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Donnerstag, 4. Januar 1940

Wiesbadener Tagblatt

Nr. 3 Seite 3

Steigerung um 2,6 Millionen

„Kaverkrieg der HI." ergab fast neun Millionen RM

_________„.zeugen nicht etwa out® den jetzt recht mager gewordenen bereicherten, sondern da« sie H<b im Vorposten- und Minensucherdienst betätigten.

für das Kriegs­mr Volks-

Bictoria-Kreuz für „zivile" Kapitäne

Der Erste Offizier des von Churchill versenkten Dampfers „Athenia" erhielt eine Ordensauszeichnung

Der Bericht des Oberkommandos

Erkundungsflüge gegen Frankreich, und über der Nordsee —

Britisches Kampfflugzeug bet Aachen abgeichossen

Berlin, 4. Jan. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Wellen zwischen Mosel und Pfälzer Wald etwas stärkeres Artillerie-Etörungsfeuer als an den Vortagen. Auch die Lpahtruvptattgkett war reger. <

Die Luftwaffe führte Erkundungsfluge gegen Frankreich und über der Nordsee durch. Em britisches Kampsflugzeug wurde Mittwockiruh m der Gegend von Aachen nach überfliegen luxemburgischen Wieds« gebietes von einem deutschen Jagdflieger gestellt uud uach kurzer Verfolgung abgeschossen, ehe es über die deutsch- belgische Grenze hin entkommen konnte Das zertrümmerte Flugzeug liegt in Grenznäbe auf belgnchem webtet.

„Auf der Flucht vor Messerschmitt-Maschinen

Raubstaat England

Buenos Aires. 3. Ian. Anläßlich der Wiederkehr des Tages, an welchem vor 10 7 Jahren Engländer durch einen dreisten Handstreich die Malvinen an sich rissen, erliefe die Vereinigung für Rückgewinnung der Falkland­inseln einen Aufruf. Einleitend schildert der Ausruf die historischen Vorgänge, wie mitten int Frieden der britische Flottenkommandant Onslow den Befehl zur Nieder- bolung der argentinischen Flagge gab. Angesichts der eng­lischen Übermacht mufete notgedrungen der argentinische Kommandant Pinedo der brutalen Willkür weichen. Das Manifest ruft alle argentinischen Patrioten aus. sich uner­müdlich einzusetzen, bis das ein Jahrhundert alte Unrecht- mit legalen Mitteln wieder gutgemacht sei.

Berlin, 3. Jan. Die von der HI. und dem BDM. am 16. und 17. Dezember 1939 unter dem Motto „Kaperkrieg der HI." durchgesührte 3. Reichsstrafeensammlung für das Kriegs« Winterhilfswerk stellt in ihrem Ergebnis der Ovferfreudig- keit des deutschen Volkes und dem Sammeleinsatz der beut« schm Jugend wieder das beste Zeugnis aus. Mit 8 980 692,43 RM steigerte sich das Ergebnis der gleichen Sammlung des Vorjahres um 2 691 773,97 RM, gleich 42.8 v. H. Davon ent­fielen auf das Altreich 7 076 315.45 RM. auf die Ostmark 1318 305.02 RM und aus den Gau Sudetenland 586 071,96 RM. Insgesamt steigerte sich pro Kops der Bevölke­rung der Durchschnitt von 7.86 Pfennigen int Vor­jahre aus 11,14 Pfennigen in diesem Jahre»

Wieder ein erfolgreicher Sammeltag für das Kriegs- Winterhilfswerk. ein Tatbekenntnis nicht nur --- -----

gemeinschaft. sondern mehr noch ein wuchtiger Schlag jedes einzelnen deutschen Volksgenoffen gegen Chamberlain und Churchill, eine Antwort auf die Pläne der Vernichtung Eroß- deutschlands.

Pie Dekorierung des Ersten Offiziers der „Athenia vatzt vorzüglich zu den Ordensverleihungen, die in letzter Zeit ..zivile" englische Fischdamvfer-Kavitäne erhielten. Da es sich in diesen Fällen immer um den höchsten englischen Tapferkeitsorden. das Victoria-Kreuz, handelte, darf man annehmen, dafe diele „zivilen" Fischdampfer-Kapttane mit ihren „harmlosen" Fischerfahrzeugen nicht etwa burck fleifeiae Heringsfänge. ‘ britischen Frühstückstisch

Überlegenheit unserer Luftwaffe im Westen

Die bewundernswerte« Erfolge unserer Jagdgeschwader und Fernaufklärer

„Englische Westküste ungeeignet"

Schweres Kopfzerbrechen englischer Sckifsahrtskreise über die Auswirkungen der deutschen Gegenblockade — Drohungen an die Adresse der neutralen Reeder — Die „Zone des Todes" wird gemieden

der „Minderwertigkeit" der deutschen Jäger

Nun ist aber in der Zusammenarbeit zwischen dem Londoner Reuter-Vüro und der alliierten Havas-Agentur eine böse Panne passiert. Statt ebenfalls bie., Übe ließ enb eit der britischen Flugzeuge gegenüber bett Messerschmitt-Maschinen zu preisen, leitet am Mittwochabend das halbamtliche Havas-Büro eine Meldung über den Absturz, eines britischen Flugzeuges mit den klassischen Worten ein: „Auf der Flucht vor Messerschmitt-Maschinen stürzte ein britisches Jagdflugzeug heute morgen brennend ab ...!

Auf der Flucht? Auf der Flucht vor den minderwertigen und vom Londoner Rundfunk beinahe täglich verspotteten Messerschmitt-Flugzeugen? Na nu?

„Außerordentlich gefährliche Maschinen"

Oslo, 3. Jan. Im Anschlufe an das Gefecht englischer Bombenflugzeuge mit deutschen Jagdflugzeugen über der Helgoländer Bückt stellte ..Morgenposten fest, dafe die Vickers-Wellington-Flugzeuge wohl für Langstreckenfluge ge­eignet erschienen. dafe aber, wie audi neutrale Wachleute zugäben, die zweimotorigen neuen deutschen Messerichmnt 110 außerordentlich gefährliche Maschinen sein mußten. Dies habe sich besonders in der Fliegerschlacht über der Helgo­länder Bucht vor Weihnachten erwiesen und sei nun wieder bestätigt worben.

Havas zertrümmert das englische Märchen von

Brüssel, 4. Jan. Die klare Überlegenheit bet deutschen Luftwaffe, die ben Nordseeraum unter ihrer Kontrolle hall, vor der englischen Öffentlichkeit zu verbergen und zu be­mänteln. fällt den Londoner amtlichen Stellen von Tag zu Tag schwerer. Hatte man schon alle Hände voll zu tun. nut Dementis, halben Zugeständnissen und erneuten glatten Lügen die katastrophalen Verluste bei der Luftschlacht vom 18. Dezember zu verheimlichen, so sieht man sich letzt außer- stande. die fortgesetzten erneuten Schlappen vollständig tot­zuschweigen. So hat man sich im Londoner Rundfunk demütig dazu heauemen müssen, den totalen Verlust von drei angreifenden Wellington-Vickers-Bombern neuesten Tyvs wenigstens zu Zweidritteln zuzugeben.. Man gibt an. dafe zwei der angreifenden Flugzeuge nicht in die Heimat zurückgekehrt seien. Den Verlust des dritten Bombers konnte man schon aus dem für das englische Lugen- ministerium sehr einleuchtenden Grund nicht zugeben, well man natürlich die eigene Öffentlichkeit durch erfundene „schwere Verluste" auch auf deutscher Seite wieder beruhigen mufe. An diese deutschen „schweren Verluste" konnte natür­lich in England niemand glauben, wenn nicht ein einziges der britischen Flugzeuge heimgekehrt wäre und darüber be­richtet hätte. Selbstverständlich aber hatte sich wie der Londoner Rundfunk versickert, auck bei diesem Geleckt die Messers ckmitt-Masckine wie immer als völlig unterlegen gezeigt.

[ton“ verantwortlich. In diesem Falle hätte er allerdings die Menge des Sprengstoffes besser bemefien müssen, denn bekanntlich trieb die „Athenia" noch 14 Stunden nach der Explosion an der Meeresoberfläche und drei englische Zer­störer mufeten erst das von Herrn Churchill. befohlene ver­brecherische Werk durch Eranatscküsse in den Rumpf des Dampfers vollenden.

Opfer des neuen englischen Minenfeldes

wt. Das neue englische Minenfeld, das in ben letzten Tagen längs der Ollküste Englands von der Nordspitze Schottlands bis zur Themsemündung gelegt worden ist. bat jetzt ein schwedisches Opfer gefordert. Der Dampfer .Lars Magnus Trozelli" (1400 Tonnen), der von Schweden nach einem nordenglischen Hafen unterwegs und über die Gefahrenzone noch nickt unterrichtet war, ist aut eine Mine gelaufen und gesunken. Die Explosion war so heftig, dafe das Sckiff auseinanderbrack und innerhalb kürzester Zeit sank. Von ben 22 Mann Besatzung sind- wahr­scheinlich sieben ums Leben gekommen. Einen weiteren schweren Verlust hat die schwedische Schiffahrt mit dem Untergang der „S v a r t o n" (2475 Tonnen) erlitten. Der

Der Krieg im Norden

Russische Truppen- und Materialtransporte in Nordfinnlaub Infolge der Kälte zunehmende Wolfsplage

Helsinki. 4. Jan. (Funkmeldung.) Nach Meldungen, aus Nordfinnland dauern trotz der heftigen Schneefalle die Kampfhandlungen in der Gegend von Salla mit unver­minderter Stärke an. ohne dafe bisher eine Entscheidung ge­fallen märe. Die russischen Truppen sollen nun in dem Ge­biet von Suomussalmi östlich von K ajasni und Li- falnti stehen. Aus diesem Kampfabschnitt werde berichtet, dafe durch die Kälte die Wolfsplage sehr stark zugenommen hätte. Im Petsamo-Abschnitt hielten die Russen ihre Stel­lungen. und von norwegischer Seite werde berichtet, dafe täglich grofee russische Truppen- und Materialtransporte beobachtet würden, die sick von..Norden, nach Süden be­wegten. Durch diese Tatsache dürsten die Behauptungen, nach denen die Murmanskbahn durck die Finnen an mehreren Stellen gesprengt worden sei. widerlegt sein.

Der finnische Heeresbericht

Helsinki. 4. Jan. (Funkmeldung.) Abgesehen von Artil­lerietätigkeit soll der 2. Januar, wie der finnische Heeres­bericht vom 3. Januar mitteilt, auf der karelischen Landenge verhältnismäfeig ruhig verlaufen sein. Am Taivaleenjoki hatten die Russen nach einem heftigen Artillerie­feuer zu einem Infanterie-Angriff angesetzt, der durch finnisches Infanterie- und Artilleriefeuer auigehalten worden sei. ebenso wie auck ein russischer Angriff bei Hatialaidenjärvi. Nordöstlich des Ladoga-SeeS hätten den ganzen Tag Kämpfe um einige Stützpunkte statt­gefunden. An anderen Frontabschnitten feien keine nennens­werten Ereignisse zu verzeichnen. An den Ufern des Ladoga- Sees habe nur schwache Kampftätigkeit der Seestreitkraite geherrscht, die durch die ungünstige Witterung stark beein­trächtigt worden sei. Die russische Flugkätigkeit sei an diesem Tage ebenfalls sehr gering gewesen.

punkt, die Männer, die in wenigen Wochen ben gesamten feindlichen Aufmarsch von Heer und Luftwaffe restlos er­kundet batten. Gerade in der jetzigen Jahreszeit bedeutet ein solcher Flug eine hohe körperliche Beanspruchung. Und als vor wenigen Wochen durck die deutscke Presse die kurze Notiz ging, dafe sick die Besatzung eines notgelanbeten beul leben Aufklärers in Frankreick nack der Schweiz durchschlagen habe, ahnten wohl die wenigsten, unter welchen schwierigen Verhältnissen solche Flüge vor sich gehen.

Das Jahr 1939 ist abgeschloisen. Die ersten Kriegsmonate haben die Überlegenheit unserer Luftwaffe bei lebem Treffen gezeigt. Was das neue Jahr auck bringen mag, immer wird unsere Luftwaffe im Westen den. Feind stellen, wo sie ihn trifft, wird siegen und sick eines Richthofen, ^mmelmann und Boelcke würdig erweisen.

Dampfer ist am Mittwock an der schottischen Nordostluste innerhalb einer Minute gesunken. Elf Mann der Besatzung wurden von einem Rettungsboot ausgenommen. . Weiterhin ist in der Nordsee der estnische Dampfer „Mina (117a Tonnen) mit 17 Mann Besatzung anscheinend infolge Aus­laufens auf eine Mine auf Grund gegangen. Wie lehr die „Zone des Todes" rund um England abschreckt erhellt aus einer Meldung des „Jugoslovenski Lloyd (aus Agram), wonach sich die jugoslawischen Matrosen immer, häufiger ent­schieden weigern, einen nördlich) von Spanien gelegenen europäischen Hafen anzulaufen. Auch hohe Sonderzulagen können hier nicht mehr verfangen.

In der Tat. die Schwierigkeiten der neutralen und eng­lischen Handelsschiffahrt übertreffen alle Befürchtungen zu Beginn des Krieges. Der schwedische Sachverständige Baron L a g e st a e l ° von Holstein kommt in. seinem soeben erschienenen Buck „Unsere Neutralität" auf diese brennenden Probleme zu sprecheii. Er weist darauf hin, dafe die eng­lischen Militärzeitsckriften auf die idealenAngriifs- möglichkeiten aufmerksam machten, welche die Hafen- anlagen der englischen Süd- und O st k u st e der Luftwaffe bieten. Auf diese Häfen aber entfalle ein Rresen- anieil der englischen Ein- und Ausfuhr. Selbst bet Laie könne die ungeheuren Schwierigkeiten erkennen, die mit dem Versuch verbunden find, die Einfuhr nach der Westküste zu verlegen, wo infolge des Fehlens geeigneter &afen« unb * Transportanlagen höchstens 30 v. H. der englischen Einfuhr ausgenommen werden können. Schon im Weltkriege.habe man feststellen können, wie grofee Mengen importierter Lebensmittel an den Hasenkais der Westküste buckstablick verfaulten.

In der Zeitsckrift „The Shipping World" richtet der Präsident der britischen Schiffabrtskammer eine Warnung an die neutralen Reeder, ihre Gewinne nickt allzu, hock zu treiben. Wenn sie. so wird gedroht, nack dem Kriege wieder frei am britifcken Handel teilnehmen wollten, dürften sie jetzt keine höheren Frachtraten fordern, als es durch die Zunahme der Kosten berechtigt fei. Begreiflich, dafe diese britische Warnung in ben neutralen Schiffahrtskreisen keine günstige Aufnahme gefunben bat. Mit Reckt wird darauf hingewiesen, dafe heute jedes neutrale Schiff, das die Fahrt nach England antritt, aufeerordentlich groben Gefahren ausgesetzt und daher mit einem sehr beträcht­lichen Risiko ' belastet ist. Selbstverständlick. dafe diese er-' hebliche Verteuerung der Sckiffahrten nach 6nglanb*bte ben maßgeblichen britischen Kreisen offensichtlich so ernste Sorgen bereitet, als ein bedeutender Erfolg der deut­schen Sandelskriegführung zu werten ist.

And immer noch Lügen

Berlin. 3. Jan. Wie London .soeben meldet, hat der Erste Offizier des Dampfers „Athenia. der bekanntlich von Herrn Churchill am zweiten Kriegstag verfentt wurde, eine Ordensauszeichnung bekommen, Mit- dummdreister Sttrn wärmt der Londoner Rundfunk in diesem Zusainmen- btmg die ebenso alte wie freche Luge wieder am. dafe die ..Athenia" von einem deutschen U-Boot verienkt worden ici. _ Diese Verlautbarung des Londoner RundfunksUt für die Kriegshetzercliaue an der Themse mehr als bezeichnend. Nachdem die Rechtsabteilung des .amerikanischen Staats« devartements erst dieser Tage nach einer eingehenden Unter« suckung des „Athenia"- Falles feststellen mufete. dafe die eng­lische Behauptung, ein deutsches U-Boot habe das Schuf ver­senkt. völlig abwegig sei. da die „Athenia" durch eine innere Exvlosion zerstört wurde, bringt es der Londoner Rundfunk fertig, wieder von einer Torpedierung durch ein deutsches U-Boor zu faseln. Es mufe schon reckt merkwürdig um die Geistesverfassung der Londoner Kriegshetzer bestellt sein, wenn Re auch beute noch glauben, .baß sich durch solche Mätzcken die verbrecherische Tat Cburckills. die Leib und tieben von 1500 Menschen auf das schwerste gefährdete, aus der Welt schaffen lasse. „

Warum der Erste Offizier der ..Athenia" eine Propa­ganda-Auszeichnung in Gestalt eines Ordens erhielt, wissen wir allerdings, nickt. Vielleickt war er tut die vom ameri­kanischen Untettuchungsausschufe feftgeitellte „innere Ervlo-

Zwei Milliarden Defizit

im USA.-Salbjabrsbausbalt

Washington. 4. San. (Funkmeldung.) Die Bundesregie­rung fchlofe das erste Halbjahr des laufenden Rechnungsjahres mit einem Fehlbetrag von 2023 Millionen Dollar ab. Die Staatsschuld betrug am Jahresende 41942 Millionen Dollar.

Ein stolzer- Leistungsbericht

Cp k) Als untere junge Luftwaffe im Polenkrieg zum »riten Male zeigen konnte, zu welchem Kriegsinstrument ne in den wenigen Jahren nationalsozialistischer Aufbauarbeit o-wottien war. war sich wohl jeder darüber klar, baß ihr Gjniatz im Westen mit der gleichen Schlagkraft erfolgen mürbe Ob diese Schlagkraft gegen die französischen und eng- lifcken tiuftstreitkräfte iedock von der gleichen Wirkung letn ffliitbe bas war bie Frage, die damals noch nicht beantwortet werden konnte Hatten dock die beiden Länder einen großen zeitlichen Vorsprung in der Entwicklung des Flugzeugbaues. Die Antwort auf diese Frage liefe nickt lange auf stck warten. Bereits die ersten Septembertage zeigten, daß unsere -.saget im Kampf mit den verschiedensten feindlichen Flugzeugtypen Sieger blieben. Während einerseits der Einflug feindlicher Fluazeuge wirksam verhindert wurde, war den Auf• flärern bie Aufgabe gestellt, ben gesamten ftanzosi- i4en Aufmarsch zu erkunden. der Artillerie wichtige Ziele anzugeben und den Bomberstaffeln lohnende Ziele auf« juipuren.bert je^{cn jß0(jjcn hatten wir Gelegenheit, die Kriegstagebücher dieser verschiedenen Einheiten unserer Luft­waffe einzusehen, erlebten noch einmal die Zeit vom Septem­ber bis zum Jahresende.

Am 8. September der erste Luftsieg

Die ersten Septembertage sind noch ruhig.. Der Gegner weife anscheinend noch nicht, wie er den plotzlick vom Zaun gebrockenen Krieg in die Tat umiefeen soll.. Spcriefhegen, bas ist ber tägliche Befehl, ben unsere Jagdflieger erhalten. Einen solchen Befehl erhielt auch Leutnant E. qm 8. Septem« ber. Zwischen Karlsruhe und Kehl sollte er. den Luftraum freihalten. Es war Spätnachmittag, als er emen.HockdeSer ficktete. 4000 Meter hock. Ein französischer Aufklärer. Ihn holte sich der junge Staffelkapitän herunter — der erste Ab­schuß an ber Westfront. In knappen Worten schildert er in feinem Abschufebericht diese erste Feindberührung. Auftrag in 5000 bis 6000 Meter Höhe zwilchen Karlsruhe und Kehl Sverre zu fliegen. 18.05 Uhr sah ick bei Karlsruhe in 3800 Meter einen nach Westen fliegenden Franzoien. Ich gab sofort das Angriffszeichen. Den ersten Angriff setzte, ich links oben an. der verschiedene Treffer dem Gegner einbrachte. Beim zweiten Angriff brach das Flugzeug auseinander.

Der Angriff war getan, die Spannung gewichen. Bereits die nächsten Tage brachten drei weitere Abschüsse.

Das waren Begegnungen mit einzelnen feindlichen Auf­klärern und Bombern. Den Gegner aber t m größeren Verband zu treffen und zum Kampf zu zwingen, bas war die Sehnsucht einer jeden Staffel. Auch dieser Tag kam.

18 Abschüsse an einem einzigen Tag

Es sind die Staffeln u n se re s er so l grei ch st e n Jagdgeschwaders an der Westfront, des PIK-AS=®e= schwaders. Wie an ledern Tag starteten auch an diesem Morgen die Staffeln zum Feindflug. In drei Phasen wurden bie 18 feinblichen Maschinen ber verschlebensten ~9PGtncestaffIe^Croar um 11.30 Uhr in ber Nähe von Saar­brücken. um zwei deutsche Fernaufklärer aufzunehmen. Die Staffel befand sich in 7000 Meter Hohe und war mit den beiden Aufklärern auf dem Heimflug. als fünf Eng­länder von Südwesten her angeflogen kamen. Innerhalb von 10 Minuten waren sie sämtlich abgeschossen

Die zweite Begegnung fand am selben Tage.um 14 Uhr statt. Wieder war eine Staffel vom Frontflug am dem Wege zum Heimathafen, als der Staffelkapitän weit unten fünf Maschinen sichtete. Eine Fairen..Battle, zwei Moräne ein Curtiß und eine Caudron. Wahrend beim ersten Anflug bereits zwei Maschinen zur Erde stürzten, hatte stck Ober­feldwebel X„ ein alter Spantenlampf.er mit vier Abschüssen, in einer Moräne festgcdisien und die Maichlne auch nach einigen Minuten erledigt. Ihm selbst saß aber eine feindliche Kiste im Nacken. Wenige Sekunden nach feinem Siege stürzte er mit einem Kopfschuß ab. Von den Staffelkameraden wurde er jedoch sehr schnell gerächt. Die beiden restlichen Maschinen mUrSie dritte Begegnung war wohl am.dramqttscksten. Acht ME. 109 flogen gegen 17 Uhr Grenzaufklarung in 4000 Meter Höhe. Äs sie in 6000 Meter 25 bis 30 Curtife-Ma- s ch l n e n entdeckten. Der Franzose, der gut gestaffelt flog, war natürlich in dieser Anzahl wett überlegen. Als stck die französischen Maschinen auf ben ntebng fliegenden deutschen Verband stürzten, kamen plötzlich noch weitere ackt deutsche Jäger von oben zu Hilfe, bie nach Erkennen ber Situation sofort nachstießen. Zwanzig Minuten dauerte der Luftkampf, in dem von 16 MG 109 8 Curtis-Maschinen aus 35 Gegnern herausgeickossen wurden.. . .

Wenn nun gerade dieses Geschwader bis Cnbe bc_> Jahres weit über 60 Abschüsse erzielen konnte, bann taucht bie Frage auf. welche Kampfeswelse . sich in diesen wenigen Monaten herausgebilbet bat, um diesen Erfolg auf­zuweisen. Im Gespräch mit dem Kommodore des siegreichen Geschwaders erfahren wir: In ber Luft müssen sich Kamerad­schaft und Disziplin noch weit mehr bewahren als drunten auf ber Erbe. Rücksichtslose Kampfmethobe. ge« paart mit bem Geist eines Richtbofen. Jmmel- mann, Boelcke. bas find die Begriffe, die ich in meine Männer eingehämmert habe. Nicht unbeabsichtigt habe ich kürzlich am Grabe eines im Lmtkampf gefallenen Jagd­fliegers die Worte gesprochen: .... . denn sie hatten auf ihre Fahnen geschrieben: Du mußt, du mußt und koste es auch das Leben. Wir. die überlebenden, fliegen werter, rott kämpfen weiter, wir schaffen gemeinsam an dem Werk, für bas ihr starbt!"

Erkunder des feindlichen Aufmarsches

Als zum ersten Male im Heeresbericht des OKW von der Aufklärungstätigkeit über England und Frankreich be­richtet wurde, traten diese Männer tn ben allgemeinen Blick-