MMener Tagblatt
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E. Lchellenberg'sche Buchdruckerei, „Tagblatt - Haus'
Nk. 259
Samstag/Sonntag, 4./5. November 1939
87. Jahrgang
der
'and, Javan,
die Vereinigten
Deutsche Abordnung in Reval eingetroffen
Reval. 3. Nov. Am Mittwochabend traf in Reval unter Führung von Generalkonsul N o l d e ck c eine deutsche Abordnung ein, die über die noch offen stehenden Fragen der Umsiedlung der Reichs- und Volksdeutschen in Estland verhandeln soll.
Wöchentlich
mit einer täglichen
Dienst als Hilfspflegerinnen und 53 000 seien in Hospitälern beschäftigt. Man plane jetzt sogar, schließt die Meldung, das weibliche Hilfsterritorialkorps von 20 000 auf 40 000 Frauen zu erhöhen.
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Der Bericht des Oberkommandos
Nur örtliche Artillerie- und Sväbtruvvtätigkeit.
Berlin. 4. Nov. (Funkmeldung.) Das Oberkommando
Wehrmacht gibt bekannt:
3m Wetten örtliche Artillerie- und Späh- truvvtatrgkeit wie am Bortage.
Amsterdam, 3. Nov. Der wegen seiner Gegnerschaft gegen die Teilnahme Südafrikas am Kriege gegen Deutschland zurückgetretene Ministerprättdent Hertzog hat am Mittwochabend, wie „Set Bolt" ans Kapstadt berichtet, eine sehr scharfe Rede gegen den jetzigen Ministerprättdenten Smuts und gegen dessen Anhänger gehalten. Er erklärte u. a„ die britischen Chauvinisten hätten offenbar in der Südafrikanischen Union noch immer zu viel Macht. Er, Hertzog. werde nicht eher ruhen, bis der letzte englische Chauvinist aus der Union vertrieben sei. 3n seinen Ausführungen hat Sertzog ferner die Möglichkeit einer baldigen Zusammenarbeit mit Dr. Malan durckblicken lassen.
Dr. Malan. der gleichfalls eine Rede hielt, habe, fr luitzt es in der Meldung des holländischen Blattes weil»
erklärt, da«, da es nicht möglich gewesen sei, »ck aus dem Kriege berauszubalten, Südafrika ttck jetzt außerhalb der englischen Staatsgemeinschast stellen müsse.
„Das britische Weltreich überlebt"
Umsiedlungsabkommen mit Ruhland
Bevölkerungsaustausch innerhalb des ehemals volnischen Staatsgebietes auf Grund eigener Willensbekundung
Berlin, 3. Nov. Zwischen der Regierung des Deutschen Reiches und der Regierung der Union derSozialiftiscken Sowjet-Republiken ist am 3. November 1939 eine Vereinbarung abgeschlossen worden. Dieser Vereinbarung zufolge haben alle Deutschen aus den we tt l i ch e n E e - bieten der Ukraine und Weißrußlands, sowie alle Ukrainer. Weißrussen, Russen und Ruthenen aus den jetzt zum Interessenbereich des Deutschen Reiches gehörigen früheren polnischen Gebieten das Recht, auf das Gebiet des anderen Staates umzusiedeln. Matzgebend ist dabei ihre Willenskundgebung.
Die Umsiedler haben das Recht, ihr Vermögen in dem kür die Fortsetzung ihrer wirtschaftlichen und beruflichen Tätigkeit notwendigen Ausmatze sowie innerhalb bettimmter Normen auch die Wertgegenstände ihres persönlichen Besitzes mitzunehmen, überdies sieht die Vereinbarung vor, datz die Interessen der Slussiedler mit Bezug auf ihr am früheren Wohnort zurückgelasienes Vermögen gewährleistet werden.
Durch die Vereinbarungen ist für eine Organisation der Registrierung der Umsiedlungswilligen und der Durchführung der Umsiedlung gesorgt. Beide vertragschlietzenden Teile haben die materielle und gesundheitliche Fürsorge für die Betreuung der Umsiedler auch auf ihren Reisewegen sichergestellt. Alle praktischen Fragen der Umsiedlung werden von den ver- tragschlietzenden Teilen in dem freuMchaftlichen Geiste geregelt. wie er den Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und der Union der Sozialistischen Sowiet-Revubliken entspricht.
Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil Gründ, preis 7 Rpf., der 85 Millimeter breiten Spalte im Tertteil 60 Rvf., sonst laut Preisliste Nr. 6, Nachlässe nach Preisliste Nr. 6. — Für die Aufnahme von Anzeigen an bestimmten Tagen und Plätzen wird keine Gewähr übernommen. — Schluß der Anzeigen-Annahme 9Vi Uhr vormittags. Größere Anzeigen müssen spätestens einen Tag vor dem Erscheinungstage aufgegeben werden.
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Mißerfolg eingestanden
as. Berlin, 4. Nov. Da den Engländern bisher militärische Erfolge weder zu ßanbe, noch zur See, noch zur Luft beschiedeu gewesen sind, und sie auch offenbar weiterhin nicht mit derartigen Erfolgen rechnen, so bemühen sie sich, die Blockadewaffe zu verschärfen. Eine entsprechende Ankündigung hat wenigstens der englische Minister für Wirtfchaftskriegsführung ergehen lassen. Nun sollte ja auch . den Engländern klar geworden sein, daß uns derartige Maßnahmen kalt lassen. Die englische Blockade hat ein zu großes Loch, als daß diese Maßnahmen uns treffen könnten. Die Leidtragenden sind auch diesmal wieder die Neutralen. Kein Wunder also, daß die englische Ankündigung in belgischen Reederkreisen, die heute schon auf das schärfste unter der englischen Seeräuberei leiden, alarmierend gewirkt hat. Man sieht darin einen neuen Versuch Englands, Belgien sowie auch die anderen Neutralen zur Schaffung von Monopol-Jmport-Ge- s e l l s ch a f t e n unter englischer Kontrolle zu veranlassen. Zweck dieser Gesellschaften wäre die Kontrolle des gesamten Außenhandels der neutralen Staaten. Mit Recht weist man in den skandinavischen Ländern darauf hin, daß die englische Ankündigung, nach der die Banngutkontrolle verschärft werden wird, sehr schlecht mit der von England bisher bekundeten Zufriedenheit über die bisherigen Ergebnisse des Blockadekrieges zusammenpaßt.
Deutsche Gegenmaßnahmen wirksam
Auf der anderen Seite zeigt sich immer wieder, daß die deutschen Gegenmaßnahmen recht wirksam sind.und England an einer sehr empfindlichen Stelle treffen. So reißen bte Klagen darüber nicht ab, daß England sich jetzt schon gezwungen sieht, Butter und Speck zu rationieren. Aus dem „Daily Telegraph" kann man dazu entnehmen, daß die englischen Buttervorräte so gut wie erschöpft sind, so daß England völlig auf die Zufuhren aus den Dominions und Argentinien angewiesen ist, die, wie es in dem Bericht des englischen Blattes heißt, in der Regel erst kurz vor Weihnachten einzutreffen pflegen. Das von der irischen Regierung erlassene Butterausfuhrverbot ist daher für England umso unangenehmer. Man versucht in England sich damit zu trösten, daß Irland stets in einigen Monaten des Jahres Butter selbst einfiihren muß. Das ist jedoch für die in Dublin getroffenen Maßnahmen eine recht unzulängliche Erklärung, denn der Einfuhrbedarf Irlands tritt normalerweise erst gegen, Ende Januar und im Februar auf. Jedenfalls werden sich die zuständigen Minister in England auf einige recht unbequeme Anfragen im Parlament gefaßt machen müssen, da die un-
Kriegsziele
Von Fritz Günther
Im Mittelpunkt der politischen Ereignisse dieser neunten Kriegswoche stand die große Rede Molotows auf der fünften außerordentlichen Tagung des Obersten Sowjets der UdSSR. Hatte der Reichsaützenminister von Ribbentrop in der vorigen Woche in Danzig in, einer Generalabrechnung mit dem englischen Premierminister an Hand eines erdrückenden Beweismaterials di e Schuld Englands am Kriege unwiderlegbar festgestellt, so zerstörte der sowjetrussische Außenkommissar nunmehr auch die letzten Illusionen, die sich die Westmächte nach einer Kette enttäuschter Hoffnungen noch immer in bezug auf die Haltung Rußlands machten. Mit der kategorischen Feststellung, daß nur ein starkes Deutschland die unumgängliche Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden in Europa bilde, hat der erste Mitarbeiter Stalins die Haltung Sowjetrußlands in dem gegenwärtigen Konflikt präzisiert. Darüber hinaus aber hat er mit schonungsloser Offenheit den Kriegshetzern an der Themse die Maske vom Gesicht gerissen und mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht, auf welcher Seite die Großmacht des Ostens in diesem Kampfe steht.
Die Ausführungen Molotows ließen erkennen, daß die Sowjetunion Deutschlands Kampf um die Befreiung von den Fesseln des Versailler Diktats mit um so größeren Verständnis verfolgte, als man in Moskau aus eigener Erfahrung genau weiß, daß der Versailler Vertrag d i e wahre Ursache des Unfriedens in Europa ist und dieser Zustand, der eine ewige Gefahr für alle Völker bildet, einmal beseitigt werden mußte. Wenn daher jetzt die Westmächte wieder versuchen, Deutschland in ein neues Versailler System hineinzuzwingen und dieses gefährliche, für sie selbst ruinöse Vorhaben mit der Behauptung zu tarnen versuchen, nur den „Hitlerismus" zu bekämpfen, so ist das ein ebenso sinnloses wie verbrecherisches Ziel. England geht es einzig und allein darum, seine stark ins Wanken geratene Weltherrschaft zu behaupten und die Ausbeutung der Kolonialvölker fortzusetzen. Die Durchsetzung des brutalen, nackten Imperialismus ist das wirkliche "englische Kriegsziel, für das man mit scheinheiligen Phrasen und hetzerischen Lügen die Völker Europas auf die Schlachtbank treiben möchte. Der „ideologische Krieg", den England jetzt gemeinsam mit Frankreich führt, nachdem die Ausgangsposition der Garantieverpflichtung gegenüber Polen durch die Ereignisse hinfällig geworden ist, ist ebenso absurd wie vermessen, weil er von Voraussetzungen ausgeht, die in überlebten, heute geradezu mittelalterlich anmutenden Weltanschauungen ihren Ursprung haben.
Unter der falschen Flagge eines Kampfes für „Freiheit" und „Demokratie", so wie sie es auffassen, segeln die höchst materiellen Interessen gewaltiger Kolonialmächte, die ihren Raub vor den berechtigten Ansprüchen anderer Völker sichern möchten und in der Furcht, vor einem gerechten Ausgleich der Lebensbedingungen, den Krieg vorbereiteten, entfeffelten und bis zur Vernichtung des unliebsamen Mahners fortsetzen möchten. Dieser Einstellung gegenüber hat Molotow keinen Zweifel gelassen, daß Rußland die trüben Absichten der Westmächte durchschaut. Seine Rede war deshalb das wichtigste politische Ereignis dieser Tage. Sie hat mit einem Schlage die Situation geklärt und aller Welt deutlich gemacht, wie das deutschrussische Freundschaftsverhältnis, dessen wirksame Realität auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet immer deutlicher in Erscheinung tritt, zu verstehen ist. Hatte sich doch die verlogene Propaganda der „Demokratien" bis in die letzten Tage krampfhaft bemüht, das wahre Bild der deutsch-russischen Zusammenarbeit zu verfälschen und ihre Hoffnungen immer wieder mit der Annahme gestützt, daß die Grundlagen dieser Freundschaft nicht so unerschütterlich fest seien, wie sie tatsächlich sind. Diese Illusion müssen die Westmächte nun endgültig zu Grabe tragen.
Die Reaktion auf die Rede Molotows, deren Wortlaut man natürlich der eigenen Bevölkerung nicht vorzusetzen wagt, ist, wie in der ganzen Welt, auch in London und Paris sehr stark, wenn man sich auch nach dem ersten peinlichen Schrecken bemühte, so zu tun, als ob man sich von ihr nicht sonderlich beeindruckt fühle. In Paris glaubte man zunächst die Rede mit der Bemerkung abtun zu können, daß die russische Politik ausschließlich von Vorstellungen eines „egoistischen Imperialismus" beherrscht sei, dem im Interesse der Sicherung der bisher erreichten Position dringend am Frieden liegt. Im übrigen aber legt man bei aller Verstimmung doch Wert darauf." die russische Neutralität auch weiterhin gelten zu lassen, trotz der feind-
„Torpedierung" der „Colmore" frei erfunden
Wieder ein verbrecherischer Propagandaschwindel des britischen Lügenministeriums entlarvt
Berlin, 3. Nov. Die von Reuter gemeldete angebliche Torpedierung des britischen Dampfers „Colmore" durch ein deutsches U-Boot innerhalb der amerikanischen Neutralitätszone ist frei erfunden. Wie hierzu amtlich festgestellt wird, befindet sich in der Nähe der als Versenkungsort angegebenen Position kein deutsches U-Boot. Es ist offensichtlich, daß durch diese unverschämte Falschmeldung das britische Lügenministerium die amerikanische Öffentlichkeit in antideutschem Sinne zu beinflnssen versucht.
Der Poilu wird staunen
Eine Million Frauen in England „mobilisiert" — Heroische Ziffern aus London
Amsterdam, 4. Nov. (Funkmeldung.) Nach einer United Preß-Meldung aus London sollen gegenwärtig in ganz England etwa eine Million Frauen „mobilisiert" sein. 20 000 Frauen, so heißt es, dienten in Hilssterritorial- korps, 2000 bei der Frauenhilfs-Luftwaffe und weitere 2000 im Frauen-Marinedienst. Im Luftschutz seien 151000 Frauen im Bewachungsdienst tätig, weitere 127 000 bei der Durchführung der Evakuierungsmaßnahmen, 32 000 taten
zufriedenen Abgeordneten das ganze Kapitel der Lebensmittelrationierung am Mittwoch im Unterhaus behandeln wollen.
Englische Lüge entfesselt U-Boot-Panik
Wie wenig England irgendwelche Rücksichten auf die Neutralen nimmt, zeigt neben der Ankündigung der verschärften Blockademaßnahmen, von denen, wie gejagt, die neutralen Staaten schwer betroffen werden, die Tatsache, datz der englische Kreuzer „D i s p a t ch" in der von der Panama-Konferenz f eftgelegten amerikanischen Schutzzone den deutschen Tankdampfer „Emmy Fried- r i ch" aufzubringen versuchte. Der Kapitän des deutschen Tankdampfers zog es aber vor, fein Schiff selbst zu versenken, um die Ladung nicht in die Hände der Engländer fallen zu lassen. Das englische Prisenkommando verließ also schleunigst wieder den sinkenden deutschen Dampfer. Um aber die Weltöffentlichkeit von der Tatsache abzulenken, daß England die amerikanische Schutzzone nicht achtet, setzte Herr Churchill das Märchen "von der angeblich in den gleichen Gewässern von einem deutschen U-Boot torpedierten „C o l m o r e" in die Welt. Dieser Schwindel ist sehr schnell entlarvt worden und die amtliche deutsche Feststellung, daß sich überhaupt kein deutsches U-Boot in den fraglichen Gewässern befunden hat, tötet diese .Lüge vollends. Immerhin hat dieser Schwindel dank der Haltung eines großen Teiles der amerikanischen Presse dahin geführt, daß in den Vereinigten Staaten eine regel» rech te U-Boot-Panik entstand. Die amerikanischen Hetzblätter verbreiteten nämlich die wildesten Berichte über das Schicksal der angeblich dem Untergang geweihten Besatzung der „Colmore" und jammerten darüber, wie diese Besatzung bei Sturm und Regen und hochgehender See in die kleinen Rettungsboote habe gehen mässen, was sehr ausführlich in den amerikanischen Blättern geschildert wurde.
„Außerhalb der englischen Staatsgemeinschast"
Dr. Hertzog und Dr. Malan im Kamps für ein freies Südafrika
fi Ausaaften ’ W-rkirgUch nachmittags.
v» Geschäftszeit: 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends außer Sonn-u. Feiertags
Unterhaltungsbeilage. $etIinec $8üt0: S8e“ilmctsborf
New Bork, 3. Nov. In einer von der Bostoner Handels» lammer gehaltenen Rede sagte der bekannte amerikanische Volkswirtichaftler Roger B a b s o n den Zusammenbruch des britischen Weltreiches in ferner heutigen yorm voraus. Das Britische Reich habe der Welt zwar viel gegeben, aber es """E 'ick überlebt und erfülle keinen nützlichen Zweck mehr. , Bablon emarte bann weiter, eigentlich sollte es nur gier ober fünf große Nationen geben, bie gerüstet sind und Weltvolittk machen, die übr gen müßten sich damit abfinben. Protektorate ober Teil- der Stärkeren zu werden. Als die voraussichtlich zuküm führenden Weltstaaten nannte Babson Deutschland, ' 1 ' —
Staaten und England.
London verschärft die Blockade
(Eigener Drahtbericht unserer Berliner S ch r i ft l e i tu n g)
