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Wiesbadener Tagblatt

Stad inti> gettofl: __ Erscheinungszeit:

Di,

Nr. 102

Frettag, 3. Mai 1940

88. Jahrgang

Wöchentlich

mit einer täglichen £

8. SchMenierglch« BuchdruckenI, .Tagblatt-Halls- eremlprech-r-Sanmitl-Nr. 59631. Drahtanschrift: Tagblatt Mesbaden. Pvstfch«w-nw: Frankfurt a. M. Nr. 7405.

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Nach dem deutschen Siege in West-Norwegen

Demobilmachung norwegischer Truppen

Zwei weitere feindliche U-Boote vernichtetWahrscheinlich ein zweiter feindlicher Flugzeug­träger bei Luftwaffenangriff auf feindlichen Flottenverband getroffen Gröberes Transportschiff versenkt

Adolf Hitler!

Berlin, de« 30. 4. 1940.

Sensationeller Eindrücken Schweden

vom

t n -

Die Flucht der Engländer aus Andalsnes

sinn sei. die Ausfassung zu vertreten, daß die Haltung einer einzelnen Gruppe oder einer Zeitung nichts bedeute. Diese Mahnung richte sich in erster Linie an die Zeitungen, die Selbstzucht und tiefes Verantwortungsgefühl zeigen mühten.

Stockholm. 3. Mai. In der schwedischen Öffentlichkeit bat der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht vom Donnerstag einen ähnlichen sensationellen E i n druck gemacht "tote die Meldungen des Vortages über die Herstellung einer Verbindung zwischen den deutschen Abtei­lungen, die von Süden und Norden im Oesterdal operierten. Man erkennt die vernichtende Niederlage, die man allerdings nach den letzten militärischen Operationen in Norwegen durchaus erwartete. Freilich hatte man kaum geglaubt, dah diese Niederlage Englands io schnell Wirk­lichkeit werden würde, und dah die Voraussagen eines ein­seitigen Berichterstatters des gewiß nicht deutschfreundlichen Dageus Nyheter"', wenn die Engländer die Bahn Stoeren Dombas nicht halten können, täten sie am besten, sich in Andalsnes so schnell wie möglich wieder einzuschisfen, stck mit solcher Vlitzesschnell'e verwirklichen wurde.

Glückwünsche zum 1. Mai

Berli«. 2. Mai. Auch in diesem Jahre haben zahlreiche ausländische Staatsoberhäupter und Regie­rungschefs dem Führer anlählich des Nationalen Feier­tags des deutschen Volkes in herzlichen Worten gehaltene Glückwünsche für das deutsche Volk übermittelt.

Die in Berlin beglaubigten ausländischen Vertreter, an ihrer Spitze der Apostolische Nuntius, haben durch persön­liche Eintragung in das in der Präsidialkanzlei des Führers ausliegende Besuchsbuch dem Führer ihre eigenen und die Glückwünsche der von ihnen vertretenen Länder zum Aus­druck gebracht.

Der Führer gratuliert Ribbentrop

Berlin, 30. Avril. Der Führer stattete heute Reichs­minister des Auswärtigen v. Ribbentrop in seiner Wohnung einen Besuch ab. Um ihm seine Glückwünsche zum 4 7. Geburtstag auszusprechen.

Auch im Kreise neutraler nichtschwedischer Beobachter in Stockholm spricht man-, angesichts der Ereignisse im Süden Norwegens unverhohlen von einem deutschen Triumph. Verantwortlich denkenden schwedischen Presse­vertretern ist es jetzt besonders peinlich,, dah einzelne schwedische Zeitungen noch am Mittwoch Erfolge der Welt­mächte zu konstruieren versuchten und Entsatztrupven der Weftmächte nach der DombasStoeren-Babn heranrücken .liehen, und dah die Stockholmer Presse am Donnerstagabend wahrhaftig noch auf die norwegische Meldung über eine ..Wiedereroberung von Röros und Tynset durch die Nor­weger" derart hereinfiel, dah sie diese Meldung in groher Ausmachung auf der ersten Seite wiedergab. Ein be­sonderer Erfolg, dessen Wirkung in einem neutralen Aus­land nickt unterschätzt werden darf, ist es. dah die Glaub­würdigkeit der exakten deutschen Heeresberichte durch den Gang der Ereignisse in Norwegen vor aller Welt erneut feftgeftellt worden ist.

Unmißverständliche Neutralität

Eine Erklärung des Ministerpräsidenten Sansson

Stockholm, 2. Mai. Bei einer großen Massenkundgebung in Stockholm, die in diesem Jahre zum ersten Male als .Ltaatsbüraertag" bezeichnet wurde, erklärte der schwedische Ministerpräsident Hansson erneut, day die valtung Schwedens auf unmißverständlicher Neutra- l i t ä t beruhe. Schwedens Politik gebe darauf Binaus, dem Lande den Frieden zu erbalten und die Neutralität mit aller Macht zu wahren und zu verteidigen.

Der Ministerpräsident wies dann auf die Verantwor­tung jedes einzelnen für die Wahrung der Neutralitäts­politik bin und erklärte in unmihverstandlicher Anspielung auf die Haltung gewisser schwedischer Blätter, dah es Leicht-

Deutsche Seeftreitkräfte haben bei erfolgreicher ,,ortsetzung der U-Boots-Jagd im Skagerrak zwei wei­tere feindliche U-Boote vernichtet. Wie schon durch eine Sondermeldnng bekanntgegeben, gelang es der Luftwaffe am 1. 5. einen feindlichen Flottenoer­band zu sprengen, wobei mit Sicherheit ein Flugzeug- träger und ein Zerstörer, wahrscheinlich noch rin zweiter Flugzeugträger durch Bomben mittleren Kalibers getroffen und zwei feindliche Jagdflugzeuge abgeschosfen wurden.

Am 2. 5. griff die Luftwaffe wiederum feindliche Seestreitkräfte an. Ein Kreuzer wurde durch zwei Voll­treffer auf das Vorschiff schwer beschädigt. Die Bombenwirkung auf einem zweiten Kreuzer konnte wegen Rebel nicht im einzelne» beobachtet werden. Ein gröberes Transportschiff wurde durch zwei Voll­treffer mittleren Kalibers versenkt.

Einige Flugplätze in Norwegen und Dänemark wurden erfolglos von den Briten mit Bomben angegriffen.

An der Westfront keine besonderen Ereignisse.

Die Sensation der

New Bork. 3. Mai. (Funkmeldung.) Der englische Rück­zug in Mittelnvrwegen ist beute die Sensation für die New Borker Morgenpresse. Unter Balkenüberschriften meldet sie die Eroberung von Andalsnes und den völligen Zusammenbruch des Widerstandes derAllrierten. 1

..New Bork Herald Tribüne" spricht vom ersten großen und eindeutigen Sieg Deutschlands.

Die ..New Bork Times" glaubt, daß eine ernste eng­lisch e Kabinettskrise die Folge der Räumung vudnorwegens sein werde, da sich das Britenvarlament mit Cbamberlarns beichöniseirden Worten nicht über die Tat- iache des deutschen Sieges habe binwegtäuschen lassen. In seinem Leitartikel bezeichnet das Blatt die Räumung von Andalsnes durch die Engländer als Eingeständnis des militärischen Mißerfolges. als einen Schl a« tu r das Prestige der West Mächte und als erste Schlappe ihrer Strategie. Die englische Seemacht habe in schwieriger Lage entschieden versagt. Io fährt die ..New Bork Times" fort. Churchills Versprechungen, dah alle deutschen Schiffe im Skagerrak und Kattegat versenkt und

Kriegsausweitung im Mittelmeer

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.)

as. Berlin, 3. Mai. Chamberlain hat unter dem Druck der Mißstimmung und der Nervosität, die in London herrschen, sich nunmehr doch dem Unterhaus stellen müssen. Er hat in seiner gestrigen Erklärung eingestanden, daß die englischen Truppen Andalsnes räumen mußten; Andalsnes ist nach der wilden Flucht der Engländer bereits gestern nachmittag durch die Deutschen besetzt worden. Das also, dieses Eingeständnis der englischen Niederlage, ist alles, was von den großen Sieges­meldungen übrig blieb, mit denen England seine Aktion in Norwegen einleitete. Noch bis zuletzt hat sich der englische Rundfunk bemüht, die Dinge so darzustellen, als ob eigent­lich alles in bester Ordnung sei. Noch am 1. Mai verbreitete er die Meldung, daß die englischen Truppen vor Dombas feste Stellungen bezogen hätten und diese Stellungen unbe­dingt halten würden. Um skeptische Gemüter zu beruhigen, fügte er hinzu, daß englische Tanks gelandet würden. Etwas seltsam machte es sich dann freilich, daß er im gleichen Atem­zuge erklärte, es sei in Norwegen Tauwetter eingetreten, so daß die Deutschen ihre motorisierten Einheiten nidjt weiter würden einsetzen können. Offenbar sollte der englische Hörer meinen, daß die deutschen Tanks im Schneewasser liegen bleiben würden, die englischen aber jede Eeländeschwierigkeit überwinden könnten. Etwas später, als man sah, daß man die Lügenmeldungen über Dombas nicht aufrecht erhalten könne, Bereitete man den propagandistischen Rück­zug vor, indem man erklärte, dag Dombas bekanntlich ein sehr wichtiger Eisenbahnknotenpunkt überhaupt keine Bedeutung habe.

Auch der norwegische König Haakon wird nunmehr wohl einsehen, was von englischen Versprechungen und Ver­sicherungen zu halten ist. Ihm nämlich haben, wie amerika­nische Zeitungen berichten, die Engländer zugesichert, daß sie ihm in drei Tagen Drontheim zurückerobern würden, wo er dann residieren könne. Statt dessen aber stell­ten die deutschen Truppen die Landverbindung zwischen OsloundDrontheim her, der nunmehr auch die Land- verbindung zwischen OsloundBergen gefolgt ist. Statt die Deutschen in Drontheim in die Zange zu nehmen, worauf die englischen Landungen in Andalsnes und Namfos hinausliefen, unterbrachen die Deutschen die Verbindungen der englischen Landtruppen. Alle schönen Lügen, mit denen Reuter und Havas die Welt überschütteten, konnten diese schwere Niederlage auf die Dauer nicht leugnen. So blieb auch Chamberlain nichts weiter übrig, als die Nieder­lage einzugestehen.

Die Presse aller nichtkriegführenden Staaten steht denn auch völlig im Zeichen der großen deutschen Er­folge. Selbst die amerikanische Presse, die lange genug den Reutermeldungen willig Raum gab, spricht jetzt 'in großer Aufmachung auf der ersten Seite von den deutschen Siegen und dem Dank Hitlers an die in Norwegen kämpfenden Truppen.New York Times" hebt beispiels­weise die Leistungen der deutschen Luftwaffe, das deutsche Organisationstalent, die Geschwindigkeit und den Wagemut der Operationen hervor. Die brasilianische Presse spricht davon, daß die Herstellung der LanÜverbindung zwischen Oslo und Drontheim nicht nur ein guter Kartenstich tm Spiel um Norwegen sei, sondern entscheidend sein könne in dem Eesamtfeldzua Der militärische Mitarbeiter des italienischen BlattesMessaggero" hebt die u n b e u g - same Entschlossenheit, die wunderbare Klarheit und die erstaunliche Raschheit hervor, mit denen das große strategische Manöver von General von Falkenhorst durchge-

New Borker Presie

Verstärkung für die deutsche Armee in Norwegen einfach nicht durchgelasien würden, seien unerfüllt geblieben. Die New Bork Times"" meldet aus London. Chamberlain habe mtt seiner Donnerstag-Rede nur den Weg zur in der nächsten Woche geplanten Enthüllung noch un­günstigerer Tatsachen vorbereiten wollen.

Die militärischen . Erfolge in Norwegen bringen Srtler.wie der augenvolltlsche Mitarbeiter derNew Bork Sun" ieststellt. die Vorteile der Erhöhung seines inili- tarnchen Anlebens und der erheblichen Verstärkung der deutschen Stellung g« g enü6er dem neu« ^aItLrrW Auch Wen viele Engländer in

1 x vrahleri.sche Voraussagen nicht ein»

trafen, den Vater des norwegischen Abenteuers.

- dork World ,Telegram" schreibt General

vugb 3oBnwn, Hitler, revidiere, dank der erstaunlichen ^chneuigkei.. (jenauigfeii und Gründlichkeit sein-r norme» Suchen Coerahonen rapide die über ihn ausgedrückten An- beite enthüllten sich mangelnde Bereitschaft. schlechte Stabsarbeit und ichwache Führung.

Der Bericht des Oberkommandos

Berlin, 3. Mai. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Nachdem die letzten britischen Trnvven das Gebiet von Andalsnes geräumt haben und die Stadt selbst sich in deutscher Hand befindet, schreitet die Besrie- dungsaktion in ganz Norwegen schnell fort. Die Demobilmachung norwegischer Truppen in Westnorwegrn ist im Gange. Deutschen Streifabtei- Inngen wird nur noch an einzelnen Stellen von versprengten norw^ische« Einheiten, die ohne Kenntnis der Gesamtlage find. Widerstand geleistet.

Nördlich Drontheim verhielt sich der Feind ruhig.

Im Gelände nördlich und südwestlich von Narvik schieben sich feindliche Kräfte langsam gegen unsere Stellungen heran. Angriffe wurden durch die deutschen Mcherungen abgewiesen.

Ich bin stolz auf Euch"

Tagesbefehl des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht an Me an den Kämpfen in Norwegen be­teiligten Einheiten

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat an die an den Kämpfe« in Norwegen beteiligten Ein­heiten nachstehenden Tagesbefehl erlassen:

Soldaten des norwegischen Kriegsschauplatzes!

In unbändigem Vorwärtsdrängen haben deutsche Truppen beute die Landverbindung zwischen Oslo und Drontheim hergestellt. Damit ist die Absicht der Alliierten, uns doch noch durch eine nachträgliche Besetzung Norwegens auf die Knie zwingen zu können, endgülttg gescheitert. Einheiten des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe haben in vor­bildlichem Zusammenwirken eine Leistung vollbracht, die in ihrer Kühnheit unserer jungen deutschen Wehrmacht zur höchsten Ehre gereicht.

Offiziere. Unteroffiziere und Mannschaften! Ihr habt aus dem norwegischen Kriegsschauvlatz gegen alle Unbilden zur See. zu Lande und in der Luft und gegen den Widerstand des Feindes gekämpft.

Ihr habt die ungeheuerliche Aufgabe, die ich im Glauben an Euch und Eure Kraft stellen mußte, gelöst.

Ich bin stolz auf Euch. Die Nation spricht Euch durch mich ihren Dank aus.

Zum äußere« Zeichen der Anerkennung und dieses Dankes verleihe ich dem Oberbefehlshaber in Norwegen. General von Falkenhorft. das Ritterkreuz rum Eiserne« Kreuz.

Ich werde auf Vorschlag Eurer Oberbefehlshaber auch die Tapferste« unter Euch auszeichnen.

Der höchste Lohn für Euch alle darf aber schon jetzt die Überzeugung kein, daß Ihr im schwersten Schicksalskampf unseres Volkes um Sein oder Nichtsein einen entscheidenden Beitrag geleistet habt.

Ich weiß, Ihr werdet die Euch gestellte Ausgabe auch fernerhin erfüllen. Es lebe unser Eroßdeutschland!