Wiesbadener Tagblatt
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Nr. 172
Mittwoch, 24. Juli 1940
88. Jahrgang
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Die Katastrophe unausbleiblich
Das Urteil Europas über die engstirnige Absage des britischen Außenministers
es
Wieder ein erfolgreicher britischer Rückzug
setzen, eine ganze Reibe von Steuern zu Umsatzsteuer jedoch ist in diesem neuen
Sie sagen Gott und meinen ihre Dividende
Die Halifax-Rede, ein Gipfelpunkt tzemtzlerischer Verlogenheit
Aufforderung zum britischen Selbstmord
Die italienische Presse zur Halifax-Rede
Götzen. Die
---------- ... ..... — Steuerbudget nicht enthalten, da die Meinungsverschiedenheiten hierüber innerhalb der Regierung noch nicht beigelegt werden konnten. Die Arbeiterpartei bat sich hier mit Erfolg zur Wehr gesetzt. Steuervlänen kann man sich zur Not noch entziehen, der endgültigen Abrechnung, die England mit seinem Nein beraufbeschworen hat. wird das britische Weltreich nicht entgehen. London selbst fällte, so sagt die italienische Presse, sem eigenes Todesurteil und das des britischen Weltreiches.
. wt. Die Antwort des britischen Außenministers hat. wie man tn Rom betont, nicht überrascht, es sei denn durch ihre Erbärmlichkeit und ihre Leere. Die italienischen Blatter betonen, daß nunmehr die ganze Verantwortung für die kommenden Ereignisse auf die englischen Staatsmänner fällt, die den großherzigen Appell des Führers ablehnten. „Meffaggero" meint, die Salifax-Rede ter eine regelrechte Aufforderung an die Engländer zum Selbstmord gewesen. Wenn der englische Außenminister Gottes Segen für die eigenen kriegshetzerischen Pläne an- tlehe, so .komme zur Dummdreistigkeit noch eine Läste- r u n g binzz.i. Gott werde zum Trauzeugen für die ungeheuerliche Ebe zwischen Synagoge, christlicher rtanzel und der Freimaurerei ausgerufen. Weder der Eroßrabbiner noch der Erzbischof von Canterbury würden dem Himmel die wahre Gerechtigkeit soufflieren, viel
te Kz- ?s- a'bt ein auf die Engländer bezogenes Wort, das sich, uns beim. Nachlesen der Halifax-Rede unwillkürlich auf- drangt.. Es ist. nicht neu. und gerade das ist im gegebenen Fall sein Vorteil Es zeigt daß es beute noch so gültig ist. wie zur Seit des britischen Oviumirieges gegen China denn damals wurde es geprägt. , ..S i e sagen Gott.'und a Etwas freier formuliert wird es
noch deutlicher: sie sagen Gott und meinen ihre Dividende. D).e Rede Salnax kann in ihrer Mentalität also nicht überraschen. Die Engländer sind sich völlig gleich 8 b lieben. Gleich skrupellos in ihrer Zielsetzung und widerlich tn ihrer unüberbietbaren heuchlerischen Motivie-
Methode CouS
Von unserem Berliner Mitarbeiter Wilhelm Ackermann
Die Antwort des amtlichen England auf des Führers letztes großzügiges Angebot, statt des Krieges den Frieden zu wählen, liegt nunmehr aus dem Munde Halifax' vor. Sie entspricht durchaus den Erwartungen, die man angesichts der Überheblichkeit der regierenden Plutokratenclique hegen mußte. England übernimmt damit vor der Welt und vor der Geschichte alleVeräntwortungfür das Kommende. Es hat das Recht verwirkt, sich über sein eigenes Schicksal, wie es sich auch gestalten mag. in ngend einem künftigen Zeitpunkt zu beklagen. Das englische Volk, das sich ia demokratisch regiert glaubt, wird sich mit der Zukunft abfinden muffen, die seine derzeitigen „Führer" ihm bereiten. . Zn diesem Augenblick der Entscheidung lohnt noch einmal ein Blick auf die Geisteshaltung, der es nunmehr zum Opfer fallt.
In Frankreich gab es einen sonderbaren Medizinmann, Coue geheißen, dessen Heilmethode darin bestand, daß er seine Patienten anhielt, sich fortgesetzt einrureden. es gehe lbnen immer besser. Da er seinen Zulauf überwiegend aus Kreisen hatte, die sich eingebildete Krankheiten leisten konnten, so hatte er Erfolg, wurde bekannt und schließliche sogar berühmt. Offenbar tlt kern Ruhm auch nach England gedrungen, denn man erlebt in diesen für das Jnselreich kritischen. Wochen dort die Anwendung seiner Methode in sans großem. Stil von Amts wegen. Herr Duff Cooper, der Verantwortliche für die öffentliche Stimmungsmache, bat die Parole dafür ausgegeben mit der Anweisung: Sprecht nicht zuviel: aber wenn Ihr sprechen müßt, dann sprechtvom
8 Und schon m. seiner nächsten Untertzausrede versuchte Mister Churchill, noch diesem Rezept zu verfahren. in dem er in feine goldenen Worte soviel Zuversicht legte, als nur eben unterzubringen war. Allerdings zur ^5>!^^aft batte er es noch nicht gebracht, denn keine An- kundlgung. England Ortschaft für Ortschaft und gar London Straße für Straße verteidigen zu wollen, und wenn nur Jiutnen.u6riB6tieften, klang mehr nach einem T,UJi1AetOT !LttßS • ampf , als nach kriegerischem Triumph Noch weniger nach Cou« handelte der Jnnen- r?2?rLtel Anderson mit seinem Versuch, in weiten Teilen kZ! sEon vorbeugend. Standgerichte einzufübren, die sich der offenbar sehr dringenden Aufgabe widmen sollen, (Fortsetzung auf Seite 2)
mgneP..mJr nun", ko sagte der „fromme Fuchs", S ät.e .Engländer Halifax titulieren, „wenn wir M d-e F relheit kämpfen? Wir wünschen
unser Leben leben zu können, wie wir es leben wollen. Wir von m © o 11 e sb I en st und. eine Verehrung von (Sott, w t e e s uns beliebt, und diese religiöse Frei- 9^lm Gewissen." Man muß sich die such- No-^-:l,^^bmannischen und weitblickenden Ausführungen dagegen vor Augen halten, um die ganze Er- 11 ?,^ser Halnaxschen Phrasen zu begreifen. vmr btc 6AtrlIiaIe d^r Volker, um die Zukunft bte er verschlagene Heuchler tut ko. als ob ein aus9eßro*en wäre Aber es kommt noch duffer. „Wohin wird Gott uns fuhren?" ruft er pathetikch "^ch^4 vicht auf leichten und angenehmen Pfaden.
tot wtrft-tft i>a6 er denjenigen, die ihn darum V??? Ja1tettt. der durch keine Gefahren gestört
inn??' ^ieienigen von uns. dre nicht bei den Truppen unter?»f'1 anderer Weise ihr Bestes tun. um unseren Strelkraften zu Helten. Es g i b t e i n D i n g das als. Dtel nützlicher erweisen wird, als" wir
•^a5OTt!^r^-05 ebet. Ich hörte neulich von dorksbire wo nach all den Gerüchten über fünfte Kolonne die Leute uberelngekommen lind, eine ^Elte Kolonne zu bilden und ffch verpflichteten, jeden Tag einige Minuten.,um Gebet im Eottes- hgus zu verweilen Dieses also ist der Geist. in dem wir zusammen tn diesem K reu zzuq für die Christen- L? V ®jn«n wir es also. England und
tei.ne Plutokratenkaste bat diesen Krieg begonnen, um das Gftnftenrum ju retten Früher hieß es anders. Da behauptete man., für die kleinen Nationen zu kämpfen Dieses Argument mußte man fallen lassen, nachdem die Aktenver- offentitdntnflen allzu deutlich bewiesen haben wie ver- brecherisch und leichtfertg. bie britischen Plutökratm SSicksalsmacher für die kleinen Volker spielten Wie fie hc bedenkenlos fur ihre egoistischen Ziele opferten So bleibt also kern Ideal mehr Tur sie übrig, für das ffe kä'rnvien konnten außer dem Christentum. Jenes seltsame Christen? tont, nachdem es gerechtfertigt und gottgewo lt ?rscheint daß «ne Nation von knapp 4Ü Millionen Menschen die halbe ^de betzeri Ht. ffch zum Beutzer des größte? Teiles der ^?bAoksquellen machte und die jungen. .schaffenden Völker W ^ohnsklaven erniedrigte ^zenes (SbtiftentuTn in deilen tou’enbe 6urtid)et Frauen und Kinder hingemordet
(Thrirtet?hrmr hn? hi« Kanonenrohre gebunden wurden.
u 5 N.Ngerung des deu t- L®xe” p?, »i.Vn1?1! InI^rte8eLuthieg. das für die Pluto- Tur die arbeitende Bevölke- rung nur Elendsquartiere übrig hat Sie käsen E°" gnb ?I ,7/u ihre Dividende. Für dleke Divi^nde afte?. laßt stch heute tetn Kreuzzug mehr organisieren für sie kämpten. e,8meTt Nutznießer, bzw. sie'lassen ihr o_u['Cc.^Een Phrasen sind, darüber dürfte fein ^tts^des^rÄvi?- fyr,kie bigotten Sektierer jen-
>erts des Ozeans bestimmt. Halifax will an ihr Gefühl
Churchill gibt de« Verlust
wt. Die militärische Lage in Oltafrika hat in London starke Beunruhigung ausgelöst. Bisher versuchte ffch Churchill über den Verlust der Festung M o y a I e in Kenia auszufchweiyen. Da die ängstlichen Frager ffch nicht mehr beruhigen liehen, entschloß er sich zu einet Erklärung, die auf „afrikanisch" das roieber6olt, was er schon über Andalsnes, Holland, Boulogne. Calais und Dünkirchen verbreiten ließ. Cie lautet: „Der Rückzug wurde nach vorgefaßtem Plan erfolgreich ausgefützrt und vollzog ffch ohne Zwischenfall." Die Engländer haben also wieder einmal nach hinten geffegt. Dabei tun ffe, als ob Moyale irgendein raum erwähnenswertes Kaff sei, dessen Besitz sich nicht ver- tohne In Wirklichkeit handelt es sich um einen äußerst S1 7 rr* 9 e n Stützpunkt, der von den Engländern als -uusraustor nach Abessinien ausgebaut wurde. Wer Moyale
Die letzte Chance vertan
(Eigener Dratztbericht unserer Berliner SLriftleitung.)
. as. Berlin. 24. Juli - Die Ablehnung des deutschen Friedensangebotes durch England begleitet die Preise der gesamten Welt mit Kommentaren, in denen zum Ausdruck kommt, daß diese Haltung Englands kaum über- rakchen konnte. Die bisherige sture Haltung der englischen. Plutokraten ließ durchaus erwarten, daß England auch diese letzte Chance zu seiner Rettung ausschlayen wurde. Das kommt ganz besonders in den Zeitungen der Balkanländer und Skandinaviens zum Ausdruck. Man unterstreicht, daß England die Zerstörung seines Weltreiches selbst herausfordert. Ein schwedisches Blatt beispielsweise kennzeichnet die Rede Halifax' als Beerbt- gungsrede des britischen Imperiums. Das Madrider „Blatt „A B C sagt: „England bat endgültig nein Gluck verspielt. Durch seine glatte Absage an. Hitlers Vorschläge hat es die letzte Gelegenheit verpaßt und vor der Geschichte eine ungeheure Verantwortung auf ^sich genommen." Die römische Presse spricht von einem durch Schönfärberei und lasterhafte Phrasen verbrämten Nern auf den Appell des Führers. Lord Halifax habe, so sagt der „Povolo dItalia", eine kindische und lächerliche Antw ort erteilt, die die blöde Dummheit der lei« tenden englischen Manner erkennen lasse. In anderen italienischen Kommentaren wird nochmals unterstrichen, daß die ganze Verantwortung für die kommenden Dinge auf lene englischen Staatsmänner fällt, die. wie vor zehn Monaten., auch diesmal wieder die Friedensbereitschaft des Führers in Verkennung der tatsächlichen militärischen und politischen Lage, sowie in Verkennung der Aufrichtigkeit des deutschen trriedensangebotes ausschlagen und mit einer neuen Kriegshetze beantworten.
.Der Weg den die Kriegsverbrecher Englands und das Britische Reich nun gehen, ist auch von einem Franzosen ertannt worden. 3m „Ouevre" schreibt nämlich Marcel Deat u. a.. daß sich das britische Volk mit Churchill der Katastrophe nicht mehr entziehen könne. Es konnte diese Katastrophe nur vermeiden, wenn es Churchill stürzte. Aber die beilbringende Revolution werde in England ebenso wie in Frankreich zu spät stattfinden. „Morgen . so schließt der Artikel, „wird die englische Macht zerbrochen fein, morgen wird das Britische Reich ffch auflosen und die Dominien werden ihre volle Autonomie erzwingen.' Es sei eine unglaubliche Revolution, die aber in der Tendenz der Geschichte liege. Das ist ein Artikel, den ein Franzose schrieb, der aus der Geschichte seines Landes lernte.
Nur in den Vereinigten Staaten hat Halifax in. einigen Blattern Zustimmung gefunden. Diese Zu- st i mm uns wird von den englischen Zeitungen mit großer Begeisterung wiedergegeben. Man berauscht ffch förmlich an solchen von keinerlei Sachverständnis getrübten Sätzen, wie ffe die „New Bork Times" erzählt, die davon sprach, daß Deutschland nun erkennen müsse, welch furchtbarer Gegner ihm »egenüfterstehe. .
-Zunächst muß dieser „furchtbare Gegner" freilich sogar die Einstellungen für feine Heimwehr. jene Freiwilligen- organisation die. mit..Schrotflinten deutsche Fallschirmjäger bekämpfen soll, einschranken, weil es an der notwendigsten Ausrüstung mangelt. Die ganze Ausrüstung besteht zur Zett in einer Armbinde. Der englische Steuerzahler aber muß erkennen daß der Krieg eine sehr kostspielige Angelegenheit ist. Der Schatzkanzler bat sich veranlaßt ge-
Geburtstag des Gauleiters
Gruß und Glückwunsch seines Gaues
. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger begeht beute seinen 56, Geburtstag. Sn einer Zeit, die in ihrer Große und schicksalhaiten Entscheidung für unser Volk den Blick auf das Einzelleben im allgemeinen nicht zuläßt, ist es dennoch nicht verwehrt, der persönlichen Festtage jener Männer zu gedenken. deren Leben. Kampf und Arbeit mit dem sieghaften Aufbau des Reiches unmittelbar verbunden ist.
Als diesen Gefolgsmann des Führers grüßen Männer und Frauen und die Jugend des Gaues Hessen-Nassau heute mit ganz besonderer Herzlichkeit ihren Gauleiter. Sie wissen, daß seine schönste Festfreude das Erlebnis der Tatsache ist. mit dem politischen Einsatz feines Gaues einen wertvollen Beitrag am Auistiea Großdeutschlands geleistet zu haben Dazu bedurfte es feines unermüdlichen, zähen, kämpferischen. vorbildlichen Einsatzes, wir kennen ihn, und dazu bedurfte es der treuen Gefolgschaft der alten Kampfer der Bewegung, der Parteigenossen und schließlich der gesamten Bevölkerung, er hrt ffe erfahren dürfen und in unzähligen Kundgebungen und Versammlungen dafür Dank zu sagen gewußt.
Der Gau. Hessen-Nassau wünscht am heutigen Tage seinem Gauleiter für dieses Werk der nationalsozialistischen Volks- fuhruna weiterhin Gluck und Gesundheit Sn Erinne- runn der in der Vergangenheit mit ihm gemeinsam gebrachten Opfer und der mit.ihm erlebten Kampfkameradschaft und an- geffchts der auf dieser Grundlage sichtbar errungenen Erfolge geloben die Nationalsozialisten seines Gaues, weiterhin i n Treue ju fernen Befehlen zu stehen, um mit ihrer Befolgung dem Führer — dem jedes Sandeln und jede Tat unseres Gaulmters gilt — stets nahe zu fein.
von Moyale in Kenia zu
iss der. Sand bitt, kann ungehindert durch natürliche Sinder- nisse tiei nach Kenia hinein vorstoßen. Der Verlust bedeutet J?., r4ten, eine Niederlage, die zweifellos noch > w w e r e Folgen nach ffch ziehen wird.
?r£OttbSn itt man ffch auch durchaus über den Ernst der Uage klar. In militari chen Kreisen hegt man größte Be- furchtungen für die Position in Morn Bala unbSfatro wi Die Preisgabe dieser beiden Schlüsselstellungen würde für verhängnisvoll werden. Der Empire- bat Reserven die er an„den gefährlichen Punk- ?,n!etzen konnte, nicht zur.Verfügung Er richtet seine . aui Südafrika Die burische Oovofftion
n.britischen Krieg hat jedoch die inneren Gegensätze in der Union so vertieft, daß es Smuts schwer fallen wird, «ne nennenswerte Unterstützung zu leistem
mehr werde das Gottesgericht furchtbar und unausbleiblich tn Erfüllung geben. Der Krieg, so sagt „Cornere della Sera'. trage den Cbarakier einer vernichtenden anti-vlutokratschen Erbebung utu> gebe nun Jetnent schicksalsschweren Ende entgegen Wie konnten die. die vor kurzem noch Europa mit seinen unschul- und Kindern auszuhungern suchten, so schreibt überhaupt den Mut auf bringen, von
„J.L ”<lt8feto zu sprechen Und wie soll man den neuen „KreuUug".definieren, der von den Juden ge- suhrt wird. Mtt seiner „Sechsten Kolonne des Gebets"
M etzle Lord die Heilsarmee, um den deutschen UTA" Einhalt.zu gebtoten Die Wahrheit werde ffch. so schließt die Tunner „Gazetta del Povolo" ihre Beirach- tungem babnbrechen und das englische Volk ein trauriges Erwachen erleben.
