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Montag. 20. November 1939

Lüiesvaoener Tagvtatt

Nr. 272 Seite 5

^leintierschauen in den Vororten

3tt Dotzheim:

Leistungsschau Dotzheimer Kleintierzüchter. 2m Rebenckock" hatte über das Wochenende der K l e i n t i e r - ^uchtverein 19 0 6 W.-Dotzheim eine lokale Werbeschau von Kleintieren in mustergültiger Weise ausgezogen, die von oem hoben Stand der derzeitigen Kleintierzucht Zeugnis ablegte. Unter Leitung des Vereinsführers Hermann wobei und keiner tüchtigen Mitarbeiter fand die Schau bei der,Dotzheimer Bevölkerung und den auswärtigen Besuchern grogen Anklang und bat gewih ihren guten Zweck, die Pflege der Kleintierzucht, weiter vorwärts zu treiben, voll erfüllt. ®as Protektorat über die Ausstellung hatte Bürgermeister a. D. 5 o ar 16 ci st übernommen. Reichhaltig war die Werbeschau mit Kleintieren verschiedener Arten. Kaninchen, weilugel.und Tauben beschickt, wovon bei den ersteren die vorteilhafte Zucht guter Wirtschaftsrassen besonders hervor­stach. Daneben sah man auch eine Ausstellung der zweck- magigen Pelzverarbeltung von Kaninfellen. die den Laien oft verblüffte. Mit der Schau war eine Prämiierung der besten Tiere verbunden. Die Preisrichter Mehlet und Simon batten kein leichtes Amt. aus der Fülle von fast 200 Tieren das beste Material berauszukinden. Bei den Kaninchen schnitt der Züchter Willi Lehmann am erfolg- retmiten ab. der den Reichsfachschaftsvreis und die bronzene Medaille der Stadt Wiesbaden auf blaue Wiener erhielt. Weiter wurden ausgezeichnet: Karl Sack mit dem Bereins- wanderpreis auf Klein-Chinchilla. Karl Wilhelm mit dem Preis der Eeflugelborse. Friedrich Birk mit dem Reichs- tachschaits-Ehrenvreis für Geflügel und Emil D e b u s mit der silbernen Stadtmedaille für silb. Lahore-Tauben. Der Dotzheimer Kleintierzuchtverein konn stolz auf diese Erfolge sein in dem Bewußtsein, in einer großen Zeit auf einem der wichtigsten Gebiete mitzuwirken, nämlich der Sicherung der Ernährungswirtschaft. Was in dieser Beziebunn eine ver­mehrte Kleintierzucht bedeutet, kann jeder ermessen, der sich eine zusätzliche Fleikchversorgung sichert. Der Werbeschau schlag kick ein harmonisch verlaufener Kameradschaftsabend der Kleintierzüchter an.

3n Rambach:

Der Kleintierzuchtverein W. -Rambach hielt am Samstag und Sonntag imRebstock" eine Lokal- Kaninchenschau ab. Trotz des Krieges konnte eine muster­gültige Schau durchgeführt werden, waren doch 100 Tiere, eine von den Frauen selbst angefertigte Pelzschau und Angorawolleerzeugnisse ausgestellt. Ehrenpreise errangen

KU? R u f. für franz. Silber Emil L a u tz. für Weiße Wiener Walter Steinhaus und für Kleinchinchilla die Iugendzuchter Walter Schneider und Alex Ott. Außerdem wurden mehrere erste, zweite und dritte Preise verteilt. Besonderen Dank gebührt den Frauen, die in auf­opfernder Arbeit in Abwesenheit ihrer Männer an der Front zum Gelingen der Schau beitrugen.

Weihmuhtsgratifikatro« und Kriegsfürsorge sollen nicht Wegfällen. Über die praktische Durchführung des Lohn- und Eebgltslloos berichteten mit in unserer letzten Aus- gabe. Leider hat sich dabei ein Druckfehler eingeschlichen. Es muß im ersten Absatz richtig heißen:Regelmäßige Zu­wendungen. die ebenfalls nicht erhöht werden dürfen. Und außer Lohn und Gehalt alle Leistungen des Unter­nehmers. die das Geiolgichaftsmitglied laufend oder unter bestimmten Voraussetzungen wiederkehrend als Arbeits­entgelt erhalt. Hierunter fallen z. B. Kinderzulagen. Leistungszulagen. Beteiligungen an Gewinn oder Umsatz, übliche Weihnachts- und Abschlußgratifikationen. Wege­gelder. Trennungsentschädigungen und Treuezulagey."

Tagung von Iugendgruppenführerinnen. 2m Pau- linenschloßchen fand eine Tagung der 2ugendgruppen- führerinnen von Wiesbaden, Mainz. Bingen. St.Goars­hausen und Alzey statt, die mit einer stimmungsvollen Morgenfeier, bei der man zahtreiche Lied- und Svrechvor- träge hörte, eingeleitet wurde. Nach der Überreichung der Armstreifen durch die Gaujugendgruppenführerin Pgn. Sußlik-Frankfurt sprach diese über die großen Aufgaben, die die Zugendgruppen heute zu leisten haben. Sie hob her­vor. daß sie in Rähstuben am Abend eingesetzt werden, ebenso in der Betreuung von Frauen, deren Männer im Felde stehen, von Rückwanderern und Kindern, sowie an Heimabenden für die Kindergruppen Spielzeug Herstellen. So haben sie Spezialaufgaben. die sie am Abend oder am Sonntagnachmittag erfüllen, denn in der Hauptsache han­delt es sich bei den Angehörigen der Lugendgrupven um Berufstätige. Zum Schluß verbreitete sich die Rednerin noch über die Ausgestaltung der Heimabende in der 2etztzeit. Die Kreisjugendgruvvenfüörerin von Wiesbaden. Pgn. Nickel, dankte der Gaujügendführerin für ihre wertvollen Aus­führungen.

. -r;Congorilla". Afrika ist noch immer das Land, das

UN Forscher zu Expeditionen reizt, denn im 2nnern dieses Erdteils gibt es viele bisher ungelöste Rätsel aufzuklären.

ker anläßlich der Sonntag-Morgenfeier im Ufa-Palast gezeigt'wurde, führte die Zuschauer in das Kenia- Gebiet und nach dem belgischen Kongo, wo von den weiten Steppen und den dichten Dlchungelgebieten. den ungeheuren

Herden der Zebras, Straffen, Strauße und von den unzäh­ligen rrlaniingos, deren aufgeschwärmte. Scharen den Himmel zu verdunkeln vermögen, eindrucksvolle Bildstreifen auf­genommen waren. Unter größten Schwierigkeiten gelang es den Forschern, den geheimnisvollen Schleier, der das Kongo­gebiet umgibt genau wie di« dichten Nebelschwaden, di« die Landschaft verhüllen zu entfernen. Dabei war es nicht nur möglich di« aiere. angefangen mit den sechs Meter langen Krokodilen bis zu den gefährlichen Gorillas, zu belauschen, sondern auch von den scheuen Zwergstämmen, den einst sagen- oaften Pygmäen Tonfilmaufnahmen zu macken. So gibt der ytlm einen packenden Einblick in die dichtesten, unzugäng­lichsten Gebiete des Schwarzen Erdteils. gl.

Zwei Berufungen verworfen. Die Wiesbadener Strafkammer batte sich mit zwei Anklagefällen zu beschäf­tigen. die von der ersten 2nstanz Bereits ab geurteilt waren, gegen flle aber die Verurteilten Berufung eingelegt batten. Wahrend in dem einen Fall, bei dem ein Angeklagter wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses zu acht Monaten Gefängnis verurteilt worden war, das erste Urteil Bestätigung fand, änderte, das Gericht bei dem zweiten Derufungsverfabren das Urteil insofern ab. als der Angeklagte, der vom Schöffen­gericht wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug im Rückfall« drei Monate Gefängnis erhalten batte, nur wegen schwerer Urkundenfälschung bestraft wurde, während der Betrugsversuch in Wegfall kam. An der Höhe der Straf« von drei Monaten Gefängnis änderte dies jedock nichts.

Schwerer Balken- und Deckenbrand. 2n einem Hause der oberen Rheinstraße bemerkte man am Sonntag in den Morgenstunden eine sehr starke Rauchentwicklung. Als man nach der Ursache forschte, stellte es sich heraus, daß durch den heißen Kamin verschiedene in der Rübe befindliche Balken in Brand geraten waren und unter dem Verputz schwelten. Verschiedentlich batten die Flammen di« Decke einer Mansarde bereits durchgefressen und die in der Mansarde befindlichen Beleuchtungskörper sowie Kartons mit 2nstallationsmaterial in Brand gesetzt. Um 8.05 llbr benachrichtißte man die Feuer- löschpolizei, die den Brand sofott mit zwei Schlauchleitungen bekämpfte. Es gelang denn auch bald, alle Gefahr zu beseitigen. Die Decke mußt« abgestützt werden, um sie vor dem Einsturz zu bewahren.

Äus Gau und Provinz

= Steckenroth i. T., 20. Nov. 2. B., 2agdschutzbeamter a. D.. Wiesbaden, schoß am 18. November einen kapitalen Rotfuchs (Rüden), seltenes Exemplar, 19% Pfund schwer, 1,29 Meter lang.

Koblenz, 20. Nov. Die Staatspolizeistelle Koblenz teilt mit:Der mehrfach vorbestrafte Heinz Fischer, geboren in Gießen, ohne festen Wohnsitz, wurde am 5. September wegen Amtsanmaßung und Betrugs im Rückfall zu einem 2ahr Zuchthaus verurteilt. Er hat sich u. a. als Beamter der Geheimen Staatspolizei ausgegeben, um seine Betrü­gereien leichter ausführen zu können. Fischer wird nach Verbüßung seiner Zuchthausstrafe in ein Konzentrations­lager übergeführt. Wer sich unbefugt als Beamter der Geheimen Staatspolizei ausgibt, gefährdet die Autorität des, Staates und mißbraucht in unverantwortlicher Weise staatliche Hoheitsrechte. Um die Volksgemeinschaft vor

M^veutsche Mdeitssront-M-

NS.-GemeinschaftKraft durch

DAF. Kreis Wiesbaden, Lulsenstr. 41, Fernspr.-Samme!-Nr. 596 41 Sprechstunden des Kreisobmanns: Dienstags u. Freitagsv.16-18phr

Bolksbildungsstätte.

Dienstag, den 21. November, um 20.30 Ubr

Licktbildervortraa von Hauvtschriftleiter Gustav Stäche 3apauische Politik Englands Lage im Osten"

im großen Saal des Luftschutzbauses. Dotzheimer Straße 24 (Nabe Scala-V.) Eintrittspreis 50 Pf., mit Hörerkarte und für Soldaten 30 Pf. Katten find erhältlich in der Verkaufs­stelle Luifenftraße 41 (Laden) und an der Abendkasse.

Wir bitten die Betriebsobmänner und Betriebswarte, auf diesen Vortrag binzuweisen.

Pg. Staebe war vor kurzem mit einer deutschen Presse­delegation in 2avan. Korea. Mandschukuo und Nordchina. Dort wurden sie vom iavaniscken Kaiserhaus und den Ministerpräsidenten empfangen, so daß der Vortrag sehr aufschlußreich sein wird.

Verkehrsunfall. Am Samstag gegen 11.15 llhr fuhr Ecke Emser- und Walkmühlstraße ein Personenkraftwagen gegen einen Baum. Es entstand schwerer Sachschaden. Der «ruhtet des Wagens stand unter Alkoholeinwirkung. Er kam in vorbeugende Polizeibaft, eine Blutprobe wurde ent­nommen und die Papiere eingezogen.

Vorsicht beim Aussteigen aus Fahrzeugen. Eck« Faul­brunnenstraße und Kirchgass« verließ am Samstagnachmittag ein 61 ^abre alter Mann einen Omnibus. Er wurde dabei angefahren und mußte mit einem Bruch des linken Unter­schenkels ins Städtische Krankenhaus gebracht werden.

Hohes Alter. Frau Babette Ruppert, Waltam- stratze 25, begebt am 21. November in geistiger und körper­licher Frische ihren 89. Geburtstag. Herr Friedrich Lein­webe r. Eustao-Adolf-Straß« 16, feiert am 21. November seinen 75. Geburtstag. Frau Maria Frentsch. Water­loostraße 4, begeht am 21. November in seltener Rüstigkeit ihren 70. Geburtstag.

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Elchen Elementen zu schützen und weiteren derartigen Strartaten vorzubeugen, erfolgt nach Verbüßung der Strafe stets die Überführung in ein Konzentrationslager."

Diez a. d. L., 20. Nov. Frühmorgens bemerkten Ar­beiter mitten in der Lahn bei Staffel einen Gegenstand, an­scheinend eine Leiche. Sie unternahmen die notwendigen Maßnahmen zur Bergung und es stellte sich heraus, daß es loh um die Leiche der Anni Kremer aus Blessenbach han­delte. die, wie gemeldet, am 27. Oktober von ihrem 17jäh- rigen Freund bei Aumenau in der Lahn ertränkt worden war. Der Täter ist bekanntlich verhaftet und geständig.

x Diez a. b. 2 20. Nov. Die weithin bekannte frühere Inhaberin und Leiterin des 2nstituts von Bismarck, Fräulein Elisabeth von Bismarck, beging in guter Rüstigkeit ihren 80. Geburtstag.

Rüsselsheim a. M., 20. Nov. Die Polizei griff drei ttmge Burschen int Alter von 14 bis 16 2ahren auf, die sich heimlich vom Elternhaus in Steinheim bei Hanau entfernt batten, um auf dieWanderschaft" zu gehen.

in

Spott uni Spiel

Futzball im Gau Südwest

Eintracht und Borussia nicht mehr im Pokal!

Am Frankfurter Riederwald und auf dem Ellenfeld ... Neunkirchen wurden zwei von den drei noch im Pokalrennen gebliebenen Südwest-Mannschaften durch Vertreter Badens und Sachsens ausgeschaltet. Die Eintracht undder" Wald Hof lieferten sich ein, wie wir erwartet hatten, reines und, die knapp 1500 Zuschauer begeisterndes Spiel von oohem Lentungswert. Die Äkrionen der Mannheimer waren noch um eine 2dee eleganter, geschliffener als die der Frank­furter, die dafür wieder etwas mehr vom Verlaut das Eckenverhältnis klar für sich und auch die größere Zahl von Chancen hatten. Aber obwohl auch hüden und drüben viel und nicht einmal schlecht geschossen wurde, hieß es nach 90 Minuten noch 0:0, und zwar in erster Linie deshalb, weil beide Tormänner., der Waldhöfer Drayß und der Riederwalder Fischer, höllisch auf der Hut waren. 2n der Zeiten Minute der Verlängerung nahm dann Waldhofs Verbinder Bielmeier einen weiten, windgejagten Slbidjlag von Drayß auf und legte ihn fein zu seinem jungen, hcdnalentierten Mittelstürmer Erb (in dem ein würdiger Siaqnolget des längst verstorbenen Siffling heranzureifen scheint!)..und dieser rettete mit plaziertem Schuß seine Elf hinüber in die nächste. Hauvtrunde. 2n Neunkirchen

äeigten die Borussen int Spiele gegen Hartha alle ihre Licht- und Schattenseiten: glänzendes Komdinationsspiel ^natürlich gräßlich übertrieben!), Eleganz und Witz (und Vergeßlichkeit tm Schuß), und alles, was wir von unfern hochgeschätzten Borussen zur Genüge kennen. Auch hier stand der Kampf nach 90 Minuten unentschieden, es hieß 1:1. 3n der Verlängerung trieb ein Windstoß einen weiten Tret stoß des Sachsenverteidigers Burkhardt ins Borussentor. Man sieht also: das Wetter war an dem Ausscheiden unserer beiden Pokalcracks Eintracht und Borussia entscheidend beteiligt. So hat unser Gau wenigstens noch einen Vertreter dabei: den FSV Frankfurt., dessen Spiel in Düsseldorf gegen Fortuna ent gar nicht angepfiffen wurde. Wir haben den Eindruck, daß man sich diesmal int Pokalendkampf ohne einen Sudwestvertreter wird behelfen müssen!

Die Rundenspiele sind zu Ende!

So traurig wie der Abschluß war, sind sie nun wieder niwt gewesen, diese Rundenspiele. 2n Offenbach fielen ne samt und sonders aus: das Privaispiel der Kickers gegen Hanau 93 wurde beim Stande von 1:0 für Offen­bach nach einer halben Stunde abgebrochen. 2n Frank- furt hielten Union Niederrad und VfL. Rödel- h e i m die Distanz durch. Union gewann völlig erwartungs­gemäß 3:1. Alles andere wurde als ausgefallen oder ab­gebrochen gemeldet. 2n

Mainz /Wiesbaden

ftngen Flörsheim und Äaitel gar nicht an. Gonsen­heim und Hassia horten auf, als sie patschnaß waren

Zugunsten der Tabak-Güte verzichten wir auf eine teure Packung. Deshalb ist die ECKSTEIN Nr. 5 auch so gut, und nur weil sie so gut ist, wurde sie zur meistgerauchten Zigarette Deutschlands.

31/s (Pfg.