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Dienstag, 5. Dezember 1939

Nr. 285

87. Jahrgang

n für den Krieg. So bemängelt ,Observer" ohnehin eine recht kri-

iormel der

o betonten

England hat 750000 Tonnen verloren

>ann die Mackensen Sieg zu Mackensen

allen bekannte Reitergestalt des Feldmarschalls auf, der damals unsere Truppen in Polen von Sieg führte. Bei Kriegsausbruch befehligte das xvn. Armeekorps, das im Vorland der

gehen vom Kriegskurs, sondern verlangt vielmehr den Ein­satz st ä r k st e r Energien für den Ärier *■—“—**■

Generalfeldmarschall August von Mackensen, der „Marschall Vorwärts des Weltkrieges" (Kühlewindt/Haeckel und Weltbild — K.)

Erbarmungslose Versklavung Indiens

Indische Kinder sollen nicht mebr in Englands Fabriken ansgepreht werden — Die Streikbewegung dehnt sich weiter ans — Während die britischen Eeldfäcke 400 % verdienen, leiden 70 Millionen Inder an llnterernäbrnna

Frachtsätze um 33% erhöht

Auch eine Folge der schweren Schiffsoerluste

Amsterdam. 5. Dez. (Funkmeldung.) Infolge der schweren Verluste, die der deutsche Seekrieg der englischen Sandelsschiffahrt zufügt und in Anbetracht des großen Risikos der britischen Reedereien kab sich die englische Regie­rung genötigt, den Reedern eine ErböhungderFracht- sätze zu versprechen, die amtliche Stellen den Schiffseigen­tümern zahlen. Wie die Rotterdamer Zeitung „Maasbode" berichtet, werden diese Frachtsätze um 33 v. S. heraufgesetzt werden, und zwar rückwirkend vom 1. November ab.

8. Armee Ostpreußen schützte. Bei der berühmten Einkesselung um Tannenberg leitete Mackensen die Schlacht erfolgver­beißend ein und schloß dann mit seinem Korps nach schweren Kämpfen den eisernen Ring um Samsonow. In der Schlacht an den masurischen Seen übertrug Hindenburg dem be­wahrten General eine der wichtigsten Aufgaben. Mackensen wurde, wie Hindenburg rühmt, der Mitbefreier Ostpreußens. Nun übertrug das AOK. dem General eine starke Armee- achteilung. In einem kühnen, rücksichtslosen Vorstoß bedroht Mackensen Warschau und entlastet damit die schwerringenden Österreicher. Nach dem strategischen Rückzug Hindenburgs droht eine neue Gefahr. Riesenbeere setzten sich zu dem ge- vlanten „tiefen Einbruch in deutsches Gebiet" gegen die nur schwach geschützte Grenze in Bewegung. Die neugebildete 9. Armee soll durch einen überraschenden Flankenstoß den Vormarsch zum Stehen bringen. Der Oberbefehlshaber wird wieder der sieggewohnte Mackensen. Dann kam die Zeit des Feldherrntums von Mackensen, der von der Truppe verehrt und geliebt wurde, der ein Vorbild echt preußischen Soldaten - ^Etstes war. eln Typ kriegerischer Manneswerte. Treue, unerschütterlicher Mut. Wahrhaftigkeit, feste Entschlossen-

die anderen englischen Kritiker fordern sehr nachdrücklich eine Belebung der Wirtschaftstätigkeit, da England in dieser Hinsicht gar nicht genug tun könne, denn es handele sich um ein gigantisches industrielles Duell zwischen der demokratischen Produktion Englands und der totalitären Produktion Deutschlands. Der Sinn aller Kritik aber ist immer der, daß eben alle Kräfte für den Kampf gegen Deutschland eingesetzt werden müssen.

Verlogene französische Agitation

Kritik am britischen Kabinett

as. Berlin, 5. Dez. Im englischen Unterhaus hat vor einigen Tagen ein konservativer Abgeordneter Kritik an der Regierung Chamberlains geübt und u. a. erklärt: „Es ist wirklich außerordentlich, daß wir 20 Jahre nach dem letzten Krieg von einem Kabinett alter Herren geführt werden, in dem nur ein Drittel aller Kabinettsmitglieder je­mals einen ernsthaft abgefeuerten Schuh gehört hat." Dieser Abgeordnete steht mit feiner Kritik keineswegs vereinzelt da. Man ist mit der Regierung Chamberlains angesichts der zahlreichen Mißerfolge in der Kriegsführung nicht son­derlich zufrieden, wünscht aber keineswegs ein Ab-

6e«erolfel0matfHo« oon UWen

Zum 90. Geburtstag am 6. Dezember

Von Major a. D. Layman«

Noch vor knapp drei Monaten saßen wir fiebernd am Lautsprecher und verfolgten den unvergleichlichen Sieges­zug unserer tapferen Wehrmacht nach Polen hinein. Dabei hörten wir Namen, die vielen Frontkämpfern von 1914/15 ’üt immer unvergeßlich bleiben. Mit der Erinnerung tauchte

Bangkok. 5. Dez. Die allgemeine Streikbewegung tn Indien, die kürzlich in Bombay 90 000 und tn Kal­kutta 40 000 Arbeiter und Arbeiterinnen er­faßt hat. beschränkt sich keineswegs nur auf die Großstädte, sondern zieht sich allmählich über das ganze riesige Land bin. Trotzdem die Engländer begreiflicherweise die meisten Nachrichten darüber unterschlagen, sickert genug durch, um die allgemeine Gärung in Vndien aufs neue zu bestätigen. So sind jetzt, wie bereits kurz berichtet, in der Industriestadt Naibati. nördlich von Kalkutta, die Be­legschaften der Jutefabriken in den Ausstand getreten. 11000 Arbeiter und Arbeiterinnen fordern wenigstens an­gemessene Löhne. Wie man hierzu erfährt, ist es bereits zur blutigen Unterdrückung der Inder gekommen. Als die Arbeiter auf einer Massenversammlung gegen die Aus­beutung der britischen Kapitalisten protestierten, drang plötzlich englische Polizei in die erregte Menge und lamis erbarmungslos mit langen Stöcken auf die wehrlosen De­monstranten ein. Eine grobe Anzahl der Versammlungsteil­nehmer wurde erheblich verletzt, darunter auch trauen und Kinder, die sich aus dem Gedränge nickt mehr retten konnten.

In allen diesen Protestkundgebungen findet die maß­lose Empörung der Inder beredten Ausdruck. Sie beleuckten grell den unbesckreiblicken sozialen Tiefstand, am dem die indiscken Völker ihr kümmerliches Dasein fristen müssen. Mit größter Erregung stellen die Redner die un­geheueren Gewinne der engliscken Fabrikbesitzer den Hunger- löhnen der indiscken Arbeiter gegenüber. Sie fordern nickt nur höhere Löhne, sondern auch die sofortige Herab­setzung der 13-bis Ißstündigen Arbeitszett und die völlige Abschaffung der Kinderarbeit. Auf allen Versammlungen wird darauf hingewiesen, daß die Arbeiter infolge der niedrigen Löhne ihre kleinen Kinder in die Fabriken schicken müssen, wo ste meist zehn und mebr Stunden erbarmungslos aus- gepreßt werden. Was das bedeutet, weiß jeder, der das feuchtkalte Klima und die fiebergeschwängerte Luft kennt, die von den Sümpfen um Kalkutta berüberweht. Daher ift die Kindersterblichkeit auch in diesem Teile Indiens außerordent­lich groß.

— Die deutschen Angaben noch übertroffen

Rechenkumt ist eine gewaltigere Waffe als die deutschen OKol^v?S-rDet)0s- Unsere gesamten Verluste betragen lonnen Am t. Dezember gibt man in London selbst 740 000 bzw., 840 000 Tonnen zu.

Offenbar ist Churchills Schubkastenliste aus Versehen in «•'»tethuro gelangt. Gespannt darf man sein, wie sich Lugen-Churchill aus dieser Klemme herauswinden wird.

gleiche sei, wie int Frieden, und daß niemals eine ge­nügende Blutauffrischung vorgenommen wurde oder eine Stärkung durch das Aufgreifen neuer Ideen er­folgte. 2a, selbst an der Admiralität und an Winston Churchill wird Kritik geübt, wobei die Enttäuschung über die bisherigen „Leistungen" Churchills sich nicht verbergen läßt. Dabei möchte man Churchill aber keineswegs in die Wüste schicken, sondern wünscht ihm ledig­lich einen anderen Posten in der Regierung.

„Gigantisches industrielles Duell"

Die Kritik wendet sich getreu der englischen. Auffassung, daß dieser Kampf als Wirtschaftskrieg geführt wird, vor allem gegen wirtschaftliche Maßnahmen des englischen Kabinetts. Hier gibt es, worauf wir schon verwiesen, mancherlei Sorgen und Beschwerden. Am allerbedenklichsten scheinen Earvin die Arbeit^Tosenziffern von 1,4 Millionen zu sein. „Da muß etwas nicht in Ordnung sein, wenn wir die steigenden Anforderungen der Marine, der Handelsflotte, der Luftwaffe und der Expeditionsarmee in Betracht ziehen und weiter bedenken, daß eine Million Männer in den Kasernen ausgebildet werden." Garvin und

auch Earvin, der ja im „ . , ,

tische Haltung den Maßnahmen der Regierung gegenüber einnimmt, daß das englische Kabinett heute noch etwa das

c2:aBe .fur die brtttfcken Besitzer schuften. Dort „burften“ sogar innerhalb 40 Jahren 30 Millionen Menschen vor Hunger st erben.

Der französische Rundfunk aber hat uns erneut verraten, welches Schicksal man uns zugedacht hat. In seinen französischen Sendungen nämlich erklärte er, daß jetzt das Testament Richelieus verwirklicht, d. h. die Rhein­grenze erreicht und Deutschland in eine große Zahl kleiner Staaten aufgelöst werden müsse. Wenn der französische Rundfunk aber tn deutscher Sprache sendet, dann heißt es, daß Frankreich nicht etwa das deutsche Volk be­kämpfe noch Deutschland vernichten, sondern nur den Hitlerismus beseitigen wolle. Hier wird die ganze Ver­logenheit der französischen Agitation offen­bar. Wir aber wissen, daß unsere Gegner die Vernichtung Deutschlands sich zum Ziele gesetzt haben, wenn sie heute von der Vernichtung des Hitlerismus sprechen, wie sie int Welt­krieg von der Vernichtung des Kaiserismus sprachen. Das ist auch sehr deutlich in den französischen Parlaments- Debatten zum Ausdruck gekommen, in denen von verschie­denen Abgeordneten gefordert wurde, daß man Deutschland , in eine große Zahl von kleinen Staaten aufteilen üsse, d. h., daß man sich in Frankreich nach einem siegreichen Kriege nicht mehr mit einem zweiten Versailles be­gnügen, sondern daß man zurück will zum West­fälischen Frieden von 1648, zur Zerteilung des Reiches in Hunderte von Kleinstaaten und -Städten. Man muß „die abscheuliche deutsche Tinsseit" zerstückeln, das ist die Formel der französischen Hetzer. Utn dieses Ziel zu erreichen, so betonten die französischen Abgeordneten der verschiedenen Richtungen sehr nachdrücklich, muß Frankreich alle seine Kräfte mobil machen. Wir wißen also, was wir von unseren Gegnern zu erwarten haben und wir werden dementsprechend die Antwort nicht schuldig bleiben.

Das wären dock reckt nützliche Themen für die Poltttker und Hetzblätter Londons! Hier konnten sie mal ihrer viel- beliebten moralifcken Entrüstung die Zügel sckießen lalsen. statt, um die englische Öffentlichkeit zu täuschen und die Neutralen gegen die bösen Nazis aufzuwiegeln, ebenso dumme wie blutrünstige Märchen über das Los der armen, von Deutschland „unterdrückten" Volker zu erfinden, zu denen ja nach der enalncben Version sogar dte Österreicher gehören. Ladies und Gentlemen. in ©ermann gibt es solche Dinge wie im reicken britiscken Empire Gott fet Dank nickt. Im Eroßdeutscken Reick haben alle Arbeiter, gleick welcher Nationalität, ihr Auskommen, und, niemand braucht zu hungern. Aber wenn ihr das Bedürfnis habt, das Los der „unterdrückten" Völker zu erleichtern, dann fahrt einmal hinüber ins indische Märchenland' Dort können die englischen Geldsäcke im Durchschnitt 90 % und in fetten Jahren sogar 400 % verdienen und zur gleichen Zeit leiden 70 Millionen Menicken infolge der Hungerlöhne an Unterernährung. Dort „dürfen" die Frauen laut Gesetz tn den Bergwerken 11 Stun-

Englischer 10000-Tonner versenkt

.Des. Der englische Dampfer „Sorte Star", 10 08b Tonnen, ist tm «udatlanttk durch ein deutsches Kriegs­schiff versenkt worden.

Ferner ging auf Grund . . .

. Der englische Dampfer ..Eskden7' (3829 Tonnen) liet aur eine Mine und sank. Die Besatzung von 29 Mann landete in einem schottischen Hafen.

Die beiden Glasgower Dampfer „Lairds Glen" und ^Findhorn wurden bei Zusammenstößen, die sich am letzten Wochenende an der schottischen Westküste ereigneten, beschädigt.

Japan schickt nur noch kleinere Schiffe

,, Tokio. 4. Dez. (Ostafiendienft des DNB.) Infolge des Untergangs des japanischen Dampfers „Terukuni Maru" hat dte Leitung der japanischen Sckiftahrtsgesellschaft Ryk bc- ichloßen. am den europäischen Linien die großen modernen Ozeandamoier nicht mehr zu verwenden. Statt dessen sollen 6000-Tonnen-Damvfer eingesetzt werden. Die Ausreise des Dampfers „Kaschima Maru", der Japan am 31. Dezember verlassen sollte, ist hereits abgesagt.

Enttäuschung über Churchill

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung)

Eine Bestätigung des Londoner Reuterbüros

Peinliche WC.-Panne

4 Dez Dem Ersten Lügenlord der britischen Admtralt^t tst heute etn böser Betriebsunfall pasiiert. Die deutsche «ermutung. dag die Verluste der britischen Sandels- ichtnahrt wert hoher und. als he von England bislang ^gegeben, wurden, und daß Ehren-Churchill wie im Welt- krtege die. wirklichen Bersenkungszahlen in seiner Schublade verbirgt, ist tetzt vom britischen Reuterbüro offiziell be­stätigt worden.

, Um die deutschen Erfolgsziffern in der Seekriegführung abzuschwachen, meldet das halbamtliche Londoner Büro, das n?ai?m «er britischen Flotte in den ersten drei Kriegsmonaten 21 Millionen Tonnen britischer Handelsschiffe auf See aus- lauten konnten, wobei nur vier Prlyent der gesamten Ton­nage verloren gingen." Da der Eesarntbestanü der britischen Handelsflotte an größeren Schiffen überhaupt nur 18,5 Mft- Uonen, Tonnen ausmacht, ist oftenbar auch wieder wie im Weltkrieg leder Fischkutter und jeder Dampfer mitgerechnet worden, der im Kustenpendelverkehr mehrere Häfen anläuft. Das Interessante aber ist die Angabe der vier Prozent B e r I u tte. Wenn man diese vier Prozent auf die 21 Mil­lionen Donnen ausgelaufenen Schiffsraumes umrechnet, kommt man_ zu einem Verlust an britischer Tonnage von 8 4 0 000 Tonnen. Legt man nur die 18,5 Millionen Donnen britischen gesamten Schiffsraumes zugrunde, find cs immerhin auch noch 740 000 Tonnen.

. -AR* stellen daher feit: Der britische Rundfunk hat am 1. Dezember zu den deutscken Meldungen über eine Gesamt- versenkung von 735 000 Tonnen SÄffsraum — neutralen und britischen — wörtlich erklärt: Die deutsche

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