Wiest« aöener Tagblatt
Erscheiimngszett
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Nr. 284
Montag, 4. Dezember 1939
87. Jahrgang
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1
Britisches Piratenschiff überfällig
Wöchentli
mit einer täglichen
40 Prozent seines Exportes verloren
r 4 .Dez. (Funkmeldung.) Die bekannte eng-
lnch« Wirtschaftszeitung »Economist" muh in ihrer letzten Ausgabe rugeben, dah England in den ersten beiden Monaten ungefähr 40 v. H. feines Exportes verloren habe. Das Blatt muh ferner eingettehen, dah England ferne Exportbemubungen verstärken müsse, damit der unumgänglich notwendige Import nicht allzuttark an de» 4’0*"5. und Deorsenvorräten zehrt. Diese Eingeständnisse von englischer Seite sind recht wertvoll, denn ste zeigen, dah England schon starke Verluste im Seehandel hat. Es «st anzunehmen. dah die tatsächlichen Ausfälle noch viel groher sind, als Re vom »Economist" beziffert werden. Das gleiche England, das den Wirtschaftskrieg wollte und mit !«*»*£8onnen bat, muh nun selbst die Folgen dieses Wirt- lchaftskrieges spuren.
tätigte und schon damals von der englischen Regierung bei seiner völkerrechtswidrigen Tätigkeit unterstützt und gedeckt wurde. Nunmehr bat das Schicksal offenbar auch dieses Piratenschrfs ereilt.
8. Schellenbttg'sche Buchbruckerei, „Tagdlatt < Haus" Fernspr-cher.Eamm-l.Nr. 59631. Drahtanschrift:. Tagblatt W-Sba oen. Postscheckkonto: Frankfurt o. M. Slr. 7405.
_ Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP. Dr. Ley eröffnete am Sonntag in Anwesenheit von Reichsprotektor v. Neurath. Reichsleiter B o u h l e r, Staatssekretär Frank und Gauleiter Konrad Henlein im Deutschen Schauspielhaus in Prag das Deutsche Volksbildungswerk in der Deutschen Arbeitsfront für das Protektorat Böhmen- Mähren.
Das Unterhaus hinter verschlossenen Türen
Das englisch« Volk darf die Wahrheit nicht erfahren - Eeheimsitzuug des Parlaments angeküydigt — Peinliche Fragen an Chamberlain zu erwarten
Amsterdam, 3. Dez. Der englische Dampfer „S t a n - b r o o i“ ist seit sechs Tagen überfällig. In englischen Reedereikreisen rechnet man damit, dah auch die ..Stanbrook" auf eine Mine gelaufen und mit Mann und Maus untergegangen ist. Die „Stanbrook" spielt in der Geschichte des englischen Piratenwesens eine besondere Rolle. Sie ist der Dampfer, der im spanischen Bürgerkrieg stch unter Bruch aller völkerrechtlichen Bestimmungen als Blockadebrecher be
Der Bericht des Oberkommandos
Luftangriff auf Helgoland abgeschlagen
Berlin, 4. Dez. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
2m Westen keine besonderen Ereignisse.
Englische Kampfflugzeuge versuchten am 3. Dezember einen Angriff auf Helgoland. Die frühzeitig einsetzende deutsche Abwehr verhinderte die plaumähige Durchführung des Angriffs. Anher einem Treffer auf einen kleinen orischlogger ist kein Schaden angerichtet ivorden.
Erlogene englische Behauptungen
Berlin. 4. Dez. (Funkmeldung.) Die von englischer Seite verbreitete Nachricht, wonach stch unter den durch Bomben getroffenen Schiffen im Hafen von Helgoland auch ein d euts ch er K r euz er befinden soll, ist in vollem Umfange falsch. Kreuzer befanden sich nicht im Hafen.
Der Sountagsbericht des Oberkommandos der Wehrmacht
Berlin, 3. Dez. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
2m Westen örtliche Svähtrupptätigkeit und geringes Artilleriefeuer.
An der Mosel- und Rheinfront sowie in der Gegend von Karlsruhe und Freiburg geringe eigene und feindliche Jagdfliegertätigkeit.
Fliegeralarm in Rordfraukreich
Brüssel, 3. Dez. Nach einer Pariser Haoasmeldung wurde am Sonntagoormittag in Nordsrankreich wieder Fliegeralarm gegeben.
lands unterschätzt und man hatte auch damit nicht gerechnet, daß die deutsche Gegenwehr so wirkungsvoll einsetzen und derart viel Zufuhren auf den Grund des Meeres befördern , würde. Wenn man auch die Widerstandskraft Englands gewiß nicht unterschätzen soll, so steht doch fest, daß England sich derartige Verluste im Handelskrieg nicht hat träumen lassen. Deutschlands Marine und Luftwaffe werden dafür sorgen, daß diese Verluste noch weiter wachsen, wir werden, das dürfte auch wohl den Engländern nach drei Monaten Krieg klar sein, nicht locker lassen, sondern dafür sorgen, daß der Handelskrieg nicht uns, sondern unsere Gegner trifft.
^ug-pr-is-: Für eine Bezugszeit von 2 Wochen 94 Rpf., für einen Monat RM. 2.—, ein. numm1* Durch die Post bezogen RM. 2.35, zuzüglich 36 Rpf. Bestellgeld, Einzel,
nummert 1U Rpf. - Bezugsbestellungen nehmen an: der B-rlag, dr- Ausgabestellen die °Ue JPofamfailtem - Dl- Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des B-zugsprelses. -DDDVVDVDDVVVTtDVVVDVDVDDDVVVGtVDV
Wenn man uns fragt...
Ein ausländischer Journalist über die innere Front
Die Deutsche Arbeitskorrespondenz schreibt:
Wir in Deutschland lebenden Ausländer, noch mehr aber wir ausländischen Berichterstatter, werden immer wieder se- iragk, was wir von dem neuen Deutschland und von dem Krieg halten. Man fragt uns in der Heimat, man fragt uns auch immer wieder in Deutschland selW. Man weih, dah wir Berichterstatter viel herumkommen, vieles sehen und hören, man rechnet uns zu den sogenannten „Wohlinsormierten". Wir erhalten Briefe, Privatbriese aus der Heimat und aus vielen Ländern, in denen man mitteilt, dah inan soviel sich Widersprechendes hört, dah man es für notwendig findet, sich direkt an uns zu wenden, um die Wahrheit zu erfahren. Im letzteren Falle hairdelt es sich stets um die Opfer der irreführenden und absichtlich tendenziösen Propaganda der Gegner Deutschlands.
Wenn man jahrelang in Deutschland gearbeitet hat. so fällt es einem nicht schwer, die rechten Worte zur Antwort zu finden: denn alles, was in Deutschland geschieht, ist unendlich klar, einfach und wahr, konsequent und logisch. Nicht so in manchen anderen Ländern, deren ganzes Leben, Gewohnheiten und Tun immer nur das Mysteriöse, das Komplizierte sucht. Das deutsche Volk ist immer auf« richtig, es handelt so. wie es denkt. Andere Völker wieder denken anders, sie sind eine klare Sprache nicht mehr gewohnt und eben darum suchen sie hinter einem jedem Wort des Deutschen eine Falle. In leider allzuviel Staaten gilt die Aufrichtigkeit als Dummheit und eben darum hütet man sich dort, aufrichtig zu sein.
Seit Jahren beobachte ich die ungeheure Wandlung, die im deutschen Volke vor stch gegangen ist. Als Berichterstatter kann ich wohl behaupten, dah es feine deutsche Institution gibt, die ich nicht kennen würde. Als ich vor Jahren Über den deutschen Aufbau schrieb, als ich die Vergleiche »wischen dem, was früher war und jetzt ist. zog, da war ein großer Teil meiner Leser begeistert, ein anderer Teil stempelte mich aber sofort als Nazipropagandist. Denn man sagt diesen ewigen Zweiflern vergebens, dah man die Dinge mit eigenen Augen sah.
Wenn man ihnen sagt, dah Deutschland auf fast allen Gebieten seines Lebens unerhörte Fortschritte macht, so glauben sie es nicht, weil sie es nicht glauben wollen. Denen sage ich vergebens, dah das Hebewerk in Finow aus solidem Eisen und Zement besteht, daß die Bunker des Westwalls nicht aus Pappe sind, daß die Reichsautobahnen auch tatsächlich einen soliden Unterbau haben, sic haben es anders, das heißt, das Gegenteil gehört, und es ist ihnen bequemer, das Gegenteil zu glauben, weil es in ihren Seistigen Kram hrneinpaßt.
Als ich über die großartigen Organisationen der Deut- Ichen Arbeitsfront, der Nationalsc^ialistischen Volkswohlfahrt, des Reichsnährstandes schrieb, da sagte man ost: „Ja, die Deutschen können nur organisieren!" Heute, da Deutschland im Kriege steht und, da alles wie am Schnürchen „klappt", wundern sie sich, wieso es derart klappt! Sie vergessen, daß diese jahrelang sorgfältig aufgebauten Organisationen folgerichtig sich gut auswirken müssen. Sie verstehen nicht, wieso Deutschland nicht blockiert werden kann, sie verstehen nicht, warum die deutschen Mütter und Kinder nicht schon verhungert sind, sie begreifen nicht, wieso die deutsche Wehrmacht den polnischen Feldzug binnen vier Wochen erledigt hat. Sie verstehen nicht, wieso es in Deutschland jetzt nicht wieder eine Inflation gißt, wieso Deutschland Rohstoffe hat.
Diese Menschen verstehen Deutschland überhaupt nicht! Als man Berichte über Bunagummi oder Kunstharz, Kunst- benzin schrieb, über die deutschen Werkstoffe überhaupt, da hatten sie nur ein höhnisches Lächeln übrig, heute aber, da sie selbst gezwungen sind, mit ihren Rohstoffvorräten zu sparen, versuchen sie. alles von Deutschland nachzuahmen. Zum Glück sind aber nicht alle Ausländer so eingestellt. Zu Hundert- tausenden waren sie Gäste im Verlauf der letzten Jahre in Deutschland und konnten selbst den mächtigen Aufbau auf allen Gebieten verfolgen.
Was wohl am meisten imponiert hat. ist die deutsche Sozialpolitik. Man begreift es aber nicht, daß es
Hnicigeepreife: Ein Millimeter Höhe bei 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Grundpreis 7 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Teitteil 60 Rpf., sonst laut Preisliste Nr. 7, NachlSsfe nach Preisliste Nr. 7. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wirb kein- Gewähr übernommen. — Schluß ber Anzeig-n.Annahm- 91/« Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor bem Erscheinungstag- aufgegeben werben.
Fahrten ins Verderben
Aus Minen gelaufen und gesunken
London, 3. Dez. Der britische Öltanker „Sancalisto" (8010 Tonnen) floß am Samstag an der Südküste Englands «n die Luft. Zwei Mann wurden getötet, der Rest der Besatzung, 30 bis 50 Mann, von einem Rettungsboot ausgenommen und an Land gebracht, 17 Mann sind verletzt.
Oslo, 3. Dez. Der norwegische 1800 Tonnen große Dampfer „ArctiMs" aus Bergen ist an der schottischen Ott- kuste aut eine Mine gelaufen. Acht Mitglieder der Mannschaft wurden von dem dänischen Dampfer „Ivar" gerettet. Neun Besatzungsmitglieder werden vermißt.
^..Kopenhagen, 3. Dez. Eine Venzinladung von zwölf Millionen älter ist für Dänemark mit dem Untergang des norwegischen Tankdampfers „Realf" verlorengegangen, ber. wie bereits gemeldet, vor der englischen Küste auf eine Mine stieb und sank. Ihr Verlust ist der zweite in der Reihe dieser Schädigungen der dänischen Wirtschaft durch den englischen Blockadekrieg.
Brüssel, 4. Dez. (Funkmeldung.) Wie Havas bekannt gibt, ist der französische Dampfer „Florida" (7030 Bruttotonnen) der Compagnie General Transatlantique auf eine Mine gelaufen. Man habe ihn in der Nähe eines französischen Hafens auf Strand setzen können. Zwei Mitglieder-der Besatzung wurden getötet.
Stockholm, 4. Dez. (Funkmeldung.) Der schwedische D a m p f e r „R u d o l f" ist am Sonntagmorgen vor der englischen Küste nördlich Newcastel auf eine Mine gelaufen. Die Besatzung von 23 Mann wird bis setzt noch vermißt. Sie soll in die Rettungsboote gegangen sein.
Auch der Handelskrieg ohne Chancen
ss. Berlin, 4. Dez. Die englische und französische Presse hat es im allgemeinen vermieden, zum Eintritt in den vierten Kriegsmonat eine Zwischenbilanz zu ziehen. Sie hätte auf der Erfolgseite auch zu wenig und auf der Verlustseite allzuviel buchen müssen. An ihren Kriegszielen aber, der Vernichtung Deutschlands, halten unsere Gegner nach wie vor fest. Das kommt immer wieder in Reden und Zeitungsartikeln klar zum Ausdruck. Dabei müssen sie erkennen, daß man Deutschland militärisch nicht treffen kann. Hat doch auch D a l a d i e r in seinen Parlamentsreden zu- geben müssen, daß er nicht angreifen kann. Auch er will also den Krieg nicht militärisch, sondern politischundwirt- s ch a f t l i ch führen. Das ist für die Franzosen keine verlockende Parole und so hat stch Daladier veranlaßt gesehen, in einer Rundfunkrede seinen Landsleuten zu erzählen, daß Deutschland am Kriege schuld sei. Wenn er dann weiter erklärte, daß nach Hitlers Plänen nach Polen die Reihe an Frankreich kommen sollte, so hat Herr Daladier offenbar ein sehr schlechtes Gedächtnis, denn immer wieder hat sich ja der Führer um eine deutsch-französische Annäherung bemüht, bis es eben den englischen Kriegstreibern gelang, Frankreich ins Schlepptau zu nehmen. Nun setzt auch Frankreich, genau wie England, alle Hoffnungen auf den Wirtschaftskrieg und dabei wieder auf den heute beginnenden n e u e n R a u b zu g, die Beschlagnahme deutschen Exportgutes. Aber auch hier machen die neutralen Blätter die Engländer immer wieder darauf aufmerksam, daß sie mit einer sehr starken deutschen Gegenwehr rechnen müssen. Schon bisher haben die Engländer ja die Erfahrung machen müssen, daß sich auch im Wirtschaftskrieg die Dinge ganz anders entwickelten, als sie gehofft hatten. So schreibt fetzt die englische Presse immer wieder, daß England mehr exportieren müsse. Dem stehen nun aber nicht nur die deutschen ll-Boote und die Minen an der englischen Küste entgegen, -sondern auch die organisatorischen Schwierigkeiten. Die englischen Zeitungen kritisieren diese Desorganisation sehr scharf und sprechen davon, daß bei den meisten Erportgut-Genehmi- gungcn nicht weniger als sieben Behörden beteiligt sind. Deshalb wird gefordert, ähnlich wie es für die Rüstungen geschah, nun auch für die Wirtschaft einen Koordinationsminister zu schaffen, der die Maßnahmen der ver- chiedenen Behörden in Übereinstimmung bringen soll. Ja, elbst das bisher in England so verhaßte Wort Wirtschafts- ilanung wirkt plötzlich anziehend. Nachdem solange Wirt- chaftsplanung etwas absolut verwerfliches war, schon weil die bösen Deutschen diese Wirtschaftsplanung mit so viel Erfolg betrieben, erklärt das liberale „News Chronicle" jetzt, „wir wollen Wirtschaftsplanung". Die „Times" aber ruft sogar nach einem Wirtschaftsdiktator.
Freilich bestätigt die skandinavische Presse den Engländern, daß sie nicht in der Lage sind, sich derart auf die Kriegswirtschaft umzustellen, daß ste beispielsweise ihren Handel mit Skandinavien aufrecht erhalten konnten. Der englische Exporthandel habe einen nicht wieder gutzumachenden Rückschlag erlitten. Wenn die Engländer also sich auf ihre wirtschaftlichen Kräfte verlassen hätten, so müssen ste jetzt feststellen, daß auch diese Rechnung falsch war. Man hatte die wirtschaftlichen Kräfte Deutsch-
London und Paris sind ratlos
(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung)
, ^vhl der Krieg, abgesehen oom Seekrieg, im Westen Eaum begonnen habe, io schreibt die Zeitung koste er England USM rllronenPfund täglich oder mehr als ST..™ lN der Minute., Rechne man das in Arbeit oder Arbeitsprodukte um. so koste der Krieg in einer Minute leooon'pit^Wtf*00 a?9Ate 3Iniii8e- §600 Paar Schuhe oder h»r in man es in Gehälter um. io koste
Vtute das gleiche, was man 3 840 000 Stenotypistinnen Tut den gleichen Zeitraum an Gehalt zahle.
„AA? .Zahlen müsse man stch vergegenwärtigen, io heißt x®1en^ 5U ö?r Erkenntnis zu kommen, daß. wenn °?.n.Krieg gewinnen wolle, das englische Volk nicht erwarten ourre^ feinen fetzigen Lebensstandard aufrechterbalten zu können. England müsse mit Härten und Ein - iairankungen rechnen.
Südafrika schickt keine Truppen
.... ilmiterbam, 3, Dez. Der zur Zeit in London weilende m^frikaniiche Minister für Eingeborenenfragen Reitz gewährte einem Vertreter der „Sunday Times" eine Unterredung. in der er u. a. jeststellte, daß die Südafrikanische Union tA-ine Truviien zur Unterstützung Großbritannien-: schicken werde, sondern sich auf die Verteidigung ihres eigenen Landes und der benachbarten Besitzungen beschränke
/» a Werktäglich nachmittags.
O wUb yuven Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends außer Sonn- u. Feiertags
Nnterhalttmgsbeilage. i8erlmec ®üro:
Amsterdam. 4. Dez. (Funkmeldung). Aus den Berichten der Londoner -onntagspresie gebt hervor, daß die englische Aegierung. die ja schon bisher dem englischen Volk in allen entscheidenden »ragen die Wahrheit verschwieg, jetzt überhaupt nicht mehr wagt, vor der Öffentlichkeit Rede und Ant- wort zu stehen. Wie die Blätter übereinstimmend melden, dal es Herr Chamberlain so eingerichtet, daß nunmehr das Parlament auch tn geheimen Sitzungen tagt. Die Sache wurde io gedreht, daß d»e Opposition den Antrag einbrachte. Jn- dessen wein man bereits in London, daß Herr Chamberlain diesem Antrag am Dienstag zustimmen wird. In der nächsten Woche erlebt dann das „demokratische" und „freie" L n e (a nd zum ersten Male das seltene Schauspiel einer Parlameu tsst tzu ng hinter verschlossenen Türen. Angeblich beabsichtigt die Labour Party, eine ganze Anzahl nnan- «kvehmer «lagen an den Ministerpräsidenten ju iteflen. Ob auch Herr Churchill gefragt wird und ob er sich vam heradlanen wird, dem Unterhaus wahrheitsgemäß zn antworten, ist allerdings nicht bekannt.
Härten und Einschränkungen
Amsterdam, 4. Dez. (Funkmeldung). In seinem wöchentlich erscheinenden Kommentar zur Kriegs! nac stellt Sunday Pretoria!" die Rechnungen über die riesigen Kosten an. dre der Krieg England verursacht.
