Freitag, 14. Juni 1940
Wiesbadener Tagblatt
Ar. 138 Seite 5
iamer Statt gegen das Umstürzen schützen müssen, »während sie. die Arme zur Decke gereckt, aus dieser iragwürdigen Angelegenbeit einer Zirkuskünstlerin alle Ehre macht, der muh ftch wundern, wenn sie heil wieder zu uns herunter- stergt. Dah es aber auch einmal anders kommen kann, durfte unsere Mahnung bestätigen, nickt gedankenlos und leichtsinnig sein Leben und seine Gesundheit auis Spiel zu setzen. Beim Befestigen von Vorhängen trat dieser Tage eine aus einer Leiter stehende Frau fehl, stürzte und zog sick erhebliche Knieperletzungen zu. die ärztliche Hilfe erforderlich machten. Vom übereilt abgeschnittenen Stück Brot, bei dem das Messer abgleitet und mit seiner Spitze in den Handballen bringt Bis zum Hammerschlag, der anstatt den Nagel auf den Kopf den Nagel auf dem Daumen trifft reiben sich die bäuslicken Unfälle, die meist vermeidbar find, handelt man nur ein wenig gewissenhafter. e.
— Unfälle. Am Zietenring verlor ein Radfahrer die Gewalt über sein Rad und stürzte zu Boden, so dah er sich außer Kopfverletzungen einen Armbruch zuzog. In der Alwinenstrahe fiel ein mit einem Korb beladener Radfahrer mit seinem Fahrzeug um und erlitt anher Hüitver- letzungen einen Sandknöchelbruch. In der Bletchstrahe rutschte eine Frau auf dem regennassen Pflaster so unglücklich aus. dah sie zu Boden stürzte und einen Bruch des rechten Unierickenkels davontrug, Alle Verletzten wurden dem Krankenbaus rugeführt. Gegen 10 llbr kam es in der Adolfsallee in Höhe des Kaiser-Friedrich-Rings. zu einem Derkehtsunfall zwischen einem Personenkraftwagen und einem Radfahrer. Der Radfahrer klagte über Schmerzen am linken Fuh. Das Rad wurde leicht beschädigt. Die Schuld ist noch nickt geklärt.
— Radler fährt Passantin um. Ecke Rhein- und Karl- ftrahe fuhr am Donnerstagabend ein 18 Jahre alter Rad- fabrer eine BLroangeftellte um. so dah beide zu Boden stürzten. Während der Radfahrer einen Scklüsselbeinbruck davontrug, erlitt die Büroangestellie eine Gehirnerschütterung und Verletzungen an beiden Beinen. Beide fanden im Städtischen Krankenhaus Aufnahme.
— Deutsche Reickslotterie. Die Ziehung der 3. Klasse findet am 21./22. Juni statt.
— Wiesbadener Viehhofmarktberickt vom 13. Juni. Für 50 kg Lebendgewicht in RM: Bullen a) 44,5, b) 40,5: Kühe a) 43,5—44,5. b) 40—40,5, c) 33-44,5, d) 25: Färsen a) 45,5, b) 41,5, c) 36,5: Kälber A a) 75—80, a) 65. b) 55 bis 59. c) 46—50. d) 32—40: Sammel c) 40: Schafe c) 32: Schweine a) 56, b) I 56. b) H 56, c) 55.
W.-Dotzheim: Die hiesige Reviergruppe des Retcksluft- fckutzbundes veranstaltetest im Saalbau „Löwen einen Appell aller Luftschutz-Amtsträger, der mit einer gutbeschickten Ausstellung gespendeter Luftsckutzverbandspakete verbunden war. Nach aufklärenden Worten des Reviergruppen-
Strumpflos ist Mode
Die Sonne brennt, es wird uns heih, und wer fick knapp dem Pelz entwindet, singt freudig jetzt dem Beine Preis, das keine Dauerbülle bindet, das sommerbraun und weiblich zart entsagt dem seidenen Gewebe und uns durch seine Gegenwart im Stand entzückt und in der Schwebe.
Es trippelt zierlick jeden Pfad und zeigt jetzt, grenzenlos elastilck. verhüllt von keiner Seidennabt. die Fesseln schlank, die Waden plastisch. Es schreitet in beschwingtem Takt, dem Kuh der Sonne preisgegeben, und eine friscke Schwingung packt auch unser Herz, gleich mitzuickweben.
Wir wollen dabei Lberseb'n des Nutzgedankens biirre Blüten, bie bieier Wanblung Pate steb'n, ben raren Strumpfbestanb zu hüten. Sie sind zwar recht und gut und klug, doch uns genügt'?, dabei zu weilen, dah dieser Sommer Sorge trug uns Schönheit sonderzuzuteilen! Kuno.
fübrers Koch über alle notwendigen Mahnahmen auf dem Gebiete ordnungsmäßiger Verdunkelung. Beschaffung von Luftsckutzgeräten. Instandhaltung der Luftschutzkeller usw. erfolgten praktiscke Vorführungen von Schutzanzügen mit Gasmasken. Daran schloh sick bie Vereidigung ber Amts- tiäser unb Amtsträgerinnen an. Die Ausstellung, um bie sich besonders die Frauen sehr verdient gemacht haben, fand besondere Beachtung. Reviergruppenfübrer Koch dankte allen Frauen unb MQcken. besonbers ber Reviersach- bearbeiterin Frau Georg, bah burch ihre tatkräftige Mit- htlfe es ermöglicht würbe, sämtliche Luftschutzgemeinschaften der Stadtteile Dotzheim und Frauenstein mit diesen Ver- bandspaketen zu versorgen. In seinem Schluhappell richtete HauptluftschutzWrer Kötschau an alle Amtsträger verpflichtende Worte, ihre Aufgaben im Dienste ber deutschen Volks- unb Schicksalsgeinein'schaft weiter zu erfüllen bis zum End- sieg. — Die Eheleute Wilhelm Holz unb Henriette, geb. Krieger. Steingasse 8. begehen am heutigen Tage gemeinsam in guter körperlicher unb geistiger Rüstigkeit ihren 175. Geburtstag. — Gegen 17 Uhr wurde in der Wilbelmstrahe ein vierjähriger Junge, der sich ohne Aufsicht auf der Strahe befand, von einem Radfahrer angefahren und zu Boden geworfen. Der Junge erlitt eine leichte Verletzung am Hinterkopf.
Wiesbadener Lichtspiele
* Thalia-Theater. Um „Lauter Liebe" dreht es sich in dem heiteren Terra-Film dieses Namens (Drehbuch Tbea v. Harbou unb Egbert van Putten). Zwei Nackbars- kinber sollen wegen allzu romantischer Liebesschwärmerei schleunigst verheiratet werden und zwar mit jeweils durchaus nickt imponierenden Ehepartnern. Da ickliehen sie gegen elterlichen Macktspruck einen Trutzbund gegenseitiger Hilfeleistung, und als alles nichs nützt, perloben sie sich kurzerhand miteinander im Übereinkommen einer Formbeirat und baldigen Scheidung. Aber wie natürlich nicht ausbleiben kann, wird aus der kameradlckaftUcken Hilfe heimlich erwachende Neigung der zwei. die sichtlich gut zueinander paffen, und dabei ist höchst belustigend zu verfolgen, wie beide dock gegen Herz und Gefühl den festgesetzten Vertrag innezuhalten bemüht sind. 3m Grund eine unkomplizierte Handlung, allein wie fte durchgeführt wird, gibt ihr Reiz. Anmut unb köstliche Laune. Heinz Rüb - mann waltet als Spielleiter unb offenbart bie ganze, frischguellenbe Fülle bes ihm eigenen Humors, fein fröhlicher Geist weht überall spürbar-durch bas Spiel unb manche Situationen sind derart auf ihn zugeschnitten, daß man meinen könnte, ibn auch persönlich mit schalkhaftem Augenblinzeln auf der Leinwand zu sehen. Seine große Filmerfahrung kommt ber munteren Unterhaltsamkeit ebenso zugute wie seine leichtbeschwingt bie Szenen gestal- tenbe Hand unb seine liebenswürbige, kleine menschliche Schwächen unb Torheiten witzig beleuchtenbe Ironie. Ganz im Sinne bes Regisseurs sind bie Darsteller mit deutlicher Spielfreude am Werk, uoran Hertha Feiler und Rolf Weih als das junge, zugleich auseinander und zueinander strebende Paar, burschikos, frisch und sympathisch, reizend auch in der Rübmanns Absichten entsprechenden leicht selbst- ironischen Komik. Nicht minder treffend sind die mit altmodisch-bürgerlichen Vorurteilen behafteten Kleinstadttypen gezeichnet: Sans Leibelt als polternder Vater. Hansi Ä r n st a e d t und Olga Limburg als besorgte Mütter. Ilse Stobrawa und Hellmut Weiß in kräftig charakterkomischen Studien. Die beiden Künstler, an denen erste Jugendschwärmerei sich entzündet, verkörpern Ereil Theimer und Domgraf-Faßbaender. der mit einer Opernszene auch Probe seiner hohen Gesangskunst gibt. Von Werner B o chrn an n stammt die spritzig untermalende Musik, als Kameramann bewährt sich Ewald D a u b. — Über die neue Wochenschau bringen wir gesonderten Bericht. Heinrich Leis.
Wir wollen das, was wir als wahr unb richtig, klar unb einfach erkannt haben, wir wollen, baß in Deutschland wieder Ehrlichkeit und Treue, Eemeinschafts- und Berantwortungs- bewußtsein zur Herrschaft kommen, wir wollen in Glut und Wetter, Gehorsam und Treue ein neues Volk und Vaterland schaffen. Adolf Hitler.
Wanderung.
Sonntag, 18. Juni: Wanderung der OW. Eeisberg, Ost unb Rheinstraße nach Alienstein — Hahn — Eisenstraße — Alte 3b« Reiner Straße — Orlen — Wehen — Wiesbaden. Treffpunkt: 7.00 Uhr, Lahnstraße Ecke Zietenring.
Paprika-Anbau in Hessen-Nassau
Eine neue Tonderkultur für unser Weinbauklima
Unter den heimischen Gewürzen ist dem Paprika eine große Zukunft beschieden. da er. wie schon sein Beiname „spanischer Pfeffer" sagt, am ehesten dazu berufen ist, den ausländiscken Pfeffer zu ersetzen. Hierdurch wird nickt nur eine Devisenerfvarnis erzielt, sondern auck eine bekömmlicke vitaminreicke Frucht anstelle mitunter gesundbeitsabträg- licher Reizstoffe gesetzt. Man baut hierzu den sog. Gewürz- pavrika an, dessen lange schmale Früchte nicht grün verwendet werden sondern bis zu glänzender Röte reifen müssen. Dazu bedarf es sonniger Lagen, wie sie unser Weinbauklima besitzt, und ba bie Bobenverhältnisse in bieten Teilen bes Rhein-Main-Gebietes ben Paprikapflanzen ebenfalls günstig stnb. ist in biefent Jahr erstmalig ein größerer Anbau uorgenommen worben.
Gärtner an ber B e r g st r a ß e hatten schon in ben letzten Jahren mit Versuchen begonnen, jetzt lasten bereits etwa 200 000 Pfefferpflanzen ihre gelblich-weißen rabförmigen Blütenkronen im Winde nicken. Ein Viertel dieser Zahl steht auf dem Hof von Landesbauernführer Dr. W a g n e r in Wasserbiblis bei Pfungstadt, der % Hektar für den Ausbau zur Verfügung gestellt hat. 60 000 sind bei verschiedenen Bauern in Heppenheim, 30 000 bei ben Rosenzüchtern in Hattersheim, 10000 im Rebmuttergarten ber Lanbesbauernschaft in Heppenheim untergebracht. Im Erüneburgpark in Frankfurt /M. unb in stäbtisckem Gartengelände Darmstadts stehen eine kleinere Anzahl, unb weitere 40 000 werben bei $ e n s 6 e i m auf bent Falkenhof ausgepflanzt.
Der spanische Pfeffer verlangt viel Feuchtigkeit, muß untrautfrei gehalten, vorwiegenb mit Kali gebilligt unb auch im weiteren Wachstumsverlauf gut behackt werben, bamit bie Bodenfeuchtigkeit nicht zu stark abnimmt. Im Lauf des Sommers entwickeln sich die anfangs zierlichen unb knapp belaubten Pflanzen zu einem buschigen kartoffelartigen Aussehen. bis ab September bann bie roten Früchte, bie bie Form einer bicken Zigarre haben, samt Stiel geerntet werben können. Gegenüber Gurken, die sonst ähnliche Pslege-
Wirtschaftisteil
Die Schiffahrt tm Mittelmeer
Jetzt ist das Mittelmeer ins Zentrum des Interesses gerückt. Der Begriff des „wäre nostro" soll zur vollen Wirklichkeit gebracht werden. Italiens Handelsflotte hat schon immer der Eigen- schifsahrt des Mittelmeeis das besondere Gepräge gegeben. Sie ist mit ihren annähernd zweieinhalb Millionen BRT. größer als die französische Handelsflotte. die etwas unter drei Millionen BRT. bleibt, außerdem natürlich nur zum kleineren Teil im Mittelmeer eingesetzt ist. Dann kommt der Größe nach die griechische Handelsilotte mit 1,78 Millionen BRT.. die aber im Mittelmeerverkehr nicht sehr stark in Erscheinung tritt, weil sie für fremde Rechnung auf allen Ozeanen fährt, sodaß ihre Schiffe nur selten das Mittelmeer und die Heimathäfen sehen. Dann folgt die spanische Handelsflotte mit 914 000 BRT. und Jugoslawien mit 380 000 BRT. Die jugoslawischen Schiffe sind ebenso wie die türkischen vor allem im Küstenverkehr eingesetzt.
Der Eigenverkehr im Mittelmeer spielt jedoch nicht die Hauptrolle. Wichtiger ist der Transitverkehr durch den Suezkanal und die Straße von Gibraltar, der einen gewaltigen Warenstrom vom Osten der Erde nach Europa zu bewältigen hat, wobei diese Richtung gegenüber dem Verkehr nach dem Osten überwiegt. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre sind in diesem Transitverkehr rund 30 Millionen Tonnen Waren durch den Suezkanal transportiert worden.
Im Transitverkehr steht bisher England weitaus an erster Stelle. Seine Schiffe bewältigten fast die Hälfte der Transporte
Äus Gau und Provinz
Bolksschädliug erhält ein Jahr Gefängnis
— Mainz, 14. Juni. Der Ludwig Wagner aus Mainz hatte sich vor dem in Mainz tagenden Sondergerrcht wegen Verbrechens gegen § 1 der Kriegswirtschaftsverordnung vom 4. September 1939 zu verantworten. Der Angeklagte bezog Ende des vergangenen Jahres von einer auswärtigen Eroßfirma 84 Paar Herren- und Damenschuhe und Pantoffeln, darunter zurückgesetzte Ware. Einen Teil dieser Ware verkaufte der Angeklagte zu überhöhten Preisen: denn er gab die Schuhe ohne Bezugschein ab. In der Verhandlung gab der Angeklagte an, von der Bezugscheinpflicht für Stapelware habe er nichts gewußt. Einem Kautet gegenüber, der auf den hohen Preis aufmerksam machte, äußerte er jedoch, diese Schuhe „ohne" Bezugschein müßten teurer sein, es ruhe auch Zuchthaus darauf. Diese von dem Angeklaosten jetzt bestrittene Äußerung wurde durch Zeugen bestätigt. Wagner hat bewußt und skrupellos sich über alle gesetzlichen Vorschriften hinweggesetzt und volksschädigend gehandelt. Das Sondergericht verurteilte ihn zu einem Jahr Gefängnis. Die Käufer, die von Wagner bezugscheinpflichtige Schuhe ohne Bezugschein kauften, waren inzwischen
in Geldstrafen genommen worden, und die Schuhe, soweit dies möglich war, sind eingezogen.
110 000 Kilo Schweinefleisch aus dem EHW. Mainz
— Mainz, 14. Juni. Die vorbildlich eingerichtete Schweinemästerei des Ernährungshilfswerks in Mainz-Mombach hat dem Fleischmarkt im Jahre 1939 rund 110 000 Kilogramm Schweinefleisch zusätzlich zugeführt.
. = Niederwalluf, 14. Juni. Am Ortseingang ereignete sich am Donnerstagmittag ein schwerer Unfall. Zwei Personenkraftwagen prallten so heftig gegeneinander, daß erheblicher Sachschaden entstand. Zwei der Insassen des einen Wagens, die aus dem Saargebiet stammen, wurden stark verletzt. Ein 71 Jahre alter Mann erlitt so schwere innere Verwundungen, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird und eine 30 Jahre alte Ehefrau trug Kopf- und Beinwunden davon. Beide wurden ins Krankenhaus überführt. Ein dritter Jnsasie erlitt nut Hautabschürfungen. Die Insassen des zweiten Kraftwagens kamen mit dem Schrecken davon.
- Sete, 14. Juni. Die Eheleute Friedrich Zimmt feiern am 15. Juni die Goldene Hochzeit. Sie lesen schon seit jeher das „Wiesbadener TagblaU".
rnaßnabmen erfoibern, hat ber Paprika ben Vorteil, bah seine Ernte in eine weniger arbeitsreiche Zeit fällt unb auck verschoben ober auf längere Zeit verteilt werben kann, zumal ein leichter Frost ben Früchten nicht schabet.
Die Verwertung der Ernten erfolgt burch bieBeut jene Versuchsanstalt (Ernährung unb Sßerpfle» B u n g in Berlin, bie ber Reichssübrung naheiteht. Die leberartigen Früchte werben bei künstlicher Wärme getrocknet unb bann vermahlen. Ihr Pulver, bas bie Magensaftbildung vorteilhaft anregt, kann bann zu allen Speisen unb Gerichten verwanbt werben, wo Pfeffer bisher üblich war. Dr. C.
Sport und Spiel
Ein Treffen alter Lokalrivalen
Reichsbahn SS. — SpBgg. Nassau 2:4 (1:1)
Etwas überraschend endete dieses von Scheller (Wiesbaben) unauffällig geleitete Lotaltreffen, zumal die Reichsbahn doch während der Kriegsrunde in der höheren Klasie spielte und durch gute Ergebnisse der jüngsten Zeit (jo noch die ehrenvolle Partie gegen Sportverein) ausmerken ließ. Es wird erklärlich durch die ersatzgeschwächte Aufstellung des Gastgebers, der sich durch Kirchner; W. Echterdieck, Gebhardt; Beyer, Schreier, Nevian (Beck); Niel, Mehler, Korenz, Keller, Schmalbach (Nevian) vertreten ließ. Wesentlich wirkte dabei das Fehlen bes Tormanns Mankel mit, sein Stellvertreter wirkte nicht sehr sicher und hätte den ein^t oder anderen Treffer wohl vereiteln müssen. Damit soll die tüchtige Leistung der stark verjüngten Blauweißen keineswegs geschmälert sein. Mit Schörner: Dörner, Weilnau; Merten, Bärsch, Ries: Reu, Schuchmann, Michel, Widmann, Born (Kreis) wirkten sie, wie bereits in Biebrich, sehr widerstandsfähig: besonders die Abwehr zeigte sich wohl auf der Höhe, aber auch der Angriff tarn flott in Schwung und schLß wacker, nachdem einmal bie gegnerische Schwäche erkannt war. Die großenteils den Reichsbahnern gehörende erste Hälfte endete unentschieden. Der Rechtsaußen Niel hatte für bie Gastgeber einen Eckball zur Führung birett ins Tor gelenkt. Bei Gegenangriffen ber Blauweißen lag der Ausgleich mehrfach in der Luft, bis er durch den Halblinken Widmann, der eine Kombination Michel—Schuchmann mit schnellem Schuß abschloß, zur Tatsache wurde. Nachdem zu Beginn der zweiten Aktes Michel freistehend knapp vergab, brachte im Gedränge vor dem Eästetor Koreng aus dem Hinterhalt unhaltbar ben zweiten Treffer an. Aber auf Rechtsburchbruch köpfte Widmann entschlossen ben vom Tormann zurllckprallenden Ball zu abermaligem Gleichstand ins Netz. Schörner wehrte Kotengs wuchtigen Handstrasstoß, bann lag auf gescheite Vorlage des nach rechts gelaufenen Michel SpVgg. Nassau durch Kreis mit 3:2 in Front, und ein flinkes Durchspiel von Schuchmann erhöhte diesen Vorsprung noch durch einen vierten Zähler. Vergebens versuchten die Reichsbahner zuletzt noch einen kräftigen Endspurt, ohne die sicher wehrende blauweihe Deckung überwinden zu können, zumal ihre Stürmer vielfach zu lange mit dem Schuß zögerten. Auch die besonderen Umstände eingerechnet, bedeutet der Sieg einen schönen Erfolg der flinken, technisch gefällig spielenden Nasiau-Elf.
Haupf niederlage £ 1/ ft (M Güterbahnhof West
Wiesbaden : O*» WVMMy K. Telefon 20054
Fußball um die Gebietsmeisterschaft der HI.
Bann 80 Wiesbaden — Bann 166
Am kommenden Sonntag steigt das letzte dieser Eruppeuspiele auf dem Dyckerhosplatz in Wiesbaden-Biebrich und zwar hat unsere einheimische Mannschaft den Bann 166 zu East, dessen Mannschaft sich hauptsächlich aus Spielern von Hochheim und Flörsheim zusammenfetzt. Es handelt sich hier um einen starken Gegner, der bis zum vergangenen Sonntag Anwärter auf die Eruppenmetsterschaft war und jetzt neben unserer Mannschaft der stärkste Anwärter auf ben zweiten Platz ist, der zur Teilnahme an irgendwie geplanten Trostrunden berechtigt. Der Sieger diefes Spieles wird Tabellenzweiter. Die einheimische Mannschaft steht wie folgt: Hoffmann (Biebrich 02): Schörner (Erbenhelm), Uhr (Dotzheim); Rieß (Naffau)), Bauch (EDM.). Meßmer (Biebrich 02); Barbehenn. Götz I Biebrich 02), Rullmann (Biebrich 19), Winter- meyer (Erbenheim), Schotter (Nassau). Der verantwortliche Spiel- leitet hat also das einzig richtige getan, nämlich die Mannschaft ausgeboten, die in Frankfurt a. M. das unerwartete Unent- schieden gegen den stärksten Gegner erzielte. Auf Grund bet Leistungen in Frankfurt a. M. rechnen wir mit einem über, zeugenben Siege unserer Mannschaft.
schon aus ber einen
durch ben Suezkanal. Italien folgt an zweiter Stelle. Welche überragenbe Sebeutung bem Transitverkehr zukommt, ergibt sich schon aus der einen Tatsache, daß etwa ein Viertel ber ganzen Grböltransporte ber Welt, jährlich runb 12,5 Millionen Tonnen, durch bas Mittelmeer läuft. Runb ein Fünftel der englischen Zufuhren passieren die Straße von Gibraltar. Etwas über die Hälfte dieses Zufuhranteils stammt aus dem Mittelmeer selbst, der etwas kleinere Teil kommt von jenseits des Suezkanals Italien war, ehe es zur letzten Kraftprobe schritt, durchaus bereit, die Bedeutung bes Mittelmeers als einer Straße anzuerkennen. Aber für Italien Scheutet bas Mittelmeer tatsächlich das Leben, was sich aus ber üherragenben Stellung im Eigen- verkehr ergibt, ber quer zum Transit verläuft und die Ver- binbung zwischen Mutterland und afrikanischem Imperium zu sichern hat. Der Transitverkehr bes Mittelmeeres, ber in Friedens- Seiten eine so überragende Bedeutung in der Weltschiffahrt hatte, wird natürlich in der neuen Phase bes Krieges so gut wie völlig ausgeschaltet.
ScrlÄer Börse vom 14. Juni. Die Aktienmärkte lagen am Freitag bei ber Eröffnung uneinheitlich, wobei Kursabschläge überwogen. Arn Montanmarkt Buderus nm 1 und Klöckner um 1 /% herausgesetzt. Vereinigte Stahl unverändert, während Rheinstahl % und Harpener 154% verloren, Rheinbraun minus 3, Kaliaktien Salzdetfurth minus 1)4%. Farben setzten mit 192)/,% ein unb gaben alsbalb auf 191% nach gegen 192% am Vortags- schluß. Elektro- unb Versorgungswerte ausgesprochen ruhig. BMW. verloren, Schubert u. Salzer je 2%%, sonst überwogen nur Steigerungen von %%. Vemberg minus 2%, Feldmühle minus 1% und Holzmann plus V/-%. Renten: Reichsaltbefitz 149% gegen 149% und Reichsbahnvorzüge 127% gegen 127%. Tagesgeld: 2% bis 2%%.
<t Frankfurter Börse vom 14. Juni. Bei sehr kleiner Geschäfts- tätigten bewirkten vereinzelte Abgaben Kundenabschläge bis zu 2%%, denen nur vereinzelt Kursbesserungen gegenüberstanden Renten ruhig unb wenig oeränbert. Tagesgelb unverändert.
Kurz — aber treffend
Als eine engliscke Suffragette Bernard Shaw einmal dazu hekommen hatte, ihr ein Interview über sein» Anfickt von der Frauenbewegung zu gehen, bestand die Auskunft des trtfcken Satirikers über bteies Thema in dem kurzen Satz' - -Die einzige.Frauenbewegung, die ick gutheißen kann, in der Tanz . . .
Das durfte nickt kommen!
Erster Kranker: „Sie sehen Io blaß aus?"
Zweiter Kranker: „Ja. gestern bin ick zum zweiten Male operiert worden Der Arzt hatte eine Sonde in meinem Magen liegengelassen.
In diesem Augenblick kommt der Arzt herein und tragt: ..Ick hatte meinen Hut hier vergessen. bat ihn niemand gesehen?
Worauf der zweite Kranke in Ohnmacht fällt.
