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Druck und Berlaa: Erscheinungszeit:
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Druck und Verlag
88. Jahrgang
Nr. 28
Samstag/Sonntag, 27./L8. Januar 1940
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Wieder vier Schiffe verloren
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mit einer täglichen
«. «chellenberg'fche Snchdruckerei, „Zagblatt < Saus" gemjpre<5er.6ammel-9lr. 58631. Drahtanschrift: Tagblatt Wiesbaden. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.
Der Fall „Asamu Maru"
Britische Antwortnote in Tokio überreicht
Tokio, 27. Jan. (Funkmeldung.) Der britische Botschafter überreichte Freitagmittag die offizielle Antwortnote Großbritanniens auf den Bratest der javanischen Regierung gegen die britische Aktion im Fall der „Asama Mar u“. über den Inhalt der Note und den Verlauf der anschliehen- den Besprechungen wurde bisher nichts bekannt.
„Beziehungen England — Japan kritisch"
! »Asama Maru"-Zwischenfall kommt vsr den japanischen
Reichstag
Das Wort vom „rücksichtslosen Luftkrieg"
as. Berlin, 27. Jan. Der Vorschlag des englischen Schriftstellers Wells, Berlin durch ein Luftbombardement „zur Vernunft zu bringen", über den wir bereits berichteten, scheint keineswegs die Ansicht eines Einzelgängers darzustellen. Der Londoner Korrespondent des „Corriere della Sera" berichtet vielmehr, daß in England die Bemühungen, die einen rücksichtslosen Luftkrieg gegen Deutschland fordern, wachsen und daß diese Bemühungen vor allem von einflußreichen Offizieren der Luftwaffe, des Generalstabes, aber auch von einem groben Teil der englischen Öffentlichkeit getragen werden. So hat beispielsweise auch der frühere Erste Lord der Admiralität, E m e r y, in einem Vortrag den rücksichtslosen Luftkrieg vorgeschlagen. Das hat auf den „Manchester Guardian" starken Eindruck gemacht, denn dieses Blatt greift die Argumente Emerys auf. Auch diese Zeitung meint, dab durch einen solchen Krieg die Deutschen gezwungen sein würden, ihre Reserven an Benzin, Gummi und anderem Material auszubrauchen. Das englische Blatt fügt hinzu, dab ein solcher totalitärer Krieg vielleicht schneller und billiger zum Ziele führen würde, als ein A b Nutzungskrieg. Wir vernehmen solche englischen Stimmen nicht ohne Interesse, aber ohne jede Aufregung. Die deutsche Abwehr hat bisher allen britischen Flugzeugen, die den Einflug nach Deutschland versuchten, einen „warmen Empfang" bereitet. Wo die Engländer sich bisher bemühten, deutsche Stützpunkte oder Häfen, wie etwa Helgoland oder Wilhelmshaven. anzugreifen, erlitten sie auberordentlich schwere Verluste, ohne ihre Angriffsziele zu erreichen. Ganz abgesehen hiervon wird man doch aber auch wohl in England nicht glauben, dab wir einen solchen Versuch, wie ibn Herr Wells und seine Gesinnungsfreunde Vorschlägen, untätig binnehmen würden. Deutschland hat noch immer jedem Gegner die entsprechende Antwort erteilt, wovon sich die Engländer im Seekrieg bereits mehrfach selbst überzeugen mubten. Wenn deshalb das „Eiornale d'Jtalia" schreibt, cs sei von vornherein klar, dab jede über Berlin abgeworfene Bombe mit zehn auf London fal- lendeBombenbeantwortet werden mürbe, so haben
20000 Tonnen an einem Tag
r' Keine deutschen Truppen in Russisch-Oktgalizien
Berlin, 27. Jan. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im Westen Spähtrupp- und Artillerietätigkeit sowie Jagd-Überwachung an der deutsch-französischen Grenze.
Die dauernd erfolgreiche deutsche Seekriegsührung erbrachte allein am 2 5. Januar eine Versenkungs- »iffer von über 20 000 Tonnen.
Auberdem versenkte im Atlantik ein deutsches U-Boot aus der Höbe von Porto zwei Dampfer aus einem englischen Eeleitzug heraus.
Die von der englischen Prelle , ausgestreute Behauptung, dah sich deutsche Truppen in Rullisch-Ostgajizien befanden.
wir dem nichts hinzuzufügen. Wir würden in der Tat den Engländern eine Antwort erteilen, dab ihnen Hören und Sehen vergeht. Im übrigen aber erscheint uns diese neue Strömung in der englischen Öffentlichkeit, dieser Ruf nach einer baldigen Kriegsentscheidung, vor allem deshalb bemerkenswert. weil er erneut die Ratlosigkeit der Engländer erkennen läbt. Die Blockade bat sich als unwirksam erwiesen. Churchills Appell an die Neutralen ist verpufft. So sucht man nach neuen Plänen und ruft nun nach der schnellen Entscheidung.
Eine unfreiwillige Anerkennung
In der Tat sind ja die Sorgen Englands nicht eben klein. Das hat eine agrarpolitische Debatte im englischen Unterhaus erneut erkennen lallen. Dabei sieht man auch hier keine Möglichkeit, diese Sorgen zu bannen. Man sieht mit scheelen Blicken auf die von Deutschland durchgeführten agrarpolitischen Maßnahmen. Das ist eine unfreiwillige Anerkennung für uns, aber kein Ausweg für die Engländer. Es wäre nämlich ein verhängnisvoller Irrtum, wenn man meinen sollte, eine gute Organisation der Wirtschaft von heute auf morgen auf die Beine stellen zu können. Das kann man am wenigsten in Kriegszeiten und schon gar nicht mit einem Volk, das bisher diese deutsche Organisation verhöhnt und verlästert hat. Wenn aber Lloyd George in dieser Debatte forderte, die Versorgung Englands auf eigener Scholle in Angriff zu nehmen, so wird man sich auch in England darüber klar sein, dab nicht nur Jahre, sondern über ein Jahrzehnt vergehen würden, um die Versorgung auch nur auf den unzulänglichen Stand des Weltkrieges zu bringen. Also bleibt England auf die Zufuhren angewiesen. Hierzu aber mutzte Lloyd George feststellen, datz den Engländern heute sechs Millionen Bruttoregistertonnen Schiffsraum weniger zur Verfügung stehen als im letzten Krieg. So lieb auch diese Unterhaus-Debatte wieder die Sorgen und Nöte Englands erkennen und macht es verständlich, dab man uach neuen Plänen sucht und plötzlich nach einer schnellen Kriegsentscheidung ruft, nachdem man bisher immer die Zeit als Bundesgenossen Englands bezeichnen zu können glaubte.
Amsterdam, 26. Jan.. (Funkmeldung). Das lettlän dische Schiff „Everoja (1351 ti
auf Grund gelaufen. Das Schiff sau es llch in höchster Gefahr befinde. Schwesterschiff der „E v e r e n e".
Tokio, 27. Jan. (Funkmeldung.) Wie Domei meldet, wird Premierminister Ponai in seiner Regierungserklärung vor dem Reichstag den Standpunkt Japans zn dem Fall „Asama Mara" erläutern. Bekanntlich wurden an Bord dieses japanischen Dampsers 21 deutsche Passagiere von den Engländern verhaftet. '
Die dem japanischen Autzenamt nahestehende „Japan- Times" schreibt zu dem Versuch des Botschafters C r a i g i e, in die diplomatischen Verhandlungen durch die Presse einzu- aretfen, der englische Missionschef verstehe anscheinend das zapanische Volk nicht. Ohne ein solches Verständnis könne aber ein Botschafter seiner Aufgabe nicht gerecht werden. Die Beziehungen zwischen England und Japan könnten in vieler Hinsicht als „kritis ch" bezeichnet werden. Was den „Asama Maru"-Fall angehe, so könnten rein juristische Erörterungen nicht zum Ziele führen. Es handele sich hier um eine Mißachtung der japanischen Würde.
Wie du mir ...
Britisches Küstenfahrzeug von japanischem Kriegsschiff angehalten
Amsterdam, 27. Jan. (Funkmeldung.) Einer Meldung aus Schanghai zufolge, ist das britische Küstenfahrzeug „SB ingsang" von einem japanischen Kriegsschiff am Mittwoch vor Futschau angehalten worden. Japanische Marineoffiziere begaben sich an Bord des Schiffes, dellen Weiterfahrt, wie es in der Meldung weiter beibt, 11 Stunden von den Japanern verhindert wurde. Der Kapitän des britischen Schisses habe schlietzlich eine Erklärung unterzeichnet, datz das Schiff unter Protest von den Javanern durchsucht worden sei. Dabei habe ein javanischer Marineleutnant den britischen Kapitän in ironischer Weife gefragt, ob er bereits etwas von der „Akama Maru" gehört habe.
Engländer werden eingehend durchsucht
Einigung in Tsingtau
Bildung eines neuen zentralen Politischen Rates
Schanghai, 26. Jan. (Ostasiendienst des DNB.) drei Sitzungstagen wurde die Tsingtauer Konferenz einen
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Von Fritz Günther
Der für die deutsche Geschichte so erinnerungsreiche Monat Januar erfährt mit der siebenten Wiederkehr des Jahrestages der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus am 3 0. Januar einen Höhepunkt historischen Gedenkens, dem diesmal, auch ohne offizielle Feier, in einer Zeit des erbitterten Kampfes um die Verteidigung des Lebensraumes und der Lebensrechte des deutschen Volkes, eine besondere Bedeutung zukommt. Als der Führer vor sieben Jahren die verantwortliche Leitung der Poliffk des Reiches übernahm, nachdem er die von ihm ins Leben gerufene nationalsozialistische Bewegung nach jahrelangem Kampf »um Siege geführt hatte, war den meisten von uns wohl das ungeheure Ausmatz der Schicksalswende, die dieser Tag für das deutsche Volk bedeutete, nicht klar. Wir waren gewohnt, mit den Matzstäben zu messen, die eine mehr oder weniger' traditionell gebundene Vergangenheit uns vorschrieb. Die älteren von uns lebten noch in der Erinnerung an die Vorkriegszeit, deren Entwicklung zu stolzer Höhe der Zusammenbruch nach dem Weltkriege jäh abbrach. Die jüngeren aber hatten nichts als das schmachvolle Erleben der Nachkriegsjahre, in dem die staatsrechtlich und politisch im Jahre 1871 geschaffene deutsche Einheit des Bismarckreiches am Schandvertrag von Versailles und dem ihm folgenden Elend und der Verzweiflung eines geknechteten, vom Parteienhader zerrillenen Volkes zugrunde zu geben drohte. Erst mit dem entscheidenden Durchbruch des Nationalsozialismus, dem die Partei als die verschworene Kampfgemeinschaff des Führers nach unblutiger Revolution zum Siege verhalf, vollzog sich in dem knappen Zeitraum weniger Jahre mit dem Wunder des Glaubens an die Wiederauferstehung des deutschen Volkes die ungeheure Wandlung.
Nach der geistigen Erneuerung und Erziehung des Menschen zu opferwilliger und einsatzbereiter Volksgemeinschaft, setzte sich der im Nationalsozialismus verkörpeffe Lebenswille des deutschen Volkes siegreich durch. Er fand seinen Ausdruck zunächst in der Konsolidierung der inneren Verhältnisse, in der Beseitigung der Arbeitslosigkeit, in der planvollen Führung und Lenkung des wirtschaftlichen Aufbaues nach Liquidierung artfrember Einflüsse, der Stärkung des Rallenbewutztieins und der Förderung des kulturellen Lebens. Der Lebenswille des deutschen Volkes war wieder erwacht, der deutsche Mensch, der arbeitet« und seine Pflichten der Volksgemeinschaft gegenüber
den Verlust dieser beiden Handelsschiffe verschwiegen haben. Sie selbst haben wohl den Eindruck, datz es gerade nach den Worten Churchills über die angeblich so ohnmächtige deutsche Seeffiegführung einen gar zu schlechten Eindruck gemacht haben würde, wenn man diese Verluste der Welt mitgeteilt hätte.
Sehr bemerkenswert ist im Wehrmachtsbericht auch die Mitteilung, daß sich keine deutschen Truppen in Ostgalizien befinden. Die Prelle der Westdemo- tratien habe die wildesten Dinge über deutsche Truppenbewegungen in Oftgalizien zusammenphantasiert. Alle diese Meldungen würden nur in die Welt gesetzt, um vor allem in Rumänien Unruhe zu schaffen. Mit der Feststellung des deutschen Webrmachtberichtes bricht diese Lügenkampagne zusammen.
U-Boot-Ersolge im Atlantik
Zwei Handelsschiffe aus einem britischen Geleitzug herausgeschossen
früher als ursprünglich geplant abgeschlossen. Am Freitag wurden wichffge Beschlüsse über die Bildung eines neuen zentralen Politischen Rates gefaßt. Zwischen Wangtschingwei und Wangkehmin wurde eine Einigung über die Beziehungen der neuzubildenden Zentralregierung zu Nordchina erzielt, wo voraussichtlich die Regierung vorläufig durch einen nordchmesischen Politischen Rat oder Ausschuß ersetzt werden loll. der verwaltungsmäßig unter der Zentralregierung stehen wird.
-unkmeldung). Das lettlan- (4354 Bruttoregistertonnen) ist )iff sandte Notsignale aus. datz lefinde. Die „Everoia" ist ein __________________ _______ die einige Stunden vorher unterging. Außerdem wird aus England berichtet, daß sich der norwegische Dampfer „Birk" in der Gegend der Hebriden in höchster Seenot befinde. Den SOS-Rufen des Schiffes zufolge, die an einer Küstenstation Schottlands aufgefangen wurden, ist das Ruder gebrochen und das Schiff treibt auf hoher See. Einer Reutermeldung aus London zufolge. sind elf Überlebende des schwedischen Dampfers „Gothia" auf einer Insel der schottischen Westküste gelandet worden. Rach den Aussagen dieser überlebenden hat eine Explosion die „Goihia" zum Sinken gebracht, durch die drei Besatzungsmitglieder sofort getötet wurden. Ein Rettungsboot der „Eothia" mff zehn werteren Besatzunssmitgliedern wird noch vermißt.
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Di« Kontrollen in den Tientsiner Konzessionen
Tieutsin, 26. Jan. Die Rückwirkungen des völkerrechtswidrigen Anhaltens des japanischen Dampfers ..Asama Maru" und der Verhaftung 21 deutscher Seeleute machen sich jetzt für Tientsin bemerkbar. Anstatt wie bisher ohne Verzögerung an den Eingängen zur britischen und tranzösischen Konzession durchgelassen zu werden, müllen sich die Angestellten britischer Firmen nunmehr durch die lapanischen Posten durchsuchen.lallen und stundenlang tn der beißenden Winterkälte ansteben.
as. Berlin, 27. Jan. (Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) Der heutige Wehrmachtsbericht ist wieder ein stolzes Blatt in der Geschichte der deutschen ll-Boot-Waffe. Wenn ein deutsches U-Boot auf dem Atlanffk zwei Dampfer aus einem englischen Geleitzug berausschietzen konnte, so zeigt das einmal, daß der Krieg,gegen die überseeischen fßerbinbungen Englands mit allen Mitteln der modernen U-Boot-Waffe geführt wird, und zwar erfolgreich geführt wird. Zum anderen aber ersieht die Welt aus dieser Tatsache erneut, daß englische Eeleitzüae keinen Eckutz dar st eilen. Dabei hat Churchill erst dieser Tage wieder die Neuttalen aufgefordert, sich den englischen Eeleitzügen anzuschließen. Daß die Neutralen damit alle Gefahren auf sich nehmen, verschwieg der Erste Lord der Admiralität wohlweißlich, ebenso wie die Engländer bisher
Gefährliche Spielereien
(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung)
Werktäglich nachmittags.
«NSgllveN Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends außer Sonn- u. Feiertag«
Unterhaltungsbeilage Betlmer
