Wiesbadener Tagblatt
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88. Jahrgang
Dienstag, 30. Januar 1940
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Nnterhaltnngsberlage
Geleitschutz unwirksam
unserer Berliner Schriftleitung)
kraftvolle
einem ganzen Daß dabe
Ntionalbank beabsichtige, die im
Pech, zwei
der Neutralen bleiben.
Nicht einmal die Besatzung der im Eeleitzug Mrenden Schiffe kann nämlich auf Schutz und Rettung rechnen bei deutschen Angriffen. Das zeigt das Schicksal der 28 Überlebenden des aus einem Eeleitzug herausgeschossenen französischen Dampfers „T o u r n y", die in Vigo von einem spanischen Dampfer an Land gesetzt wurden. Diese Überlebenden wurden nicht etwa von den begleitenden Knegsschmen gerettet. vielmehr zerstob der Geleitzug ^lnschlietz» lich der Kriegsschiffe bei dem U-Boot-Angnff in all« Richtungen. So trieben die überlebenden des franzosrschen
Heute sprichtderFührer
Berlin, 30. Jan. (Funkmeldung.) Der Führer spricht heute abend um 20 Uhr zum deutschen Volke. Die Rede wird über alle deutschen Sender übertragen.
(Eigener Drahtbericht
Groher Tag unserer Bomber
m. Berlin, 80. Jan. Die Engländer haben wirklich
Lm Samstag teilte der Bericht des OKW. mit, daß französische Dampfer von einem deutschen U-Boot aus einem Eeleitzug herausgeschossen wurden, heute mutz die Welt zur Kenntnis nehmen, datz am Montag sieben feindliche Aandelsdampfer durch deutsche Flugzeuge vernichtet wurden, und zwar ebenfalls aus Geleitzügen heraus. Zwei feindliche Vorpostenschiffe stehen weiterhin auf der Abschuhliste unserer ruhmreichen Flieger. So ist es also mit der Sicherheit der von Churchill so hoch gepriesenen Eeleitzüg« bestellt und so also sieht die Sicherheit der Schifffahrt an Englands Küsten aus. Nun haben sich die Engländer bisher, wenn ihre Flieger bei ihren Flügen über der deutschen Bucht gar keinen Erfolg hatten, immer damit getröstet. datz eben die Jäger den über weite Strecken hinweg angreifenden Bombern und Aufklärern überlegen seien. An der englischen Küste wurden jedoch englische Jäger gegen die deutschen Flieger eingesetzt. Der Erfolg war. daß einfeindlicherJägerabgeschossen wurde, datz aber die deutschen Flugzeuge wohlbehalten zurückkehrten. Der neue stolze Erfolg der deutschen Luftwaffe zeigt, datz auch die englischen Jäger unsere Flieger nicht an der Durchführung ihrer Aufgabe zu hindern vermögen und er zeigt, datz die Fahrt an Englands Ostküste die Fahrt in öen Tob bedeutet. Das wagt ja heute auch nicht einmal mehr Herr Churchill ganz zu bestreiten, hat er doch in seiner letzten Rede in banger Vorahnung kommender Dinge bereits erklärt, datz der Krieg von der englischen Marine noch grobe Opfer fordern würde. Datz die Opfer so groß sein würden, bat der Erste Lord der englischen Admiralität allerdings wohl nicht angenommen. Die Neigung der Neutralen, Schiff« für die Englandfahrt einzusetzen, dürfte unter solchen Umständen noch geringer werden. Dabei jammert heute schon der englische Kohlenbergbau darüber, datz die Neutralen nicht einmal mehr zum Abholen der von ihnen bestellten und dringend benötigten englischen Kohle Schiffe nach England fahren lassen. Die Erkenntnis, datz die angeblich so sicheren Geleitzüge nicht den mindesten Schutz bieten, dürfte ebenfalls nicht ohne Einwirkung auf die Haltung
Sonderbetreuungen des WHW.
T zum Tage der nationale« Erhebung
Berlin, 30. Jan. (Funkmeldung.). Anlä^ich des Tages der nationalen Erhebung gibt das Kriegsrointerhilfswerk an alle Betreuten des Winterhilfswerks Sonderbetreuungen i n Form von Wertscheinen im Gesamtbeträge von rund 10 Millionen Mark aus. Die Ausgabe erfolgt ab 30. Januar durch den Ortsbeauftragten für das Kriegswinterhilfswerk.
Britischer Propaganda-Terror in Rumänien
Stärkstes rumänisches Befremden über englische Gerüchtemacherei
gierung sehr entschre klärende Notizen veröffentlich« neue Gerüchte auf. datz die 3ii------------------------ ... -
Umlauf befindlichen Banknoten stempeln zu lassen, was von einer Wertminderung der Banknoten begleitet sein sollte. Auch diese Gerüchte mutzte der Finanzminister aut5 entschiedenste bestreiten und schärfste Matznahmen gegen bic Verbreitung dieser Gerüchte androhen. In weiten rumänischen Kreisen hat dieses englisch-französische Vorgeben größtes Befremden bervorgerusen.
Selbst Churchills Lügenbüro mutz zugeben
.Die kühnste Serie von Angriffen, die die deutschen Flieger jemals gemacht haben"
Dampfers stundenlang im offenen Boot umher, bis schließ- lich ein spanischer Dampfer sie fand und aufnahm. Von der Besatzung des aus dem gleichen Geleitzug herausgeschossenen Dampfers „Alsacien" fehlt bis beute jede Nachricht. Die Engländer bemühen sich nun, die Welt glauben zu machen, datz es sich hier um eine „Barbarei" der Deutschen handele, und datz das deutsche U-Boot nach dem U-Boot-Protokoll, das die Kriegführung für llberwasserschisfe regelt, sich um die Besatzung hätte kümmern müssen. In der Tat sieht das U-Boot-Protokoll vor, datz bei der Versenkung von Schiffen die Besatzung an einen sicheren Ort gebracht werden mutz und fügt hinzu, datz Hilfsboote auf hoher See nicht gls „sicherer Ort" gelten. Selbstverständlich aber haben diese Bestimmungen nur Gültigkeit bei dem Zusammentreffen eines U-Bootes mit einem unbewaffneten Handelsschiff. Sie sind in solchen Fällen auch stets von den deutschen U-Booten befolgt worden. Wer aber in einem Geleitzug mit- fäbrt, nimmtdamitandenKampfhandlungen der Kriegführenden teil. Es könnte den Engländern gewitz passen, wenn auch in einem solchen Fall das U-Boot sich erst um die Besatzung des torpedierten Schiffes kümmern müßte, und somit also dem Zugriff der begleitenden Kriegsschiffe preisgegeben würde. Das ist ein Unding und selbstverständlich gilt deshalb für diese Fälle das U-Boot-Proto- köll nicht. Wenn aber die Engländer so sehr über die Barbarei der Deutschen jammern, die sich nicht um die Besatzungen der versenkten Schiffe kümmerten, so wäre es naheliegend gewesen, datz die Engländer ihrerseits alles getan hätten, um die Besatzungen zu retten. Das ist jedoch nicht geschehen. Man überließ die Besatzungen ihrem Schicksal und dachte nur an die eigene Rettung. Wir stellen also fest, datz die Engländer zunächst einmal die Handelsschiffe in den Eeleitzug hineinlocken, obwohl sie sich darüber klar sein müßten, daß sie diesen Schiffen keinen genügenden Schutz zu bieten vermögen und daß sie dann, wenn die Schiffe deutschen Angriffen zum Opfer fallen, sich nicht einmal um die Besatzungen kümmern. Die Neutralen werden auch daraus wieder ersehen, was das englische Gerede von der Humanität wert ist.
Neun feindliche Schiffe versenkt
Der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht
Berlin. 30. Jan. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im Rahmen der A u f k l ä r n n g s f l L,g e der Luftwaffe in der Nordsee wurden am 29. 1„ rote schon durch Sondermeldung bekanntgegeben, feindliche Geleit- züge bewaffneter Handelsdamvfer und Vor - postenboote angegriffen. Trotz stärkstem ferndltchen Abwehrfeuer und der Gegenwehr britischer Jagdverbande wurden 7 feindliche bewaffnete Handelsf6tffe und 2 Vorpostenschiffe vernichtet. E,n fetndltcher Jäger wurde bei Hartlepool abgeschonen. Sämtliche eigenen Flugzeuge sind wohlbehalten zurückgekehrt.
wurden seit Tagen Gerüchte verbreitet, daß der Zucker knapp werde, daß er teurer werde und daß man demnächst Zuckerkarten entführen müßte. Das völlig haltlose Gerücht zeitigte bei der Bevölkerung derartige Folgen, datz die Regierung sehr entschieden Dementis und aut- ’ 'ien mutzte. Kurz darauf tauchten
Amsterdam, 30. Jan. (Funkmeldung.) Wie Reuter be- kanntaeben mutzte, unternahmen deutsche Flieger „bte kühnste Serie von Angriffen, dteste lemols gemacht haben“. Sie griffen englische Schiffe an der Ost- küfte Englands an. Die Aktionen fanden am 29. 2-««°- vormittags statt. In verschiedenen Bezirken, hauptsächlich an der Nordostküste muhte Fliegeralarm gegeben werden. Wie Reuter hervorhebt, wurde an der schottischen Küste der Dampfer »Imperial Monarch" angegriffen. Ebenio waren die deutschen Kampflugzenge tn der Nordsee beim Au- griff verschiedener englischer Schisse erfolgreich. A ch t btt - tische Schiffe hätten gemeldet, datz fie von deutschen Fliegern hart bedrängt würden.
Wie an» dem Bericht Reuters heroorgeht, war die Ber- tetdignn, der englischen Jager infolge des schlechten Wetters und der schlechten Sicht s e hr e r sch w e r t. Bemerkenswerterweise wird kein einziges deutsches Flugzeug als abgeschossen gemeldet, während doch sonst das Londoner Lügenministerium mit „großen Ersolgeu rasch bei der Hand ist. Ebenso bezeichnend ist, datz in dem englischen Bericht nur ein einziger deutscher Angriss auf einen Dampfer als vergeblich genannt wird.
Fette Brocken darunter
Amsterdam, 30. Jan. (Funkmeldung.) Wie der xTrle- Äans London berichtet, handelt es stch bei den englischen in, die im Laufe des Montag durch deutsche Flugzeuge vernichtet wurden, unter anderem um die Dampfer
Bukarest, 30. Jan. (Funkmeldung.) Bei dem Druck, den England und Frankreich gegenwärtig auf Rumänien wegen dessen neutraler Erdölvolitik ausüben, wird vor den niedrigsten Mitteln nicht Halt gemacht. So sehen stch rnm Beispiel die rumänischen Regierungsstellen tn den letzten Tagen dauernd genötigt, mit amtlichen Verlautbarungen Gerüchten entgegen zu treten, die von Engländern ausgestreut und durch ihr williges Werkzeug, das rumänische Judentum, rasch überall verbreitet werden mit dem Zweck. Unruhe tn der Bevölkerung zu stiften.
Obwohl Rumäniens 'Zückerrübenernte und das Verarbeitungsvermögen feiner vollbeschäftigten Zuckerruven- fabriken genügt, um den Inlandsbedarf reichlich zu decken,
Der ewige Motor Partei
Von Gauleiter Alfred Meyer
Nichts hat bisher die einmütige Ge sch los,! en- beit des ganzen deutschen Volkes so sehr tn Erscheinung treten lassen wie der vom Judentum gewollte und von England entfesselte Krieg gegen das nationalsozialistische Deutschland. Nack fünf Monaten Dauer bat dieser Krieg eindeutig bewiesen, daß die Front und die Heimat t m 01 et »en Schritt und Tritt, mit dem gleichen Ziel und dem gleichen fanatischen Siegeswillen marschieren.
Die Heimat, mit und in der Partei fest verankert hat in diesen fünf Monaten Krieg alle, ihre Kräfte mobilisiert, um. gleich der Front, jederzeit bereit zu sein, den Feind zu vernichten, wo immer er sich stellt. Schon der erste Tag des Krieges lab uns an allen Fronten gerüstet.. Auf dem Kamvt- sektor der Heimat begann d t e Pa riet, die ihr mit Beginn des Krieges erwachsenen neuen Aufgaben fosletm tn Angriff zu nehmen, wobei sie ihren Einsatz auf allen Gebieten des täglichen Lebens verstärkte. Dies änderte stch auch nicht, als viele tausende in der Betreuung, des Volkes erfahrene Polt- tische Leiter das Braunhemd.mit dem felbarauen Rock vertauschten. um in die Front eingerelht zu werden.
Die Arbeit ging weiter. Sie geht weiter, nicht.nur mit dem gewohnten Schwung und der gleichen
m Energie wie bisher, sondern auch mit einem Bunoen l^lndel H 6 U 6 l A Uf 8 N b„t tt.
Daß dabei unsere Ortsgruppen täglich ein besonders gerütteltes Maß voll Arbeit zu leisten., haben., bedarf kaum einer Erwähnung. Zu den tausend Möglichkeiten, des Einsatzes aut allgemeinen, für das Reich gültigen Gebieten (Bezugscheinberatungen. Hilfe bei der.Einbringung der Kartoffel- und Hackfruchternte. Streifendienst in der Dunkelheit, Hilfe für kinderreiche Mütter. Unterbringung von Rückwanderern. Hilfe für schuldlos in Not. geraM.e Volksgenossen, andere Maßnahmen für kinderreiche Mutter und vieles andere mehr) kommen die mannigfaltigen Einsatzmogliw- keiten und notwendigen gaumäßigen Probleme, vor die sich die Heimat Tag für Tag gestellt siebt.
Besonders bat sich die Harter die verstärkte B.e t r e u - ungdesschaffendenMenschen angelegen sein lassen. In den Betriebsordnungen wurden zusätzliche Bestimmungen über den Mutterschutz ausgenommen, in zahlreichen größeren Betrieben Werkskindcrgärtcn errichtet. Beachtenswert ist die starke Beteiligung der Betriebe am L e l st u n g s k a m v r, dem gerade im Kriege eine besondere Bedeutung zukommt. 8887 Betriebe aus dem Gau Westfalen-Nord, das find 2500 mehr als im Vorjahre, haben sich zur Teilnahme gemeldet.
Der mit Unterstützung der Partei durchsetuhrte v.tlss- dienst i m Handwerk, in dem bte Frauen der eingezogenen Soldateit sich gegenseitig aushelfen.. findet von Monat zu Monat mehr Anklang. Besonders verkörpert auch die von der NS.-Frauenschaft ins Leben gerufene N a ch b a r - s ch a f t s 6 i I f e ein schönes Beispiel unseres deutschen Sozialismus. Kriegerfrauen, die erholungsbedürftig sind, werden in den schmucken, luftigen Heimen der Partei jur mehrere Wochen kostenlos untergebracht und verpflegt. Überall dort, wo Frauen die eingezogenen Männer beruflich ersetzen müssen, bat die Partei über die NSV. zusätzlich Kriegs- kindergärien errichtet, die sich eines besonders großen Zuspruchs erfreuen. Daß als bedeutende Maßnahme die Aktion zur Bekämpfung der Rachitis im größten Rahmen durchgeführt wird, entspricht ebensosehr dem Wesen nationalsozialistischer Betreuungsarbeit wie die tn den ersten Kriegsmonaten im Gau Westfalen-Nord begonnenen Reiben- Röntgenuntersuchungen, die reden schaffenden Menschen kreisweise erfassen und seinen Gesundheitszustand seMellen sollen. Für erforderlich gewordene Hilf« setzt sich die Partei unverzüglich ein. In diesen Rahmen fallt auch die verstärkte Schulzahnpflege, für die in allen Kreisen die besten Zahnärzte unablässig tätig find, .
Die gute Zusammenarbeit tn den Betrieben bat wiederholt dazu Beführt, datz die Partei, wenn Not am Mann war. sofort eingreifen konnte. Besonders bei Betriebsstörungen, aber auch bei Unglücksfällen schaltete sich die Partei hilfsbereit ein. betreute die Verletzten und im Todesfall die Hinterbliebenen. Für den Bergmann wurden besondere Betreuungsmaßnahmen durchgeführt. Die Partei bat stch zunächst bei der Regelung der erhöhten Zuweisung für Schwer- und Langarbeiter mit Erfolg eingesetzt. Ebenso erreichte es die Partei, daß der schwerarbeitende Kumpel bei Hausschlachtungen hinsichtlich des Fleischverbrauches besser gestellt wurde. Ähnlich liegen die Dinge auf dem Gebiete der Bekleidung. Erst in den letzten Wochen konnten auf Grund
„Miriam" (1903 BRT.) und „Danqbrq n", den Tank- dampfer „Athel Monarch« (8995 BRT.), den Dampfer „Imperial Monarch« (5831 BRT.) und „Well- park" (4649 BRT), bas Ealliper-Fenerschiss und einen französische» Dampfer, besien Name noch nicht bekannt ist.
Der „Telegraaf" weiß zu berichten, baß einige ber englischen Schiffe heftiges Geschützseuer auf bie deutschen Flugzeuge eröffneten.
In Holland sehr stark beachtet
Amsterdam, 30. Jan. (Funkmeldung.) Die Berichte über die erhöhte Tätigkeit der deutschen Luftwaffe gegen englische Geleitzüge und bewaffnete Handelsschiffe in der Nordsee werden in der holländischen Öffentlichkeit sehr stark beachtet. Die Zeitungen bringen fie meist als die wichtigste M e l - dungdes Tages.
Norwegen verlor 35 Schiffe
Oslo, 29. Jan. (Funkmeldung.) Nach der „Handels- und Schiffahrtszeitung" hat Norwegen bis heute 35 Schiffe mit insgesamt 79 269 Bruttoregiftertonnen verloren.
