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Seite 4 Nr. 9

Wiesbadener Tagblatt

Donnerstag, 11. Januar 194V

Wiesbadener Iachrichten

Verdienstvolle Förderin der heimischen Wirtschaft

Die Industrie- und Handelskammer Wiesbaden blickt aus 75 Jahre Arbeit zurück

Karl Henkell neuer Präsident

In das Kriegsjahr 1940 fällt der Gedenktag der Gründung einer Wirtschaftsinstitution. die sich als Mittlerin zwischen wtaat und Wirtschaft große Verdienste um unsere heimische Wirtschaft erwarben hat: der I n d u st r i e - u n d Handelskammer. Wir geben anschließend einen Über­blick über die Entwicklung der Kammer. Das Jubiläum fällt Mammen mit der Ernennung eines neuen Präsidenten. Unterm 5. Januar 1940 bat der Reichswirtschaftsmini st er den Fabrikanten Karl Henkell zum Vorsitzenden berufen. Karl Henkell ist Gesellschafter und Betriebs führer der Sektkellerei Henkell u. Co.. Wiesbaden-Biebrich. Mit ihn, wurde eine Persönlichkeit an führende Stelle berufen, die sich seit langen Jahren große Verdienste um die Währung der wrrtschaft- lichen Belange des Wiesbadener Bezirks erworben hat. Schon bisher war Karl Henkell stellvertretender Vorsitzender der Bezirksstelle Wiesbaden.

Auf Grund des Nassauischen Gesetzes vom 3. September 1863 wurde die Handelskammer Wiesbaden durch Verordnung der Landesregierung vom 4. März 1864 ins Leben gerufen. Die erste konstituierende Sitzung wurde am 11. Februar 1865 abgehalten. Die Kammer kann also in diesem Jahre auf dreiviertel Jahrhundert Arbeit im Dienste der ihr anvertrauten Interessen der Industrie und des Handels, der Banken und des Hotelgewerbes zurückblicken. Welch eine Entwicklung liegt zwischen dem in der Sitzung vom 6. Juni 1866 gefaßten Beschluß, die Landesregierung im wohlverstandenen Lande sinke resse um engsten Anschluß an Preußen zu bitten, um den Krieg vermeiden zu helfen, und ihrer heutigen verantwortungsvollen Tätigkeit im ent­scheidenden Kampf Groß-Deutschlands gegen die anmaßende Überheblichkeit der Westmächte.

Die Präkdenten der Kammer

Als Präsidenten standen an der Spitze der Kammer: Weinhändler Theodor D i l t h e y. Rüdesheim a. Rh.. von 1865 bis 1867; Kommerzienrat C. A. Lotichrns. St. Goarshausen a. Rh., von 1867 bis 1882; Kammann Karl Glaser, Wiesbaden, von 1882 bis 1887; Fabrikant Rudolf Koevv Östrich i. Rhg., von 1888 bis 1897; Kommerzienrat Franz Febr-Flach. Wiesbaden, von 1897 bis 1920; Letzterer wurde bei fernem Ausscheiden Ehrenprastdent der Kammer. Rack ihm war Geheimer Regierungsrat. Dr. Adolf Haevier,Lochst a. M., von 1921 bis, 1924 Präsident der Kammer. An seine Stelle trat Kaufmann Carl Bi er tz. Wiesbaden, bis März 1925, Alsdann führte Fabrikant Hermann Asbach, Rüdesheim a. Rh., bis 1933 den Vor- ^Mr^^er"historischen Wende im Jahre 1933 batte Vank- direktor Hermann Schulze, Wiesbaden. die Leittrng der Kammer übernommen, die im Zug der Vereinheitlichung der preußischen Kammern am unteren Main und mittleren Rhein als Bezirks st eile der Industrie- und Handelskammer für das Rhein-MainisHe Wirtschaftsgebiet .angeschlossen wurde. Als solche hat sie ihre eigene Rechtspersönlichkeit und ist in Angelegenheiten, die ihren Bezirk angehen. selbständig. In Fragen der Getränkeindustrie, des Hotelgewerbes und des Fremdenverkehrs sowie in Fragen der Hauszinssteuer und stenographischen Prüfungswesens ist ihr die Feder­führung übertragen. _

Rach dem Tode von Hermann Schulze im Jahre 1939 zu Beginn des Krieges wurde Schaumweinfabrikant Karl enteil au der heute besonders verantwortungsvollen Führung der Kammer berufen und gleichzeitig rum, Vize- vrästdenten der Industrie- und Handelskammer für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet, Sitz Frankfurt a. M.. ernannt.

Wichtige Industrien im Kammerbezirk

Die Getränkeindustrie und die mit ihr untrennbar ver­bundenen Gewerbezweige des Weinhandels und Weinbaues haben ja dem Bezirk der Wiesbadener Kammer immer ein besonderes Gepräge gegeben. Fast die Hülste der deutschen Schaumweinindustrie entfällt auf den Wiesbadener Kammer­bezirk mit den klangvollen Namen. ..Burgeff . ..EraeMr.- Henkell",Math. Muller".Sohnlern Mmngold".,Schloß Vaux".Schultz-Erünlack" u. a. Aus der Getmnkeind-ustrie seien neben der Schaumweinindustrie die Weinbr^inerei der Firma Asbach u. Co., und verschiedene Bierbrauereien in Wiesbaden und Idstein hervorgehoben.

Aber auch andere Industriezweige sind durch hervor­ragende Unternehmen vertreten, die für den Kammerbezirk Wiesbaden von größter Bedeutung stnd. Namen wie Kalle. Linde, Elyco-Metallwerke. Passavant. Koevv. Rheinbutte. Schiele, Rossel, Schwarz u. Co.. Maschinenfabriken in Geisen­heim und Wiesbaden, Uhrenfabrik Wagner, Fauth. Didier. Dyckerhoff u. Widmann, Scheidemandel, Kampf u. Spindler. Keramag. sind nickt nur in Deutschland, sondern teilweise in der ganzen Welt bekannt. Lederfabriken in Hofheim. Lorsbach. Idstein, Niedernhausen und Ustngen. Sckwarz- farbenfahriken am Rhein und im Taunus, der Schieferberg- Lau in Kaub und Seitentälern, der Quarzitbergbau in Aßmannshausen und Bremthal sowie Ustngen verdienen nicht minder Beachtung wie das Hotelgewerbe in den Bade- vlätzen Wiesbaden, Bad Schmalbach, Schlangenbad. Bad Soden und in den zahlreichen Plätzen des Ausflugs- und Fremdenverkehrs am Rhein und im Taunus.

Die Organisation der Kammer

Der Kammerbezirk Wiesbaden hat häufig in seiner Ausdehnung gewechselt. Zur Zeit der größten Ausbreitung umfaßte die Kammer auch den Kreis Höchst mit den dndu- striezentreii in Höchst und Griesheim, des weiteren Platze wie Königstein, Bad Homburg, Ober-Ursel, Heddernheim, Rödelheim. Heute umfaßt die Kammer den Stadtkreis Wiesbaden, den Rheingaukreis, den Kreis St. Goarsbausen mit Ausnahme des ehemaligen Amtsbezirks Braubach, den Untertaunuskreis, den Kreis Usingen und den Main-Taunus- kreis mit Ausnahme einer Reihe von Plätzen wie Hatters­heim, Okriftel, die der Kammer Frankfurt a. M. zugewiesen wurden. _

Geschäftsführer der Kammer waren bzw. sind: -ö. C. Ruß. Biebrich, von 1865 bis 1871; Julius Oppermann. Biebrich, 1871 bis 1880; Kanzleirat a. D. Will». Flindt, 1880 bis 1891; Dr. vhil. Reinhold Merbot, 1891 bis 1916.

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Fabrikant Karl Henkell, der neue Präsident der Jndnftrie- und Handelskammer Wiesbaden

(Photo: (Erfurts.)

Nach dessen Erkrankung wurde Dr. H. Otto zunächst zum Assistenten, 1917 zum Syndikus der Kammer bestellt.

Nach Kriegsende. Januar 1919, trat Dr. Eduard M e u s e r zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann als stellvertretender Syndikus und Seit 1924 gleichfalls als Syndikus in die Geschäftsführung der Kammerein. Dr. Otto schied 1937 krankheitshalber aus der Geichärts- führung der Kammer aus und trat in den Ruhestand.

Dem heute amtierenden Syndikus Dr. M e n i e r stehen zur Seite als Stellvertreter Dr. Georg Ziegler und Dr. Herbert Haag als wissenschaftlicher Mit­arbeiter. Als Abteilungsleiter sind in der Kammer tätig: Willi Hartung und Wilhelm D o n s b a ch.

Die Tätigkeit der Kammer

ist heute umfassender und verantwortungsvoller denn je. Auf der einen Seite wird ste in nie gekanntem Ausmaß zur Erfüllung staatlicher Aufgaben herangezogen, auf der anderen Seite ist ihrer eigenen Initiative auf dem Gebiete der Selbstverwaltung kaum eine Grenze gesetzt. Ihre Wehr- wirtschaftliche Abteilung, ihre Gütestelle zur. Sckulden- regelung städtischen Grundbesitzes (eine der ältesten in Deutschland), ihre Devisen- und Rohstoff- sowie. Zoll­abteilung stehen.in lebhaftem ständigem Verkehr mit den bezirkseingesestenen Firmen und legen ein beredtes Zeugnis für die Tätigkeit der Kammer ab.

Als Bezirksstelle der Industrie- und.Sandelskaimner für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet ist sich die Kammer unter Führung ihres neuen Präsidenten ihrer hohen Aui- aabe als Mittlerin zwischen Staat und freier Wirtschaft bewußt und wird sich bemühen, diese Ausgaben im Sinne nationalsozialistischer Wirtschaftsauffastung zu lösen zum Segen der heimischen Wirtschaft, zum Nutzen der deutschen Volksgemeinschaft.

Kenntnisse in der Krankenpflege an. In enter Linie muffen Schweigsamkeit und Taktgefühl von ihr verlangt werden; denn ste hat das Berufsgeheimnis des Arztes zu wahren und den Kranken rückstcktsvoll zu begegnen. Sehr zweckmäßig ist es. wenn die Röntgenastlstentln gleichzeitig die Aus­bildung zur Laboratoriumsassistentin durchmacht; denn in vielen Betrieben liegen beide Aufgabengebiete in einer Sand. Aus den Umgang mit Kranken muß sich auch die Krankengymnastin verstehen, die neben dem Arzt und der Krankenschwester am unmittelbarsten auf den Patienten einwirken kann. Sie bat durch entsprechende Behandlung dafür zu sorgen, daß geschädigte Glieder wieder gesunden, sie kann aber auch durch ihre eigene Energie und ihren Ein­fluß dem Kranken helfen, wieder leistungsfähig zu werden. Die Diätassistentin muß in der Lage lein, jede vor­geschriebene Krankenkost zuzubereiten. Wenn sie sich für.diese Tätigkeit besonders gut eignet, kann ste sogar Diatkuchen- leiterin werden. . ,

Die Assistentin für angewandte Botanik ist der Laboratoriumsassistentin gleichzustellen. nur. daß ste auf rein wissenschaftlichem Gebiet zu arbeiten hat. Die tech­nische Assistentin für wissenschaftliche es oto= graphie kommt entweder aus der fotogravbischen Arbeit oder aus dem Beruf der techmicken Assistentin an medizi­nischen Instituten; sie wird in großen Forschungsinstituten, Kliniken, Röntgeninstituten eingesetzt.

Eine wichtige Rolle spielte in den letzten Jahren die technische Assistentin für.. Material- und Werkstoffprüfung. die die Güte der Ware ständig zu überwachen hat. Durch diese Arbeit können dem Dolks- vermögen Millionenwerte erhalten bleiben. Die Berms- ausfichten sind hier ganz besonders gut; denn durch die immer stärkere Entwicklung der Werkstoffe werden Materral- prüferinnen in immer größerer Zahl gebraucht. Ku».

Helferin am grohen Werk

Die technische Akistentin, ein vielseitiger Beruf

Ein Beruf, der gute Aufnahmemöglichkeiten bietet, ist der der technischen Assistentin. Akistentin heißt Gehilnn. di« mitarbeitet an einer größeren und umfassenderen Aufgabe. Die Akistentin muß deshalb..vor allem ein Mtes Ein­fühlungsvermögen und genügend Anvassungsfähigkett besitzen. Da es kck hier um ausgesprochen weibliche Sigen- schaiien handelt, wird der Beruf der lech Nischen Akistentin. obwohl er den Jungen genau io wie den Madels offen steht, doch in der Hauptsache von Frauen ausgeübt.

Größte Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit sind die ersten Voraussetzungen für diesen Beruf; dazu muß .selbst­verständlich die Eignung kommen. Wer kein Verständnis, hat für das Rechnen, für Physik und Chemie und für medizinische Vorgänge, und wer vor allem keine geschickte Hand besitzt, der kann auch nicht technische Akistentin werden. Außerdem ist es gut. wenn man in diesem Beruf Stenographie und Schreibmaschine und nach Möglichkeit auch die Buchführung beherrsch!; denn häufig müssen Ergebnisberichte abgefatzt werden, und bei Ärzten hilft die technische Akistentin bei den kassenärztlichen Abrechnungen oder in der Buchführung. Da die Ausbildung erst mit 17% oder 18 Jahre beginnen kann, ist genügens Zeit, diese technischen Fertigkeiten noch vorher zu für die Ausbildung zur.technischen

Assistentin die mittlere Reife Voraussetzung; es können aber auck begabte Mädels, die aus der letzten Klasse der Volks­schule abgehen, in diesem Beruf vorwärtskommen. wenn ste die Aufnahmeprüfung bestehen. Der technischen Assistentin stehen die verschiedensten. Arbeitsgebiete o^fen.

Die Röntgenassistentin eignet sich selbstverständlich auch

Unkenntnis schützt vor Strafe nicht »Amtliche Bekanntmachungen" enthalten für jeden Bolks- genossen Wissenswertes

Die Zeitung ist trotz ihrer organisatorischen Teilung in Schriftleitungsteil und Anzeigenteil als em eng zusammen­hängendes Ganzes zu werten. In geruhiameren Zeiten mag es zwar Leier gegeben haben, die. mit dem Studium der Zeitung dann aufhörten, wenn die Anzeigen mit ihren kleinen, großen und größten Schriftgraden und einem viel­gestaltigen Seitenaufbau begannen, dann genügte es diesen Lesern, die Anzeigenseiten zu überfliegen. Unsere fahre? langen Erfahrungen und Beobachtungen geben uns redock die Gewißheit, daß dieser Kreis der etwas einseitigen Zeitungsleser nickt groß ist. nicht groß sein kann, denn der Werbewert der Zeitungsanzeige ist unbestritten.

Der Anzeigenteil der Tageszeitung ist ein . getreues Spiegelbild unseres wirtichaitlichen Lebens, an ihm kaiin kein Leser auf die Dauer voruberg.ehen. Gerade die Frau ist regelmäßig Leserin des Anzeigenteils, der ihr schrm manchen Vorteil gebracht bat. Das trifft vor allem auch, letzt, in her Kriegszeit zu. Heute kann es sich eine deutsche Mmrne nicht mehr leisten, ohne regelmäßige Zeitungslektüre bahtn« zuleben. Das politische Geschehen umerer Tage fordert von jedem deutschen Menschen, ob Mann.oder tftau, alt oder jung, ein Miterleben der Dinge, die mitgeitaltend für bte Zukunft unseres Volkes sind. Die Zeitung dient als Mittler, in ihren Spalten spiegelt sich unsere große Zeit, von der ersten bis zur letzten Seite.

Wenn wir heute eine Sparte. besonders Herausstellen wollen, so deshalb, weil das, was m ihr dem Leser gesagt wird, jeden angeht. In den Spalten derA mt l i chen Bekanntmachungen", die in der Kriegszeit einen breiteren Raum ein nehmen als früher,, sprechen, die Behörden zur Bevölkerung. Der Weg, den die Tageszeitung in jeder deutsche Familie nimmt, ist für rede Behörde der gangbarste, um . schnell an jedeneinzelnen.. Volksgenossen heranzukommen.Unkenntnis des Gesetzes schützt vor Strafe nicht": so lautet ein Erfahrungssatz. der. iehern, einmal in Erinnerung kommen kann, wenn er eine gesetzliche An­ordnung nicht befolgt hat.. Aber es brauchen nicht immer nur unangnehme Dinge zu sein, die damit in Zusammenhang gebracht werden. Bestraft ist schon die Hausfrau,, wenn ste sich nicht über die Lebensmittelverteilung unterrichtet, und damit für sich und ihre Familie Nachteile herberfuhrt, der Ruheständler, wenn er über seine Sozialversicherungsiragen nicht Besckeid weiß, der Landwirt, wenn er sich eine günstige Gelegenheit, Futter- oder Düngemittel zu bekommen,, ent­gehen läßt, der Geschäftsmann, der tu Lohnsrag.en unwissend ist, um nur einige Beispiele zu nennen. Darüber wird in denAmtlichen Bekanntmachungen" aufklarend, berichtet. Jeder Volksgenosse muß sich daher zu ihrem Studium täglich die nötige Zeit nehmen. v.

Freitag, 12. Jan., 20.30 Uhr im Luftsehutzhaus:

Filmvortrag 0^-U-Deutschland

Eintritt (Einziger Original-Film aus dem Weltkrieg) 50 Pf. von Polizeipräsident Meusel-Mainz Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung Volksbildungsstätte.

über 1 Million neue Rundsunkhorer haben sich Jett Kriegs beginn der grosdeutschen Hörergemeinde angelchlossen. Ende Dezember belief sich die Hörerzahl auf 13 711325 gegen 12 677 348 Ende August 1939. "Damit sind mehr neue Hörer in vier Monaten gewonnen worden als in den Jahren zuvor in zwölf Monaten. In den Zahlen sind die Hörer der tn das Reich eingegliederten ehemals polnischen Gebiete nicht ent­halten. .......

Die Ausstellung privatarrtlicher Zeugnisse .über Arbeitsfähigkeit, Arbeitsunfähigkeit oder beschränkte Arbeits­fähigkeit für Zwecke des Arbeitseinsatzes, Arbeitsplatzwechsel. Kündigung, Aufnahme, von Arbeit ist unzulässig. Werden derartige Bescheinigungen erbeten und hält der Arzt es für angezeigt, einem solchen Wunsche nachzugehen, so hat er ledig­lich Art und Verlauf des Leidens oder den gesundheitlichen Zustand zu bescheinigen, jedoch jede Beurteilung des Grades der Arbeitsfähigkeit oder Tauglichkeit für einen bestimmten Beruf oder Arbeitsplatz zu unterlassen. Diese Bescheinigung hat er dem Arbeitsamt, das für die Betreuung zuständig ist. entweder unmittelbar zu übersenden, oder dem Untersuchten in verschlossenem Umschlag zur Aushändigung an das Arbeitsamt zu übergeben.

Dachstuhlbrand. Am Mittwoch um 22.27 Uhr wurde die Feuerwehr nach dem Leberberg 1 gerufen. Dort wurde durch ein heißes Ofenrohr, das unter einem Balken in den Kamin geführt war. das Gebälk entzündet, so daß ein Dach- stuhlbrand entstand. Die Feuerlöschvolizei ging sofort mit zwei Schlauchleitungen vor und beseitigte in einer Stunde harter Arbeit das Feuer. Eine Brandwache blieb bis zum Morgen zurück.

Hobes Alter. Frau Gertrude Schaefer, Röder- straße 21. 1., feiert am 12. d. M. in voller Rüstigkeit ihren 75. Geburtstag. Heute wird Frau Bäckermeister Lina Schröder. Wwe Mühlgasse 15, 70 Jahre alt.

Die Volksgemeinschaft hat sich bewährt

Dank an die Spender und Spenderinnen von Weihnachts­liebesgaben für unsere Verwundeten und unsere Fronttruppen

Anläßlich des Weihnachtsfestes sind der »Sammel­st elke für freiwillige Liebesgaben im Wehr­kreis XII aus allen Bevölkerungskreisen Liebesgaben aller Art zugegangen. .

Zahlreichen Verwundeten und Kämpfer» im Westen konnte auf Grund dieser Spenden eine besondere Weihnachts­freude bereitet werden. Ihre Herzen wurden mit Dank erfüllt und mit der Gewißheit, daß die Liebe der Heimat hinter der eingesetzten Wehrmacht steht.

Ich danke allen. Spendern und Spenderinnen von Liebes­gaben für ihre freiwillige Tat. Wieder einmal bat ssch die deutsche Volksgeme in schäft aufs beste be­währt.

Die Sammelstelle für freiwillige Liebesgaben ist aber nicht als eine Weilmachlsgabensammelftelle gedacht worden. Sie soll eine Dauereinrichtung sein für die Gesamt­dauer des dem nationalsozialistischen Eroßdentschen Reich vom ttiegshetzerischen englischen Kapitalismus aufgeznmngenen Verteidigungskrieges. Der Wille, den Fronttruvven, Ver­wundeten und Kranken Hilfe zu bringen, Freude und Zuverftcht zu verbreiten, Erleichterung und Erholung ;n verschaffen, darf nicht erlahmen!

Die Sammelstelle für freiwillige Liebesgaben des Wehr­kreises XII, alle Dienststellen der Wehrmacht in den Stand­orten. aber auch die Amtsstellen des Deutschen Roten Kreuzes und des Kriegswinterhilfswerks sind nach wie vor für die Annahme von Spenden geöffnet.

Für alle Liebesgaben im neuen Jahre sage ich im voraus meinen Dank.

Der Befehlshaber im Wehrkreis XII