit dem des Industriellen vertauscht 1906 vermählte er sich mit Bertha Krupp, der Erbin der Krupp- Werke. Wohl war 1902 nach dem Tode von Friedrich Alfred Krupp die 1811 gegründete, aus kleinsten Anfängen mächtig emvorgediehene Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden. Aber sie blieb weiter ein Familienunternehmen .und ist es bis heute geblieben. Nach feiner JBer&etratunn fuhrt der neue Letter den Namen Krupp von Bohlen und Halbach.

Fast 35 Jahre hindurch hat der Jubilar als Chef die Kruvvwerke geleitet und ihnen die überragende Stellung tm deutschen Wirtschaftsleben erhalten.. Diese 3V- Jahrzehnte erfolgreichsten und tatkräftigsten Wirkens umschließen . eine Zeit der höchsten Blüte, doch auch des wirtschaftlichen Nieder­ganges nach dem Weltkriege und endlich des machtvollen Aufstieges des Dritten Reiches, in dem die Kruvvwerke einen besonderen Platz einnehmen. Dr. Kruvv von Bohlen und Halbach hat dafür gesorgt, daß Kruppsche Arbeit Qualitäts­arbeit blieb und daß die Kruppschen Wanen der Schrecken der Feinde von 1914 waren und von 1940 sind.

In selten ausgeprägtem Verantwortungs- und Pilicht- bewußtfein hat dieser hervorragende deutsche Wirtschaits- führer das ihm anvertraute Werk durch alle Sorgen und Note gesteuert. Dafür war ihm keine Muhe und kem Opfer zu viel Als in der Zeit der tiefsten Erniedrigung Deutschlands französische Soldateska am Karsamstag 1923 vor bei Krupp­schen Fabrik in Essen 13 friedliche Arbeiter meuchlings er- mordet hatten, eilte der Betriebsfuhrer trotz aller War­nungen sofort ausjj&em unbesetzten Gebiet herben um feine gefährdeten ArbeiM nicht tm Stich zu lassem Er liep sich verhaften und trug mit selbstverständlicher Standhaftigkeit sieben Monate hindurch bte schmachvolle Behandlung der Franzosen int Gefängnis Düsseldorf-Derendorf, m dem auch Albert-Leo Schlageter schmachtete .... ., . .

Überhaupt ist diese tiefe Verbundenheit mit feinen Ar­beitern und sein soziales Verständnis eure bei .hervor­ragendsten Eigenschaften des Jubilars. Es war ihm ein inneres Bedürfnis, daß er auch insofern der Tradition her Familie Kruvv getreu blieb, als Überschuhe, soweit sie nicht