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Wto 9i 15. Slugust 1914.
^um hatzt uns Rußland?
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;. erschien in den Offener Brief"
.Preußischen Jahr- des Petersburger
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E lor"f ein
Herii f Professor Dr. P. von Mitrofanoff mit einer ^krz ^rung und einem Schlußwort des Heraus- j> ^ Hans Delbrück. Dieses Schreiben hat durch ih Mg der Ereignisse eine Bedeutung erhalten, die ^lbnlt ""^werden in den weitesten Kreisen besonders tz: u erscheinen läßt.
"Mitteilungen des Vereins für das Deutsch- jthhia 1 Ausland" stellen uns mit Genehmigung des '' ! Seberg einen ausführlichen Auszug zur Ver-
,«,"^ssor von Mitrofanoff, einer der bedeutendsten » Gelehrten Rußlands und Schüler Delbrücks, Willis Iunächsts daß „bte Mißstimmung gegen *5 in jedermanns Seele und Munde" ist, und ^^ öffentliche Meinung darin „selten einstimmiger
Morgen - Ausgabe.
Nr. 377. » 62. Jahrgang.
Er zerstört dann als Historiker gründlich die
igxl' gerade an massgebenden Stellen allzu lange bne Legende von der traditionellen russisch- «C n Freundschaft; ‘ ‘ '
„ ~.wenigsteüs soweit sie sein
^sNgeht. Die Abneigung gegen alles Deutsche ^ach ihm aus der Zeit, wo Peter der Große herzig und gewaltsam das alte Russentum u und die Russen in Deutsche verwandeln H*' Die Abneigung wuchs unter der Kaiserin ' (JH! 11 Hasse, da diese sich aus Mißtrauen gegen ^Hstche Aristokratie ausschließlich mit Deutschen w P?ier III. konnte nur vom Throne gestürzt Ut/toeil er sich durch seine maßlose Hingabe an das ü? unwiderruflich kompromittiert, hatte. jO Verfasser schildert weiter das Anwachsen fran- i,,» Einflüsse in Rußland, das selbst unter dem Asti*, . uicht 3 U leiden hatte. Bezeichnend für die ^ll s it ^os russischen Kulturfirnis ist die Hervor- M des Verfassers, daß den höheren russischen der Deutsche Wohl als nützlicher Mensch er- aber in keinem Falle als Kulturträger dem V Franzosen ebenbürtig sein könnte, Mitrofanoff Mi* Qnn ein Wachsen des deutschen Einflusses auf H Gastlichem Gebiet seit etwa 1830 an. Jedoch alte Feindschaft wie Feuer unter der Asche v qj“ - um im Krimkriege zunächst gegen Österreich, f'tzl ..deutsche Macht" galt, wieder emporzulodern, Wj*! 111 Kriegsjahr 1870/71 blieb trotz Rußlands für H^'Md wohlwollender Neutralität die ganze Sym- st, breiten, gebildeten Klassen Frankreich zuge- S j. "bie Wegnahme von Elsaß-Lothringen wurde M in^uhe wie ein nationales Unglück betrachtet!"
berliner Kongreß von 1878 war der Ge- M ,seinen Krieg mit Deutschland „höchst populär". stidgstMffung des Zweibundes „trat die ererbte ^ sjst Frankreich und die verankerte Anti- ^si^aen Deutschland nock greller zutage", atz i folgenden Ausführungen über die Kern- deutsch-russischen Gegensatzes, das Balkan- ' lind so bezeichnend für die fast naive Selbst-
^^erkehrsiruppen im Kriege.
^utwicklung der modernen Armeen hat auch dem n tzj; ^hrswesen eine ungeahnte Entfaltung gegeben, Aet, a^rung der Leistungsfähigkeit, wie sie in früheren JMSt verlangt wurde und zu der eine Veranlassung Mkp gemeinen Verhältnissen des Verkehrs damals nicht rs^te i ’ So wie sich der Verkehr in der Welt ins Iln- IK Iv' slngeahnte entwickelt hat, so mutzten auch die Heere "'-Sange folgen, und es entstanden neue militärische 0 iw, die mit der fortschreitenden allgemeinen Entwick- gleichen Schritt hielten. In den meisten i>7kh, 5 n gibt es heute Eisenbahntruppen, Telegraphen- sisisist^ftschiffer- und Fliegertruppen, ferner besondere "iC^en, und selbst für den Dienst in Festungen be- . "'Lenes Festungsverkehrswesen.
K , ^henbahntruppen sind dazu bestimmt, in erster Vr Eis e§ notwendig wird, Feldeisenbahnen zu bauen. O5sejz Zahnen sollen von den Hauptlinien in das Aus- Ä „ ,'.'de Truppen und Kriegsgeräte, dann Verpflegungs- sjsiii, "Mhren und den Etappendienst in diesen Gebieten tzs.'ste Aufgabe aber ist es nicht allein, die die Tätig- kst ll^'^Nbahntruppen ausfüllen würde. Sie müssen vicl- ,Kriegszeiten, zumal im Fcindeslande, wo das ■V den Dienst auf den Eisenbahnlinien nicht
sstb J wii kann, den für militärische Zwecke erforderlichen lz >>p „schstihren, und diese Aufgabe kann ihnen auch mit-
I VtSi x ^" en Lande erwachsen. Denn jede Mobilmachung "" öffentlichen Verkehrsmitteln eine grotze Zahl »Ensi ^ ab, und eS kann der Fall eintrcten, dah die ^ d?s"" and Offiziere der Eisenbahntruppen zur Ver- Än ^??üitärischen Dienstbetriebes auf den schon be- L dz,, Eisenbahnlinien herangezogen werden. Auch der bra" en normalspurigen Eisenbahnen fällt in den Dienstes dieser Truppen. Sie dienen ferner da-
verständlichkeit, mit ber Rußland sein „Recht" auf den Besitz des Bosporus und der Dardanellen geltend macht, legen alle russischen Hoffnungen mit so dankenswerter Offenherzigkeit bloß, daß wir. sie unverkürzt wiedergeben. Sie sind besonders geeignet, der Türkei und Rumänien ,zu dem einzigen Entschluß zu verhelfen, der ihren Fortbestand sichert — zum offenen Anschluß an den Dreibund. Gleichzeitig zeigen sie unserem Volke, daß in diesem uns heiligen Kriege nicht wandelbare, politische Gegensätze untergeordneter Art ausgetragen werden, daß 'es in Wahrheit darum geht, ob deutsche Volkskraft und deutsche Kultur in Mitteleuropa fort- bestehen, oder ob Europa um der brutalen Eroberungsgier russischer Agaren willen „kosakisch" werden soll. Mitrofanoff schreibt:
Das deutfch-österreichische^ Bündnis machte jetzt das Deutsche Reich zuni prinzipiellen Gegner Rußlands. Für Rußland ist die Balkanfrage keine guerre de luxe, kein abenteuerlicher Traum der Slawophilen: ihre Lösung ist eine unzweifelhafte ökonomische ilnd politische Notwendigkeit. Das ganze russische Budget ist auf der Ausfllhr nach dem Auslände basiert; wird die Konimerz-Bilanz passiv, so ist der russische Schatz bankerott, indem er nicht imstande sein wird, die Zinsen seiner enormen auswärtigen Schulden zu bezahlen. Und % dieser Ausfuhr gehen durch die südlichen Häsen und weiter durch die türkischen Meerengen. Ist dieser Ausgang einmal geschlossen, so stockt der russische Handel, und die ökonomischen Folgen dieser Sperre >vären unabsehbar: der letzte türkisch-italienische Krieg hat es hinreichend gezeigt. Nur der Besitz des Bosporus und der Dardanellen kann diesem unerträglichen Zustande ein Ende bereiten, weil die Existenz einer Weltmacht wie Rußland von Zufällen und fremder Willkür nicht abhängen darf. Andererseits kann Rußland unmöglich gegenüber dem Schicksal der Südslawen auf der Balkanhalbinsel sich ganz gleichgültig Verhalten. Die kleinen Bälkanstaaten sind erstens eine Rückendeckung für die Meerengen und zwestens wurde im Laufe der Jahrhunderts zuviel russischen Blutes und zuviel russischen Goldes für die Balkanhelden verwendet^ um die ganze Sache jetzt fahren zu lassen: es wäre ein^ moralischer und politischer Selbstmord für fede russische Regierung. Man darf natürlich nicht die Bedeutung der Panslawistischen Idee zu hoch anschlagen, aber sie besteht und lebt zweifellos, und die Slawo- Philen-Demonstrationen 1913 auf den Straßen so vieler russischer Städte, wo sogar die oppositionellen Elemente sich beteiligten, geben einen prägnanten Ausdruck dafür. Noch einmal: der D r a n g n a ch Süden ist eine historische, politische und ö k o n o m i- s ch e, N o t w e n d i g k ei t, und der fremde Staat, der sich diesem Drange widersetzt, ist eo ipso ein feindlicher Staat.
Die Annexion von Bosnien und der Herzegowina, welche in Rußland einen tiefen Eindruck machte, war eigentlich nur eine Seite in dem dicken Buche der russisch-österreichischen Feindschaft. So groß war die
Empörung, so deutlich trat die Gefahr heran, daß sogar die überaus friedliebende russische Regierung, trotz der noch zu dieser Zeit zerrütteten Finanzen, zum Krieg bereit war. Aber „der Nibelunge" an der Spree hob drohend die gepanzerte Faust, und Rußland, seiner Bundesgenossen nicht sicher, mußte nachgeben. Im Jahre 1913 erschien die Verwirklichung der slawisch- rusijschen Idee endlich ganz nahe: die Türken wurden auts Haupt geschlagen, die siegreichen Südslawen drangen bis nach Saloniki und Konstantinopel: noch einen kleinen Ruck und die Sache war fertig. Wer wieder ist Ostcrreich^dazwischen -getreten: es stand drohend im Rücken der Slawen, hetzte Rnmänien, entriß Skutari den Montenegrinern und stellte endlich -ein Ultimatum Über die Existenz eines selbständigen albanischen Staates. Dadurch wurde den Serben der freie Zutritt zum Adriatischen Meer gesperrt und mittelbar war diese Grenz-verschieb-ung die Ursache des brudermörderischen Krieges zwischen den Balkan-Völkern, welcher den Türken Adri-anopel wiedergab und Bulgarien au den Rand des Verderbens brachte. Es -war einer der geschicktesten Schachzügc der Wiener. Diplomatie, aber sie hat nicht -damit gerechnet, daß das vergossene Blut einmal auf das österreichische Haupt fallen kann. Bei dieser Gelegenheit blieb Reichsdeutschland wieder der treue Bundesgenosse Österreichs und unterstützte es bei der Bildung des , imaginären albanischen Staates, dessen Regent natürlicherweise ein deutscher Prinz wurde. Nicht genug! Deutschland trat nicht nur als Bundesgenosse der Habsburger auf, sondern handelte in der brennenden Levantinischen Frage selbständig aus eigene Faust. Deutsche Kapitalisten übernahmen d-en Bau der ^Bagdadbahn; deutsche Jngenierire exploitier- ten verschiedene Konzessionen in Kleinasien, die deutsche Marine lieferte der türkischen Admiralität 2 Panzerschiffe, abgebraucht und veraltet, das ist nicht zu leug. nen, aber immerhin noch tauglich. Die Essener Werkstätten schickten der türkischen Artillerie ihre Kanonen, den Geschützen von. Creuzot zwar nicht ebenbürtig (das werden die nächsten Wochen lehren! Die Schrift!.), aber doch sehr gut gemacht; und was die Hauptsache ist — deutsche Inspektoren drillten die Feldarmee der Os- m-anen. Die Schüler -haben ihren vortrefflichen Lehrern wenig Ehre genmcht, aber die gute Absicht, ans den Türken eine inoderne Armee zu bilden, war doch da, und jedemwnn kannte verstehen, daß diese Armee nicht gegen Deutschland oder Österreich, sondern speziell gegen die Russen und die Balkanvölker zu fechten be- stimmt war. Das Unglück macht klug: nach den vielen Niederlagen des Jahres 1912 wurde es den Türken klar, daß die Armee einer dringenden Reorganisation bedürfe, und diese Reorganisation wurde wieder in di« Hände der deutschen Instrukteure gelegt, die mit unerhörten Vollmachten bekleidet, eigentlich zu obersten Kommandeurs der türkischen bewaffneten Macht Promo- viert wurden. Konstantinopel selbst, durch deutsche Ingenieure befestigt, verwandelte sich in einen deutschen Vorposten am Bosporris. Die Mission des Generals v. Liman bewies noch deutlicher als die Abkom-
zu, in Feindesland, wenn nötig, Eisenbahnen zu zerstören, oder wenn solche gebraucht werden und vom Feinde zerstört waren, wieder in betriebsfähigen Zustand zu bringen. In allen modernen Armeen erstreckt sich demnach die Ausbildung der Eisenbahntruppen auf den Bau und Betrieb der Feldbahnen^ auf die technische Dienstinstruktion, auf Eisenbahn- Vorarbeiten, Brückenbau, auf Anleitung zum Verlegen des Oberbaues und von Weichen, ja sogar auf der Herstellung von Tiefbohrbrunnen. Bis zu einem bestimmten Grad sind die Eisenbahntruppen auch in der Herstellung van Kriegsbrücken unterrichtet, und jede Eisenbahntruppe verfügt über Feldbahngerät, das in der Regel aus Schienenjochen, Feldbahnwagen und aus kleinen Lokomotiven besteht. Dazu kommen noch^ einige Geräte für den Brückenbau, und alles das, was an Handwerkszeug zur Durchführung dieser Arbeiten in das Feld mitgenommen werden mutz.
Die Telegraphentruppen sind dazu berufen, den Tele- graphendicnst im Felde selbst und vom Kriegsschauplätze nach der Heimat zu vermitteln. In den meisten Armeen sind diese Truppen in Bataillone gegliedert, und es sind gewöhnlich, wenn Festungen vorhanden sind, für diese Festungen selbst eigene Abteilungen gebildet. Für solche Truppen, die naturgemäß auch den Fernsprechdienst auszuführen haben, gibt es mannigfache Arten der Unterweisung. Zunächst richtet sich die Durchbildung der Truppen auf den eigentlichen Telegraphen- und Jernsprechdicnst. Dieser umfaßt den Bau und den Betrieb von Fernsprechleitungen und das Zerstören von Telegraphenleitungen. Die letztere Tätigkeit vollzieht sich im Kriege nicht so einfach, wie ihre Bezeichnung es vielleicht annehmen lassen könnte. Denn Zerstören ist leichter als Wiederherrichten, und bei jeder Zerstörung eines so feinfühligen Organismus, wie es das Telegraphenwesen ist, muß auch immer wieder daran gedacht werden, daß man die Leitungen je nach der veränderten Sachlage in jedem gebotenen Augenblicke gebrauchsfähig haben muß. Jede solche Maßregel soll mit weitblickendem Auge angeordnet und ansgc-
führt werden, denn die Situationen in Aufmarschräumen uni Kriegsschauplätzen unterliegen häufigem Wechsel. Die meistei Telegraphentruppen führen Apparate für den Feldfernsprecher und für den Arnreefernsprecher mit sich. Sogenannte Feldkabel dienen gewöhnlich als Leitungsmaterial, und die Leitung wird meist auf Bäume verlegt. Dieses gesamte Material wird auf Fuhrwerken fortgeschafft, die mit vier Pferden bespannt sind. Die neueste Zeit hat in den Armeen der Militär- staatcn auch sogenannte Funkenabteilungen erstehen lassen. Auch sie bringen ihr Material auf Fahrzeugen fort, die gewöhnlich die Empfangs- und die Senderapparate enthalten, dann Benzinmotore und die zur Erzeugung der elektrischen Kraft notwendigen Dynamomaschinen. In manchen Armeen werden die Mannschaften bei diesen Abteilungen auf den Wagen selbst befördert, bei andern wieder reiten sie, etwa so wie die Bedienungsmannschaft der reitenden Artillerie- batterien. Wie erwähnt, dienen die Bäume zur Herstellung von Leitungen; gewöhnlich erfolgt der Bau solcher Leitungen unmittelbar vom Wagen aus, auf dem die aus einer Trommel befindlichen Kabel liegen. In FeindeSnähe und in einem Gelände, in das die Wagen zu folgen nicht imstande sind, erfolgt das Aufrollen des Leitungsdrahtcs von einer Trage aus. Nach den bisherigen Friedenserfahrungen verlangt her Bau van einem Kilometer Leitung ungefähr zwanzig Minuten. Wenn die Leitungen eingezogen werden sollen, so wird der Draht durch eine Wickelmaschine wieder auf die Rolle ausgenommen.
Die Armeefernsprechabteilungen dienen zur Verbindung des Arrneekommandos mit den Leitungen des Staates selbst und mit dem Fernsprechnetz des Landes. Wenn eine Festung belagert werden soll, so errichtet die belagernde Truppe eigene Fernsprechabteilungen, die sich dadurch von den gewöhnlichen militärischen Fernsprecheinrichtungen unterscheiden, daß sie reichlicher mit Stationsgerät versehen sind. Die Funkentelegraphie soll solche Heeresteile miteinander verbinden, die voneinander räumlich weit entfernt sind; sie mutz selbst über
