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Wiesbadener Tagblatt

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Nr. 121

Samstag/Sonntag, 25./26. Mai 1940

88. Jahrgang

Die große Schlacht in Flandern

Calais cinqcschlossen I

Der Ring weiter verengt Gent, Kortryk und Boulogne genommen Gefangenenzahl und Beute wächst Luftwaffe vernichtete wiederum 20000 Tonnen Schiffsraum Wichtige Höhenstellung bei Sedan erobert

Der Bericht des OKW.

Führerbauutauartier. 25. Mai. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

D« Ring um die belgikche Armee. Teile der 1. 7. und 9. französischen Armee und die Masse des englischen Erve- ditionsbeeres wurde am 24. Mai erbrblich verstärkt und ift damit endgültig geschlossen.

Im O kt e n des Ringes wurden Ee n t und Kortryk genommen, die Lus tut Angriff Überschritten. Zwischen Roubair und Balenciennes sind unsere Truppen im Angriff auf die französischen Grenzbefestigungen. Auch im Süden zwischen Balenciennes und Bimo schreitet der Angriff beid«seits Douai in nordwestlicher Richtung fort. Die Bimn-Höben sind genommen. Im barten Kampf mit feindlichen Land- und Seestreitkräften fiel Boulogne. Calais ist umschlossen: das Höhen- geländ« von Bimo 86« LillersSt. Dm« bis Gravelines ist in unk«em Besitz. Die Sefangenenrabl erhöbt sich ständig und ist ebenso wie die Beute noch nicht in übersehen.

Deutsche Kampf- und Jagdkliegerverbände griffe« im belgisch-nordfranzösikcken Raum Truppenansamm- lungen. Kolonnen sowie Flakstellnngen mit gutem Erfolg an und belegten in den belgischen und französischen Kanal- Häfen Kai- nnd Tankanlagen, Werkten. Docks. Artillerie­stellungen und Molen mit Bomben. Dabei gelang es. einen Zerstörer und 7 Handelsschiffe brw. Transporter mit einer Gesamt-Tonnage von rund 20 000 Tonnen durch Bombentreffer zu vernichten bzw. schwer zu beschädigen. Ein weitner Zerstörer wurde, wie bereits durch Sonder- weldung bekanntgegeben, durch Flakartillerie zum Sinken gebracht.

An der SLdfront wurde» an einigen Punkte» schwache feindliche Entlastungsangriffe a b - gewiesen. Südlich Seda» entrissen unsere Truppen in den letzten Tagen dem Feind in zähem Kampf eine wichtige Höbenttellnng und behaupteten sie gegen starke Gegen­angriffe.

Bei den Kämpfen der letzte» Tage im Gebiet von Maubeuge zeichneten sich der Kommandeur eines In­fanterie-Regiments. Oberst Jordan, und der Oberleut­nant in einem Pionierbataillon. Langen st rab. durch besondere Tapferkeit aus.

Bor d« SLdfront erzielte die Luftwaffe gegen Bahnanlagen. Flugplätze. Marschkolonnen und Kampf­wagen-Ansammlungen grobe Wirkung.

Im Raum von Narvik setzten deutsche Kampfver- bände ihre Luftangriffe gegen Seeziele fort und griffen mit gutem Erfolg auch in den Erdkampf eilt.

Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, wur­den dabei am 23. Mai zwei Kreuzer so schwer getroffen, daß mit ihrem Totaloerlust zu rechnen ist. Auch ein Schlachtschiff und ei» Kreuzer oder Zerstörer wurden stark beschiwigt. Bei b« Wiederholung dieses Angriffes am 24. Mai erhielt das schon am 23. Mai beschädigte Schlachtschiff drei weitere schwere Treffer aus da« Heck, sodah es bewegungslos und ohne weitere Abwehr liegen blieb. Ein Flugzeugträger wurde in Brand geworfen: mit seinem Verlust ist zu rechnen. F«»er wurden ein Kreuzer mitsckiffs getroffen, ein Transvorter und zwei Handelsdampfer versenkt, zwei weitere beschädigt und ein grober Tanker nach einem Treffer mit Schlagseite auf Strand gesetzt. Zur Ber- stärkung der bei Narvik kämpfenden Truppen gelang es. 6 e- blrgsiäger-Einheiten durch Fallschirmab­sprung abzuketzen.

Die Eesamtverluite des Feindes in der Luft betrugen gestern 84 Flugzeuge, davon wurden 27 int Lnftkamvf. 14 durch Flakartillerie abgeschossen, der Reit am Boden zerstört. Sieben deutsche Flugzeuge werden vermiht.

*

as. In Flandern und in Artois gebt die grobe Ein- kreiiungsschlachtmitunverminder ter Heftig­keit weiter. So sehr sich auch der Gegner zur Wehr setzt, so hat doch der deutsche Angriff weiter Raum gewon­nen. d. b. der Kessel, in dem sich die franrösisch-englilch-bel- gischen Armeen befinden, ist seit gestern wiederum kleiner ge­worden. Aus der Westfront des Einkreisunssringes sind Gent und Kortryk nunmehr von den deutschen Truppen erobert worden. Zugleich hat die Bedrohung im Osten sich erheblich verstärkt, denn big aus dem deutschen Keil heraus zunächst nach Norden oorstobenden Verbände haben ihr Ziel, die K a n a l k ü st e. erreicht Boulogne ist in deutscher Hand, um Calais wird noch gekämvit. so daß nunmehr diese Verbände nach Olten abgedreht und zum Angriff gegen die eingekessclten alliierten Truovcn eingesetzt werden konn­ten. Der Feind bat erneut versucht. tm Süden an»u-

greiien. um so die eingekesselten Armeen zu entlasten. Diese Angriffe bildeten aber keine zusammenhängende Operation und konnten mühelos abgewiesen werden. In all diesen Kämpfen zeigt sich immer wieder die starke Überlegenheit der deutschen Truppen, die ein­mal auf die Kampfmoral und zum andern auf der Über­legenheit des Materials beruht. Wenn dabei früher schon einmal davon gesprochen wurde, dah die deutsche Wehrmacht über Waffen verfüge, die bisher unbekannt waren, so haben sich mancherlei Anhaltspunkte für diese Verikiutung ergeben. Auf ieden Fall kann festgestellt werden, dab b*i e französische Maginotlinie kein Problem mehr für uns ist und dab starke Be­festigungen, mögen sie noch so günstig gelegen sein, dem deutschen Ansturm nicht zu trotzen vermögen, wie die Eroberung wichtiger Höhenstellungen in der Gegend von Sedan erneut beweist. Die Luftwaffe bat wiederum die Erdtruppen glänzend unterstützt. Sie bat aber auch gegen feindliche Seestreitkräfte grobe Erfolge zu erzielen ver­mocht. Beachtenswert ist. dah ein feindlicher Zerstörer durch Flakartillerie versenkt wurde. Das zeigt die vielseitige Verwendungsfähigkeit dieser Waffe, die nicht nur gegen Flugzeuge, sondern gegen Panzer und ietzt sogar gegen Kriegsschiffe mit Erfolg eingesetzt wurde.

Pariser Judenklüngel

Mandels Bluthunde an der Arbeit

wt. 3ub Mandel, der neue französische Innenminister, fühlt sich ganz in seinem Element. Die Vollmachten, die ihm erteilt wurden, versetzen ihn w die Lage, den Zer- Etörungstrieb seiner Rasse schrankenlos auszu­eben. Er organisiert eine regelrechte Jagd auf unschuldige Franzosen, die den Mut haben, die Dinge beim rechten Namen zu nennen. Seine bevorzugten Mitarbeiter sind natürlich Rassegenossen. Er hat ein regel­rechtes jüdisches Spitzelkorps organisiert, das unter anderem auch in den Haushaltungen und Geschäften herum­schnüffeln und darüber wachen soll, daß die angeordneten Einschränkungsmahnahmen auch durchgeführt werden. Die ersten Opfer wurden bereits zur Strecke gebracht. Ein.fran­zösischer A r b e~i t c r erhielt wegenantifranzösischer Bemerkungen" IvJahreEefängnis. Fürdefai- tistische Äußerungen" sind Strafen von Monaten bis drei Jahre Gefängnis die Regel. Niemand hat mehr den Mut, seine Meinung offen auszusprechen. Mit derartigen Metho­den wird Frankreich seine innere Geschlossenheit, seinen Glau­ben an den Sieg, kaum festigen können.

Schuld und Vergeltung

Von Fritz Günther

Die geniale Konzeption des Angriffsplanes der Mai- Offensive und seine erfolgreiche Durchführung haben nicht nur den Strategen der Westmächte, sondern äuch ihren Politikern den Atem völlig verschlagen. Nun, da der Krieg, den die plutokratischen Hetzer mit verderblichem Eifer vorbereiteten und entfesselten als ihnen im Herbst vorigen Jahres der Zeitpunkt günstig schien, wirklich entbrannt ist und sie im eigenen Lande und am eigenen Leibe zu spüren bekommen, welche Summe von Elend und Leid em moderner Krieg über die von ihm betroffenen Völker bringt, da tun sie so, als wären nicht sie, sondern wir die Aggressoren, die den Frieden der Welt störten.

Von den Engländern, die ja noch im Weltkriege auf ihrer sicheren Insel satzen, im übrigen aber andere Völker für ihre Interessen kämpfen und sterben ließen, kann man nichts anderes erwarten, als daß sie glaubten, auch diesmal würde sich die Entwicklung ähnlich vollziehen wie damals, auch dies­mal würde es genügen, den Brand zu schüren und am Flackern zu erhalten, um den Gegner zu zermürben, auf kaltem Wege mit d»r berüchtigten Hungerblockade abzu­würgen, um dann die Früchte eines allein durch Zeitablauf errungenen Sieges zu ernten. Die F r a n z o s e n aber haben den Krieg sKon damals im Lande gehabt und 4Vi Jahre lang alle ferne Schrecken aus nächster Nähe gesehen und erlitten. Trotzdem haben sie sich von einer england-hörigen jüdischen Plutokratenclique wieder in einen Krieg hineinhetzen lassen, dessen Ziel es war Deutschland vom Erdboden zu vertilgen, das deutsche Volk zu vernichten und seine Reste nach einem Schmachfrieden, der schlimmer sein sollte als ihn die Ver- sailler Machthaber ausheckten, für immer von der Gnade der Sieger abhängig zu machen. /

Das deutsche Volk hat noch einige Vorstellungen von der langen Leidenszeit, die dem Zusammenbruch nach dem Weltkriege folgte. Wir glaubten damals an die Aufrichtig­keit demokratischer Friedensapostel und hatten es bitter genug zu beklagen. Wir hier im Rheinland, die wir zu dem seelischen Leid und der wirtschaftlichen Not, die unsere Niederlage zur Folge hatte, auch noch die Lasten der Be­satzung zu ertragen hatten, deren Höhepunkt die schwarze Schmach als ewiger Schandfleck französischer Zivilisationsauf­fassung sowie tue Bedrohung durch die von Frankreich offen unterstützten landfremden Separatistenhorden bildeten, wir

Nicht königlich sondern erbärmlich

Antwort des Reichspressechefs an England

. Wer hat Pole« «ege» Deutschland in den Krieg ge­trieben und es dann Betraten?

Offener Brief Dr. Dietrichs

Der englische König hat gestern abend über den Rundfunk eine Ansprache an die Völker des britischen Weltreiches verlesen, in öer er nach einer Feststellung der kritischen Lage Englands die schamlose Behauptung autzustellen wagte, das Ziel der englischen Politik sei immer der Friede gewesen, das Empire sei auf Frei­heit. Eeremtigkeit und Frieden, gegründet. Reichspresse- chef Dr. ,Dietrich gibt dem britischen Staatsoberhaupt darauf die einzig richtige Antwort.

. Sie, Georg VI. von England, haben in einem Augenblick, tn dem Sie beginnen, davor zu zitter», bad bas Ver­brechen Ihrer Regieruna durch bas deutsche Schwert vergolten wird, eine Ansprache verlesen, die das Ungeheuerlichste darstellt, was jemals die Welt aus dem Munde eines Kömgs vernahm.

Ihre Ansprache, Georg von England, war nicht königlich, sondern erbärmlich!

Wenn Sie ein Man» wäre», dann hätten Sie sich letzt tn der Stunde der Entscheidung als der Herausforderer der jetzt seinem Schicksal ins Auge sehen muh. ans dem »chlachtfelde mit offenem -Bister zu dem bekannt, was England diesen Krieg entfesteln lieh, statt stch heuchlerisch hinter moralischen Prinzipien zu verkriechen, die anzurnfe» Sie nicht eine Sour von Recht besitzen.

Sie wagen es. davon zu spreche». dab das englische Com- monwealzch .auf dem Ideal btr Freiheit, der Gerechtigkeit und des Friedens begründet fei.

.Müssen wir die Wlk«.der Erde deren Mitleid Sie tefct anrufen, an die Geschichte der Entstehung Ihres Reiches erinnern, das nicht auf Idealen, sondern auf Brutalitäten, nicht auf Freiheit, sondern auf Unter­drückung. nicht auf Gerechtigkeit, sondern auf Berge­rn a'l'fi'g'u'n'g, nicht auf Frieden, sondern auf schamlosen Untaten errichtet ist?

Sie.rufen der Welt $u: .Unser einziges Ziel ist immer mir' der Fnede. gewesen. Unser Gewisse» ist «in. Uber uns ist das Böfe hereingebrochen, »nb alle uns«e auf ben Frieden ge­richteten Anstrengungen waren erfolglos.

Sie elenber Heuchl«!

Wer hat England immer aufs neue die Hanb zum Bündnis gereicht und.war sogar entschlossen, mit keinen Waffen den Bestand des britischen Empires zu garantieren?

Deutschland!

Wer war bereit, um des Friedens willen Frankreichs Grenzen anzuerkennen?

, Deutschland!

Wer aber hat der Welt immer wieder den Frieden geboten/

Deutschland!

Wer war es. Sechster Georg von England, der Deutsch- J.?n'esen fitteg erkliirte. dessen Schrecken, wie Sie scheinheilig behaupten. Sie der Welt ersparen wollten?

England!

t 6at. «ormeBen. . öollanö und Belgien skrupellos fernen Interessen kn »geopfert: England!

W« aber rotes des Führers Friedenshand zurück?

England!

Wessen Gewisse» alfo hat de» Krieg und feine Schrecke» zu verantworten?

Richt Deutfchland, sondern England!

Nickt.wir. sondern Sie. Georg von England!

Das »st die Wahrheit!

Trotzdem habe» Sie. König Georg, die Stirn, in dieser Stunde, ba .cknen vor ben «-eigen Ihres Krieges graut. Ihrem Volke bje Luge zu lagen: .DtesenSriebenhat uns Deutkchlanb genommen!

. Sie- M^KöM- ^niedrige» stch .ietzt. wo nach ihrem emenen Willen die Waffen, wrechen. fo gar dem deutschen Volk, bas zu iiriede» und «reundfchaft mit England Bereit wm. das Wort zu bieten:Gegen unsere Ehre steht Ehr- kltibrutlSe86eroaIt.r IrtUC $errat 8e8en unfete Ettecktig- Abgrund an Gesinnung tut sich I) t C r Hu i;

..3 biefem niedrigen, unritterli chen Wort seines Konms über einen Gegner, mit dem es auf Tod und Leben die Klinge kreuzt, ent hüllt t ich England ganz.

Die deutschen Woncn wcrscn v-hnen. Georg von England. btc Aniwon geben, bi; ?hnen gebührt!