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Wiesbadener Tagblatt
Montag, 5. Februar 1940
II g e re o ii e“ 6 estante Zuschnft tischen (BinfteUw
- Ablösung im Waldgebirge
Das Tragvserd wird seiner schweren Last entledigt PK.-Weltbild (Ä).
Nr. 30 Seite 3
„5m Schlepptau der englischen Politik"
Äriti! eines dänischen Blattes an der Haltung der nordischen Länder
Porttätknnst unseres M^imischen Meiers. Für solche geben auch die reizvollen Mädckcnköpfe Presbers Beweis, meist in Verbindung von Öl und Pastell gemalt, vollbeseelter Anmut, unmittelbarer Lebendigkeit und dabei durchaus ^cht im Charakteristischen des Wesensausdrucks. Den 0tosen «nnner der Farbe zeigt wieder der warme Fleischton. wie.er den in Grazie'gelösten.„ruhenden Frai.enakten Pte-bers eine lliotc gibt. Nicht vergeben werden dar? m der sehr beachtens-. werten Ausstellung die mit sicheren Strichen hmgeworsene Kreidezeichnung der Gießer in der Rheinboller Hütte, in der wuchtiger Arbeitsrhythmus unierer Tage schwmgt.
Heinrich Leis.
* Großstädter wachsen schneller. Der Professor an der Universität Heidelberg. Di. Willy Hellva ch. untersucht in seinem kürzlich erschienenen Luch „Mensch und Volk der Großstadt" (Enke-Verlag. Stuttgart) die Frage, wie lick der Mensch in der Großstadt verändert, und durch welche (Einnuilc öiefc besonderen Veränderungen bewirkt werden. Er stellt fest daß seit dem letzten halben Jahrhundert die Körvergröge der gesamten europäischen Bevölkerung dermaßen zunimmt, daß die Zunahme im Mittelwert mancherorts schon mehr als 5. ja bis an die 10 Zentimeter Durchschnittsgroße gegen damals beträgt. Der Längenzuwachs für die 14iährigen in Deutschland beträgt im Durchschnitt allein von 1914 bis 1933 rund 6,3 Zentimeter, für die norwegischen Rekruten mindestens 3 Zentimeter zwischen 1878 und 1925. für. Holland und Schweden zwischen 4,5 und fast 7 Zentimeter tm Lauf von 60 bis 70 Jahren, und in der > Schweiz wird er sogar.auf über 9ck Zentimeter für ein Dreivierteliahroundert geschätzt. Das Merkwürdigste an dieser an sich schon seltsamen Erscheinung ist. daß den Rekord in dieser Zunahme des Langenwachstums die Großstädte halten. Die Stadter über^ei.en heute schon an Körverlänge die Landbewohner Dieser Wuchs- größenunterschied zwischen Stadt und Land „scheint lieft auch weiterhin noch zu verstärken, so daß Proielim Hellvach vor allem im Hinblick auf die Städte schreibt: „Setzt stch dies dergestalt fort, so haben wir uns um 2000 unseren Erdteil mit einem wahren Riesengeichleckt bevölkert zu denken, das uns an die Sage von Burg Nideck im Elsaß erinnert, in der das Riesem'räulein das kleine Bäuerlein einfach in die Schürze einstreicht."
Kopenhagen, 4. Fedr. Die Wochenschrift „Kritisk U g e i e n 11 e“ bringt in ihrer letzten Ausgabe eine interessante Zuschrift aus ihrem Leserkreis, die stch mit der politischen Einstellung einiger nordischer Lander gegenüber Deutschland seit Versailles beschäftigt.
Der Verfasser schreibt u. a.: Deutschland habe aus historischen und gefühlsmäßigen Gründen immer eine b e- sondere Sympathie für die nordischen Staaten genährt, aber dieses Gefühl sei im Laufe der letzten Sabre etwas einseitig gewesen Als nach dem Abschluß des Weltkrieges Deutschland durch den Wortbruck.der Alliierten in einen Zustand der Machtlosigkeit versetzt wurde, habe in diesen bitteren Saftren für das deutsche Volk keines der nordischen Lander stch die Muhe gemacht, sein Wort in die Waagschale für das deutsche Volk zu legen, obwohl sich dock jeder hätte sagen müssen daß das an Deutschland begangene Unrecht trüber oder spater die Quelle zu der ernstesten Unruhe für die ganze Welt werden wurde. Statt in dieser Richtung zu wirken, seien die nordischen Staaten im Gegenteil in besonderem Grade als Vorkämpfer des Genfer Bundes ausgetreten, der in seiner ganzen Anlage und Struktur nur ein System war. um Deutschland für alle Zeiten niederzubalten. 2a. der Genfer Bund habe fanatische Anhänger im Norden selbst noch zu dem Zeitpunkt gehabt, als seine Mission als Vollstrecker von
Versailles selbst den Naivsten offenbar sein mußte, und in ständig höherem Maße sei die Politik des Nordens tn das Kielwasser der englischen Politik.eingegangen.
Als dann der Nationalsozialismus in Deutschland zur Macht kam und das deutsche Volk unter Hitlers <zuhrung seine Fesseln abzuschütteln begann, sei es gerade..die nordische Presse gewesen, die m a n g e l n d e s V e r st a n d nt s für das Recht des deutschen Volkes zeigte, stch von dem ihm auferlegten Joch zu befreien Man sei tm Gegenteil einer geradezu baß er lullten Kritik mit den schwersten Beschimpfungen der Führer des deutschen Volkes begegnet und sogar dem Versuch einen mehr, oder weniger offenen Boykott gegen den deutschen Sandel tm Namen angeblich von Humanität und Fortschritt.zu inszenieren. Was weiter das deutsche Angebot eines Nichtangriffspaktes tm vorigen Jahr und seine Ablehnung durch die nordischen Länder mit Ausnahme von Dänemark anlange so gebe man wohl nicht fehl, wenn man auf die englischen Interessen als den Hintergrund dieser merkwürdigen Haltung der nordischen Staaten und Finnlands in dieser Angelegenheit Hinweise.
Die genannten Länder hätten dabei bewiesen, daß es ihnen nickt so sehr um eine wirkliche allseitige Neutralität zu tun war, sondern mehr um die Hoffnung ging, die Krane, mit denen sie aus verschiedenen Gründen sympathisierten, möchten die Oberband gewinnen. __________________
fertig macken. Sechs Stunden müssen sie mit dem Kopfhörer an den Avvaraien sitzen und auf jedes kleinste Funk- zeichen lauschen, ehe sie wieder.abgelöst werden und in die warme Bauernstube zurückkehren können, die ihnen zur Verfügung steht.
Weiter gebt unsere Fahrt der Front zu. Bald ist die Grenze des freigemachten Gebietes erreicht. Nun beherrschen die Soldaten ausschließlich die Straße. Sind bisher die Wegweiser und Ortstafeln für die ratoe Orientierung eine guteöilfe gewesen, so müssen wir jetzt die Karte vornehmen. Wir befinden uns im Kriegsgebiet, in dem sämtliche Wegweiser und Orientierungsschilder verschwunden find. Ganz vereinzelt sehen mir dann nur nock Soldaten auf den Straßen und in den Ortschaften. Fast ausgestorben scheint das Land, aber wir wissen, daß das eine Tauickung ist. In den Bunkern, die kick tiefgestaffelt im Westwallgebiet befinden, halten die deutschen Soldaten, die eiserne Wacht. , _ ,
An einer Straßengabelung Irenen mir einen Doppelposten. der energisch die Weiterfabrt verwehrt. Beide Straßen sind von den Framosen eingeieben... bte beute besonders schießwütig sind und bei jeder verdächtigen Bewegung mit ihren Kanonen ballern. So müssen wir eben einen anderen Weg wählen, um an die Flugwacke heranzukommen, die auf der nächsten Höhe liegt. v .
Irgendwo am Straßenrand kommt der PKW. in Deckung, und dann steigen wir auf bart gefrorenem Boden empor zu den Männern der Flugwache, die auf ihrem, einsamen Posten so wenig „Besuch" bekommen. Voincktig blicken wir über den Wall des Beobachtungsstandes hinweg, erkennen deutlich durch das Glas jenseits der Senke in dem Wald auf einem Turm den vorgeschobenen französischen Beobachtungsposten. In der weiten Runde rührt stch aber nichts — nur hoch oben in den Stiften herrscht reger Flug- betrieb, der die ganze Aufmerksamkeit der Flugwacke auf sich lenkt. Muß doch jede feindliche Maschine, die die Grenze überfliegt, rechtzeitig nach rückwärts gemeldet werden. Überaus verantwortungsvoll ist der . Posten, den diele Männer von der Flugwacke haben. Seit 15 Wochen neben sie hier oben in unmittelbarer Nähe des Gegners, der beute
zwar mehrere hundert Meier von ihnen entfernt ist. aber auch schon bis auf 80 Meter an sie herangekommen war.
„Das war damals nickt einfach", io erzählt ein Funker vpn der Flugwacke. „Kniete Vorposten gaben zu Beginn des Krieges einen ichmalen Eeländestreifen deutschen Gebietes im Vorgelände des Westwalls frei und wichen kämpfend aus. Für uns aber gab es nur eines: Ausbalten! Wir wußten, wie wichtig wir find, und daß lebt viel von unteren Beobachtungen abhängt. So iahen wir, wenn wir von unterem Beobachtungsstand auf der Bergnase vorsichtig über die Km> wallung blickten, vor uns in kaum 80 Meter Entfernung die Franzosen sich eingraben. So mußten mir doppelt aufmerksam sein und außer dem Luftraum über uns auch noch bas Gelände vor uns im Auge behalten. Man konnte ja tue wissen, ob nicht ein französischer Stoßtrupp im Schutze der Dunkelheit den Hang emvorkommen wurde. Aber nichts geschah, und wir konnten unteren Dienst ungestört verleben. Nun sind untere Truppen wieder vorgerückt und haben den Framosen hinter seine Eremlinie getagt. Nut dann und wann schickt der Franzmann einige 7.5- oder 10-Zentimeter- Eranaten herüber." _ , .
Es sind prächtige Menschen, die hier „oben einsam und gam auf kick angewiesen ih» Pflicht erfüllen. Die meisten von ihnen stammen aus der Gegend, einige von ihnen können sogar ihr Heimatdorf von ferne sehen... . . Sie sehen stch in ihrem harten Dienst also nicht nur für Führer und Reich, sondern auch gleichzeitig noch für ihre engere Heimat, für die eigene Sckolle ein!
Weltanschaulich gesichertes Denken Reichsleiter Rosenberg vor den Schulungsleitern der Partei und der
Berlin. 4. Sehr. Die dreitägige Re i Äs a r b eits- tagung des 6auptf(ftulungsamtes ber .N2DA4-- und des Amtes Werkschar und Schulung der DAF. in Benin fand am Sonntag ihren Abschluß in einer Rede die Reichs leitet Alfred Rosenberg über die weltanschauliche x.age
Reichsleiter Rosenberg dankte den Männern der ecftulung5arbe.it für ihren entscheidenden EiMtz Rah- 815na^lIion?nU$änbe sür'die^Wehrmackt auf -Eruüd freiwilli- eine gebanflüfte und gefühlsmäßige Aullockerung behüte
fieben jetzt nickt weniger begleite als im Frieden. Deswegen mtiste die Sckulungsatbe.it mit der Zeichen Energie weiter geleistet werden. Wie einst der Kampf um die Mack
Bs. »mä 'ä «
tretenden Gauleiters vckmidt, stehende Tagung beschäftigte j ; ühriaen in bet Hauptsache mit Fragen, die sich - US [’* endgültigen Sickerung des deutschen Volkstums er gebet. Eine neue Periode weltanschaulicher und atbeitsvolit.chet Schulung wurde eingele.itet.Su> wird sich^ube^ die Schulungs mÄTtnpr her Partei, die Odrnanner 4J'Ao- ***»v m vi* KdA-Warte bis in die Zellen der Betriebe auswirken.
Der Verkehr Rumänien — Deutschland
Bereits mehrere tausend Wagen^befördert
Berlin. 3. Sehr. Die ausländische Presse bat in den letzten Wochen mehrfack Nachrichten Lebrackf. wonach d erE i sen
* ?.&? ÄÄ nirht iunktionieren soll. Insbesondere wurde behauptet, daß der Durchgangsverkebr zwischen Deutschland und Ruma- n i e n über die sowjetische Durchgangsstrecke zwar tn Gang aekommen sei aber wieder habe eingestellt werden musten. weil die ^owletbahnen vielerlei und unerwartete Schwierig, feiten bei ber Übernahme und Beförderung der Transporte 6ele^ne hbFek' Nachrichten sind völlig unzutreffend. Der Durchgangsverkehr ist reibungslos im Gange, es haben bereits ft««bette von Wagen die sowtetiiche -uurcy- gangssttecke durchfahren. Ebenso ist auch die Beförderung von I betreibe und Mineralölen von Rumänien über Rußland nach Deutschland im vollen Gange Es sind bereits mehrere tausend Wagen befördert worden.
Die Kämpfe in Finnland
Ein amtliches Dementi des sowietrusftschen Seneralttabs TAZ^fLS'folK
bes Warbwrtes: 1. Agenten tm Solde der
I Feinde der Sowjetunion.verbreiten in der 9Iu9lanbst?iene
I erklärt, das alle diese Gerückte in allen Teilen erfunden ^'Obwohl die finnische Flugwaffe die neuest^ Mode^von I Flugzeugen aus England. Frankreich, den USA. und Sckwe» I Sen erhalten hat. hat sie keine Luftangriffe unternommen. I 2^*Die gleichen Agenten im Solde der Feinde der Sowiet- I union behaupten in der Auslandvresse, daß auf der Kare- I Tilgen Landenge im Gebiet nördlich des Ladogasees, eine aroße Offensive der S0wje111uvven begonnen I babe^und daß die Aussichten dieser Offensive noch nicht klar seien'. Der sowjetrussische Generalstab erklärt, daß auch diese I 'Refmunhina ieber Grundlage entbehr 1. AM der I Karelischen Landenge und im Gebiet nördlich des Ladogasees haben Mächlick nur Teil-Scharmützel mehrerer Kompanien örtlichen Charakters stattgefunden, bte begleitet waren von einer Artilleriebeschießung von kurzer Dauer.
Die sowietrustilchen Polarfahrer, in Moskau ein- getroffen. Die fünfzig Männer des Eisbrechers ..Sedows 1 mit ihrem Kavitän Badigin an der Spitze
abend um 6 Uhr in Moskau eingetroffen,, und mit ihnen öte I Besatzung des Eisbrechers „Josef Stalin unter dem Leiter bei sowjetischen Arktisforschung Pavanrn.. Dor dem Weißrussischen Bahnhof hatte Ick zur Begrüßung der kühnen Polarfahrer eine riesige Menschenmenge etngehmben. bie ben Männern des „Sedow" und ihren Kameraden einen Herz lichen Empfang bereitete. Durch die g.eichmuckie Gorki-Straße. I di- von großen Menschenmasten umiaumt war. begaben I bann die Polarfahrer, begleitet von ihren, damthenangeho- 1 rigen. in blumengeschmückien Autos zum Kreml, wo sie ein feierlicher Empfang bei Stalin unb der Regierung erwartete.
Ausstellung Adolf pvesber
Etwa zwanzig neue Arbeiten vereinigt unser heimischer Maler Adolf Presber in einer Ausstellung der Kunsthandlung Schäfer, Faulbrunnenstrade. Diese Auswahl enthalt Werke von bedeutender Eindringlichkeit und erweist zugleich die vielseitige Begabung des Künstlers. Da sind zunächst Landschaften, fein gestaltet in ber Stimmung unb im Atmosphärischen, meist in weichen, lichten Farben, die Erbrach atmen unb gerade durch meisterhaft gelungene Darstellung von Wolkenbildungen an Weite wie an unmittelbar lebendiger Wirkung gewinnen. Echte Natur- unb öeimathebe Ttnbet in ihnen Ausdruck, so in den Bildern von Naurod und Seftrick zwischen Feldern. Korngarben, sommerlich leuchtenden.Soften- zügen in den Landschaften an Rhein und..Nahe, die ..den Hauch des Masters mit leichten Flußnebeln körperhaft spuren lassen Reizvolles Idyll gibt eine Wiese mit .Königskerzen und Mohn. Ganz anders in der Technik ein niedersächsischer Hof härter in den Konturen, gedämpfter, dunkler tn den Farben Gewitterstimmung, rote Dächer zwischen. dunklen Bäumen. Sier ist ein Übergang zu den Zciterlebnis gestaltenden Werken Presbers. die eine herbe Realistik.zeigen, aber darüber hinaus irgendwie ins symbolhafte gesteigert sind In der Kraft der Linienführung haben sie fast etwas an Holzschnittart Gemahnendes, ihre warben liegen zwischen einem wie von fernen yeuersbränften durchgluhten Rotbraun unb einem tiefen, ernsten Braungrau. Heldischen Geist unserer Tage spiegeln sie wider, packend tn groBitniger Schlichtheit unb innerer Wahrhaftigkeit. Soldatische Szenen sind es, Reiter im Aufbruch, eine autfahrenbe Batterie. lener Reiter im Ausschnitt über dem schnaubenden Jßier&efoDf. den wir aus der Weihnachtsausstellung kennen die Manner tn der Wachstube, bet Posten, ber Ausschau halt. Hart, wie gemeißelt die Gesichter, von Willenseinsatz gespannt, hier starke, verhaltene Ruhe, dort aufgerffienc Bewegung mit bäumenden Pferdeleibern, flatternden Mähnen, matt,chtmmernden Stahlhelmen vor dunklem Horizont. Zu dieser Gruvve gehört auch ein motivisch ganz verschiedenes Bild,, der Sturm gegen ben Beschauer anstrengender Amazonen, eine alte «agc. bt^symbolische Beziehung zur Gegenwart gewinnt im Ausdruck des Kamvferücken. Das Wollen der.. zeitgenössischen Kun,tler- gencration aber bringt am ursprünglichsten vielleicht, das Selbstbildnis Presbers zum Ausdruck: im «tecklhelm. wie er selbst gegenwärtig seine soldatische .Ehrenpflicht erfüllt, das Antlitz voll geballter Energie, geitrant in äielbcmuBtcm
„80 Meter vor uns lag der Feind..."
(B-L.-Sonderberickt von Hans Jütte)
Mit dicken Reifkristallen Rnb bie Scheiben bes PKW. überzogen, ber uns heute nach vorn zu ben vorgeschobenen Flugmachen bringen soll. Friedlich liegt bas Lanb an bleiern sonnenhellen, froftllaren Morgen. Nichts erinnert daran, daß Krieg ist. Doch allmählich ändert sick das Bild, als wir das Gebiet bet Luftverteidigungszone West hinter uns gelosten haben unb durch den Westwall fahren. Geschäftiges Leben unb Treiben herrfckt auf ben Straßen, in ben Dörfern. Einzelne Lastkraftwagen brausen bahin. ganze Kolonnen fahren in gleichmäßigem Tempo . . . Dazwischen marschie- icnbe Infanterie. Veroflegungskolonnen, Munitionskolonnen.
Wir Verlusten bie Hauptverkehrsstraße, bie zur Front führt, fahren einen Feldweg entlang, um bie Höhe zu erreichen. auf der ein -nmkwagen auf einsamem Posten steht. Eisig fegt ber Wind über bie Selber, pfeift in den Drähten ber Antenne, bie, kaum für bas Auge sichtbar, über bie ausgezeichnete Tarnung bes Fahrzeuges hinausragt. Die Männer in dem Funkwagen blicken kurz auf. als sich bie Türe öffnet. Sie bürfen sich auch nicht ablenken lassen, denn sie finb auf wichtigem Posten und müssen auf jedes Zeicken achten, das ihnen durck ben Äther zufliegt. Mit ben vordersten Flugwachen stehen sie in ftänbiger Verbinbung. und von ihrer Aufmerksamkeit hängt es ab, daß die Flugmel- bungen feindlicher Flugzeuge rechtzeitig an bie Batterien ber Flakartillerie gegeben werden.
Wenige hundert Meter von ber Funkstelle liegt ein einsames Bauernhaus. Hier treffen wir die Kameraden der Männer vom Funkwagen, bie sich gerade zur Ablösung
Ansager bestens bekannt, hat ja erst kürzlich, an der gleichen Stelle anerkannte Proben >einer liebenswürdigen Plauderkunst geboten. 3m Saute des Abends war 'bm wiederholt Gelegenheit gegeben, ein wahres Feuerwerk luntelnber Witze abtobrennen. I0scki Neck unterhielt mit ^derctcn. iroh= limen Bretteidicktungen und Chansons "ach eigenen Komvo- sitionen am Flügel auf originelle unb liebenswürdige -irt „P 0 n g". ber Clown unter den Jßortragsfunltlern. aber ist ein Äfaßmacher von vielen Graden. Seine broütgen SckleiAerbemeoungen gehören zum Auftritt ebenso w,e das erschütternd dämliche Gesicht unb der schlagfertige Witz, mit dem er das aus dem Lacken nickt mehr berauskommende Publikum bomhardiert. Ausgezeichnet..waren „Annabell und Jack", ein akrobatisches Stevv-Tanzervaar. besten Darbietungen bemunbernbe Ühicrlennung derausforderten. Abschluß unb Höhepunkt des Programms bildeten die ..»leben aus Tokay" mit ihren temperamentvollen ungarischen Tänzen in farbenprächtigen 9?ation<üloitumen, mit unerhörten Sprüngen unb rasendem Wirbeln die K6e gröen- schwere aufhoben und mit prächtig ^Ä-^en 1 yramiden, deren künstlerischer Aufbau ein hohes Wa« von Korver- diszivlin und akrobatischer Gewandtheit voraus>eyten. Es war ein Meisterabend froher Unterhaltung. Fntz Gunther.
* Neuartige Wundbehandlung. Über eine neuartige Behandlung infizierter Wunden wird aus der Berliner Chirurgischen Klinik berichtet. Es wird dazu steriler seeihnd vermengt Erforderlich sind Holzkasten verschiedener Eroge. an bet^ breitet Seite stch Einschnitte fur.bte ©licbmaBen befinden Der sterile, feine Seeland, natürlich trotfener See- sand wird in die KÄten geschüttet der erkrankte Äorperted in den Kasten gelagert und so viel Sand von oen netten yer über die Wunde gestreut, daß der erkrankte Körperteil ganz bedeckt wird Der trockene Sand saugt das &tret am, Verklumpungen ' und Setretitauungen, bie man furchten Konnte treten nickt auf da die Saugwirkung so start m. sag oer Sekretstrom die Sandkörper mit aus der Wunde, iiftmcmmt. 'Sei stark eiternden Wunden muß schon nach zwei oder drei ^aaen ber Sanblaften gewechselt werden, bei. anderen tann man ibn läng?? behalten. Am besten cign-n 'ich Wunden ,ur die Behandlung, bei denen die Eiterung *’?■
ha« rtbem des Gewebes tm Vordergrund licht, wie bei manchen Phlegmonen, da durch diese Behandlung ein Sait- strom nach außen erzeugt wird, der bei keiner anderen Verbandart erreicht werden tarnt.
