Wiesbadener Tagblatt
. , D«« m» v«Mg: > ErfcheinungszeU:
Erscheinungszeit
Wöchentlich
mit einer täglichen
Rr. 48
Dienstag, 20. Februar 1940
88. Jahrgang
mann
U
Ergreifende Abschiedsworte am (Stabe der
ra
»
6 Ausgaben
UnterhawmgSbeitage
war von
„Ihr seid nicht umsonst gefallen!
„Unentschuldbare Neutralitätsverletzung"
«. Schellen»«,'sch» Buchdruck«»!, „r-gblatt-Smu" Fckrnsprecher.S-nnmeI.rrr. »631. Drahtanschrift: Taablatt Wiesbaden. , ' Postscheckkonto: Franksnrt a. M. Nr. 7403.
Eine Erklärung des norwegischen
Berlin, 20. Fehl. (Letzte Funkmeldung.) 2m Storfing (norwegische Volksvertretung) gab Außenminister Koht eine Erklärung über den britischen Angriff auf die „Altmark" ab. wobei er eingangs unterstrich, daß sich die englischen Kriegsschiffe einer groben Verletzung der norwegischen Sobeitsgewässer. der norwegischen Neutralität und Souveränität schuldig gemacht Säften. Nachdem er darauf bingewiesen batte, daß es der „Altmark" gelungen war. aut dem Wege von SiÜmmerika
„England wird auch künftig so handeln"
Britische Meuchelmörder bekeuue« sich ru ihrem Handwerk
Amsterdam, 20. Febr. (Funkmeldung.) 2« der „Daily Mail" beißt es ru dem ruchlosen Überfall englischer See- strcttkiäfte auf die „Altmark": „Was für ein Notenaustausch auch stattfinden mag. wir hoffen, daß es der Welt klar- gemacht werden wird, daß England künftig unter den gleichen oder ähnlichen Umständen genau so bandeln wird, wie in diesem Fall, nämlich fest, furchtlos, „fair" und damit mit dem unabänderlichen Entschluß, die Freiheit unter der englischen Flagge zu wahren."
WerktSglich nachmittags.
DeschSftszeit: 8 Uhr morgen» bi» 7 Uhr abends außer Sonn- u. Feiertags Berliner Büro: Berlin-Wilmmsdorf
_
* * Rvk. für einen Monat RM. 2.—, einschließlich Traglohn.
biM. 2.35 zuzüglich 36 Stof. Bestellgeld, Einzelnummern 10 Rpf. o« Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung de» Bezugspreise«.
Außenminister Koht erwähnte sodann, daß der Minlster- vrasident dem englischen Gesandten in Oslo gegenüber die stärkste Entrüstung über die grobe und unentschuldbare Verletzung norwegischen Hoheitsgebietes zum Ausdruck gebracht habe und stellte zu den Derteidigungs- versuchen des englischen Gesandten eindeutig fest, daß das deutsche Schiff in jedem Falle das Recht hatte, norwegisches Gebiet zu passieren. Es gäbe überhaupt kein Völkerrechtsgesetz, welches einer kriegführenden Macht verbiete. Gefangene durch neutrales Gebiet zu führen. Hinsichtlich der lügnerischen Unterstellungen des englischen Gesmidten.. daß Norwegen deutsche U-Boote auf norwegischem Gebiet hätte operieren lassen, verwies der Außenminister auf seine Erklärung vom 19. 2anuar. wonach nicht der geringste Be w e i s dafür bestehe, daß irgendein Schiff innerhalb der norwegischen Hoheitsgewässer tor-
Außenministers vor dem Storting
gebiert worden sei. Er erwähnte hierbei auch die deutsche Erklärung vom. 14. Februar, daß kein deutsches U-Boot zu der Zelt als diese Schiffe torpediert worden sein sollten in diesem Seegebiet zugegen war und fügte hinzu, daß die seifens Norwegens von der englischen Regierung erbetenen angeblichen Beweise bis heute nicht zu erhalten gewesen seien.
Koht entkräftete dann jedes einzelne der Argumente. die Lord Halifax bei der Unterredung mit dem norwegischen Gesandten in London vorgebracht hatte und bezeichnete die englischen „Klagen" als völlig grundlos. Es schiene, so schloß Außenminister Koht diese Betrachtung, daß die englische Regierung offenbar glaube, sich sowohl über die Rücksichten auf das Völkerrecht, als auch über die Rücksichten auf einen kleinen Staat hinwegsetzen ru können, was inoffenemWiderfpruchzudenPrin- ripieu stehe, die gerade England so oft feierlich verkündet habe.
von England Gemordeten der „Altmark"
0i 1.6en Kriegsmarine die Ehrenbezeigungen erwies. Auf drei Lastkraftwagen, denen ein Zug von 70 bis 80 Kraftwagen mrf dem..Trauergefolge folgte, wurden die Sarge na» Sogn.dal ubergemhrt. Auch hier hatten sich wieder zahlreiche..Einwohner aus den umliegenden Dörfern etngefunben. Gedampft erklang ein Choral, den der Gesangverein von Sogndal vortrug. Dann wurden die Särge in ein gemeinsames Grab gesenkt. Dir Gesandte, Dr. Bräuer, legte einen Kranz des Führers nieder. „Diese Toten", 1° laste er in keiner Ansprache, „sind Blutzeugen für das x65 putschen Volkes in die Neutralität der nicht- kriegfuhrenden tauber. Wer dieses Vertrauen bricht, setzt sich über iedes Völkerrecht hinweg." Kapitän Dau rief seinen toten Kameraden nach: „Ihr seid nicht umsonst ge- iallcm. Es war euch nicht vergönnt, mit der Waffe in der Hand zu dampfen, da wir kerne Waffen befaßen. Aber an wirb kämpfen, bis diese
M et Hobe n, mit denen man Wehrlose überfällt
an.“ ’•ß f J>abe nr“ Der Vertreter der norwegischen Admiralität. Kommandeur W i e g e r s der Warben Norwegens..geschmückten Kranz niederlegte.. unterstrich die große Empörung und Ent- niUüUi/i englische Nmitralitäfsbruch im norme» SlkchA Sjolt berooraerufen hat. Er teilte mit, daß die Ee- meinde Sogndal sich bereit erklärt habe, die Grabstätte der ermordeten deutschen Seeleute zu pflegen und zu schützen.
aber soll der Grabhügel in der Fjord- ^andichaft Norwegens eine Mahnung fein, nicht nachzulassen im Kampf gegen die verbrecherische englische Plutokraten- brMalc Pi.ratenberrsckaft schon lange genug den Frieden bet Welt gefährdet bat.
zuteil werden lasse. Dazu sei nichts anderes zu ------- —
auf die große Übermacht hinzuweisen, bet sich die norwegischen Kriegsschiffe gegenüber befanben.
Stockholm, 19. <yebr. 2n einem Runbschreiben, bas bie englischen Staatsangehörigen in Schweben erhalten haben, wirb in Aussicht gestellt, baß eine „k r i t i s ch e S i t u a f io n" in Schweben eintreten könne. Aus biesem Grunbe wirb bie SflaAteenglische Kolonie in Schweben in Gruppen von 20 bis 30 Personen aufgeteilt, an beren Spitze ein Veibinbungs- mann.(„warben") itebt. ber den Kontakt mit bem britifÄen Konku lat aufrechtzuerhalten hat. 2n bem Siunbfdjreiben wirb erklärt, baß alle Staatsangehörigen burch bteie Maßnahmen alle Warnungen unb Verhaltungsmaßregeln erteilt bekämen, wenn bie Entwicklung ber politischen Lage btes erfbrbere.
2n Schweden hat diese Mitteilung, die von „Stockholm Tibnlngen am Montag wiedergegeben wirb, einiges Aufs ehen im Zusammenhang mit ben Interventionsabfichten Englanbs tn Skanbinavien erweckt.
Aiqeigr»vrell<: etn Millimettt H«b» bet 12 Mwirnet« breiten Spalte im Anzeigenteil »rund, preir 7 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte tm Tertteil 60 Rpf., sonst laut Preisliste Sir. 8, Nachlässe nach Preisliste Str. 8. — Schluß der Anzeigen »Annahme 9*/i Uhr vormittags.
Wutokratischer Terror gegen die Neutralen sä. Berlin. 20. Febr. 2c mehr Einzelheiten über bie Planung und Durchführung des brutalen englischen über- salles auf ben. deutschen Dampfer „Altmark" in ben norwegischen Hoheitsgewässern bekannt werben, umso schlimmer wird das Bild, das England der Welt bietet. Offenbar glaubt Jian in London durch neue und immer freiere Siisen die Welt nun von bem latbeftanb bes schweren englischen Verbrechens ablenken zu können. So bat man zunächst versucht, Mitleid mit den „armen Gefangenen", die die „Alt- wark . an Bord hatte — Besatzungen der vorn Panzerschiff „Admiral Graf Spee' versenkten englischen Handels- dampfer — zu erwecken. Man setzte die Lüge in die Welt, daß 150 von ihnen sofort nach der Landung in England in etn Krankenhaus hätten gebracht werden müssen. Dieser Schwindel ist schnell geplatzt, denn selbst der Londoner Rundfunk hat zugeben müssen, daß diese „armen Gefangenen sofort wieder aus bem Krankenhaus entlassen werden mußten, weil sie nämlich kerngesund sind. Nicht anders steht es um den weiteren frechen Schwindel Englands, daß man von einer Neutralitätsverletzung durch England sarnicht sprechen könne, vielmehr habe das Mörderschiff „Cossak unb die anderen englischen Kriegsschiffe nur der Kor.chMschen Ärtegsmarine geholfen, bie norwegische Neutralität zu schützen. Wie man in Norwegen selbst über diesen STB1??61 denkt, zeigt nämlich die neue amtliche norwegische Feststellung, daß bie „9111 m a r k" bas Recht hatte, bie norwegischen Hobeitsgewässer zu passiereii. Zum anderen aber wenbet sich bie gesamte norwegische Presse mit den scharrten Worten gegen den englischen Neutralitätsbruch. „Moigenvosten erinnert an eine alte englische Schandtat. wenn dieses Blatt u. a. erklärt, baß biete Verletzung norwegischen Hoheitsgebietes von englischer Seite die schärfste Verletzung ber norwegischen Hoheitsrechte ist. bie seit ber «Hlacht tut Hafen von Bergen am 2. August 1665 ftattgefunben hat. als eine englische Flotte in ben Hafen der Stabt Bergen einbrang unb eine holländische Handelsflotte, die dorthin gefluchtet war, zu entführen versuchte. Auch diese norwegische Stimme zeigt, daß bie Methoden bet englischen tveeknegsfuhruna durch die Jahrhunderte hindurch immer sie gleichen blieben. Die Tradit-on ber verbrecherischen Piraterie, des feigen Meuchelmordes hat ihre Stätte in England.
. In den skandinavischen Staaten nimmt man wohl nicht mit Unrecht an. daß ber englische Überfall im Iössing-Fjord das Hauptthema ber Äußenminister-Kon- ferenz Norwegens. Schwebens unb Dänemarks, bie am 24. unb 25. Februar in Kopenhagen stattsinden wird, bie aber schon vor bem englischen Verbrechen geplant war, btlben werbe. Die nordischen Außenminister haben ja auch allen Anlaß, die Eesamtentwicklung mit ber größten Auf-
bis nach Norwegen ben Engländern zu entkommen, gab ber Außenminister eine eingebenbe Schilderung dieses unerhörtesten englischen Völkerrechtsbruches. 2n diesem Zusammenhang betonte er nachdrücklich, daß auf byt Protest des Kommandanten eines die „Altmark" begleitenden norme« ?i scheu Torpedobootes gegenüber dem Verlangen der Eng- änber. an Bord der „Altmark" eine Prisenmannschaft zu entsenden, ber norwegische Kommandant zur Antwort bekam. daß „bie Engländer von ihrer Regierung den Befehl erhalten hätten, die engli$6en Gefangenen von der „Altmark" herunterzubolen. wie sehr auch bie norwegische Regierung dagegen protestieren sollte". Der Außenminister kam dann auf den deutschen Protest zu sprechen. Deutschland habe gegen bie englische Neutralitätsverletzung unb bagegen protestiert, daß die norwegische Regierung ben deutschen Schiffen nicht genug Hilfe ~ ' i sagen, als
Systematischer Mord
Kz. 2n London hat man anscheinend ein anderes Echo ermattet, als bie Schande vom Iössing-Fjotd in der Weltöffentlichkeit fand. Die englischen Blätter suchen nun ben Spieß umzubtehen unb ihrerseits Vorwürfe gegen Norwegen zu erheben. Das zeigen schon Überschriften wie: „Norwegen vernachlässigte seine Pflicht als Neutraler". „Lord Halifax ersucht Norwegen um eine Erklärung". „England fordert die Internierung ber „Altmark" usw. Nach dem groben Völkerrechtsbruch haben die Briten auch noch ben Mut. Norwegen, dessen Hoheitsrechte auf das unerhörteste verletzt worden sind, zu tadeln, um die eigene Schuld zu verschleiern. Wenn sie hoffen, auf diese Weise die Stirn- , mung zu ihren Gunsten zu beeinflussen, so erreichen sie nur das Gegenteil. Der britische Rundfunk, ber sich sonst auf bie neutralen Pressestimmen zugunsten Englands gerne etwas zugute tut. kann diesmal mit freundlichen Kommentaren nicht aufwarten. Positive Urteile aus Holland, Belgien, aus der Schweiz unb den skandinavischen Ländern fehlen vollkommen. Derselbe Sender, der bekanntgab. daß Churchill höchstpersönlich- den Befehl' zum Überfall auf die „Altmark" erteilte, sucht heute die Dinge so barzustellen. als ob die Besatzung des deutschen Schiffes den ersten Schuß abgegeben und dadurch den Kampf veranlaßt habe. Man verweist darauf, daß ein britischer Offizier bei der Gewaltaktion verletzt wurde. Wie inzwischen einwandfrei, vor allem durch ben Bericht bes „Altmark"- Äapitäns bewiesen werben konnte, wurde dieser Offizier ein Opfer der sinnlosen Knallerei feiner eigenen Kameraden. Mit derartigen Ausflüchten lassen sich bie Tatsachen nicht aus ber Welt schaffen. Es ist von vornherein lächerlich, wenn man bei einem Zusammenstoß zwischen einem frieb- lichen Tankschiff und einem Zerstörer, ausgerechnet dem Handelsdampfer den Angriff zuschieben will. Der Kapitän der „Altmark" hat bewußt jede bewaffnete Gegenwehr vermieden. Immerhin zeigt bie ge- bämpfte Tonart, bie man in London neuerbings anschlägi, daß man das negative Echo der Weltmeinung peinlich empfunden hat. Von norwegischer Seite wird noch einmal ausdrücklich bestätigt, daß sich die „Altmark" durchaus korrekt verhielt. Das deutsche Schiff sei lediglich durch norwegische Gewässer gefahren, was nach dem Völkerrecht Handelsschiffen. Kriegsschiffen. Hilfskriegsschiffen und Prisen erlaubt sei. Daher habe bie norwegische Regierung nicht bas Recht gehabt, einzugreifen, selbst bann nicht, wenn sie gewußt hätte, baß sich Gefangene an Bord befanden. Damit sind die britischen Ausreden und die Versuche, Norwegen oder bie Führung der „Altmark" zu belasten, reftloserlebigt.
Englanb hat sich noch nie um bie Rechte ber Neutralen, wenn sie ihm hmberlich waren, gekümmert. Wir brauchen nur an ben Weltkrieg zu erinnern. 2m August 1914 würbe ber deutsche Hilfskreuzer „Kaiser Wilhelm ber Große" in spanischen Gewässern überfallen. 2m März 1915 schossen britische Kriegsschiffe ben kleinen deutschen Kreuzer „D r e s b e n“ in chilenischen Hoheitsgewässern zusammen. Als der deutsche Parlamentär-Offizier ben britischen Kommandanten daraus aufmerksam machte, daß sich die „Dresden" tn neutralem Gebiet befinde, erwiderte ber Engländer, daß er ben Befehl habe, bie „Dresden" zu vernichten, wo er He an treffe. Damals schon saß Churchill als Erster Seelorb tn ber britischen Abmiralität. Er hat sein? Gepflogenheiten nicht geändert. Wie im Weltkrieg, so gab er Kick jetzt die Anweisung, unbekümmert um die Neutralität, die „rlltmarr tief in einem norwegischen Fjord zu entern. Alle nachträglichen Beschönigungsversuche, bie* non Unterlassungen Norwegens und Verstößen der „Altmark"-Besatzung sprechen, können bie Welt nicht mehr über die Tatsache hinwegtauschen, daß es sich bei ben Vorgängen im Iössing-Fjord um ben brutalsten Völkerrechtsbruch handelt, der in ber Geschichte der Seekriegführung zu verzeichnen ist.
Was bie solbatische Seite der neuesten britischen Gewalttat angeht, so ist sie für England eine untilgbare Schmach Die „Altmark" ist ein Tankschiff, bas nach bem Ausbruch der. Feindseligkeiten in Begleitung bes Panzerschiffes „Abmiral Spee“ fuhr unb dieses mit Brennstoff versorgte. Es hatte bie Besatzungen ber vernichteten englischen Dampfer an Bord genommen. Nack ber Versenkung bes „Grafen Spee“ war bie „Altmark" sich selbst überlassen. Sie versuchte, ba ihre Aufgabe erfüllt war. in bie Heimat zu ruckzukehren. Trotzdem bie Englänber nach dem Enbe bes deutschen Panzerschiffes über die Position der „Altmark" hinreichende Anhaltspunkte besaßen, gelang es ihnen nicht, das Schiff auf offener See zu stellen. Erst an
?^Eamkeit zu verfolgen, nimmt doch auch bie französische Press e, die sich übrigens auch in diesem Falle an die Sette der englischen Piraten "stellt, das englische Verbrechen zum Anlaß, um erneut bie Einbeziehung Skan- binaotens in bie kriegerischen Auseinandersetzungen zu propagieren. Der „Figaro" beispielsweise erklärt, daß eine grunbltdje unb bauernbe Kontrolle ber norwegischen Hobeitsgewässer durch--Englanb heute eine Not- wenbigkett ersten Ranges sei. Auch bet „Jour" spricht von einer „unmöglichen Neutralität Norwegens" unb erbost sich baruber bafe die nordischen Staaten „jedes Bündnis mit ben Weltmächten, nach wie vor ablehnen". Daß Englanb unb Frankreich diese Widerstände unter allen Umständen zu über: njinben versuchen, zeigt auch ein Stockholmer Bericht ber „Prawba . in bem gesagt wirb, in Schweben unb Norwegen fteigere sich die „fieberhafte Tätigkeit" bei eng- 11 scheu unb französischen Diplomatie, um bie norbiiroen Lanbet mit allen Mitteln in- ben Krieg zu treiben. Die „Prawda spricht bavon, baß bie Westmächte Anstrengungen machten, um einen Druck auf bie schwebische Regierung aussuuben, unb um eventuell Personalveränberun- g e n in ber schwebischen Regierung herbeizuführen. Auch nach anberen Presseautzerungen kann kein Zweifel darüber bestehen. welche Ziele London unb Paris in den nordischen Staaten verfolgen.
Der feige unb brutale Überfall im Iössing-Fjord ist ein Alarmsignal für alle Neutralen, ter zeigt bei SBeit noch einmal, baß Piiateiie, Biuch des Völkeiiecktes aub gemeiner Meuchelmord bie Waffen Englanbs sind, des gleichen England, bas seit Jahrhunderten die Völker tnranntReit. Von dieser Gewaltherrschaft unb von biesem Verbrechertum, bas seine Schanbtaten mit ber Bibel in ber Hanb begeht, muß unb wirb die,Welt befreit werben. Besorgniserregende britische Vorbereitungen
wt. Die Anwohner bes Iössina-Fjords. ber von einer Erzgrube als Verbindungshafen benutzt wird, waren unfreiwillige Zeugen des britischen Verbrechens. 2m Hellen Sckeinwerferlicht des „Cossak" tonnten sie das grauenvolle Drama in jeder Einzelheit per« lüften. Sie sahen, wie ein Rettungsboot der „Altmark" auf oas Wasser herunter gelassen wurde und wie es umschlug, Ste horten die Kugeln, die ben schwimmenden beut scheu Seeleuten um die Obren pfiffen unb nahmen zahlreiche, völlig ourajnaBte deutsche Matrosen in ihren Häusern auf. Die norwegische Bevölkerung kam den Deutschen überall hilfreich entgegen. Sie nahmen auch in großer Zahl an ber joenchung ber toten Seeleute teil. Aus ben kleinen Dottern und von ben Berghöhen strömten die Bauern und Arbeiter, zum Teil in stundenlangen Märschen, herbei, um ben Besatzungsmitgliedern der „Altmark", die nach langer Fahrt so nahe an der Heimat von feiger Mörderband fielen, bte letzte Ehre zu erweisen. Der sonst so stille Iössing-Fjord
“ -„'“„Jen Fischerbooten belebt, die
Xtttttetflaggen gesetzt hatten. Auf Deck der „Altmark“, die dickt an ber am Fjord entlangführenden Verkehrsstraße tun Strand liegt, waren die mit der Reichsflagge überdeckten sechs Sarge aufgebahrt. Der Trauetteier wohnten der deutsche Gesandte in Oslo. Dr. Brauer, der Landeskreisletter Sp a naus, bie überlebende Besatzung des Schiffes, sowie zahlreiche Vertreter norwegischer Behörden, darunter per Kommandeur des Küstenabschnittes der norwegischen Kriegsmarine, teil. In ehrfurchtsvollem Schweigen, mit dem deutschen Gruß, nahm bte Besatzung und die offizielle deutsche Vettretung von den toten Helden Abschied, die ihre Pflichterfüllung als deutsche oc deute mit ihrem Leben bezahlen mwen. Dann wurden die Särge von Bord getrasen. wahrend gleichzeittg eine Abteilung bet norme-
Alarmsignal für den Norden
((Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung)
