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88. Jahrgang

Samstag/Sonntag, 20./21. Juli 1940

Nr. 169

B. Echellerberg'sche Buchdruckerei, ^Tagblatt $ouse Kernsprecher«Sammel-Nr. 59631. Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

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werktäglich nachmittag,.

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Bilanz des Sieges

Dani des Führers an die Nation Allerletzte Chance für England

ar au, Luft

Der Wortlaut der Führer-Rede

e r-

Graf Ciano wohnte der Sitzung bei

Docker war der brrtisch-franzüsische Anspruch, s Reichstages, das Versailler Diktat als eine Art internationale oder gar Äußern Stof booere Rechtsetzung auszugeben, für jeden ehrlichen Deutschen Auswärtige» nichts anderes als eme freche Anmaßung, die Annahme mvkang tut aber. das. ausgerechnet englische oder französische Staats­männer vuter des Rechtes an sich oder gar der menschlichen

Ehrung der Wehrmacht

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.)

... nlichkeit einer Revision die­ser Bestimmungen sicherstellte, ja dafür zuständig sei. Die Hoffnung auf eine Revision war demnach zu keiner Zeit als etwas Ungebührliches betrachtet worden, sondern als etwas Natürliches Leider hat entsprechend dem Wollen der verant­wortlichen Männer des Versailler Diktates die Genfer

Institution sich nicht als eine Einrichtung zur Herbei­führung vernünftiger Revisionen betrachtet, sondern von An­fang an nur als Garant der rücksichtslosen Durch­führung und Aufrechterhaltung der Versailler Bestim­mungen.

Alle Versuche des demokratischen Deutschlands, aus dem Revisionswege eine Gleichstellung des deutschen Volkes zu er­reichen. blieben erfolglos.

Es liegt nun im Interesse eines. Siegers, die ihm nütz­lichen Bestimmungen als für alle heilig hrnzustellen. im Wesen des Selbsterhaltungstriebes des Bestegten aber, sich die a l l- gemeinen Menschenrechte wieder zurückzu­holen. Für ihn batte das Diktat eines übermütigen Gegners umso weniger Gesetzeskraft, als dieser Gegner damals kein ehrlicher Sieger mar. (Ein seltenes Unglück hat es ge­wollt, daß das Deutsche.Reich in den Jahren 19141918 sehr schlecht geführt war. Diesen und dem noch nickt anders be­ehrten Glauben und Vertrauen des deutschen Volkes in das Wort demokratischer Staatsmänner war unser Untergang zu- züschrerben.

Freche Anmaßung der Westmächte

Versailles, die Wurzel allen Übels

Die große Rede des Führers im Deutschen Reichstag bat folgenden Wortlaut: , .

Abgeordnete!

Männer des Deutschen Retchstages!

Inmitten des gewaltigen Kampfes um die Freiheit und für die Zukunft der deutschen Nation habe ich Sie zu. dieser Sitzung einberufen lassen. Die Gründe dafür liegen m der Notwendigkeit, unserem eigenen Volk die Etnstcht ttt dte historische Einmaligkeit der Vorgänge, die wir erlebten, zu erschließen, den oerdienten Soldaten aber zu dan­ken, sowie in der Absicht, ru versuchen, noch einen und dieses Mal den letzten Appell an dte allge­meine Vernunft rn richte».

Wer die auslösenden Momente dieser geschicht­lichen Auseinandersetzung in Vergleich bringt zum Umfang, der Gröhe und Tragweite der militärischen Er­eignisse. dem muh die Erkenntnis werden, das Vorgänge und Ovfer dieses Kampfes in keinem Verhältnis Stehen zu den behaupteten Anlässen, es sei denn, dah drei« Anlässe selbst nur Vorwände waren für verborgen liegende Abstchten.

Das Programm der nationalsozialistischen Bewegung war, insoweit es fick auf die künftige Ausgestaltung des Verhält­nisses des Reiches zur Umwelt bezog, ein Versuch, die Re - vision des Versailler Vertrages unter allen Umständen soweit aber irgend möglich auf fried­lichem Wege herbeizuführen.

Revision eine Naturnotwendigkeit

Diele Reviston war eine Naturnotwendigkeit. Das Unbaltbare der Versailler Bestimmungen lag nicht nur tn der

wurde diese Rede dem ganzen Erdball zur Kenntnis gebracht. Alle die unzähligen Hörer vernahmen den Jubel und die Be­geisterung sondergleichen, die dem Führer immer wieder ent­gegenschlugen. Alle diese Millionen Hörer vernahmen dann den st o l z e n Siegesbericht, den der Führer erstattete. Ein Siegesbericht, wie ihn noch nie ein Feldherr und ein Staatsmann erstatten konnte. Der Führer stellte den gegen- wärtiaen Krieg in den historischen Zusammenhang des Welt-

wärtigen Krieg in den historischen Zusammenhang krieges. Versailles, das den Weltkrieg beendete, aber keinen Frieden schuf, der diesen Namen verdiente, war die Wurzel allen Übels und war auch die Wurzel dieses Krieges. Das Treiben jener Kreise, die in den Westdemo­kratien bewußt auf diesen Krieg hinarbeiteten, ihre Kriegs- ausweitimgspläne, alles das wurde noch einmal der Welt vor Augen geführt und angeprangert. Dann gewährte der Führer einen EinblickindiekühnenOperations- plane, durch die dieser Kampf zum glorreichen Sieg der deutschen Geschichte gestaltet wurde, in die Pläne, die er selbst entwarf. Mit stärkster Lebendigkeit und in dramatischer Form schilderte er die Anlage der Operationen, die zur völligen Vernichtung des Gegners führten. Die Welt er­kannte, daß ein genialer Feldherr am Werke ist, dessen Pläne unerhört kühn stnd und seine Willenskraft den Erfolg dieser Kühnheit garantiert. Allen denen aber, die diese Pläne durchführen halfen, dankte der Führer und ehrte sie vor dem Reichstag und damit vor dem ganzen deutschen Volk. Diese Männer konnten in dieser denkwürdigen Sitzung ihre Beförderung entgegennehmen; Hermann Goring, der Schöpfer der deutschen Luftwaffe, wurde zum Reichs­marschall ernannt, 12 Eeneralfeldmarschalle. 17 neue Generaloberste, ein neuer General­admiral wurden ernannt und zahlreiche weitere andere Ehrungen ausgesprochen. Als erster erhielt Reichsmarschall Göring das Großkreuz des Eisernen Kreuzes

Berlin, 19. Juli. Der Königlich Italienische Minister des Äußern, Graf Cian«, traf heute nachmittag auf Ein­ladung der Reichsregierung Zur Teilnahme an der histo­rischen Reichstagssitzung zu einem kurzen Besuch in der Reichshauvtstadt ein. Der Reicksminister des Aus­wärtigen, von Ribbentrop, begrüßte den italienische» Minister des Anher» auf deut Anhalter Bahnhof. Der Königlich Italienische Botschafter m Veili», Drno A l f i e t i, die Mitglieder der italienischen Botschaft, Ver­treter des Fascio und der italienischen Kolonie sowie führende Persönlichkeiten von Staat, Parte» und Wehrmacht hatten stch auf dem Bahnsteig eingefunden.

der englischen Kriegstreiber, die zugleich auch die englische» Rüstungsinteressenten sind. Noch einmal appellierte der Führer an die allgemeine Vernunft, um Eng- landdie Schmerzen und die Verluste zu ersparen die es tragen muß, wenn auch dieser Appell ungehört verhallt. Klar und eindeutig legte der Führer dar, daß England bei einem weiteren Kampf nichts zu gewinnen, aber alles zu ver­lieren hat. Unsere Position ist unantastbar. Was der Führer über die Stärke der deutschen Wehrmacht, über unsere Rohstosflage, über unsere Ernährung und über die Haltung des ganzen deutschen Volkes darlegte, dieser in sechs Punkte gegliederte Querschnitt, der hier gezogen wurde, und der die Unbesiegbarkeit Deutschlands aller Welt klarmacht, alles das sollte eigentlich auch den Engländern zu denken geben. Daß auch ihre Hoffnungen auf ein Zerwürfnis zwischen Deutschland und Rußland trügerisch sind, wie es den Londoner Herrschaften hier noch einmal bestätigt wurde, vervollständigt das für England trostlose Bild. Arn 6. Oktober hatte der Führer von der gleichen Stelle, von der er jetzt sprach, den Westmächten vor Augen geführt, daß kein Kriegsgrund für sie gegeben sei. Die Westmächte haben damals nicht hören wollen, sie haben die Hand des Führers zurückgestoßen. Heute liegt Frankreich am Boden, Deutsch­land aber steht stärker noch und mächtiger da, als an jenem 6. Oktober. Das ist die Lage, die es für Eng­land zu erkennen gilt. Getragen von dem großen Verant- wortungsbewußtsein hat der Führer dieses letzte Wort an England gerichtet, hat ihm noch eine, aber auch die aller­letzte Chance zur Selbstbesinnung gegeben. Wird sie nicht benutzt, so wird die Abrechnung von äußerster Härte sein. Das nationalsozialistische Eroßdeutschland Adolf Hitlers ist in der Lage, in jedem Augenblick den Vernich­tungsschlag zu führen.

des Duce.

Die Rede, die der Führer von der Tribüne des Reichs­tages hielt, haben Millionen Deutsche am Laut- sprecher miterlebt. Die Ätherwellen haben diese Rede weit über die Grenzen unseres Vaterlandes hinausgetragen, in alle Erdteile, denn immer horcht die ganze Welt voller Spannung und Aufmerksamkeit auf, wenn der Führer spricht. In 30 Sprachen und über rund 1009 Sender

und als erster erhielt der Verteidiger von Narvik, General­leutnant Dietl, der morgen 60 Jahre alt wird, das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Großer Jubel folgte jeder einzelnen dieser Ehrungen. Die Offiziere und Generale, die so ausgezeichnet wurden, erhoben sich von ihren Plätzen und dankten mit zum Deutsche» Gruß erhobenem Arm dem Führer. Mit ihnen allen wurde so die Wehrmacht des nationalsozialistischen Eroßdeutsche» Reiches auf das schönste und in eindrucksvollster Weise geehrt. Neben den Männern des Heeres, der Marine und der Luftwaffe gedachte der Führer aber auch aller jener Männer der Bewegung, die in der Heimat die Voraussetzungen für diesen Sieg schaffen halfen.

Diesem großen Rückblick aus die gewaltigen Leistungen der deutschen Wehrmacht und die Leistungen des ganzen deutschen Volkes folgte ein Überblick über die politischeLage und einAusblickindieZukunft. Es war selbstverständlich, daß der Führer hier zuerst, und zwar in sehr warmen und sehr herzlichen Worte», des uns verbündeten Italien und seines großen Führers, des Duce, gedachte. Graf Ciano erhob sich während dieser Worte und dankte dem Führer für dieses neue Bekenntnis zu der herzlichen Freundschaft und der innigen Verbunden­heit der beiden Länder mit dem Faschistische» Gruß. Ist mit dieser engen deutsch-italienischen Freundschaft ein Punkt des außenpolittschen Programms verwirklicht, so er­innerte der Führer auch daran, daß ein anderer Punkt dieses außenpolitischen Programms, wie er es schon in seinem Buch, Mein Kampf" gekennzeichnet hat, die Freundschaft mit England gewesen wäre. Dieser Punkt habe stch frei­lich trotz aller Bemühungen von seiner Seite nicht verwirk­lichen lasten, dank derunverantwortlichenPolitik

as. Berlin, 20. Juli. Noch nie hat ein deutscher Reichs­tag eine Sitzung in einer so großen Zeit erlebt, wie der Groß- deutsche Reichstag an diesem historischen 19. Juli. Noch me aber ist auch einer Wehrmacht eine so eindrucksvolle Ehrung zuteil geworden, rote der Wehrmacht des national« sozialistischen Eroßdeutschland durch ihren Obersten Befehls­haber und Führer in dieser Reichstagsfitzung. Schon das äußere Bild dieser dritten Kriegssitzung des am 10._StpriI 1938 gewählten Reichstages unterschied sich von den früheren Sitzungen. Man hatte auf den sonst üblichen Blumen­schmuck ganz verzichtet. Der Sitzungssaal selbst und die Ränge waren noch mehr als sonst erfüllt von dem Feld-

i, dem Blau der Marine und der Farbe der waffe. Im erste» Rang hatte» in einem Block die hohe» Generale und Offiziere der drei Wehr­machtteile Platz genommen, im zweiten Rang füllten N e r - wundete einen ganzen Block und waren so Zeugen dieser großen und einzigartigen Sitzung des Reichstages. In der Diplomatenloge aber saß der Außenminister des uns verbündeten Italien, Graf Ciano, der am Nachmittag in Berlin eingetroffen war. Als Reichsaußenminister von Ribbentrop den Saal betrat grüßte er den Mitarbeiter

demütigenden Diskriminierung, der Rechtlosmackuna ent­sprechend dersichergestelltsn Eniwaftnung des deutschen Volkes, sondern vor allem in der daraus abgeleiteten materiel­len Zerstörung der Gegenwart und der beabsich­tigten Vernichtung der Zukunft eines der größten Kulturvölker der Welt, in der vollständig sinnlosen Anhäufung riesiger Ländermengen unter der Herrschaft einiger Staaten, in der Beraubung der Unterlegenen um ihre unersetzbaren Lebensgrundlagen und unentbehrlichsten Lebensgüter. Die Tatsache, daß schon während der Abfassung dieses Diktates ein­sichtige Männer auch auf der Seite der Gegner vor der end­gültigen Berwirklichung der Bestimmungen dieses Wahn­sinnwerkes warnten, ist ein Beweis für die sogar in diesen Reihen herrschende Überzeugung der Unmöglichkeit, dieses Diktat für die Zukunft «ufreckterhalten zu können. Ihre Be­denken und ihre Protestz i wurden allerdings mit der Versiche­rung zum Schweigen gebracht, daß der neuaebildete Völk bund in seinen Statuten die Möglichkeit einer Revision

Der italienische Minister des Äußern und der Reichs- anfeenminiftet schritten die Front der vor dem Bahnhof an­getretenen Ehrenkompanie ab; anschließend geleitete der Reichsaußenminister den italienischen Außenminister in da» Schloß Bellevue, wo Graf E,a«o von dem Chef der Präsidialkanzlei des Führers, Staatsminister Dr. Meißner, empfangen wurde.

Im Anschluß an die Histons^ Sitzung des Reichstages, der der Königlich Italienische Minister oes Außer» Graf Ciano beiwohnte, gab der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop zu Ehren des Gastes einen Empfang »m kleinen Ätetfe.