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Nr. 269
Donnerstag, 16. November 1939
87. Jahrgang
Churchills schwarzer Tag
((Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung)
Die Erfolge unserer U-Boote
as. Berlin, 16. Nov. Die neuen Erfolge bei deutschen Kriegsmarine, die der gestrige Bericht des OKW. bekanntgab, haben im Ausland großes Aufsehen erregt. Ein dänisches Blatt brachte diese Meldungen unter der kennzeichnenden Überschrift „E i n schwarzer Tag für Englands Flott e“. In der Tat hat ja auch Herr Winston Churchill mit seinen Großsprechereien wirklich Pech. Eben hatte er sich auf das schlechte Herbstwetter verlaßen, da bewiesen ihm deutsche Flieger, daß sie auch bei allerungünstigstem Wetter die englischen Schiffe selbst bei den Shetland-Inseln aufzuspüren vermögen und eben hatte Churchill versichert, daß sich die ll-Bootgefahr verringert habe, da erlaubt sich ein einziges deutsches U-Boot in wenigen Tagen 26000 Tonnen zu versenken ynd außerdem noch eine Prise einzubringen. Das beweist, daß Herrn Churchills Rechnungen auch hinsichtlich der U-Boyte falsch sind. Bei diesen Angaben ist noch zu brücksichtigen, daß bei Schiffsverlusten immer von Brutto- reaistertonnen gesprochen wird, also jenem Maß, das den gesamten Hohlraum des Schiffes angibt. Diese BRT. ist nun aber nicht mit dem Gewichtsmaß Tonne, die 1000 Kilo entspricht, zu verwechseln. Vielmehr kann man im allgemeinen die Ladefähigkeit eines Handelsschiffes auf etwa 140 % der Bruttoregistertonnage veranschlagen. Wenn also dieses eine deutsche U-Boot 26000 Tonnen Schiffsraum versenkte, so bedeutet das, daß 36 400 Tonnen für England bestimmte Waren den Weg in die Tiefe genommen haben. Zu diesen Verlusten, die ein einziges deutsches U-Boot den Engländern in den letzten Tagen beibrachte, gesellen sich aber noch weitere Verluste, die teils auf das Konto deutscher Minen, teils auf das Konto anderer deutscher U-Boote gehen. Die infamen U-Boote respektieren nämlich nicht einmal die britischen EeleitzLge, sondern schießen aus diesen von Zerstörern geschützten Zügen einzelne Handelsdampfer heraus. Ein spanisches Blatt bescheinigt denn auch Herrn Winston Churchill erneut die Unwirksamkeit des Geleitsystems.
Englische Lügen---
Hm die Aufmerksamkeit der englischen und französischen Öffentlichkeit von diesen fortgesetzten Schiffsverlusten abzulenken, setzen englische und französische Zeitungen wieder einmal die wildesten Greuelmärchen in die Welt. Danach
sind mir. in Deutschland nicht nut bereits halb verhungert, sondern wir liefern uns auch die schwersten B,r über kämpfe. Selbstverständlich wird aber gegen die Staatsfeinde mit aller Strenge vorgegangen. So ist die Liste der hei uns angeblich Hingerichteten groß. Unter ihnen befinden sich der frühere bayrische Kronprinz Ruprecht, ebenso wie der ehemalige deutsche Kronprinz Wilhelm. Freilich unterlief den Engländern ein kleiner Regiefehler. Nachdem man nämlich eben erst die Meldung von der Erschießung des Kronprinzen verbreitet hatte, erklärte der „Daily Herald", daß der Kronprinz mit Stubenarrest bestraft worden sei. Vom ehemaligen bayrischen Kronprinzen aher hieß es dann wieder, daß die Gestapo „zur Irreführung seiner Anhänger" das Gerücht von seinem Tode selbst in die Welt gesetzt habe. Es hat keinen Zweck, sich mit solchen Märchen auseinanderzusetzen, zumal diesen Lügenmethode nicht einmal neu ist. Unsere Gegner haben schon derart viel unserer führenden Persönlichkeiten „erschießen" laßen, daß die Aufzählung mehr als eine Zeitungsspalte in Anspruch nehmen würde, so daß es nun auch auf einige „Hingerichtete" mehr oder weniger gar nicht ankommt. Alle diese „Erschossenen" aber sind heute ebenso gesund und munter, wie etwa Kronprinz Wilhelm oder Ruprecht.
---und deutsche Geschlossenheit
Wenn man aber im Ausland wieder einmal von „Vruderkämpfen" in Deutschland phantasiert, dann sollte man doch auch die Meldung über das Ergebnis des ersten Opfersonntages dazusetzen. Wenn dieser erste Opfevsonntag über 6If Millionen RM brachte, und damit das Vorjahrergebnis um 31% übertraf, so zeigt das, daß die gesamte deutsche Nation geschlossen marschiert. Und wenn dabei das Ergebnis, auf den Haushalt umgerechnet, in der Ostmark noch etwas größer war als im Altreich, so beweist das auch dem neutralen Ausland — wir wußten das ohnehin —, daß die Ostmark sich fest in die Front eingefügt hat und zeigt, was von den Plänen jener „Friedensmacher" zu halten ist, die die Ostmark wieder zum Spielball fremder Interessen machen möchten. Das Ergebnis des ersten Opfersonntages, das uns alle mit Stolz erfüllt, hat also auch eine politische Bedeutung : es zeigt der Welt, daß die Einheit des Rei- chesfesteristdennje, und daß das ganze deutsche Volk entschloßen ist, diesen ihm von England aufgezwungenen Krieg mit allen Kräften siegreich durchzukämpfen.
Ausbau der italienischen Flotte
Das 33 Vvü-Tonnen-Schlachtschisf „Smpero" vom Stapel gelaufen
Mailand, 16. Nov. (Funkmeldung.) Das i t a l i e n i ich c Schlachtschiff „Jmoero", das am 5. November tn Anwesenheit der Herzogin von Svoleto getauft worden war, lief am Mittwoch auf der Ansaldo-Werft m Sestri- Ponento bei Genua vom Stapel. Die Vertreter der Militar- unb Zivilbehörden, bie Politischen Leiter bet faschistischen Partei und bie gesamte Belegschaft der Went wohnten bem großartigen Schauspiel bei. Unter bem Geheul der Sirenen und bem jubelnden Beifall bet Zuschauer glitt bet ungeheure Stablrumvf bes 35 000 Tonnen großen Schiffes glatt tn bie Fluten bes Meeres. . x c .
Der „Jmvero" würbe in ber Rekorbzeit von 1 y, Jahren bis zum Stavellauf fertiggeiteut. Mit bem om 28. Oktober 1934 auf Stapel gelegten Schwesterschiffen „Littorio" und „Wttotio Veneto" wird ber „Jmvero bas Rückgrat ber italienischen Schiachtflotte bilden, die nach bem im tommenben Jahr zu ermartenben Stavellauf bes Schlachtschiffes „Roma" eine Vergrößerung des Schiffsraumes um 150 000 Tonnen ernähren wirb.
Der „Jmvero" hat ebenso wie seine Schwesterfchifre eine Länge von 232 Meter unb eine Breite von 32 Meter. Die 130 000 Pferbekräfte ber Motoren werden dem Schiff eine Geschwindigkeit von mehr als 30 Seemeilen geben. Die Artilleriearmierung wird aus 9 Geschützen von 38,1 Zentimeter Kaliber, 12 15-Zentimeter- und 12 9-Zentimeter- Kanonen bestehen. Mit den modernißerten Panzerkreuzern „Cesare". „Cavour". „Doria" und „Duilio" wird Italien tn absehbarer Zeit also über eine Flotte von 240 000 Tonnen Großkampfschiffen verfügen.
Doppelter Reinfall Hore-Belishas
Außer Mänteln fehlt auch Unterwäsche
Amsterdam, 16. Nov. (Funkmeldung). In der letzten Unterhaussitzung kam der jüdische Kriegsminister vore- B e l i s h a wieder in eine peinliche Lage. Der konservative Abgeordnete Knox fragte ihn. ob es ihm bekannt sei. da« bei einem Artillerie-Regiment in Berkshire nur ein Teil der Soldaten Unterwäsche hätten. Freiwillige schliefen immer noch auf dem Fußboden und hätten keine Wintermäntel.
Hore-Velisha Beitritt das energisch.
Daraufhin wollte ein Abgeordneter wissen, ob es nicht doch zutreffe, daß tausende englischer Soldaten immer noch keine Wintermäntel hätten.
Als Hore-Belisha hierauf erwiderte, er glaube nicht, daß es auch nur einen Mann in der britischen Armee gebe, der über keinen Wintermantel verfüge, erhoben sich im Parlament laute Protestrufe. Es wurde dem Kriegsminister entgegengehalten, daß es immer noch viele Soldaten ohne Wintermäntel gäbe.
Hore-Velisha entgegnete zunächst, daß er schon eine solche Behauptung am deutschen Rundfunk gehört habe, daß dies jedoch nicht den Tatsachen entspreche. Gleich int nächsten Satz mußte aber Hore-Belisha jedoch . zugeben, daß der deutsche Rundfunk richtig unterrichtet ist. denn er sagte: „Wenn ein Soldat noch keinen Wintermantel erhalten hat, dann kann er entweder einen Zuschuß zur Benutzung seines eigenen Mantels erhalten, ober aber fein Truppenteil kann ihm einen Zivilmantel stellen. In jedem Fall wird die Knappheit schnell behoben werden."
Heckenschützen zur See
* Wenn man ganzen Scharen von Zivilisten einen Karabiner in die Faust drücken, sie mit Handgranaten behängen und ihnen außerdem Erabenmörser, Geschütze und Maschinengewehre zur Verfügung stellen würde mit bem ausbrücklichen Befehl, sich — mit Masken vor bem Gesicht — an kämpfenbe Truppen unter dem Schutz einer Parlamentärflagge heranzupirschen und plötzlich aus dem Hinterhalt über sie herzufallen: wer würde daran zweifeln, daß wir es mit ganz gewöhnlichen Heckenschützen zu tun haben, bie mit bem Strick um den Hals an einen möglichst hoch hängenden Vaumaft gehören?
Genau das Gleiche tut England zur See; nur mit dem einen Unterschied, daß es verlangt, man wolle diese Heckenschützen doch freundlichst als harmlose Spaziergänger ansehen und sie dementsprechend mit Glacehandschuhen behandeln. England ist das typische Land der zweierlei Moral, England hat von jeher für sich Ausnahmerecht beansprucht und sonderbarerweise auch lange, lange Zeit hindurch erhalten. Und einer ber wirklichen Kriegsgründe ist ber, ben Abbau der Privilegien zu verhindern, dafür zu sorgen, baß alles Englische nach wie vor als weiß bezeichnet wird, so schwarz es auch sein möge.
Die Bewaffnung der britischen Handelsflott e ist durch den Ersten Lord ber Admiralität im Unterhaus in aller Form angekünbigt, mit bem Zusatz allerbings, es handele sich um eine „Defenstv"-Bestückung. Gleichwohl wurde genau so öffentlich bekanntgegeben, daß die Kapitäne der bewaffneten Handelsschiffe Mannschaften der aktiven und ber Reserve-Marine an Bord genommen unb baß sie Schießbefehl erhalten haben. Autzerbem wurde bereits in verschiedenen Fällen festgestellt, daß solche bewaffneten Handelsschiffe schon bas Feuer auf deutsche U-Boote eröffnet haben, bevor diese Stoppbefehl gegeben hatten ober ganz aufgetaucht waren. Es besteht darum gar kein Zweifel daran, daß die Bewaffnung ber Handelsschiffe ausschließlich zu dem Zweck erfolgt ist, einen regulären Krieg gegen deutsche Seestreitkräfte und Flugzeuge zu führen.
Es reicht für bie > Beurteilung der Umwandlung von Hanbelsschiffen in Hilfskreuzer — d. h. in reguläre Einheiten der Kriegsmarine — bereits aus, zu wißen, daß sie mit Geschützen unb mit Mannschaften ber Kriegsmarine ausgestattet wurden. Wer sich dem Grundrecht des Seekriegswesens, nämlich dem Anhalten und ber Durchsuchung widersetzt, stellt sich außerhalb bes Anspruches auf Schonung, genau so gut, wie ein mit bewaffnetem Geleit fahrendes Handelsfahrzeug auf jeden völkerrechtlichen Schutz von vornherein verzichtet.
Es liegt nun eine erste Liste von großen englischen und französischen Paßagierschiffen vor, deren zum Teil außerordentlich schwere Bestückung einwandfrei — durch Zeugenaussagen oder Lichtbilder — festgestellt worden ist. Es wurde durch einwandfreie Unterlagen erhärtet, daß ein Teil dieser Schiffe getarnt worden ist, indem man Namen, Heimathafen, Schornsteinkennzeichen übermalte. Außerdem wurden neben starken Geschützen Nebelapparate. Wasserbombenwerfer, Entfernungsmeßgeräte und andere Ausrüstungsteile von Kriegsschiffen an Bord ausgemacht. Damit ist es ihnen unschwer möglich, die an sich ziemlich leicht verletzlichen Unterseeboote wirksam unb bis zur Vernichtung anzugreifen, zumal wenn es sich — wie die Liste ausweist — um sehr schnelle und leistungsfähige Fahrgast- schiffe handelt, die, wie die „Queen Mary", zu ben größten Schiffen ber Welt gehören.
Damit ist die seitens ber britischen Abmiralität beschrittene Linie völlig klar. Die Handelsflagge, die diese Einheiten ber Hilfskreuzer- also Kriegsflotte nach wie vor führen, soll zu verbotenem Angriff bienen, sie soll den eigentlichen Zweck ber Schiffe vertuschen, genau so gut, wie die zahlreichen Passagiere geradezu als lebende Schutzschilde für die Geschützbedienungen und die Konterbande an Bord herhalten sollen. Aber so geht das nicht! Die deutsche Kriegsmarine, die sich bisher streng im Rahmen des inter- natiönalen Seekriegrechtes gehalten hat, sieht sich durch diese fortschreitende Bewaffnung der Handelsflotte Englands und Frankreichs und durch' ihren Einsatz im Handelsund Seekriege vor eine neue Tatsache gestellt, ber man Rechnung tragen muß, will man nicht zahlreiche wackere U-Bootsbesatzungen in Ausübung ihrer Pflicht aufs Schwerste gefährden. Wir denken an den Fall „Baralong" im Weltkriege, und wir wißen Bescheid.
Frankreich präsentiert seine erste Rechnung
Was Finanzminiitcr Renaut in London sucht
Amsterdam, 16. Nov. (Funkmeldung.) Zu dem Besuch bes französischen Finanzministers Renant in London schreibt der politische Korrespondent ber „Financiel News u. a. Frankreich habe in seinem inneren wirtschaftlichen Leben unoer- meidlickerweise durch die Mobilnation von fünf Millionen Mann sehr gelitten. Man habe Grund zu bet Annahme, da« der französische Finanzminister tn feinen Londoner Besprechungen deshalb Mittel und Wege ausnnbw machen wolle am denen Großbritannien «Frankreich helfen solle, diese wirtschaii- lichen Verluste auszugleichen.
Der Wehrmachtsbericht
Berlin. 16. Nov. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: _ .
Keine besonderen Ereignme am gestrigen Tage.
Britisches Kriegsschiff verschleppt rumänischen Dampfer
Istanbul. 16 Nov. (Funkmeldung.' Ter rumanttoe Dampier ,C i t u $“ wurde zwischen smyrna und den Tatba? nellen von einem englischen KnegsschiN ungehalten unb nach dem Kontrollhasen Haifa gebracht.
Erster Opfersonntaa erbrachte 11203971 RM
Wieder ein Beweis für die Stärke der deutschen inneren Front
Berlin, 15. Nov. Nachdem schon die gemeldeten Einzel- ergebniße aus den deutschen Gauen erkennen ließen. San ebenso wie die erste Reichsstraßensammlung, der an die Stelle des - Eintopfsonntages getretene erste C o f e r i o n n t a g des Kriegswinterhilfswerkes ein überzeugender Beweis inr die Opferbereitschaft des deutschen Volkes sein werde, wird diese Auffassung nunmehr durch das Gesamtergebnis bestätigt. Die von den deutschen Haushalten in den Liften des Opfer- konntages gezeichneten Einzclbeträge ercmben tue suoe von 11 203 971,06 Mark. Gegenüber dem ersten Ein- topssonntag des vorjährigen Winterhilfswerkes mit 8 524 942,87 Mark ist das eine Steigerung von nicht weniger als 31,43 o. H Während im vergangenen Sollt ie Haushalt ein Betrag von 38.61 Bfennia gezeichnet wurde, steigerte sich dieser Betrag am ersten Opfersonntag des Knegswinter- bilfswerkes auf 50,74 Pfennig, d. h. mehr als eine halbe Mark.
Auf das A l t r e i ch entfielen von der Gesamtsumme 9 781 601.22 Mark, b h. ie Haushalt 50.56 Pfennig, auf die Ostmark 1038 767,61 Mark oder je Haushalt sogar 56,56 Pfennig, während der noch stärker im Aufbau begriffene
Sudetengau mit der Summe von 383 602,23 Statt je Haushalt ein Aufkommen von 42,79 Pfennig erzielte.
Welche soziale Kraft in dieser Summe steckt, ergibt sich aus bet Tatsache, daß das deutsche Volk mit dem Aufkommen des ersten Opfersonntages der NS.-Volkswohlfahrt die Möglichkeit gegeben hat. nicht weniger als 13 0 0 Kindertagesstätten mit rund 50 000 Kindern ju errichten und ein Saht lang zu unterhalten.
Japanischer Angriff auf Vakhoi
Alle chinesischen Häfen besetzt
Tokio. 15. Nov. (Ostasiendienst des DNB.) Wie der Sprecher des japanischen Marineamtes erklärte, wurde eine neue Operation gegen Pakhoi im Golf von Tonkin unternommen, um die Blockade an der südchinesischen Küste lückenloser zu gestalten. Pakhoi ist als Vertragshafen gut bekannt. Mit bem Fall ber Stadt, der jeden Augenblick erwartet wird, wären alle Seehäfen Chinas in japanischen Händen.
