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Freude'

Wiesbadener Tagblatt

Montag, 15. April 1940

Nr. 88 Seite 5

Die tausendjährige Straße

35. Fortsetzung.

tgen steilen ihm! Vor-

Faustina stieg auf den Bock neben Otwin. Der Arzt und Polizist nahmen am Wagenende Platz. Ein paar Leute der Menge liefen nach dem entwichenen Schimmel.

aus der

Roman von Ernst Zahn

(Nachdruck verboten.)

Der Polizist stellte ein Verhör an.

Otwin stand ihm Rede: „Schreibt die drei Pferde auf. Und das Unglück, den Zufall!"

Der Beamte wandte sich an Faustina: „Was wißt Ihr?"

Sie schaute auf Otwin, aufgeschreckt und als mutzte sie bei ihm Rat holen. „Nichts anderes als er", gab sie dann mit engem Atem zurück.

Inzwischen war bekanntgeworden, wer der Tote war.

„Er ist Euer Schwager?" fragte der Gendarm.

Faustina nickte.

„Was wollt Ihr tun?" fragte der andere weiter.

Da ritz sie sich zusammen. „Ihn Heimbringen", ant­wortete sie. Ihr Herz lag wie zwischen Tierkrallen. Aber sie sah Otwin an, und feine starre Ruhe half ihr, datz sie eine. Art Fassung gewann. *

Männer schafften den beschädigten Wagen neben die Stratze. Andere hoben den Toten in den Zweispänner. Man legte ihn auf eine Decke zwischen die Bänke.

Die Nüstern der beiden Braunen streiften beinahe schon den Wagen Redings. Faustinas kurzes Haar wehte im Wind. Es sang in ihren Ohren, ihrem Blut, ihrem Herzen. Bald wie Klirren eiserner Räder, bald wie ein Kriegslied. Otwin rückte auf seinem Sitz bis dicht hinter den ihren. Vielleicht brauchte sie seine Hilfe! Sie fuhr wie ein Teufel! Aber ihre Hast entzündete auch ihn. Nur sah man es dem langen steilen Menschen nicht an. „Recht!" schürte er. „Gebt es ihm! Vor­bei an ihm!"

Reding konnte die Worte nicht verstehen, aber er horte das Keuchen der Gäule, das Rasieln der Räder neben seinen eigenen Radnaben. Da hob auch er zum erstenmal die Peitsche. Die sollten ihn nicht foppen! dachte er.

Die Stratze war jetzt leer. Niemand in der Nahe. Dort nahte schon die Stelle, wo Redings Seitenweg abbog.

Faustina sah sich um die Genugtuung, den andern über­holt zu haben, gebracht. Sie schrie den Pferden zu. Die Peitsche bitz ihnen in den Rücken. Mit einem wilden Satz strebten sie vorwärts. Dabei erfaßte ein Vorderrad den Ein­spänner und ritz ihn quer über die Stratze.

Was nun geschah, war das Werk von Sekunden. Otwrn kam über Faustina und ritz die Zügel an sich. Vielleicht, um ein Unglück zu verhüten, vielleicht----

Auf dem quer sich stemmenden Wagen schwankte Reding.

Otwin stand wie ein Eisenpfahl, die braune eckige Stirn unterm schwarzen Haar in eine einzige Falte gespalten.

„Vorsicht zum Donner", schrie Reding ihn an.

Sie waren dicht nebeneinander, der hohe Blonde und der schwere Schwarze. Und Otwin fuhr zu.

Im nächsten Augenblick bildeten Wagen und Pferde einen Knäuel. Und Reding schlug über den Band seines Wagens hinaus zu Boden.

"Faustina schrie auf: „Mein Gott!"

Die beiden Braunen risien sich und den Wagen frei. Der schöne Schimmel kam von den Beinen. Ein Rad der Ein­

spänners flog zur Seite. Irgendwo unter Tier und Fuhr­werk lag ein Mensch.

„Halt an!“ gellte Faustinas Rus.

Otwin schaute rückwärts. So grötz war seine Krast und Seine Ruhe, datz er die erregten Braunen meisterte, als wären ie Schafe. Schwitzend und zitternd standen sie an der Deichsel.

Er aber machte sich klar, was geschehen war. Seine erste Empfindung war die einer befreienden Genugtuung.

„Der Krieg ist zu Ende, Frau", sagte er.

Sie hörte es nicht. Sie stand schon am Boden.

Der Schimmel Redings hatte sich emporgearbeitet. Seine Hufe zerschlugen die Deichsel. Die Stränge rissen. Das Pferd stob den Weg zurück, den sie gekommen waren. •

Faustina zog einen toten Mann aus den Wagentrüm- mern. Blut lag als Lache auf der Stratze, aber das Gesicht Redings hatte keine Wunde. Es war weiß und ruhig. Das blonde Haar hatte an einer Stelle den Staub von der Stratze gebürstet.

„Hilf doch!".schrie Faustina den Otwin an.

Auf der Stratze kamen Leute dahergestürmt, die das fliehende Pferd erschreckt.

Otwin stieg von seinem Fuhrwerk, aber er lieh die Zügel der Pferde nicht. „Sie stehen nicht still", entschuldigte er sich. Sein Gesicht zuckte nicht.

Helfer packten an. Man legte den Verunglückten auf das Gras der nahen Wiese.

Unglückskunde hat schnelle Beine. Binnen kurzem ver­mehrte sich die Schar der Neugierigen. Ein Arzt kam ge- lausen.

Faustina trat jetzt beiseite. 2n ihr war Kummer und Wirrnis und Grauen.

„Was ist denn geschehen?" fragte sie einer.

„Drei Gäule sind wild geworden", antwortete Otwin statt ihrer; und in feinen Worten war nicht eine Spur von Schwäche oder Furcht oder Zweifel zu finden.

Faustina wollte widersprechen: „Du hast — du bist —"

Aber er schnitt ihr mit seiner glasigen Stimme die Rede ab. „Ich bin gefahren wie der andere. Das übrige haben die Pferde getan."

Ein Polizist kam an. Der zog ein Buch.

Der Arzt untersuchte den Verunglückten. „Da ist nicht mehr zu Helsen", erklärte er.

Jetzt lenkte Otwin an die Stratze ein, auf der Reding ge­kommen war.

Faustina stöhnte leise.

Otwin neigte sich gegen sie. „Der Krieg ist aus", wieder­holte er noch einmal.

Sie schaute in sein Gesicht. Hatte er es bewutzt getan? Für sie und die drei Brüder? dachte sie.

„Es ist gekommen, wie es hat müssen", flüsterte er weiter. Die hinter ihm konnten es nicht hören.

„Du bist ein Stein", gab sie ganz leise und keuchend zurück.

Er gab keine Antwort mehr. Was geschehen war, schien ihm ein Schicksal, und er empfand sich selbst als Werkzeug. Darüber, wie weit er sich bewutzt dazu gemacht, grübelte er nicht. *

So fuhren sie hin Im Trab.

Erst, wo es grg-' d e Dallesiwiler Fabrik hinausqinq, lieh Otwin die Pferde ,m Schritt gehen.

(.Fortsetzung folgt.)

iem Führer gegenüber ci Nit besuchte Versammln«!!

der

Neues aus aller "Welt

Telefon 26568

Ungedrucktes aus Alt Nassau

Nassaus Beitrag zu dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg

chwer beschädig!. ___

6 Menschenleben zu beklagen, doch ---------------— Zahlen vor. — Auch in der Gegend der Stadt Smyrna haben sich wieder schwere Überschwenk'- mungen ereignet, die ebenfalls großen Schaden anrichteten. Zur gleichen Zeit werden aus verschiedenen Städten Anato­liens fortgesetzt stärkere Erdstöße gemeldet, unter anderem aus Simas und Samsun.

H. Wintermeyer durch em kleines Geschenk Überrascht. Als neuer Hausmeister wurde Turnwart A. Rosiel verpflichtet. Mit mahnenden Worten, daß feder Turner seine Pflicht treu dem Führer gegenüber erfüllt, schloß der Vereinsführer die gut besuchte Versammlung. — Am Hafen hat es jetzt mehr Platz gegeben, denn in letzter Zeit wurden große Mengen Lang- und Kurzholz ihren Bestimmungsorten zugeleitet. — Wieder verlasien haben den Schiersteiner Hafen die fünf stolzen Schwäne, die von allen Besuchern so gerne gefüttert wurden. Wohin sie sich begaben, konnte bisher leider noch

Verbrecher schießt zwei Kriminalbeamte und eine« Soldaten nieder. In Berlin-Lichterfelde schoß am Freitagabend ein Verbrecher, der eines Einbruches überführt worden war. zwei Krimmalbeamte und einen Soldaten nieder. Der eine Kriminalbeamte, namens Odermann, wurde auf der Stelle getötet, während der andere. Älber- mann, mit einem lebensgefährlichen Schub in den Leib be­sinnungslos zusammenbrach. Der Soldat hatte sich dem Verbrecher bei seiner Flucht in den Weg gestellt. Der Soldat, der Kanonier Basen, erhielt einen Brustschuß, an dessen Folgen er kurz darauf verstarb. Inzwischen hatte man aber den Verbrecher von allen Seiten umstellt, und als er sah, daß es kein Entrinnen mehr gab, schoß er s i ch s e l b st eine Kugel in den Kopf und brach tot zusammen.

Der Orang-Utan als Wächter. In M o n c a d o bei Valencia hat ein gewisser Paolo Lacardo eine Villa. Dieser weitgereiste Herr hatte sich aus den Tropen einen Orang- Utan als Hausgenossen mitgebracht, und auch als der Riesen­affe heranwuchs, blieb er bei seinem Herrn in voller Frei­heit, denn er war zutraulich und zahm, hatte nur von seinem Herrn eine Eigenschaft geerbt: er war menschenscheu. Als Paolo Lacardo jedoch dieser Tage sein Schreibzimmer be­trat, sah er eine furchtbar verstümmelte Leiche auf der Erde liegen. Das zerfetzte Gesicht und der eingedrückte Brustkorb lieben keinen Zweifel darüber, dab der Orang-Utan hier gewütet hatte. Lacardo alarmierte sofort die Polizei und die stellte bald fest, dab es sich bei dem Toten um einen be­rüchtigten Einbrecher handelte. Sicherlich war der Mann, der nichts von der Anwesenheit des Affen wußte, bei Lacardo eingebrochen, von dem Tier überrascht und getötet worden.

Drei Lagerhäuser in Gent niedergebrannt

30 Millionen Francs Schaden e

Gent, 14. Avril. Im Hafen von Gent ist am Samstag­vormittag ein Eroßfeuer ausgebrochen, das in kurzer Zeit riesige Ausmaße angenommen hat. Drei Lagerhäuser mit insgesamt 20 000 Ballen Baumwolle. Jute und Leinen sind vernichtet worden. Der Sachschaden wird vorläufig auf 30 Millionen Francs geschätzt.

Der Brand kam in einem Lagerschuppen zum Ausbruch, in dem sich 5000 Ballen Baumwolle befanden. In kurzer Zeit griffen die Flammen auf zwei weitere Lagerhäuser über, die ebenfalls vernichtet wurden. Der Riesenbrand griff so stark um sich, daß die umliegenden Häuser in fieberhafter Eile geräumt werden mußten.

Überschwemmungen und Erd flöße

" in der Türkei

Großteuer in Colon

New Bork, 15. Avril. Wie Associated Preß aus Colon an der Osteinfahrt des Panamakanals meldet, zerstörte ein Eroßfeuer zahlreiche Gebqude im Stadtzentrum. Da die Flammen auch das Gebäude der Kanalverwaltung und andere Regierungsgebäude bedrohten, wurden Pioniere ein­gesetzt, um durch Sprengungen eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhüten. Mehrere tausend Einwohner Colons sind obdachlos.

Nach Frühlingswetter wieder Schneefall in Italien. In der norditalieniichen Ebene in der Gegend von Novara ist inmitten des Frühlings plötzlich wieder der Winter ein­gezogen. In den ersten Morgenstunden des Samstag fiel im ganzen Gebiet unter starkem Rückgang der Temperatur Schpee.

Das 16. Kind. Dem 43jährigen Bauarbeiter Antonio Cattacin in Padua wurde in diesen Tagen in 20jähriger Ehe das 16. Kind geboren. Die glückliche Mutter, die 40 Jahre alt ist, befindet sich ebenso wie das Neugeborene in bester Gesundheit.

Nummer int Archivinventar.

Bei der Aufführung eines Gebäudes für das nassauische Ee- samtarchiv in Wiesbaden im Jahre 1880 wollte man nicht ein be­sonderes Gemach für den sonderbaren East opfern, sondern suchte sich seiner aus irgentz eine Weise zu entledigen. Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg war auch bereit, das Instrument nebst dem Holzuntergestell, auf dem. mit einem blauen Anstriche versehen, einstweilen auf dein Dillenburger Schloßhofe einige Schaukanonen paradiert hatten, zum Preise von zehn Mark zu-

nicht in Erfahrung gebracht werden.

W.-Dotzheim: Die Ortsgruppe Dotzheim der NSDAP, htelt am Samstag im ,.Turnerheim" eine große öffentliche Versammlung ab. die sich von leiten der Partei- und Volks- genosien eines guten Besuches erfreute. Ortsgruppenleiter Kersting richtete nach Begrüßungsworten einen Avvell an alle Eltern, die Jungen und Mädels zum pflicht- und regelmäßigen Dienst in der HI. und dem BDM. anzuhalten. Heute mehr denn je gelte es für die Jugend, dem Führer freudig zu folgen. Sein weiterer Avvell befaßte sich mit der Metallsvende zum Geburtstag des Führers, deren Samm­lung nur noch eine Woche dauert,'in der jeder Volksgenosie Gelegenheit habe, sein Opfer freiwillig zu bringen. Sodann lvrach der Ortsgrupvenleiter Knies in packenden Ausfüh­rungen über den gegenwärtigen Daselnskamvi unseres Volkes, der die grobe Bewährung des Gemeinschafts- gedankens darstelle. Ausgehend von bet dem Feind vor 300 Jahren im Westfälischen Frieden gelungenen Zerstücke­lung Deutschlands, die sich niemals mehr wiederholen wird, bis zur durch Adolf Hitler garantierten Einheit Eroß- deutschlands urnriß der Redner anschaulich das Zeitgeschehen der letzten Jahrhunderte. Heute aber kämpfe jeder, ob an der Front oder in der Heimat, mit dem Führer für Deutsch­lands endgültige Freiheit in'der Welt. Die Kundgebung wurde durch Marschmusik des Reichsarbeitsdienst-Musikzuges umrahmt.

, ,ten zu erwerben. Die nassauischen erdinas einfacher und billiger gehabt, die Napoleonische Zeit in dem Landes-

' . Max Ziemer.

stark, daß die Flasche explodierte und dabei den Ofen zum größten Teil zerftrengte. Von den umherfliegenden Ofenteilen wurde ein in der Stube sitzender Junge am Kopf getroffen und so schwer verletzt, daß er nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußte.

— Viernheim, 13. April. Im Keller eines hiesigen Betriebes erzeugte ein Koksofen Kohlenoxydgas. Zwei Lehrlinge wetteten um ein Glas Vier, wer es am längsten in der ver­gifteten Luft aushalten würde. Einer der Lehrlinge wurde bald betäubt und mußte ins Krankenhaus gebracht werden, wo man ihn mit dem Sauerstoffapparat wieder zu Bewußtsein brachte. Der andere Lehrling ist aus diesem dummen Streich ohne Schaden dnoongekommen.

Istanbul. 15. Avril. In ben letzten Tagen ist die Türkei erneut von schweren Naturkatastrovben heimgesucht worden, der Euvhrat ist über ferne Ufer getreten und hat bie ost- anatolische Stadt Elasis überschwemmt. In der Bevölkerung ist Panik ausgebrochen. Eine Anzahl von Häusern ist ein­gestürzt, andere wurden schwer beschädigt. Der Sachschaden ist sehr groß. Es sind auff ? - -

liegen hierüber noch keine .

Zu dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg hat auch Nasiau ein kleines Scherflein beigesteuert. Es hat dies nicht getan um dem großen Ganzen zu dienen, auch nicht aus eitler Ruhmsucht, seinen Namen in dem gedruckten Führer durch dre Sammlungen vertreten zu sehen, wo bestheinigt wird, da^ die aus der Zeit der Franzosenherrschaft am Ende des 18. Jahr­hunderts flammende Guillotine aus dem vormals nasiauffchen, jetzt preußischen Archiv zu Idstein in das Museum gekommen ist. Die Sache verhält sich nämlich folgendermaßen.

Unter allen Potentaten in der Südwestecke unseres Vater­landes hatte am Anfang des 19. Jahrhunderts nur der Fürst von Nassau-Dillenburg ein so starkes Rückgrat, dem großen Empereur seine Reverenz zu verweigern, und mußte infolgedesien den Wanderstab ergreifen, worauf Napoleon das annektierre Land zu dem seinem Schwager Murat geschenkten Eroßherzogtum Berg schlug. Im Dillenburger Schloß tagte jetzt ein französisches Ee- richtstribunal, und als nach dem unglücklichen Rusienfeldzug die Gärung im Lande zunahm, sandte 1813 der Staatsrat und Eeneral- vrokureur in Düsseldorf eine der ominösen Maschinen zur Ent­fernung überflüssiger Köpfe an den Präfekten des Siegdepartc- ments in.Dillenburg zur Stütze der wankenden Herrschaft. Aber Blücher marschierte zu schnell, und die Eerichtsherrn mußten noch im selben Jahre Hals über Kopf Reißaus nehmen und li. ;en ihre kalte Mamsell schnöde im Stich, die nun in einem einsamen Speicherraum Über das Auf und Ab im irdischen Dasein nachzu- grübeln Zeit hatte, während die unteren Räume des Schlosses mit den Regalen für das Dillenburger Filialarchiv angefüllt wurden.

Jin Jahre 1841 entdeckte ein neuer Archivverwalter die Ein­same in ihrer Verbannung und wies ihr einen Ehrenplatz in dem verschließbaren Urkundenzimmer an. Aber bei einer Revision be­kam der inspizierende Beamte, ein etwas gruseliger Herr, eine solche Angst vor dem scharfen Zahn des Ungeheuers, daß er nicht eher ruhte, bis cs in dem sichern Gewahrsam des hohen Kriminal- gerichtes gebracht war. So blieb es bis zum siegreichen Einmarsch

Preußen 1866. Damals wurde die Guillotine wieder eine

Schaukanonen paradiert hatten, zt züglich Verpackungs- und Frachtkost, Untertanen hätten es allerdings dieses Erinnerungsstück an i' museum in Wiesbaden zu bewundern.

Altpapier • Metalle • Alteisen

Heinrich Gauer

16 Uhr eine Fußgängerin van einem Radfahrer angefahren. Sie kam zu Fall und erlitt Verletzungen am Kavf.und linken Bein. Mittels Sanitätswagen wurde sie dem Städt. Kranken­haus »«geführt

Wiesbadener Vororte

W.-Birbrich: Am Samstag gegen 13.15 Uhr nun es Ecke Wiesbadener Straße und Vergitrabe zu einem Zusammen­stoß zwischen zwei Lastkraftwagen. Es enfftand geringer Sach- lchaden. Die Schuld an dem Unfall trifft den Führer des einen Wagens, da dieser die Vorfahrt außer acht ließ.

W.-Schierstei«: Die Jahreshauptversammlung der Turn gemeinde Schier st ein wurde von Vereins- fübrer Lahn eröffnet und geleitet. Nach der Ehrung ver­storbener Vereinsmitglieder erfolgte der Bericht über das verfloßene Vereinsjahr, aus dem zu ersehen war. daß trotz des Krieges in allen Abteilungen reges turnerisches Leben herrscht, und daß auch bie wirtschaftliche Lage zufrieden­stellend ist. Eine Wiederwahl des Vereinsführers Lohn konnte nicht erfolgen, da er dieselbe ablehnte. Die Wahl wurde auf eine spätere Mitgliederversammlung verschoben, bei ber auch die neu zugestellten Einheitssatzungen anzu­nehmen sind. Für die einberufenen Führerratsmitglieder übernahm Fritz Fischer bas Amt des Kassenwartes und Wolf K l e t n bas des Mitgliedswartes. Der Tumerausschutz setzt sich zusammen aus: 1. Turnwart August Rosiel. 2. Turn­wart Peter Münch und Leiterin der Frauenabteilung Frieda Leukel. Für 50jährige treue Mitgliedschaft wurden die Turner Fritz (Ehrengart und August Lohn geehrt und zu Ehrenmitgliedern ernannt. Für 25jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Eg. Ambrosius. (Ehr. Deisel, W. Lehr. F. Reinmann, L. Rosiel und 2. Wintermeyer. Für ßOiährtge treue Dienstleistung an ber lab. wurde das Mitglied

Nus Gau und Provinz,

= Schloßborn. 15. April. Der 35jährige Landwirtssohn Paul Hermann wollte für seine Witwe eine Fuhre Dung aufs Feld fahren. Auf der ziemlich steilen Hermann-Gdring-Straße kam der Wagen plötzlich ins Rollen. Der junge Landwirt wurde zur Seite geschleudert und fiel tot um. Die Leiche zeigte keine nennens­wetten Verletzungen, s» datz angenommen werden muh, datz Hermann einen Eenickbruch erlitt.

= Lauterbach, 13. April. In dem Kreisort Maar stellte eine Frau eine gefüllte und fest verschloßene Wärmflasche in die Ofenröhre des Wohnzimmerofens. Während die Frau ihren Arbeiten nachging, erhitzte sich das Wasier in der Wärmflasche so

Wegen Heimtücke bestraft

-- Rain,, 15. April. In Mainz tagte das Sondergericht Darmstadt und behandelte zwei Fälle von Verstöhen int Sinne des Heimtückengesetzes. Eine 45jährige Frau aus Mainz hatte auf dem Nachhausewege nach einet Luftschutzübung gegenüber einer anderen Frau eine gehässige Bemerkung gemacht. Drei Frauen sagten unter Eid aus, datz die Angeklagte, die vor Gericht leugnete, die treffende Bemerkung gemacht habe. Sie wurde wegen Ver­gehens gegen § 2 des Heimtückengesetzes vom 20. September 1934 zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. — Der 28jährige Ernst Treukin aus dem Sudetengau, ein arbeitsscheuer Bursche, wurde wegen Verbrechens im Sinne des § 5 des Heimtücken­gesetzes, wegen zwei Unterschlagungen, acht Betrugsfällen und wegen Übertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung zu zwei­einhalb Jahren Gefängnis verutterlt. Der Angeklagte, der es auf keinem Arbeitsplatz lange aushielt, hatte einem Arbeiter ein Motorrad abgekauft, nur einen Teil bezahlt und das Rad weiter­verkauft, ohne es zu liefern. Mit einer Werkscharuniform, die er an seinem letzten Arbeitsplatz unterschlug, fuhr er auf dem Motorrad durch Deutschland, prellte Gastwirte und Tankstellen in Mainz und Umgegend. Er besaß die Dreistigkeit, sich als H I. - Führer auszugeben und Lügen Über die Ermordung feinet Angehörigen aufzutischen, um sich Vorteile zu verschaffen.

Exemplarische Strafe für Müßiggänger

= Koblenz, 15. Avril. Ein verheirateter Mann aus Münster- maffeld, Vater von fünf Kindern, vernachlässigte in gröbster Weise die Pflichten gegenüber seiner Familie. Seine Lohngelder fetzte er zum größten Teil in Alkohol um. Als er auswärts eine Arbeitsstelle antreten wollte, nahm er die von seiner Frau besorgte Fahrkarte, löste sie wieder ein und vertrank das Geld. Er wurde zu zehn Monaten Gefängnis und acht Wochen Haft verutteilt. Außerdem wurde die Unterbringung in einem Arbeits­haus nach verbüßter Strafe angeordnet.

Abteilung Jugend.

Am Mittwoch, den 17. April 1940, abends 20 Uhr, findet eine Betriebsjugendwalter-Vesprechung für die Fachabteilung Energie- Verkehr-Verwaltung, Banken und Versicherungen, Freie Berufe, Gesundheit, Chemie, Druck und Papier auf der Dtenstelle der DAF., Luisenstraße 41, Zimmer 21, statt.