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Verlag Langgasse 21

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^tag. 14 . Kugust 1914 .

Kbenü »Ausgabe.

Hr. 376, ♦ 62. Jahrgang,

^ Beginn des Weltkrieges.

fj c Nachrichten vom Kriegsschauplatz lauten weiter

ijQ ; Osten ist der Angriff der Kosaken, dieser

:t -Eten russischen Knutenceiter, anscheinend auf ?!iiih nsen Linie abgeschlagen. Ansehnliche Städte Sttg c S.ftcf) bereits in den Händen der Deutschen, zer- ^ Elsenbahnstrecken sind wieder hergestellt, und stÄere österreichisch-ungarischen Verbündeten haben üchiedenen Scharmützeln mit dem Elan, den man tz'/lien erwarten konnte, den Feind geworfen und ,^pfindliche Verluste beigebracht. Voraussichtlich Ereit k e t n t u s sischer S o l d a t mehr auf ^ ch e ni oder ö st e r r e i ch i s ch e m Gebiet. Und %;^ iG mannigfachen Nachrichten, die immerhin ■ij^tfern, auch nur einigermaßen zutreffend sind, so sich die russischen Vortrnppen_ in einem Zu- ^ bi, • r De m o r a I isation, der ein autzerordent- i^lchnendes Licht auf die Verhältnisse in Rußland

M wirft,

l b:eiTt *

| e ' o-em westlichen Kriegsschauplatz sind bereits k Waffentaten zu verzeichnen, die ihren Platz in

, eIsgeschickste einnehmen werden. Und sie wer- "abei ein R u h m esblatt für die deutsche

h

sein. Die glanzvolle Eroberung von Lüttich ist

^ in allgemeinen Umrissen geschildert; wir

wenigstens, in welcher präzisen Form einer i| , r . Z e p peline in den Kampf eingegriffen hat.

'O l . -vj u i i u e ui iücu omni

4 ‘j lt find durch Darstellungen des Generalstabes Uer Reihe von Augenzeugen darüber unter- il,."- man vergleiche den unten mitgeteilten Be- t Arztes in der „Köln. Ztg." dazu —, in lvel- ^ WM achv ollen Form die belgische Zivil- ^ung den F r a n k t i r e u r k r i e g geführt und ^ den vovdringenden Truppen die Operationen ■W öch- Wir kennen außerdem die Stärke der ^ L Lüttichs, und das siegreiche Vordringen un- gruppen gewinnt angesichts dieser Momente ?? Bedeutung. Auch die Siege bei Mülhausen

^^»rde-Luneville, die ersten ernsthaften^ Zusmn-

dir ^ mit-den Franzosen haben in hochexf-reulicher Hl^Vvicsen, daß die Franzosen in der langen Zeit ‘W 1 in der Kriegskunst die Überlegenheit über die Jt„; Gn keinesfall gewonnen haben, ssjst der alte gute deutsche Soldaten- noeß, zäh in der Verteidigung, aber

st: ^ l> w u n d e r n s w ü r d i g e r

rm

t o d e s-

Angriff. Die Scharen unserer Gegner Ä'lnlaut werden, Wenn endlich einmal die

^ Nachrichten über das, was bisher geschehen ist, i'i I dringen. - " ' " ' "

,n ^ Bisher hat man es im Ausland

'i^.^rdings verstanden, der Bevölkerung und den '"den

öachvcrhalt, wie er sich bisher ergeben

:' " rschleiern oder ihn sogar in das Gegen-

;t»^^uehren. Man tvill sich die Stimmung im

Um so

Lager nicht selbst verschlechtern.

. r e r wird das^ Erwache n sein, wenn die Soldaten die eigenen Niederlagen und die gehaßten Deutschen einmal erfahren.

s>rn in der militärischen Bericht >hk, Un g zeigest Deutschland und Österreich, daß

jt g gegenüber dem eigenen Volke

\ ^en. Die Kundgebungen von österreichischer

w auch diejenigen des preußischen Gencral- stx Leisters v. Stein atmen allesamt den Geist st -t d - t W ahrhaftigkei t, und sie wirken in aü;r^ichtheit und ,m i I i t ä r i sche n @c< höchst sympathisch. Man hat uns hier ver- auch etwaige Mißerfolge nicht verschwiegen s'Si jJ^n, und man will auch die vorhandenen ^ auftauschen, sondern nur das sagen, was

i% t (p vor dem Volk und vor der Geschichte ver- Wz r rann. Daß die Militärverwaltung nicht ’ "Ug 10 ö e rt kan n, was geschieht, damit muß man igi „r vaterländischen G r ü 1t dien a b f i n

Ä I Et was gesagt werden kann, das soll sich auch fit Umstanden von amtlicher Stelle ver- Afheg. Volk, das den Krieg nach sechs

h i;iu, yiu 'Utuu ein v'iruij, ymiimi'

"vlllärischen Berichterstattung, selbst wenn sie

q. r..-„ ... - — • -

i'Ml.jntt solcher Rnh e, mit so ernster Ge

t^pvheij. freudigem Tatendrang 'ikMwen hat, hat auch ein Recht darauf, hinsicht-

übes melden sollte, nudelt zu werden.

wie ein ganzer

die bisstorigen Ertolge unserer Truvven

' e % Zuversicht im Volke gestärkt, daß der

guten Waffen und bei unserer gerech- pip 1 'ein wird. Und leise beginnen sich bereits vfep re g Cni daß auch während des Kriegs-

f ci„ ; "vs Wirtschaftsleben des Volkes doch wenig-

i ."i>ü ^ Wiriw-wNSleven ocs tyoires vom wenig­

st ^rmntzen wieder aufleben könnte. Erfreu- dieser Richtung zweierlei: erstens die von H n e ?ftänbt(ien hervorgebobene Tatsache, daß U|M.? t i e l l e K r i e g s r n st n n g Deutschlands ^vden nach vortrefflich a u s g e b a u t

ist, und zweitens die Nachricht der „Nordd. Allg. Ztg.", daß die Ernte als gesichert gelten kann. Nur noch wenigen östlichen Bezirken, hauptsächlich in der

in

Provinz Ostpreußen, fehlt es noch an landwirtschaft' lichen Arbeitern, aber auch hier wird die Nachfrage überall in kurzer Zeit befriedigt sein können.

-r-

Ein Danktclcgramm des Kaisers an die siegreichen Truppen von Mülhausen.

A Strahburg, 14. Aug. (®ig. Drahibericht) Wie die „Post" meldet, sandte der Kaiser an die Truppen, die den Sieg an Mülhausen im Oberelsatz erfochten haben, an das Armeeoberkommando folgende Depesche: „Dankbar unserem Gott, der mit uns war, danke ich Ihnen und den Tapfern für den ersten Sieg. Sagen Sie den beteiligten Truppen meinen kaiserlichen Dank, den ihr oberster Kriegsherr ihnen im Namen des Vaterlandes ausspricht. Wilhelm, I. U."

Eine bayerische Slttaike auf französische Dragoner.

W- T.-B. München, 14. Aug. In einem der letzten Ge­fechte hat Prinz Heinrich von Bayern mit seiner Eskadron eine Abteilung französischer Dragoner attackiert und vernichtet.

Die Württcmbcrger bei Mülhansen:

Stuttgart, 13. Aug. Das württembergische Kriegs- niinisterium teilt der Presse mit, daß an den König folgende Depesche cingekaufen ist: „Das 8. württembergische Infan­terie-Regiment Nr. 126 hat bei Mülhausen 2 Feldgeschütze des 4. französischen Feldartilleric-Regiments erobert. Ferner hat bei den erfolgreichen Gefechten der letzten Tage das 2. Bataillon des 10. württembergischen Infanterie-Regiments Nr. 180 an entscheidender Stelle , mit hervorragender Entschlossenheit und Tapferkeit eingegriffen und den Gegner' zurückgeworfen.

Die eroberten französischen Geschütze.

A Strahburg, 14. Aug. (Eig. Drahtibericht) Unter leb­haftem Beifall der Bevölkerung sinid 4 französische Cr euz o t g e sch ü tz c: vor dem Kaisevpalast auifgestellt wor­den. Von den 12 bei Mülhausen eroberten Feldge­schützen find 8 nach Berlin unterwegs.

Belgische Kriegsgefangene.

Hannover, 12. Aug. Ein Transport belgischer Kriegs­gefangener. in der Stärke von 500 Mann ist gestern im Munsterlager in der Lüneburger Heide eingetroffen.

Ein Aufruf des Kriegsministeriums.

Kriegsfreiwillige für das Flugwesen vor!

W. T.-B. Berlin, 13. Aug. Das Kriegsministerium er­läßt folgenden Aufruf: „Die glänzende Entwicklung unseres nationalen F l u g w e s e n s darf durch den Krieg nicht zum Stillstand kommen, sie muß im Gegenteil weiter geför­dert werden, damit die . jüngste Waffe mit vollem Erfolg für die Verteidigung des Vaterlandes miteingesetzt werden kann. Der Nachschub von Flugzeugen an die Armee und Marine ist durch besondere Maßnahmen, durch Verwendung von Zivil- pilotcn im Heeres- und Marinedienst eingeleitet. Die Flieger­schulen setzen ihren Ausbildungsbetrieb fort. Aber die Mög­lichkeit großer Abgänge, mit der im Kriege naturgemäß noch mehr als im Frieden zu rechnen ist, zwingt .zu rechtzeitiger Vorsorge für die Ausbildung weiterer Flugzeugführer für den Krieg. Die Meldungen Kriegsfreiwilliger über­schreiten zwar, wie bei allen Waffen, so auch bei der Flieger­truppe den augenblicklichen Bedarf weitaus. Indessen muß hier eine besonders sorgfältige Auswahl getroffen werden. Auch von den Ausgewäblten werden im Laufe der Ausbildung noch viele zurücktreten müssen. Es kommt deshalb darauf an, von vornherein die g e.e i g n e t st e n Kriegsfreiwilligen ein- zustellcn, d. h. solche, die neben der erforderlichen Intelligenz und tüchtigen Charaktereigenschaften auch schon Vgrkenntnisse in der Bedienung und Pflege von Flugmotoren besitzen. Solche Persönlichkeiten werden sich . namentlich unter denjenigen Studierenden der Technischen Hochschulen und anderer tech­nischer Lehranstalten finden, die sich diesem Sonderfach zuge­wandt haben. Außerdem werden geübte Mechaniker und Monteure gebraucht. Kriegsfreiwillige melden sich zur Aus­bildung als Flugzeugführer oder zur Einstellung als Hilfs- monteure bei der Könial. Inspektion der Fliegertruppen, Berlin-Schöncberg, Alte Kaserne, Fiskalische Straße, aus­wärtige schriftlich.

Ein Aufruf des Luftfahrcrverbands.

Berlin, 14. Aug. Der Präsident des Deutschen Luft­fahrerverbands, Herr Geh. Regierungsrat Professor Dr. H e r ge s e l l,. erläßt folgenden Aufruf: Seit einigen Tagen ist der Krieg in vollem Gange. Unsere Waffen haben sich be­reits mit Ruhm bedeckt. Auch der D e u t s ch e L u f t f a h r e r- v er b.a n-d mit seinen 92 Vereinen hat alles getan, was in seinen Kräften stand, um unsere Kriegsrüstungen zu stärken. Der Generalinspeltion der Verkehrstruppen haben die Vereine sämtliche Luftfahrzeuge zur Verfügung gestellt. Alle Freiballonführer und.Flugzeugführer haben dem Ruf zum Heer Folge geleistet. Naturgemäß wird die Tätig­keit.des Perbands von jetzt ab in den Kriegszeiten in hohem Maß eingeschränkt sein. Doch dauern die Prüfungen ll o n .P i l o t e n a s p i r a n t e n, die schnell ihr Pilotenzeng-

n:s erwerben wollen, aus verschiedenen Flugplätzen fort. Der Verband hat bis jetzt die-Schwierigkeiten, jetzt noch

... , ---- bte nötigen

sachverständigen hierfür zu stellen, überwinden können.^ Durch diess Schreiben will ich alle Verbnndsmit- glieder bitten, in allem zu helfen, wo es bei der deutschen Luft­fahrt not tut. .Von besonderem Nutzen wird es sein, wenn

unsere Vereine das planlose Schießen auf, fliegende Flugzeuge verhindern können. Ge­rade die technischen Kenntnisse unserer Mitglieder werden'hier von Nutzen sein. Auf eine Tätigkeit möchte ich besonders Hin­weisen, bei der alle, auch die Familienmitglieder, Mitwirken können. Das ist die Pflege der Verwundeten. Ge­rade den luftfahrenden Kriegern wird sich das Herz unserer Bereinsmitglieder zuwcnden. Die deutsche Luftfahrt, die — das können wir wohl mit Recht sagen -— von dem Deutschen Luftfahrerverband Wohl in , erster Linie auf die stolze Höhe geführt ist, auf der sie jetzt steht, wird im Krieg ihre Schul­digkeit tun und Heldentaten vollführen. Dessen sind wir alle sicher!

Eine Aufforderung zur Bekanntgabe ausländischer Guthaben bei deutschen Firmen.

W • T.-B. Berlin, 13. Äug. Die „Norddeutsche Allgem. Ztg." schreibt: Dem russischen;, französischen,

b ek g i sch e n oder c n g l i s ch c n Staate sollen gegen eine Reihe von. Bankern Gesellschaften, Instituten üsto. in ganz Deutschland nicht unerhebliche Forderungen zu- stehen. Die Abführung solcher Guthaben an die feindlichen Mächte nach dem Ausbruch des Krieges schädigt das Vater­landl Wer auf diese Weise dem Feinde Vorschub leistet, wird unter Umständen nach § 89 des Reichssirasgesetzbuches wegen Landesverrats bestraft. — In Berlin beschlagnahmte der Oberbefehlshaber in den Marken die dem russischen Reiche gegen seine Schuldner zuitehenden Forderungen, namentlich aus Dank- und Kreditgeschäften aller Art, als Eigentum eines feindlichen Staates, untd überwies sie dem Fiskus des Deut­schen Reiches, vertreten durch den Staatssekretär des ReichS- schatzAntcs, zur Einziehung. Den Reichsinteressen würde es dienen, wenn das Bestehen, solcher Forderungen dem Reichsschatzamt in weitestem Umfange bekannt gemacht würde, damitlwegen ihrer Beschlagnahme daS Er­forderliche veranlaßt werden könnte.

Noch einige Geduld, betr. Mitteilung über die Verluste in Lüttich.

W■ T--B. Berlin, 13. Aug. Über die Verluste in den Kämpfen um Lüttich sind bei dem Zentralnachweisbureau des Kriegs-mmisteriums, Berlin, Dorotheenstraße 48, bereits sehr viele Anfragen eingegangen. Ihre Beantwortung wird^ wie wir hören, leider erst in einigen Tagen möglich fein, da die Berichte dar Truppen noch nicht eingetrofsen sind. — Im allgemeinen' Interesse ist es wünschenswert, daß die. Anfragen recht kurz gehalten werden, denn die Durchsicht erfordert sonst so viel Zeit, daß die Auskkunft erheblich ver­zögert wird. Die vorgeschr'iöbenen, bei der Post erhält­lichen D o p p e l k a r t e n werden zuerst beantwortet. Sie sind also das beste Mittel, um s ch n e l l die gewünschte Aus­kunft zu erhalten. Der Gesamtheit wird ferner zugute kom­men, wenn die Anfragen auf solche Fälle beschränkt werden» wo Wie Vermutung wirklich begründet ist, daß der Familien­angehörige, um den es sich handelt, auch tatsächlich an einem Gefecht terlgenommen hat. Es versteht sich von selbst, daß das Zentralnvchweisbureau, sobalo es Nachrichten hat, mit un­bedingter Offenheit Auskunft erteilen und nichts verhei!mlichcn wird.

Die Deulschenfreundlichkeit der Amerikaner.

W. T.-B. Berlin, 14. Aug. Herr A. I. Guggenheim aus New Jork, der zurzeit in Berlin weilt, stiftete für Hinter- bkrclböne der einyezogenen Krieger 20 000 M., um seiner Sym­pathie -für Deutschland Ausdruck zu verleihen, nachdem er -gestern im Berliner Rathäufe an der Veranstaltung zu Ehren t-er Amerikaner t-eifgenommen hat. Herr Guggenheim «ist Mit­inhaber der bekannten Nvw Dorker Kupferfivma gleichen Ngmens.

Ein herzliches Sympathietelegramm der Berliner normsgischsn Rolonie an den deutschen ttaiser

W. T.-B. Berlin, 14. Aug. Die norwegische Kolonie richtete äm den Kaiser folgendes Telegramm: Eure Majestät! In der schicksalsschweren Zeit, in welcher das deutsche Volk von Feinden umringt, -unter Führung Eurer Majestät den Kamsts für seine Existenz, für die Knltür und das Wohl­ergehen des gesamten Germanentums oufniinmt, bittet die hiesige norwegische Kolonie Eurer Majestät den Ausdruck ihrer warmen Sy-mpakhsie und ihres aufrichtigen Herzensiaibteils darbringen zu dürfen. Mit -staunender Bewunderung stehen wir vor diesem beispiellosen Opfermut und der begeisterten K a m p f e s f r e u d e, mit welcher das edle deutsche Volk jung und alt, ohne llnt-erschied des Standes wie ein Mann sein erprobtes Schwert ergreift, um seinen Herd und seiine Ideale -gegen eine W e l t d c r Mißgunst und des Neides zu verteidigen. Mit ehrlicher Be­geisterung erfüllt,, begleiten wir st a m m v e r w a n d t e n Norweger diesen Heldenkampf unseres edlen Brudervolkes. Wir haben die felsenfeste Überzeugung,

daß die heilige Begeisterung und die Kutscha

die

Zähigkeit Eurer Majestät ruhmvollen Fahnen (Sie macht volle Erhaltung Deutschlands, worin, wir die Vorbedingung für das Wohlergehen der gesamten zivilisierten Menschheit und ckn zuversichtliches llntcrpsand des -dauernden Weltfrie­den? erblicken, sichern werden! Möge -Eure Majestät geruhen, den Dank der norwegischen Kolonie für die ihr in Deutschland

zuteil -gewordene groß z ü g i g e G a stzf r e u n d s ch a s t und die empfangenen Kulturgüter enkgegenzunehmen. Die

Kolonie leitet unter ihren Mitgliedern eine Sammlung ein, deren Ertrag die Kolonie glücklich sein wird, dem Roten Kreuz ülberweisen zu dürfen.: