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Wtesdavener Tagdlarr
Freitag, 1. Dezember 1939
Spott und Spiel
Beginn her Kriegsmeisterschaften im Hocken
Am Sonntag beginnen auch im Hockey die Spiele um die Kuegsmeisterichaiten. an denen aus Wiesbaden der Tennis- und Hockey-Klub teilnimnrt. der in der Eauliga von Südwest bisher schon immer eine sehr beachtliche Rolle, zu spielen verstand und in den beiden letzten Jahren hinter dem deutschen Hockeymeister Sachsenhausen 1857 stets an zweiter Stelle zu finden war. Sein Gegner am Sonntag ist der HK. Kreuznach, der bisher im Gau Oberrhein/Mittelrhein spielte. Leider müssen die Hiesigen dre Meisterschaften mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft bestreiten. Trotzdem sollten sie den Gästen aus Kreuznach noch eine ebenbürtige Partie zu liefern vermögen, und selbst ein Sieg ist nicht von der Hand zu weisen, wenn es sich bewahrheiten sollte, daß Dr. Kortbäuer evtl, noch Mitwirken kann. Mit Niedermayer I und n, Peters. Korthäuer und Metzler, wäre dann ein sehr gediegenes Gerippe zur Stelle, das in schweren Schlachten erprobt ist und so leicht nicht zusammenbrechen wird. — Anschließend an das Spiel der 1. Männer spielen auch noch die Reserven gegeneinander. Die grauen haben diesmal Rübe, während die BDM.- Mannschaft von Wiesbaden nach Darmstadt fährt, um dort gegen die BDM.-Mannschast des Untergaues Darmstadt an- zutreten.
Reue Boxstaffel gegen Dänemark
Urlaubsschwierigkeiten haben eine Änderung der deutschen Boxstaffel zum Länderkampf gegen Dänemark am kommenden Sonntag in der Berliner Deutschlandballe notwendig gemacht. Feldwebel Kovpers (Hannover), Europameister Nürnberg (Berlin) und der erkrankte Fliegengewichtsmeister Obermauer (Köln) stehen leider nicht zur
Wirtschafteten
Der Begriff der unordentlichen Führung der Handelsbücher
Der § 240 der Konkursordnung bedroht Schuldner, welche ihre Zahlungen eingestellt haben oder über deren Vermögen das Konkursverfahren eröffnet worden ist, wegen Bankerott? mit Gefängnis u. a. dann, wenn Jte Handelsbücher zu führen unterlassen haben, deren Führung ihnen gesetzlich oblag, oder dieselben verheimlicht, vernichtet oder so unordentlich geführt haben, daß ste keine Übersicht ihres Vermögenszustandes gewähren. Dieser Tatbestand ist nach geltender Rechtssprechung schon dann erfüllt, wenn sich aus den Buchern für einen Sachverständigen eine Übersicht über die Geschäfts- und Vermögenslage nur mit Mühe und unter beträchtlichem Zeitverlust gewinnen läßt. Es ist also nicht entscheidend, so erklärte das Reichsgericht in einem derartigen Falle (3 D 1041/38), daß schließlich im Laufe des Konkurs- und des Strafverfahrens sich doch alle wesentlichen Tatsachen aus den Büchern haben feststellen lasten. Denn das ist möglicherweise nur unter Aufwendung von erheblicher Mühe und Zeit geschehen. Unordentliche Führung der Handelsbücher liegt aber auch dann vor, wenn sich wesentliche Tatsachen nur unter Aufwendung von erheblicher Mühe und Zeit seitens des Sachverständigen feststellen lasten. __________
Berlin, 1. Dez. (Funkmeldung.) Bei nicht ganz einheitlicher Kursgestaltung überwog an den Aktienmärkten ein schwächerer Unterton. Rach den letzten Kurssteigerungen bestand vielfach Neigung zu Eewinnmitnähmen, die bei dem an und für sich ruhigen Geschäft vielfach einen stärkeren Druck auf die Kurse ausübten. Farben gaben um X % aus 159% nach. Elektrowerte lagen nicht ganz einheitlich. Am Rentenmarlt wurde die Notiz für die Rclchsaltbesitzanleihe infolge der bevorstehenden Ziehung ausgesetzt. Die Eemeindcumschuldung blieb mit 93% unverändert. Eteuergutscheine I lagen zumeist um 10 Pf. gebessert. Tagesgeld um % % aus 2% bis 2% % ermäßigt.
Frankfurt a. M., 1. Dez. (Gig. Drahtmeldung.) Zum Monatsbeginn lagen nur wenige Aufträge vor, auch waren vielfach die Limite noch nicht erneuert. Jnfolgedesten entwickelte sich insbesondere am Aktienmarkt nur schleppendes Geschäft. Die Kursentwicklung hing vielfach nur vom Zufall ab. Die Schwankungen hielten sich meist unter 1 %, allerdings waren Spezialwerte bis zu 5 % verändert. Steuergutscheine, Aktien bei weiter anziehenden Kursen etwas größeres Geschäft. Tagesgeld 2% %.
Verfügung. An Stelle von Köppers rückt nun der Mittel- gervichtler Schmidt (Hamburg) ins Halbschwergewicht, der Berliner Schellin kämpft im Mittelgewicht und die Hamburger Jarchow und, Platte sollen Nürnberg und Obcrmauer ersetzen. So hat also die deutsche Staffel folgendes Aussehen: Platte (Hamburg). Wilke (Hannover). Eraaf (Berlin). Jarchow (Hamburg). Herchenbach (Wuppertal), Schellin (Berlin), Schmidt (Hamburg), ten Hoff (Oldenburg).
Fußball-Nationalelf geändert. Die deutsche Fußballmannschaft zum Länderkampf gegen die Slowakei am kommenden Sonntag in Chemnitz wurde auf zwei Posten geändert. An Stelle von Sattes (Fortuna Düsseldorf), der von seinem Verein für das Tschammervokalspiel gegen FSV. Frankfurt beansprucht wurde, wird B i l l - mann (1. FK. Nürnberg) rechter Verteidiger spielen, während in der Läuferreihe der Schweinfurter K i tz i n g e r den Platz von Männer (Hannover) einnehmen wird.
Otto Schmidt bat am Mittwoch durch seinen Sieg auf Prophet in Karlshorst im Kampf um das Championat der deutschen Berufsreiter mit 54 Siegen die Führung übernommen. Der lange führende H. Zehmisch, der in Karls- Horst leer ausging, folgt mit 53 Siegen. ~
Italien und Ungarn haben einen Turn-Länder- kamvf für den 17. Dezember nach Mailand vereinbart. Die Italiener bereiten sich sehr ernsthaft darauf vor und werden wahrscheinlich mit der gleichen Mannschaft antreten, die kürzlich ihr großes Können in Dresden zeigte.
Das New Borker Sechstagerennen, das nur über 120 Stunden ging, wurde von dem amerikanisch /italienischen Paar Pates /Moretti mit Rundenvorsprung vor Gebrüder Peden und Thomas/Audy gewonnen. - Flieger- Weltmeister van Bliet (Holland) kam zusammen mit dem Belgier G. Debaets auf den fünften Platz.
Neues aus aller Welt
Todes(träfe für den fünffachen Luftmörder
München. 1. Dez. Das Sondergericht München hat nach zweitägiger Verhandlung am Donnerstag den 32iährigen Johann Eichhorn zum Tode verurteilt. Eichhorn batte am Donnerstagnachmittag nochmals ein endgültiges und volles Geständnis seiner Frauenmorde abgelegt.
Hochwasser in Belgien. Die Überschwemmungen, die infolge der anbaltenden Regenfälle in ganz Belgien etn- getreten sind, baben einen ganz außerordentlichen Umfang angenommen. Bei Vrüstel ist der Senne-Fluß über ferne Ufer getreten und mehrere Vorstädte in Brüste! stehen teilweise unter Master. In der VoWadt Anderlecht steht das Wasser in den Straßen bis 1% Meter hoch. Da die meisten Häuser durch die Fluten von der Umwelt abgeschnitten sind, mußten die Einwohner mit Booten in Sicherheit gebracht werden. Besonders stark sind die Überschwemmungen tm Flußgebiet der Maas. In Vise bat das belgische Militär mehrere Stellungen und Verschanzungen an, der französischen Grenze räumen müssen. In Morisnet. in nächster Räbe von Aachen, bat das Hochwaster ebenfalls schweren Schaden an- gerichtet und ein Menschenleben gefordert. Auch in Flandern stehen weite Gebiete unter Wasser. An mehreren Stellen haben die Flüsse Schelde, Dender und Dourme ihre Deiche durchbrochen.
Felssturz an der Strecke Dover—Folkestone. An der Strecke Dover—Folkestone ereignete sich ein.schwerer Felssturz. Von den Kalksteinklippen stürzten riesige Gesterns- masten — man schätzt 25 000 Tonnen.— auf die Bahnlinie, kurz bevor ein Zug die Strecke vasiierte. Dre Bahngleise sind etwa 90 Meter weit verschüttet. Die Aufräumungsarbeiten werden mindestens eine Woche dauern. Ein ähnlicher Bergrutsch ereignete sich kurz nach Beginn des Weltkrieges ganz in der Nähe der jetzigen Absturzstelle. Auch damals war die Eisenbahnlinie längere Zeit blockiert.
Wöchentliche Flugverbindung zwischen Japan und Siam. Zwischen Japan und Siam wird eine wöchentliche Flugverbindung geschaffen, die auch den Personenverkehr umfassen
soll. Die Flugzeuge werden die Entfernung von 5400 kmt zwischen Tokio und Bangkok in zwei bis drei Tagen anstelle der bisherigen Schiffsverbindung mit einer Dauer von 9 bis 15 Tagen zurücklegen. Es wird sich dabei um javanische zweimotorige sechssitzige Maschinen handeln, die flugplan- mäßig Anschluß an die Linien der deutschen Lufthansa, der Dutsch KLM. der Imperial Airways und der Airfrance baben. Unter diesen Umständen können Fluggäste in 8 bis 9 Tagen von Japan nach Europa reifen.
Der Spielplan der Woche
Deutsches Theatei i Residenz-WM
ÄlllhM
Sonntan.
3. Dez.
14 bis 16.30 In Neuinszenier. „Alle Jahre wieder . .
Weibn.-Märchen von Marianne Fücker-Dyck.
Musik von Carl Sirsck
Außer St.-R. 19 bis nack 22 „Der Freikckütz" St.-R. G. 12. V.
15 bis 17.30
„Prinzessin Huschewinb"
20 bis 22.10 Der Etavvenbase
11.30Frühkonzert in d. Brunnen!.
16 u. 20 Konzert
Montag.
4. Dez.
19 bis 21.15 „Notre Dame" St.-R. A. 13. V.
20 bis 22.10 Der Etavvenbase
20 Konzert des Wiesbadener Konservatorium.
Dienstag
5. De».
19 bis 21 Die gute Sieben St.-R. B. 13. V.
20 bis 22 .Zargelb lacht" St.-R. I. 9. V.
11 Frühko«»ert in b. Brunnen?.
16 Konzert 20.15 Uhr Wehrmacht- Groß-Konzert »u Gunsten des WSW.
Mittwoch.
6. De».
14 bis 16.30 „Alle Jahre wieder...'' Außer St.-R.
19 bis flefl. 21.45 „Der Stabs- tromveter St.-R. C. 13. V.
20 bis 22
Geschlossene Vorstellung des DDAC. „Bargeld lacht"
11 Frühkonzert in d. Brunnen?.
16 Kaffee-Konz.
20 Konzert
Donnerst..
7. De».
19 bis nach 21.45 „Antonius
unb Cleopatra'
St.-R. D. 12. V.
20 bis 22.10
Der Etavvenbase
11 Früh?on»ert in d. Brunnen?.
16 u. 20 Konzert
Freitag.
8. De».
19 bis gegen 22 „Die Dorothee" St.-R. E. 12. V.
20 bis 22.30
„Die Fahrt nack Pucatan
11 Frühtonzert in b. Brunnen?, 16 Konzert
20 Uhr Ein Meisier. abenb froher Unterbaitun«
Samstag.
9. De».
19 bis 21.45. Zum ersten Mal Schwarzer Peter Over -in 6 Bild. Bearbeitet von Wilhelm Wisier.
Musik von Norbert Sckultze St.-R. F. 13. V.
15 bis 17.30
..Prinzessin Hnschewind"
20 bis 22
„Bargeld lackt"
11 Frühtonzert in b. Brunnen?.
16 Kaffee-Konz.
20 Konzert
Sonntas.
10. De».
14 bis 16.30 „Alle Jahre wieher..." Außer St.-R.
19 bis nack 21.45 „Hänsel
unb Gretel Hierauf: .Die Puooenfee Außer St.-R.
15 bis 17.30
„Prinzessin Hnschewind"
20 bis 22
„Bargeld lackt"
llMFrübkonzert in b. Brunnen?.
16 u. 20 Konzert
flleiirdiflii am
41. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Heinz steht kreideweiß da. Er denkt ans Schneiden, denkt an scharfe Messer, an Blut und ekelhaften Eiter. Er weiß, helfen können jetzt nur noch der Arzt und die gesunde Natur des Tieres.
Es wird eine böse Nacht. Heinz kann nicht schlafen; er wacht bei dem armen Tier im Stall; jeder liaut, den cs tut. und oft ist es ein unergründliches Stöhnen der atmen, armen Kreatur, schneidet ihm ins eigene Fleisch.
Endlich graut der Morgen. Vielleicht kann der Arzt doch noch helfen. Aber wie lange werden nach der schlaflosen Nacht die noch qualvolleren Stunden dieses Tages! Bärtsch kommt und schüttelt den Kopf: „Heinz, wie lang, hast du warten können — warum kamst du nicht früher zu mir?
„Steht es denn so schlimm?" fragt Heinz, der gar nicht '"^^Schämm^fraqs^du noch! Das Tier geht ein, ba schau her — warum sagst nicht, daß es mit der Nachgeburt nicht vorwärts gehen will; nun sucht aller Dreck seinen Ausweg; das muß schon ein paar Tage so geschwollen gewesen fern, sprich!" ., .
„Zwej Tage", erwidert Heinz ausweichend.
Mindestens drei", antwortet Bärtsch vorwurfsvoll, „mindestens drei Tage. Hast du denn gar nie etwas gemerkt?"
„Doch, das schon." — .
„Ist sie denn vorher krank gewesen? ,
„Ein Stein hat sie getroffen; aber es ist ja schon lange seither."
„Der Stein genügt, mein Lieber", erwidert Bärtsch "" Endlich kommt der Arzt. Wilhelm hat ihm den Weg gezeigt. Das Büblein wird ins Freie geschickt; es soll warten, bis die schwere Operation vorüber ist.
Heinz trägt Wasser herbei, der Doktor sagt nicht mel. Nun steht er in seiner weißen Arztschürze bereit. .
„Der Eiterklumpen ist reif", bemerkt er nach einem letzten Untersuch, „wir werden schneiden. Ihr habt das Tier doch gut angebunden?" . , . . ar ,
Heinz nickt. Bärtsch steht daber und hilft dem Arzt
„Nun haltet Ihr, wenn ich „Los" sage, dem T,er beide .iasenlöch oet[anflt Bärtsch, „am besten gehst du hin- 0U5 Unb bann, wie Heinz gehorcht und seine müden Augen vom leidenden Tier wendet und hinausgegangen ist, meint bet Dörfler: „Er mag kein Blut mehr sehen; ja. das kommt von dem Ung ^ct viel: „Wir können beginnen. Paßt auf, wenn es losgeht uitb bas Zeug herausspritzt!"
Dann gibt er bas Zeichen. Das haarscharfe Messer in ber Hand des Arztes wird im nächsten Augenblick die harte, kopfgroße Geschwulst am Hinterbein berühren.
„Achtung, jetzt!" sagt der Viehdoktor. Im rechten Augenblick springt Dr. Glättli auf die Seite. Die Kuh zuckt auf, Bärtsch läßt ihre Nasenflügel los; Eiter und Blut vermischt spritzen in hohem Bogen aus der Wunde.
Nun wird sie steril gemacht, mit Watte verstopft und gut verbunden. Die Instrumente werden gewaschen. Das beruhigte Tier kommt in einen andern Pferch zu stehen. Bärtsch ruft'Heinz herbei, der diesen schweren Augenblick nicht mehr zu erleben glaubte. Mit viel Wasser und Desinfektionsmitteln wird der Stall ausgewaschen.
„Da wären wir", meint der Vieharzt und lächelt.
„Und jetzt?" fragt Heinz ängstlich.
„Ich komme wieder", erklärt Dr. Glättli.
Er hat seine weiße Verufsschürze schon wieder zusammcn- gelegt, seine Tasche gepackt. Nun erteilt er die notwendigen Verhaltungsmaßregeln, die Heinz zu beachten hat: „Und noch eines, Buol. ein anbermal ruft Ihr mir rascher. Wir haben heute genug Mittel unb Möglichkeiten, auch Euch zuhinterst in den Bergen bic Sache zu erleichtern unb billig zu machen. Schließlich geht ein leidendes Tier allen Geldsorgen vor; ich habe noch, keinen mit bloßen Worten vertröstet, der meine Hilfe notwendig gehabt hat." .
Heinz dankt verlegen, wie bet Arzt sich verabschiedet. Bärtsch bleibt noch einen Augenblick zurück: „Du hast immer noch zuwenig Vertrauen zu uns. Das mit bem Stemschlag werde ich Schauenberg mitteilen.“
„Nein, tu bas lieber nicht", bittet Heinz.
„Warum?" will ber Dörfler wissen. „ , „ „Ich mag nichts mit solchen Dingen zu tun haben.' „Recht bleibt Recht."
„Es schickt sich nicht für mich!"
Fridolin Bärtsch schüttelt den Kopf: „Und wenn einer kommt und an dein Leben will, hältst du dann auch ruhig
Heinz entfärbt sich. Bärtsch ermißt sofort sein unbedachtes Wort. ... . .,
„Ich habe es nicht so gemeint, Heinz. Du weißt schon, wie. Nie darfst du vergessen, daß du ein Mann bist. Unrecht wortlos hinnehmen tun nur Schwächlinge." .
Dann eilt Bärtsch weiter, dem Arzt nach, der bereits em weites Stück des Weges gegen das Dorf zurückgelegt hat. Auf halber Strecke holt der Dörfler ihn ein.
„Es bat ihn arg getroffen", meint Fridolin.
Dr. Glättli besinnt sich einen Augenblick, ehe er antwortet' Ist bas nicht ber Bauer, der vor halb zwei Jahren in ber Notwehr einen andern erschossen hat?"
„Doch", erwidert Bärtsch leise.
„Das Unglück verfolgt ihn also immer noch?“ sagt der Viehdoktor und blickt mit seinen dunklen Augen tn die yßeitc
„Unglück überall", erzählt Bärtsch „zuerst dort jetzt im Stall; es ist gerade, als ob der Berg diesen Einsiedler zum Opfer nehmen müßte unb keinen andern fände als ihn. der will's Gott genug zu tragen hat."
Glättli nimmt bem Dörfler bas Wort vom Munbe weg: „Ich habe bas schon oft erfahren. Ein gescheiter Bauer hat mir einmal gesagt, ber Himmel labe die Lasten ungleich auf. jenen denen er mehr aufgebe, traue.er auch mehr zu. Viel- leicht wolle er sie stark machen. Und stark seien nur diese, die unten durch müßten unb benen nichts geschenkt werde.
Bärtsch ist von dem klugen Wort betroffen: „Ihr mögt recht haben, Herr Doktor! Aber oft kommt es mir doch vor, als wenn einzelne allzusehr heimgesucht würben unb anberc dafür viel zu leicht unb unbeschwert burchs Leben gehen tonnten.^r ri^t sich auch bics oft verstehen", meint Hl""Die"Rechnung schickt Ihr bann mir!“ verlangt Bärtsch, wie sie das Dorf erreicht haben.
(Sortierung folgt.)
Theater« Kurhaus• Film')
Deutsches Theater. Freitag. 1. Dez.. 19-22 Uhr: „Die Dorothee". St.-R. F 12. — Samstag, 2. Dez 19 bis 21.45 llbr: „Cavalleria ruiticana“. Hierauf: „Der Bajazzo". Außer Stammreibe.
Residenz-Theater. Freitag. 1. Dez.. 20—22.10 Ubr „Der Etavvenbase". — Samstag, 2. Dez..n 1^—17 Übt: „Prinzessin Huschewind' . 20—A Ubr: Erstausführung: „Bargeld lackr". Lustspiel in 3 Akten von E. Eber- mayer und R. A. Roberts. St.-R. II 9.
Kurhaus. Samstag. 2. Dez.. 16 llbr: Kanee-Konzert. Leitung: Willy Reick. 20 Uhr: Konzert. Leitung: Ernst Sckalck. z .. ...
BruuneukoionuaSe. Samstag. 2. Dez.. 11 Uhr: Frub- Konzert. Leitung: Karl Bastian.
ScaIa=Sariete. Dovvsl-Eaftsoiel: Greta (Sehn, das Lied zur Hoben Sckule. Bvette und Marcell in ihren Sckonbeits- unb Sckleiertänzen und weitere 8 Attraktionen.
Film-Theater:
Thalia: .Hochzeitsreise zu dritt".
Ufa-Palast: „Drei Väter um Anna“.
Sonntagvormittag 11.15 Uhr: Frühvorstellung: „Die weiße Hölle vom Piz Palü".
Walhalla: „Roman eines Arztes".
Aus der Bühne: Wanda und Amand.
Filmpalast: „Sensationsprozeß Casilla".
Tapitol: „Die drei Lügen der Großfürstin“.
Apollo: „Die drei Lügen der Großfürstin".
Urania: „Die Rosel vom Traunsee".
Luna: „Lauter Lügen", Olympia: „In geheimer Mission". Union: „Das unsterbliche Herz".
