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Dienstag, 23. Juli 1940

Wiesbadener Tagblatt

Nr. 171 Seite 3

Augenblick Bitte Flakoerftärkung. die an mich gerichtet, nicht entsprechen. Ende.

(Stempel)

Für den Oberkommandierenden der Landstrertkräfte Mr der Generalmajor (ger.) D o u m o n g.

Folgen des englischen Rückzuges

Dokument Rr. 36: Mitteilung Reunauds an CburchUl vom 24. Mai 1940. Verzweifelter französischer Hilferuf: Der erfolgreiche" Rückzug der Engländer auf die Häfen wirft Weygands Kriegs»!«» über den Haufe«.

Geheim: 24. Mai 1940.

An Sir Ronald H. Campbell

(von Hand zu Hand gegeben durch Hauptmann de Margerie am 24. Mai 1940. um 20 Ü6r).

Wortlaut einer beute von Herrm Paul Reynaud an Herrn Winston Churchill gerichteten Mitteilung:

..Sie haben mir beute vormittag telegraphiert, daß Sie den General Gort angewiesen baben. weiterhin den Plan Wengand auszuführen.

Mit einem Telegramm des Generals V l a n ch a r d teilt nnr nun General Weygand mit. daß die englische Armee, entgegen dem heute früh durch General Weygand bestätigten formellen Befehl, einen Rückzug über vierzig Kilo­meter in Richtung auf die Häfen beschlossen und durch- gefüürt hat. während unsere von der Südfront kommenden Truppen nach Norden zu in Richtung auf die alliierten Nordarmeen Gelände gewannen.

Dieser Rückzug hat natürlich den General Weygand ge­zwungen. leinen ganzen Aufmarsch zu ändern. Er siebt sich nunmehr gezwungen, auf eine Schließung der Lücke und die Bildung einer fortlaufenden Front zu verzichten. Es braucht nacht betont zu werden, wie schwerwiegend die Folgen sind, die sich hieraus ergeben können.

Wie die Plutokraten das Volk ausplündern

Die breiten Mallen mülle« den Krieg Churchills bezahle»

U-Boote und die deutschen Bomber werden dafür sorgen, daß diezeitweiligen Störungen" nicht abreißen.

Die Plutmraten wollen an ihrem Krieg verdienen. Die ungeheuren Ausgaben aber versuchen sie auf die breite Masse abzuwalzen. Bisher rostete der Krieg den Eng­länder 3Vi Milliarden Pfund das ist dreimal so viel, wie der Staat an Steuern einnimmt. Deshalb sind rigorose Steuererhöhungen geplant und zwar vor allem in­direkte Steuern, die die breiten Massen belasten. Zugleich verspricht man dem Volk die Einführung von Mallensveisungen. Man will allo die Arbeiter derart auspowern, daß sie gar nicht mehr in der Lage sind, einen eigenen Haushalt zu führen.

Die britischen Pastöre haben sich völlig ibren britischen Herren verschrieben. Man hat ihnen eine besondere würdige Rolle in dem plutokratischen Krieg zugedacht. Sie sollen eine Offensive gegen Panik und Angst führen und bei Luftangriffen die Luftschutzkeller besuchen und die verstörten Gemüter aufrichten Zu diesem Zweck wurden Re mit Stahl­helmen und Luftschutzarrnbinden ausgerüstet.

wt. Wie die britischen Plutokratendie Notihres Volkes aus beuten, zeigt eine Statistik, die dieTimes" in ibrem Wirtschaftsteil veröffentlicht. Der Mangel an Tonnage ließ die Preis« für Schiffe ungeheuer in die Höhe schnellen. Ein 7500-Tonnen-Dampfer wurde 1933 mit 32 000 englischen Pfund bezahlt. Heute kostet das gleiche Schiff 139 000 Pfund. Eine glänzende geschäftliche Entwicklung für die plutokratischen Reedereibesitzer, die deshalb auch keine Lust haben, beute schon dem guten Geschäft ein Ende zu machen. Ihre Losung war und ist: Krieg.

Churchill versucht immer wieder, die großen Tonnagever­luste durch die deutsche Seekriegfiihmna zu verschweigen. In seiner Lügenpraxis entwickelt er jedoch wenig System, sonst hätte er verhindert, daß Reuter eine Statistik über den eng­lischen Ein- und Ausfuhrhandel veröffentlichte, aus der klar hervorgeht, wie hart die britische Handelsflotte getroffen wurde. Nach Reuter ging der Ervort im Laufe eines Monats um 20 Prozent zurück. Der Import zeigt noch größere Verluste. Reuter gibt zu. «daß es auf dem Rohstoffmarkt zu »zeitweiligen Störungen" kam. Die deutschen

Voranzeige sicheren Triumphes"

Telegramm Cianos an den Reichsminister des Auswärtigen

Rom, 22. Juli. Der Königliche italienische Minister des Äußerem Graf Ciano, sandte nach seinem Berliner Besuch anläßlich der Sitzung des Deutschen Reichstages beim Ver­lassen des Reichsgebietes folgendes Telegramm an den Reichsminister des Auswärtigen:

Lieber Ribbentrop! Beim Verlassen des deutschen Reichsgebietes entbiete ich Ihnen einen herzlichen Grub und erneuere meinen aufrichtigen Dank für die mir erwiesene herzliche Gastfreundschaft. Wollen Sie bitte dem Führer zusammen mit meinen ergebenen Gefühlen auch meine tiefe Befriedigung darüber ausdrücken, daß ich der Reichstagssitzung vom 19. Juli beiwohnen konnte, welche durih die Rede Ihres großen Chefs und Heerführers die neuesten Siege der glorreichen deutschen Wehrmacht historisch abgeschlossen bat und die unlösbaren engsten Bande bestätigt, die das nationalsozialistische Deutschland mit dem faschistischen Italien verbinden: Sie war für die Welt eine feierliche Vor- anzeige des sicheren Triumphes unserer gemeinsamen Waffe.

In herzlicher Kameradschaft. Ciano.

' Kürze Umschau

Ritterkreuz für Generalleutnant Coeler

. Der Führer und Oberste Befehlshaber verlieb auf S$t>r» schlag des Reichsmarschalls Hermann Göring dem General­leutnant Coeler das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz. Der Verband Coelers bat sich besonders durch seine Angriffe auf die britische Flotte und ihre Häfen aus­gezeichnet.

Pertinax in Re« York

Der berüchtigte französische Setziaurnalist, der Jude Pertinax fühlte Rch in London nicht mehr sicher und ist nach N e w N o r k weitergeMchtet.

Seile Selassie auf Kriegspsad

Harle Selassie ist in Cb ar tum (Sudan) eingetroffen. Er will von hier aus für dieBefreiung Abessiniens vom italienischem Joch" arbeiten, und wirbt um die Unterstützung Ägypten». Anscheinend hofft man in London, auf diese Weise Ägypten doch noch in den Krieg hineinreißen zu können. In Kairo dürfte dafür, zumal Englands Aktien so schlecht stehen, wenig Neigung bestehen.

Die Koufereuz i« Havanna

Die Konferenz der amerikanischen Außen­mini st er wurde am Sonntag eröffnet. Der kubanische Präsident gab sich dabei alle Muhe, die Sympathien seines großen Kollegen Roosevelt zu erwerben. Er nannte in seiner

Eröffnungsansprache Amerika den,,letzten Schirmherrn einer verratenen Zivilisation".

Überfall auf ein deutsches Lokal in Buenos Aires

Ein deutsches Lokal in Buenos Aires wurde von 20 jungen Burschen nahezu völlig zerstört. Die Vernehmung der Polizei ergab, daß die Rowdles damit ihrer deutsch­feindlichen Haltung Ausdruck geben wollten, Es handelt sich zweifellos um bezahlte Subjekte, die im Auftrag der britischen Kriegshetzer arbeiteten. Die örtliche Presse sucht den unerhörten Zwischenfall totzuschweigen.

Job» Bull vor dem letzte» Schritt!

Scherer-Weltbild (M.).

Geist der Partei

(Fortsetzung von Seite 1)

der Kriegszeit Vorbild der Pflichterfüllung. Richt jeder Deutsche kann mit der Waffe in der Hand zur Ehre des Reiches antreten, aber er bat die Pflicht, sein persönliches Ich zurückzustellen binter den Anforderungen, die der Führer an jeden von uns zu stellen berechtigt ist. Hierin geben uns die Männer der Partei das beste Bei­spiel. Es gibt kein Geschehen im täglichen Leben, das nicht von der motorischen Kraft der Partei angetrieben und zum Segen der Volksgemeinschaft erfüllt wird. Die weltan­schauliche Erziehung und Schulung bewährt sich in diesem Kriege. Die Partei bat das deutsche Volk gelebrt. Rch auf seine eigene Kraft zu besinnen, sie bat den Mächten der Vernichtung, den Plutokratien. Juden und Freimaurern, die Maske vom Gesicht gerissen und diese Feinde, unserer nationalsozialistischen Weltanschauung dem Volke rn torei ganzen erbärmlichen Vernichtungswut bloßgestellt.Sieh deutsches Volk: das ist dein Feind!" Die Partei bat dem deutschen Volk den Sinn der Gemeinschaft vorgelebt. Daß unser Volk zu einer sozialen Kampffront wurde, ist bistorisches Verdienst der Partei. Die Früchte dieser Arbeit zeigen sich in unserem Kampfe. Was im Weltkrieg nicht gelingen konnte, weil damals das einigende Band der Weltanschauung fehlte und volkssremde Gesellen dem bißchen Widerstandskraft der Heimat den tödlichen Stoß versetzten, ist heute zur Wirklichkeit geworden: die Heimat steht opfer­bereit und siegesgewiß binter der kämpfenden Front.Das deutsche Volk ist dank der nationalsozialistischen Erziehung in diesen Krieg nicht gegangen mit der Oberflächlichkeit eines Hurra-Patriotismus, sondern mit dem fanatischen Ernst einer Rasse, die das Schicksal kennt, das ibr bevor­steht. falls sie besiegt werden sollte." Diese Worte des Führers umreißen mit ganzer Eindringlichkeit den llirter- schied zwischen 1914/18 und 1939/40. Während des Welt­krieges war unser Volk politisch nicht geschult, es mußt» daher den Lügen und Vetrugsmanövern seiner Feinde er­liegen. Seit der Machtübernahme jedoch bat die Partei dafür gesorgt, daß der deutsche Mann, die deutsche Frau und vor allem auch die deutsche Jugend immun wurden gegen ver­derbliche Einflüsse von außen. Von den ersten Tagen dieses Krieges ab war der Abwehrwille der Heimat wirksam, nahm die Opferbereitschaft der Volksgemeinschaft jene Formen an. die den Endsieg mit garantieren helfen. Wenn der Führer in seiner Rede den Geist der Heimat berausstellte. der sich in unserem Schicksalskampf bewäbrt hat. so gründet dieser Geist der Heimat auf dem (Seift der Partei, der die Voraussetzung schuf, daß das geeinte deutsche Volk dem plutokratischen Krieg wehrhaft gewappnet und seelisch gerüstet entgegentreten und Erfolg um Erfolg an seine Fahnen besten konnte. Es ist dies alles kein Wunder, wie es uns das Ausland so gern andichten möchte, vielmebr die Aus­wirkung der Ausrichtung auf ein vom Führer vorgezeich­netes Ziel: die Festigung des Reiches aller Deutschen Partei. Staat und Wehrmacht: an der Spitze dieser drei Säulen stebt der Führer. Sein Geist ist der Geist der Partei. Die Aufgaben, die der Führer der Partei stellt, werden erfüllt. Kampfbereit stebt Re an der vordersten Front der Volksgemeinschaft. Ihr Wirken gilt gestern, heute und immerdar dem deutschen Volke.

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Buren fordern Frieden

Smuts spricht nicht für das Afrika«ert«m "TTT~

wt Die Buren Südafrikas wehren Rch verzweifelt gegen die Kriegsvolitik des englandhörigen Generals Smuts. 60 000 burische Frauen unterschrieben eine Friedens- Petition. in der sofortige Beendigung des Krieges mit Deutschland gefordert wird. Sie soll, nachdem Re von Smuts abgelebnt wurde, dem Parlament unterbreitet werden. Auch die südafrikanischen Studenten fordern die Einstellung der einseitigen Rundsunkprovaganda und sofortigen Friedens­schluß mit Deutschland.Wenn England sich selbst nicht retten kann", so sagte ein fübrender Nationalist auf einer Massenversammlung,mag es in Gottes Namen untergeben. Die Welt aber muß wissen, daß Smuts nicht für das Afrikanertum spricht, sondern für Engländer und Juden".

Hauptschriftleiter: Fritz Sünthe r (erkrankt), Stellvertreter: Heinrich Karl « un«, verantwortlich für den politischen Teil: Heinrich Karl Kuns; für Kunst, Unterhalt«,, und Sport: vr. Heinrich Reichert; für Stadtnachri»ten, Vororte und wirtschaft-t-it: Willi p - m p -1; für den Anzeigenteil: Dtto K - i s e r; sämtlich in Wiesbaden. Gesamt, leituny: Dr. phil. habil. Gustav Schellenberg und Dtto Kaiser. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 9 gültig. Druck und Verlag: £. Schell-nb-rg'sch- Suchdruckerei: kfaabsn't. XTHrchflbpti

Die heutige Ausgabe umfaßt 8 Seiten

Aus Marschalk wurde Marschall

Die Geschichte des Marschalltitels Deutschland» höchste militärische Würde

Durch die kürzliche Verleihung der Würde eines Reichs- narschalls an Hermann Göring, die vom ganzen deutschen Volk mit Jubel begrüßt wurde, hat der jahrtausendalte Marschall­titel eine neue Prägung erfahren. Früher war der Eeneralseld- marschall die höchste militärische Rangstufe, die ein verdienter Offizier erreichen konnte. Aber unser Reichsmarschall ist ja nicht nur Soldat und Schöpfer der größten und erfolgreichsten Luftwaffe der Kriegsgeschichte, sondern auch Politiker und Staatsmann. Und die einmaligen Verdienste, die er sich auf den weitverzweigten Gebieten seiner Arbeitslast um Eroßdeutschland erworben hat, fanden nun in der neuen Würde ihre eindrucksvolle Anerkennung.

Die Bezeichnung Marschall ist fast so alt wie die deutsche Sprache. Im Althochdeutschen hieß das Rotzmarah und der Dienerkok. Daraus bildete sich das Wort Marschalk, das den Mann bezeichnete, der die Aufsicht Über die Pferde führte. Bei der Liebe unserer Vorväter, die sie zum Pferd hegten und bei dem Kult, mit dem sie diesen treuen vierbeinigen Gefährten ins Krieg und Frieden umgaben, wurde der Marschalk schon bald zu einem Ehrentitel. Ihn führten bereits am inerowingischen Komgs- hof. zu Zeiten Königs Chlodwig I. (481511), die höheren Hof- beamten, die die reisigen Dienstmannen ansührten.

Im Deutschen Reich zählte seit Otto I. das Amt des Marichalks zu den sogenannten Erzämtern. Deren oberster Würdenträger war der Erzmarschalk, dem mit dem Titel auch die Rechte des Schwert­trägers zustanden. Bei großen Zeremonien des Staates, wie Krönungsfeierlichkeiten. Reichstagen, Hochzeiten oder fürstlichen Geburten trug er die Verantwortung für die Ausrichtung und den Verlauf der Staatsakte. Nachdem ursprünglich das Amt des Maischalks nur vom kaiserlichen Hof selbst vergeben wurde, über­nahmen es später auch die einzelnen Landesfürsten. Im Laufe der Jahrhunderte schliff sich im Sprachgebrauch der Maischalk dann zum Marschall ab, der als Amtsbezeichnung in verschiedenen Wortverbindungen angewandt wurde. Man kannte ebenso den Hofmarschall, wie den Landmarschall oder Landerzmarschall. Geist­lichen Würdenträgern wurde der Titel des Ordensmarschall und int Krieg verdienten Offizieren der Titel des Feldmarschalls ver­liehen, der später mit dem Generalseldmarschall eine Steigerung erfuhr.

Auch die französische Sprache übernahm die Bezeichnung aus dem Althochdeutschen als Marschal. Der Marschallstab, der mir der Verleihung der Würde dem Tröger überreicht wird, blickt ebenfalls auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Er war das sichtbare Zeichen des höchsten militärischen Befehlshabers und wurde früher Kommandostab genannt. Seine Länge betrug ehe­

dem 60 Zentimeter, wurde aber dann in der preußischen Armee auf 30 Zentimeter verkürzt. Rur Männer, deren Verdtenste um bas Wohl des Vaterlandes die Zeiten überdauern, trugen ihn, und so wird auch der Stab des Reichsmarschalls immer mit der Glorie beispielloser Leistungen umgeben sein.

*Hier Kamerad, etwa» zu essen." Ein köstlicher Zwischen, fall wird anläßlich eines Bühnengastspiels der Westwallbühne in einem Lager der Eifel berichtet. Gespielt wurde derEtappenhase. Zu der Aufführung hatte sich auch ein biederer Eifelbewohner eingefunben, der noch nicht weit herurngekornrnen und dem ein Bühnenstück etwas vollkommen Neues war. Rollengemäß klagte einer der Mitspieler auf bei Bühne, daß er von der Front komme und mordsmäßigen Hunger habe. Das Spiel hatte unser wackeres Männlein so ergriffen, daß es plötzlich aufsprang, sich durch die Zuschauerreihen einen Weg zur Bühne bahnte und dem über­raschten Schauspieler einige mit Speck und Wurst belegte Brote überreichte mit der Bemerkung:Hier Kamerad, etwas zu essen, mehr habe ich auch nicht." Es war [ein Abendbrot, das er gern dem andern geben wollte, von dem er annahm, daß et wirklich Hunger leide. Der Schauspieler, der keineswegs aus eine io realistische Wirkung seiner Darstellung gefotzt war, begriff schnell die Lage, schüttelte dem wackeren Manne die Hand, dankte ihm für den Kameradschaftsgeist und feine prächtige Gesinnung, und dann konnte bas Spiel ungehemmt von weiteren Zwischenfällen seinen Fortgang nehmen.

* 168 Preise für Deutschland auf der Triennale in Mailand. Das Preisgericht ber Internationalen Ausstellung für Architektur unb dekorative moderne Künste in Mailand (7. Triennale 1940) hat in diesen Tagen die Preisoerteilung für die Ausstellung vorgenommen. Die deutsche Abteilung erhielt 168 Preise und zwar 16 große Preise, 25 Ehrendiplome, 65 goldene Medaillen, 49 silberne Medaillen unb 13 Bronzene Medaillen. Bei ber Beurteilung ber preisgekrönten deutschen Arbeiten wurde immer wieder die Qualität und Schönheit der einzelnen Stücke hervorgehoben. Ebenfalls wurde auf das Übersichtliche und klare Gesamtbild der deutschen Ausstellung hingewiesen.

* 91 % für die deutsche Musik! Eine Rundfrage des Instituts für öffentliche Meinung" in New Pork hatte das bemerkenswerte Ergebnis, daß sich 91 Prozent aller Befragten dafür ausgesprochen haben, deutsche Musik inerter zu pflegen und daß sich ferner 88 Prozent für die Fortsetzung des deutschen Sprach­unterrichts einsetzen.

Ich habe mich immer zu der Auffassung bekannt, daß es nichts Schöneres gibt, als Anwalt derer zu sein, die sich selbst nicht ver­teidigen dürfen. Adolf Hitler.

Der westlichste Punkt Frankreichs

Zur Besetzung der Insel Ouessant

Die Insel Ouessant, der westlichste Punkt Frankreichs, ist nun auch von unseren Truppen besetzt worden, die hier die Wacht am Atlantischen Ozean und zugleich am Kanal halten. Wie ein großer, von der Küste der Bretagne abgesplitterter Felsbrocken liegt die Insel im Meer, die größte und am weitsten westwärts vor­geschobene unter einem Gewirr kleiner Eilande. Fast ununter­brochen tobt hier die Brandung des Ozeans mit besonderer Heftig­keit gegen die Steilküste und hat in die Felsen tiefe Schluchten unb Risse gefressen. Die zahlreichen vorgelagerten Riffe machen eine Annäherung von See her ohne kunbige Lotsenführung fast unmöglich, und bie Bewohner ber 16 Quadratkilometer großen Insel führen trotz der nur zehn Seemeilen betragenden Ent­fernung zur Küste ein einsames Eigenleben. Da die Küstenfischerei in diesen schwierigen Gewässern wenig ergiebig ist, so sind fast alle erwachsenen männlichen Einwohner Seeleute, die sich den überwiegenden Teil des Jahres auf großer Fahrt befinden. Es ist Aufgabe der Frauen, dem anbaufähigen Teil des Landes Kartoffeln, Gerste unb Gemüse abzugewinnen unb ihre Erzeugnisse nach Lampaul auf den Markt zu bringen. Das meiste Saab ist jedoch mit einer harten Grasnarbe bedeckt, auf der zahlreiche Schafe einer gedrungenen kleinen Rasse unb Ziegen ihr Futter finden.

Die Einwohner sind keltische Bretonen unb sprechen die keltische Mundart, in ber ihre Insel Heussanlis-Enez heißt. Der älteste in ber Geschichte bekannte Rame des Eilandes ist Orantis, unter dem Plinius sie erwähnt. Die Bretonen gaben ihr den Namen Heussa. und unsere deutschen Seeleute, denen bie Insel als wichtige Ansteuerungsmarke bei ber Ein- unb Ausfahrt zwischen Kanal unb Atlantischem Ozean vertraut ist, nennen sie kurz Ilschant. Schon im 17. Jahrhundert wurde auf dem höchsten, 63 Meter über den Meeresspiegel ragenden Punkt ein Leuchtturm errichtet. Heute trägt die Insel mehrere wichtige Leuchtfeuer, mehrere Lotsenrettungsstationen, unb bie Gewässer ringsum sind mit zahlreichen Seezeichen unb Heultonnen ausgestattet. Der Leuchtturm von Ouessant spielt in ber Schisfahrt noch insofern eine wichtige Rolle, als et bei Ozeanreisen häufig als Ausgangs­punkt für Die Zeitberechnung dient. Die völlig baumlose Insel besitzt ein interessantes steinzeitliches Kromlech (vorgeschichtlicher Stetnfreis. meist zur llmkränzung von Gräbern) unb die Reste einer antiken Mauer, bie als heidnische Tempelruine gelten. Das Eiland stand jahrhundertelang unter Herrschaft der Bischöfe von LHon unb würbe unter Heinrich IV. als Markgrafschaft ben Herren Rieux de Sourdoac verliehen. 1735 fiel es an bie fran­zösische Krone.