Wiesbadener Tagblck
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Druck und »erlag:
88. Jahrgang
Donnerstag, 25. April 1940
Nr. 97
6 Ausgaben
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Raum von Drontheim gesichert
Teilweise regelloser Rückzug des Feindes im Raum von Oslo — Zwei feindliche U-Boote und siebe« Flugzeuge vernichtet Schwerer Treffer auf britischen Flattreu,er — Gruppe französischer Zerstörer sucht das Werte
Flugzeug abgeschossen. Zwei eigene Flugzeuge werden
Bei dem bereits gemeldeten Einflug britischer Flugzeuge aus die Insel Sylt wurde der Badeort Wenningstedt mit Bomben belegt und mehrere Häuser beschädigt. Auch am Rande . der kleinen Stadt Heide in Schleswig-Holstern warfen ferndlrche rflug= zeuge in der Nacht zum 24. 4. mehrere Bomben ab. obwohl sich weder in Heide noch in seiner weiteren Umgebung irgendwelche militärischen Ziele befrnden. Der Feind hat damit den Luftkrieg gegen unverteidigte Orte ohne militärische Bedeutung eröffnet.
Westen keine besonderen Erergnrsie.
ei französische Flugzeuge wurden an der Grenze dur Flak abgeschossen. Ein eigenes Flugzeug kehrte vom Feindrlug^nicht zurück.
50 Offiziere und 1300 Mann gefangen
Sm Raum von Stavanger
Berlin. 24. Avril. Wie das OKW. bekanntgab. haben die aus dem Raum von Stavanger oorgehenden deutschen Truvven starke Teile einer norwegischen Division zum Kampf gestellt und nach hartnäckigem Widerstand im Zusammenwirken Mit der Luftwaffe entwaffnet. Nach den bisherigen. Selb stellungen beläuft sich die Eefangenenzabl auf vorläufig 50 Offiziere und 1300 Mann.
Reiche Beute an Waffen und Material
beim Vormarsch nördlich Lillehammer
Berlin. 24. Avril. Deutsche Truvven haben bei ihrem schnellen Vordringen nördlich Lillehammer auch gestern wieder tnt scharfen Zugriff feindlichen Widerstand gebrochen Unter den zahlreichen Waffen- und Materialmengen, die dabei in deutsche Hand fielen, befanden sich auch,20 Maschinengewehre, sechs Tankabwehrbüchfen und eine Million Schuh Infanterie« munition englischer Herkunft.
Englands Blutterror in Palästina
Rom, 24. April. In der vorigen Woche wurden von den englischen Militärgerichten m Hartz, und Jerusalem iowie vom Strafgericht in Nablus insgesamt fünf Araber weaenJffiaffen« gebrauchs zum Tode und einer zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Zwei Araber wurden wegen Beschädigung einer Kraftmaschine zu je vier Jahren Gefängnis verurteilt.
Der Bericht des Oberkommandos
Berlin. 25. Avril. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
30 Kilometer nordostwärts Narvik sind Kämpfe unserer Sicherungen mit stärkeren feindliche« Kräfte« »m Gange. Narvik selbst wurde von englische« Seestrertkrafte« erneut heftig beschossen.
Nördlich Drontheim haben deutsche Truppe« nach der Einnahme von S t e i n k j e r gegen geringe« feindlichen Widerstand weitere wichtige Übergänge und Engen besetzt Der Raum von Drontheim und die von dort nach der schwedischen Grenze führende Bahn ist damit gegenRordengesichert.
Der schnelle Vormarsch im Raum von Oslo nach Nordea und Nordwesten halt an. Unterstützt von der Luftwaffe brachen die deutschen Truvven reden Verkuch des Gegners, sich erneut zu setzen, und zwangen ibn zu teilweise regellosem Rückzug.
Bei der U-Boots-Jagd im Skagerrak wurden zwei feindliche U-Boote vernichtet.
Eine Borvoktenflottille sichtete bei diesigem Wetter am Westausgang des Skagerrak eine Gruppe groher französischer Zerstörer aus nahe Entfernung- ?.S°6 erheblicher Überlegenheit der feindlichen Streitkräfte .griffen die Borvostenboote soiort an. Nach kurzem Gefecht lies der Feind mit höchster Fahrt ab und kam mit westlichem Kurs aU* froet' moderne norwegische 3erstörer wurden mit deutschen Besatzungen in Dienst gestellt.
Die Lnstwaffe klärte am 24. t. über der mittleren und nördlichen Nordsee bis rn Hobe der Shetland-Jnkeln und über Äittelnorwege« auf.
Kampffliegeroerbände..unterbräche« die Verbindungen des Gegners im Raume uorlrch.Lillehamwer — Drontheim — Bergen und bekämpften, zum Teil im Tiefangriff, feindliche Marschkolonnen. Truppenansamm- lungen und Stützpunkte.
Bor der norwegischen Küste wurde« durch dieLustwaye feindlich- Seestreitkräfte angegr.'Nen. Em britischer Flak-Kreuzer erbteU dabei. eine« schweren Treffer und stellte unter Feuererschemungen seine Kauästtätigkeit ein.
über der Nordsee wurden drei britische Flugzeuge vom Muster Lockhead-Sudsou und ein britisches Flugzeug vom Muster Hamvton-Herford. bei Aalborg ein weiteres
Bon der „Hilfsaktion" zur Katastrophe
Feststellungen der italienischen Presse - Rückzieher A Londoner Informationsstelle« - »Die Nerve« der Franzose« aufs höchste gereizt- .
wt. Die britische Admiralität bat em Kom- munioue berausgegeben. wonach die . Truvven. der Weltmächte in Norwegen ernste S ch w i e r i g.k e 1 t e n gefunden haben. In Londoner Militärkreisen wird erklärt, da« gegenwärtig nicht mit schnellen und vollständigen.. Ergeb- nisien in Norwegen gerechnet werden dürfe. Diese Rückzieher der Londoner Informationsstellen werden van der italienischen Presie entsprechend gewürdigt. . ..Regime Fasci st a" weist darauf bin. dah Churchill entscheidende Operationen jetzt erst für den kommenden Sommer angekündigt habe. Das Blatt fragt, wie man einer Besetzung später — wenn die deutschen Truppen ihre Stellungen verstärkt und ausgedehnt batten — entaeaenirelen wolle, wenn inan sie nicht einmal in den ersten Wochen der Konsolidierung wirksam habe bekämpfen können. Andere italienische Zeitungen zieben bereits beute auf Grund der militartsch- strateglichen Lage in Norwegen das Fazit der nordischen Operationen. „P ovolo d' 2 ialia" laht sich von einem gut informierten Berichterstatter melden, aus den von den Alliierten gewäblten Landungsplätzen in Norwegen ergebe sich offenkundig, dah der ursprüngliche Plan der Westmachlc die Deutschen aus den von ihnen besetzten Stellungen rntt Hilfe kombinierter Aktionen der See-, und/Luftstreitkraste zu vertreiben, vollständig gescheitert sei. Nach den auherst schweren Verlusten hätten die Engländer und «rran- zosen nickt die Absicht, noch weitere Krregsschiiie aufs Smel zu setzen Auch andere Blätter unterstreichen das vollkommene Versagen der ..Hilfsaktion" Englands und Frankreichs, die sich in eine Katastrophe, zu verwandeln drohe. Ausführungen, die Reichspresiechef Dr. D l etrrch in einer freundschaftlichen Aussprache vor den Berliner Vertretern der italienischen Presie machte, „bestärkten die Zeitungen in ibrer Ansicht. Der Reichspresiechef schilderte nnr rdllcm bic 2 ü q c q 15 Äumdf tui11 c l b et JS ix 0 - (anbei und stellte ihr die tatsächliche. Lage iinNorden gegenüber ..P o v o l o d 2 ialia" schreibt, dah die Ent- wicklung der militärischen Operationen ini Norwegen. den deutschen Erwartungen entsvreche und dah sie sich sozusagen programmähig abspielte.
sicht^da?SensationsmVldunÄn ldie^DE ^kein^Ett^tz ferAtitiS1 Ä s. L-LML sehr schleckt die weitläufigen Informationen ^e- ^esimacht »rtriiapn Es (ei besser zu sagen, so meint Fabry. datz sich nichts ereignet habe als immer wieder, zu betonen dah Du"va'l. 'de?^Milttärbenchttrsttltter°des ourna£ und
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UM die deutschen Truvven aus ibren Positionen zu ver
drängen. Die Zabl müsse sich geradezu astronomisch steigern entsprechend den deutschen Verstärkungen. . _ K._
Eine andere Seite der Ereignisse in Norwegen beleuchtet die Osloer nationale Tageszeitung ..Fritt üoir . In einem mit ..England verhöhnt norwegisches Volf überschriebenen Leitartikel vergleicht das Blattdos Auf treten der deutschen nut der. englischen Luftwaffe. Als deutsche Flieger z. B. Oslo einnabmen. Itotten sie trotz Gegenwehr dank ihres guten Willens und ihrer überlegenen Manövrierkunsi die Stadt völlig unbeschädigt gelassen Anders die Engländer, deren verantivortungslose Flieger ihre4Bom6en über den Hausern der Ztvi Ibevol« fetung abgeworten hätten. Nur das wachsame und äuherst wirksame Eingreifen ..der deutschen Flak habe gröberen Schaden unter der Bevölkerung verhindern können.
In Wahrheit", so fährt die Zeitung fort. ..ist das Ganze ein Hohn auf das Land, dessen frühere Regierung systematisch eine Lügenpropaganda betreibt und Englands Geschäfte besorgt. Die breiten Massen des norwegischen Volkes empfinden für diese Remerung nur fltofcte Verachtung, da sie nicht davor zuruckschreckt. das Leben tapferer Bürger in diesem Sinne zu opfern.
Reichskommissar für die besetzten norwegischen Gebiete
Ketin, 24 Avril Der Führer ernannte Obervräsident Terbovon zumReichLmis'mr für die besetzten norw^ gischen Gebiete. Reichskornmisiar Terboven ist in dieser seiner Eigenschaft dem Führer unmittelbar unterstellt.
Wirtschaftsvereinbarungen mit Bukarest
Berli«. 24. April. Der Deutsche und der Rumänische Regierungsausschuh für die Regelung.der . deutsch-rumänischen Wirtschaftsbeziehungen haben in. Bukareii.eineacmeinwne Tdfliino obßeiMiItcn, bic beute mit bet Untct^eimnuufl einst Reibe8 oon Vereinbarungen, m denen das Ergebnis der Arbeiten der Regierungsausschusie nied^rgelegt ist. ihr ELe geLnLn hat. Deitx Regierungsausschu^ §aben etne Überprüfung der Entwicklung des Waren- m 3ab lungsverkehrs zwischen den beiden Landern vorge nommen und eine Reihe von Mahnabnttn vereinbart, durch welche die Durchführung der. früheren Vereinbarungen erleichtert wird. Insbesondere ist dafür 6ot ^Getragen worden, dah sich der Zahlungsverkehr reibungslos abwickelt.
Mer neutralem Gebiet erschossen
llutttterliches Verhalte« französischer Flieger
Berli«. 24. April. Am 22. April muhte ein deutsche« Aufklärungsflugzeug in Belgien bei Jteuf&ateau notlanoen. Die Umstände, unter denen die Notlandung erfolgte -wetten ein trauriges Licht auf die valtung .der franzosi^en Flieger- Gleich oon Ebarlemlle zu Aufnahmen an und wurde dabei
Kttegshetzer in Nöten
(Von unserer Berliner Schriftleitung)
as. Berlin. 25. April. I« den Westdemokratien ist man angesichts des Ausbleibens jeder Siegesmeldung aus Norwegen in peinlicher Verlegenheit.. Man w.eitz nJÄt was wetter geschehen sou. Einige englische Zeitungen glauben deshalb der britischen Regieruns .den Rat geben zu müssen, nunmehr Flugplätze Wafkniabriken. militärische Einttcktungen und auch Bahnhofe in Deutschland bombardie ren zu lassen. Solche Forderungen werden ledenfalls in einer ganzen Reibe von Leserzuschriften erhoben. Wir möchten meinen, dah das englische Luftfahrtministerium. anderer Ansicht ist. Ihm durste nicht unbekannt fern. baö jeber derartige Versuch gebührend beantwortet wurde. Die deutsche Presie hat daran tue tzU. Lermasten Zweifel gelaßen und das erst sehr nachdrücklich unlängst wieder unterstrichen, als die Engländer einige Bomben auf einen Schleswiger Bahn Hot abgeworfenbatten. Die amst licken englischen Stellen haben die deutsche Äoarnung auch durchaus verstanden; sie. beeilten sich, diese Bombenabwürfe zu bementieren. Wir können de «englischen Brief schrelbern nur versickern, bah die .deutsche Warnungnichts vorr lbrer Bedeutung eingebust bat. Deutschland ist stir alle Falle gewappnet und mrett, sehr bartzuruckzuscklagen.
Die französische Press« ist im allgemeinen vorsichtiger. Sie vermeidet es. ..Ratschläge zu erteilen die nur deutsche Gegenaktionen auslosen muhten, sondern ergebt sick lieber in hochtrabenden Phrasen „von der Derbundenbett aller freien Völker, den unverauherlichen Rechten der Menschheit gegenüber den Angriffen der .Barbaren usw. Anlah zu solchen Bemerkungen gibt den französischen Zot- tungen die Achte Tagung des OberstenKrte05- rates der Westdemokratien, der am Montag und Dienstag in Paris beriet. Man ist furchtbar stolz darauf, dah man diesen Obersten.Kriegsratzum „2nternatio. na-l-Alliierten Krregsrat" ausgestalten konnte. Man bat nämlich zwei polnischen Emigranten und dem norwegischen Gesandten in Paris gestattet. stchkudbiletzten Stunde mit an den Beratungstisch zu fefeen. ®ab€i bat man sich dann gegenseitig ausreichend. bewechrauchert. Der polnische Vertteter. der in Frankreich polnischer Ministerpräsident spielen darf, sicherte nämlich den Westdemokratlen bst Unterstützung der „polnischen Regierung, der Armee und des Volkes" »u. Man steht, rote die Dinge sich gewandelt haben. Als es darum ging, den Krieg zu entfachen da stellten die Westdemostatten den Polen ihre Hilfe in Aussicht. Heute lassen sich die Herren in Paris und London die Hilfe Wens versprechen, die allerdings, da die sog. 'polnische Regierung" weder über Land noch Leiste verfugt ebenso viel wert ist wie seinerzeit das Hilfsverspre^n bei Westdemostatien an bst Polen. Der norwegische Gesandte aber, dem doch eigentlich der Fall Polen batte, zu denken geben sollen, dankte für „bte Schnelligkeit und Wirksamkeit der seinem Lande durch die Westdemorratien geleisteten Unterstützung". Das geschah »u einer Zeit in der die Entwaffnung der sich noch zur Wehr..setzenden norwegischen Verbände im Innern des Landes überall schnell fortschreitet. Diese normeguschen.Verbände dursten ieben= falls eine wesentlich andere Meinung über me englisch- stanMsche Unterstützung haben, als der Herr Gesandte tn
Was im einzelnen auf dieser Achten Tagung des Obersten Kriegsrates beschtosien wurde, ist nattirlick nicht bekanntgegeben worden. Es wird nur erklärt, datz die dort gefaxten Beschlüsse geeignet feien, „unter allen Umstanden die wirksame Zusammenarbeit Englands und Frankreichs zu garantieren“. Die römische Presse glaubt — und jroar aut Grund eines Reuter-Kommentars —. dah auch die Fragen des Balkans in Paris zur Debatte gestmiden batten, d. 6. also die alten Pläne der Kiiegsauswettttng tm Sudosten. So ist es denn auck nicht werter verwunderlich, datz sich der „Daily Ervreh" .. bemüht. durch Lsigenmeldungen Unruhe in den Südoststaaten zu.schaffen. Er berichtet nämlich, es seien motorisierte deutsche Divisionen zur deutsch-rumänischen Grenze unterwegs. Dah es. eine solche Grenze gar nicht gibt, entging „den Lugnern.in der Eile des Geschäftes vollkommen. 2m übrigen aber labt bte Presie der Südoststoaten nicht den geringsten Zweifel daran, datz man dort im Gegensatz zu dem norwegischen Geiandstn in Paris sehr genau weih, was von einer Unterstützung Englands und Frankreichs zu halten ist und gar nicht »daran denkt, auf so plumpe Manöver hereinzufallen.
von französischen Jagdfliegern, überrascht. 2m Verlaust des Gefechts wurde der deutsche Flieger über belgisches Hobeitsaebiet abgebrannt und zur Notla n b u n g gezwungen. Bei ber Notlandung lagen die französischen Flieger ihrem Ovfer im Nacken, obwohl sie sich über neutralem Hoheitsgebtet befan&n. Der deutsche Flugzeugführer erhielt, als er 100 Meter übet dem Erdboden zur Landung ansttzen wollte, von hinten einen K opf( ch uh. Nur mit äußerster Nervenanstrengung gelang es ihm. sich «och einige Mimsten aufrechtzuerhalten und das Flugzeug zu Boden zu bringen, um feinem Kameraden bas Leben zu erhalten. Er selbst starb nach der Landung auf Grund der ihm heimtückisch über neutralem Boden, beigebrachten Wunde Seine Beisetzung rand am 24. Avril unter grauer Anteilnahme der belgischen Bevölkerung statt.
Britische Norwegenaktion lange vorbereitet
Mfschluhreicher Kartensund in Lillehammer
Berlin, 24. Avril. In den Kämpfen bei Lillehammer haben die deutschen Truppen militärische Karten vom norwegischen Gebiet im MaKab 1:100 000 erbeutet, die im b r i - tischen Kriegsmini.sterium nach norwegischem Material nachgedruckt worden sind. Diese Karten sind ein weiteres Beweisstück für die von langer Hand vorbereitete britische Landungsaktion in Norwegen.
Schon 16 Tote und 136 Verwundete
Rom. 24. Avril. Die Unruhen in Rangoon dauern, wie „Ei ornale b' 21 aIia" berichtet, weiter an. Man Mit jetzt bereits 16 Tote und 136 Verwundete. Die Polizei verhaftete im ganzen 270 Personen. Der Relsrnarkt und die Kinos in Rangoon sind geschlossen worden.
