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Wiesbadener Tagblatt

Samstag/Sonntag, 2./Z. Dezember 1939

Hans Schorr.

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REICHSGRUPPE VERSICHERUNGEN

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durch den Abschluß einer Kinderversorgungsversicherunc einer Berufsausbildungs - bzw. Aussieuerversicherung

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Ein Kapital, das einst Ihrem Kind den Eintritt ins Leben, in den Beruf, in die Ehe erleichtern soll! Ein Kapital, dessen Auszahlung durch einen Versicherung^ vertrag garantiert wird, das auch dann zur Auszahlung gelangt, wenn durc das Ableben des Vaters die Beiträge nicht mehr gezahlt werden können. -Welc. eine verantwortungsbewußte Tai der Eltern, die Zukunft des Kindes zu sichern

Waldstraße: L—

Ortswaltung: Nord

Adlerttratze 35.

bei Müller: Mittwoch

Der THünchener Luftmörder Eingerichtet

Berlin, 2. Dez. Am 1. Dezember 1939 ist der 33 Jahre alte Johann Eichhorn aus Aubing hingerichtet worden, der durch Urteil des Sondergerichts München vom 30. November 1939 wegen Mordes in vier Fällen zum Tode und zum dauern­den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden ist. Eichhorn hat in den letzten Jahren in der Umgebung Münchens zahlreiche Frauen und Mädchen überfallen und an ihnen Sittlichkeitsverbrechen verübt. In vier Fällen hat er dabei seine Opfer in bestialischer Weise ermordet.

Vielfach vorbestrafter Verbrecher bei Widerstand er­schossen. Der am 13. August 1913 in Ober-Kayna geborene Gustav Wolf, der am 25. Oktober 1939 durch die Straf­kammer in Naumburg a. d. S. wegen versuchten Raubmordes

dunkelüng eine Gefängnisstrafe von drei Jahren. Das Ur­teil lautete auf zwei Jahre Gefängnis.

— Jdar-Oberstein, 2. Dez' Der 40 Jahre alte Julius Schuff, der in der Hoizoerkohlungsanlage in Brücken arbei­tete, war mit dem Einfahren der beladenen Retortenkörper beschäftigt. Als er die Maschine vrüfen wollte, die die Körbe in die Retorte zieht, setzte sich die Maschine in Bewegung. und klemmte den Arbeiter zwischen Korb und Retorte ein. Hierbei wurden ibm Brust und Kovf so stark geauetscht, daß der Tod sofort eintrat.

— Herborn. 2. Dez. In Nauborn wurde ein drei Jahre altes Kind von einem heruntersallenden Ast getroffen und so schwer verletzt, daß es kurz darauf starb.

Wiesb.-Biebrich.

Rathausstrage: Dienstai

ALPINA-UHREN am Mauritiusplatz

SCHMUCK ^»Jrauckmann Ruf 23765

„Der Mund der Wahrheit"

Es lohnt sich, unsere Feinde und besonders Herrn Churchill, vor einem Besuch in Rom zu warnen. Denn dort befindet sich der „Mund der Wahrheit".

Wo früher der altrömische Temvel der Fortuna stand, den schon Servius Tullius errichtet haben soll, befindet sich die Kirche St. Maria, in die man aus den Trümmern jenes Tempels eine große steinerne Maske ausgenommen bat. die

H. Wiegand Hochstättenstraße 6/8

Eisen - Metalle - Papier (Akten) - Flaschen - Lumpen Ruf 28651

Rr. 283 Seite 5

Hollands kurz vor Kriegsausbruch in stärkste Erregung ver­setzte. Der Bericht enthält ein geradezu verheerendes Urteil über die dunklen Machenschaften des Finanziuden Mann­heimer. der es jahrelang mit unerhörter Frechheit verstan­den bat, seine verhängnisvolle Rolle zu spielen. Jetzt stellt sich heraus, daß die Privatschulden Mannheimers an die Bank, die sich unter seiner Leitung befand. 13 Millionen Gulden (!!) betragen. Ner Nachlaß des jüdischen Gauners wurde zwar zugunsten seiner Gläubiger beschlagnahmt, doch ergibt sich aus dem Treubänderbericht, daß dieser Nachlaß zum allergrößten Teil verschoben war. Besonders bezeich­nend hierfür sind die Manipulationen, die der Jude Mann­heimer mit einer Kunstsammlung durchgeführt bat. deren Wert 1934 auf etwa 7 Millionen Gulden geschätzt wurde. Durch einen fiktiven Verkauf dieser Sammlung, der aber

formaljuristisch unanfechtbar ist, an eine zu diesem Zweck ge­bildete Scheingesellschaft, verstand es Mannheimer, die Kunstgegenstände dem Zugriff der betrogenen Gläubiger zu entzieh

schlug auch die deutsche Seemacht, aber in den Jabren des Dritten Reiches ist sie neu erstanden, wieder steht fte beute rm Kamps gegen den alten Widersacher, der endgültig zu Boden gezwungen werden muß. Schon seben wir auf glän­zende Kriegserfolge zurück, und in der jungen Flotte lebt das Gedenken an die Helden der Falklandinseln fort mit dem Schlachtkreuzer ^Eraf Svee". den neuen Schlachtschiffen „Scharnhorst" und „Gneisenau", gleich den anderen Namens­trägern ruhmvoller Seekriegstradition. Die nackende, ein­dringliche Schilderung des Redners unterstützten wirksam noch 80 interessante Lichtbilder, Darstellungen der an den Seekämpfen beteiligten Schiffe, instruktive Kartenskizzen über Bewegungen und Verlauf der beiden Seeschlachten. Die im großen Saal des Luftschutzhauses versammelten Hörer folgten dem Sprecher mit stärkster Aufmerksamkeit, der Heldenkampf unseres Kreuzergeschwaders wurde ihnen zu tiefem Erlebnis, dankbar und ergriffen spendeten sie dem Vortragenden herzlichen, nachhaltigen Beifall. H. L.

durch den Volksmund den Namen: „La bocca della verita erhielt.

Dieses altromische Wahrzeichen sieht man tm Unten Säulengang der Kirche, und zwar unter einem Erab- monument. das der Herzog von Lorenzina 1186 einem seiner Vorfahren, dem Kardinal Gaetani. errichten ließ.

Im alten Rom diente dieses Marmorgesicht wahrschein­lich als Wasserspeier, während man ibm beute die Ehre eines Symbols der Wahrheit erwiesen bat.

Denn viele pflegen in einem Streit die Wahrheit ihrer Aussen dadurch zu bekräftigen, daß sie die reckte Hand in den Mund des Steingesickts hineinstecken. Hat dabei einer gelogen, so schließt fick, wie die Sage gebt, der steinerne Mund und gibt die Hand nickt mehr heraus.

Man kann nur bedauern, daß sämtliche Mitglieder des englischen Lügenministeriums augenblicklich nicht in der Lage find, eine der berühmten Cook-Fahrten nach Rom zu unter­nehmen.

Sie müßten dann antreten und der Reibe nach die ge­schilderte Prozedur vornehmen. Sie würden dann untei Garantie sämtlich ohne rechte Hand zu dem Jnselreich zu rückkebren. Da sie außerdem schon kovilos sind, würde demnach ja nicht viel von ihnen übrig bleiben. P. K.

von von i. Monat von

Dreifacher Eiftmordoersuch an der Ehefrau

— Hanau a. M„ 2. Dez. Die Große Strafkammer Hanau verurteilte den 45 Jahre alten Karl Schäfer aus Langen­selbold wegen Giftmordverluchs in drei Fällen unter Ein­beziehung einer am gleichen Tage erkannten Zuchthaus­strafe wegen Verleitung zum Meineid in Höhe von einem Jahr secks Monaten zu einer Gesamtzuchthausstrafe von acht Jahren, zu zehn Jabren Ehrverlust und dauernder Eides- unfähigkeit. Wegen Meineids wurde die 32 Jahre alte ge- schtedene Ehefrau Marie Scheuer aus Langenselbold unter Anwendung der Bestimmungen des Milderungsparagraphen (Vorliegen eines Eidnotstandes) zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte lebte mit seiner Frau seit vielen wahren in einer unglücklichen Ehe. In Berlin, wo seine Frau der Unzucht nachgegangen war, hatte der Angeklagte sie im Jahre 1915 kennengelernt und war mit ihr 1918 die Ebe eingegangen. Im Jabre 1920 siedelte das Ehepaar nach Langenselbold, dem Geburtsort des Angeklagten, über. Die Frau vernachlässigte den Haushalt und erkrankte im Jahre 1931 als Folge ihres früheren unsittlichen Lebenswandels unheilbar an einer ansteckenden Krankheit. Ttzr Angeklagte trat nunmehr in Beziehungen zu der geschiedenen Ehefrau Marie Scheuer und faßte den Entschluß, seine Frau durch Berbringung von Gift zu beseitigen. Im Januar 1935 reichte er seiner Frau ein Gläschen Kognak, der mit Salzsäure ver- mtscht war. Drei Monate später schritt er zu dem zweiten Anschlag. Seine Frau litt $u dieser Zeit an einem offenen Bein und bewahrte int Küchenschrank für die Behandlung der Wunde eine Salbe auf. Diese vermischte der Angeklagte mit einem Gift. Als sie ahnungslos mit dieser Salbe ihre Wunde bestrick, verspürte fie sofort erhebliche Schmerzen und wusch die Wunde mit heißem Wasser aus. Nach dem Fehl­schlagen dieser beiden Giftmordversuche reichte der Angeklagte tm Jahre 1937 gegen seine Frau die Ehescheidungsklage ein, die redoch abgewiesen wurde. Im Verkauf dieses Prozesses bestritt die als Zeugin geladene Geliebte des Angeklagten, die Ehefrau Scheuer, unter Eid, ehebrecherische Beziehungen zu Schäfer unterhalten zu haben. Diese Aussage war falsch und hierzu war die Scheuer pon Schäfer veranlaßt worden. Im Januar d. I. unternahm der Angeklagte den britten Eiftmordoersuch. Er schüttete Gift in die Kaffeekanne, in den Milcktopf und in die Essigflasche. Wenige Tage später wur­den der Angeklagte und seine Geliebte verhattet. In der Verhandlung wurde festgestellt, daß es nicht das Verdienst des Angeklagten war. wenn sein Vorhaben, seine Frau zu beseitigen, mißglückte.

m Aus dem Rheingau, 2. Dez. In Östlich konnte Frau Elisabeth Haust, geb. Barthel, ihren 89. Geburtstag feiern. Mit diesem Alter zählt fie zu den ältesten Einwohnettnnen Östrichs. — In Hallgarten erreichte Frau Margarete Schmitt, geb. Rodenbach, ihren 86. Geburtstag. Sie ist geistig und körperlich noch auf der Höhe.

...—.Mainz, 2. Dez. Ein in Groß-Gerau beschäftigter 27jähriger Mann aus Rüsselsheim sprang am Freitagmorgen auf der Station Bischofsheim aus dem noch fahrenden Zug in der Absicht, den nach seiner Arbeitsstelle fahrenden Zug noch zu erreichen. Dabei geriet er unter die Räder und beide Seine wurden ihm abgefahren. Der Verletzte wurde in sehr ernstem Zustand in ein Mainzer Krankenhaus gebracht.

= Worms, 2. Dez. Im nahen Bürstadt fand eine Ver­handlung des Sondergerichts gegen einen 19jährigen mehr­fach vorbestraften Burschen statt. Er hatte int Oktober in der abendlichen Dunkelheit ein 15 Jahre altes Mädchen auf der Straße in Bürstadt angesprochen. Als das Mädchen fich die beleidigenden Redensarten des Angeklagten verbat, schlug dieser dem Mädchen ins Gesicht. Der Vertreter der Anklage beantragte wegen tätlicher Beleidigung während der Ver-

Scala-Variete in Hochform

Charmante Frauen geben neben einem wirkungsvollen Aufbau der Nummernfolge dem neuen Programm das Ge­präge. Dazu sind die Kunstsparten wiederum äußerst abwechslungsreich. Diesmal hat der Ausklang den stärksten Erfolg: Berti Pascal, die faszinierende Fußjongleuse, deren Antipodenspiele ein hohes Maß von artistischem Können mit viel Humor vereinen. Man ist geneigt, an einen geheimnisvollen Magnetismus dieser Frauenfütze zu glauben, die die größten und in ihrer Form schwierigsten Gegenstände in spielerischer Grazie mit nie versagender Sicherheit auffangen. Das Publikum rast, wenn der be­frackte Puppenpartner tanzt und durch die Luft wirbelt, wie es die Füße der Schönen wünschen. Nicht unbekannt ist den Wiesbadenern Erika (Selin, die forsche Reiterin mit der strahlenden Stimme und dem klugen Schimmel. Die beiden können durchaus in Konkurrenz treten mit mensch­lichen Tanzpaaren; denn die tänzerischen Fähigkeiten des edlenTieves ermöglichen wirkliche Höchstleistungen rhythmischer Exaktheit. Wie Grita (Selin und ihr Schimmel einen Walzer hinlegen, ist — vor allem unter Berücksichtigung der räumlich begrenzten Fläche — vollendete Kunst der Hohen Schule. Zum ersten Male in Wiesbaden sind Pvette und Marcell, das akrobatische Tanzpaar mit den eigenständigen tänzerischen Ausdrucksformen. Schön­heit, Eleganz und Formensinn verbinden sich hier zu einer ästhetisch wundervollen Sinfonie beschwingter Figuren. Man braucht kein ausgeprägtes musikalisch-rhythmisches Gefühl zu haben, um diese Tänze als körperliche Musik zu entpfinben. Tüchtige Musikerinnen sind die zwei Cornis, die mit ihren Instrumenten ein ganzes Orchester ersetzen. Orchestral und raumfüllend vor allem der mit Unterstützung der Scala- Kapelle unter Winter-Münch vorgetragene Pilgerchor aus „Tannhäuser". Original La'ska gehött zu den seltenen Drahtseilkünstlern, für die der nach Millimeter zählende luftige Pfad alte Tücken und Zufälligkeiten ver-

und Notzucht zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, wurde heute bei Widerstand erschossen. Der vielfach vor­bestrafte Verbrecher hatte auf ein Mädchen, das er berauben wollte, mit einem Taschenmesser in rohester Weise eingestochen und es schließlich vergewaltigt.

lud Ttlannf)eimer hinterließ 40 TTlil(tonen Gulden Schulden

Amsterdam, Dez. Die Eläubigerversammlung in Sachen der Zahlungsunfähigkeil des Amsterdamer Bank­hauses Mendelssohn & Co. beschloß, um eine allzu schnelle Liquidierung zu vermeiden, die Bank unter Geschäfisauf- sickt zu belassen, da durch einen Konkurs den Gläubigern neue Verluste entstehen würden. In dem der Gläubiger- Versammlung vorgelegten Status zum 31. 10. 1939 beträgt die Bilanzsumme 135,13 Millionen Gulden, wobei ein Ver­lust von 40.5 Millionen Gulden vorhanden ist. Bei der ersten Bilanz, die gleich nach Zahlungseinstellung am 14. August aufgemacht wurde, betrug diese Verlustziffer nur 11,4 Millionen Gulden.

Dieser Treuhänderbericht bildet das letzte Kapitel des Falles Mannheimer-Mendelssohn, der die Wirtschaftskreise

®rita (Selin mit ihrem Schimmel

(Archivbild.)

loren zu haben scheint. Erstaunliche Sprünge wechseln mit Tänzen auf schmalem Raum ab, und selbst das Besteigen einer auf dem Drahtseil balancierenden Leiter wirkt bei diesem Künstler wie eine Selbstverständlichkeit. Entzückend A. Herions Hunde-Revue mit den verständigen Terriers. Weitsprünge auf den Hinterfüßen, elegante Saito« mortales und ein putziger Karussellakt sind die Höbepuntte. Für Stimmung sorgen die zwei V a n m o l i s mit ihrer Parade der Knirpse, einer großen Schirmmodenschau unter Mitwirkung des Publikums/ Victorino erweist sich in einem musikalischen Blitzverwandlungsakt als ein vorzüg­licher Musiker. Karl Heinz Langen sagt das Pro-

Eustav-Freytag-

Stratze 11a, I.: Montag u. Donnerstag von 18.15—19.30

Ortswaltungen: West und Nord

Emser Straße 20: Dienstag und Freitag

Ortswaltung: Weitend

Scharnhorststr. 7: Montag und Donnerstag

Ortswaltungen: Südwest und Sudend

Sckarnhorststr. 7: Dienstag und Freitag

Niederwaldstr. 18: Montag

Ortswaltungen: Biebrich und Waldstraße

ttMd - Sitte u. Monte» ÄST Juwelier Lambert,

NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“

DAF. Kreis Wiesbaden, Lulsenetr. 41, Fernspr.-Sammel-Nr. 596 41

Sprechstunden des Kreisobmanns: OlenetaB» u. Freitage<16-18Uhr

Gustav-Freitag-

Straße 11a. I: Montag u. Donnerstag von 18—19 ..

Ortswaltung Geisberg.

Am Sonntag. 3. Dezember, findet um 9.45 Uhr eine Amts- waltersitzung im Restaurant Wartburg statt. Sämtliche Obmänner. Walter und Warte der neuen Ortswaltung er­scheinen.

Ortswaltung: ~ .

Dotzheim: Freitags

todnerftein: Dienstags

Frauenstein: Letzter Montag

Ortswaltung: Süd

Luremburgplatz 9: Dienstag und Ortswaltungen: Ost und Nord

Bärenstraße 4. II: Montag u. Donnerstag von 17—18

Kassenstunden der Hauskassierer der DAF.!

Ottswaltungen: Mitte. Ost und Nord

Luisenstraße 41,1.: Dienstag und Freitag von 17—19 Uhr

Bärenstraße 4. II.: Montag und Donnerstag von 17—18 .,