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Mesbaüemr Tagblatt
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87. Jahrgang
Dienstag, 12. Dezember 1939
Nr. 291
tn einer Ünterreöui
Wöchentlich
mit einer täglichen
8. Scheuend«,'sch« BnchSnukerei, „Zageiott-daus" Fernsprecher-Sammei-Nr. 5963:, Drahtanschrift: lag blatt Wiesbaden. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 7405.
währ für die und Dclititoer und dem Man
122000 Tonnen in einer Woche
3« neben Tagen mindestens 28 Dampfer rund um die englischen Küsten gesunken — Britische Dementierspritze« suchen abzuleuguen — .Schiffszusammenstöke. Sandbänke und Feuersbrünste- als Entlastungsverkuche
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Die italienische Presse steht mit diesem Urteil keineswegs allein da. Selbst schwedische Blätter bringen ihre Skepsis gegenüber der Liga fetzt sehr stark zum Ausdruck, obwohl die Genfer Institution tn Schweden doch lange Zeit hindurch viele und einflußreiche Freunde hatte. Das Blatt „Nya Dagligt Alleha-nda" beispielsweise meint, daß es am besten gewesen wäre, wenn Schweden, wie es einige poli- Sche Kreise forderten, schon früher aus der Liga ausge- ieden wäre. Wenn man heute, so sagt das gleiche Blatt weiter, die Genfer Vorgänge mit großer Gleichgültigkeit betrachte, so geschehe das nicht etwa aus mangelndem ynterefie für die Sache Finnlands, sondern deshalb, weil man der Genfer Liga keinerlei Bedeutung beimessen könne. »
Damit ist eigentlich schon alles gesagt, was zur gegenwärtigen Tagung der Liga auszuführen wäre. Es ist ja auch kennzeichnend, daß in der gestrigen Vollsitzung kaum ein Drittel der Delegationsbänke des großen Versammlungssaales besitzt waren. Verschiedene Staaten haben es vorgezogen. gar nicht zu erscheinen, und auch bei den anwesenden ist die Tendenz ausgesprochen lustlos.
Man möchte auch so schnell wie möglich Eens wieder verlassen, da man mit Recht das Gefühl hat, daß, je länger die Tagung dauert, um so größer die Blamage wird.
Selbst die Engländer und Franzosen befinden sich in einiger Verlegenheit. Sie wünschen wohl, daß man in Genf zu einer Verurteilung der Sowjetunion kommt, wollen aber einen Bruch mit Moskau unter allen Umständen vermeiden. So fordern gewisse Kreise nicht nur eine moralische, sondern eine materielle Aktion gegen Sowjetrußland, während andere Politiker demgegenüber die Ansicht vertreten, man dürfe nicht in offene Feindschaft zu den Sowjets geraten, denn es gebe für die Alliierten nur einen Feind, der zu Boden geschlagen werden müsse, nämlich Deutschland. Am liebsten würde man es natürlich sehen, wenn die Neutralen sich gegen Sowjetrußland vorschicken lassen würden, wie man überhaupt die Hoffnung hegt, daß es in Eens gelingen könnte, die Neutralen für d i e englisch-französische Sache zu gewinnen. Die italienische Presse vertritt sogar die Ansicht, daß der ganze Genfer Prozeß nur eingelettet worden sei, um die Neutralen zu bearbeiten und sie in die englisch- französische Koalition hineinzuziehen. Die italienische Presse fügt aber hinzu, daß das mißlingen werde. Die Neutralen haben auch tatsächlich keine Neigung, sich in Genf vorzuwagen, wenigstens haben Belgien, Dänemark, Luxemburg, Holland und Schweden dem Präsidenten der Liga ein Schreiben zukommen lassen, in dem sie zum Ausdruck bringen, daß sie alle zur Beratung der finnischen An- geleaenhett nach Eens gekommen seien und zur Erörterung keiner anderen Frage.
Die Liga selbst hat gestern das getan, was sie in schwierigen Fällen immer tut, sie hat einen Ausschuß zur Prüfung der finnischen Frage gewählt, der seinerseits an Finnland und Rußland appelliert hat, die Feindseligkeiten einzustellen. Daß diesem Ausschuß auch England angehört, das gleiche England, dem Eutzopa den Krieg verdankt, zeigt besonders schön die ganze Verlogenheit der englischen Politik und damit auch der ganzen Genfer Bemühungen.
hatte, so daß selbst Lotsendampfer auf ihnen „stranden". Ferner tauchen überseeische Riffe auf, an denen die ahnungslosen britischen Schiffe in den eigenen Gewässern scheitern. Schließlich hat die englische Handelsflotte einen gefährlichen Hang zu „Feuersbrünsten" aller Art bekommen, die Schiffe auf hoher See befallen und zerstören. Alle diese Schiffe, die auf so eigenartige Weise umkommen, tauchen natürlich nicht in den englischen Verlustlisten auf. Dadurch wird das Gesamtbild sehr „verschönert" und der Welt erscheint die britische Lage nur halb so trostlos, wie sie in Wirklichkeit ist.
... gingen auf Grund
wt. Inzwischen werden weitere Schiffsverluste bekannt. Wie Reuter meldet, ist der 4815 Tonnen große englische Dampfer „SB ill 0 wv 0 0 l" am Montagmorgen aus eine Mine gelaufen. Die 30 Mann starke Besatzung wurde von einem Teuerschiff gerettet. Das gleiche Schicksal ist nach einer Mitteilung des Sekretariats der britischen Admiralität der „Rav os Hove" (anscheinend ein britischer Hilfskreuzer) an der Südostküste widerfahren. Des weiteren ist der englische Paffagierdampfer „Duke of Lancaster" am Sonntagfrüh in der Irischen See mit dem Frachtdamvser „Fireking" zusammengestoßen, wobei die „Duke of Lancaster" (3814 Tonnen) am Bug schwer beschädigt wurde. Außer den bereits gemeldeten Verlusten wird durch holländische Blätter noch der Untergang des britischen Dampfers „Middles- bro" (989 Tonnen) bekannt. Aus E s b j e r g kommt die Nachricht. daß man allein von dieser Station aus 6 8 treibende Minen, die sämtlich von dem großen englischen Minenfeld vor Esbiera stammen, unschädlich gemacht hat. Welche Folgen der englische Krieg für die Neutralen hat. geht nötigens aus einem norwegischen Beispiel hervor. Bis zum 8. Dezember sind von der norwegischen Kriegsversicherungsgesellschaft 39 Millionen Kronen an Entschädigungen für verlorengegangene Schiffe und 1.5 Millionen Kronen für Warenverluste ausgezahlt worden.
Tendenz lustlos
as. Berlin, 12. Dez. Vor zwei Jahren hat Italien feinen Austritt aus der Genfer Liga verkündet. Da nach den Satzungen der Liga ein Land, das feinen Aus- ttitt erklärt, noch zwei Jahre formal Mitglied bleibt, so ist gestern erst die endgültige Loslösung Italiens von dem französisch-englischen Debattierklub erfolgt. Die italienische Presse benutzt diese Gelegenheit, um der Liga so etwas wie Nachrufe zu widmen, in denen die Freude darüber, daß Italien auch formal dem Debattierklub in Genf nicht mehr angehört, zum Ausdruck kommt. Man stellt noch einmal fest, daß die Genfer Liga in der ganzen SBelt heute nirgends auch nur das geringste Vertrauen genießt und daß die Liga zur positiven Ar-
Unwiderlegbare Zahlen
Berlin, 12. Dez. Nachdem die Verluste der englischen Handesschiffahrt ein Ausmaß erreicht haben, das in der Welt das größte Aufsehen hervorruft, so daß das Ansehen Großbritanniens als Seemacht auf das schwerste erschüttert ist, fühlen sich die Londoner Amtsstellen bemüßigt, mit der Dementierspritze zu kommen. Sie schlagen dabei aber nicht den direkten Weg ein. weil sie wohl wiffen, hab ein bloßes Abstreiten wenig Zweck hätte, sondern „melden" von selbst einen Teil ihrer Verluste und klammern sich dabei an die Hoffnung, daß i.hre „schöne Offenheit" Glauben finden werde.
Der Zweck ihrer Meldungen besteht jedoch nur darin, die Hälfte der Verluste zu bestreiten, indem man die andere Hälfte zugibt. So erflärt London, daß in den ersten sieben Tagen des Dezember sieben englische Schiffe mit einer Eesamttonnage von 33 518 Tonnen und acht neutrale Schiffe von insgesamt 26 612 Tonnen, zusammen also 60130 Tonnen, verloren gingen. In diele Lifte bat London aber noch drei Schiffe eingerechnet, deren Untergang in Deutschland nicht bekannt war. Es bandelt sich um folgende britische Dampfer: „Ashlea" (4422 Tonnen). „Newton Beech" (4651 Tonnen) und „Treevani 0 n" (5099 Tonnen), zusammen also um 14172 Tonnen.
I Demgegenüber ist feftzuftellen, daß auf Grund übereinstimmender Berichte ans englischen Teilgeständniffen und retoungen der uninteressierten neutralen resse die Schiffsverlüfte rund um die englischen Kütten in den ersten sieben Tagen des Dezember 28 Dampfer betragen haben. Darunter gab es 14 britische Schiffe, ein französisches und 13 andere Schiffe, mit insgesamt 107 570 Tonnen. Die Verluste britischer Schiffe in diesen sieben Tagen machten 60 916, der Neutralen 39 624 und der französischen 7030 Tonnen aus. Dazu kommen jetzt noch die von den Eng- lände n neuerdings gemeldeten 14172 Tonnen, so daß sich der Gefamtverlutt in der ersten Dezemberwoche auf 121742 Tonnen beläuft. Die Engländer haben also mit ihrem .Geständnis" mindestens die Halste der versunkenen Schiffe glatt unterschlagen.
Wie viel sie aber sonst noch verschwiegen haben, weil die betreffenden Nachrichten auch nicht in die neutrale Presse durchgesickert sind, wiffen nur sie allein. Sie werden sich jedoch bitten, darüber zu sprechen, denn ihre Staatsmänner haben im Unterhaus nicht nur zugegeben, sondern sogar mit Nachdruck betont, daß lediglich jene Verluste eingestanden würden, die sich vor so viel Zeugen abgespielt hätten, daß sie nicht mehr bestritten werden konnten.
Es muß in diesem Zusammenhang auch darauf hin» gewiesen werden, daß die Engländer zur Verschleierung ihrer Verluste mit unlauteren Methoden arbeiten.. Bei einem erwiesenen Untergang, den sie nicht leugnen können, beftteiien sie die gegnerische Einwirkung und setzen diese Schiffe auch nicht auf die Verlustliste des Handelskrieges. Was sich in den letzten beiden Wochen an „Schiffs- xufammenltö6en“ ereignet bat, ist einfach unübersehbar. Dabei gingen natürlich regelmäßig das eine ober andere ober beide Schiffe unter. Auch berichtet man in den Eewäffern um die englische Küste von ..Sandbänken", von deren Vorhandensein die Schiffahrt bisher keine Ahnung
Warum Kriegssparen?
Von Hans Scharr
Es mag paradox klingen, aber wer wollte bestreiten, daß tatsächlich die schwerwiegendsten und kompliziertesten Fragen der Wirtschaftsführung , oieltach am „leichtfertigsten und oberflächlichsten in der Öffentlichkeit erörtert werden. Woher kommen eigentlich all die vielen Gelder, um einen solchen Krieg zu finanzieren? Und nut ber überlegenen Miene des Gewitzigten erzählen die im Weltkrieg um manche Erfahrung reicher gewordenen Superklugen den staunenden „Küken" von der Geldentwertung nn Laufe der vier Weltkriegsjahre und vor allem tn der Nachkriegszeit, von den „Fehlern", die sie damals machten und datz sie daraus für künftige Fälle die Lehren gezogen hätten. Das Klügste sei — das ist die Quinteffenz solcher Vorträge —. sein Geld „anzulegen": in was, bleibe sich gleich. Man täte diesen Leutchen unrecht, wollte man sie der böswilligen Sabotage bezichtigen. Eewiß. ihre sterile Geschwätzigkeit ist gefährlich: aber Generallekrionen Helten hier nicht. Zu hart mag in vielen Fällen das Los. dieser Enttäuschten und von einer unfähigen Staatsführung Betrogenen gewesen sein. Man muß sich die Unglücksraben einzeln vornehmen und immer wieder versuchen, ihnen die wirklichen Zusammenhänge klarzumachen: nicht nur mit Suggestiv-Begriffen wie Vertrauen operieren, sondern sachlich und fachlich erläutern und richtigftellen. Denn mit zweierlei sind diese Menschen belastet: mit den schlechten Erfahrnnge n einer unheilvollen Vergangenheit und einer durchaus verzeihlichen Unkenntnis. Erfahrungen sind nicht auszulolchen. die aus ihnen fälschlicherweise gezogenen Lehren können aber durchentsprechende Aufklärung berichtigt werden. .
Mit erfrischender Klarheit hat Reichswirtschaftominifter F u n t am Wochenende über die hierangedeuteten Dinge gesprochen. bat er das Wesen der Finanzierung des letzigen Krieges aufgezeigt und dargetan. warum, sich die unseligen Erscheinungen des Weltkrieges im autoritären Deutschland einfach nicht wiederholen können. Denn man oe> ” tut mit irinzelmaßnahmen. dte
aus den Notwendigkeiten des Augenblicks geboren werden. Höchstpreise festsetzen z. B. kann lebe beliebige Regierung, eine Gepflogenheit, die auch im Weltkriege tm Schwange war. Aber jeder ABC-Schütze theoretischer und praktischer Volkswirtschaftslehre weiß, daß damit die elementare Eigengesetzlichkeit ber Wirtschaft — wenn man sie schon burch eine grundsätzliche Beladung des Wirtschattsliberalismus miet» iannt Hai — nicht unterbunden werden kann, das im Ver- teilungssektor keine Maßnahmen durchgeführt werben tonnen. bie im Bereich ber Probuktion ab absurbum geführt werben. Staatliche Wirtschaftslenkung ist etwas wesentlich anderes als eine mehr ober weniger große Fülle von Augenblicksanorbnungen. Staatliche Wirtschaftslenkung, ist auch nicht ausschließlich eine DrganUatiqnsfrage. Darm liegt ja bas Eebeimnis bes Mißerfolgs in England und Frankreich, wo in steigendem Umfang versucht wird, wirtschaftliche Maßnahmen Deutschlands zu kopieren, daß man glaubt, den Wirtschaftsablauf vom grünen Tisch aus ..verordnen" zu können. Die Wirklichkeit sieht bettachtlich anders aus. Hätte die nationalsozialistische Erziehungsarbeit die Millionen und aber Millionen nicht Schritt für Schritt zu ber wirtschaftlichen Neuorbnung hingeführt, bie geistigen, psychologischen Voraussetzungen für bie reibungslose Funktion bes Neuen geschaffen — wir könnten schwerlich nut biefer Ruhe unb Sicherheit ber Zukunft entgegensehen. Denn bie neueWirtschaftsausrichtung ber Menschen ist und war das Kernproblem nationalsozialistischer Wirtschaftsführung. Eine Aufgabe, die in zäher siebenjähriger Arbeit soweit gediehen ist. daß nunmehr die erste Ern ft probe der Bewährung gewagt werden kann.
Steuern und Anleihen sind die Grundlagen unserer Kriegsfinanzierung. Sier ist nun mit 1914/18 aber auch gar kein Vergleich möglich. Ein einziges Beispiel: während bas Steueraufkommen 1913 2.4 Milliarden Mark betrug, beläuft es sich heute auf 24 Milliarden Mark. Berücksichtigt man nun. daß die ersten beiden Jahre des Weltkrieges monatlich etwa 2 Milliarden Mark verschlangen, so ergibt sich, daß — auch wenn wir das größere Deutschland in das Kalkül einbeziehen — diesmal bereits das Steueraufkommen genügt, den überwiegenden Teil der Kriegsfinanzierung zu sichern. 1914 indessen reichte bas Jahresaufkommen an Steuern allenfalls für gut einen Monat. Inflation? Ministerialbirektor Lange, der Leiter der Finanzierungsabteilung im Reichswirtschaftsministerium, hat dieser Tage in einem Vortrag in der Wirtschaftshochschule Berlin festgestellt, daß bie Ausweitung bes Notenumlaufs 1914 in den ersten brei Monaten 44«/, betragen habe, in der gleichen Zeit 1939 indessen nur l«/o. Im übrigen ist bie Höhe des Geldumlaufs an sich unwesentlich. Entscheidend vielmehr ist sein Verhältnis zur Güterzirkulation in der Wirtschaft. Wieder und wieder bat der Führer all die Jahr« hindurch auf diesen Fundamentalsatz der Eeldtheorie und Wirtschaftsvraxis hingewiesen. Solange eine autoritäre Staatsführung bie Regulierung dieser Faktoren in der Hand bat. sind inflationistische Erscheinungen unmöglich. Längst hat das Beispiel Englands und vieler anderer Staaten bewiesen, daß die alten Vorstellungen von -Gold- und Devisendeckung ihre Berechtigung verloren haben. Zumal für Deutschland, dessen Außenhandel sich überwiegend tm Verrechnungsverkehr
krieg rechtzeitig energisch begonnen hätte. Die deutschen U-Boote und die deutschen Torpedos seien eine außerordentlich gefährliche Waffe, der gegenüber Englands vielaeruhmte Abwehr versagt habe. Tank der deutschen Bautovazität könne in kürzester Zeit eine große deutsche U-Bootflotte gebaut werden.
Die Taten Günter Priens schließlich seien Beweise dafür, über welch hohe Ausbildung und Erfahrung die U-Boot-Wanc der deutschen Kriegsmarine verfüge. Die englische Flotte habe ihre Stützpunkte an der Ostküste Schottlands räumen und sich in bie Irische See zurückziehen müssen. Deutsche Seestreitkräfte unb deutsche Luftwaffe hätten bie Nordsee von den englischen Streitkräften gereinigt. Die neue völkerrechtswidrige englische Prisenordnuna gebe Deutschland das Recht zu einer Verschärfung des Handelskrieges. Aus militärischen und politischen Gründen sei daher England kaum in ber Lage, den Krieg zu gewinnen.
«England tarnt diesen Krieg nicht gewinnen"
Eine Unterredung mit dem frühere» japanischen Flottenchef Suetsugu
Genfer Köpenickiade
(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung)
„ - Werktäglich nachmittags.
O Auögaöen Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends außer Sonn» u. Feiertag»
Unterhaltungsbeilage. " Sür0:
. .Berlin, 11. Dez. Der javanische Admiral suetsugu, einstiger Flottenchef und wiederholt Innenminister, bie größte lavanische Autorität für die U-Bootwaffe, äußerte sich in einer Unterrebung mit bem Tokioter Vertreter ber .Leipziger Neuesten Nachrichten" über die Aussichten des Krieges in Europa, besonders über die der englischen Blockade. Der Admiral stellte nackchrücklich fest, daß bie britischen Aussichten biesmal wesentlich schlechter seien als im Welttriese. Das habe der bisherige Kriegs- re'touf bewiesen.
Deutschland ständen alle Ostgebiete bis zum Pazifik offen. Die entschlossene deutsche Staatsführung biete bie Gewähr für bie Einsetzung aller Möglichkeiten militärischer Art. Trotz der kleinen Zahl der U-Boote und dem Mangel an Erfahrung wäre England schon vor 25 Jahren besiegt worben, wenn damals die kaiserlich deutsche Regierung trotz Amerikas Haltung mit dem Handels-
