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Sette 2 Nr. 284

Wiesbadener Tagblatt

Montag, 4. Dezember ISS*

Vaasa (Wese)

e e\p Mittet; i

Bildung einer Bolksregierung

der

von

Die heutige Ausgabe umfaßt 8 Seiten

Horizont erscheine von wenig hoffnungsvoll.

vflichtet sich die neue finni d r a t k i l o m e t e r großes

tza-pttchriftlkitrr: jritz <Sünlbe t; SteUrertreter t>es hauptschriftieite»: Keinrick hart Kun.j; Deran*mortlid> für den polilischrn teil Heinrich Karl Kun«; für Kunft. Unterhaltung und Sport: Br. Heinrich Reicherti für Stadtnachrichten Dororte und wirtfchaftoteil: Willi ptmpe!; für Schlußdienst und Rllgemeiner: Sans Scharr: für den Bilderdienst- die betr. Reflortleiter i für den «n,einen teil- Dtto Kailer: famtlid' in «»esbaden. G-famtl-ltuna: Dr phil. labil «uftao Sd’t lltnbetg und ©tto Kurier. — Zur Arif ist Preisliste Nr. 7 aültia. oru-kundVerlag: L.Schellenberg'fcheSuchdrucherci, Wiesbadener Lagblart, Wiesbaden

Zum Konflikt Sowjetunion—Finnland

(Weltbild-Eliefe, M.)

Das holländische Blatt „T e I e g r a a f bringt einen viel beachteten Leitartikel, in dem darauf hingewiesen wird, daß die Absperrung Rußlands - - 0 stsee unnatürlich gewesen sei. Die Vorteile, die Finn­land bei der Grenzziehung im Jahre 1917 erworben habe, seien ein äußerst gefährlicher Besitz gewesen. Als Overations- gebiet für fremde Truvoen hätte Finnland für Ruhland be­drohlich werden können. Die jetzigen Ereignisse enthielten die Lehre, dah kleine Staaten, die an grohe Reiche grenzen. fick nur dann selber erhalten können,

wenn sie in bezug nur diese mächtigen Reiche

vollkommen zuverlässige Nachbarn sind. Das Problem der kleinen Staaten wie Finnland bestehe darin, dah die Liebe für ihre eigene Unabhängigkeit und das eigene Volkstum in Übereinstimmung mit den strengen Forderungen guter Nachbarschaft grohen Staaten gegenüber gebracht wer­den müsse. In der bulgarischen Presse hebt man all-

Chamberlain, der Völkerrechtsbrecher

Ein Höhepunkt in der Geschichte der britischen Heuchelei

In der italienischen Presse macht man auf die scheinheilige Haltung Englands im finnisch­russischen Konflikt aufmerksam. Trotz aller moraltriefenden Verurteilungen habe man in London nicht die geringste Ab­sicht. etwas zu unternehmen. Da die englische Regierung immer noch nicht die Hoffnung ausgegeben habe, mit Ruh­land doch noch zu einer Verständigung zu kommen, werde sie sich darauf beschränken, ihr „Bedauern" über das russische Vorgehen gegen Finnland auszusvrechen. Dazu komme, dah man in London Angst habe, Rußland könne etwas gegen Indien unternehmen. Die britische Divlo- matie, so sagt „Eazetta del Povolo" befinde sich im gegen­wärtigen Augenblick in der größten Verlegenheit und der London aus äuherst stürmisch und sehr

Der russische Heeresbericht vom Sonntag

Moskau, 3. Dez. Amtlich wird folgender Bericht des Stabes des Leningrader Militärbezirks über die Operationen gegen Finnland bekanntgegeben:

Im Laufe des 2. Dezember setzten die Truppen des Leningrader Militärbezirks ihren Vormarsch fort. In Richtung von Murmansk verfolgten die iowietischen Truppen­teile die finnischen Truppen, die sich vor Petsamo zurückziehen. In Richtung von Uchta. Rebola. Porososero und Petro- sawodak rückten die sowjetischen Truppen 30 b i s 35 K i l o - meter westlich der Staatsgrenze vor. Auf der karelischen Landenge haben unsere Truppen folgende Dörfer

Das überschriene schlechte Gewissen

,.. Berlin. 3. Dez. Amtlich wird verlautbart: Der eng» l11che M i n i ster p r ä s id e n t hat in seiner Rundfunk­rede, vom letzten Sonntag erneut wie schon öfters die deutsche Regierungi beschuldigt. dah sie „im Namen des Staatsinter- elfes den Bruw eines einmal gegebenen Wortes zu recht­fertigen sucht, wann immer ihr dies paßt". Herr Chamber­lain hat sich damit wiederum in echt britischer Unverfroren­heit zum Anwalt des sogenannten „Völkerrechts" ge­macht, das von Deutschland angeblich ständig verletzt, von England angeblich ständig verteidigt wird. das. in Wirklich» reit aber fur England einfach nicht existiert, wenn es sich um seinen imperialen Machthunger handelt.

Herr Chamberlain hat ein schlechtes Gewissen. Er will dies übertönen, mtt solchen Anklagen und hochtraben- den Worten. Jedoch die Welt ist heute kritischer geworden. Der Nebel der früher erfolgreichen, heute aber gänzlich wir­kungslosen englischen Propaganda vermag die Völker nur vorübergehend zu betäuben. Das englische Gold kann heute gegen das erwachende Völkergewisien auf die Dauer nichts ausrichten. Die Völker sehen zu schnell wieder klar So sehen sie auch in diesem neuen Erguß des Herrn Chamberlain nichts anderes als einen allzu durchsichtigen Versuch, sich ein Alibi zu verschaffen für den größten VölkerreLtsbruch. der von England in neuester Zeit begangen wurde durch seine Blockadeerklärung, die praktisch auf eine Blockade- erklärung gegenüber der gesamten Welt herauskommt,

. Dah es sich hier nach alter englischer Tradition nm rein st e Seeräuberei bandelt, wird heute von allen neutralen Staaten der Welt registriert. Dah England diese Seeräuberei aber aufgezwungen sei und dah es diese sozu- i08e« i.m Namen des Völkerrechts aasüben will, bedeutet selbst rn der Eeschichte britischer Heuchelei einen gewissen Höhepunkt.

Denn „nach dem Weltkrieg von 1914/18, den England angeblich für das Völkerrecht, für die Vertragstreue, für die Rechte der kleinen Nationen geführt batte, wurde ein Bau errichtet, der alle diese Ideale verwirklichen sollte: Der Völkerbund, der Haager Internationale Gerichtshof, die Generalakte zur friedlichen Schlichtung von Streitigkeiten und viele andere Pakte dieser Art. Hiernach war England verpflichtet, in allen Streitigkeiten über Völkerrechtsfragen nicht nach eigener Willkür zu handeln, sondern sich der Ent­scheidung eines internationalen Gerichtshofes zu beugen. England war es. das Bei allen diesen Pakten als Taufpate auftrat. Mit tönenden Phrasen verkündete es dieses Ideal der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit. Dies waren Worte. Jedoch die Taten?

1. Bereits iin Februar 193 9. also mehr als ein halbes Jahr vor Ausbruch des Krieges, hat Großbritannien anlählich der Verlängerung seiner aus der Generalakte fol­genden Vertragsvervflichtungen einen bedeutsamen Vor­behalt gemacht. In der britischen Note an den General­sekretär des Völkerbundes wird nämlich erklärt:

Von nun an wird sich diese Bindung nicht auf Streitigkeiten in bezug aus Geschehnisse erstrecken, die sich im Verlauf eines Krieges ergeben, in welchen Eng­land verwickelt ist.

England hat also lange vor dem Ausbruch des Krieges. la lange vor jenem Datum des 15. März, der nach englischen Erklärungen angeblich ein Wendepunkt der britischen Politik gewesen sei und den Krieg mit Deutschland früher oder water unvermeidlich gemacht habe, für den Kriegsfall ferne Verpflichtung zur internationalen richterlichen Erledigung von Streitigkeiten aufgekündigt. Dabei konnte es sich bei solchen Streitigkeiten aus „Geschehnissen, die sich im Verlauf eines Krieges ergeben", natürlich nicht

eingenommen: Cüarmaa. Tarvila, Lautsilia. Achijarwi, Kirka, Kiwennapa, das Städtchen Raiwola und das Dorf Palkola an der Küste des finnischen Meerbusens.

Infolge ungünstigen Flugwetters fanden keine Kampfhandlungen der Luftwaffe statt. _____

Helsinki gibt bekannt

Riga, 4. Dez. Wie aus Helsinki gemeldet wird, haben zur See und in der Luft keine besonderen Kampf­handlungen stattgefunden. — Dagegen sei es an der Grenze zu heftigen Kämpfen gekommen, wobei sich die finnischen Truppen aus einigen Orten unter anderem aus Teriioki, zurückgezogen haben. Die finnischen Truppen­teile. die sich aus der karelischen Landenge auf die Hauptbefestigunglinie zurückgezogen haben, hätten bisher ihre Stellungen halten können. Im Norden setzten die sowjetrusiischen Truppen den Vormarsch von der Eismeerküste auf der Strahe nach Süden fort und dürften die Stadt S a I m i j e r i erreicht haben.

Finnische Verlustziffern

Stockholm, 4. Dez, (Funkmeldung.) Wie hier gemeldet wird, wurde finnischerseits eine amtliche Meldung über die Verluste und die Flugzeugbombardements gegeben. Danach sind in H e l s i n k i bei den verschiedenen Angriffen insgesamt 65 Personen ums Leben gekommen. Die Gesamt- > zahl der Verluste in Finnland während des gegenwärtigen Konflikts beträgt nach den finnischen Darlegungen 85 Tote und 181 Verwundete.

gemein hervor, daß auch Finnland in Versailles geschaffen worden sei. General R a d e f f weist darauf hin, daß das Schicksal Polens und Finnlands eine Lehre und eine War­nung für andere kleine Staaten sein müßte, sich mit der Regelung ungelöster Fragen zu Beeilen,- Bevor es zu spät ist.

Scheinheilige Haltung Englands

um Streitigkeiten mit dem Kriegsgegner handeln, die einer Entscheidung nicht unterliegen, sondern um Streitig­keiten mitUTeutralen.

Dieses England, das das Völkerrecht und die Rechte der Neutralen angeblich so überaus gewissenhaft achtet, erklärt also bereits im Februar 1939, daß es im Falle eines Krieges den Nentralen keine schiedsrichterliche Genug­tuung zn geben bereit sei, sondern sich freie H a»d für Völkerrechtsbrüche vorbehalte.

Peinlich war es nun für England, daß es trotz dieses Vorbehalts für einen zukünftigen Krieg noch weiter, und zwar durch das Statut des Haager Gerichtshofes, vertrag­lich gebunden war. Diese Bindung lief für England nämlich erst im Jahre 1940 ab. Eine Kündigungsmöglichkeit bestand überhaupt nicht.

Was tut nun aber England angesichts dieser Lage? Man höre und staune:

Am 7. September 1939. vier Tage nach Eröffnung des englischen Angriffskrieges gegen Deutschland, richtet England eine vom llnierftaatssekretär im Londoner Auswärtigen Amt, Sir Alexander C a d o g a n, unterzeich­nete Note an den Generalsekretär des Völkerbundes und erklärt, daß eine Verpflichtung aus dem Statut des Haager Gerichtshofes von ihm nicht mehr als bindend betrachtet werden könne. Eine rechtlich irgend­wie beachtliche Begründung dieses Bruches einer feierlich eingegangenen Völkerrechtsverpflichtung gab England nicht.

Dagegen glaubte es. durch diesen Bruch seiner mit dem Völkerbund und dem Haager Gerichtshof eingegangenen Bindungen sich der Verantwortung für seine den Neutralen gegenüber begangenen Völkerrechtsbrüche entziehen zu können.

2. Schon damals konnte man annehmen, daß England nunmehr eine Seekriegspolitik einleiten würde, die jeder Rücksichtnahme auf die Rechte der Neutralen bar lein würde. Was inzwischen geschehen ist, übertrifft noch alle Erwar­tungen. Der., gesamte neutrale Ha n d e l ist nach den neuesten britlichen Blockadeerklärungen nicht mehr von den Schiedssprüchen eines Gerichtshofes, sondern vom B e - lieben und der Willkür britischer Prisen­gerichte. die. wenn auch in mancherlei Weise getarnt, nach den Weisungen der Admiralität und ausschließlich nach bri­tischer , Staatsraiion ihre Urteile fällen werden, a b - 6 a n g t g. Die Bindung an das Völkerrecht, die England 20 2ahre lang heuchlerisch vortäuschte, ist seit dem 7. Sep­tember 1939 radikal über Bord geworfen.

England hat also durch seine Handlungsweise gegen­über der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit erneut unter Beweis gestellt, daß es erstens bewußt und fyfte - matlsch den Krieg gegen Deutschland vorbereitet bat nnd zweitens für einen solchen Kriegsfall von allem An­fang an mit einem Zynismus und einer Unbekümmertheit ohnegeleichen entschlossen war, die Rechte der Neu­tralen mit oiüßen zu trete«.

. Die Welt weiß nunmehr, wo die Regierung sitzt, die — «,ie Ig1 '£«ef. selber sagt — „im Namen des Staatsinteresses den Bruch eines einmal gegebenen Wortes zu rechtfertigen sucht, wann immer ihr das paßt".

In dem Pakt sichern sich die beiden Partner gegen- seltige militärische Hilfeleistung zu. Ein Handelsvertrag soll in Kurze abgeschlossen werden. Die Sowietuntion erklärt sich bereit. Finnland mit Kriegs­material zu Beliefern. Die, führenden sowjetrusiischen Blätter „Prawda und „Jswestna Bringen ganzseitige Karten, in denen die neue Grenze zwischen Finnland und Rußland eingezeichnet ist.

Der ASA.-Botschafter bei Molotow

Ter amerikanis che Botschafter sprach Bei ow vor. um. wie die TASS. Berichtet, im Auftrage Ro o i e n e 115 eine Vermittlerrolle zu übernehmen. Der russische Außenkommissar machte den Botschafter darauf auf­merksam. daß der Wunsch des amerikanischen Präsidenten, eine Bombardierung der finnischen Bevölkerung zu verhin­dern. auf einem Mißverständnis Beruhen müsse, da sowietrussische Flieger nur militärische Ziele angriffen. Der russischen Regierung seien die Interessen der finnischen Be­völkerung Nicht weniger teuer, als einer BelieBigen anderen Regierung. Aus Amerika, das mehr als 8000 Kilometer von Finnland entfernt fei, möge man das nicht sehen, dennoch aber bliebe diese Tatsache bestehen. Die Sowietregiernng hege die Hoffnung auf eine friedliche und befriedi­gende Losung der gegenroärtigen Krise, wobei Molotow auf das Bestehen der finnischen Volksregierung binwies.

Kabinett Ryti zu Verhandlungen bereit

Am Sonntag empfing her sowjetrussische Außenkommissar bett schwedischen Gesandten Winter. Über den Inhalt ihrer Besprechungen wurden keine Einzelheiten bekanntgegeben. Man nimmt jedoch an. daß Winter die Sowjetregierung da­von m Kenntnis gesetzt bat. daß die finnische Regierung Ryti zur Wiederaufnahme der Verhandlungen bereit ist. Die sozialdemokratische Partei Finnlands erließ einen Aufruf, in dem es u. a. beißt: „Der natürliche Wunsch zur Verteidigung des Landes verringern in keiner Weife den Wunsch des finnischen Volkes und feiner Arbeiterklasse, alles au tun. um für friedliche Beziehungen zwischen Finnland und Rußland rn einem Geiste, der sich mit den Interessen beider Nationen vertragt, zu arbeiten. Die finnische Regierung Ryti hat sich, wie aus Helsinki berichtet wird, a n d i e Genfer Liga gewandt und ihren Vertreter in Genf angewiesen, unter Berufung auf Artikel 11 und 15 der Volkerbundssatzung die Einberufung einer Rats­sitzung oder einer Vollversammlung zu verlangen

Räumung der Städte und Abtransport der Ausländer

Die finnische Regierung verließ Helsinki mit unbekann­tem Ziel. Wahrscheinlich wird der Regierungssitz nach Basa verlegt. Das Diplomatische Korps ist vorerst in ein kleines Landstädtchen in der Nähe der Hauvtftadt über­gesiedelt. Die finnischen Behörden haben die Räumung Helsinkis und der Städte Südfinnlands angeordnet. Die' Maßnahmen werden ruhig und diszipliniert durch- gefuhrt. Auch die meisten Behörden und die Redaktionen der Zeitungen Helsinkis Bereiten ihren Umzug in die Um­gebung vor.

Die ausländischen Gesandtschaften fordern ihre Staats­bürger auf. Finnland zu verlassen. Am Sonntagmittag batten sich auf dem deutschen Dampfer „Donau" 70 0 Deutsche eingefunben. 159 Italiener und 100 Esten. Mit der „Donau" verlassen auch die 40 Mitglie­der der russischen Gesandtschaft die finnische Hauptstadt. Die Engländer reiften int Laufe des Sonntags ab. Die amerikanifchen Staatsangehörigen begeben sich am heutigen Montag nach Schweden. Die britische Flugverbin­dung nach Finnland ist eingestellt worden.

Das Echo in der neutralen Presse

,. Im finnischen Grenzgebiet bat sich eine finnische Volksregierung gebildet. Sowjeirußland bat diele anerkannt und die diplomatischen Beziehun­gen zu. ihr aufgenommen. Bereits am Samstagabend konnte ein russisch-finnischer Beistands - und Freund- schaftsvakt mit der Volksregierung für die Dauer von zunächst 2o Jahren abgeichlosien werden. In diesem Pakt ver- dflichtet.sich die neue finnische Regierung, ein 3900 Qua­dratkilometer großes Gebiet nördlich von Lenin­grad an die Sowjetregierung abzutreten. Außerdem erhält Moskau das Recht, die Halbinsel H a n g ö und deren nähere Umgebung ,zu pachten, um dort eine Basis für die sowjetische Kriegsmarine angulegen. Sie ist berechtigt, einige Inseln mi finnischen Meerbusen, sowie den westlichen Teil der Fischerhalbinsel gegen eine Entschädigung von 300 Mil­lionen oinnmark zu erwerben. Als Ausgleich für die von Finnland abzutretenden Gebiete nördlich Leningrads erhält «Finnland 70 000 Quadratkilometer russischen Gebietes mit überwiegend karelischer Be­völkerung. Für die in dem abgetretenen Raum bei Leningrad, liegenden „ finnischen Eisenbahnlinien zahlt Moskau eine Entschädigung von 120 Millionen Sinti’' mark.

Der russisch-finnische Konflikt

Moskauer Presse veröffentlicht eine Karte über die neue Grenzziehung

feinen Klassendünkel und Klassenkamps mehr gibt und daß oas deutsche Arbeitertum so geschlossen hinter seinem Führer

Es wurde sehr viel über den „totalen Krieg" ge- schrieden, ganze Bibliotheken wurden darüber im Auslande veröffentlicht, doch sie legten den „totalen Krieg" ganz anders aus, nämlich: als enge Verbindung der militärischen Maß­nahmen mit der Kriegswirtschaft. Niemand erwähnte die Sozialpolitik, denn daß es einen „totalen Krieg" ohne Lösung der Sozialpolitik nicht gibt, daran dachten sie nicht.

Deutschlands unüberwindliche Kraft liegt aber gerade in oettt uhrwerkmäßigen Funktionieren der gesamten, der „totalen" lebenswichtigen Einrichtungen. Die soziale Fürsorge des Staa­tes für die Angehörigen und Hinterbliebenen der Soldaten, die vorbildliche Sozialversicherung, der soziale Schutz, den die Deutsche Arbeitsfront als größte Berufsorganisation den Werk­tätigen bietet. die unerhörten Erfolge der Hilfsmaßnahmen der NS.-Volkswohlfahrt, der Einsatz der deutschen Frauen­organisation, der Hitlerjugend und des Bundes Deutscher Mädchen sind aber gerade jene eiserne Unterlage, die eine „3 n n e r e Fron t" benötigt, wenn die „Kampffront" er­folgreich ihre Aufgaben lösen soll. Die „Innere Front" ist aber in erster Linie auf rielbewußter, tatkräftiger Sozial­politik amgebaut. daher ist es auch nicht zuviel gesagt, wenn wir Auslandsberichterstatter dank unserer Vergleichsmöglich­keiten, immer wieder darauf Hinweisen, daß Deutschland bisher

der einzige Staat ist, der bestrebt ist. die sozialen Maß- : > nahmen immer mehr und mehr zu verbessern.

Im Deutschland feindlichen Auslande schreibt man die wunderbarsten Lobhymnen über die Widerstandskraft der Maginotlinie, über die erhoffte Wirkung der englischen Blockademaßnahmen, aber auch niemand macht eine Erwähnung über die innere Front Frankreichs und Englands. Einfach darum, weil diese Staaten keine innere Front haben.

Wie wollen sie aber einen totalen Krieg gewinnen, wenn ihnen die Vorbedingungen dazu fehlen? Jetzt solche oder ähn­liche Organisationen aufbauen, die sie heute notwendig brauchen könnten? Dazu ist es zu spät, denn in Deutschland hat man zuerst alle lebenswichtigen Organisationen geschaffen. Das war das wichtigste in einem Daseinskampf. Die Feinde Deutschlands haben aber jahrelang nur kritisiert und nichts getan, sie haben ihre Märkner mobilisiert und wollten erst jetzt die lebenswichtigen Organisationen aufstellen! Wann sollen diese funktionieren? Wird man ihnen dazu genügend Zeit lassen? Ich glaube kaum!

Im „totalen Krieg" haben sie sich bereits verspätet. Deutschland steht heute im Innern wie an der Front eisern da, es hat wirklich nichts zu fürchten, denn der Aufbau hat sich gerade in diesen schweren Zeiten bestens bewährt! B. K.