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Wiesbadener TaMatt

®nnf und «erlag: $Qe Erfcheinungszeit:

Erscheinungszeit

88. Jahrgang

Rr. 52

Freitag, 1. März 1940

Wöchentlich

mit einer täglichen

«erlag.

S. C4dtea»crg’f4e Si<5»nufe*ti, ^-gdlatt-H-»»» Aernsprecher.Sammel.rrr. 39631. Drahtanschrift: Taoblatt Wiesbaden. PoftschäSoMo: Frmäfnrt a. M. Sk. 7405.

emeionmttHe: Lin Millimeter HSbe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grand, preis 7 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 60 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 8, NachlSsse nach Preisliste Nr. 8. — Schluß der Anzeigen ^Annahme 9Vi Uhr vormittags.

6 Ausaoben »eMgu* «-»"m-,«.

»***'*’” Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends außer Sonn. u. Feiertags

Unterhattmrgsbeila-e Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf

Bernoepeeisei Für 1 Wochen 94 Stof, für einen Monat RM. 2.—, einschließlich Traglohn. Durch die Post bezogen. RM. 2.35. zuzüglich 36 Rpf. Bestellgeld, Einzelnummern 10 Stof. Die Behinderung der Lieferung rechtfertigt feinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises.

neu Gruben

benbolz voraus, das die Engländer dem Baltikum, aus Ruhland und den

Krieg aus

Und

vor dem nordischen

der sah.

... spüren die Auswirkungen des^ M besten zeigt das wohl die Tat-

unter dem Vorsitz des ''ränkungdes Aoh. Zu diesen

U-Boote verloren hätten. Früher hatte der Lügenlord be- """ "V'""L"L *" r auf dem Gebiete der

Staaten bezogen. Finnland, Estland. Lettland und Litauen fallen aus. da die Ostsee von Deutschland kontrolliert wird. Ruhland bat jede Lieferung eingestellt und auch die Trans­porte aus Norwegen müssen die deutschen U-Boot-Sperren passieren. Me die „Daily Mail" zugibt, sah man sich ge­zwungen. bereits im ersten Vierteljahr des Krieges 14 bei größten Bergwerke stillzulegen. was dock wohl nickt allein auf innere Desorganisation, wie das engliscke Blatt behauptet, zurückzuführen ist. Sckon im November des vergangenen Jahres konnte der englische Bergbau die mit

leite des öfteren angedeutet, dah wir ..... _____ ______ ...

U-Boot-Waffe kurz vor dem Ende stünden. Nun. unsere U-Boot-Helden werden diese Phantastereien mit über­legenem Lächeln quittieren. Ihre Antwort werden Taten sein. Taten, die dem Ersten Lord der britischen Admiralität auch weiterhin die Sprache verschlagen dürften. Hat er doch erst letzt im Unterhaus erklärt, daß er m ü d e sei. Müde der Politik der Neutralen, die nicht bereit sind, an Englands Seite zu kämpfen. Die Madrider Zeitung „In- formaciones" bemerkt dazu ironisch, dah das die einzige Stelle gewesen sei. an der das Unterhaus Beifall geklatscht habe. Unsere tapferen U-Boot-Fahrer werter dafür sorgen, dah Churchill noch des öfteren aus seiner Müdigkeit auf­geschreckt wird. Wenn dann der ehrenwerte Lord um so hoffnungsloser zusammenklappt, so ist das nicht unsere Schuld. Er erntet nur. was er gesät hat.

Tagesbefehl des Generalfeldmarfchalls Göring

Zur fünften Wiederkehr des Gründungstages der Luftwaffe

Der Bericht des Oberkommandos

Berlin, 1. März. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Westen örtliche Artillerie- und Spähtrupptätigkeit.

Wie durch Soudermeldung bereits bekanntgegeben, hat ein von Fernfahrt zurückgekehrtes unter dem Kommando von Korvettenkapitän Werner Hartmann stehendes U-Boot die Versenkung von 45 000 Bruttoregistertonnen gemeldet. Das U-Boot hat damit in zwei Unternehmungen die ®e» samtversenkungsZiffer von 80 000 Brutto« regiftertonnen erreicht.

Die Luftwaffe führte am 29. Februar erneut, trotz ungünstiger Wetterlage, Aufttärungsflüge über O ft - frankreich und der Nordsee durch.

euch die gtonensliegerhelden des Weltkrieges ehern» fortleben wie die Blutzeugen der national« KHdien Bewegung. Das dentfche Bolk weih, bah >hr. fein Schutz und Schirm gegen jeden Angriff aus der Luft lerd. Aber auch eine vernichtende Waffe gegen a?e. die den «ineden verbrecherisch störten, weil der Aus- st,eg unseres Volkes aus der Versklavung von Versailles zur Seachteten Grossmacht die Neider auf den Plan tief, um das leid), das unser Führer anfgebaut bat. zu zerschlagen.

Euch, meine Kameraden, die ihr in der finft und am Boden als Angehörige der Fliegertruppe, der Flakartillerie «ab dtt^Luftnachrichtentruvve tapfer und treu eure srsrnuber eurem Führer und eurem Volk erfüllt, tereäe ich heute om Grnndungstage unserer jungen Waffe ” e * ” e « Dank und meine Anerkennung aus. In veionderer Verbundenheit gedenken wir an diesem Tage __üi . « >> > f f®it bein nsatz ihres Ledens benegelten. Sie stad uns Mahnung und Verpflichtung zugleich, ihrem Heldentum nachzueifern und in ihrem Geist weiterznkamvfen, bis der endgültige Sieg unser ist. Heil unserem Führer! Hermann Göring.

Berlin. 29. Sehr. Eeneralfeldmarschall Göring hat aus Anlass der Wiederkehr des Eründungstages der Luft­waffe am 1. Mär» folgenden Tagesbefehl erlassen:

Tagesbefehl rum 1. Mär, 1940:

Soldaten der Luftwaffe! Kameraden!

, , Die fünfte Wiederkehr des Gründnngstages unserer stolzen Waffe findet uns aagetreten und kämpfend nach dem Gesetz des unserem Vaterland anfgezwungenen Krieges.

. .Bor fünf Jahren erfuhr die Welt, dad es wieder eine Luftwaffe gibt. Die Seit die uns von jenem be­glückenden Tage trennt, war erfüllt von härtester Arbeit, restlosem Einsatz und bedingnngs- loser Hingabe jedes einzelnen, der mitschnf an unserem großen Werk.

Kameraden! Itzt habt in den Jahren des Aufbaues, vor allem aber, als euch der Führer und Oberste Befehlshaber »»m «ckmtze der Heimat aufttef. gezeigt, welcher Geist euch erfüllt. Ihr hebt im Frieden und im Krieg bewiese«, datz tu

Kein Wunder, wenn sich bei dieser Lage der Din- französische Ministerpräsident Daladier veranlass,____

vor jedem Optimismus zu warnen. Im Aussen- politifchen Ansschuh der Kammer erklärte er. man dürfe sich unter keinen Umständen der Illusion hüt neben, dah Deutsch­land am Rande des Zusammenbruches stehe und dah man deshalb nur zu warten brauche, um Deutschland zu beseitigen. Damit gesteht Herr Daladier erneut ein. dah der Krieg dock wesentlich anders verläuft, als die eng­lischen und französischen Kriegshetzer stck das vorgestellt haben. Auck die Franzosen spL Krieg, immer stärker. Am heft...--------

sacke, dah der französische Ministerrat.unter 1 Staatspräsidenten Maßnahmen zur Einsckr Nahrungsmittelverbrauches beschl

Oberst Boldini vom Reicksauhenminister empfangen

Der Stabschef der italienischen Jugendorganisation. Oberst Boldini. wurde in Begleitung des Stabsführers der 63.. Lauterbacher, vom Reichsminister des Aus­wärtigen empfangen.

Sch. Mit der Heimkehr des Unterseebootes unter Füh­rung von KorvettenkWtän Werner Hartmann ist die Geschichte der stolzen Waffentaten unserer U-Boote um ein neues Ruhmesblatt bereichert. Auf einer einzigen Fahrt haben die Torpedos acht Schiffe auf den Grund des Meeres geschickt. 45 000 Brutto-Register-Tonnen sind das Ergebnis dieser siegreichen Fernunternehmung. Eine Spitzen­leistung. die bislang noch von keinem deutschen U-Boot erreicht worden ist. Selbstverständlich. dah den Helden bei ihrer Ankunft im Heimathafen ein begeisterter Empfang bereitet wurde. Admiral Car l s und der Befehls­haber der U-Boote. Konteradmiral Donitz. sprachen den bärtigen Männern den Dank für ihre Tapferkeit aus. ... wenn sie nun nach wenigen Wochen wiederum die wahrt nach England antreten, so wird ihre Brust geickmuckt sein mit dem Eisernen Kreuz I. und II. Klasse. Eine Auszeichnung, die sie sich durch mutigen und unentwegten Einsatz immer aufs neue verdienen müssen. „ „

80 000 BRT. wurden durch das U-Boot des Korvetten­kapitäns Hartmann in zwei Fernunternebmang«n zur Flotte Neptuns geschickl. Man muh dabei berücksichtigen, dah wir es heute fast ausschliehlich mit bewaffneten Handelsdampfern zu tun haben. Em Umstand, der die Gefahrenmomente stark erhöht hat Aber auch Ver­gleichsziffern aus dem Weltkriege beweisen, daß die Kamof- leistungen von Korvettenkapitän H art mann und Kapitän- leutnant Schultze, der erst dieser Tage! 15 0W BRT. ver­senkter Tonnage melden konnte, in leder Weise Schritt halten mit den stärksten Erfolgen deutscher U-Boot-Kommandanten überhaupt. Wir denken etwa an Kapitanleutnant Stein­brink. der in 11 Monaten bis Ende 1917— dem Jahr her höchsten Handelskriegserfolge — 200 000 BRT. vernichtete, oder Kapitänleutnant Rose, der von Februar, bis Septem­ber 1917 insgesamt 124 000 BRT. unschädlich machte, oder Kapitanleutnant Arnold de la Per tert, der nach zwei Fahrten im Mittelmeer 113 000 BRT.. versenkt hatte. Dah Korvettenkapitän Hartmann nach zwei Fernfahrten 80 000 BRT. als versenkt melden kann, reiht ihn — ebenso wie Kapitänleutnant Schultze — in die erste. Reihe siegreicher deutscher U-Bootkommandanten ein. Wobei die Versenkungs- zisfer allein keineswegs die Tätigkeit eines U-Bootes umfasst. Hinzu kommt die zahlenmäßig nicht vermerkte Kontrolle von Handelsschiffen, die nicht vernichtet zu werden brauchten.

Erst am Dienstag hat Ehur äul im Unterhaus er­klärt. daß die Deutschen seit Ende 1939 etwa die Hälfte ihrer

Spitzenleistung der deutschen U-Boote

Trotz ungünstiger Wetterlage Aufklärungsflüge über Ostfrankreich und her Nordsee

Sumner Wells bei Ribbentrop

Berlin, 1. März. (Funkmeldung.) Der amerikanifche Unterstaatssekretär Sumner Wells, der Freitagmorgen zu einem kurzen Besuch in Berlin eingetroffen ist, wurde vom Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop um 12 Uhr im Auswärtigen Amt empfangen. Der Geschäfts­träger der Vereinigten Staaten von Amerika, Botschaftsrat Kirk, wohnte der Unterredung bei.

Antwort unserer ll-Boote an Churchill

es. Berlin, 1. März. Den Namen unserer erfolgreichsten U-Boot-Männer Günter Prien und Herbert Schultze ge­sellt stck der Name des Korvettenkapitäns Werner Hart­mann hinzu. 45 000 BRT. Schiffsraum versenkte sein U-Boot auf einer einzigen Fahrt. 35 000 Tonnen waren der Erfolg einer anderen Fahrt dieses U-Bootes gewesen, das somit auf zwei Fahrten 80 000 Tonnen Schiffs­raum auf den Grund des Meeres schickte. Das sind Zahlen, die Herrn Churchill nickt gerade besonders erfreuen dürften, obwohl der Lügenlord erst in seiner letzten Rede grossmäulig erklärte, dah die U-Boot-Blockade England nicht im mindesten errege. Im Gegensatz hierzu steht allerdings die Tatsache, dah Chamberlain an die englische Landwirt­schaft appellierte, mehr zu erzeugen, da England es sich nicht mehr leisten könne. Lebensmittel in dem bisherigen Umfang aus Übersee zu beziehen, da sonst andere für die Kriegführung lebensnotwendige Rohstoffe nicht bereinge- bracht werden könnten. Das zeigt die Schisfsraumnot Englands sehr klar. Unsere U-Boot-Männer werden da­für sorgen, dah diese Not weiterhin schnell wachsen wird. Auch her Warnungsruf Lloyd Georges, dah England ohne Ausnutzung her brachliegenden Ländereien in feiner Ernäh- rungslage ernstlich bedroht sei. ist nicht minder kennzeichnend. Lloyd George fügte hinzu. Englands Ernährungslage sei viel schlechter als 1914. andererseits sei die gegen­wärtige Blockade Deutschlands lange nicht so scharf wie im Weltkrieg, da Deutschland jetzt über Hintertürchen und Seitentürchen verfüge.

Daladier warnt vor Optimismus

Die Chancen

Von Heinrich Karl Kun,

„Kann England den Krieg gewinnen?" Ohne Zaudern und ohne Vorbehalt verneinen wir diese Frage. Ein britischer Erfolg würde alle dynamischen Gesetze und die Logik, die der geschichtlichen Entwicklung innewohnt, auf- hehen. Jeder Deutsche fühlt instinktiv, dah wir am Zuge sind. Die Zeit und unser Volk sind reif. Die Vorsehung schenkte uns den Führer, der das Reick aus einer.iahr- bunbertealten geistigen Vorschau zur imperialen Wirklichkeit gestaltet. Die Höhe-Zeit, die jeder Nation sugetnefien ist. die Epoche ihrer totalen Wirksamkeit, ihrer Herrschaft., ist für Deutschland angebrochen. Der Krieg, den hie. Kräfte der internationalen Reaktion heraufbeschworen, wird die letzten Hemmnisse auf dem deutschen Wege zertrümmern, die Barrikaden des Gestern durchbrechen. Das ist her Glaube des Führers, das ist unser. Glaube. In seinem Lichte -wurde Grohdeutschland geboren, tn ihm wird es siegen! „ . „

„Kann England den Krieg gewinnen? Rudolf Schauff saht die Frage, die er als Titel seiner aufschluh- reichen (im Brunnen-Verlag, Berlin, erschienenen) Broschüre voranstellt, von der nüchternen Verstandesseite an. Eine gewissenhafte Untersuchung der Voraussetzungen und Kräfte, mit denen England in das entscheidende Ringen ein» trat. Abseits von jeder Schönfärberei. Auf wenigen Seiten ist ein Tatsachenmaterial zusammengeballt, das über­zeug t und wie eine spannende Lektüre zu lesen ist. Verstand und Gefühl, politische Erkenntnis und innerer Glaube ■— eine beglückende Bestätigung — treffen sich auf einer Linie. Sie gelangen zum gleichen Resultat. ..Kein geringerer als Winston Churchill", so beantwortet, um es vorweg zu nehmen, Schauff abschliehend die von ihm auf­geworfene Frage, „hat nack Kriegsende zugegeben, dah Eng­land im Weltkrieg nicht weniger als dreimal vor der Frage der Kapitulation stand. Diesmal hat dieSckick- salsstunde Englands endgültig geschlagen. Weder das englische Kapital noch seine Seemacht werden den Verlaus der Dinge auszuhalten vermögen. England wird io oder so der Verlierer des Ringens, das erst in seinen Anfängen steht, fein.“

In diesen Tagen, da Kapitänleutnant Schultze und Korvettenkapitän Hartmann mit ihren tapferen Männern in die Heimat zurückkehrten und die harten Schläge, die sie der britischen Handelsflotte beibrachten, bekannt wurden, interessiert uns vor allem das Kapitel, in dem Rudolf Schauff die Blockade-Empfindlichkeit Erohbritanniens be­handelt. Die Jnfellage, die in Jahrhunderten bewährte „Maginot-Linie" Englands, ist durch die moderne Technik entwertet, ja in ihr Gegenteil umgekehrt worden. Die Zu­fahrtstraben. früher von britischen Panzerschiffen geschützt, werden nicht nur, wie bereits im Weltkrieg, von den deut­schen U-Booten, sondern auch durch unsere Luftwaffe immer dicktmaschiger blockiert. Dass man in London das neu hinzu­tretende Eefahrenmoment, die deutsche Luftwaffe, richtig einschätzt, beweist die Äusserung Churchills, die britische Situation sei von vorn herein hoffnungslos, wenn es England nicht gelinge, bald nach Ausbruch des Krieges die Herrschaft in der Luft an sich zu Bringen. Die Vernichtung britischer Geschwader durch untere Messerschmitt-Maschinen, die Erfolgsserien unserer Bomber und Aufklärer, haben, bevor noch die deutsche Luft­waffe wirklich in Aktion getreten ist. dem Seelord bewiesen, dah er mit diesem Wort selbst das Urteil über hie Chancen her britischen Plutokratie gesprochen hat.

Die Wasserwege Albions sind mit Wracks übersät, die fick täglich — für Mister Churchill wenigstens — in „er­schreckendem" Umfang vermehren. Die britische Handels- tonnage ist. die bereits in diesem Krieg eingetretenen Ver­luste nicht gerechnet, um 300 000 Tonnen geringer als 1914. Die Erträge des heimischen englischen Ackerbaues sind gegen 1918 um 25 Prozent abgesunken, die Bevölkerung bat ssch dagegen um 10 vom Hundert erhöbt, der industrielle Roh­stoffbedarf ist. da die Eigenproduktion rückgängig war. rapid gestiegen. Sier stohen wir auf die Existenzfrage Erohbritanniens. Einem wesentlich erhöhten ©in« fuhrbedürfnis steht eine geringere Tonnage gegenüber. Der deutsche Handelskrieg hat somit bedeutend bessere Chancen als in den Jahren 1914 bis 1918.

Von kriegswichtigen Rohstoffen besitzt England nur Kohle int eigenen Lande. Aber selbst hier stöht es auf Schwierigkeiten. Die Aufrechterhaltung der Friedensförde­rung setzt den Import von fünf Millionen Ton-

Das Lügenmaul gestopft

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung)

Massnahmen gehört auch hie Einführung hes einst so gern verlästerten Kartensystems. Die notwendigen Vorarbeiten hierfür sollen sofort eingeleitet werden, muh doch erst einmal eine Verteilungs- und Kontroll-Organisation aufgebaut werden, ehe die Verbraucherkarten ausgegeben werden können. Konditoreien wird man in Frankreich ab sofort M" :ei Tagen in der Woche schliessen, ebenso wird der olverkauf an drei Tagen der Wocke verboten. Die französischen Zeitungen begleiten diese und ähnliche Mah- nabmen mit Kommentaren, in denen es u. a. heisst, dass die Regierung vom französischen Volk nickt nur schwerste Opfer an Steuern verlange, sondern auch eine viel härtere und umfassendere Arbeitsdisziplin und schliess­lich den Verzicht auf gewisse Formen der Lebenshaltung. Das Land des Überflusses und der Leichtigkeit des Lebens, wie sich Frankreich gern bezeichnete, spürt den Krieg recht deutlich. Vergessen ist alles das. was die französischen Zei­tungen einst über deutsche Kriegsmahnahmen schrieben, ver­gessen ist vor allem der Spott über das deutsche Karten­system. das man sich jetzt zum Muster nimmt.

Gedankenschwund bei britischen Fliegern

Weil es nun so ganz an Erfolgen im Lager der West- bemofratien fehlt, haben sich die Engländer veranlasst ge­fühlt. her Welt wieder einmal etwas von englischen Flügen über Berlin zu erzählen. Ihre Flieger er­kannten bei diesen Flügen deutlich die Berliner Wilhelm- strasse und die Strasse Unter den Linden. Sie schossen Leucht­raketen ab und warfen Flugblätter ab. Kein Berliner sah allerdings etwas von diesen Fliegern, kein einziges Flug­blatt wurde in Berlin gefunden. Des Rätsels Lösung ver­rät eine Mitteilung der britischen Botschatt in Brüssel über die Flüge über Deutschland. Darin wird nämlich die Schwie­rigkeit für die englischen Flieger geschildert, die in 6000 bis 8000 Meter Höbe fliegen müssten, eine Hohe, in her her Mangel an Sauerstoff zu Ermüdungserscheinungen führe, die Tätigkeit des Gehirns setze aus. es fei unmöglich, sich zu konzentrieren usw. Bei diesem Gedankenschwund iahen sich also die englischen Flieger bereits über Berlin, als ste. sich bestenfalls der deutschen Küste näherten. Es ist also wirklich nickt die Schuld der Berliner, wenn sie von den englischen Flugzeugen nichts - wahrnehmen konnten. Denn wir leiden la nickt an Gedächtnisschwund ober Ermüdungs­erscheinungen. Deshalb erzählen wir auch keine Märchen, fonbern berichten nur über deutsche Taten, und dab es dafür nickt an Stoff fehlt. Borut Jorgen unsere Wehrmacht und nicht zuletzt unsere tapferen U-Boot-Manner.