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Wiesli a-ener Tagli latt
Erscheimurgszeit:
Nr. 272
Montag, 20. November 1939
87. Jahrgang
Fast 150 Menschenleben auf Englands Konto
Deutschlands innere Front unerschütterlich
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USA. warnt vor Europareisen
Washington, 20. Nov. (Funkmeldung.) Das Staatsdepartement hat neue verschärfte Vorschriften für Reisen von Amerikanern durch die euroväischen Gefahrenzonen bekanntgegeben. So rst nur noch unter besonderen Umständen eine einzige Reife durch die Gefahrenzonen erlaubt. Schiffe Kriegführender dürfen nur benutzt werden, wenn keine anderen Transportmoglichkeiten vorhanden sind.
US. Serin, 20. Nov. Der Präsident des Nachrichtenbüros der kanadischen Presse, Rupert Davies, hat in einer Rede die Westmächte darauf hingewiesen, daß es ein verhäng- n i s v o l l e r Irrtum sein würde, an eine Revolution tn """ ' glauben. Nur Narren könnten annehmen, von innen her bedroht sei. Wir sind nicht
L. Scheiienberg'sche Se*»n«ferei, „lagblatt.Hans"
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Verbrecherischer Leichtsinn
wt. 135 Menschen sind am Wochenende das Opfer britischer .rrioolität geworden. Der holländische Dampfer «Simon Bolivar", ein Passagierschisf von 8309 Bruttoregister- tonnen. ist am Samstagvormittaa in der Räbe der englischen Küste auf eine fflltne gelaufen und gesunken. An Bord befanden sich rund 400 Personen, von denen bis Sonntagabend285 in Harwich atz, Land gebracht wurden. 135 weitere Menschen werden vermißt und sind wahrscheinlich ertrunken. Bezeichnenderweise flüchtet sich die britische Admiralität hinter die Ausrede, sie habe über das Vor- hundenkeiu der Mine keine Mitteilung gehabt. (?!) Aus den eingehenden Schilderungen der Amsterdamer Presse ergibt sich die BrüchigkeitdiekerBebauvtung.
Nack dem Bericht des „Telegraaf" ist die „Simon Bolivar" in der Nähe des Feuerschiffes Sunk bei rauher SeS der englischen Mine zum Opfer gefallen. In der Nähe ereilte zwei'kleinere Schiffe dasselbe Schicksal. „United Preß" meldet sogar, daß der holländische Dampfer auf die Mine gelaufen sei bei dem Versuch, diesen beiden kleineren Schiffen Hilfe zu bringen. Die Stellen, an denen die drei Schiffe sanken, liegen etwa X Meile auseinander.
Begreiflicherweise bat der Untergang des Schiffes in Holland gewaltiges Aufsehen erregt. Sind doch neben den wahrscheinlich 135 Ertrunkenen über 100 Verwundete — darunter zahlreiche Schwerverlebte — zu beklagen. Es hat grobe Unruhe erweckt, dab längere Zeit nach dem ersten Bekanntwerden des Unterganges keinerlei nähere Einzelheiten aus England zu erhalten waren. Nunmehr veröffentlichen die Blätter lange Augenzeugenberickte. wonach sich die Exvlo- sion am Samstag um 11.30 Uhr ereignete. Unmittelbar darauf begann das Schiff zu sinken. Viele Fahrgäste eilten zu den Rettungsbooten, andere sprangen mit Schwimmwesten sofort über Bord. Kurz darauf folgte eine zweite Explosion, worauf das Schiff sehr bald kenterte und dann endgültig in den Fluten versank. Der Kapitän der „Simon Bolivar ist bei der Explosion ums Leben gekommen.
Weitere Opfer englischer Minen
Ebenfalls einer englischen Mine zum Opfer gefallen ist der litauische Handelsdampfer .^Kaunas" (1500 Bruttoregistertonnen). Das Schiff ist bei Rotterdam gesunken. Von der 20köpfigen Besatzung kam ein Mann ums Leben und vier wurden verletzt. Der Dampfer befand sich auf der Fahrt nach England, um dort Waren nach Litauen zu verladen. Unter diesen Umständen sind verschiedene Staaten g«wungen. stch mit allen Mitteln gegen die britischen Minenfelder zu schützen. Aus Dänemark wird bekannt, dab bereits verschiedene Schleusen der Westküste Dänemarks gegen die englischen Treibminen gesickert worden sind. Bei den herrschenden Weststürmen ist die Gefahr, dab britische Minen gegen die iütländische Küste getrieben werden, besonders grob.
Nachträgliche amtliche Bestätigungen
Zur gleichen Stunde, da der holländische Passagierdampfer und mit ihm zahlreiche Menschenleben das Opfer frivoler britischer Fahrlässigkeit in der Seekriegführung geworden sind, kommt aus Kopenhagen eine Meldung, wonach die vor dem Kopenhagener See- und Handelsgericht stattgefundene Verhandlung über den Untergang des dänischen Motorschiffes „Eannada" die bisherige Annahme bestätigte. dab dieses 11000 Tonnen grobe Frachtschiff der Ostastatischen Kompagnie vor zwei Wochen ebenfalls durch eine englische Mine gesunken ist. Aus dem Bericht des Kapitäns des Dampfers. Knudsen, ergibt stch. dab beim Auslaufen aus der Humber-Mündung verschiedene Wracks in und um die Kurslinie des Schiffes gesichtet wurden. Um an diesen Wracks gut vorbeizukommen. habe Knudsen beschlosten. den Kurs etwas östlicher zu nehmen. Der englische Lotse habe die ihm vorgelegte geänderte Kurslinie gutgeheihen. ehe er von Bord gegangen sei. Wenige Minuten nachdem der neue Kurs gesteuert wurde, sei bte Explosion erfolgt. Auch hier kann man nur von einem verbrecherischen Leichtsinn der Engländer, in diesem Fall des verantwortlichen englischen Lotsen, sprechen. Eigentum und Leben der Neutralen gelten dem britischen Piraten nichts, wenn ihre Vernichtung im Zuge seiner brutalen Seekriegführung liegt.
Auf der gleichen Linie liegt der Fall des belgischen Kongodampfers „Alex van Ovstal", der bekanntlich in den ersten Wochen des Krieges gesunken ist. Wie der seeamtliche llntersuchungsausschub m seiner Zusammenkunft in Antwerpen am Wochenende noch einmal kategorisch erklärte, ist das Schiff nack einwandfreien Feststellungen nicht torpediert worden, sondern auf eine englische Mine gelaufen. Es ist erinnerlich, da» die englischen Seeräuber die Lüge verbreiteten, deutsche U-Boote hätten den belgischen Dampfer torpediert. Die neuerliche amtliche Bekräftigung der längst bekannten Tatsachen weist die Londoner Lügenmärchen energisch zurück.
Nunmehr hat auch der niederländische Rat für die Schiffahrt über den Untergang des holländischen Dampfers „Binnendiik", der am 7. Oktober beim Feuerschiff „Sbambles" bei Weymouth nach einer Explosion unterging, sein Urteil abgegeben. In dem Spruch des Rates beißt es. es könne mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dab die Explosion durch eine Mine erfolgt sei. Der Bericht der englischen Admiralität vom 8. Oktober 1939, in dem von der Minen-
gefabr in dem Gebiet die Rede war, sei offenbar erst auf den Untergang der „Binnendiik" zurückzuführen. Es fehle jeder Hinweis und auch iede Wahrscheinlichkeit, so schließt der Spruch des niederländischen Rates, daß der Dampfer „Binnendiik" durch ein Torpedo — wie von England behauptet worden war — getroffen worden sein könnte.
Neue Opfer der englischen Seekriegführung
Italienischer und schwedischer Dampfer nach Minen-Exploston gesunken — Zahlreiche Todesopfer
. Amsterdam, 20. Nov. (Funkmeldung.) Der Preb Association zufolge ist der italienische Dampfer „Grazia" am «onntagfrub 7 Meilen von der englischen Küste entfernt auf eine Mrne gelaufen und innerhalb weniger Minuten gesunken, a Besatzungmitglieder wurden durch die Explosion getötet. Zwei Schiffe, bte an die Unglücksstelle geeilt waren, nahmen 29 Überlebende an Bord. Die Geretteten sollten so- fort an Land gebracht werden, Re wünschten jedoch an Bord der HUfsdammer zu bleiben. 15 der überlebenden und die Leiche eines von der Explosion getöteten Besatzungsmitgliedes wurden dann im Laute des Tages in einem Haken an der Sudostkuste Englands an. Land gesetzt. Ein Rettungsschiff und ern «rlugzeng suchten die Ung.ücksstelle weiter ab, fanden iedoch nur Wrackstücke des gesunkenen italienischen Dampfers.
Ferner wurdeil 22 Besatzungsmitglieder des englischen Dampfers „Blackbill ,. darunter der Kapitän, am Sonntag an Laad gebracht. D»e „Blackhill" war auf eine Mine ge- laufen und unter denselben Umständen wie die „Simon BoUvar" untergegangen. Schließlich berichtet Preb Asso- «ativn nach, dab 13. Überlebende des schwedischen Dammers „Bariessvn in der Rächt zum Montag in einem Hafen der englischen OstkÜste antamen. 8 Besatzungsmitglieder dieses Dampfers waren durch die Explostou getötet worden, als das Schiff tn den Küstengewastern auf eine Mine stieb.
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. * Zur gleichen Zeit, als deutsche Flugzeuge eine umfassende Aufklärungsaktion im gesamten französtschen Luftraum durchführten, saßen nach etwas peinlichen Verhandlungen die führenden Männer Englands und Frankreichs im Carlton-Hotel in London bei einem Festmahl. Eine Sitzung des Obersten Kriegsrates der Westmächte war dem Esten vor- ausgegangen. Der französische Minifterprästdent Daladier, der selbst in die englische Hauptstadt gekommen war, hatte sich hier mit dem britischen Premierminister Chamberlain über die schwierige wirtschaftliche Sage in Frankreich ausgesprochen. Und während sonst der Gastgeber das Esten für seinen East bezahlt, geschich diesmal das Umgekehrte. Der aus dem Bett zu neuem Leben auferstandene Chamberlain präsentierte Herrn Daladier die Rechnung. Und dieser setzte etwas traurig und bekümmert seinen Namen unter das Dokument, das hinter abgeblendeten Fenstern im Lichterschmuck des Carlton-Hotels gefeiert wurde. Er stimmte der Einrichtung eines „Ober ft en Wirtschaftsrates" Englands und Frankreichs zu. Und er erklärte zugleich seine Bereitwilligkeit, daß in Zukunft die englische Hauptstadt den Sitz aller Ausschüsse dieses Wirt- schaftsrates bilden sollte. Damit wurde praktisch Paris als Se Instanz der französischen Wirtschaft entthront und wt zur Wirtschaftshauptstadt Frankreichs ernannt. Man kann sich vorstellen, wie glücklich die französtschen Poilus in den Schützengräben über diese Auslieferung ihres Landes an Großbritannien sind.
2n den französischen und englischen Zeitungen wird der neue Oberste Wirtschaftsrat natürlich über den grünen Klee gelobt. Man stellt mit Begeisterung fest, daß jetzt alle Fragen der Luftfahrt, die Munitions- und Rohstosfbeschaffung, die Heranschaffung von Lebensmitteln, die industrielle Mobilmachung und der Einsatz der Handelsschiffe von einheitlich zentraler Stelle aus geregelt wird. Man verweist auch auf de? Weltkrieg, der im Jahre 1917 einen ähnlichen Obersten Wlrtschastsrat zutage förderte. Aber alle diese Lobeshymnen können nicht darüber hinwegtäuschen, daß auch diesmal an der Wiege des Obersten Wirtschaftsrates nicht die Zuversicht und Stärke, sondern ein ganzes Feenaufqebot schwerster Sorgen und Nöte Pate standen. Denn' als Kastandra des neuen Rates war schon Tage vor Daladier der französische Finanzminister Reynaud nach London ge
rönnen, wenn man die Dinge so darstellt, als ob es gar keiner großen Anstrengungen mehr bedarf, um Deutschland zu überwinden.
Zum anderen hofft man auch auf diese Weise auf die Neutralen einwirken zu können. Je schwächer man Deutsch- j?ud hinstellt, so sagt man sich in London, um so eher werden die Neutralen bereit fein, stch den englischen Gewaltmaß- nahtnen zu unterwerfen. Auf diese Weise hofft man bann krieg, ber bisher mehr bie Neutralen als ?euüchlaitd gesckadtat hat, verschärfen zu können. Aber auch bte Neutralen, durchschauen die englischen Lügenmanöver. >7* HMcht ist beispielsweise kennzeichnend daß das schwedische „Aftonbladed" stch gegen die Übernahme der eng- IWn Lugemneldungen durch den schwedischen Rundfunk zur Wehr setzt und eine wirklich neutrale Haltung des schwedtjchen Rundfunks verlangt. Man solle sich weder über angeblich geplante deutsche militärische Aktionen noch über angebliche Mängel in der inneren deutschen Front fortgesetzt belügen lasten.
, „ Wie es tatsächlich um die innere Front in Deutschland bestellt ist, das kommt tn- dem Aufruf, den Dr. L e y an die Schassenden Eroßdeutsch land s erläßt, klar zum Ausdruck, wenn an dessen Schluß die Worte stehen „Deutsch- stie so gut da und England noch nie so schecht. Dabei wird in den sozialen Verbesserungen, die der Leiter der Arbeitsfront ankündigt, sichtbar, ipie im nationalsozialistischen Deutschland Nöte und Opfer verteilt werden. Nur das wird vom wirtschaftlich Schwachen verlangt, was seine Schultern wirklich zu tragen vermögen. In den anderen Ländern werden immer wieder Klagen über das Kriegsgewinnlertum laut, bei uns aber verdient getreu der Losung, die der Führer ausgab, niemand am feindliche Ausland wird*gut daran tun diesen Aufruf Dr. Leys aufmerksam zu lesen. Es wird sich dann über die Festigkeit der inneren Front in Deutschland nicht mehr im unklaren sein können. Unser Ziel heißt Siea und nochmals Sieg. H
5echr neutrale Dampfer gesunken
Auf englische Minen gelaufen — Von den 400 Fahrgästen und Besatzungsmitgliedern des Passagierdampfers „Simon Bolivar" 135 ertrunken — Feststellungen des Kopenhagener See- und Handelsgerichts, des seeamtlichen Untersuchungsausschusses in Antwerpen und des niederländischen Schiffahrtsrates
Deutschland zu gla daß Hitlers Macht r___________________
optimistisch genug, daß wir glauben, die Rede dieses Kanadiers, der auf Grund einer Reise, die er durch Deutschland unternahm, urteilt, würde nun etwa von der englischen und französischen Preste in großer Aufmachung gebracht werden. Sie wird von den englischen und französffchen Blättern wie so manche andere Stimme der Vernunft totgeschwiegen werden, denn noch immer erzählt diese Presse die wildesten Märchen von Auseinaiüiersetzungen, ja Kämpfen in Deutschland, von erschossenen Prinzen und Hingerichteten Polizeipräsidenten, wenn sie dann auch etwas später wieder zugehen mutz, dah diese „Erschossenen" alle noch am Leben sind. Der Zweck dieser Lügenkampagne ist leicht zu erkennen. Man. möchte Deutschland gern als schwach hinstellen, um die öffentliche SDieinung im eigenen Lande günstig zu beeinflussen. 3n England sowohl als tn Frankreich lasten sich ja immer wieder kritische Stimmen vernehmen und sowohl Herr Daladier als auch Herr Chamberlain müsten einen nicht kleinen Teil ihrer Zeit dazu benutzen, diese Kritik im eigenen Lande zu bekämpfen. Wir wollen diese Dinge — auch wenn in Frankreich bereits 149 Vereine wegen „befaitistischer Umtriebe" aufgelöst werden mußten — gewiß nicht überschätzen. Immerhin hat die Pariser Regierung es für notwendig erachtet, in einer neuen Verordnung Maßnahmen zu treffen, die es ihr erlauben sollen, „mit aller Schärfe und oh ne große Prozeduren" durchzugreisen. Trotz der also zweifellos vor- bandenen starken Opposttton haben die Kriegshetzer in beiden Ländern das Ruder in der Hand. Aber man glaubt doch wohl dieser Stimmungen leichter Herr werden zu
ß SlUMrtlWtt ««kläglich nachmittags.
u GcfchSftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends anßer^onn. U. Feiertags
NnterhaltUNgöbeilOHe. ®triinet 58010: Berlin-Wilmer-d-rf
Unser Ziel heiht Sieg!
(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Sch rif11e itung)
