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.. . , Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf

Unterhaltungsbeilage.

87. Jahrgang

Nr. 260

Montag, 6. November 1939

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Schauff

Von

StimmenzurAufhebungdesWaffenembargos

der

dabei von den amerika-

Ein französisches Flugzeug ab geschossen

Der Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht

Berlin, 6. Nov. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Westen an einzelnen Stellen der Front etwas lebhaftere Spähtrupptätigkeit, sonst nur schwaches Artilleriefeuer.

2n der Gegend von Saarburg wurde durch deutsche Jäger ein französisches Flugzeug abgeschossen.

Sonntag: Keine wesentlichen Kampfhandlungen

Berlin, 5. Nov. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

2m Westen keine wesentlichen Kainpfhandlungen.

Wieder ein feindlicher Dampfer versenkt

Paris, 5. Nov. Der FrachtdampferBacule" ist im Atlantik von einem deutschen U-Boot torpediert worden. 33 Mann, darunter der Kapitän, wurden von einem franzö­sischen Aviso ausgenommen und sind in einem französischen Hafen eingetroffen.

aur eigenem Boden fein kulturelles und wirtschaftliches A.eden zu entwickeln, und stellt nach einem Hinweis auf die kürzlichen Ausführungen des estnischen Außenministers und des sowietrusslichen Auhenkommistars über die Beistands- vakte feit: ..Die Haltung der Sowjetunion in dieser Frage ist gleichfalls krutallklar. Hervorgehoben wird dann, daß em reales Sicherheitssystem im Baltikum nicht südlich des finnischen Meerbusens Halt machen könne und eine ersolg- reime Politik die geographischen Tatsachen nicht ignorieren dürfe. Die Sowietunion sei ebenso wie die anderen nen- i?caJen Staaten stark am Frieden interessiert, und die bal- tiichen «taaten hatten iebe Möglichkeit, ihre traditionelle Neutralitätspolitik der rtriedensvolitik der Sowjetunion z'> koordlnieren. Dieie Koordinierung werde eine sichere Krund- !°ge rur die. gegenseitige kollektive Verteidigung darstellen. Der Artikel schließt mit den Worten: ..Leitgedanke der gegen- ieltigen Verteidigung und der Pakte selbst ist. daß durch die essektlve Bewahrung des Friedens in diesem Gebiet die Un­abhängigkeit der verschiedenen Völker am besten garantiert und erhalten werden kann."

Die gemeinsame Erklärung Deutschlands und der Union ... Sowjetrepubliken die Aufgabe der beiden Besatzungs­armeen sei es, der polnischen Bevölkerung zu helfen und die Bedingungen ihres staatlichen Daseins neu zu regeln, hat nicht nur militärisch, sondern auch politisch den Schlußstrich unter das polnische Staatsgebilde gesetzt. 20 Jahre hat es bestanden; in 18 Tagen brach es zusammen. Deutschland und Rußland, die man bei der Neugründung Polens nicht be­fragt hatte, bekunden mit dieser Erklärung, daß die Total­revision der Versailler Lösung vollzogen ist und die Ge­staltung des osteuropäischen Raumes ausschließlich ihre An-

Englische Bölkerrechtsbrüche festgenagelt

Ein Orangebuch des niederländischen Außenministers Amtliche Zusammenstellung der zahlreichen britischen Piratenktücke

quellen. Der Minister sprach

nischen Lieferungen, die die Lücken in der englischen Rüstung schließen sollen. Er übersah vollkommen, daß zunächst die amerikanischen Lieferungen über den Ozean trans­portiert werden müssen, was immerhin, wie die Mel-

Wenn jetzt von den amtlichen englischen Stellen ebenso wie von der Presse der westlichen Demokratien die Aufhebung des amerikanischen Waffenausfuhrverbotes so freudig ausge­nommen wird, dann entbehrt das nicht einer gewissen Ironie. Die gleichen Leute, die gar nicht laut genug in die Welt hinausposaunen konnten, wie schwach Deutschlands wirtschaftliche Position sei, geben nun plötzlich zu, i n w i e starkem Matze England und Frankreich von Amerika abhängen. Das kommt auch in der neu­tralen Presse zum Ausdruck, die darauf hinweist, datz Eng­land und Frankreich Flugzeuge und Flugzeugmotore in Amerika bestellen müssen, während Deutschland auch jetzt noch im Kriege Flugzeuge an das Ausland liefere. überhaupt stellt die neutrale Presse immer wieder die unvermindert anhaltende Exportkraft Deutsch­lands fest. DerNieuwe Rotterdamsche Courant", der sich in einem längeren Artikel mit diesem Thema befatzt, spricht in diesem Zusammenhang von demi n d u st r i e l l e n Wunde r", das Deutschland der Welt biete. Auch spanische Blätter erkennen die Stärke der deutschen Position bewun­dernd an. Sie befassen sich mit der Frage, für wen denn eigentlich die Zeit arbeitet. Anfang September, so meinen sie, sei es schwer gewesen, die Behauptung zu widerlegen, datz die Zeit gegen Deutschland arbeite. Heute sei das genaue Gegenteil e'ingetreten. Deutschland habe die Gegenblockade eröffnet und die Erfolge seiner U-Boote und Flugzeuge seien in der ganzen Welt bekannt. Es verfüge außerdem in Ita­lien und Rußland, sowie auch in Japan über bedeu­tende Großmächte, deren Unterstützung die englische Blockade in gleicher Weise zunichte machen werde, rote die deutsche Hilfe 1936 die Sanktionen gegen Italien aus Anlaß des abessinischen Feldzuges zusammenbrechen ließ. Es sei daher nicht übertrieben festzustellen, datz nach zwei Kriegsmonaten die Zeit für Deutschland arbeite. Überall, wo man die Lage unvoreingenommen prüfe, müsse man also fest­stellen, datz Deutschlands Position militärisch, wirtschaftlich und finanziell (was gerade eben erst die Überschreibung der Reichsbahnanleihe erwies) ausgezeichnet und nicht zu er­schüttern sei.

as. Berlin, 6. Nov. Die Aufhebung des Waffen­ausfuhrverbotes in den Vereinigten Staaten ist, wie nicht anders zu erwarten war, in England und Frank­reich mit großer Genugtuung ausgenommen worden, womit der amerikanische Beschluß bereits sehr treffend charakteri­siert wird. Der britische Veschasfungsminister Bürgin, der in der letzten Zeit in der englischen Presse sehr schärf ange­griffen wurde, weil er es nicht vermochte, das Heer mit bem notwendigsten Material zu versorgen, setzt offenbar seine ganzen Hoffnungen aus Amerika. Er bezeichnete Amerika als ein Arsenal von unbeschränkten Hilfs-

Eine regionale Friedensfront verwirklicht

Offiziöse estnische Stimme rur Politik der Sowjetunion

scher Nationalität durch englische und französische Be­hörden von Bord niederländischer Schiffe geholt worden seien. Sowohl in Paris als auch in London seien Schritte zur Frei­lassung der Festgenommenen unternommen worden.

Sehr eingehend beschäftigt sich das Orangebuch mit ver­schiedenen Fällen, tn denen die Po st Verbindungen durch englische Maßnahmen gestört wurden. 2m ganzen wer­den drei Schreiben des niederländischen Gesandten in London an den britischen Außenminister hierzu veröffentlicht.

düngen über die Versenkungen englischer und französischer Dampfer durch deutsche U-Boote beweisen, nicht ohne Gefahr ist. Die Amerikaner sind klug genug gewesen, das Risiko den Engländern aufzuhalsen. Müssen doch die Lieferungen sofort bezahlt und auf englischen und französischen Schiffen transportiert werden. Die Amerikaner stecken also unter allen Umständen das Geld ein. Geld ver­dienen ist auch in diesem Falle ihre Parole. Dabei ist es noch gar nicht allzu lange her, daß der amerikanische Präsident und sein Außenminister gemeinsam vor den kapitalistischen Hyänen warnten, die den Krieg nur als Geschäft betrach­teten. Aber an diese Worte erinnert man sich heute in Washington genau so wenig wie jener, die Roosevelt 1936 sprach, daß nämlich Amerika es nicht verstehen könne,wie ein Neutraler planmäßig imstande sei, das Feuer eines Krieges durch direkte Belieferung Kriegführender mit wesentlichen Materialien schüren zu helfen". Nach so maß­geblichen amerikanischen Äußerungen, die keineswegs verein­zelt dastehen, können wir uns eines weiteren Kommentares über die Aufhebung des amerikanischen Waffenausfuhrver­botes enthalten.

Reval, 5. Nov. Die offiziöse estnische Wochenschrift Valttc Times" veröffentlicht einen Artikel unter der Überschrift:Die Wahrheit über das Baltikum", in dem u. a. ausgeführt wird:Die Sowjetunion, bisher ein schlummernder Faktor, ist kraftvoll in die Arena der internationalen Politik getreten, und als Ergebnis hier­von sind verschiedene Probleme einer Lösung zugeführt wor­den. Eines der ersten war das baltische. Vor einigen Jahren wurde die Möglichkeit einesOst-Locarno" diskutiert, aber nicht verwirklicht. Die kollektive Sicherheit befand sich da­mals im Verfall. Heute wird die Schaffung einer lolchen regionalen Friedensfront rasch zu einer vollendeten Tatsache. Das Systeui der gegenseitigen Belltandsvakte, die die Sowjetunion mit Estland, Lettland und Litauen abgeschlossen Hai. ist eine neue regionale An­wendung dieses Prinzips. Das Gleichgewicht der Kräfte im Baltikum ist wieder der Situation an­gepaßt worden."

Das Blatt weist weiter darauf hin. daß das estnische Volk vertrauensvoll in die Zukunft blicke und entschlossen sei.

Deutsche Fahrgäste widerrechtlich verhaftet

Amsterdam, 6. Nov. Der niederländische Außenminister hat ein Orangebuch veröffentlicht, in dem eine Übersicht über die wichtigsten Maßnahmen des niederländischen Auße^ Ministeriums im Zusammenhang mit dem Kriegszustand gegeben wird. Das niederländische Orangebuch wird einge- leitet durch Mitteilungen über die Bemühungen der nieder­ländischen Regierung zur Erkaltung des Friedens. Ferner werden die Erklärungen Deutschlands und Englands über die Achtung der niederländischen Neutralität im vollen Wortlaut abgedruckt. 2n einem besonderen Kapitel werden die Ver­letzungen des niederländischen Hoheitsgebietes behandelt

2m Zusammenhang mit dem britischenTrade wtth the enemy-aet" sei ein Schreiben des niederländischen Gesandten an den britischen Außenminister erfolgt. Es betrifft besonders die sogenannte Schwarze Liste. 2n dem Schreiben beißt es u. a.. die niederländische Regierung müsse sich das Recht Vorbehalten, zu protestieren, wenn niederländische Untertanen durch derartige oder andere britische Maßnahmen, die nicht in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht sind. Schaden leiden.

Mit besonderer Ausführlichkeit geht das niederländische Oransebnch auf die Maßnahmen der britischen Konter­bandekontrolle ein. Die übermäßig langen Warte­zeiten. die der niederländischen Schiffahrt großen Schaden ge­bracht hätten, hätten Veranlasinng gegeben, in London Schritte zu unternehmen. In dem in London übergebenen Aide-memoire beißt es, am schwerwiegendsten iei die Klage darüber, daß die Schiffe vollkommen ohne Verbindung mit dem Lande seien, so daß die Kapitäne ihre Reeder nicht be­nachrichtigen können, wo sie sich aufhalten.

Es sei nicht einzuseben, warum eine derartige Behand­lung erfolge. Die niederländische Regierung sei überzeugt, daß die britische Regierung als Regierung eines seefahrenden Volkes sich dessen bewußt fei. welch enormer Schaden der neu­tralen Schiffahrt dadurch zugefügt werde.

Von besonderem Interesse ist ein Schreiben des nieder­ländischen Gesandten in London an den britischen Minister für wirtschaftliche Kriegführung. 2n diesem Schreiben bergt es u. a.. die Agenten der niederländischen Reeder in London teilten übereinstimmend mit. daß niederländische Schiffe noch immer übermäßig lange festgehalten werden. Die nieder­ländischen Reeder seien ernstlich über die Trägheit ver­stimmt, die bei der Behandlung ihrer Schiffe und Frachten an den Tag gelegt werde und die unerträglichen finan­ziellen Lasten, die Urnen auferlegt werden. Es komme immer wieder vor, daß niederländische Schiffe länger als drei Wochen festgebalten werden. Die niederländischen Reeder seien tief enttäuscht durch die geringe Aufmerksamkeit, die ihren 2ntereffen geschenkt wird. Ferner wird die Antwort,der britischen Regierung abgedruckt, in der es heißt, die britische Regierung habe alles getan, um die Beschwerden zu unter­suchen und um ihre Gründe so weit wie möglich abzustellen. In dieser englischen Antwort heißt es weiter, die nieder­ländische Regierung könne von sich aus zur Vermeidung von Verzögerungen beitragen, falls sie den niederländischen Reedern gestatten wollte, eine Übereinkunft zu schließen gleich der. die während des vorigen Krieges abgeschlossen worden :ei. Laut dieser Übereinkunft übernobmen die niederländischen Reeder die Verpflichtung, die Teile der Ladungen, die ver­dächtig waren, in niederländischen Bestimmungshäfen so lange festzubalten, bis ein Beschluß erfolgt war, daß sie frei- gegeben werden konnten.

Im Oranoebuch wird dann darauf verwiesen, daß auch verschiedentlich Fohrgöste und Besitz"' i-rnftgliedee deut-

gelegenheit ist.

Das Eingreifen Rußlands kam den Westmäch­ten vollkommen überraschend, denn sie lebten in der An­nahme, Rußland sei zweifellos an einer Eroßkorrektur der durch das Versailler Diktat geschaffenen Lage interessiert, denke aber ernstlich nicht daran, praktisch etwas zu tun, um die Revision zu erzwingen. Tatsächlich hatte aber Rußland sich nie mit der Versailler Lösung ahgefunden. Sogar der mit den Westmächten so befreundete frühere Außenminister Tschitscherin hatte bereits 1923 in- einer Note an die pol­nische Regierung dagegen Verwahrung eingelegt, daß man den Standpunkt der 'Sowjetregierung in der Frage der Ost- . grenze Polens durch VölkerbundbeschlLsse beeinflussen wolle.

Von dieser Auffassung ist Rußland nie abgegangen und es ist nur zu natürlich, datz Rußland nach der militärischen Niederwerfung durch Deutschland seine begründeten Forde­rungen anmelüete und seine wohlerworbenen Rechte sicherte. Polen hätte mit dieser Entwicklung rechnen müssen, denn es mutzte ihm klar fein, datz es gebietsmäßig gesehen zwischen zwei Großmächten, lag, denen es in der Zeit des politischen Verfalls Territorien entriß, die niemals Bestandteile des polnischen Staates gewesen waren, Territorien, die für Deutschland allein 46 000 Quadratkilometer, das ist dreimal soviel wie Elsaß-Lothringen, ausmachten. Es mußte also damit rechnen, daß mit dem Moment der politischen und militärischen Erstarkung diese Staaten von dem aus Minder­heiten bestehenden Staatsgebilde Polen denn auch den Litauern und Tschechen hatte man Gebiete geraubt Rechenschaft fordern würden.

Rußland und Deutschland aber, die sich zu neuer und doch so alter Freundschaft gesunden hatten, griffen nicht nur gemeinsam ein. Sie betrachteten es auch als ihre vornehm­liche Aufgabe, derpolnischen Wirtschaft" ein für allemal ein Ende zu bereiten. Die Londoner Presse mag toben, die englischen Sender schimpfen und vom drohenden Panslawis- mus_reben, ändern können und werden sie nichts. Das mag für sie bitter sein, aber die Westmächte täten trotzdem gut daran, zur Realpolitik zurückzufinden, denn die Zeit der künstlichen und deshalb doppelt gefährlichen Gebilde ist vor­bei. Die von Rutzland und Deutschland angekündigte Um­gestaltung richtet sich nach den Volksgrenzen, den geographi­schen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten und nicht zuletzt dem Interesse des polnischen Volks selbst, dem alles an einer Befriedung und gemeinsamen Aufbauarbeit mit Rutzland und Deutschland gelegen sein mutz. Nur dann wird es mög­lich sein, die Schäden seiner politischen Bankerotteure zu be­heben.

Deutschland und Rußland haben in Erkenntnis dieser Ziele und Notwendigkeiten erste Entscheidungen gefällt. Die beiden Regierungen haben nach langen Fahren getrennter Politik und einem schweren Waffengang, der hüben und drüben Blut in Strömen kostete, zu einer Politik der Vernunft und der Gegebenheiten zurückgefunden. Die gemeinsame Erklärung vom 28. September 1939, in der die Souveräne beider Staaten für ihre Völker in Anspruch nehmen, die politische Neuordnung im osteuropäischen Raum ausschließlich in eigener Kompetenz zu regeln, ist gleich­zeitig die Proklamation, daß Deutschland und Rußland

Die Arbeit der deutsch-russischen Grenzfestsetzungs­kommission beweist die prattischen Auswirkungen der deutsch-russischen Verständigung. Die grundsätzliche Bedeutung der Einigung hat Rudolf Schauff grotz- linig dargestellt in seinem BucheDer polnische Feldzug. England! Dein Werk!" (Verlag Die Wehrmacht"'. Berlin.) Hier sind in kurzen Zügen klar und treffsicher, die entscheidenden Phasen der hinter uns liegenden zwei Kriegsmonate dargestellt.

Schwäche der britischen Position

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung)